WEBVTT

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Mit Neuigkeiten aus den Hochschulen in Baden.

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Dass alter Backstein bröckelt, dass Fachwerkhäuser aus dem Mittelalter

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immer wieder renoviert werden müssen, leuchtet jedermann ein.

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Aber auch der moderne Baustoff Beton ist keineswegs unsterblich.

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Und wenn der Betonfraß Meisterwerke der modernen Architektur

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gefährdet, sind Renovierungsexperten gefragt.

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Und die haben sich heute an der Uni Karlsruhe getroffen.

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In der Tat ist Beton ein Baustoff, der für Jahrhunderte gedacht ist.

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Die gewünschte Dauerhaftigkeit erfordert allerdings, dass er

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entsprechend sachgerecht zusammengesetzt ist und dass insbesondere der

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in den Beton eingefettelte Bewährungsstahl ausreichend vor Korrosion

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geschützt ist.

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Und hier haben für Professor Harald S.

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Müller, Leiter des Instituts für Massivbau und Baustofftechnologie an

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der Uni Karlsruhe, die Bauingenieure in den Anfängen des Betonbaus bis

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noch in die 70er Jahre des 20.

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Jahrhunderts gravierende Fehler gemacht.

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Wenn Wasser den Stahl in Beton erreicht, ist er alles andere als für

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die Ewigkeit gebaut.

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Die in Karlsruhe tatenden Experten waren sich heute einig, ist das

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Gebäude architektonisch wertvoll, darf die Renovierung nicht darin

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bestehen, einfach alles mit einer dicken Betonschicht zu überziehen.

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Die behutsame Instandsetzung ist dadurch gekennzeichnet, dass ich das

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Erscheinungsbild bewahren muss.

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Deswegen kann ich beispielsweise auf die Überschichtung nicht

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zurückgreifen.

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Ich kann nur an lokalen Schadstellen Reparaturmaßnahmen vorsehen,

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wobei sie nachher als Betrachter nicht mehr sehen sollten, dass dort

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an einer bestimmten Stelle repariert worden ist.

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Kandidaten für eine solche schonende Renovierung sind ganze

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Hundertschaften der Klassiker der Moderne in allen Teilen der

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Republik.

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Einige haben die Prozedur schon erfolgreich hinter sich gebracht.

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Zum Beispiel das Speisehaus der Nationen in Berlin, errichtet zur

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Olympiade.

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Oder aber die Liederhalle in Stuttgart, die Matthäuskirche in

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Pforzheim, ein Sakralbau von Egon Eiermann.

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Wobei das Besondere eben ist, dass sie nach der Instandsetzung nicht

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den Eindruck haben, hier hat jemand mit Tünche etwas Fundamentales

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verändert, sondern der Betrachter sieht das Gebäude, so wie es

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eigentlich vor der Instandsetzung auch ausgesehen hat, nur ohne die

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Schienen.

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Stephan Fuchs, Universität Karlsruhe

