WEBVTT

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Hier an der Uni, der Radio-Regenbogen-Campus-Report.

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Bundestags-, Europa- oder Landtagswahlen per Mausklick.

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Das könnte Realität werden mit Computerwahlmaschinen.

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Aber das Bundesverfassungsgericht hat in einem Urteil Anfang März die

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Hürden sehr hochgelegt.

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Am Karlsruher Institut für Technologie wurde ein spezielles

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Wahlverfahren entwickelt.

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Und wenn es nach den Wissenschaftlern geht, dann gehört das sog.

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Bingo-Voting in Zukunft in jede Wahlkabine.

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Der Name passt zu dem Verfahren, weil die Korrektheit in erster Linie

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darauf beruht, dass Sie in der Wahlkabine eine frische Zufallszahl

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sehen und davon überzeugt sind, dass diese Zahl echt zufällig ist.

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Dr. Jörn Müller-Quade ist Leiter des Europäischen Instituts für

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Systemsicherheit.

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Seit zwei Jahrzehnten kämpft man am EISS gegen den Missbrauch von

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Computeranwendungen.

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Ein computerbasiertes Wahlverfahren zu entwickeln, das zuverlässig

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Manipulationen ausschließt, ist in diesem Zusammenhang eine durchaus

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anspruchsvolle Aufgabe.

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Wenn Sie die Wahlkabine betreten, können Sie dort entweder eine

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Wahlmaschine bedienen oder zum Beispiel auch ein klassisches Kreuz auf

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dem Papier machen und das durch einen Scanner in die Urne fallen

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lassen.

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Danach würde eine Zufallszahl erscheinen auf einem

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Zufallszahlengenerator und Sie würden einen Beleg bekommen und können

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jetzt testen, ob diese Zufallszahl, die Sie dort sehen, tatsächlich

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bei Ihrer gewählten Partei auf dem Beleg zu sehen ist.

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Das Wahlgeheimnis bleibt auf diese Weise gewahrt.

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Dabei ist der Klick in der Wahlkabine nur eine von insgesamt drei

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Phasen beim Bingo-Voting.

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Vor der Wahl werden Zahlen festgelegt, die als Stimmen ungültig sind,

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weil jede Partei gleich viele davon bekommt.

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In der Wahlkabine ist es so, dass jeder Partei, die Sie nicht gewählt

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haben, eine Stimme aus diesem Pool zugeordnet wird.

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Die verlieren sozusagen eine Stimme aus dem Pool, während die Partei,

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die Sie gewählt haben, die frische Zufallszahl vom

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Zufallszahlengenerator zugeordnet bekommt.

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Am Abend können Sie dann überprüfen, ob Ihr Beleg tatsächlich zusammen

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mit dem Wahlergebnis veröffentlicht wurde und Ihre Stimme tatsächlich

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gezählt wurde.

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Nachprüfbar und sicher ist das Bingo-Voting zweifellos Bezüglich der

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einfachen Verständlichkeit für alle Bürger werden die Karlsruher

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Wissenschaftler wohl noch nachbessern müssen.

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Stefan Fuchs, Karlsruher Institut für Technologie.

