WEBVTT

00:06.060 --> 00:11.120
Vielleicht einen kleinen Dämpfer wegen dem sogenannten E-Salz.

00:12.540 --> 00:22.300
Unsere Generation beklagt sich heute des Öfteren, wie leichtsinnig man

00:22.300 --> 00:26.720
in der Chemie so Namenszuordnungen macht.

00:27.820 --> 00:30.880
Und ich kann die kleine Geschichte erzählen.

00:30.880 --> 00:36.780
In Kanada saß mal ein Chemiker neben mir in einem Vortrag und hat mir

00:36.780 --> 00:44.900
gesagt, kann ich dieses Methylidene, Dimethyl, Immonium, Iodid, E-Salz

00:44.900 --> 00:45.580
nennen.

00:46.840 --> 00:50.820
Unmöglich, das ist Unsinn, das ist ein Mannichsalz.

00:52.000 --> 00:56.180
Die Tatsache, dass man jetzt ein Mannichsalz kristallisieren kann,

00:57.160 --> 01:00.080
berechtigt doch nicht zu einer Namensgebung.

01:00.080 --> 01:04.700
Und er hat das entgegengenommen und ich habe es auch wirklich gemeint.

01:05.300 --> 01:12.100
Aber Aldrich mit ganz anderen Kriterien hat trotzdem diese

01:12.100 --> 01:15.900
Namensgebung eingeführt.

01:16.080 --> 01:19.980
Aus Gründen, die vielleicht nicht so schwer zu erwarten sind.

01:19.980 --> 01:25.200
Also ich tue sie nicht kritisieren, sondern ich möchte nur etwas

01:25.200 --> 01:31.280
hinweisen, das ist so eine Last, dieser Name, den ich herumtrage.

01:32.440 --> 01:37.020
So, zu etwas Ernsthafterem.

01:37.380 --> 01:43.080
In meinem Alter nimmt man Einladungen zu einem Vortrag sehr ernst und

01:43.080 --> 01:44.780
hat gute Gründe dafür.

01:44.780 --> 01:52.240
Und ich betrachte es als außerordentliches Privileg, eine zu Ehren von

01:52.240 --> 01:58.180
Rudolf Kriege, der zu den großen Vorbildern der Generation von

01:58.180 --> 02:04.800
Chemikern war, zu meiner Zeit als Chemiestudent in Zürich.

02:05.760 --> 02:13.220
Er war der Chemiker, der sich um Verständnis von Reaktionen bemühte,

02:14.300 --> 02:17.480
so wie Wehrwein, etwas weiter östlich.

02:18.280 --> 02:21.540
Wie gesagt, er war einer unserer Vorbilder.

02:22.540 --> 02:28.860
Und ich möchte den Kollegen, Ihnen, Herrn Krücher, und Ihren Kollegen

02:28.860 --> 02:38.640
sehr herzlich danken für die Einladung, die mich mit Stolz erfüllt und

02:38.640 --> 02:42.760
mit einer Genugtuung, die zu verdienen.

02:43.040 --> 02:45.340
Ich hoffe, dass es mir gelingen möge.

02:46.340 --> 02:57.480
Ich erinnere mich, ich hatte vor 20 Jahren das Vergnügen, anlässlich

02:57.480 --> 03:02.580
eines Geburtstags-Symposiums für Hans Musso, einen meiner Freunde und

03:02.580 --> 03:05.920
Kollegen, hier zu halten.

03:07.320 --> 03:14.760
Hans Musso, das erinnert mich, dass einige meiner Kollegen und Freunde

03:14.760 --> 03:16.900
hier auch im Auditorium sind.

03:17.660 --> 03:21.940
Und das freut mich auch ganz besonders, auch einige meiner früheren

03:21.940 --> 03:24.560
Doktoranden und Mitarbeiter sehe ich.

03:25.440 --> 03:30.960
Das wärmt das Herz eines Chemikers von meiner Generation.

03:33.180 --> 03:40.040
Und vor 10 Jahren wieder hatte ich das Glück und die Ehre, hier zu

03:40.040 --> 03:40.400
sein.

03:40.920 --> 03:47.840
Ich will meinen Vortrag dort anknüpfen, wo ich vor 20 Jahren beim

03:47.840 --> 03:50.620
Musso -Symposium etwas gesagt habe.

03:54.560 --> 03:59.940
Vorzutragen über Chemie, die man nach der Emeritierung zur Hauptsache

03:59.940 --> 04:06.000
durchführen durfte, das soll eigentlich für die Jungen eine

04:06.000 --> 04:11.840
Bestätigung von etwas sein, was sie, ich bin sicher, selbst spüren.

04:11.840 --> 04:19.360
Aber sozusagen eine zusätzliche Bestätigung, nämlich, dass es ein

04:19.360 --> 04:26.420
außerordentliches Privileg ist, sein Leben damit zuzubringen, die

04:26.420 --> 04:28.660
Natur zu erforschen.

04:30.000 --> 04:38.060
Und wenn man mal da richtig eingehakt hat, kommt man nie mehr davon

04:38.060 --> 04:38.520
los.

04:38.520 --> 04:45.820
Und ich bin dankbar, dass es mir möglich war, nicht mehr davon

04:45.820 --> 04:46.620
loszukommen.

04:47.600 --> 04:54.260
Und ich betrachte es meine Aufgabe, vielleicht ein wenig, den Jungen

04:54.260 --> 04:57.460
zu zeigen, dass es sich lohnt.

04:58.540 --> 05:04.700
Ich bin ein Anfänger in solchen Sachen hier, aber vielleicht gelingt

05:04.700 --> 05:05.020
es.

05:06.020 --> 05:12.500
Vor 20 Jahren hatte ich einen Vortrag hier, zu Ehren von Hans Musso,

05:13.560 --> 05:22.720
mit dem Titel, über experimentelle Versuche, die Struktur des Vitamins

05:22.720 --> 05:24.320
B12 zu verstehen.

05:25.120 --> 05:31.640
Weil wir einen großbeträchtlichen Teil unserer Zeit hier mit der

05:31.640 --> 05:35.520
Synthese dieses Moleküls hier zugebracht hatten.

05:36.920 --> 05:42.040
Es ist ein Molekül, das einen sozusagen in eine gewisse Art ins

05:42.040 --> 05:44.300
Zentrum der Naturstoffchemie führt.

05:44.920 --> 05:51.080
In die Chemie der Kofaktoren, ein Kofaktor, der auch ein wichtiges

05:51.080 --> 05:52.300
Vitamin ist.

05:55.720 --> 06:04.980
Dann hat es so ganz archaische Molekülteile wie Adenin, Ribose und ein

06:04.980 --> 06:06.880
Nukleotid gebunden.

06:06.880 --> 06:12.300
Es führt zu metallorganischen Chemie und es ist natürlich auch ein

06:12.300 --> 06:17.700
Stoff, der für unsere Gesundheit sehr wichtig ist, gibt ihm Bedeutung

06:17.700 --> 06:18.480
und alles.

06:19.780 --> 06:28.120
Wie kann Synthetik dazu beitragen, eine Struktur zu verstehen?

06:28.780 --> 06:35.160
Das kann ja nur heißen, man möchte erkennen, was für Strukturteile für

06:35.160 --> 06:39.700
die Funktion eines solchen Stoffs, die Funktion, die er in der Natur

06:39.700 --> 06:44.820
durchzuführen hat, zu erkennen.

06:45.760 --> 06:54.220
Und das nächste Bild zeigt, deutet an, wie das möglich war zu einem

06:54.220 --> 06:55.420
gewissen Ausmaß.

06:56.140 --> 07:02.180
Im Laufe der synthetischen Arbeit hat man sich mit Strukturen auch

07:02.180 --> 07:04.400
befasst von dieser Art.

07:05.060 --> 07:11.400
Die sind ähnlich, aber nicht der Strukturtyp, wie er in diesem Vitamin

07:11.400 --> 07:13.160
B12 vorkommt.

07:13.160 --> 07:19.240
Das ist ein Strukturtyp, der Hydroporphinoid ist und das ist der

07:19.240 --> 07:21.180
Chorinoid -Strukturtyp.

07:21.340 --> 07:26.020
Und die Frage stand hinter vielen Experimenten und teilweisen

07:26.020 --> 07:32.020
Antworten, warum ein Chorin und nicht ein Chorfin?

07:32.020 --> 07:39.800
Und die biosynthetische Forschung hat dann auch gezeigt, dass der

07:39.800 --> 07:45.920
natürliche Weg der Biosynthese zu diesem Vitamin B12 via die

07:45.920 --> 07:49.080
Zwischenprodukte des Chorfin-Typs führt.

07:49.940 --> 07:54.440
Also ist das eine provozierende Frage, warum braucht die Natur

07:54.440 --> 07:59.440
weiterzugehen auf dem Wege von kleinen Ausgangsmaterialen zu so etwas,

07:59.860 --> 08:01.220
um ein Chorin zu bauen.

08:01.220 --> 08:06.840
Das wäre das Verstehen, das teilweise Verstehen einer Struktur aus der

08:06.840 --> 08:11.000
Sicht des organischen Chemikers, warum die Naturstoffe so sich

08:11.000 --> 08:12.900
präsentieren, wie sie es tun.

08:14.100 --> 08:19.540
Dieser Zusammenhang, diese Bedingtheit zwischen strukturspezifischen

08:19.540 --> 08:28.040
Anteilen der Struktur und der Funktion, die sie in der Natur erfüllen.

08:31.060 --> 08:39.100
Wenn man dann abstrahiert von dieser Art von Fragen, kann man zur

08:39.100 --> 08:49.080
Ansicht kommen, es kann eine gerelle Forschungsthematik der

08:49.080 --> 08:56.740
organischen Chemie sein, Alternativstrukturen zu kreieren, als Hilfe

08:56.740 --> 08:59.480
bei der Beantwortung solcher Fragen.

08:59.940 --> 09:06.280
Warum ist die Struktur eines funktionierenden, eines biologisch

09:06.280 --> 09:11.660
aktiven Naturstoffs, besonders wenn der zum zentralen Geschehen des

09:11.660 --> 09:15.900
Lebens gehört und nicht nur am Rande tätig ist.

09:15.900 --> 09:20.140
Wie ein Vitamin, das ja durchaus tut.

09:20.920 --> 09:27.080
Durch die Schaffung von wohl ausgewählten, nach wohl definierten

09:27.080 --> 09:33.560
Kriterien ausgewählten Alternativstrukturen, diese Frage experimentell

09:33.560 --> 09:35.080
zu beantworten.

09:38.320 --> 09:42.280
Von Vitamin B12 war nicht ein sehr langer Weg.

09:43.000 --> 09:47.920
Von der Frage, warum ein Chorin und nicht ein Chorfin, war nicht ein

09:47.920 --> 09:54.140
sehr langer Weg zur Frage, warum eigentlich Nukleinsäuren mit Ribose

09:54.140 --> 09:55.900
und nicht mit einer Hexose.

09:55.900 --> 10:00.600
Und das war dann das Thema des Vortrags vor 10 Jahren.

10:01.360 --> 10:07.200
Und ich will ganz kurz dort anknüpfen und dann Ihnen zeigen, wie man

10:07.200 --> 10:09.620
versucht hat, weiterzugehen.

10:10.700 --> 10:14.700
Die Strategie ist hier zusammengefasst, alle diese Dinge sind auf

10:14.700 --> 10:15.560
Englisch geschrieben.

10:15.560 --> 10:22.200
Wenn man fragt, warum sehen Nukleinsäuren so aus bezüglich der

10:22.200 --> 10:28.860
Struktur des Zuckers, dann geht man wie folgt vor.

10:29.420 --> 10:34.940
Man stellt sich vor, was dann die Chemie, die diesen Strukturtypus der

10:34.940 --> 10:38.060
Nukleinsäuren ursprünglich hervorgebracht hat.

10:38.060 --> 10:44.240
Ein Chemiker kann ablesen, was für ein Typ von Chemie am Werk sein

10:44.240 --> 10:50.000
musste, als eine RNA zum ersten Mal die Szene betrat.

10:50.560 --> 10:56.540
Aus der Strukturformel kann er den Typ der Chemie ablesen, nicht

10:56.540 --> 10:57.720
unbedingt die Details.

10:57.720 --> 11:04.400
Und in diesem Fall ist es einfach so, dass ein Chemiker sagt, dieser

11:04.400 --> 11:08.920
Typ der Chemie, der zur RNA geführt hat, unter Umständen, die uns

11:08.920 --> 11:14.840
völlig unbekannt sind, vielleicht waren das abiotische Bedingungen,

11:15.000 --> 11:17.840
vielleicht waren es biotische Bedingungen, wir haben keine Ahnung.

11:17.840 --> 11:25.780
Aber dieser Typ von Chemie muss auch in der Lage gewesen sein,

11:26.460 --> 11:32.620
Nukleinsäurealternativen zu schaffen, mit anderen Zuckern, die zu

11:32.620 --> 11:40.120
Strukturen geführt hätten, die ebenfalls vielleicht eine Funktion

11:40.120 --> 11:44.920
hätten erfüllen können, wie die RNA sie offenbar erfüllt hat.

11:44.920 --> 11:52.820
Also die praktische Strategie ist dann, man synthetisiere solche

11:52.820 --> 11:58.020
Alternativen, die man sich vorstellt, aufgrund solcher Kriterien, und

11:58.020 --> 11:59.380
studiere die Eigenschaften.

11:59.380 --> 12:03.560
Von den vielen Eigenschaften einer solchen alternativen Struktur

12:03.560 --> 12:10.900
fokussiert man sich auf jene Eigenschaften, die für die biologische

12:10.900 --> 12:15.500
Funktion der natürlichen Nukleinsäuren zentral sind.

12:16.000 --> 12:19.060
Kein Zweifel, das muss die Basenpaarung sein.

12:19.060 --> 12:24.120
Und durch Vergleich dieser Eigenschaften, der künstlich hergestellten,

12:24.220 --> 12:29.840
mit chemischen Methoden, nicht mit archaischen oder hypothetischen,

12:29.980 --> 12:34.960
ganz modernen chemischen Methoden hergestellten Alternativen, durch

12:34.960 --> 12:38.780
Vergleich dieser speziellen Eigenschaften mit den Eigenschaften der

12:38.780 --> 12:43.440
natürlichen RNA, wir sprechen in diesem Zusammenhang hauptsächlich von

12:43.440 --> 12:49.540
RNA, nicht von DNA, weil RNA nach allgemeiner Ansicht heute ist eine

12:49.540 --> 12:54.820
ältere Verbindung als DNA, und fragt sich, hätte eine solche

12:54.820 --> 12:59.900
alternative Struktur diese zentrale Funktion auch erfüllen können, ja

12:59.900 --> 13:00.420
oder nein?

13:01.240 --> 13:05.900
Und glücklicherweise haben die Nukleinsäuren eine Eigenschaft, die

13:05.900 --> 13:09.820
keinen Zweifel lässt, dass es die Eigenschaft ist, die man zu

13:09.820 --> 13:10.620
vergleichen hat.

13:10.960 --> 13:15.140
Nämlich die Fähigkeit zur Watson-Crick Basenpaarung.

13:18.920 --> 13:25.140
Alles hängt davon ab, dass man diese Alternativen mit Bedacht

13:25.140 --> 13:26.100
auswählt.

13:27.260 --> 13:31.620
Und das Kriterium, das zur Auswahl dieser Alternativen dient, ist hier

13:31.620 --> 13:32.380
aufgeführt.

13:33.380 --> 13:40.320
Diese alternativen Strukturen müssen von einem alternativen

13:40.320 --> 13:46.360
Zuckerbaustein, wenn man sich auf Zucker konzentriert, ableitbar sein

13:46.360 --> 13:52.040
in derselben Art und auf selbe Weise, wie die Struktur der RNA von der

13:52.040 --> 13:53.640
Ribose ableitbar ist.

13:53.640 --> 14:00.940
Unter Einschaltung dieses Typs von Chemie, von dem man annimmt, dass

14:00.940 --> 14:04.780
sie auch zu alternativen Härte führen können.

14:06.900 --> 14:12.580
Und also wie vor zehn Jahren war das so das Thema, eine

14:12.580 --> 14:18.580
Modelluntersuchung, wo man nichts anderes gemacht hat, als den

14:18.580 --> 14:23.060
fünfgliederigen Furanose-Ring erweitert zum Sechsring.

14:23.060 --> 14:30.140
Das sogenannte Homo-DNA-Projekt, wo man einiges gelernt hat über die

14:30.140 --> 14:33.600
strukturellen Voraussetzungen der Watson-Crick Paarung.

14:33.600 --> 14:39.760
Wir wollen nicht weiter zurückkommen auf das, mit einer Ausnahme,

14:40.420 --> 14:45.380
etwas was dazu mal gemacht werden musste, ist in neuerer Zeit wieder

14:45.380 --> 14:46.720
an die Oberfläche gekommen.

14:46.720 --> 14:58.260
Nämlich die Art, wie man entschieden hat, was für Strukturen, ob

14:58.260 --> 15:04.400
solche alternativen Strukturen eine Chance haben, Watson-Crick oder

15:04.400 --> 15:07.440
irgendeine andere Basenpaarung zu zeigen.

15:07.440 --> 15:16.540
Das war eine Konformationsanalyse, wo man eine repetierende Einheit

15:16.540 --> 15:25.140
eines entsprechenden Homo-DNA-Stranges analysiert hat, nach denen dem

15:25.140 --> 15:29.520
System zugänglichen Konformationen, hat diese Konformationen nach

15:29.520 --> 15:34.900
qualitativen Regeln der organischen Chemie miteinander verglichen und

15:34.900 --> 15:44.880
hat jene von maximaler Stabilität, Kriterium hauptsächlich hysterische

15:44.880 --> 15:52.020
Behinderung, tabelliert, auftabelliert und geschaut, ob es in dieser

15:52.020 --> 15:57.920
Library von stabilsten, zugänglichen Konformationen solche gibt, die

15:57.920 --> 16:00.700
sich für eine Paarung eignen.

16:01.080 --> 16:05.340
Solche eignen sich für eine Paarung, die nicht nur konstitutionell

16:05.340 --> 16:10.620
oder konfigurativ, sondern auch konformationell repetitiv sind.

16:10.620 --> 16:15.860
Das sind in diesem Falle zwei Konformationen.

16:16.860 --> 16:25.500
Das ist natürlich schrecklich altmodisch, von Hand solche Sachen zu

16:25.500 --> 16:26.120
beurteilen.

16:26.500 --> 16:32.560
Das nimmt man heute aus wohl bewährten Programmen.

16:33.320 --> 16:38.480
Nur, ich bin immer noch dieser Auffassung, und das hat mich eigentlich

16:38.480 --> 16:41.620
immer bestärkt, wenn man sich mit der Geschwindigkeit eines

16:41.620 --> 16:45.860
synthetischen Chemikers bewegen muss, das heißt, was soll man tun?

16:46.060 --> 16:47.360
Das, das, das?

16:48.160 --> 16:53.720
Dann ist es sehr gut, wenn man so eine shorthand, so eine wasche,

16:54.340 --> 16:59.480
einigermaßen zuverlässige Art des Erkennens oder des Vermutens von

16:59.480 --> 17:02.460
besten Konformationen hat.

17:03.400 --> 17:10.760
Nichts mehr ist der Zweck einer solchen Unternehmung.

17:11.660 --> 17:16.860
Und man hat auch diese Dinge gemacht, man hat gefunden, dass Humboldt

17:16.860 --> 17:20.480
-DNA sehr wohl die Eigenschaft der Paarung zeigt.

17:21.000 --> 17:24.840
Das ist aus einer Röntgenanalyse, die dazumals, nicht Röntgenanalyse,

17:24.980 --> 17:33.260
also NMR-Strukturanalyse aus dem Laboratorium von Herrn Wüthrich,

17:33.260 --> 17:42.980
dazumals war er noch einer wie wir alle, und die hat bestätigt, dass

17:42.980 --> 17:48.160
diese von Hand-Methode einigermaßen ins Schwarze trifft.

17:48.840 --> 17:53.500
Und was uns dazumals besonders beeindruckt hat, ist die Tatsache, denn

17:53.500 --> 17:56.660
die Kriterien waren, sind sie jetzt sehr einfach, man soll

17:56.660 --> 18:01.880
wartenfolgend, in jedem Lehrbuch stand es schon dazumals, man soll

18:01.880 --> 18:07.680
gewisse Interaktionen, die Spannung, die Repulsion bedeuten, soll man

18:07.680 --> 18:08.780
vermeiden.

18:09.280 --> 18:13.120
Das war das Kriterium gewesen, neben gewissen Stereo-Elektronischen,

18:13.480 --> 18:15.840
aber die Sterischen sind weitaus die wichtigsten.

18:15.840 --> 18:23.840
Das Interessante ist, dass diese Paarungskonformation hier oben von

18:23.840 --> 18:30.200
der Homo-DNA idealisiert, wie es hier gezeichnet ist, ganz eindeutig

18:30.200 --> 18:36.800
vom Typ der Konformation, vom Konformationstyp ist, wie er in den

18:36.800 --> 18:43.920
Röntgenstrukturanalysen von RNA oder A-Typ DNA-Oligonukleotiden

18:43.920 --> 18:44.860
gefunden wurde.

18:44.860 --> 18:51.000
Das heisst, wenn man von Hand so etwas ableitet und dann dazu kommt,

18:51.240 --> 18:56.960
dass die Natur, dass in der Tat die Oligonukleotid-Konformationen von

18:56.960 --> 19:02.580
diesem Typ sind, hat man das Gefühl, man versteht diese Konformation

19:02.580 --> 19:04.820
auf qualitativer Ebene.

19:06.400 --> 19:12.780
A-Typ-DNA oder RNA, diese Konformation, und es gibt, wie jeder

19:12.780 --> 19:18.900
Nukleotid -Chemiker kennt, eine zweite, die einfach dadurch entsteht,

19:18.960 --> 19:22.580
dass man hier umklappt, wie wenn man ein Sechsring umklappen würde.

19:23.140 --> 19:27.580
Das führt zu einer anderen Konformation, und das ist so die

19:27.580 --> 19:31.900
idealisierte Darstellung, wie ein organischer Chemiker dieses sonst

19:31.900 --> 19:39.580
ziemlich verwirrende Bild der bevorzugten Struktur der Oligonukleotid

19:39.580 --> 19:43.720
-Zuckereinheiten in Duplexen wiedergibt.

19:44.020 --> 19:51.640
Nämlich der A-Typ-DNA, hier, wie er auch in der RNA vorkommt, und eine

19:51.640 --> 19:55.320
zweite Möglichkeit, wie wir gesehen haben, in der der Homo-DNA auch

19:55.320 --> 19:58.340
beobachtet wurde, und der B-Typ-DNA.

19:59.060 --> 20:02.260
Ich zeige Ihnen diese einfachen Dinge, weil sie am Schluss dann wieder

20:02.260 --> 20:07.480
hervortreten bei anderen Systemen.

20:08.880 --> 20:14.400
Homo-DNA hat uns auch noch etwas anderes gezeigt, und das ist die

20:14.400 --> 20:19.180
Demonstration davon, das sind die thermodynamischen Daten der

20:19.180 --> 20:27.020
Duplexierungen, die sind leicht vermessbar, das ist DNA und das ist

20:27.020 --> 20:33.720
Homo -DNA, die Enthalpien sind bei der DNA immer grösser, das heisst

20:33.720 --> 20:39.640
sie sollten eigentlich stärker paaren, aber die Balance mit dem

20:39.640 --> 20:49.900
Entropieglied führt zu folgenden, dass alle diese Duplexe in der Homo

20:49.900 --> 20:55.460
-DNA, in der 6-Ring-DNA-Reihe, höher schmelzen als in der DNA-Reihe.

20:55.460 --> 20:59.120
Das hat zur Interpretation geführt, dass es eine gewisse

20:59.120 --> 21:04.560
konformationelle Fixierung hier gibt, die mithilft, diese Duplexe zu

21:04.560 --> 21:11.740
stabilisieren, und dieses Konzept der Stabilisierung durch Fixierung,

21:11.880 --> 21:19.360
konformationelle Fixierung, das ist hier nochmals repetiert, Homo-DNA,

21:19.840 --> 21:26.940
A -Typ-DNA, Sie sehen hier dasselbe, und hier die RNA, die immer diese

21:26.940 --> 21:29.200
Konformation hat und nicht die umgekehrte.

21:29.200 --> 21:35.740
Herr de Wien hat dann gezeigt, dass unnatürliche, das sind keine

21:35.740 --> 21:40.960
Nukleoside der üblichen Art, auch diese Eigenschaft der Paarung

21:40.960 --> 21:47.880
zeigen, ein zweites hier, und dass heutzutage das System, das die

21:47.880 --> 21:55.560
stärkste Paarung unter allen RNA-Analogen zeigt, ist jene von Wengel,

21:56.060 --> 22:04.960
wo diese Form des Furanoros-Ringes durch eine Überbrückung fixiert

22:04.960 --> 22:05.300
ist.

22:06.360 --> 22:13.940
Das war sehr eindrücklich, wie das von Hand ableiten der Konformation,

22:14.200 --> 22:19.120
der Paarungskonformation an der Homo-DNA sich dann wiederfindet im

22:19.120 --> 22:21.120
Erfolg solcher Untersuchungen.

22:21.120 --> 22:27.520
Aber Homo-DNA war nicht eines dieser Alternativen, Homo-DNA war eine

22:27.520 --> 22:31.140
Modellverbindung, die uns etwas trainiert hat.

22:31.540 --> 22:37.560
Das was man wirklich untersuchen muss, wenn man die Hexose

22:37.560 --> 22:42.060
-Alternativen untersuchen will, dann sind das diese da, diese

22:42.060 --> 22:47.260
richtigen, mit den natürlichen Zuckern, mit der Allose, mit der

22:47.260 --> 22:49.040
Altrose und der Glucose.

22:49.040 --> 22:55.640
Das hat man gemacht und gefunden, dass im scharfen Kontrast zur

22:55.640 --> 23:05.320
Modellsubstanz, wo diese OH-Gruppen fehlten, es war eine bis-Deoxy

23:05.320 --> 23:08.940
-Zuckereinheit, alle diese fehlten.

23:08.940 --> 23:16.540
Im Unterschied zu dieser Modellverbindung zeigen alle diese potenziell

23:16.540 --> 23:25.740
natürlichen Hexose-Alternativen der RNA keine konsistente Fähigkeit,

23:26.080 --> 23:27.860
Paarung einzugehen.

23:27.860 --> 23:33.180
Das war ein negatives, aber hoch willkommenes Resultat.

23:34.020 --> 23:37.640
Denn nach Popper kann man eine Hypothese ausschließen, aber nicht

23:37.640 --> 23:39.740
beweisen, wie Sie sich erinnern.

23:39.740 --> 23:49.940
Also die Hypothese, dass die RNA eigentlich von einer Hexose

23:49.940 --> 23:56.760
-Alternative hätte konkurrenziert werden können, in diesem Auswählen

23:56.760 --> 24:02.620
der Natur, der optimalen Struktur für ihre genetische Funktion, diese

24:02.620 --> 24:04.000
Hypothese ist widerlegt.

24:04.000 --> 24:10.520
Nein, das konnte nicht sein, weil die Hexose-Analoga die wichtigste

24:10.520 --> 24:14.820
Eigenschaft nicht besitzen, nämlich die Fähigkeit, Paarung einzugehen.

24:16.040 --> 24:31.120
Und das ist eine Übersicht über die Summe der Alternativen, alle immer

24:31.120 --> 24:36.080
schön in der repetitiven Zuckereinheit.

24:37.010 --> 24:46.020
Hier die RNA, die DNA, die Homo-DNA.

24:46.260 --> 24:49.430
Das ist sozusagen ein Fremdkörper in diesem Zusammenhang.

24:49.430 --> 24:56.130
RNA, das sind die Hexopyranosyl-Analoga der RNA.

24:56.730 --> 25:00.910
Wir sehen, wie alles eigentlich ganz analog ist, nur der Zucker hat

25:00.910 --> 25:01.490
sich geändert.

25:01.890 --> 25:05.050
Die Verknüpfung zwischen Base und Zucker ist gleich, die

25:05.050 --> 25:07.550
Phosphodiester -Anknüpfungen sind gleich.

25:07.550 --> 25:14.590
Alles ist ähnlich, analog, deshalb der Typus für Chemie, der zu RNA

25:14.590 --> 25:20.170
geführt haben muss, hätte doch auch zu solchen Strukturen führen

25:20.170 --> 25:20.590
können.

25:21.090 --> 25:25.430
Aber, das war eine Sackgasse, wenn es überhaupt so weit kam.

25:28.270 --> 25:33.990
Dann hat man aus Gründen der Analyse, warum das wohl so ist, dass

25:33.990 --> 25:38.730
diese Hexopyranosyl-Analoga diese Eigenschaft nicht haben, ist man

25:38.730 --> 25:43.850
zurückgegangen zu einem Pentosen, aber hat sich interessiert um diese

25:43.850 --> 25:47.770
Pyranose -Analoga mit der Pentose-Einheit.

25:48.770 --> 25:58.490
Und überall dort, wo Farbe auftritt, bedeutet das, dass diese Systeme,

25:58.490 --> 26:04.910
also in dieser Art von Einheit, Zuckereinheit, die repetitive Einheit

26:04.910 --> 26:08.730
in einem Oligonukleotidsystem drin ist, dass diese Systeme die

26:08.730 --> 26:11.310
Eigenschaft der Watson-Crick-Paarung aufweisen.

26:14.470 --> 26:24.130
Die Hexopyranosyl-Formen der Pentosen und dann geht das weiter zu dem,

26:24.250 --> 26:25.970
was wir später noch dran kommen.

26:26.410 --> 26:31.870
Eine blaue Farbe heißt, diese Systeme paaren, kommunizieren

26:31.870 --> 26:34.630
miteinander, aber sprechen eine andere Sprache.

26:34.630 --> 26:40.450
Sie verstehen komplementäre Sequenzen aus diesen Reihen, verstehen die

26:40.450 --> 26:41.210
RNA nicht.

26:41.490 --> 26:43.330
Sie paaren nicht mit RNA.

26:45.070 --> 26:49.010
Sie sparen unter sich, aber nicht mit RNA.

26:53.230 --> 26:58.410
Jetzt tun wir auf dem Gang zu dem, was später kommt, die Pyranosyl

26:58.410 --> 27:01.530
-Form der RNA etwas näher anschauen, ganz kurz.

27:01.530 --> 27:03.930
Die hat uns besonders interessiert, warum?

27:04.550 --> 27:10.190
Weil diese Pyranosyl-Form der RNA, das ist die Formel der RNA, hier

27:10.190 --> 27:14.470
das entsprechende Stück für eine Pyranosyl-RNA.

27:15.010 --> 27:17.570
Hier Pyranose-Form, Furanose-Form.

27:18.310 --> 27:22.930
Da gibt es ziemliche Unterschiede in der Anordnung der Phosphodiester

27:22.930 --> 27:27.350
-Verknüpfung, das muss aus Gründen der konformationellen Analyse so

27:27.350 --> 27:27.710
sein.

27:28.890 --> 27:33.450
Die hat uns vor allem deshalb interessiert, weil es die gleichen

27:33.450 --> 27:34.610
Bruchstücke sind.

27:35.070 --> 27:37.950
Ribose, Phosphorsäure und die Nukleobasen.

27:38.810 --> 27:47.070
Und die Art der Chemie, die zu RNA-Führen geführt haben sollte, diese

27:47.070 --> 27:51.190
Art von Chemie kann auch zu einem Pyranosenukleosid führen.

27:51.610 --> 27:56.830
Als Fischer erstmals, Emil, Nukleoside machte, machte er zuerst ein

27:56.830 --> 27:59.370
Hexopyranosyl -Nukleosid.

28:00.070 --> 28:03.070
Und nicht ein Furanosenukleosid, Emil Fischer.

28:05.190 --> 28:09.130
Also die gleichen Edukte, das sind Isomeren.

28:09.770 --> 28:12.810
Die Pyranosyl-RNA ist eine Isomere-RNA.

28:13.410 --> 28:15.690
Keine neuen Sonderprodukte.

28:16.330 --> 28:19.290
Nichts, alles dasselbe, aber eine ganz andere Struktur.

28:20.370 --> 28:28.130
Und eine Form, das ist Oktameren-Duplexe, die erinnern nur von Weitem

28:28.130 --> 28:32.310
an die Form einer wunderbaren RNA-Helix.

28:33.310 --> 28:40.530
Das sind NMR-Strukturanalysen von Bernhard Jaun und seinen

28:40.530 --> 28:41.930
Mitarbeitern an der ETH.

28:42.270 --> 28:48.630
Eines Duplexes der Pyranosyl-RNA-Reihe.

28:49.030 --> 28:53.870
Man hat in dieser Pyranosyl-RNA-Reihe die ganz hervorstechende

28:53.870 --> 28:58.950
Eigenschaft, eine starke Neigung zwischen der Durchschnittsachse des

28:58.950 --> 29:05.950
Rückgrads und der Durchschnittsachse des Basenpaars.

29:07.130 --> 29:13.470
Das führt zu ganz verschiedenen Typen von Basenstapelungen.

29:13.930 --> 29:17.570
Aber wir haben keine Zeit, wir wollen hier nicht drauf eingehen.

29:18.130 --> 29:26.610
Ja, das ist das Element oder die Einheit für die Pyranoseform der RNA.

29:26.610 --> 29:30.650
Wir haben alle gemacht, aus Gründen, die komplex sind.

29:31.550 --> 29:35.690
Unsere Voraussagen waren, dass wir wohl hier noch ein Paarungssystem

29:35.690 --> 29:36.250
finden.

29:36.550 --> 29:40.570
Wir waren pessimistisch, dass das ein Paarungssystem sein wird und

29:40.570 --> 29:41.890
schon gar nicht hier.

29:43.030 --> 29:48.530
Oder auch in diesen beiden Fällen haben wir gemutet, dass hier die

29:48.530 --> 29:55.050
Paarungskonfirmation derart gespannt sein müsste, dass wir vielleicht

29:55.050 --> 29:56.070
keine Paarung finden.

29:56.630 --> 30:02.450
Das war gut so, denn das Gegenteil ist eingetroffen.

30:02.450 --> 30:10.010
Die stärkste unter allen vier, das sind alles Diastereomere, RNA,

30:10.670 --> 30:11.450
Isomere.

30:14.150 --> 30:20.750
Also Diastereomere, Pyranoseformen, Analoga von RNA.

30:21.110 --> 30:26.530
Die stärkste, das ist auch von Bernhard Jaun, eine Struktur der

30:26.530 --> 30:28.290
Arabinopyranosilform.

30:28.290 --> 30:35.090
Und Sie sehen hier, eine fast reine Leiterstruktur kommt aus dieser

30:35.090 --> 30:36.630
NMR -Analyse heraus.

30:37.250 --> 30:43.590
Das heißt, die Watson-Crick-Paarung, die ist nicht gebunden an den

30:43.590 --> 30:46.410
Strukturtyp dieser wunderbaren Helix.

30:47.230 --> 30:51.170
Watson-Crick-Paarung kann in verschiedenen Formen, Geometrien

30:51.170 --> 30:52.270
auftauchen.

30:52.270 --> 30:58.570
Aber ein solcher Strang hier, das gilt für alle vier, die wir gesehen

30:58.570 --> 31:02.170
haben, ein solcher Strang paart nicht mit der RNA-Z.

31:02.610 --> 31:08.450
Das ist so eine Zusammenfassung der vier Pyranosilformen in der

31:08.450 --> 31:09.910
Pentose -Reihe.

31:10.430 --> 31:16.130
Ein Duplex A8T8, Schmelzpunkt je höher, umso stabiler der Duplex.

31:16.510 --> 31:19.310
Das da ist die Arabinopyranosil-RNA.

31:19.310 --> 31:20.590
Das ist die RNA.

31:22.990 --> 31:25.970
Das war die Folgerung, die sich aufdrängte.

31:27.350 --> 31:32.030
Die Hypothese, dass die Natur vielleicht auf der Jagd war nach

31:32.030 --> 31:35.770
möglichst guter, starker Paarung, ist eine falsche Hypothese.

31:36.030 --> 31:41.010
Sie hätte viel stärkere, viel stärker paarende Systeme mit der

31:41.010 --> 31:44.450
gleichen Chemie erreichen können.

31:45.450 --> 31:49.350
Deshalb eine bescheidene Schlussfolgerung.

31:50.110 --> 31:54.090
Aber ich glaube, das gehört auch zu diesem Arbeitsgebiet.

31:54.870 --> 32:00.810
Die Ergebnisse dieses Gebietes, dieser Arbeit, lehren eine gewisse

32:00.810 --> 32:01.770
Bescheidenheit.

32:02.850 --> 32:05.630
Und das ist vielleicht nicht das Schlechteste davon.

32:05.750 --> 32:06.750
Gehen wir weiter.

32:06.750 --> 32:08.570
Nochmals, dass wir sie gesehen haben.

32:08.990 --> 32:11.970
Also diese blaue Sprache hier, sehr konsistent.

32:12.510 --> 32:14.610
Die paaren untereinander, alle miteinander.

32:15.090 --> 32:17.010
Man kann Mischpaarungen haben.

32:17.570 --> 32:21.350
Sie können Stränge machen.

32:21.510 --> 32:25.770
Die haben Arabinox, Xylo und Lyxo gemischt miteinander.

32:26.370 --> 32:30.930
Das beeinflusst die Paarungsfähigkeit, die blaue Paarungsfähigkeit

32:30.930 --> 32:31.310
kaum.

32:32.250 --> 32:36.630
Aber wir haben dann auch, wie Sie hier sehen, gehen wir von hier hier

32:36.630 --> 32:42.870
her, eine isomäre Struktur betrachtet, im Zusammenhang mit einem

32:42.870 --> 32:48.330
Legationsproblem und einer analytischen Beurteilung, wie sauber solche

32:48.330 --> 32:49.450
Legationen gehen.

32:50.390 --> 32:55.510
Eine nicht zwei-strich-vier-strich, sondern eine drei-strich-vier

32:55.510 --> 32:56.930
-strich Verknüpfung.

32:56.930 --> 33:01.370
Und man konnte voraussagen, dieses System sollte nicht paaren.

33:01.570 --> 33:02.510
Hat es auch nicht.

33:02.770 --> 33:03.810
Keine Farbe hier.

33:04.190 --> 33:10.050
Aber in diesem Punkt, dieser hier, mit der Lyxo, wo diese beiden

33:10.050 --> 33:15.570
Phosphodiestergruppen axial angeordnet sind, finden wir, ohne das

33:15.570 --> 33:18.570
erwartet zu haben, finden wir Paarung.

33:20.470 --> 33:21.610
Geht kaum mehr.

33:22.710 --> 33:27.290
Und das hat uns eines Besseren belehrt und hat zum nächsten Schritt

33:27.290 --> 33:27.750
geführt.

33:28.130 --> 33:38.270
Also nochmals, Lyxopyranosyl, vier-strich-zwei-strich, sechs Bindungen

33:38.270 --> 33:39.110
sind dazwischen.

33:39.730 --> 33:42.270
Eine, zwei, drei, vier, fünf, sechs.

33:42.990 --> 33:45.070
Das war eine unbeschriebene Regel.

33:45.070 --> 33:50.150
Wie die RNA sollte man sechs Bindungen zwischen repetierenden Zentren

33:50.150 --> 33:53.090
haben, um diese Eigenschaft der Paarung zu haben.

33:53.430 --> 33:58.450
Und deshalb haben wir früher gedacht, wir brauchen keine Tetrosen

33:58.450 --> 34:01.990
anzuschauen, denn dort kann man das gar nicht konstruieren.

34:02.410 --> 34:09.470
Aber die Lyxopyranosylform, drei-strich-vier-strich, mit fünf

34:09.470 --> 34:12.450
Bindungen, hat Paarung gezeigt.

34:12.450 --> 34:13.650
Als Überraschung.

34:14.110 --> 34:19.510
Das führte zur Vermutung, also dann könnte doch auch die Treoseform in

34:19.510 --> 34:23.410
der Tetrose-Reihe ein Paarungssystem sein.

34:24.690 --> 34:34.170
Und das wäre die TNA, die Treose-Puranosyl-RNA-Alternative zur RNA.

34:34.410 --> 34:36.430
Die schauen eigentlich ganz verschieden aus.

34:39.210 --> 34:41.370
Aber das ist das Resultat.

34:41.950 --> 34:49.210
Nebenbei, für jene, die nicht mit Oligonukleotide-Chemie zu vertraut

34:49.210 --> 34:53.070
sind, das ist die Art, wie man schaut, wie paaren die.

34:53.410 --> 34:54.990
Gibt es Paarung, ja oder nein?

34:59.890 --> 35:05.390
Man verwendet die Tatsache, dass im paarenden Zustand die Extektion

35:05.390 --> 35:11.830
der Basen etwas ist anders, geringer, als im ungepaarten Zustand.

35:12.250 --> 35:16.110
Das heißt, es gibt eine, wenn Sie einen Duplex nehmen und erhitzen,

35:16.390 --> 35:19.510
und dann schmilzt er bei einer gewissen Temperatur, und das können Sie

35:19.510 --> 35:24.450
verfolgen mit der Extektion, normiert auf Standardwerte.

35:25.450 --> 35:27.250
Hier wird geschmolzen.

35:27.590 --> 35:32.270
Hier ist 50%, ist noch ein Duplex circa, und 50% geschmolzen.

35:32.270 --> 35:34.930
Und Sie sehen, da ist die TNA.

35:36.830 --> 35:42.430
Da, die schmilzt, das ist die Sequenz, ein Hexadechameres, da bei

35:42.430 --> 35:44.950
ungefähr zwischen 50 und 60 Grad.

35:45.490 --> 35:49.790
Die RNA schmilzt auch ungefähr zwischen 50 und 60 Grad.

35:50.110 --> 35:54.590
Und wenn man einen Strang RNA-Skelett nimmt und den anderen Strang TNA

35:54.590 --> 35:56.650
-Skelett, gibt es die gleiche Kurve.

35:56.650 --> 36:02.230
Das heißt, die TNA, die spricht die gleiche Sprache wie die RNA.

36:03.110 --> 36:04.390
Das ist ein Rotesystem.

36:07.370 --> 36:11.890
Ja, und das zeigt nur als Wasch- und Vorbeigehen, wie man mit

36:11.890 --> 36:17.370
Leichtigkeit entscheiden kann, ob solche Paarungen antiparallel

36:17.370 --> 36:19.950
stattfinden oder parallel.

36:20.270 --> 36:24.630
Diese Strukturen sind sehr hoch asymmetrisch und haben ein A- und ein

36:24.630 --> 36:25.270
B -Ende.

36:25.270 --> 36:27.430
Die können so oder so.

36:27.590 --> 36:32.150
Die Natur natürlich nach Watson-Crick, nach Crick vor allem.

36:32.330 --> 36:33.790
Das ist der Beitrag von Crick.

36:34.310 --> 36:36.690
Antiparallele Anordnung in der Helix.

36:37.170 --> 36:47.050
Man nimmt ein Paar, ein Paar von Sequenzen, das ist komplementär in

36:47.050 --> 36:50.170
der antiparallelen, hier ist der Strich, da ist das gleiche Ende,

36:50.590 --> 36:53.110
antiparallel oder parallel.

36:53.110 --> 36:55.970
A-T, A-T, A-T, T-A und so weiter.

36:56.250 --> 36:59.910
Die sind parallel komplementär, antiparallel komplementär.

37:00.210 --> 37:05.070
Und Sie sehen, das Antiparallele, wunderbare Schmelzkurve, die

37:05.070 --> 37:06.490
Parallele nicht.

37:07.330 --> 37:11.590
Das kann man, entscheidende Eigenschaften kann man auf diese Weise.

37:12.010 --> 37:18.990
Das ist wieder von Bernhard Jaun mit Ebert, diese wunderbare Struktur,

37:19.390 --> 37:20.890
jetzt eine Helikale.

37:20.890 --> 37:26.610
Man muss helikal sein können, um mit der RNA zu sprechen.

37:27.770 --> 37:32.170
Man muss also diese helikale Form annehmen können, um mit ihr zu

37:32.170 --> 37:33.010
kommunizieren.

37:34.530 --> 37:40.730
Und ganz kurz vielleicht, das tue ich überspringen, das sind

37:40.730 --> 37:46.290
Ergebnisse, die zeigen, wie man eine RNA-Templat nehmen kann, eine

37:46.290 --> 37:51.510
Templatsequenz, und dann die DNA-Stücke legieren.

37:51.970 --> 37:58.410
Das heißt, man kann mit einer Templatsequenz, entweder von DNA oder

37:58.410 --> 38:05.010
von RNA, die Verknüpfung von zwei Stücken via Phosphodiester

38:05.010 --> 38:05.970
katalysieren.

38:06.610 --> 38:10.970
Wir wollen aus Zeitgründen das nicht ins Detail verfolgen.

38:11.230 --> 38:14.090
Aber da ist noch eine Eigenschaft, die von Interesse ist.

38:14.090 --> 38:21.790
Wenn man RNA, das ist ein T8, eine T8-Sequenz, wenn man die nimmt und

38:21.790 --> 38:26.010
diesen Bedingungen unterwirft, Magnesiumchlorid, Natriumchlorid, PA8,

38:26.110 --> 38:31.770
35 Grad, innerhalb von 4 Tagen sind 50, ist sie verschwunden.

38:32.630 --> 38:35.790
Die Halbwertszeit ist ungefähr weniger als ein Tag.

38:36.330 --> 38:42.170
Wird hydrolysiert, Phosphodiesterbrücken werden gespalten,

38:42.170 --> 38:43.070
hydrolytisch.

38:43.510 --> 38:45.350
Die pRNA ist etwas stabiler.

38:46.490 --> 38:55.310
Die Arabinopyranozyl, die Luxopyranozyl, die Luxopyranozyl, ja, und

38:55.310 --> 38:56.630
hier die Xylo.

38:57.370 --> 39:02.630
Die DNA ist ganz stabil unter diesen Bedingungen, die DNA auch.

39:03.530 --> 39:07.790
Diese Stabilität der RNA und seiner Analoge hängt damit zusammen, dass

39:07.790 --> 39:10.770
eine freie OH-Gruppe neben dem Phosphodiester sitzt.

39:10.770 --> 39:12.330
Die DNA hat keine.

39:12.670 --> 39:14.050
Und die DNA auch nicht.

39:14.670 --> 39:18.470
Also ein riesiger Stabilitätsunterschied gegenüber der Hydrolyse der

39:18.470 --> 39:18.870
DNA.

39:19.150 --> 39:23.050
Die ist vermutlich so stabil, wie die DNA ist.

39:24.690 --> 39:26.150
Ja, jetzt kehren wir zurück.

39:27.890 --> 39:35.350
Luxopyranozyl, wir haben das gesehen, 6 Bindungen, die 4,3 Analogon, 5

39:35.350 --> 39:41.570
Bindungen, Treofyranozyl, das entsprechende Analogon, hier, schön, 5

39:41.570 --> 39:42.050
Bindungen.

39:42.310 --> 39:47.270
Die Regel, dass wir 6 Bindungen brauchen, war eine gute, aber eine

39:47.270 --> 39:49.530
gute Regel mit Schwächen, mit Ausnahmen.

39:50.470 --> 39:52.770
Und das ist die Realität.

39:53.530 --> 39:58.590
Und es war natürlich eigentlich nicht so überraschend, dass man

39:58.590 --> 40:02.690
gefragt hat, ob, ja, braucht man diesen Ring hier?

40:03.290 --> 40:04.710
Oder braucht man ihn nicht?

40:05.050 --> 40:06.910
Man kann von hier zu hier her gehen.

40:06.910 --> 40:13.150
Und wir haben auch in einer Publikation haben wir das diskutiert, die

40:13.150 --> 40:20.210
Abstoßung der Phosphat-Anionen, der Anionen, Anionenzentren, könnte

40:20.210 --> 40:24.850
sehr wohl dazu führen, dass wenn alles aliphatisch ist, das die

40:24.850 --> 40:25.970
Struktur ist.

40:26.410 --> 40:31.070
Und wenn LCH2 ist, dann hat man ein kleines, ein aliphatisches

40:31.070 --> 40:33.130
Analogon der DNA.

40:33.990 --> 40:37.310
Wir haben das nur so hingeschrieben, haben es aber nicht gemacht.

40:37.950 --> 40:42.470
Einfach deshalb, weil eine solche Struktur mit LCH2, die sieht sehr

40:42.470 --> 40:47.670
einfach aus, aber die ist nach den Kriterien, dass eine solche

40:47.670 --> 40:55.810
Alternative nach der Chemie entstehbar sein sollte, wie die RNA.

40:56.810 --> 40:59.090
Dieses Kriterium ist nicht mehr erfüllt.

40:59.510 --> 41:03.970
Es braucht eine ganz andere Chemie, um diese einfach scheinende

41:03.970 --> 41:05.190
Struktur zu machen.

41:05.190 --> 41:07.550
Deshalb haben wir sie nicht untersucht.

41:07.990 --> 41:11.050
Heute muss ich zugeben, eigentlich bereue ich es ein wenig.

41:11.730 --> 41:18.330
Denn wir haben nicht geahnt, dass die Struktur so stark paart.

41:18.830 --> 41:22.330
Wenn ich gewusst hätte, wie stark sie paart, hätten wir uns

41:22.330 --> 41:27.510
wahrscheinlich befreit für einen Moment von diesem Kriterium, um sie

41:27.510 --> 41:28.390
herzustellen.

41:28.390 --> 41:39.270
Aber Mekkers, 2005, hat sie gemacht, elegante Weise, und das ist ein

41:39.270 --> 41:45.910
sehr stark paarendes System.

41:46.230 --> 41:49.550
Paart auch mit den natürlichen Nukleinsäuren.

41:50.250 --> 41:54.570
Also Sie sehen, die aliphatische, das was wir am Anfang gelernt haben,

41:54.710 --> 41:58.670
dass konformationelle Fixierung hilfreich ist für Stabilität.

41:59.350 --> 42:03.990
Es gibt noch andere Faktoren, die wichtig sind.

42:04.330 --> 42:06.070
Und das ist der lebende Beweis davor.

42:06.930 --> 42:12.110
Also, diese Mekkerche, die Glykol-NA, ist sie geheissen.

42:15.090 --> 42:17.310
Das ist die Zusammenfassung.

42:18.150 --> 42:20.890
Das ist der gesamte Feld von Möglichkeiten.

42:21.290 --> 42:23.490
Es gibt im Grunde vier Petrose-Möglichkeiten.

42:24.230 --> 42:28.530
Es gibt die Möglichkeiten, so viele Quadrate wie Möglichkeiten, in der

42:28.530 --> 42:34.070
Pentofuranose, in der Pentopyranoseform und in der Hexopyranoseform.

42:34.350 --> 42:36.350
Das ist Homo-DNA und das ist DNA.

42:36.830 --> 42:39.650
So, nebenbei, die gehören eigentlich nicht zu dieser Familie.

42:40.430 --> 42:45.210
Aber, Sie sehen, da ist RNA.

42:45.770 --> 42:48.750
Vermutlich, wenn man das untersuchen würde, würden hier auch noch

42:48.750 --> 42:53.570
Kolonnen, die sich über die Fläche heben, entstehen.

42:53.570 --> 42:58.470
Die Alternative hier mit der Erythrose, die ist viel zu unstabil, um

42:58.470 --> 42:59.830
akut sein zu können.

43:00.270 --> 43:01.890
Und hier haben wir keine gefunden.

43:02.410 --> 43:08.770
Das ist so eine Landschaft, eine Funktionslandschaft, die uns lehrt,

43:09.030 --> 43:13.730
was es braucht, um paaren zu können.

43:15.030 --> 43:21.590
Ein Kriterium, das habe ich kurz erwähnt, Homo-DNA, DNA, RNA und pRNA,

43:21.590 --> 43:25.690
das sind orthogonale Systeme, wenn es ums Paaren geht.

43:26.250 --> 43:29.950
Und der Hauptgrund, warum die nicht miteinander sprechen, ist

43:29.950 --> 43:34.650
vermutlich, die natürlichen Formen haben diese Art, die haben im

43:34.650 --> 43:38.750
Wesentlichen keine Neigung zwischen den beiden Achsen, die ich erwähnt

43:38.750 --> 43:39.110
habe.

43:39.870 --> 43:44.690
Die pRNA ist so geneigt und die Homo-DNA ist umgekehrt geneigt.

43:45.390 --> 43:47.990
Die reden, alle drei reden nicht miteinander.

43:48.450 --> 43:52.810
Und hier eine Zusammenfassung, die Eigenschaft der Warzen-Krieg

43:52.810 --> 43:57.230
-Paarung ist weit verbreitet in der strukturellen Umgebung von RNA.

43:58.070 --> 44:03.310
Das sind ja nur herausgepickte Systeme.

44:03.610 --> 44:08.310
Wenn man die gesamte Fläche untersuchen würde, würden noch einige

44:08.310 --> 44:09.370
weiterkommen.

44:09.870 --> 44:15.410
Man braucht keine helikale Form, um Warzen-Krieg-Paarung zu finden.

44:15.970 --> 44:17.810
Es gibt verschiedene Sprachen.

44:17.810 --> 44:23.450
Warzen-Krieg-Paarung kann auftreten ohne in verschiedenen Sprachen.

44:23.610 --> 44:26.830
Das ist die einfachste Art, um das auszudrücken.

44:27.390 --> 44:30.990
Es gibt verschiedene Stapelungsmodi.

44:31.490 --> 44:36.890
Es gibt die Intrastrangstapelung, wie sie in den natürlichen

44:36.890 --> 44:41.950
Nukleinsäuren sind, wenn sie so schön helikalisiert sind.

44:42.210 --> 44:45.830
Die Stapelung passiert zwischen Basen, die dem selben Strang

44:45.830 --> 44:46.570
angehören.

44:46.570 --> 44:53.830
Und es gibt dann die Intrastrangstapelung, die bei geneigten Systemen

44:53.830 --> 44:54.390
auftritt.

44:54.890 --> 44:59.150
Und das haben wir schon gesehen, die Natur hat sich nicht primär

44:59.150 --> 45:02.850
interessiert um starke Paarung.

45:04.570 --> 45:11.550
Das ist ein Perspektiv, ein Artikel nach der Publikation von der TNA

45:11.550 --> 45:22.210
durch den Pionier der Chemie von Oligonukleotiden im Zusammenhang mit

45:22.210 --> 45:24.770
der Frage nach der Entstehung des Lebens.

45:25.510 --> 45:30.370
Er ist einer der Hauptvertreter der Schule, die sagt, der Anfang muss

45:30.370 --> 45:37.790
in Systemen bestanden haben, die Informationen speichern konnten und

45:37.790 --> 45:39.190
sie replizieren konnten.

45:39.190 --> 45:42.790
Es gibt verschiedene Schulen, ich werde nicht auf diese Problematik

45:42.790 --> 45:45.950
eingehen, sondern ganz nahe bei der Chemie bleiben.

45:46.470 --> 45:53.970
Aber hier ist bemerkt worden, dass die TNA einfacher ist strukturell

45:53.970 --> 45:54.890
als die RNA.

45:55.470 --> 46:00.350
Also sie könnte vielleicht ein Vorläufer der RNA gewesen sein.

46:00.850 --> 46:09.330
Wir selbst blieben skeptisch in solchen Dingen, aber andere Leute sind

46:09.330 --> 46:10.310
da mutiger.

46:11.090 --> 46:16.830
Zum Beispiel Schostak, ein Biochemiker an der Harvard Medical School,

46:17.550 --> 46:23.850
hat gefunden, dass man TNA-Synthesen, also TNA-Sequenzen

46:23.850 --> 46:30.230
synthetisieren kann an einem DNA-Templat-Sequenz mit Hilfe einer

46:30.230 --> 46:36.830
Polymerase, einer DNA-Polymerase, einer speziellen, einer ziemlich

46:36.830 --> 46:38.450
toleranten Polymerase.

46:38.690 --> 46:44.410
Aber er kann also enzymatisch TNA-Sequenzen herstellen, an einem DNA

46:44.410 --> 46:45.070
-Templat.

46:46.270 --> 46:56.090
Und er hat ein Projekt in Gang mit hoher Intensität, das zum Ziel hat,

46:56.610 --> 47:00.870
die TNA in vitro zu evolvieren.

47:01.410 --> 47:07.590
Nämlich durch kombinatorische Streuung der Sequenzen mit Hilfe einer

47:07.590 --> 47:16.890
besonderen Technik von In-vitro-Selektion TNA-Sequenzen zu finden, die

47:16.890 --> 47:22.550
analog wie RNA-Sequenzen eine katalytische Funktion erfüllen können.

47:23.670 --> 47:29.010
In der Meinung, dass es sich lohnt, dass es wichtig ist, zu zeigen,

47:29.730 --> 47:36.590
dass diese Kombination, diese Verschmelzung zwischen genetischer und

47:36.590 --> 47:42.510
phänetischer Kompetenz, zwischen der Eigenschaft, in Form von

47:42.510 --> 47:49.410
Sequenzen Sequenzinformationen zu speichern, durch Replikationen

47:49.410 --> 47:57.190
weiterzugehen und in diesem Feld von ungezählten Möglichkeiten an

47:57.190 --> 48:02.530
Sequenzen solche zu haben, die eine katalytische Funktion erfüllen

48:02.530 --> 48:02.890
können.

48:03.730 --> 48:11.030
Das ist das Credo derjenigen, die glauben, auf diese Art hat das Leben

48:11.030 --> 48:11.450
begonnen.

48:12.410 --> 48:19.830
Und das ist natürlich eine Erfüllung dessen, was in einem der ersten

48:19.830 --> 48:24.650
Slides gezeichnet würde, nämlich zu schauen, ob es Alternativsysteme

48:24.650 --> 48:32.250
gibt, die nicht nur die chemische Fundamentaleigenschaft der Paarung

48:32.250 --> 48:37.730
beherrschen, sondern die auch Phänotyp sein könnten.

48:37.730 --> 48:43.690
Das hat man ja seit der Entdeckung der Ribozyme, ist das in

48:43.690 --> 48:45.090
Wohlbekanntheit.

48:48.170 --> 48:53.530
Jetzt, wir werden, das ist, weiter gehen wir nicht in diese Richtung.

48:53.930 --> 49:00.270
Diese Richtung, nämlich die Suche nach der Chemie des Lebensursprungs.

49:01.430 --> 49:05.090
Das ist eine Aufgabe der organischen Chemiker.

49:08.030 --> 49:13.070
Und es ist ziemlich sicher, dass dieses Jahrhundert nicht zu Ende

49:13.070 --> 49:19.630
gehen wird, ohne dass wir potenziell solche Chemie kennenlernen.

49:20.690 --> 49:25.530
Jetzt, wenn man auf sicher gehen will, und das ist vielleicht hier

49:25.530 --> 49:30.770
ausgedrückt, dann hält man sich am besten an ein Imperativ von dieser

49:30.770 --> 49:31.150
Art.

49:31.150 --> 49:36.850
Was man auch immer macht in dieser Richtung, soll auch nicht nur

49:36.850 --> 49:42.610
bezüglich dieser Richtung von Interesse sein, sondern es soll auch vom

49:42.610 --> 49:45.250
rein chemischen Standpunkt aus Interesse sein.

49:45.810 --> 49:50.930
Denn wer weiß, was diese Richtung noch alles für uns aufbewahrt.

49:51.470 --> 49:56.510
Man kann durchaus in einer, vielleicht während Jahrzehnten, in dieser

49:56.510 --> 50:01.230
Richtung marschieren und im nächsten Jahrzehnt wird gezeigt, oder

50:01.230 --> 50:05.630
gefunden, oder entdeckt, dass eine noch interessantere Möglichkeit in

50:05.630 --> 50:07.650
dieser Richtung zu finden wäre.

50:08.090 --> 50:09.410
Man muss sich von dem befreien.

50:09.830 --> 50:15.850
Was man tut, muss chemisch relevant sein, muss neue Chemie bedeuten.

50:16.670 --> 50:22.750
Und lassen Sie mich etwas, jetzt zum Schluss, von dem erzählen, was

50:22.750 --> 50:30.750
wir uns kürzlich bemühen, die Meinung, dass RNA am Anfang ist.

50:30.850 --> 50:33.950
Das ist eine in der Biologie und der Biologen weit verbreitete

50:33.950 --> 50:34.310
Meinung.

50:35.310 --> 50:39.570
Als Chemiker ist man da hoch skeptisch, insbesondere als jemand, der

50:39.570 --> 50:43.170
mit Nukleotiden zu tun gehabt hat.

50:43.610 --> 50:49.090
Und wenn man sich vorstellt, was es bedeuten würde, in Abweisenheit

50:49.090 --> 50:56.270
jeglichen Chemikers, dass sich in einer natürlichen Umgebung etwas

50:56.270 --> 50:58.850
begibt, das in diese Richtung führt.

50:59.950 --> 51:06.750
Diese Meinung der Biologen, dass RNA am Anfang steht, ist nicht die

51:06.750 --> 51:08.470
Meinung der Mehrheit der Chemiker.

51:08.590 --> 51:08.750
Warum?

51:09.410 --> 51:14.210
Es ist zum Beispiel, obwohl mit chemischen, modernen Methoden eine

51:14.210 --> 51:19.710
Leichtigkeit ist, Nukleoside zu machen, hier zu substituieren,

51:19.830 --> 51:24.730
irgendwas, das ist sehr leicht, aber nicht unter Bedingungen, die man

51:24.730 --> 51:26.910
als natürlich bezeichnen würde.

51:27.430 --> 51:33.530
Und es besteht das Dogma, dass Wasser halt doch ubiquitär ist, in

51:33.530 --> 51:34.790
einem solchen Zusammenhang.

51:35.590 --> 51:42.390
Wir haben uns bemüht um dieses Problem ein wenig, und haben die Chemie

51:42.390 --> 51:43.550
von dieser Art untersucht.

51:43.550 --> 51:47.550
Ich will nicht eingehen auf die Art, aber sie hat uns weitergeführt,

51:48.410 --> 51:50.110
was ich jetzt etwas besprechen soll.

51:51.710 --> 51:57.730
Nämlich Alternative, einmal als ich über diese Zuckeralternativen in

51:57.730 --> 51:59.430
Amerika, glaube ich zum 40.

51:59.790 --> 52:06.010
Jahrestag, der DNA, der Doppelhelix, da war in der ersten Reihe Watson

52:06.010 --> 52:07.690
und dann war Crick dort.

52:08.640 --> 52:17.050
Und nach der Diskussion sagt Crick, ja, schön, sollte man nicht auf

52:17.050 --> 52:18.770
die Basen variieren.

52:19.850 --> 52:24.890
Ich habe gesagt, selbstverständlich, die Basen, aber erstens ist das

52:24.890 --> 52:27.190
weniger breit, und wir haben nichts gemacht.

52:27.930 --> 52:32.890
Heute sind wir so weit, dass wir den Crickschen-Aufforderungen

52:32.890 --> 52:42.230
nachkommen wollen, möchten, und hier ist so ein Triazine als

52:42.230 --> 52:44.030
potenzielle Nukleobasen.

52:44.230 --> 52:44.250
Warum?

52:45.030 --> 52:48.790
Einfach deshalb, weil diese Dinger da, ausgehend von einer

52:48.790 --> 52:55.410
Carboxylfunktion und im Prinzip von einer Harnstofffunktion,

52:57.450 --> 53:03.130
bevorzugtweise in amylierter Form, wo die Sauerstoff noch Stickstoff

53:03.130 --> 53:03.730
bedeutet.

53:04.310 --> 53:08.710
Aber es gibt eine ganze Familie von Analoga, das ist der

53:08.710 --> 53:14.890
Harnstozianamid, das ist ein Molekül, das man überall findet, wenn man

53:14.890 --> 53:19.750
mit Energie auf Materie hämmert, und das sind die entsprechenden

53:19.750 --> 53:20.370
Dimeren.

53:20.970 --> 53:25.630
Und das sind einfach aktivierte Formen, Varianten von der

53:25.630 --> 53:26.790
Carboxylfunktion.

53:26.790 --> 53:30.110
In verschiedenster Weise kann man diese beiden Funktionen

53:30.110 --> 53:34.770
zusammenbringen und findet Triazine, das ist wohlbekannte Chemie in

53:34.770 --> 53:35.870
der Literatur.

53:36.590 --> 53:40.970
Mit chemischen Methoden, aber die Extrapolation auf mögliche

53:40.970 --> 53:43.770
natürliche Varianten ist relativ harmlos.

53:44.690 --> 53:49.990
Und wir fragen uns, ist das da nicht eine Familie, die die Eigenschaft

53:49.990 --> 53:51.930
von Nukleobasen erfüllen könnte?

53:52.150 --> 53:57.430
Das wäre sehr einfach, denn Carboxylfunktionen und Harnstofffunktionen

53:57.430 --> 53:58.870
sind natürlich.

54:02.510 --> 54:08.950
Das wären dann, das ist Watson-Crick, das sind die Basen, von denen

54:08.950 --> 54:15.050
ich kurz gesprochen habe, und hier wären die Paare, das wären Triazin

54:15.050 --> 54:16.130
-Triazin -Paare.

54:16.590 --> 54:20.570
Sie sehen, das ist unser Triazin, das wir gehabt haben, hier irgendein

54:20.570 --> 54:21.050
Rest.

54:21.050 --> 54:24.990
Das war ein Carboxyl-C-Atom.

54:25.510 --> 54:30.230
Und das entsprechende Dioxoanalogon, formal das Hydrolyseprodukt der

54:30.230 --> 54:31.070
Diaminoform.

54:31.530 --> 54:35.010
Und dann gibt es noch diese Form, nämlich Amino-Keto.

54:35.470 --> 54:40.070
Und da gibt es drei Tautomeren, und die Frage ist, können die ein Paar

54:40.070 --> 54:43.990
bilden, das entspricht einem Zytosin-Guanine-Paar.

54:44.170 --> 54:45.970
Ganz, ganz einfache Chemie.

54:49.630 --> 54:55.010
Und jetzt kommt dieser Rückgriff zu dieser Konformation.

54:55.830 --> 55:01.850
Geschichte, das ist die idealisierte A-Typ-DNA-Konformation in einem

55:01.850 --> 55:02.410
Duplex.

55:03.330 --> 55:07.730
Und überall, wo rot ist, ist die Iterationswinkel 180 Grad, in der

55:07.730 --> 55:08.790
idealisierten Form.

55:09.610 --> 55:14.150
Und das ist das Resultat der Minimisierung von sterischer Hinderung.

55:14.950 --> 55:19.410
Für die RNA, die eine OH-Gruppe hat, die einzige Lösung.

55:20.350 --> 55:22.790
Der B-Typ ist keine Lösung.

55:23.710 --> 55:27.450
Und Sie sehen, wenn man den Ring weglässt und nur dem Skelett

55:27.450 --> 55:33.490
nachgeht, dann könnte man ein Skelett haben, das da in diesen roten

55:33.490 --> 55:35.770
Bezirken immer planar sein sollte.

55:36.670 --> 55:40.970
Also, und es gibt noch die zweite Konformation, man kann Analoges tun,

55:41.150 --> 55:43.090
tun wir nicht, gehen wir hier her.

55:43.330 --> 55:44.570
Da ist nochmals dasselbe.

55:46.930 --> 55:52.450
Wenn man eine aliphatische Skelette sucht, die in diese Richtung gehen

55:52.450 --> 55:56.790
könnte, dann müsste man hier Doppelbindungen haben, das können Amide

55:56.790 --> 55:57.590
-Gruppen sein.

55:58.490 --> 56:00.590
Man ist dann bei einem Petit.

56:01.030 --> 56:02.990
Ganz einfach, bei einem Petit.

56:03.390 --> 56:08.150
Aber diese Konformation würde man wahrscheinlich tendenziell auch

56:08.150 --> 56:10.890
erhalten, wenn man hier Heteroatome hätte.

56:10.890 --> 56:17.550
Die würden nämlich mit Hilfe des Gauss-Effekts diese Form einnehmen

56:17.550 --> 56:18.310
wollen.

56:18.830 --> 56:25.450
Es gibt andere Konformationen, aber diese Konformation gehört zu den

56:25.450 --> 56:26.230
Ungespannten.

56:28.790 --> 56:33.170
Das ist eine Aufforderung eines Skeletts und das da ist eine

56:33.170 --> 56:33.890
Aufforderung.

56:34.330 --> 56:37.970
Das ist natürlich nicht sehr überraschend.

56:38.900 --> 56:42.130
Hier nochmals, jetzt Triazine.

56:42.550 --> 56:43.990
Was hat das für Konsequenzen?

56:44.470 --> 56:46.830
Die Triazine, das sind ja keine Pyrimidine.

56:47.190 --> 56:53.390
Sie sehen, das da ist die RNA gewesen, wieder, hier jetzt das

56:53.390 --> 57:01.090
Pyrimidin, da Uracil, hier dasselbe, das Skelett und hier eingebaut

57:01.090 --> 57:03.290
diese rote Pyrimidin.

57:03.550 --> 57:04.750
Die Paarung sagt sich so.

57:04.750 --> 57:09.890
Wenn ich hier ein Triazin anbringen würde, direkt an diese Spitze,

57:10.030 --> 57:14.670
hier, dann hätte ich ein sehr ähnliches System mit einer

57:14.670 --> 57:18.850
Paarungsachse, die im Wesentlichen in dieser zweidimensionalen

57:18.850 --> 57:22.050
Darstellung die gleiche ist wie bei der RNA.

57:23.670 --> 57:30.670
Und wenn ich jetzt da weitergehe zur Pepitform, da kann ich ein

57:30.670 --> 57:35.070
Triazin hier anfügen ohne Linker.

57:35.550 --> 57:39.730
Ich kann hier CH2CH2 haben, dann ist das die Glutaminsäure.

57:40.590 --> 57:46.130
Also die externe Karboxylgruppe der Glutaminsäure ist Triazinyliert.

57:46.770 --> 57:48.590
Und hier ist die Asparginsäure.

57:49.350 --> 57:55.590
Das wird immer die zweite sein müssen, weil die Bindungszahl 6 hier

57:55.590 --> 57:56.870
eingehalten ist.

57:57.590 --> 58:02.050
Das heisst, eine Karboxylgruppe der Glutaminsäure in einem

58:02.050 --> 58:06.550
Polyglutamat wäre Astriazin, die nächste wäre frei.

58:09.470 --> 58:17.170
Das erinnert natürlich an die bedeutende Entdeckung 1991 der PNA, die

58:17.170 --> 58:18.710
viele von Ihnen kennen.

58:19.630 --> 58:24.110
Und für uns war eine gewisse Sentimentalität damit verknüpft, dass

58:24.110 --> 58:28.410
parallel mit dem Beginn der homodianen Arbeiten, den Zusammenarbeiten

58:28.410 --> 58:34.750
der ZIBA, wir diese Art von Verbindung gemacht haben, das Oktamere,

58:35.410 --> 58:38.810
und haben getestet, ob das paart, und das tat nicht.

58:39.430 --> 58:40.730
Wir haben es aufgegeben.

58:40.830 --> 58:45.730
Heute ist ganz klar, wir haben es aufgegeben mit den 8 Meeren, und wir

58:45.730 --> 58:47.810
hätten das 16 Meere machen müssen.

58:48.130 --> 58:48.730
Mindestens.

58:50.130 --> 58:52.010
Ja, aber das ist reine Nostalgie.

58:53.690 --> 58:59.930
Was wir untersucht haben ist, nehmen wir die Asparaginsäure,

59:01.430 --> 59:06.810
Asparaginsäure als Triazin, hier, das ist eine Alpha-Minosäure, das

59:06.810 --> 59:08.870
ist ein alternierendes Polypeptid.

59:10.330 --> 59:16.930
Vielleicht ist es wichtig, dass Dietrichsen sehr früh erkannt hat, und

59:16.930 --> 59:22.350
gezeigt hat, dass in der Polypeptid-Reihe ein Potential von

59:22.350 --> 59:27.670
Paarungssystemen vorliegt, das auszuschöpfen ist.

59:28.390 --> 59:33.050
Das ist eine, was hier neu ist, ist nur das Triazin.

59:33.830 --> 59:41.530
Es gibt ziemlich viel Arbeiten heute, über Polypeptid-abgeleitete

59:41.530 --> 59:46.250
Paarungssysteme mit natürlichen Nukleinbasen.

59:47.150 --> 59:54.670
Hier ist das das Glutamin, und vielleicht sollten wir zurückgehen, Sie

59:54.670 --> 01:00:01.030
sehen, bei der Asparaginsäure passt die Paarungsachse nicht zur

01:00:01.030 --> 01:00:05.030
Paarungsachse der RNA.

01:00:05.810 --> 01:00:10.550
Da passt sie, da passt sie, die Richtung in dieser zweidimensionalen

01:00:10.550 --> 01:00:11.750
Darstellung ist dieselbe.

01:00:12.010 --> 01:00:13.890
Aber hier ist das ganz deutlich verschieden.

01:00:14.650 --> 01:00:15.570
Was soll das heißen?

01:00:15.790 --> 01:00:19.910
Ja, man würde sagen, wenn mit dieser Art von Überlegung etwas dran

01:00:19.910 --> 01:00:23.050
ist, dann ist das besser, und das besser als das.

01:00:23.050 --> 01:00:25.170
Also gehen wir zum Experiment.

01:00:26.750 --> 01:00:30.210
Das ist die Glutaminsäure.

01:00:31.530 --> 01:00:35.610
Polyglutamat, zwölf mehr, und sechs mehr.

01:00:36.150 --> 01:00:37.930
Zwölf mehr, sechs mehr.

01:00:39.310 --> 01:00:43.750
Hier Asparagin, Glutamin, Triazin.

01:00:44.430 --> 01:00:47.050
Asparagin, Glutamin, Triazin.

01:00:47.370 --> 01:00:52.330
Asparagin als Karboxylat, das simuliert sozusagen das Phosphat und

01:00:52.330 --> 01:00:57.070
gibt diesen Systemen ganz klare Wasserlöslichkeit.

01:00:57.430 --> 01:01:01.970
Das ist enorm wichtig, wenn Sie mit Polymeren arbeiten.

01:01:02.850 --> 01:01:08.190
Also, alles ist negativ geladen, diese Oligomeren, und das sind ihre

01:01:08.190 --> 01:01:12.170
Eigenschaften, des Diaminotriazins.

01:01:13.290 --> 01:01:22.130
Das sechs mehrere ist bereits ein schönes Paarungssystem mit RNA und

01:01:22.130 --> 01:01:22.670
DNA.

01:01:23.750 --> 01:01:24.970
Das heisst mit was?

01:01:25.310 --> 01:01:31.970
Mit dem Thymin der DNA und mit dem Uracil, aber hier ist ein Thymin,

01:01:32.190 --> 01:01:40.010
RNA, was wir hier gehabt haben, eine sehr effiziente Paarung.

01:01:41.150 --> 01:01:45.610
Und das ist die Art, wie man weiterhin noch untersucht, ob wir es

01:01:45.610 --> 01:01:48.830
wirklich mit Paarung zu tun haben, oder irgendetwas anderes.

01:01:49.470 --> 01:01:51.170
Das will ich nicht weiter besprechen.

01:01:51.410 --> 01:01:53.370
Und das ist das Asparagin-Fall.

01:01:53.830 --> 01:01:59.050
Aspartik, Asparagin, Karboxylat, Asparagin, Triazin, Diamino.

01:01:59.570 --> 01:02:00.290
Alternierend.

01:02:01.810 --> 01:02:03.010
Schönes Paarungssystem.

01:02:03.490 --> 01:02:06.130
Ganz deutlich schwächer als Glutamin.

01:02:06.510 --> 01:02:12.150
Das heisst, diese naive, oder so extrem vereinfachte Analyse, wie sind

01:02:12.150 --> 01:02:13.110
die Paarungsachsen?

01:02:13.110 --> 01:02:13.950
Die sind verschieden.

01:02:14.070 --> 01:02:17.450
Beim Triazin und beim Pyrimidin hat das eine Bedeutung.

01:02:18.350 --> 01:02:23.250
Es scheint nach diesen Ergebnissen vielleicht eine Bedeutung zu haben.

01:02:23.510 --> 01:02:27.190
Hier ist Rot, ist das Glutaminsystem.

01:02:27.870 --> 01:02:34.590
Blau ist Aspartik, und sonst haben wir Glutamin, Aspartik.

01:02:34.990 --> 01:02:40.870
Wir sehen, dass sechs mehrere PMs, gar kein Vergleich.

01:02:40.870 --> 01:02:49.410
Also, dieses alternierende Asparaginat, Glutamin, Triazin, ist ein

01:02:49.410 --> 01:02:55.050
System, das sehr wohl mit der RNA und der DNA spricht.

01:02:56.070 --> 01:02:57.010
Gehen wir weiter.

01:02:58.090 --> 01:02:59.830
Mit DNA tut es das auch.

01:03:00.330 --> 01:03:02.810
Das sind zwölf mehrere, das Glutamin-Fall.

01:03:03.370 --> 01:03:12.110
Hier haben wir DNA, das ist DNA, das ist RNA, das sind zwölf mehrere,

01:03:12.370 --> 01:03:13.790
und das ist die DNA.

01:03:14.390 --> 01:03:18.490
Deutlich schwächer, aber es spricht, sie sprechen miteinander.

01:03:21.990 --> 01:03:26.630
Man muss offenbar dem Ding etwas Ruhe geben inzwischen.

01:03:28.790 --> 01:03:30.030
Der andere...

01:03:30.030 --> 01:03:31.390
Hier, ich habe noch einen.

01:03:32.750 --> 01:03:33.370
Dankeschön.

01:03:37.670 --> 01:03:38.290
Danke.

01:03:42.050 --> 01:03:45.930
Ja, dann gab es einen Post-Doktor in Kritz, das muss ich hier

01:03:45.930 --> 01:03:53.210
hinzählen, der hat sich eingelebt, und ich gab ihm etwas zu tun, und

01:03:53.210 --> 01:03:58.510
er sagt, er ist gekommen mit der Frage, ob er nicht das dann machen

01:03:58.510 --> 01:03:59.110
könnte.

01:03:59.870 --> 01:04:04.230
Dieses System hier, das ist nämlich das, was wir in

01:04:09.250 --> 01:04:13.830
der Bearbeitung haben.

01:04:13.970 --> 01:04:16.030
Das ist der Chiral, sagt er.

01:04:16.290 --> 01:04:20.670
Der Italiener, Francesco De Ricardi, das ist Chiral, das hat ihm nicht

01:04:20.670 --> 01:04:21.230
gepasst.

01:04:21.830 --> 01:04:24.230
Und er hat gesagt, schieben wir doch das hier her.

01:04:25.690 --> 01:04:30.910
Immer wenn ein junger Mensch einem älteren Professor einen Vorschlag

01:04:30.910 --> 01:04:36.610
macht, dann muss er damit rechnen, dass die Reaktion mal abwehrend

01:04:36.610 --> 01:04:37.030
ist.

01:04:37.670 --> 01:04:38.410
Das ist ganz klar.

01:04:40.130 --> 01:04:43.090
Und ich freue mich heute, dass es nicht war.

01:04:43.630 --> 01:04:47.950
Ich habe mit dem Kerl die Sache untersucht, analysiert, was wäre der

01:04:47.950 --> 01:04:48.790
Ausgangsprodukt.

01:04:49.190 --> 01:04:53.630
Ausgangsprodukt wäre eine wunderbare, einfache Verbindung hier, da,

01:04:53.630 --> 01:04:59.150
diese Diamyl-Essig-Säure.

01:04:59.530 --> 01:05:00.810
Und ich habe das Modell gemacht.

01:05:01.870 --> 01:05:03.030
Wunderbare Helix.

01:05:03.650 --> 01:05:10.030
Also, mein Freund De Ricardi durfte und sollte das machen.

01:05:10.390 --> 01:05:12.070
Das ist die Konformationsanalyse.

01:05:12.310 --> 01:05:13.330
Das ist das Resultat.

01:05:14.150 --> 01:05:20.130
Es war uns wichtig, zu sehen, wie breit verstärkt diese Fähigkeit ist,

01:05:20.130 --> 01:05:21.110
zu paaren.

01:05:21.510 --> 01:05:25.990
Wir paaren immer mit den natürlichen Systems, zwischen einem Triazin,

01:05:26.310 --> 01:05:30.130
mit einer ganz anderen Paarungsachse.

01:05:30.590 --> 01:05:37.270
Hier der Asparaginsäure-Typ, obwohl es nicht mehr Asparaginsäure ist.

01:05:37.950 --> 01:05:39.330
Deutliche Paarung.

01:05:41.030 --> 01:05:45.430
Das ist eine andere Art, um zu zeigen, das ist wirklich Paarung mit

01:05:45.430 --> 01:05:46.510
der Stereometrie.

01:05:46.510 --> 01:05:48.750
Und das ist nicht das übliche.

01:05:49.210 --> 01:05:55.050
Ein Diamino-Triazin und ein Urazin.

01:05:55.630 --> 01:06:01.530
Das ist die Paarung, offensichtlich, in dem, was wir vorher beobachtet

01:06:01.530 --> 01:06:01.970
haben.

01:06:02.910 --> 01:06:05.830
Ja, was ist denn mit dem anderen?

01:06:06.070 --> 01:06:09.750
Diamino-Triazin, das ist die Keto-Triazin.

01:06:10.390 --> 01:06:17.610
Wir haben keinen Partner mit einem Keto, es sei denn in einer

01:06:17.610 --> 01:06:18.610
natürlichen Reihe.

01:06:19.090 --> 01:06:20.890
Wir haben nur Adenin.

01:06:21.590 --> 01:06:27.710
Das ist etwas deutlich anderes und wir haben in den ersten Versuchen

01:06:27.710 --> 01:06:33.710
gezeigt, dass wir keine Paarung finden, zwischen dem Diketo-Glutamin

01:06:33.710 --> 01:06:38.090
-Asparagin und einem Polyadenin.

01:06:39.290 --> 01:06:42.970
Und das hat uns dazu geführt, wir müssen die Selbstpaarung in diesem

01:06:42.970 --> 01:06:49.510
System untersuchen, obwohl diese langen Dinger da jetzt natürlich...

01:06:49.510 --> 01:06:50.530
Was ist das Resultat?

01:06:52.150 --> 01:06:56.750
Wir haben das Diamino-Triazin wirklich sich wunderbar verhält.

01:06:57.670 --> 01:07:04.770
Die Diketo-Form hat kaum die Eigenschaft, die Paarung einzugehen.

01:07:05.710 --> 01:07:07.450
Wie das hier geschrieben wird.

01:07:07.450 --> 01:07:15.890
Die PK, der PK-Wert von diesem Diketo-Triazin liegt auch bei einer

01:07:15.890 --> 01:07:18.890
viel saureren Seite als ein Pyrimidin.

01:07:19.210 --> 01:07:20.330
Ungefähr bei 6.

01:07:20.550 --> 01:07:21.990
Es reicht 6,5.

01:07:23.010 --> 01:07:26.790
Und die Tatsache ist einfach die, das PK-Wert mag eine Eigenschaft

01:07:26.790 --> 01:07:29.130
haben, das ist unsere Paarungskurve.

01:07:29.650 --> 01:07:36.050
Für ein 16-Mehr heißt das de facto, das ist höchst schwache, keine

01:07:36.050 --> 01:07:39.050
funktionelle Paarung.

01:07:44.110 --> 01:07:50.850
Aber wir hatten von frühen Besuchen ein Dekamer und ein Dodekamer und

01:07:50.850 --> 01:07:57.970
ein Hexadekamer der PNA-Rei mit Diamino-Purin.

01:07:59.070 --> 01:08:04.590
Also die Frage, kann dieses Diketo-Triazin wirklich nichts?

01:08:04.590 --> 01:08:07.830
Und die Antwort heißt, nein, es kann etwas.

01:08:08.370 --> 01:08:12.910
Schlechter, deutlich schlechter als alles, was wir gesehen haben.

01:08:13.290 --> 01:08:17.690
Aber es ist ganz klar, das ist das Dodekamer, das ist das Hexadekamer,

01:08:18.410 --> 01:08:19.970
es ist Paarungsfehl.

01:08:20.370 --> 01:08:25.370
Aber auf eine Art, die keinen Zweifel darüber lässt, die Natur hätte

01:08:25.370 --> 01:08:26.510
das nicht brauchen können.

01:08:27.230 --> 01:08:32.830
Das heißt, die alternative Triazin, die war wunderbar, die Diamino,

01:08:33.350 --> 01:08:37.850
aber das Diketo die Diketo-Form ist für praktische Zwecke wie sie die

01:08:37.850 --> 01:08:39.830
Natur braucht, nicht brauchbar.

01:08:40.210 --> 01:08:44.150
Wir sehen, das ist jetzt ein Ausflug in eine Alternative, die uns

01:08:44.150 --> 01:08:49.210
belehrt, das ist nicht die Richtung, die die Natur hätte gehen können.

01:08:50.830 --> 01:08:56.170
Wir haben uns befasst mit vier Systemen, eines habe ich nicht

01:08:56.170 --> 01:08:59.050
besprochen, aber das sind die anderen.

01:08:59.350 --> 01:09:04.750
Überall findet man wenigstens auf der Diamino-Seite diese Eigenschaft.

01:09:05.490 --> 01:09:08.970
Die Arbeit muss vervollständigt werden, ist gar kein Zweifel.

01:09:13.010 --> 01:09:17.110
Die Lehre, die wir daraus ziehen, mit höchster Wahrscheinlichkeit, das

01:09:17.110 --> 01:09:21.630
letzte Wort ist beileibe nicht gesprochen, aber das ist eine

01:09:21.630 --> 01:09:25.970
Alternative, die chemisch attraktiv ist, außerordentlich einfach, kein

01:09:25.970 --> 01:09:31.170
Zweifel, diese Art von Chemie müsste man annehmen können, dass sie

01:09:31.170 --> 01:09:36.270
verfügbar war in einer solchen Welt, aber funktionell weit unterlegen,

01:09:37.150 --> 01:09:38.910
einer natürlichen Nukleobase.

01:09:40.170 --> 01:09:44.690
Es gibt aber noch andere Alternativen, alternative Nukleobasen, die

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warten, untersucht zu werden.

01:09:47.550 --> 01:09:53.350
Und das ist nur ein Anfang auf dem Wege, abzuklären, ist wirklich die

01:09:53.350 --> 01:09:55.910
Nukleobasen, die sie heute vorliegen.

01:09:56.250 --> 01:10:00.790
Natürlich ist das das Beste, aber das ist eine Meinung.

01:10:02.790 --> 01:10:10.350
Und es ist möglich, das zu untermalen und man ist nie sicher, was

01:10:10.350 --> 01:10:13.050
schlussendlich noch herauskommt.

01:10:14.550 --> 01:10:19.130
Die Folgerungen, ich habe von Folgerungen schon gesprochen, vielleicht

01:10:19.130 --> 01:10:21.070
tun wir nur über das reden,

01:10:24.450 --> 01:10:31.150
diese Beengung, was man untersuchen soll, dieser Strukturtyp von

01:10:31.150 --> 01:10:36.490
Backbone, dieser Strukturtyp von Nukleobase, diese Beengung müsste man

01:10:36.490 --> 01:10:37.230
fallen lassen.

01:10:37.890 --> 01:10:43.330
Und man müsste ganz generell, systematisch die Landschaft der

01:10:43.330 --> 01:10:47.750
möglichen Strukturen, die die Eigenschaft haben könnten, diese

01:10:47.750 --> 01:10:56.310
Forderung, Eigenschaften zu besitzen, die einen solchen Anfang

01:10:56.310 --> 01:10:59.830
ermöglichen könnten, wie wir es anfänglich angedeutet haben,

01:11:00.310 --> 01:11:06.470
systematisch abklären, was für Möglichkeiten die Natur tatsächlich zur

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Verfügung hatte, aus der Sicht eines Phänekurses.

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Ja, das sind meine jungen Kollegen, BTH.

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Nach meiner Emeritierung hatte ich das Glück, mit Leuten ein Jahr nach

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dem anderen zu tun zu haben.

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Viele davon konnten wir dann transferieren über den Atlantik, damit

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sie auch etwas von Amerika erfahren.

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Ram Krishnamurti war einer der ersten Postdoktoren 1992 an der BTH.

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Heute ist er Associate Professor am Scripps und betreut die Gruppe,

01:11:53.430 --> 01:11:56.870
wenn ich den Sommer in der Schweiz verbringe.

01:11:57.790 --> 01:12:04.170
Ich hatte mal das Privileg, und ich freue mich, Prof. Krinker hier zu

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sehen, in Frankfurt, mit im Laboratorium von Prof. Noe vom

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Pharmazeutischen Institut, eine kleine Gruppe zu haben und mit

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Problemen dieser Art zu arbeiten.

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Und das ist das Geschenk vom Präsident Richard Lerner vom Scripps

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-Institut, der mir die Möglichkeit gegeben hat, mit kleiner Gruppe,

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aber konstant an Fragen zu arbeiten, die Gegenstand dieses Vortrags

01:12:40.030 --> 01:12:41.470
waren. Dankeschön.

