WEBVTT

00:06.960 --> 00:11.300
Ok, lassen Sie mich beginnen mit ein paar organisatorischen Dingen.

00:12.440 --> 00:14.040
Zunächst nochmal mein Name.

00:14.640 --> 00:19.560
Ich bin wissenschaftlicher Assistent am Institut für angewandte

00:19.560 --> 00:21.540
Informatik und formale Beschreibungsverfahren.

00:23.060 --> 00:28.380
Wenn Sie mich suchen, dann finden Sie mich in meinem Büro in Raum 223.

00:38.590 --> 00:42.090
Manche Leute finden es relativ schwer, sich oben bei uns am Institut

00:42.090 --> 00:46.110
zurechtzufinden, weil die Nummerierung der Räume relativ schwer

00:46.110 --> 00:46.850
durchschaubar ist.

00:46.970 --> 00:51.630
Also mein Büro liegt in Richtung Westen.

00:51.870 --> 00:53.850
Wenn Sie runtergucken, sehen Sie genau den Ballermann.

00:54.530 --> 00:56.190
Das gibt Ihnen vielleicht eine Orientierung.

00:57.870 --> 01:00.370
Meine Sprechstunde ist mittwochs 11 bis 12 Uhr.

01:01.310 --> 01:03.310
Sie können sich auch per E-Mail an mich wenden.

01:03.310 --> 01:05.930
E-Mail-Adresse ist wie üblich bei uns.

01:14.980 --> 01:19.500
Es gibt eine ganze Reihe Informationsquellen, wenn Sie irgendwelche

01:19.500 --> 01:21.320
Fragen haben oder Unterlagen suchen.

01:22.120 --> 01:26.320
Die wichtigste Informationsquelle ist sicherlich das World Wide Web.

01:27.440 --> 01:29.600
Wir haben eine Webseite.

01:31.400 --> 01:34.900
Den Link finden Sie entweder, wenn Sie über die Institut-Webseite

01:34.900 --> 01:40.280
gehen und dann über Lehrangebot Wintersemester 2003-2004 und dann auf

01:40.280 --> 01:41.240
unsere Vorlesung.

01:42.780 --> 01:45.740
Oder Sie merken sich einfach die komplette Adresse, so wie sie

01:45.740 --> 01:46.320
dasteht.

01:47.420 --> 01:51.640
Auf der Webseite finden Sie Links zu relevanten Themen.

01:53.600 --> 01:58.120
Sie finden die ganzen Folien.

01:59.680 --> 02:05.440
Und Sie finden auch einen Link auf die Aufzeichnung der Folien, der

02:05.440 --> 02:05.980
Vorlesung.

02:06.420 --> 02:09.940
Wenn Sie sich vielleicht wundern, warum ich hier so ein Mikrofon trage

02:09.940 --> 02:12.720
und was wir hier vorne alles aufgebaut haben.

02:13.640 --> 02:18.360
Wir bieten Ihnen als zusätzlichen Service an, dass die Vorlesung

02:18.360 --> 02:19.360
aufgezeichnet wird.

02:20.140 --> 02:24.940
Und Sie haben die Möglichkeit, sich die komplette Vorlesung, das heißt

02:24.940 --> 02:29.180
die Folien, so wie wir sie hier durchgehen, alles was ich hier auf die

02:29.180 --> 02:34.200
Folien schreibe, sowie meine Stimme runterzuladen und sich dann als

02:34.200 --> 02:35.200
Video anzuschauen.

02:37.360 --> 02:38.380
Ohne mein Bild.

02:39.380 --> 02:41.660
Das heißt, wenn Sie mich persönlich sehen wollen, dann müssen Sie

02:41.660 --> 02:42.820
immer noch in die Vorlesung kommen.

02:46.800 --> 02:50.800
Sie können sich das runterladen, entweder als AVI-File.

02:51.120 --> 02:54.100
Das können Sie sich dann mit irgendeinem Player anschauen.

02:55.380 --> 02:58.320
Empfehlen würden wir, wenn Sie irgendwelche Probleme haben, den

02:58.320 --> 02:59.300
Camtasia -Player.

02:59.380 --> 03:01.440
Wir zeichnen das auf mit Camtasia.

03:02.540 --> 03:04.980
Aber Sie finden auch die Anleitung dann, denke ich, im Web.

03:06.020 --> 03:09.600
Oder Sie können es sich runterladen in Streaming-Format.

03:10.900 --> 03:14.220
Falls Sie kein Windows benutzen und sich nicht die komplette Vorlesung

03:14.220 --> 03:16.780
runterladen wollen, können Sie eben auch über Streaming gehen.

03:22.560 --> 03:26.620
Die Daten werden von der Universitätsbibliothek bereitgestellt.

03:27.800 --> 03:29.900
Die sind, glaube ich, noch nicht ganz so weit.

03:29.900 --> 03:33.720
Das heißt, wenn Sie die Vorlesung als Aufzeichnung suchen, dann kann

03:33.720 --> 03:35.840
es sein, dass das bis Mittwoch oder Donnerstag kommt.

03:36.180 --> 03:38.460
Aber wir zeichnen jetzt schon auf und Sie können dann alles

03:38.460 --> 03:39.220
nachschauen.

03:40.980 --> 03:43.380
Termine für die Vorlesung sind Montag 11.30 Uhr.

03:43.720 --> 03:45.680
Das ist Ihnen offensichtlich alles bekannt.

03:45.840 --> 03:46.600
Sonst wären Sie nicht hier.

03:47.780 --> 03:49.920
Und Mittwoch 8.00 Uhr bis 9.30 Uhr.

03:51.160 --> 03:53.160
Die Vorlesung ist dreistündig.

03:53.540 --> 03:54.760
Drei Semesterwochenstunden.

03:54.760 --> 03:58.860
Das heißt, der Mittwochstermin findet normalerweise nur alle zwei

03:58.860 --> 03:59.480
Wochen statt.

04:00.700 --> 04:03.280
Wir haben uns gedacht, dass es praktischer wäre, wenn wir diese

04:03.280 --> 04:08.540
zweiwöchigen Veranstaltungen vorziehen und erst einmal Anfang des

04:08.540 --> 04:10.640
Semesters jeden Mittwoch eine Vorlesung machen.

04:11.560 --> 04:14.760
Dann haben Sie am Ende des Semesters mehr Zeit, sich auf Klausuren

04:14.760 --> 04:15.600
vorzubereiten.

04:16.540 --> 04:20.120
Und wir haben auch am Anfang des Semesters schon mehr Stoff für die

04:20.120 --> 04:20.700
Übungsblätter.

04:20.700 --> 04:26.360
Das heißt, zunächst einmal jeden Mittwoch 8.00 Uhr bis 9.30 Uhr hier

04:26.360 --> 04:29.400
im Hörsaal Vorlesung, voraussichtlich bis 3.

04:29.480 --> 04:30.000
Dezember.

04:31.000 --> 04:33.820
Und dann haben wir diese Mittwochstermine abgearbeitet und es findet

04:33.820 --> 04:35.400
nur noch Montagsvorlesung statt.

04:38.580 --> 04:41.040
Klausur findet statt am Montag, den 16.

04:41.540 --> 04:42.180
Februar.

04:43.080 --> 04:48.940
Das ist der erste Montag nach Semesterende oder nach Vorlesungsende.

04:49.940 --> 04:54.020
Und wir haben zusätzlich dieses Semester eine Bonusprüfung.

04:54.660 --> 04:56.520
Das sage ich gleich nachher noch was dazu.

04:57.080 --> 04:58.400
Die findet am 24.

04:58.620 --> 04:59.340
Januar statt.

05:02.160 --> 05:04.020
Ja, wie gesagt, da kommt noch was dazu.

05:04.820 --> 05:08.260
Das Skript stellen wir Ihnen zur Verfügung in Postscript und PDF

05:08.260 --> 05:14.060
-Format, sowohl einzelne Dateien als auch mehrere Folien auf einer

05:14.060 --> 05:14.440
Seite.

05:15.660 --> 05:19.220
Zusätzlich bieten wir Ihnen noch eine Newsgroup, wo Sie Ideen

05:19.220 --> 05:23.200
austauschen können, Fragen stellen können, die wir dann hoffentlich

05:23.200 --> 05:24.540
relativ schnell beantworten.

05:26.540 --> 05:28.920
Übungen gibt es auch zu der Vorlesung.

05:29.760 --> 05:35.020
Wir haben zwei wissenschaftliche Mitarbeiter, die diese Übungen

05:35.020 --> 05:35.460
leiten.

05:35.460 --> 05:38.960
Das ist einmal der Herr Stein und einmal der Herr Gunsch.

05:39.080 --> 05:40.560
Ich glaube, Fotos habe ich auch noch hier.

05:45.360 --> 05:49.080
Herr Stein sitzt in Raum 234, das ist die Nordseite.

05:50.000 --> 05:53.460
Und Herr Gunsch sitzt nicht in Raum 234, sondern...

05:55.000 --> 05:57.560
Okay, 250.

05:58.220 --> 05:59.400
Gut, 250.

06:09.240 --> 06:12.040
Sprechstunde ist jeweils angegeben, bzw.

06:12.500 --> 06:15.280
Sie können sich auch per E-Mail an die Mitarbeiter wenden.

06:16.160 --> 06:20.240
Wir haben außerdem 15 Tutorinnen und Tutoren, die Sie über das

06:20.240 --> 06:21.960
Semester in den Tutorien begleiten.

06:22.660 --> 06:25.680
Die Tutorien finden jeweils 14-tägig statt.

06:26.380 --> 06:28.380
Es gibt aber zwei Gruppen pro Tutor.

06:29.080 --> 06:32.700
Das heißt, zwei Wochen hintereinander findet genau das gleiche

06:32.700 --> 06:35.980
Tutorium statt, vom gleichen Tutor zur gleichen Zeit im gleichen Raum.

06:36.440 --> 06:39.840
Aber Sie besuchen natürlich nur jede zweite Woche das Tutorium.

06:39.840 --> 06:42.980
Das heißt, entweder Sie sind in der ersten Gruppe, dann haben Sie in

06:42.980 --> 06:45.080
Wochen 1, 3, 5 usw.

06:45.280 --> 06:45.780
ein Tutorium.

06:45.880 --> 06:48.920
Oder Sie sind in der zweiten Gruppe, dann haben Sie das gleiche

06:48.920 --> 06:52.560
Tutorium in den Wochen 2, 4, 6 usw.

06:54.000 --> 06:56.640
Beginn der Tutorien ist am 27.10.

06:57.960 --> 07:01.440
Eine Woche vorher werden wir entsprechende Übungsblätter austeilen.

07:03.260 --> 07:07.120
Für die Tutorien würde ich Sie bitten, sich anzumelden im Internet ab

07:07.120 --> 07:07.980
Donnerstag.

07:09.600 --> 07:12.800
Einfach auf unseren Webseiten schauen und da finden Sie dann ein

07:12.800 --> 07:15.960
Anmeldungsprogramm, wo Sie sich über Internet anmelden können.

07:16.720 --> 07:19.460
Wir haben auch eine Tutoren-Sprechstunde.

07:19.620 --> 07:22.240
Das heißt, wenn Sie Fragen zum Stoff haben, wenn Sie Fragen zu den

07:22.240 --> 07:26.140
Übungsblättern haben, wenn Sie nicht verstehen, wieso Ihre

07:26.140 --> 07:30.720
Übungsblätter so oder anders korrigiert wurden und das vielleicht ein

07:30.720 --> 07:33.900
bisschen umfangreicher wird, dazu, dass die Zeit nicht reicht, es

07:33.900 --> 07:37.980
direkt nach dem Tutorium mit Ihrem Tutor zu besprechen, dann können

07:37.980 --> 07:40.080
Sie in die Tutoren-Sprechstunde gehen.

07:40.920 --> 07:43.800
Die ist jeweils...

07:46.970 --> 07:50.030
Okay, jetzt funktioniert mein schönes Werkzeug hier nicht mehr.

07:51.770 --> 07:57.630
Freitag 9.15 Uhr bis 11.15 Uhr in Raum Minus 117.

07:57.630 --> 08:01.470
Minus heißt Untergeschoss oder Sockelgeschoss, wie es manchmal

08:01.470 --> 08:02.690
netterweise genannt wird.

08:04.610 --> 08:10.250
Und das ist in der südwestlichen Ecke der Raum bei uns im

08:10.250 --> 08:11.630
Kollegiengebäude am Ehrenhof.

08:14.030 --> 08:17.730
Okay, zum Übungskonzept muss ich, glaube ich, ein paar Worte

08:17.730 --> 08:18.270
verlieren.

08:19.630 --> 08:22.190
Wir haben uns lange Gedanken gemacht, weil wir mit unserem

08:22.190 --> 08:24.930
Übungskonzept nicht hundertprozentig glücklich waren und deswegen

08:24.930 --> 08:27.910
haben wir dieses Semester ein paar Änderungen eingeführt.

08:28.870 --> 08:31.570
Die Ziele von diesen Übungen sind vielfältig.

08:33.810 --> 08:37.590
Zum einen ist uns wichtig, dass Sie sich schon während des Semesters

08:37.590 --> 08:40.710
mit dem Stoff auseinandersetzen und nicht erst auf die Klausur lernen.

08:41.770 --> 08:42.670
Das hat zwei Gründe.

08:42.830 --> 08:47.350
Der eine Grund ist, dass Sie sonst eigentlich keine Chance haben, in

08:47.350 --> 08:49.410
der Vorlesung mitzukommen mit dem, was ich erzähle.

08:49.410 --> 08:52.310
Wenn Sie sich nicht zu Hause damit beschäftigt haben und es einfach

08:52.310 --> 08:55.870
nochmal darüber nachgedacht haben und rekapituliert haben, dann hänge

08:55.870 --> 08:57.770
ich Sie zwangsläufig hier in der Vorlesung ab.

08:58.830 --> 09:07.230
Der andere Grund ist, dass die Vorlesung oder die Klausur sehr nah bei

09:07.230 --> 09:09.650
der Klausur über Statistik 2 liegt.

09:10.290 --> 09:14.390
Ich glaube, die Statistik 2 Klausur ist zwei Tage vor der Klausur

09:14.390 --> 09:17.590
Angewandte Informatik 2.

09:20.130 --> 09:24.110
Das bedeutet, es funktioniert einfach nicht, nur die Woche vorher zu

09:24.110 --> 09:28.830
lernen, weil Sie zwei große Klausuren haben, die im gleichen Zeitraum

09:28.830 --> 09:29.430
stattfinden.

09:33.190 --> 09:36.510
Um Ihnen das nochmal zu verdeutlichen, nicht um Ihnen Angst zu machen,

09:36.970 --> 09:40.970
wir hatten letztes Jahr bei dieser Klausur ungefähr 30%

09:40.970 --> 09:41.710
Durchfallquote.

09:42.950 --> 09:46.690
Das liegt meines Erachtens nicht daran, dass die Klausur schwerer war

09:46.690 --> 09:47.210
als sonst.

09:47.210 --> 09:52.970
Das liegt daran, dass wir umgestellt haben den Zyklus, ich sage

09:52.970 --> 09:56.110
nachher auch noch ein paar Worte dazu, von Informatik A, B, C auf

09:56.110 --> 09:59.130
Grundlagen der Informatik 1 und 2.

10:00.270 --> 10:03.830
Dadurch ist einmal der Stoffumfang pro Prüfung natürlich größer

10:03.830 --> 10:07.910
geworden, also insbesondere der Stoffumfang für die Grundlagen der

10:07.910 --> 10:09.190
Informatik 2 Prüfung.

10:10.250 --> 10:13.510
Und Sie haben eben jetzt das Problem, dass Sie im Grundstudium diese

10:13.510 --> 10:16.990
Statistik Klausur und die Informatik Klausur so dicht hintereinander

10:16.990 --> 10:17.350
haben.

10:18.430 --> 10:20.770
Wir versuchen diese Klausuren zu entzerren.

10:22.050 --> 10:24.910
Das ist aber nicht möglich und wahrscheinlich die nächsten zwei Jahre

10:24.910 --> 10:28.690
auch noch nicht möglich, weil die Hörsäle für die Klausuren,

10:28.850 --> 10:33.610
insbesondere für so große Klausuren, schon zwei, drei Jahre im Voraus

10:33.610 --> 10:36.770
geplant werden und man da jetzt die nächsten zwei Jahre nichts mehr

10:36.770 --> 10:37.450
dran ändern kann.

10:39.710 --> 10:42.930
Gut, aber deswegen einfach nochmal zur Verdeutlichung, es ist wichtig

10:42.930 --> 10:46.450
bei dieser Vorlesung, dass Sie auch schon während des Semesters

10:46.450 --> 10:47.110
arbeiten.

10:48.510 --> 10:51.870
Wir möchten selbstständiges Lernen fördern, also Ihnen nicht nur

10:51.870 --> 10:59.670
bestimmte Aufgabentypen vorkauen, sondern auch Sie anregen, selber

10:59.670 --> 11:02.870
über den Stoff nachzudenken, vielleicht mal in dem einen oder anderen

11:02.870 --> 11:06.050
Buch zu blättern, das Ganze mal aus einer anderen Perspektive zu

11:06.050 --> 11:06.350
sehen.

11:07.290 --> 11:11.190
Wir möchten Ihnen beibringen, wie man komplexe Aufgaben löst und an

11:11.190 --> 11:12.430
solche Aufgaben rangeht.

11:13.210 --> 11:19.730
Es ist leider im Rahmen einer 90-minütigen Klausur nicht möglich,

11:20.250 --> 11:24.110
Ihnen praxisrelevante Prüfungsaufgaben zu geben.

11:25.310 --> 11:29.850
Keine der Aufgaben, die Ihnen in der Industrie begegnen werden, lassen

11:29.850 --> 11:31.790
sich in 10 oder 15 Minuten lösen.

11:31.790 --> 11:36.030
Und das ist aber eigentlich das Maximum, was wir pro Aufgabe für eine

11:36.030 --> 11:37.170
Klausur vorsehen können.

11:38.490 --> 11:42.870
Das heißt, wir müssen diesen Teil, wie geht man an komplexe

11:42.870 --> 11:46.890
Fragestellungen ran, irgendwie in den Übungen behandeln.

11:48.770 --> 11:51.890
Die Übungen haben außerdem das Ziel, Ihnen ein Feedback zu geben,

11:52.170 --> 11:55.010
schon während dem Semester, dass Sie also mitbekommen, okay, ich habe

11:55.010 --> 11:57.450
den Stoff verstanden oder ich habe den Stoff nicht verstanden, ich

11:57.450 --> 11:59.510
muss vielleicht ein bisschen mehr lernen.

12:01.810 --> 12:08.870
Und wir haben auch das Ziel der Fairness und das ist das Problem, das

12:08.870 --> 12:11.470
wir bisher eigentlich mit dem Übungskonzept hatten.

12:12.610 --> 12:18.130
Bisher hatten wir benotete, abgegebene Übungsblätter, das heißt, wir

12:18.130 --> 12:21.110
haben die Übungsblätter ausgegeben, Sie haben die bearbeitet, Sie

12:21.110 --> 12:24.230
haben die in der Vorlesung abgegeben, die wurden korrigiert und wenn

12:24.230 --> 12:28.030
Sie über eine bestimmte Anzahl von Punkten erreicht haben, dann haben

12:28.030 --> 12:29.850
Sie einen Bonus auf die Klausur bekommen.

12:33.170 --> 12:35.050
Das hat zwei Nachteile.

12:35.930 --> 12:39.470
Zum einen hat es immer mehr Studenten gegeben, die einfach nur

12:39.470 --> 12:42.910
abgeschrieben haben, ihre Übungsblätter, die gar nicht bearbeitet

12:42.910 --> 12:45.330
haben und letztendlich den Bonus bekommen haben.

12:46.630 --> 12:49.990
Zum anderen hatten wir einen relativ großen zeitlichen Versatz zur

12:49.990 --> 12:50.510
Vorlesung.

12:50.510 --> 12:53.030
Der Stoff wurde in der Vorlesung behandelt, wir haben die

12:53.030 --> 12:56.350
Übungsblätter ausgeteilt, Sie hatten genug Zeit, diese Übungsblätter

12:56.350 --> 12:59.830
zu bearbeiten, die Übungsblätter mussten dann wieder abgegeben werden,

12:59.910 --> 13:02.510
dann mussten die Übungsblätter korrigiert werden, dann wurden sie in

13:02.510 --> 13:07.430
der ersten Gruppe diskutiert und dann wurden sie erst in der zweiten

13:07.430 --> 13:10.830
Gruppe diskutiert, sodass zwischen dem Stoff der Vorlesung und dem,

13:10.930 --> 13:14.710
was in den Tutorien tatsächlich passiert ist, eine Lücke von vier bis

13:14.710 --> 13:15.710
sechs Wochen klaffte.

13:17.170 --> 13:20.650
Deswegen haben wir uns überlegt, was kann man an dem Übungskonzept

13:20.650 --> 13:25.870
ändern und wir sind bereit, dieses Übungskonzept auch in Zukunft

13:25.870 --> 13:28.570
nochmal zu modifizieren, aber wir wollten einfach mal was Neues

13:28.570 --> 13:28.890
ausprobieren.

13:30.790 --> 13:34.430
Das neue Übungskonzept für dieses Semester sieht folgendermaßen aus.

13:35.470 --> 13:40.590
Wir haben wieder Übungsblätter mit relativ komplexen Aufgaben, um eben

13:40.590 --> 13:45.350
Ihnen auch schwierigere Aufgaben als in der Klausur mal zum Bearbeiten

13:45.350 --> 13:45.830
zu geben.

13:46.710 --> 13:48.650
Die Bearbeitung ist jedoch freiwillig.

13:49.110 --> 13:53.910
Das heißt, wir passen nicht mehr so gut auf wie vorher, zwingen Sie

13:53.910 --> 13:57.970
nicht mehr zur Abgabe, denn der Zwang hat eben dazu geführt, dass

13:57.970 --> 14:00.950
viele Leute nur abgeschrieben haben und dann hat es auch keinen

14:00.950 --> 14:01.290
Effekt.

14:01.910 --> 14:07.090
Wir bauen jetzt darauf, dass Sie motiviert genug sind, diese

14:07.090 --> 14:11.850
Übungsblätter selbst zu bearbeiten, dass Sie einsehen, dass diese

14:11.850 --> 14:17.410
Ziele, die ich hier oben definiert habe, dass die sinnvoll sind, dass

14:17.410 --> 14:20.910
Sie eben lernen müssen, auch komplexe Aufgaben zu bearbeiten.

14:22.610 --> 14:27.130
Und wir machen deswegen die Bearbeitung dieses Semester freiwillig.

14:29.270 --> 14:32.250
Wir wollen Ihnen aber natürlich ein Feedback geben.

14:32.350 --> 14:36.550
Die Musterlösung wird vor den Tutorien im www veröffentlicht.

14:36.550 --> 14:39.970
Das heißt, Sie können selber schauen, haben Sie die Übungen korrekt

14:39.970 --> 14:40.890
gelöst oder nicht.

14:43.290 --> 14:49.010
Deswegen ist es nur noch teilweise notwendig, auf die Übungsblätter im

14:49.010 --> 14:50.230
Tutorium einzugehen.

14:50.670 --> 14:53.710
Das heißt, der Tutor wird nur noch gezielt bestimmte Punkte

14:53.710 --> 15:00.170
herausgreifen, wird dann Fragen dazu beantworten und die Übungsblätter

15:00.170 --> 15:02.950
werden nicht mehr komplett vorgerechnet, sondern mehr oder weniger

15:02.950 --> 15:03.670
diskutiert.

15:05.350 --> 15:09.970
Okay, wir bieten Ihnen außerdem noch die Möglichkeit, wenn Sie jetzt

15:09.970 --> 15:14.130
feststellen, Ihre Lösung, die Sie sich ausgedacht haben,

15:14.670 --> 15:18.330
korrespondiert nicht genau mit der Musterlösung, dann wollen wir Ihnen

15:18.330 --> 15:21.830
gerne Feedback geben, was an dieser Lösung korrekt ist oder ob Ihr

15:21.830 --> 15:25.270
Lösungsweg vielleicht auch korrekt ist, nur ein anderer Lösungsweg ist

15:25.270 --> 15:25.920
als in der Musterlösung.

15:25.920 --> 15:32.180
Das heißt, wir haben eine freiwillige Abgabe.

15:41.950 --> 15:46.310
Sie können das, was Sie zu Hause gerechnet haben, Ihre Lösung beim

15:46.310 --> 15:47.250
Tutor abgeben.

15:47.650 --> 15:51.630
Der Tutor wird sich hoffentlich viel Mühe geben, das detailliert zu

15:51.630 --> 15:55.010
korrigieren und Ihnen ein Feedback zu geben, was jetzt korrekt war,

15:55.130 --> 15:59.370
was nicht korrekt war, wie viele Punkte sowas vielleicht noch gegeben

15:59.370 --> 15:59.770
hätte.

16:01.750 --> 16:07.030
Im Tutorium selber, wie gesagt, die Diskussion der Übungsblätter, das

16:07.030 --> 16:10.990
sollte dann aber nicht mehr allzu viel Zeit in Anspruch nehmen.

16:12.070 --> 16:16.630
Und ansonsten Gruppenarbeit zur Lösung kleinerer Probleme.

16:17.230 --> 16:21.370
Das heißt, wir geben Ihnen typische Klausuraufgaben im Tutorium und

16:21.370 --> 16:23.970
Sie setzen sich in Kleingruppen zusammen und arbeiten daran.

16:24.570 --> 16:28.310
Die Idee ist, dass Ihnen das vielleicht ein relativ gutes Feedback

16:28.310 --> 16:31.810
dazu gibt, wie Ihr Wissensstand ist im Vergleich zu dem mit Kollegen,

16:32.410 --> 16:40.230
dass Sie ein bisschen Teamarbeit praktizieren und dass der Tutor Ihnen

16:40.230 --> 16:43.370
beim Lösen der Aufgaben behilflich sein kann.

16:43.510 --> 16:47.150
Das heißt, er wird von Gruppe zu Gruppe gehen, wird sich anhören, was

16:47.150 --> 16:50.890
Sie da diskutieren und wird versuchen, Ihnen die Herangehensweise an

16:50.890 --> 16:55.180
das Problem zu verdeutlichen.

16:56.170 --> 16:59.010
Denn es kommt letztendlich nicht nur darauf an, dass Sie einen

16:59.010 --> 17:02.830
bestimmten Lösungsweg letztendlich können, sondern es kommt darauf an,

17:03.230 --> 17:06.890
dass Sie eine neue Aufgabe gestellt bekommen und dass Sie wissen, was

17:06.890 --> 17:10.730
für Gedanken müssen gemacht werden, um diese Aufgabe lösen zu können.

17:11.470 --> 17:14.870
Und sowas ist, denke ich, in Gruppenarbeit ganz gut möglich.

17:15.550 --> 17:17.830
Das ist also der neue Sinn der Tutorien.

17:19.630 --> 17:21.450
Außerdem, hatte ich schon erwähnt, haben wir diese

17:21.450 --> 17:25.450
Tutorensprechstunde, die auch ein freiwilliges Angebot ist, das heißt,

17:25.550 --> 17:28.010
da können Sie hingehen, können sich nochmal alles erklären lassen,

17:28.130 --> 17:29.470
wenn Sie was nicht verstanden haben.

17:30.810 --> 17:33.090
Und das waren jetzt alles freiwillige Angebote.

17:35.130 --> 17:38.030
Und wie gesagt, meine Hoffnung ist, dass Sie motiviert genug sind,

17:38.130 --> 17:40.730
diese freiwilligen Angebote auch tatsächlich anzunehmen.

17:41.610 --> 17:47.730
Falls das für Ihre Motivation nicht ausreicht, haben wir zusätzlich

17:47.730 --> 17:49.130
noch eine Bonusprüfung.

17:50.810 --> 17:53.590
Das heißt, am 24.

17:53.870 --> 17:58.090
Januar machen wir eine relativ kurze Prüfung.

17:59.930 --> 18:02.670
Dreiviertelstunde, eine Stunde vielleicht maximal.

18:04.470 --> 18:13.660
Und da geben wir Ihnen Aufgaben, von diesen komplexen Aufgaben, von

18:13.660 --> 18:14.500
den Übungsblättern.

18:17.520 --> 18:21.640
Das sind Aufgabentypen, die Sie kennen, die werden Sie vielleicht

18:21.640 --> 18:25.040
leicht modifizieren, aber im Prinzip, wenn Sie die Übungsblätter

18:25.040 --> 18:29.580
gemacht haben und verstanden haben, sollte es überhaupt kein Problem

18:29.580 --> 18:34.720
sein, dieses Wissen nochmal hervorzuholen in der Bonusprüfung.

18:35.540 --> 18:38.800
Die Bonusprüfung ist freiwillig, Sie müssen nicht daran teilnehmen.

18:40.120 --> 18:43.960
Sie können auch volle Punktzahl in der Klausur, also eine 1-0 mit

18:43.960 --> 18:47.180
voller Punktzahl, in der Klausur erreichen, ohne an der Bonusprüfung

18:47.180 --> 18:48.240
teilgenommen zu haben.

18:48.820 --> 18:53.140
Aber, wenn Sie sowieso die Übungsblätter gemacht haben, dann sollten

18:53.140 --> 18:55.700
Sie das Wissen haben, auch schon für die Bonusprüfung.

18:55.700 --> 18:59.280
Dann können Sie daran teilnehmen, Sie können Ihr Wissen unter Beweis

18:59.280 --> 19:03.180
stellen, können zeigen, dass Sie die Übungsaufgaben gemacht haben und

19:03.180 --> 19:07.240
können dann einen Bonus für die bestandene Klausur bekommen.

19:08.200 --> 19:10.800
Das heißt, wenn Sie die Klausur bestehen, kriegen Sie nochmal eine

19:10.800 --> 19:14.340
Drittelnote besser, wenn Sie die Bonusprüfung auch bestanden haben.

19:16.460 --> 19:22.380
Okay, das sind unsere grundlegenden Ideen gewesen und das neue

19:22.380 --> 19:24.360
Übungskonzept, das daraus resultiert ist.

19:24.840 --> 19:27.180
Gibt es dazu konkret irgendwelche Fragen?

19:32.200 --> 19:35.600
Wenn das nicht der Fall ist, dann werden wir das einfach mal so

19:35.600 --> 19:36.280
ausprobieren.

19:37.600 --> 19:40.320
Da das das erste Mal ist, dass wir dieses Konzept in dieser Art und

19:40.320 --> 19:42.400
Weise durchführen, sind wir auch dankbar für Feedback.

19:42.920 --> 19:46.560
Wenn also was gut klappt oder nicht gut klappt, schicken Sie uns eine

19:46.560 --> 19:48.000
E -Mail und lassen Sie es uns wissen.

19:48.440 --> 19:51.300
Das wird sich auswirken auf die Art und Weise, wie wir in den

19:51.300 --> 19:54.260
zukünftigen Jahren unser Übungskonzept gestalten.

20:01.280 --> 20:03.860
Okay, noch Grundsätzliches.

20:05.640 --> 20:10.200
Sie haben wahrscheinlich mitbekommen, dass wir den Studienplan

20:10.200 --> 20:14.300
umgestellt haben, was früher Informatik A, B, C waren, also drei

20:14.300 --> 20:16.230
Vorlesungen, sind jetzt nur noch zwei Vorlesungen.

20:17.200 --> 20:21.560
Was früher die meisten Studenten im Hauptstudium gehört haben, findet

20:21.560 --> 20:23.080
jetzt im Grundstudium statt.

20:23.080 --> 20:28.760
Und weil wir gerade in dieser Periode sind, wo wir von einem

20:28.760 --> 20:32.480
Studienplan auf den anderen umstellen, haben wir im Wesentlichen jetzt

20:32.480 --> 20:36.920
wahrscheinlich zwei Jahrgänge hier in der Vorlesung sitzen, nämlich

20:36.920 --> 20:41.620
die, die noch nach der alten Studienordnung studieren und eben das im

20:41.620 --> 20:45.380
Hauptstudium machen und diejenigen, die neu dazugekommen sind und das

20:45.380 --> 20:46.380
im Grundstudium machen.

20:46.860 --> 20:48.300
Deswegen haben wir auch so viele Studenten.

20:50.560 --> 20:53.600
Vielleicht darf ich gerade mal fragen, wer macht denn die Vorlesungen

20:53.600 --> 20:54.500
im Hauptstudium?

20:57.600 --> 20:59.760
Okay, es sind gar nicht so viele.

21:03.360 --> 21:05.760
Jetzt kann es natürlich sein, dass die Leute zu faul waren, die Hand

21:05.760 --> 21:05.940
zu heben.

21:05.980 --> 21:07.180
Wer macht es denn im Grundstudium?

21:08.660 --> 21:09.720
Okay, doch fast alle.

21:11.200 --> 21:13.820
Also wir hatten letztes Jahr schon diese Überlappung, dass wir Leute

21:13.820 --> 21:16.160
hatten aus dem Hauptstudium und aus dem Grundstudium.

21:16.160 --> 21:21.820
Das zeigt, dass dieser Prozess jetzt langsam zu Ende geht und dass wir

21:21.820 --> 21:24.580
im nächsten Jahr wahrscheinlich nur noch Grundstudium rechnen können

21:24.580 --> 21:26.640
und deswegen auch weniger Studenten haben werden.

21:31.520 --> 21:35.560
Okay, für diejenigen, die irgendwie schon angefangen haben A, B und C

21:35.560 --> 21:38.780
zu hören und die das jetzt ergänzen wollen, für die gilt im

21:38.780 --> 21:46.760
Wesentlichen die Regel hier, Informatik 1 und Informatik A werden als

21:46.760 --> 21:47.840
Äquivalent betrachtet.

21:48.900 --> 21:52.000
Wenn Ihnen also nur noch Informatik A fehlt und Sie haben B und C

21:52.000 --> 21:55.220
schon gehört, dann können Sie jetzt einfach nur noch Informatik 1

21:55.220 --> 22:00.620
hören und Informatik 2 und Informatik B und C werden übergangsweise

22:00.620 --> 22:01.860
als Äquivalent betrachtet.

22:01.860 --> 22:07.520
Das heißt, wenn Ihnen noch B und C fehlt, dann können Sie jetzt

22:07.520 --> 22:11.020
einfach Informatik 2 hören und das deckt die beiden Bereiche B und C

22:11.020 --> 22:11.280
ab.

22:12.460 --> 22:15.480
Das ist vom Stoffumfang auch fast identisch.

22:17.720 --> 22:22.860
Bisher waren das zwei Semesterwochenstundenvorlesungen, jetzt haben

22:22.860 --> 22:25.460
wir eine Dreisemesterwochenstundenvorlesung, aber sie ist ein

22:25.460 --> 22:30.140
Wintersemester und das Wintersemester hat deutlich mehr Wochen, sodass

22:30.140 --> 22:32.100
der Stoffumfang fast identisch ist.

22:33.760 --> 22:36.840
Wenn Sie B schon gehört haben und es fehlt Ihnen nur noch C oder Sie

22:36.840 --> 22:40.360
haben C gehört und es fehlt Ihnen nur noch B, dann müssten Sie

22:40.360 --> 22:43.880
nachfragen, was man da konkret macht, aber da findet sich dann ein

22:43.880 --> 22:45.480
Weg, zum Beispiel über mündliche Prüfungen.

22:52.120 --> 22:59.580
Okay, die Informatikausbildung, die wir am Institut anbieten, gliedert

22:59.580 --> 23:01.060
sich jetzt in vier Teile.

23:01.180 --> 23:04.960
Das Ganze fängt an mit Programmieren I, Einführung in die

23:04.960 --> 23:08.520
Programmierung, dann Grundlagen der Informatik I, was Sie

23:08.520 --> 23:10.680
wahrscheinlich letztes Semester gehört haben.

23:11.960 --> 23:15.000
Jetzt im Augenblick, hier diese Vorlesung ist Grundlagen der

23:15.000 --> 23:19.380
Informatik II und im Hauptstudium kommt dann noch die Programmierung

23:19.380 --> 23:22.120
kommerzieller Systeme, für die Wirtschaftsingenieure zumindest.

23:23.760 --> 23:31.080
Ich gehe auf Informatik I und II, auf die Inhalte nochmal ein bisschen

23:31.080 --> 23:31.840
genauer ein.

23:32.680 --> 23:35.400
Zunächst ein kurzer Rückblick auf Informatik I.

23:37.060 --> 23:42.240
Da stand im Mittelpunkt die Frage, wie realisiert man

23:42.240 --> 23:48.760
Problemlösungsverfahren, indem man einen Computer programmiert und

23:48.760 --> 23:50.280
zwar einen Universalrechner.

23:54.120 --> 23:57.720
Universalrechner heißt, dass ich ein Stück Hardware habe, aber ganz

23:57.720 --> 23:59.620
verschiedene Programme daraus ausführen kann.

24:00.310 --> 24:04.500
Und wie beurteilt man die Qualität und die Kosten dieser Programme?

24:06.500 --> 24:11.700
Sie haben kennengelernt die Unified Modeling Language, um Systeme und

24:11.700 --> 24:15.120
Abläufe zu modellieren, was sehr hilfreich ist, wenn Sie ein Programm

24:15.120 --> 24:17.580
entwickeln, wenn Sie ein Programm spezifizieren.

24:22.470 --> 24:26.410
Sie haben Aussagenlogik, Prädikatenlogik in der Vorlesung

24:26.410 --> 24:33.570
kennengelernt, bursche Algebren, wobei Aussagenlogik und bursche

24:33.570 --> 24:36.230
Algebren auch für diese Vorlesung vorausgesetzt werden.

24:39.980 --> 24:43.140
Darf ich Sie nochmal bitten, ein bisschen ruhiger zu sein?

24:43.920 --> 24:46.880
Meine Stimme ist heute nicht ganz so fit wie normalerweise.

24:46.940 --> 24:47.180
Danke.

24:47.920 --> 24:51.680
Wenn Sie also Informatik 1 noch nicht gehört haben, dann würde ich Sie

24:51.680 --> 24:55.620
bitten, speziell diese Kapitel Aussagenlogik und bursche Algebren

24:55.620 --> 24:59.500
vielleicht aus dem Netz zu laden und nochmal durchzuschauen.

24:59.800 --> 25:01.900
Die Kapitel setze ich voraus in der Vorlesung.

25:04.060 --> 25:08.640
Wir haben uns angeschaut, welche Eigenschaften haben Algorithmen, wie

25:08.640 --> 25:13.440
Endlichkeit, Determiniertheit, wie spezifiziert man Algorithmen in

25:13.440 --> 25:16.720
Programmiersprachen, wie beurteilt man die Qualität.

25:17.240 --> 25:19.880
Ich bin mir nicht sicher, ob Sie auch über Korrektheit geredet haben.

25:20.240 --> 25:25.120
Ein ganz wichtiger Aspekt im Prinzip, der aber leider sehr schwer

25:25.120 --> 25:25.920
handhabbar ist.

25:26.200 --> 25:29.380
Nicht umsonst haben wir ständig fehlerhafte Programme, Abstürze.

25:30.400 --> 25:35.040
Ich habe jetzt erst wieder gelesen, dass der häufigste Fehler, warum

25:35.040 --> 25:38.080
die modernen Autos liegen bleiben, Softwarefehler sind.

25:38.080 --> 25:41.920
Also Korrektheit von Programmen ist ein sehr schwieriges Thema.

25:43.660 --> 25:46.380
Ein anderes wichtiges Thema ist die Komplexität.

25:47.060 --> 25:48.820
Wie lange läuft denn so ein Programm?

25:49.860 --> 25:52.720
Im besten Fall, im schlechtesten Fall, im mittleren Fall.

25:53.880 --> 25:56.880
Und der Punkt ist auch ein Punkt, auf den wir in der Vorlesung

25:56.880 --> 26:01.500
Informatik 2 zurückgreifen, den Sie also nacharbeiten müssten, wenn

26:01.500 --> 26:03.380
Sie Informatik 1 noch nicht gehört haben.

26:03.380 --> 26:07.120
Komplexität, die Groß-O-Notation im Wesentlichen.

26:09.000 --> 26:13.080
Sie haben Entwurfsprinzipien kennengelernt, wie geht man überhaupt

26:13.080 --> 26:17.220
vor, was gibt es für verschiedene Techniken der Programmierung,

26:17.360 --> 26:20.680
Backtracking, Divide & Conquer, Branch & Bound, dynamisches

26:20.680 --> 26:21.420
Programmieren.

26:24.940 --> 26:28.800
Und Sie haben verschiedene Datenstrukturen kennengelernt, die eben

26:28.800 --> 26:33.400
wichtig sind, um effizient programmieren zu können, wie Listen und

26:33.400 --> 26:35.740
Baumstrukturen, Schlange oder Heap.

26:36.200 --> 26:38.680
Heapsort sagt Ihnen wahrscheinlich was, Quicksort.

26:39.460 --> 26:43.140
Also es kommt durchaus darauf an, wie man programmiert, ob das

26:43.140 --> 26:45.500
Programm letztendlich effizient läuft oder nicht.

26:47.580 --> 26:48.420
Okay.

26:49.320 --> 26:51.920
Kommen wir zur Informatik 2.

26:53.000 --> 26:56.280
Der Stoff der Vorlesung gliedert sich in zwei Teile.

26:57.020 --> 27:01.080
Im ersten Teil werden wir formale Modelle der Informatik uns

27:01.080 --> 27:01.600
anschauen.

27:03.460 --> 27:07.320
Das heißt, es ist mehr ein Grundlagenteil, ein Theorie-Teil.

27:07.320 --> 27:12.800
Da geht es dann um endliche Automaten und reguläre Sprachen oder

27:12.800 --> 27:15.120
Kellerautomaten und kontextfreie Sprachen.

27:15.380 --> 27:20.440
Also verschiedene komplexe Automaten und verschiedene komplexe

27:20.440 --> 27:22.320
Sprachsysteme.

27:23.020 --> 27:26.360
Und schließlich noch um Berechenbarkeit und Komplexität.

27:27.300 --> 27:30.980
In Teil 2 geht es dann mehr um die Architektur von Rechnersystemen.

27:31.600 --> 27:33.940
Es geht um Schaltnetze und Schaltwerke.

27:34.500 --> 27:39.780
Also da schauen wir uns tatsächlich die Hardware-Implementierung an,

27:40.320 --> 27:44.740
die Gatter-Ebene bis hinunter zur Transistorebene.

27:44.880 --> 27:46.540
Wie funktioniert eigentlich so ein Rechner?

27:49.280 --> 27:53.360
Wir schauen uns so Dinge an wie Codierung, Zahlendarstellung,

27:53.500 --> 27:54.500
Rechnerarithmetik.

27:54.920 --> 27:59.160
Wie Sie sicher wissen, können Computer nur mit zwei Zuständen rechnen.

27:59.300 --> 28:02.300
Entweder auf der Leitung ist Strom oder es ist kein Strom, also 0 oder

28:02.300 --> 28:02.800
1.

28:04.000 --> 28:07.260
Und wenn man nun alles übersetzen muss in Nullen und Einsen, muss man

28:07.260 --> 28:11.300
sich überlegen, wie stellt man eine bestimmte Zahl dar, wie rechnet

28:11.300 --> 28:13.840
man mit Nullen und Einsen all diese Dinge.

28:14.920 --> 28:17.680
Wir schauen uns die typische Rechner-Architektur an.

28:18.240 --> 28:21.380
Das heißt, was macht die CPU, was für verschiedene Speicher

28:21.380 --> 28:22.500
-Hierarchien gibt es.

28:23.240 --> 28:25.760
Wir schauen uns verschiedene Ebenen der Programmierung an.

28:27.760 --> 28:29.720
Wir schauen uns an, was ein Betriebssystem macht.

28:30.680 --> 28:34.880
Und wir schauen uns auch an, wie man Dateien effizient organisieren

28:34.880 --> 28:35.160
kann.

28:38.410 --> 28:43.390
Literatur gibt es eine ganze Menge und ich empfehle Ihnen sehr,

28:43.630 --> 28:46.710
einfach mal in bestimmte Bücher reinzuschauen.

28:49.490 --> 28:53.390
Als ich studiert habe, war es für mich immer sehr hilfreich, einfach

28:53.390 --> 28:56.230
nicht nur die Sicht des Dozenten zu sehen, sondern im Prinzip den

28:56.230 --> 28:58.610
gleichen Stoff nochmal anders erklärt zu bekommen.

28:59.790 --> 29:02.590
Da entwickelt man ein sehr viel tieferes Verständnis und deswegen

29:02.590 --> 29:05.950
würde ich Ihnen empfehlen, auch mal in die Literatur reinzuschauen.

29:07.910 --> 29:12.130
Für den ersten Teil, für den theoretischen Teil, kann ich Ihnen

29:12.130 --> 29:14.850
insbesondere zwei Bücher ans Herz legen.

29:15.910 --> 29:22.050
Das eine ist dieses hier von Hopcroft, Motwani und Ullmann.

29:22.150 --> 29:26.690
Das ist so im Prinzip das Standardwerk im Bereich theoretische

29:26.690 --> 29:28.790
Informatik, Sprachen- und Komplexitätstheorie.

29:30.430 --> 29:33.510
Und auch noch ein Buch, das mir sehr gut gefällt, ist von Ingo

29:33.510 --> 29:37.090
Wegener, der eine ganz andere Sichtweise hat.

29:37.610 --> 29:40.630
Der zäumt das Pferd im Prinzip von hinten auf.

29:42.270 --> 29:45.350
Also es ist vielleicht gut, wenn Sie... dieses Buch eignet sich

29:45.350 --> 29:48.470
vielleicht irgendwie zur Klausurvorbereitung, wenn Sie den Stoff schon

29:48.470 --> 29:52.710
komplett mal erfasst haben, weil wir anfangen hier in der Vorlesung

29:52.710 --> 29:55.450
mit ganz einfachen Automaten und dann immer komplexer werden.

29:55.450 --> 29:58.750
Und er fängt gleich mit den kompliziertesten Automaten an und zeigt

29:58.750 --> 30:01.170
dann auch, dass es einfacher geht an manchen Dingen.

30:01.630 --> 30:04.670
Also er geht einer ganz anderen Art und Weise vor, deswegen ist das

30:04.670 --> 30:07.870
vielleicht interessant als Komplementär oder als Ergänzung zur

30:07.870 --> 30:08.370
Vorlesung.

30:12.630 --> 30:17.990
Außerdem bieten wir Ihnen verschiedene elektronische Spielereien.

30:18.750 --> 30:21.990
Die Aufzeichnung, darauf habe ich ja schon hingewiesen, die Sie sich

30:21.990 --> 30:23.090
aus dem Netz ziehen können.

30:24.010 --> 30:30.530
Wir haben einige Lernmodule zum Selbststudium, also Java-Applets im

30:30.530 --> 30:33.950
Wesentlichen, wo bestimmte Sachverhalte erklärt werden.

30:35.410 --> 30:38.330
Wir sind beteiligt an so einem Verbundprojekt Wissenswerkstatt

30:38.330 --> 30:41.570
Rechensysteme und da sind die eben entstanden und die stellen wir

30:41.570 --> 30:42.610
Ihnen jetzt auch zur Verfügung.

30:42.610 --> 30:47.370
Dann können Sie das einfach selber nochmal ausprobieren, verschiedene

30:47.370 --> 30:48.530
Dinge mit rumspielen.

30:49.790 --> 30:55.790
Teilweise sind diese Module hier am Institut in einem Seminar

30:55.790 --> 30:59.990
entstanden, also von Ihren Kommilitonen und es ist schon ganz

30:59.990 --> 31:02.730
interessant, was dabei rausgekommen ist.

31:02.830 --> 31:08.130
Teilweise sehr ansprechende Applets, um bestimmte Sachverhalte zu

31:08.130 --> 31:08.470
erklären.

31:09.670 --> 31:13.330
Wenn solche Module für unsere Vorlesung speziell relevant werden, dann

31:13.330 --> 31:16.010
werde ich hier darauf hinweisen und Sie finden außerdem einen Link

31:16.010 --> 31:18.050
dann im Netz, wo Sie diese Module finden.

31:19.530 --> 31:24.390
Wir haben ein paar praktische Übungen im Bereich Schaltkreisentwurf.

31:24.910 --> 31:27.810
Das heißt, wir stellen Ihnen hier ein Werkzeug zur Verfügung, mit dem

31:27.810 --> 31:32.410
Sie Schaltkreise zusammen bauen können, zusammen klicken können am

31:32.410 --> 31:35.690
Computer, also da ein Und-Gatter und da ein Ohr-Gatter und die

31:35.690 --> 31:39.290
irgendwie miteinander verbinden und auch dann ausprobieren können, was

31:39.290 --> 31:43.210
das für ein Verhalten hat, wenn bestimmte Eingänge anliegen, was dann

31:43.210 --> 31:47.170
am Ausgang anliegt usw., wo Sie das also simulieren können.

31:48.800 --> 31:51.430
Das wird wahrscheinlich so Anfang Dezember interessant.

31:52.030 --> 31:54.290
Ich werde hier in der Vorlesung darauf hinweisen und Sie finden das

31:54.290 --> 31:54.910
auch im Netz.

31:56.750 --> 32:07.030
Und schließlich haben wir im Rahmen eines anderen Projekts Feedback

32:07.030 --> 32:09.390
-Werkzeuge für große Vorlesungen entwickelt.

32:09.390 --> 32:14.830
So große Vorlesungen sind sehr anonym, es sind sehr viele Studenten,

32:14.890 --> 32:21.310
es ist immer ein gewisser Geräuschpegel und die Idee dieser Feedback

32:21.310 --> 32:28.590
-Werkzeuge ist, dass wenn Sie ein Laptop haben mit WLAN-Zugang oder

32:28.590 --> 32:34.450
ein Palm-Pilot oder ähnliches mit einem Funkzugang, dass Sie sich so

32:34.450 --> 32:37.410
ein Werkzeug runterladen können und dann mir hier Feedback geben

32:37.410 --> 32:37.710
können.

32:37.710 --> 32:43.610
Ist noch nicht ausprobiert worden, aber die große Vorlesung ist sehr

32:43.610 --> 32:46.070
groß und ist daher geeignet, sowas mal auszuprobieren.

32:46.970 --> 32:50.890
Und Feedback wäre beispielsweise, es ist zu schnell oder es ist zu

32:50.890 --> 32:51.370
langsam.

32:51.550 --> 32:55.630
Können Sie dann anklicken und wenn genügend von Ihnen anklicken, dass

32:55.630 --> 33:01.310
es zu schnell ist, dann leuchtet bei mir hier so ein kleines Fenster

33:01.310 --> 33:04.110
auf, dass ich zu schnell bin oder zu langsam und dann kann ich das

33:04.110 --> 33:05.030
entsprechend anpassen.

33:09.190 --> 33:09.710
Okay,

33:13.910 --> 33:17.350
das stelle ich Ihnen in zwei, drei Wochen vor, wenn wir das mal

33:17.350 --> 33:18.550
ausprobieren und einführen.

33:19.570 --> 33:20.950
Ein Versuch ist es wert.

34:01.430 --> 34:06.770
Okay, wenn ich es mir so recht überlege, werde ich meinen Kollegen

34:06.770 --> 34:09.770
bitten, vielleicht da auch noch ein Button einzubauen, das ist zu laut

34:09.770 --> 34:13.150
und dann kann ich vielleicht hier oben draufklicken und dann erscheint

34:13.150 --> 34:15.450
für Sie auf dem Bildschirm, es ist zu laut.

34:17.930 --> 34:22.650
Oder vielleicht könnten Sie das ja selber machen, ein Button für Sie

34:22.650 --> 34:25.590
selber einführen, sodass wenn es einigen von Ihnen zu laut ist, dass

34:25.590 --> 34:29.310
Sie draufklicken können und dann für die anderen erscheint oder darum

34:29.310 --> 34:30.990
gebeten wird, dass es ein bisschen leiser ist.

34:32.010 --> 34:35.910
Okay, wir sind ein Informatikinstitut, deswegen versuchen wir eben

34:35.910 --> 34:41.090
solche innovativen Informatiklösungen auch tatsächlich umzusetzen und

34:41.090 --> 34:43.330
die Lehre vielleicht ein bisschen zu verbessern.

34:44.270 --> 34:48.150
Dann können wir jetzt mit dem ersten Teil der Vorlesung anfangen,

34:48.290 --> 34:50.330
formale Modelle der Informatik.

34:58.390 --> 35:05.450
Ziel dieses Theorieteils ist es, Ihnen abstrakte Modelle für

35:05.450 --> 35:09.130
informationsverarbeitende Systeme ganz allgemein, eben Computer im

35:09.130 --> 35:14.770
Speziellen vorzustellen und auch abstrakte Modelle für

35:14.770 --> 35:15.790
Programmiersprachen.

35:16.710 --> 35:21.010
Und das Ganze hat das Ziel, eben die prinzipiellen Möglichkeiten der

35:21.010 --> 35:24.970
Informationsverarbeitung mithilfe von Computern zu untersuchen.

35:25.670 --> 35:27.770
Also was für Aufgaben kann man überhaupt lösen?

35:27.910 --> 35:28.730
Ich glaube, genau.

35:29.130 --> 35:33.950
Typische Fragestellungen wären dann, mit was für Modellen lässt sich

35:33.950 --> 35:34.950
ein Rechner beschreiben?

35:37.010 --> 35:39.650
Oder welche Eigenschaften haben sinnvolle Programmiersprachen?

35:39.650 --> 35:42.210
Ist Java eine sinnvolle Programmiersprache?

35:42.370 --> 35:46.590
Was für Befehle braucht man in der Programmiersprache, um komplexe

35:46.590 --> 35:47.690
Probleme lösen zu können?

35:48.430 --> 35:52.930
Wie lässt sich ein Programm auf syntaktische Korrektheit überprüfen?

35:57.970 --> 36:02.710
Das wäre der Teil Automatentheorie und Grammatiken und formale

36:02.710 --> 36:03.230
Sprachen.

36:04.810 --> 36:09.070
Und dann geht es noch darum, was ist überhaupt ein Algorithmus?

36:10.710 --> 36:14.170
Welchen Aufwand verursacht eine bestimmte Berechnung?

36:15.730 --> 36:19.510
Haben Sie schon ein bisschen in Informatik 1 die Komplexität von

36:19.510 --> 36:20.500
Programmen kennengelernt?

36:21.950 --> 36:27.630
Was wir uns hier anschauen, ist nicht die Komplexität von Programmen,

36:28.530 --> 36:33.430
das haben Sie eben in Informatik 1 gemacht, sondern die Komplexität

36:33.430 --> 36:35.130
von Problemen.

36:35.430 --> 36:40.250
Wenn ich ein bestimmtes Problem habe, gibt es überhaupt ein Programm,

36:40.470 --> 36:41.910
das dieses Problem berechnen kann?

36:42.470 --> 36:44.290
Das die Lösung zu diesem Problem berechnen kann?

36:46.130 --> 36:50.310
Das schnellste Programm, was ich möglicherweise entwickeln könnte, wie

36:50.310 --> 36:53.730
viel Zeit wird es vermutlich brauchen, um dieses Problem zu lösen?

36:55.630 --> 37:00.030
Also nicht, dass man sich ein bestimmtes Programm anschaut und sagt,

37:00.130 --> 37:03.810
dieses Programm hat Laufzeit, lineare Laufzeit oder quadratische

37:03.810 --> 37:06.970
Laufzeit oder exponentielle Laufzeit, sondern dass man sich das

37:06.970 --> 37:11.470
Problem anschaut und versucht zu beweisen, egal wie clever der

37:11.470 --> 37:15.350
Programmierer ist, er kann kein Programm schreiben, das schneller als

37:15.350 --> 37:17.090
quadratische Laufzeit ist zum Beispiel.

37:18.530 --> 37:20.730
Und eben auch, wo liegen die Grenzen der Berechenbarkeit?

37:20.730 --> 37:24.210
Gibt es Probleme, die überhaupt nicht berechenbar sind?

37:26.290 --> 37:27.730
Das ist dann der Teil Komplexitätstheorie.

37:29.290 --> 37:33.650
Und um das eben alles beantworten zu können, brauchen wir zunächst mal

37:33.650 --> 37:36.470
die Grundlagen Automatentheorie, Grammatiken und so weiter.

37:39.190 --> 37:41.410
Okay, ein paar einfache Beispiele.

37:43.290 --> 37:46.510
Wir schauen uns Automaten an und wir schauen uns Sprachen an.

37:46.510 --> 37:50.530
Zunächst mal, Automate sind sehr allgemeiner Begriff.

37:50.710 --> 37:53.130
Sie alle haben täglich mit Automaten zu tun.

37:54.010 --> 37:58.350
Sei es die Waschmaschine oder sei es ein Geldautomat oder sei es eben

37:58.350 --> 37:59.210
ein Computer.

38:04.920 --> 38:07.280
Sie alle haben auch mit Sprachen zu tun.

38:07.920 --> 38:12.640
Natürliche Sprachen wie Deutsch, Englisch, Französisch oder formale

38:12.640 --> 38:18.040
Sprachen wie Programmiersprachen, C, C++, Java, was immer Sie kennen,

38:19.420 --> 38:24.460
Spezifikationssprachen, UML aus Informatik 1, Anfragesprachen, also

38:24.460 --> 38:27.660
wie stellt man eine Anfrage an die Datenbank.

38:27.800 --> 38:31.020
Da gibt es bestimmte Sprachen, die Ihnen sagen, die Anfrage muss die

38:31.020 --> 38:33.460
und die Syntax haben, damit sie verarbeitet werden kann.

38:34.200 --> 38:40.980
Markup-Sprachen, HTML, also um zu beschreiben, wie das Format im

38:40.980 --> 38:42.140
Internet aussehen soll.

38:46.600 --> 38:49.400
Und wir schauen uns im Prinzip zwei Sachen an.

38:49.500 --> 38:52.440
Das eine ist, wie spezifiziert man solche Sprachen?

38:55.000 --> 38:57.320
Wie spezifiziert man genau eine Syntax?

38:57.600 --> 38:58.840
Wann ist eine Sprache korrekt?

38:58.960 --> 39:00.920
Was darf alles vorkommen in dieser Sprache?

39:02.580 --> 39:06.100
Und das andere ist, wie überprüft man die Korrektheit?

39:06.520 --> 39:08.180
Und das macht man über Automaten.

39:08.180 --> 39:11.160
Also es gibt einmal ein formales System, eine Beschreibung der

39:11.160 --> 39:14.100
Sprache, die sagt, die Sprache ist so und so aufgebaut und das und

39:14.100 --> 39:15.440
das, so sieht die Syntax aus.

39:15.980 --> 39:20.240
Und dann gibt es Automaten, die überprüfen können zu einem bestimmten

39:20.240 --> 39:25.800
Wort oder einem Satz oder was auch immer, ob dieser Wort oder Satz

39:25.800 --> 39:28.400
Teil der Sprache ist und syntaktisch korrekt ist.

39:28.660 --> 39:29.700
Das machen die Automaten.

39:33.310 --> 39:37.930
Das hat zahlreiche Anwendungen, diese Automaten und formalen Sprachen.

39:38.990 --> 39:43.670
Im Software- und Systems Engineering, wenn Sie versuchen, Systeme zu

39:43.670 --> 39:46.570
beschreiben, wenn Sie versuchen zu beschreiben, was macht ein Automat?

39:46.970 --> 39:48.490
Was soll das Software-System machen?

39:48.570 --> 39:51.010
Bei welchen Eingaben muss was rauskommen und so weiter?

39:52.010 --> 39:58.790
Vielleicht auch als noch eine noch genauere und detailliertere,

39:59.030 --> 40:02.030
exaktere Spezifikation, als es in UML gemacht wird.

40:03.190 --> 40:05.870
Schaltwerk-Synthese, das heißt, wenn Sie versuchen wollen,

40:06.050 --> 40:09.790
systematisch digitale Schaltwerke zu erzeugen.

40:09.790 --> 40:14.010
Bei Programmiersprachen ganz naheliegend spielen Sprachen natürlich

40:14.010 --> 40:17.870
eine große Rolle, wenn Sie einen Compiler bauen, der eine Sprache auf

40:17.870 --> 40:21.110
Syntax überprüfen soll, der Ihnen also die Fehler anzeigt.

40:22.010 --> 40:26.270
Bei der Textverarbeitung beispielsweise, wenn Sie auf einer Webseite

40:26.270 --> 40:30.310
oder in einem Text nach einem bestimmten Wort suchen, dann sind die

40:30.310 --> 40:33.250
dahinterstehenden Algorithmen genau solche endlichen Automaten, die

40:33.250 --> 40:35.010
das übernehmen, das werden wir auch noch kennenlernen.

40:35.010 --> 40:40.630
Also es gibt sehr viele praktische Anwendungen auch für diese eher

40:40.630 --> 40:42.290
formalen Dinge, die wir uns hier anschauen.

40:44.150 --> 40:47.230
Okay, was braucht man überhaupt, um eine Sprache zu beschreiben?

40:48.410 --> 40:50.610
Das Grundlegende ist erst einmal die Syntax.

40:50.830 --> 40:56.110
Das sind einfach Regeln, die Ihnen sagen, in welcher Art und Weise Sie

40:56.110 --> 40:59.550
Wörter und Sätze zusammenfügen dürfen und aufbauen können.

41:00.390 --> 41:08.730
Es gibt außerdem die Semantik, die die Bedeutung eines Satzes

41:08.730 --> 41:16.550
bezeichnet und es gibt die Pragmatik, also subjektive Aspekte des

41:16.550 --> 41:21.410
Sprechers oder des Benutzers, wie die Umgebung oder die Zeit, wo je

41:21.410 --> 41:25.830
nachdem, in welcher Umgebung ich bin, derselbe Satz eine andere

41:25.830 --> 41:26.810
Bedeutung haben kann.

41:28.750 --> 41:32.150
Wir beschränken uns in der Vorlesung hier rein auf die Syntax.

41:32.710 --> 41:37.610
Die Semantik ist ebenfalls wichtig, weil die Programmiersprachen

41:37.610 --> 41:41.270
natürlich eine Bedeutung haben, neben einer Syntax.

41:41.810 --> 41:46.370
Das heißt, je nachdem, wie die Semantik der Programmiersprache ist,

41:46.470 --> 41:51.410
könnte dasselbe Programm von einem anderen Compiler übersetzt

41:51.410 --> 41:52.890
unterschiedliche Bedeutung haben.

41:54.930 --> 41:58.050
Aber wir betrachten trotzdem hier jetzt nur die Syntax.

41:58.790 --> 42:02.290
Und die Pragmatik ist für die Kerninformatik eher von geringer

42:02.290 --> 42:02.810
Bedeutung.

42:04.990 --> 42:05.510
Okay.

42:06.970 --> 42:10.250
Um das alles zu beschreiben, muss ich am Anfang erstmal ein paar

42:10.250 --> 42:13.210
grundsätzliche Begriffe und Notationen einführen.

42:14.490 --> 42:16.650
Fangen wir an mit dem Alphabet.

42:19.030 --> 42:24.450
Das Alphabet ist eine endliche, nicht leere Menge von Zeichen.

42:25.470 --> 42:29.050
Also das natürliche Alphabet, die Buchstaben von A bis Z wären eine

42:29.050 --> 42:29.510
Möglichkeit.

42:30.250 --> 42:33.630
Die Zahlen oder die Ziffern von 0 bis 9 sind eine Möglichkeit.

42:34.710 --> 42:37.190
Ein anderes Beispiel für ein Alphabet sind einfach nur die

42:37.190 --> 42:39.730
Binärdarstellung, also 0 oder 1.

42:40.870 --> 42:47.970
Dieses Alphabet können Sie verwenden, um daraus Worte zu erzeugen.

42:49.790 --> 42:59.950
Und ein Wort über einem Alphabet ist eine Folge von Zeichen aus diesem

42:59.950 --> 43:00.330
Alphabet.

43:00.770 --> 43:03.470
Sie schreiben einfach verschiedene Zeichen aus dem Alphabet

43:03.470 --> 43:05.830
hintereinander und dann haben Sie ein Wort.

43:06.650 --> 43:10.470
Beispiele wären hier... Informatik ist ein Wort.

43:11.310 --> 43:14.750
Ich habe einfach erst ein I, dann ein N, dann ein F und so weiter

43:14.750 --> 43:15.850
hintereinander angereiht.

43:16.590 --> 43:22.770
Oder 1, 2, 3 wäre ein Wort über dem Alphabet 0 bis 9.

43:24.270 --> 43:30.230
Und dieses 01001011 ist ein Wort nach unserer Definition über dem

43:30.230 --> 43:31.010
Alphabet 01.

43:32.770 --> 43:36.490
So ein Wort hat eine Länge, in der man einfach die Anzahl der Zeichen

43:36.490 --> 43:48.210
zählt und die Länge wird bezeichnet durch diese zwei senkrechten

43:48.210 --> 43:49.950
Striche, die wir um das Wort herum machen.

43:50.430 --> 43:54.470
Also die Länge von dem Wort Informatik ist 10, die Länge von dem Wort

43:54.470 --> 43:56.870
1, 2, 3 ist 3 und so weiter.

43:57.930 --> 44:02.490
Wir brauchen auch noch ein leeres Wort, kein Leerzeichen.

44:02.970 --> 44:08.610
Ein leeres Wort ist einfach ein Wort der Länge 0, hat also überhaupt

44:08.610 --> 44:09.690
kein Zeichen im Prinzip.

44:10.910 --> 44:16.530
Dann bezeichne A hoch N die Menge der Wörter der Länge N.

44:16.530 --> 44:22.090
Das heißt, wenn wir beispielsweise hier N gleich 3 haben und A das

44:22.090 --> 44:28.010
Alphabet, nur die Nullen und die Einsen, dann wäre A hoch 3 genau

44:28.010 --> 44:32.970
diese Menge von Worten 0000, 001, 010 und so weiter.

44:33.150 --> 44:36.630
Alle möglichen Worte der Länge 3 über diesem Alphabet.

44:38.790 --> 44:44.930
A hoch Stern ist die Menge aller Worte über dem Alphabet.

44:46.010 --> 44:57.940
Das heißt, hier die Vereinigungsmenge, na, das ist irgendwie egal, die

44:57.940 --> 45:01.660
Vereinigungsmenge über alle A hoch N, von N gleich 0 bis unendlich.

45:02.180 --> 45:06.300
Das heißt, es fängt an mit dem leeren Wort Lambda, dann kommen alle

45:06.300 --> 45:10.720
Worte der Länge 1, also die 0 und die 1, dann kommen alle Worte der

45:10.720 --> 45:14.320
Länge 2, 00, 01, 11, 10 und so weiter.

45:17.000 --> 45:22.080
Dann haben wir noch A hoch Plus, das ist die Menge aller nicht leeren

45:22.080 --> 45:33.420
Wörter, also im Prinzip, das ist gleich A hoch Stern ohne Lambda.

45:35.760 --> 45:41.640
Und dann haben wir noch das L, L bezeichnet immer eine Sprache über

45:41.640 --> 45:47.380
einem bestimmten Alphabet, das heißt, eine Sprache ist eine Teilmenge

45:47.380 --> 45:49.640
aller möglichen Worte über einem Alphabet.

45:54.850 --> 46:01.710
Hier ist ein Beispiel, die Sprache aller Worte über dem Alphabet 01,

46:02.030 --> 46:07.890
also Element 01 Stern, mit der Bedingung, die Anzahl der Einsen in dem

46:07.890 --> 46:08.790
Wort ist gerade.

46:10.010 --> 46:13.330
Das sind jetzt nicht mehr alle möglichen Worte über dem Alphabet 01,

46:13.750 --> 46:17.430
sondern eben nur noch eine Teilmenge und diese Teilmenge bezeichnen

46:17.430 --> 46:18.210
wir als Sprache.

46:29.070 --> 46:34.030
Okay, es gibt drei Möglichkeiten, so eine Sprache zu beschreiben.

46:35.070 --> 46:41.010
Die eine ist erzeugend, das heißt, ich gebe Regeln an, mit denen ich

46:41.010 --> 46:44.570
alle Worte dieser Sprache erzeugen kann.

46:45.670 --> 46:49.050
Und alles, was ich nicht durch diese Regeln erzeugen kann, gehört

46:49.050 --> 46:52.610
nicht zur Sprache und alles, was ich dazu erzeugen kann, gehört zur

46:52.610 --> 46:53.010
Sprache.

46:54.130 --> 46:57.370
Die zweite Möglichkeit ist analysierend.

47:02.190 --> 47:06.430
Also wenn mir jemand ein Wort gibt, dann gebe ich das einfach diesem

47:06.430 --> 47:11.890
analysierenden System und dieses System oder dieser Automat spuckt mir

47:11.890 --> 47:15.550
dann aus, dieses Wort gehört dazu oder es gehört nicht dazu.

47:15.550 --> 47:19.110
Und dann kann ich die Sprache beschreiben, indem ich einfach diesen

47:19.110 --> 47:22.610
Automaten beschreibe und dann muss ich einfach für jedes mögliche Wort

47:22.610 --> 47:24.890
gucken, es gehört dazu oder es gehört nicht dazu.

47:25.350 --> 47:29.030
Der Automat beschreibt dann meine Sprache.

47:30.550 --> 47:35.050
Oder ich kann die Sprache beschreiben operationell durch einen Term

47:35.050 --> 47:37.550
aus Basismengen und Operationen.

47:37.550 --> 47:43.310
Also wir werden Beispiele für alle diese drei Dinge kennenlernen.

47:44.050 --> 47:47.970
Erzeugend, das wären die Grammatiken, analysierend, das wären die

47:47.970 --> 47:53.630
Automaten und operationell, das sind reguläre Ausdrücke.

47:55.190 --> 47:59.530
Und wir schauen uns dann das Zusammenspiel an zwischen erzeugenden und

47:59.530 --> 48:00.630
analysierenden Systemen.

48:01.870 --> 48:08.070
Was für Automaten, wie müssen die Automaten aussehen, um die Sprache

48:08.070 --> 48:11.450
zu erkennen, die von bestimmten Grammatiken definiert wird und

48:11.450 --> 48:12.070
umgekehrt.

48:16.670 --> 48:17.290
Okay.

48:18.910 --> 48:27.250
Für die Sprachen gibt es eine grundlegende Hierarchie, die sogenannte

48:27.250 --> 48:31.270
Chomsky -Hierarchie von einem Herrn Chomsky entwickelt.

48:32.350 --> 48:35.490
Ich habe da noch so ein Bild von ihm reingemacht, er lehrt wohl immer

48:35.490 --> 48:36.230
noch am MIT.

48:38.230 --> 48:43.430
Die Chomsky-Hierarchie, die einfach definiert, wie solche Sprachen,

48:43.710 --> 48:49.670
also die Regelsysteme im Prinzip definiert und auch klassifiziert in

48:49.670 --> 48:50.570
der Hierarchie.

48:51.630 --> 48:54.690
Als einführendes Beispiel, was Ihnen vielleicht bekannt ist, eine

48:54.690 --> 48:56.010
Dibakus -Nauer-Form.

48:57.010 --> 49:00.790
Die wird verwendet, um die Syntax von Programmiersprachen zu

49:00.790 --> 49:01.310
beschreiben.

49:02.190 --> 49:07.010
Und hier in diesem Beispiel schauen wir uns an, wie Namen oder

49:07.010 --> 49:09.830
Bezeichner in höheren Programmiersprachen aussehen dürfen.

49:10.770 --> 49:15.230
Und ein typisches Beispiel wäre eben, ein Name darf sich

49:15.230 --> 49:21.190
zusammensetzen aus einem Buchstaben und danach dürfen noch beliebig

49:21.190 --> 49:23.770
viele Buchstaben oder Ziffern infolge kommen.

49:26.310 --> 49:30.610
So wäre diese Dibakus-Nauer-Form oder diese Regel hier zu beschreiben.

49:31.750 --> 49:34.210
Jetzt muss man natürlich noch wissen, was ist ein Buchstabe?

49:34.950 --> 49:38.250
Okay, ein Buchstabe ist entweder ein A oder ein B oder ein C und so

49:38.250 --> 49:38.510
weiter.

49:39.230 --> 49:42.470
Und eine Ziffer ist entweder eine 0 oder eine 1 oder eine 2 und so

49:42.470 --> 49:42.730
weiter.

49:45.170 --> 49:51.110
Dadurch hätte ich jetzt definiert, welche Namen oder Bezeichner in der

49:51.110 --> 49:53.690
Programmiersprache gültig sind und welche nicht gültig sind.

49:54.610 --> 50:00.050
Nicht gültig sind beispielsweise alle, die mit einer Ziffer anfangen.

50:00.950 --> 50:05.030
Denn hier in dieser Regel ist eindeutig definiert, dass der Name mit

50:05.030 --> 50:08.870
einem Buchstaben anfängt und erst danach Ziffern kommen dürfen.

50:10.490 --> 50:14.910
Nicht gültig wäre auch beispielsweise ein Name, der ein Sonderzeichen

50:14.910 --> 50:18.310
enthält, weil ein Name sich nur aus Buchstaben und Ziffern

50:18.310 --> 50:19.390
zusammensetzen darf.

50:20.430 --> 50:27.830
Das wäre also so ein Beispiel für eine Art Grammatik, für ein System,

50:27.970 --> 50:33.110
wie man Namen, Bezeichner erzeugen kann und damit eine Sprache

50:33.110 --> 50:33.670
beschreibt.

50:35.510 --> 50:38.510
Dabei gibt es jetzt zwei wesentliche Begriffe.

50:39.910 --> 50:42.090
Wir haben einmal hier Non-Terminal-Symbole.

50:42.930 --> 50:45.130
Dazu gehört Name, Buchstabe und Ziffer.

50:45.130 --> 50:50.010
Im Prinzip sind das Variablen, die wieder ersetzt werden.

50:53.070 --> 50:56.050
Und wir haben Terminal-Symbole.

50:56.610 --> 50:59.910
Das sind dann die atomaren, letztendlichen Bestandteile, die nicht

50:59.910 --> 51:01.170
weiter ersetzt werden können.

51:01.550 --> 51:05.670
Wie hier die Buchstaben ABC oder die Ziffern 019.

51:07.150 --> 51:11.330
Alle Non-Terminal-Symbole muss ich beschreiben, wie ich die weiter

51:11.330 --> 51:14.590
ersetzen kann und alle Terminal-Symbole sind dann erledigt.

51:15.870 --> 51:22.090
Ich habe mein Wort erzeugt, wenn ich nur noch Terminal-Symbole habe,

51:22.170 --> 51:23.390
kann ich nichts weiter ersetzen.

51:24.630 --> 51:28.590
Ich habe in der Bacchus-Mauer-Form noch ein paar zusätzliche Symbole.

51:29.350 --> 51:33.070
Da habe ich dieses Doppel-Punkt-Doppel-Punkt-Gleich, das die

51:33.070 --> 51:35.070
Möglichkeit der Überführung anzeigt.

51:35.370 --> 51:39.210
Dann habe ich hier ein Sonderzeichen, den senkrechten Strich, Auswahl

51:39.210 --> 51:40.530
unter mehreren Alternativen.

51:40.690 --> 51:43.690
Also ich kann hier ein Buchstaben oder eine Ziffer wählen.

51:44.590 --> 51:48.110
Und ich habe hier die geschweiften Klammern, die mir sagen, alles was

51:48.110 --> 51:50.590
in geschweiften Klammern ist, darf ich beliebig oft wiederholen.

51:52.830 --> 51:56.430
So, das wäre ein Ihnen vielleicht bekanntes Beispiel gewesen.

52:00.410 --> 52:04.630
Die Chomsky-Hierarchie oder der Herr Chomsky hat eben versucht, so

52:04.630 --> 52:08.630
eine Grammatik noch allgemeiner zu spezifizieren, wie überhaupt sowas

52:08.630 --> 52:09.410
aussehen kann.

52:10.570 --> 52:14.930
Und was hier eben auftaucht, ist wieder die Menge der Non

52:14.930 --> 52:17.950
-Terminalsymbole und

52:22.200 --> 52:23.920
die Menge der Terminalsymbole.

52:25.040 --> 52:28.300
Eben einmal die Variablen und die Konstanten.

52:29.660 --> 52:34.080
Die bezeichnen wir jetzt hier jeweils als n mit n und t für Non

52:34.080 --> 52:35.640
-Terminal - und Terminalsymbole.

52:35.640 --> 52:38.300
Und dann haben wir noch die Regeln.

52:40.340 --> 52:49.700
Eine Regel ist eine Teilmenge aus Abbildungen von n vereinigt mit t.

52:50.260 --> 52:53.760
Also wir haben auf der linken Seite stehen irgendwelche Non-Terminale

52:53.760 --> 52:54.640
und Terminalsymbole.

52:57.800 --> 52:59.200
Und rechts auch.

53:02.560 --> 53:05.700
Zum Beispiel, also phi nach psi.

53:06.700 --> 53:13.640
Und phi ist irgendetwas aus dieser Menge n vereinigt t plus.

53:14.260 --> 53:16.500
Und psi ist irgendwas aus n vereinigt t Stern.

53:17.780 --> 53:19.400
Und wir brauchen dann noch ein Startsymbol.

53:19.920 --> 53:21.360
Warum brauchen wir dieses Startsymbol?

53:21.980 --> 53:25.140
Weil wir, dieses Regelsystem ist erzeugend.

53:25.440 --> 53:28.740
Wir fangen mit irgendeinem Symbol an und können dann diese Regeln

53:28.740 --> 53:30.520
anwenden, um alles mögliche zu erzeugen.

53:31.240 --> 53:34.260
Und dieses irgendwas, mit dem wir anfangen, ist eben dieses definierte

53:34.260 --> 53:35.280
Startsymbol s.

53:37.060 --> 53:39.500
n, t und p sind jeweils endlich und nicht leer.

53:40.040 --> 53:40.220
Gut.

53:42.640 --> 53:42.980
Okay.

53:43.700 --> 53:46.700
Das war also die Idee, wie der Herr Komsky eine Grammatik beschrieben

53:46.700 --> 53:47.000
hat.

53:48.720 --> 53:52.260
Jetzt schauen wir uns an, ob diese Bacchus-Nauer-Form, die wir schon

53:52.260 --> 53:54.040
kennengelernt haben, da reinpasst.

53:55.140 --> 53:55.480
Okay.

53:55.480 --> 53:58.640
Wir haben schon gesehen, dass wir in der Bacchus-Nauer-Form auch Non

53:58.640 --> 54:00.780
-Terminalsymbole und Terminalsymbole haben.

54:01.200 --> 54:02.960
Das heißt, die können wir einfach so auslisten.

54:04.480 --> 54:06.480
Unser Startsymbol ist Name.

54:09.040 --> 54:14.760
Und wir können jetzt verschiedene Regeln spezifizieren, die im Prinzip

54:14.760 --> 54:18.440
genau das gleiche tun, wie was in der Bacchus-Nauer-Form spezifiziert

54:18.440 --> 54:18.680
war.

54:19.740 --> 54:23.460
Wir können den Namen ersetzen durch einen Buchstaben.

54:24.200 --> 54:28.040
Oder wir können den Namen ersetzen durch einen Namen und anschließend

54:28.040 --> 54:28.740
einen Buchstaben.

54:29.660 --> 54:32.980
Oder den Namen ersetzen durch Name und Ziffer.

54:35.420 --> 54:40.080
Und wir können anschließend das Buchstabenvariable ersetzen durch eine

54:40.080 --> 54:41.460
konkrete Buchstabenkonstante.

54:42.740 --> 54:45.240
Oder eine Ziffer durch eben eine konkrete Ziffer.

54:47.820 --> 54:50.040
Ich glaube, wir machen nachher noch ein Beispiel dazu.

54:53.000 --> 54:58.460
Okay, jetzt nehmen wir mal an, wir hätten so eine Regelmenge P

54:58.460 --> 54:58.980
gegeben.

55:01.480 --> 55:10.020
Und zwei Worte, bestehend aus Non-Terminal- und Terminalsymbolen.

55:10.280 --> 55:15.660
Dann heißt V durch P unmittelbar überführbar in W.

55:16.820 --> 55:20.200
Und das schreibt man eben so.

55:22.980 --> 55:24.140
Genau dann,

55:28.750 --> 55:42.830
wenn sich dieses V schreiben lässt, in drei Teile, U, Phi, Z.

55:43.390 --> 55:46.490
Und das W lässt sich schreiben als U, Psi, Z.

55:48.110 --> 55:53.650
Also das U und das Phi und das Z sind jetzt nur Platzhalter für Teile

55:53.650 --> 55:54.290
des Wortes.

55:55.530 --> 55:58.050
Gucken wir uns am besten ein Beispiel an.

55:59.570 --> 56:01.490
Sagen wir, das V...

56:04.140 --> 56:07.020
Okay, das Schreiben braucht noch etwas Übung.

56:08.940 --> 56:18.940
Das V wäre ein Wort, das würde bestehen aus A, B, S, B, A.

56:20.900 --> 56:36.800
Und das W wäre ein anderes Wort, beispielsweise A, B, B, B, A.

56:39.340 --> 56:43.500
Bestehend aus Terminalsymbolen und Non-Terminalsymbolen.

56:43.760 --> 56:46.900
Dann könnte ich jetzt dieses Wort in Teile unterteilen.

56:47.920 --> 56:55.390
Also ich könnte beispielsweise sagen, das hier ist U und das hier ist

56:55.390 --> 56:56.170
Z.

57:02.980 --> 57:04.780
Und dann wäre dieses Mittelteil eben Phi.

57:07.220 --> 57:09.440
Und genau das gleiche kann ich hier auch machen.

57:10.430 --> 57:12.340
U, Z.

57:13.620 --> 57:14.940
Und das wäre das Psi.

57:18.410 --> 57:23.890
Und wenn jetzt S eine Regel von Phi nach Psi gibt, in unserem Fall

57:23.890 --> 57:30.090
also eine Regel S nach B.

57:31.510 --> 57:35.410
Dann könnten wir das Wort V in W überführen.

57:36.330 --> 57:40.370
Indem wir nämlich einfach in diesem Wort das S durch ein B ersetzen.

57:41.190 --> 57:43.390
Und dann kommen wir von V nach W.

57:47.570 --> 57:48.190
Okay.

57:48.830 --> 57:50.850
Jetzt schauen wir uns die Definition nochmal genau an.

57:51.410 --> 57:56.610
V heißt unmittelbar überführbar in W, genau dann, wenn es eine

57:56.610 --> 58:02.850
Verlegung gibt im Prinzip, so dass U und Z Element n vereinigt t Stern

58:02.850 --> 58:03.190
ist.

58:03.190 --> 58:09.590
Also einfach, das sind Teilworte über dem Alphabet Non-Terminal

58:09.590 --> 58:11.350
-Symbole und Terminal-Symbole.

58:12.730 --> 58:19.310
Und es gibt eine Regel Phi nach Psi, so dass wenn ich die zusammenfüge

58:19.310 --> 58:23.590
und ich habe das V kann ich darstellen als U, dann Phi, dann Z.

58:24.750 --> 58:27.930
Und das W kann ich darstellen als U, Psi, Z.

58:31.150 --> 58:35.810
Dann kann ich das genau machen, dann kann ich das U und das Z bleiben

58:35.810 --> 58:36.040
unverändert.

58:37.250 --> 58:40.970
Und das Phi ersetze ich durch das Psi entsprechend der Regel, dann

58:40.970 --> 58:43.150
habe ich das Wort V in das Wort W überführt.

58:46.070 --> 58:50.550
Diese Regel Phi nach Psi ist dann anwendbar auf V.

58:52.650 --> 58:55.950
Also die ist immer dann anwendbar im Prinzip, naja gut, da kommen wir

58:55.950 --> 58:56.530
gleich noch drauf.

58:57.910 --> 59:01.630
Okay, das war also die unmittelbare Überführbarkeit.

59:02.210 --> 59:04.910
Jetzt wollen wir aber auch noch, interessieren uns natürlich auch

59:04.910 --> 59:07.550
Überführungen über mehrere Schritte hinweg.

59:10.730 --> 59:16.050
Und dieses Zeichen, dieser Doppelpfeil mit dem Stern dran, bezeichnet

59:16.050 --> 59:21.270
reflexiv -transitive Hülle von dieser direkten Überführbarkeit.

59:22.810 --> 59:30.810
Reflexiv-transitive Hülle, das heißt die kleinste Relation, die

59:30.810 --> 59:34.370
reflexiv und transitiv ist und die trotzdem die ursprüngliche Relation

59:34.370 --> 59:35.310
enthält.

59:35.870 --> 59:37.570
Ich mache dazu mal noch ein Beispiel.

59:39.310 --> 59:49.430
Wenn wir wissen, dass folgende Überführungen möglich sind.

59:52.880 --> 59:54.620
Und von mir aus auch noch.

59:56.360 --> 01:00:08.620
Also wir hätten hier diese Relation Überführbarkeit und wir können A

01:00:08.620 --> 01:00:13.060
nach B überführen, B nach C, C nach D und von mir aus noch B nach D.

01:00:15.840 --> 01:00:20.600
Dann wäre die reflexiv-transitive Hülle, würde alle zusätzlichen

01:00:20.600 --> 01:00:23.960
Überführungen enthalten, die reflexiv und transitiv sind.

01:00:24.460 --> 01:00:30.620
Das heißt, wir hätten zusätzlich die reflexiven, also aus C kann ich

01:00:30.620 --> 01:00:35.460
natürlich nach C überführen und wir hätten die transitiven.

01:00:36.020 --> 01:00:40.960
Transitiv heißt, wenn A nach B und B nach C, dann muss auch A nach C

01:00:40.960 --> 01:00:41.420
gelten.

01:00:43.060 --> 01:00:46.680
Das heißt, wir haben hier ein paar zusätzliche Pfeile einfach und das

01:00:46.680 --> 01:00:47.660
war es glaube ich schon.

01:00:49.240 --> 01:00:53.160
Das wäre die reflexiv-transitive Hülle, das heißt einfach nur alle

01:00:53.160 --> 01:00:57.860
Überführungen, die über mehrere Schritte möglich sind, sind da jetzt

01:00:57.860 --> 01:00:59.020
mit zusammengefasst.

01:01:03.200 --> 01:01:10.240
Wenn V über diese reflexiv-transitive Hülle nach W überführbar ist,

01:01:10.240 --> 01:01:15.060
dann heißt einfach V überführbar in W, beziehungsweise umgekehrt W ist

01:01:15.060 --> 01:01:16.540
ableitbar aus V.

01:01:20.970 --> 01:01:26.730
Dieses P, das für das Regelsystem steht, das werden wir in Zukunft

01:01:26.730 --> 01:01:29.770
meistens weglassen, weil das aus dem Kontext ersichtlich ist.

01:01:30.310 --> 01:01:32.850
Das heißt, wir schreiben nur noch diesen Doppelpfeil für die direkte

01:01:32.850 --> 01:01:38.590
Überführbarkeit und den Doppelpfeil mit Stern für die Überführbarkeit,

01:01:38.770 --> 01:01:41.130
die eben auch über mehrere Schritte.

01:01:45.090 --> 01:01:45.710
Okay.

01:01:48.490 --> 01:01:52.410
Was ist denn die Sprache einer Chomsky-Hierarchie oder einer Chomsky

01:01:52.410 --> 01:01:52.990
-Grammatik?

01:01:53.790 --> 01:01:57.670
Für eine Chomsky-Grammatik, die definiert ist, wie wir es gerade eben

01:01:57.670 --> 01:02:00.350
gesehen haben, durch eine Menge von Non-Terminalsymbolen, von

01:02:00.350 --> 01:02:06.830
Terminalsymbolen, durch das Regelsystem P und das Startsymbol S, ist

01:02:06.830 --> 01:02:14.170
die Sprache dieser Grammatik alle Worte aus der Menge der

01:02:14.170 --> 01:02:19.190
Terminalsymbole, also die nicht mehr weiter verändert werden können,

01:02:20.110 --> 01:02:22.930
für die Terminalsymbole, die hören ja auf, die kann ich nicht mehr

01:02:22.930 --> 01:02:29.490
weiter ersetzen, so dass gilt, ich kann das S nach W überführen.

01:02:30.150 --> 01:02:33.590
Oder ich kann dieses Wort aus dem Startsymbol unter Anwendung dieser

01:02:33.590 --> 01:02:34.670
Regeln ableiten.

01:02:36.070 --> 01:02:40.850
Das ist dann die erzeugte Sprache, schreiben wir so als L von G.

01:02:44.750 --> 01:02:45.150
Okay.

01:02:47.090 --> 01:02:50.750
Manchmal kann eben so eine Ableitung über mehrere Schritte erfolgen,

01:02:51.210 --> 01:02:53.490
diese Schritte nennen wir dann Ableitungsfolge.

01:02:55.270 --> 01:02:59.890
Und hier haben wir nochmal ein Beispiel, diese Bacchus-Nauer-Form, die

01:02:59.890 --> 01:03:03.170
wir jetzt geschrieben haben in Art einer Chomsky-Grammatik.

01:03:05.490 --> 01:03:11.710
Eine mögliche Ableitung wäre, wir fangen mit unserem Startsymbol an,

01:03:12.970 --> 01:03:19.890
haben also hier unseren Namen, ersetzen diesen Namen durch Name und

01:03:19.890 --> 01:03:20.250
Ziffer.

01:03:24.370 --> 01:03:31.010
Okay, dann ersetzen wir hier wieder den Namen durch Name und Ziffer.

01:03:34.590 --> 01:03:37.350
Vielleicht nummerieren wir die Regeln mal durch.

01:03:38.650 --> 01:03:44.170
Haben wir hier 1, 2, 3, 4...

01:03:45.010 --> 01:03:46.630
Okay, die ersten sind wichtig.

01:03:47.130 --> 01:03:52.170
Also hier haben wir Regel 3 angewandt.

01:03:52.910 --> 01:03:56.030
Hier haben wir nochmal Regel 3 angewandt, um daher zu kommen.

01:03:58.270 --> 01:04:01.810
Jetzt haben wir hier den Namen ersetzt durch Buchstabe.

01:04:04.450 --> 01:04:08.870
Namen ersetzt durch Buchstabe, das heißt, das wäre Regel 1.

01:04:10.210 --> 01:04:13.770
Hier haben wir die Ziffer ersetzt durch eine 2.

01:04:15.530 --> 01:04:18.170
Hier haben wir diese Ziffer ersetzt durch eine 1.

01:04:18.290 --> 01:04:21.030
Und hier haben wir diesen Buchstaben ersetzt durch ein A.

01:04:21.230 --> 01:04:22.950
Das heißt, dieses hier wäre Regel 4.

01:04:23.870 --> 01:04:27.650
Ich habe nicht alle durchnummeriert, aber da ist eigentlich trivial.

01:04:28.770 --> 01:04:32.170
Okay, das heißt, durch sukzessive Anwendung dieser verschiedenen

01:04:32.170 --> 01:04:40.030
Regeln, haben wir aus dem Startsymbol Name die Zeichenfolge A1, 2

01:04:40.030 --> 01:04:40.890
generiert.

01:04:41.950 --> 01:04:46.250
Und weil wir diese Zeichenfolge generieren konnten, können wir sagen,

01:04:46.650 --> 01:04:51.030
A1, 2 gehört zur Sprache dieser Grammatik, beziehungsweise das ist ein

01:04:51.030 --> 01:04:56.230
korrekter Bezeichner, entsprechend der Bakusnauer Form.

01:04:58.090 --> 01:05:01.110
Fängt mit einem Buchstaben an, enthält keine Sonderzeichen und so

01:05:01.110 --> 01:05:01.390
weiter.

01:05:10.850 --> 01:05:18.730
Okay, einfach um uns die Kommunikation zu vereinfachen, machen wir

01:05:18.730 --> 01:05:19.470
bestimmte Vereinbarungen.

01:05:20.230 --> 01:05:23.990
Die Non-Terminalsymbole, die also weiter ersetzt werden, die Variablen

01:05:23.990 --> 01:05:28.170
im Prinzip, bezeichnen wir meistens mit großen lateinischen

01:05:28.170 --> 01:05:32.910
Buchstaben, also etwa Groß A, Groß B, Groß S für das Startsymbol und

01:05:32.910 --> 01:05:33.310
so weiter.

01:05:34.610 --> 01:05:40.130
Und die Terminalsymbole meist mit kleinen lateinischen Buchstaben oder

01:05:40.130 --> 01:05:43.950
mit nur eins, je nachdem, was für ein Alphabet wir eben betrachten.

01:05:45.590 --> 01:05:47.530
Das wäre dann klein a, b, c und so weiter.

01:05:49.550 --> 01:05:56.710
Wörter, typische Bezeichnungen für Wörter werden u, v, w oder auch

01:05:56.710 --> 01:06:00.590
griechische Buchstaben wie phi, psi, pi und so weiter.

01:06:07.510 --> 01:06:10.410
Okay, dann wollen wir uns noch ein bisschen vereinfachen.

01:06:12.230 --> 01:06:15.550
Wir haben vorhin schon gesehen, dass entstehen dann sehr, sehr viele

01:06:15.550 --> 01:06:16.330
solche Regeln.

01:06:17.090 --> 01:06:20.590
Ich kann phi ersetzen durch psi 1, ich kann phi ersetzen durch psi 2

01:06:20.590 --> 01:06:21.210
und so weiter.

01:06:21.990 --> 01:06:24.610
Da wollen wir uns ein bisschen Schreibarbeit sparen und wir schreiben

01:06:24.610 --> 01:06:29.690
sowas jetzt einfach als phi kann ersetzt werden durch entweder psi 1

01:06:29.690 --> 01:06:34.210
oder psi 2 oder psi 3 und so weiter.

01:06:42.910 --> 01:06:46.890
Okay, das war also die Definition, die grundlegende Definition von so

01:06:46.890 --> 01:06:48.190
einer Chomsky Grammatik.

01:06:48.950 --> 01:06:51.890
Die ist sehr allgemein, also wir haben gesehen, die Bakus-Nauer-Form

01:06:51.890 --> 01:06:53.210
passt da zum Beispiel rein.

01:06:54.030 --> 01:06:56.310
Ich kann damit sehr, sehr viele beschreiben.

01:06:56.430 --> 01:06:59.110
Ich habe ja nur solche Regeln, ersetze das eine durch was anderes.

01:07:00.270 --> 01:07:04.610
Die Problematik ist, dass man im Allgemeinen nicht algorithmisch

01:07:04.610 --> 01:07:10.050
entscheiden kann, ob jetzt so ein Wort zu der Sprache gehört, ob ich

01:07:10.050 --> 01:07:14.330
also einen Ableitungsbaum finden kann, der mir aus meinem Startsymbol

01:07:14.330 --> 01:07:16.410
das entsprechende Wort erzeugt oder nicht.

01:07:19.810 --> 01:07:25.890
Und das ist sehr unschön, weil das heißt auch, dass wir die nicht auf

01:07:25.890 --> 01:07:28.410
korrektes Syntax überprüfen können automatisch.

01:07:28.410 --> 01:07:33.030
Wenn es keinen Algorithmus gibt, der sowas entscheidet, dann kann ich

01:07:33.030 --> 01:07:37.150
auch nie wissen, ob jetzt mein Wort zur Sprache gehört oder nicht.

01:07:40.170 --> 01:07:44.030
Das hat dazu geführt, dass man eben verschiedene Grammatiktypen

01:07:44.030 --> 01:07:46.750
eingeführt hat, die unterschiedlich mächtig sind.

01:07:47.010 --> 01:07:48.910
Und das ist eben diese Chomsky-Hierarchie.

01:07:54.150 --> 01:07:57.210
Und das sind hier diese vier verschiedenen Typen.

01:07:57.850 --> 01:08:02.950
Wir haben einmal nach wie vor die Typ-0-Grammatik, die ganz allgemeine

01:08:02.950 --> 01:08:07.750
Chomsky -Grammatik, die genauso definiert ist, wie wir es vorhin schon

01:08:07.750 --> 01:08:11.750
gesehen haben, wo ich beliebige Regeln im Prinzip habe, darf die das

01:08:11.750 --> 01:08:13.090
eine durch das andere ersetzen.

01:08:14.870 --> 01:08:17.710
Und wir haben jetzt immer stärkere Einschränkungen.

01:08:18.810 --> 01:08:21.990
Die erste Einschränkung, die wir machen, ist die Typ-1-Grammatik.

01:08:21.990 --> 01:08:27.210
Die heißt auch kontextsensitive Grammatik oder monotone Grammatik.

01:08:27.890 --> 01:08:34.370
Und die sagt, okay, Produktionen, also Regeln, dürfen jetzt nur noch

01:08:34.370 --> 01:08:37.450
in folgender Form sein.

01:08:39.770 --> 01:08:42.850
Ich habe hier auf der linken Seite ein Wort stehen.

01:08:43.550 --> 01:08:50.690
Da steht irgendein Teilwort V1, dann ein Non-Terminal-Symbol A und ein

01:08:50.690 --> 01:08:51.570
Teilwort V2.

01:08:53.150 --> 01:08:55.670
Und ich darf jetzt diese Regel anwenden.

01:08:55.890 --> 01:08:58.810
Ich darf das A ersetzen durch ein Psi.

01:09:04.200 --> 01:09:07.320
Das A ist, wie gesagt, ein einzelnes Non-Terminal-Symbol.

01:09:07.480 --> 01:09:10.620
Das heißt, ich kann nur ein einzelnes Symbol ersetzen, nicht mehr

01:09:10.620 --> 01:09:11.180
beliebige.

01:09:13.200 --> 01:09:17.600
Und ich darf das eben nur tun, wenn dieses Symbol in einem gewissen

01:09:17.600 --> 01:09:18.480
Kontext steht.

01:09:18.480 --> 01:09:23.200
Wenn links und rechts bestimmte Dinge stehen, die ich spezifiziert

01:09:23.200 --> 01:09:25.300
habe durch dieses V1 und das V2.

01:09:25.940 --> 01:09:29.560
Deswegen heißt diese Grammatik eben kontextsensitiv, weil die

01:09:29.560 --> 01:09:33.580
Ersetzungen nur erlaubt, wenn links und rechts ein bestimmter Kontext

01:09:33.580 --> 01:09:34.040
da ist.

01:09:36.040 --> 01:09:43.720
Diese V1, V2 und das Psi sind aus N vereinigt T, also Non-Terminal-

01:09:43.720 --> 01:09:45.440
oder Terminal-Symbole, das ist egal.

01:09:45.440 --> 01:09:47.540
Und es dürfen auch mehrere sein.

01:09:48.440 --> 01:09:53.520
Eine Einschränkung gilt, das Psi darf nicht gleich Lambda sein.

01:09:55.180 --> 01:10:02.440
Der Grund ist, auch warum das monotone Grammatik genannt wird, man

01:10:02.440 --> 01:10:05.080
möchte vermeiden, dass die Wörter kürzer werden.

01:10:06.220 --> 01:10:09.540
Also man erlaubt nur Ersetzungen, wenn das Wort dadurch immer länger

01:10:09.540 --> 01:10:11.020
und länger und länger und länger wird.

01:10:12.660 --> 01:10:15.040
Mit einer einzigen Ausnahme.

01:10:15.940 --> 01:10:24.800
Und die eine Ausnahme ist, zusätzlich darf die Regel vom Startsymbol

01:10:24.800 --> 01:10:28.460
direkt zum leeren Wort enthalten sein.

01:10:29.640 --> 01:10:33.480
Aber ansonsten darf ich das Wort immer nur noch länger machen.

01:10:35.680 --> 01:10:36.160
Okay.

01:10:37.860 --> 01:10:41.400
Wir werden sehen, warum diese Einschränkungen Sinn machen und wie sich

01:10:41.400 --> 01:10:45.000
diese Einschränkungen, also was sie für einen Einfluss haben auf die

01:10:45.000 --> 01:10:46.120
Mächtigkeit der Sprache.

01:10:46.200 --> 01:10:49.160
Was ich damit beschreiben kann, was ich damit nicht mehr beschreiben

01:10:49.160 --> 01:10:52.060
kann, was ich algorithmisch erkennen kann und was nicht.

01:10:53.000 --> 01:10:55.880
Aber ich stelle jetzt diese verschiedenen eben erstmal vor.

01:10:57.020 --> 01:11:00.700
Die nächste Einschränkung, die wir uns anschauen, wären die Typ 2

01:11:00.700 --> 01:11:01.360
Grammatiken.

01:11:03.020 --> 01:11:05.130
Oder auch kontextfreie Grammatiken.

01:11:06.920 --> 01:11:13.560
Und hier haben alle Regeln die Form A nach C.

01:11:16.220 --> 01:11:21.000
Im Prinzip ganz ähnlich wie hier bei der kontextsensitiven Grammatik,

01:11:21.140 --> 01:11:24.000
aber ich darf die Ersetzung immer vornehmen.

01:11:24.820 --> 01:11:26.180
Unabhängig vom Kontext.

01:11:26.640 --> 01:11:28.280
Deswegen kontextfrei.

01:11:31.020 --> 01:11:34.840
Und das Psi hat keine Einschränkung mehr.

01:11:35.240 --> 01:11:36.620
Es darf auch ein Lambda sein.

01:11:38.320 --> 01:11:41.940
Das heißt, ich kann das Wort auch verkürzen.

01:11:43.040 --> 01:11:44.540
Dann ist es allerdings auch zu Ende.

01:11:48.560 --> 01:11:49.120
Gut.

01:11:51.200 --> 01:11:53.740
Und schließlich haben wir noch die Typ 3 Grammatiken, die sind am

01:11:53.740 --> 01:11:54.520
weitesten eingeschränkt.

01:11:59.040 --> 01:12:04.100
Da habe ich im Prinzip nur drei mögliche Regeln.

01:12:04.920 --> 01:12:08.120
Die eine Regel ist, entweder ich ersetze mein Non-Terminal-Symbol

01:12:08.120 --> 01:12:09.220
durch das leere Wort.

01:12:10.420 --> 01:12:15.140
Oder ich ersetze mein Non-Terminal-Symbol durch genau ein Terminal

01:12:15.140 --> 01:12:15.580
-Symbol.

01:12:16.580 --> 01:12:22.980
Oder ich ersetze mein Non-Terminal-Symbol durch genau ein Terminal

01:12:22.980 --> 01:12:25.480
-Symbol und ein Non-Terminal-Symbol.

01:12:25.480 --> 01:12:28.700
Und das Non-Terminal-Symbol steht rechts.

01:12:29.360 --> 01:12:31.560
Deswegen rechtslineare Grammatik.

01:12:32.280 --> 01:12:35.080
Also alles, was ich mit dieser Grammatik im Prinzip machen kann, ist,

01:12:35.160 --> 01:12:36.160
dass ich mein Wort habe.

01:12:38.280 --> 01:12:42.220
Und zwangsläufig steht das Non-Terminal-Symbol immer ganz rechts.

01:12:42.660 --> 01:12:46.500
Ich kann also nur entweder hinten immer was anfügen oder abbrechen,

01:12:46.600 --> 01:12:49.220
indem ich das durch ein Lambda oder durch eine Konstante ersetze.

01:12:52.240 --> 01:12:57.300
Gut, das ist also die Sikomsky-Hierarchie, die uns die nächsten sechs

01:12:57.300 --> 01:12:59.780
bis acht Wochen wahrscheinlich begleitet.

01:13:00.800 --> 01:13:04.700
Wir werden für jede dieser Grammatiken Beispiele kennenlernen und

01:13:04.700 --> 01:13:10.000
werden uns anschauen, welche Automaten können denn diese Grammatiken

01:13:10.000 --> 01:13:12.720
erkennen oder die Sprachen erkennen und so weiter.

01:13:17.320 --> 01:13:22.680
Entsprechend zu den Grammatiken können wir auch die Sprachen dann

01:13:22.680 --> 01:13:25.220
klassifizieren und in verschiedene Gruppen einteilen.

01:13:27.580 --> 01:13:33.500
Eine Sprache heißt Sprache, Sikomsky-Sprache von einem bestimmten Typ,

01:13:33.560 --> 01:13:42.640
also von Typ I, wenn es eine Grammatik gibt von diesem Typ, die diese

01:13:42.640 --> 01:13:43.420
Sprache erzeugt.

01:13:45.960 --> 01:13:50.460
Dazu ist anzumerken, wenn wir vielleicht gerade nochmal zurückgehen,

01:13:53.620 --> 01:14:05.400
es ist klar, jede Grammatik von Typ I ist natürlich auch Typ 0, weil

01:14:05.400 --> 01:14:06.660
ich habe hier nur eine Einschränkung.

01:14:06.660 --> 01:14:11.580
Wenn ich die Einschränkung von Typ I weglasse, dann lande ich bei Typ

01:14:11.580 --> 01:14:11.880
0.

01:14:13.940 --> 01:14:21.420
Jede Grammatik von Typ III ist natürlich auch von Typ II, denn all

01:14:21.420 --> 01:14:27.400
diese Regeln, A nach Lambda, A nach klein a oder A nach ab, sind auch

01:14:27.400 --> 01:14:28.800
von der Form A nach psi.

01:14:29.940 --> 01:14:32.740
Das heißt, jede Grammatik von Typ III ist auch Typ II.

01:14:33.620 --> 01:14:37.580
Von Typ II nach Typ I ist es nicht ganz so einfach.

01:14:38.440 --> 01:14:42.020
Die Schwierigkeit hier ist vor allen Dingen das leere Wort, weil ich

01:14:42.020 --> 01:14:49.180
eben hier spezifiziert habe, dass psi ist ungleich Lambda und hier

01:14:49.180 --> 01:14:53.320
aber spezifiziert habe, dass psi darf ein beliebiger Ausdruck sein,

01:14:53.420 --> 01:14:54.240
inklusive Lambda.

01:14:55.980 --> 01:14:59.800
Das ist so ein bisschen die Schwierigkeit von Typ II nach Typ I, aber

01:14:59.800 --> 01:15:04.940
im Wesentlichen gilt ansonsten, Typ III ist Typ II, Typ II ist bis auf

01:15:04.940 --> 01:15:08.380
Lambda Typ I, Typ I ist, wenn es Typ I ist, ist es auch Typ 0.

01:15:11.220 --> 01:15:13.360
Für die Sprachen gilt das in jedem Fall.

01:15:15.320 --> 01:15:19.500
Also da gilt immer, wenn die Sprache von Typ I ist, dann ist sie auch

01:15:19.500 --> 01:15:21.060
von Typ I-1.

01:15:21.060 --> 01:15:25.840
Also auch wenn die Sprache von Typ II ist, dann ist sie auch von Typ

01:15:25.840 --> 01:15:26.180
I.

01:15:26.600 --> 01:15:27.920
Das gilt für die Sprachen immer.

01:15:30.500 --> 01:15:34.540
Das heißt, die Grammatiken, je kleiner der Typ, desto mächtiger.

01:15:34.680 --> 01:15:36.060
Das ist wirklich eine Rangfolge.

01:15:40.610 --> 01:15:44.890
Okay, jetzt schauen wir uns verschiedene Eigenschaften von diesen

01:15:44.890 --> 01:15:45.850
Grammatiken an.

01:15:46.690 --> 01:15:49.050
Die erste ist die Äquivalenz von Grammatiken.

01:15:49.910 --> 01:15:52.470
Zwei Grammatiken, G1 und G2, heißen Äquivalent.

01:15:53.390 --> 01:15:58.170
Genau dann, wenn die Sprache, die durch diese Grammatiken beschrieben

01:15:58.170 --> 01:15:59.170
wird, die gleiche ist.

01:16:00.010 --> 01:16:02.450
Das ist eigentlich eine intuitive Definition.

01:16:05.510 --> 01:16:11.270
Wir werden sehen, dass es für manche Grammatiktypen Algorithmen gibt,

01:16:11.410 --> 01:16:14.270
die das effizient beweisen können, dass eine Grammatik gleich

01:16:14.270 --> 01:16:16.310
Äquivalent zu einer anderen ist.

01:16:16.930 --> 01:16:19.210
Für andere Grammatiktypen ist das sehr viel schwieriger.

01:16:20.990 --> 01:16:25.170
Okay, wir schauen uns im Folgenden eben diese unterlichen

01:16:25.170 --> 01:16:29.630
Grammatiktypen an und eben auch die dazugehörigen Klassen von

01:16:29.630 --> 01:16:36.590
Automaten, die solche Sprachen erkennen, die überprüfen können, ob ein

01:16:36.590 --> 01:16:38.990
Wort zu einer bestimmten Sprache gehört oder nicht.

01:16:40.070 --> 01:16:42.750
Und wir fangen an bei den N-Typen.

