WEBVTT

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In jedem Unternehmen gibt es einen verborgenen Schatz, das Wissen,

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dass sich einzelne Mitarbeiter in ihrem Arbeitsalltag über Jahre hin

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angeeignet haben.

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Diesen Schatz ans Tageslicht zu heben und dem Unternehmen insgesamt

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zur Verfügung zu stellen, ist eine schwierige, nicht selten nahezu

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unlösbare Aufgabe.

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Am Forschungszentrum für Informatik des Karlsruher Instituts für

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Technologie hat sich genau dieses Ziel gesteckt.

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Traditionelle E-Learning-Angebote vermitteln halt sehr konsolidiertes

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Wissen, während es auf dem anderen Ende halt Dinge gibt wie Ideen, die

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ich meinen Kollegen weitergebe, die sind noch sehr unreif.

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Da ist es sehr schwer, die zu vermitteln, weil der Kontext dann oft

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auch fehlt und dazwischen gibt es dann solche Zwischenstufen.

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Andreas Schmidt ist Abteilungsleiter am Karlsruher Forschungszentrum

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Informatik.

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Er koordiniert das von der EU ins Leben gerufene Major-Projekt, bei

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dem elf Partner in fünf europäischen Ländern versuchen, dem Geheimnis

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der Lernprozesse in Unternehmen auf die Spur zu kommen.

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Der phänomenale Erfolg von Blogs und Communities im Internet hat die

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Forscher dabei besonders neugierig gemacht.

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Weil man beobachtet hat, dass in Web 2.0-Angeboten, Web 2.0

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-Communities, sich Menschen freiwillig engagieren, freiwillig ihr

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Wissen weitergeben, freiwillig mitarbeiten.

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Also Dinge, wo man vorher eigentlich vermutet hätte, da müssen Gelder

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fließen, damit Leute das überhaupt tun.

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Und die Idee war, das im Projekt Major aufzugreifen, dieses Engagement

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und zu sagen, wie kann ich das im Unternehmen nutzbar machen, wie kann

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ich auch diese Motivationsprozesse nutzbar machen.

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Am Ende soll eine computergestützte Arbeitsumgebung stehen, bei der

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der Entwicklungsprozess des Wissens und die Weitergabe optimal

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gefördert werden.

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Was in Major gemacht werden soll, ist so eine persönliche Lernumgebung

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als Baukasten bereitzustellen, sodass sich jeder das zusammenstellen

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kann anhand unterschiedlicher Bausteine, die ihm helfen, mit anderen

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zusammenzuarbeiten.

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Das ist im Prinzip etwas, was auf dem Desktop des einzelnen Users ist,

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wo er seine Kommunikationswerkzeuge, seine Kollaborationswerkzeuge

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zusammenstecken kann und wo es dann die Möglichkeit gibt, auch mit

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unternehmensweiten Systemen zu interagieren.

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Aber auch die beste Software kann nichts bewirken, wenn die

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Unternehmenskultur nicht stimmt.

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Eigentlich die Idee hinter Major ist halt auch, dass ich sage, ich

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lasse die Mitarbeiter mal machen und greife dann die interessanten

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Punkte auf und investiere dort Ressourcen, damit ich dann sagen kann,

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daraus kann ich ein neues Produkt machen, da kann ich eine neue

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Marktchance dann wahrnehmen.

