WEBVTT

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Was ist das Geheimnis des Laufstils von Lukas Podolski?

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Warum ermüdet der spanische Stürmer David Villa praktisch nie?

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Nicht nur bei Leistungssportlern gibt das Zusammenspiel von Muskeln

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und Bewegungsapparat der Wissenschaft immer noch Rätsel auf.

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Ob als Läufer oder Geher, der Mensch in Bewegung ist ein hochkomplexes

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Zusammenspiel unterschiedlichster Faktoren.

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Um diesem Geheimnis endlich auf die Spur zu kommen, wurde jetzt am

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Karlsruher Institut für Technologie ein hochmodernes Bio-Motion

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-Zentrum eröffnet.

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Eines der Highlights sind sicherlich die zehn Vicon-Kameras.

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Das sind Infrarot-Kameras, die Infrarot-Licht aussenden und dann über

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reflektierende Marker dann wieder diese Information an die Kameras

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zurückgehen.

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Mit diesen Systemen können wir in Echtzeit also diese Marker im Raum

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verfolgen.

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Und wenn da ein menschlicher Körper beispielsweise entsprechend

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vermarkert ist, können wir den ganzen Körper in Echtzeit von seinen

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räumlich -zeitlichen Bewegungen her erfassen.

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Der Biomechanik-Professor Hermann Schwammeder ist Hausherr im neuen

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Bewegungs - und Diagnosezentrum Bio-Motion am KIT.

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Mit Hilfe von Hochgeschwindigkeitskameras, Kraftmessplatten, einem

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ultramodernen Fahrradergometer und Schlitten zur Kraftdiagnostik soll

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die Gelenkbelastung bei übergewichtigen Kindern ebenso erforscht

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werden, wie das Potenzial der Leistungssteigerung bei

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Spitzensportlern.

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Es werden Bodenreaktionskräfte gemessen, das heißt Kräfte, die von

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außen auf den Körper wirken.

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Wir haben auch noch andere Systeme zur Verfügung, indem wir

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beispielsweise Druckverteilungen messen.

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Aber das geht auch so weit, dass wir auch Muskelaktivitäten

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untersuchen.

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Das heißt, bei welchen Bewegungen sind welche Muskeln wie stark im

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Einsatz.

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Vor allem Grundlagenforschung soll im Karlsruher Bio-Motion Zentrum

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betrieben werden.

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Schließlich stehen die Bewegungswissenschaften noch ganz am Anfang.

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Der laufende oder rennende Mensch, wissenschaftlich gesehen, ist er

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nach wie vor ein Buch mit sieben Siegeln.

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Es geht auch darum, die Korrelation zwischen metabolischen Parametern,

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also die den Stoffwechsel betreffen, und biomechanischen zu

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analysieren.

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Was ebenfalls sehr, sehr interessant ist, das ist im Bereich der

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Individualität.

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Das heißt, wie persönlich spezifisch sind jetzt bestimmte

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Ausprägungen, wie stabil sind Bewegungen, wie stark werden sie

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beeinflusst von bestimmten anderen Parametern, sei es jetzt Ermüdung

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oder zusätzlichen Belastungen.

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Ist das Rätsel der menschlichen Bewegung erst einmal ein Stück weit

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gelüftet, werden übrigens auch die Roboter der nächsten Generation

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davon profitieren können.

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Stefan Fuchs, Karlsruher Institut für Technologie.

