WEBVTT

00:06.300 --> 00:10.660
So, meine Damen und Herren, ich begrüße Sie ganz herzlich zur heutigen

00:10.660 --> 00:15.480
Übung Technische Mechanik I für Wirtschaftsingenieure, beziehungsweise

00:16.060 --> 00:20.580
wir haben das Ganze ja integriert, Übung und Vorlesung, heute

00:20.580 --> 00:23.560
Technische Mechanik I für Wirtschaftsingenieure.

00:24.700 --> 00:28.260
Ich möchte ganz kurz wiederholen, was wir uns gestern erarbeitet

00:28.260 --> 00:28.540
haben.

00:30.000 --> 00:35.680
Das Wichtigste war, wir haben den Moorschen Spannungskreis vorbereitet

00:36.300 --> 00:40.000
und Sie werden heute den Moorschen Spannungskreis live in Aktion

00:40.000 --> 00:40.520
erleben.

00:40.940 --> 00:42.120
Was haben wir gemacht?

00:42.220 --> 00:45.860
Wir haben uns mit der Frage beschäftigt, wie können wir

00:45.860 --> 00:50.560
Koordinatensysteme drehen und was passiert dann mit den Spannungen in

00:50.560 --> 00:52.580
einem gedrehten Koordinatensystem?

00:53.520 --> 00:55.300
Also, Spannungen...

00:57.920 --> 00:58.540
Uiuiuiui...

00:58.540 --> 01:01.340
Ach, das ist überhaupt nicht kalibriert, tut mir leid.

01:01.960 --> 01:06.660
Wir müssen nochmal das Smartboard kalibrieren.

01:27.160 --> 01:28.480
So, weiter geht's.

01:30.460 --> 01:32.660
Also, Spannungen...

01:40.860 --> 01:48.240
Spannungen im gedrehten Koordinatensystem.

01:59.570 --> 02:02.130
Das war das Thema der letzten Vorlesung.

02:02.130 --> 02:09.630
Und dazu hatten wir unser Koordinatensystem um den Winkel Phi gedreht.

02:11.470 --> 02:14.250
Drehung des Koordinatensystems.

02:25.150 --> 02:28.270
Und wir haben die Spannungen Sigma Xi...

02:32.210 --> 02:32.650
Beta...

02:33.530 --> 02:38.230
ausgedrückt in diesem gedrehten Koordinatensystem, also die beiden

02:38.230 --> 02:44.910
Hauptspannungen aus den ursprünglichen Spannungen Sigma X und Sigma Y.

02:46.910 --> 02:50.690
Plus, Minus, Einhalb...

02:50.690 --> 02:53.290
Sigma X minus Sigma Y...

02:55.030 --> 02:57.490
mal Cosinus 2 Phi...

02:59.310 --> 03:01.230
plus, Minus...

03:01.230 --> 03:04.290
Tau XY...

03:05.230 --> 03:07.810
mal Sinus von 2 Phi.

03:08.330 --> 03:13.590
Also, wenn Sie den Spannungszustand im Original-Koordinatensystem

03:13.590 --> 03:18.750
kennen, Sigma X, Sigma Y und Tau XY, zwei Normalspannungen, eine

03:18.750 --> 03:22.590
Schubspannung, dann können Sie mit Hilfe dieser Formel die beiden

03:22.590 --> 03:26.450
Werte Sigma Xi und Sigma Eta, die beiden Normalspannungen im gedrehten

03:26.450 --> 03:28.270
Koordinatensystem, ausrechnen.

03:28.790 --> 03:33.430
Die negativen Vorzeichen gelten für Sigma Eta, das positive Vorzeichen

03:33.430 --> 03:34.730
überall für Sigma Xi.

03:37.410 --> 03:37.890
So,

03:42.050 --> 03:43.850
jetzt haben wir das Maximum hier erreicht.

03:45.090 --> 03:48.770
Ich kriege hier andauernd eine Rückkopplung, einen Schall, also ich

03:48.770 --> 03:50.490
muss mir fast die Ohren zuhalten jetzt.

03:51.210 --> 03:52.590
Sie können mich hören, da ganz hinten?

03:53.750 --> 03:54.630
Schon eingeschlafen?

03:54.830 --> 03:55.390
Ne, okay.

03:56.750 --> 03:57.990
Das will ich nicht weiter stören.

03:58.990 --> 04:07.670
So, für die Schubspannung Tau hatten wir herausgefunden Tau Xi Eta

04:07.670 --> 04:26.070
sind hier gleich 1,5 Sigma X minus Sigma Y Sinus 2 Phi plus Tau XY

04:26.070 --> 04:30.110
Cosinus 2 Phi.

04:34.680 --> 04:37.120
Was haben wir jetzt damit gemacht?

04:39.040 --> 04:42.520
Wir haben diese Gleichung genommen und haben uns gefragt, wo finden

04:42.520 --> 04:45.780
wir Extremwerte der Normalspannung und der Schubspannung.

04:45.900 --> 04:49.220
Und wir haben festgestellt, erstens A, wir finden diese Extremwerte,

04:49.680 --> 04:51.380
wir können sie berechnen, wunderbar.

04:51.820 --> 04:54.320
Und B, sie sind auch recht aussagekräftig.

04:54.640 --> 04:57.860
Denn unter dem Maximum der Schubspannung haben wir gesehen, gibt es

04:57.860 --> 05:01.600
bestimmte Materialien, die versagen und es gibt andere Materialien,

05:01.760 --> 05:04.040
die versagen unter dem Maximum der Normalspannung.

05:04.040 --> 05:07.800
Also das Ganze ist sinnvoll und das Ganze ist wichtig, wenn Sie

05:07.800 --> 05:11.900
Bauteile bemessen wollen, dann müssen Sie Ihr Koordinatensystem so

05:11.900 --> 05:15.300
lange drehen, bis Sie das Maximum der Normalspannung erhalten,

05:15.700 --> 05:18.840
beziehungsweise so lange drehen, bis Sie das Maximum der Schubspannung

05:18.840 --> 05:22.520
erhalten und genau den Wert verwenden Sie dann bei der Bemessung.

05:22.940 --> 05:27.940
Je nachdem, ob Ihr Material stärker auf die Normalspannungen oder

05:27.940 --> 05:30.340
stärker auf die Schubspannungen anspricht.

05:31.400 --> 05:36.220
Jetzt gab es einen Trick, wie man sofort alle Normal- und

05:36.220 --> 05:41.680
Schubspannungen in einem gedrehten Koordinatensystem unter beliebigem

05:41.680 --> 05:44.380
Drehwinkel V aufzeichnen kann.

05:44.880 --> 05:47.860
Und dazu braucht man nur einen Zirkel, mehr brauchen Sie nicht.

05:48.720 --> 05:51.580
Dazu wurden diese beiden Formeln einfach quadriert und zusammenaddiert

05:51.580 --> 06:06.260
und das Ergebnis war Sigma Xi minus 1,5 Sigma X plus Sigma Y zum

06:06.260 --> 06:21.420
Quadrat plus Tau Xi Eta zum Quadrat gleich 1,5 Sigma X minus Sigma Y

06:21.420 --> 06:23.800
zum Quadrat

06:28.170 --> 06:33.010
plus Tau XY zum Quadrat.

06:33.010 --> 06:37.570
Rechte Seite ist bekannt und stellt den Radius eines Kreises dar.

06:38.110 --> 06:45.390
Linke Seite Sigma Xi und Tau Xi Eta sind die beiden unbekannten Größen

06:45.960 --> 06:49.340
und die beiden Größen, die lassen sich jetzt an einem Kreis anordnen

06:49.530 --> 06:54.210
mit dem Radius Wurzel aus 1,5 Sigma X minus Sigma Y Quadrat plus Tau

06:54.210 --> 06:59.950
XY Quadrat steht gerade auf der rechten Seite und verschoben entlang

06:59.950 --> 07:06.970
der Sigma Xi Achse genau um 1,5 Sigma X plus Sigma Y verschoben.

07:07.710 --> 07:10.630
Das wird uns auf den Mohr'schen Spannungskreis führen.

07:11.070 --> 07:15.230
Das ist die Kreisgleichung für den Mohr'schen Spannungskreis.

07:18.370 --> 07:19.810
Otto Mohr.

07:20.750 --> 07:24.930
Muss schon Otto Mohr heißen, um einen Kreis zu erfinden.

07:26.030 --> 07:27.650
Können Sie sich ganz einfach merken.

07:29.010 --> 07:33.410
Also wer so viele runde Os in seinem Namen hat, als einziges Vokal das

07:33.410 --> 07:36.150
O, der muss doch den Spannungskreis erfinden.

07:36.750 --> 07:40.810
So, wie sehen die Maxima aus?

07:42.970 --> 07:46.810
Die Maxima haben wir gefunden, wir haben bisher das Sigma Max

07:46.810 --> 07:47.370
ermittelt.

07:48.370 --> 07:58.330
Sigma Max haben wir herausgefunden, tritt dann auf, wenn der Tangens

07:58.330 --> 08:14.770
von 2 Alpha gerade 2 Tau XY durch Sigma X minus Sigma Y ist und genau

08:14.770 --> 08:20.170
dann wird für diesen Winkel Tau XY 0.

08:21.150 --> 08:27.470
Und der Sigma, der Maximalwert ist dann Sigma X plus Sigma Y

08:31.080 --> 08:49.760
plus minus 1,5 Sigma X minus Sigma Y zum Quadrat plus 4 Tau XY Quadrat

08:52.900 --> 08:57.180
und daraus die Wurzel.

09:03.360 --> 09:04.520
So, okay.

09:07.060 --> 09:09.120
Wie haben wir diesen Wert ausgerechnet?

09:09.240 --> 09:14.220
Wir haben dazu einfach die Gleichung für das Sigma Xi Eta abgeleitet

09:16.460 --> 09:21.120
nach dem Argument, nach dem Winkel Phi und diese Ableitung 0 gesetzt.

09:21.280 --> 09:24.100
Erste Ableitung 0 gesetzt und das Maximum ausgerechnet.

09:24.100 --> 09:29.720
Genauso kann man sich jetzt natürlich auch das Maximum ausrechnen für

09:29.720 --> 09:30.820
die Schubspannung.

09:32.640 --> 09:34.680
Also maximale Schubspannung.

09:41.380 --> 09:46.540
Und das Witzige ist, für den Winkel Beta, unter dem die maximale

09:46.540 --> 09:53.500
Schubspannung auftritt, findet man dann Tangens 2 Alpha mal Tangens 2

09:53.500 --> 09:56.100
Beta gleich 1.

09:58.200 --> 10:02.320
Wer von Ihnen kann mir sagen, welche Beziehung dann zwischen Alpha und

10:02.320 --> 10:08.020
Beta gelten muss, wenn Tangens 2 Alpha mal Tangens 2 Beta gleich 1

10:08.020 --> 10:08.380
ist?

10:11.940 --> 10:15.080
Nehmen wir den Winkel Alpha beispielsweise.

10:18.620 --> 10:21.880
Da muss ich zu dem Winkel Alpha noch irgendwas dazu addieren, damit

10:21.880 --> 10:22.840
ich auf Beta komme.

10:25.320 --> 10:26.980
Wie viel muss ich dazu addieren?

10:30.840 --> 10:31.560
Was glauben Sie?

10:33.380 --> 10:35.140
Pi Viertel, genau.

10:37.560 --> 10:39.200
Wie kommt man auf Pi Viertel?

10:40.200 --> 10:41.600
Im Skript nachlesen, okay.

10:42.280 --> 10:44.880
Wenn man nicht im Skript nachliest, wie kann man sich das Ganze dann

10:44.880 --> 10:45.340
überlegen?

10:45.960 --> 10:47.660
Na ja, was passiert denn?

10:47.880 --> 10:52.380
Tangens 2 Alpha und Tangens 2 Beta müssen reziprok zueinander sein.

10:52.380 --> 10:56.860
Im Tangens 2 Alpha steht Sinus 2 Alpha durch Kosinus 2 Alpha.

10:57.520 --> 11:01.620
Im Tangens 2 Beta steht Sinus 2 Beta durch Kosinus 2 Beta.

11:02.080 --> 11:06.340
Damit die beiden reziprok sind, muss der Winkel Beta praktisch so weit

11:06.340 --> 11:11.960
weitergewandert sein, dass aus dem Sinus 2 Alpha ein Kosinus 2 Alpha

11:11.960 --> 11:19.560
wird und vom Wert her aus dem Kosinus 2 Alpha ein Sinus 2 Alpha

11:19.560 --> 11:20.320
geworden ist.

11:20.320 --> 11:24.980
Das wäre bei einem Argument Phi ein Winkel von 90°.

11:25.200 --> 11:30.280
Wir wandern in unserem Sinus oder unserem Kosinus genau um 90° weiter.

11:30.880 --> 11:34.480
Jetzt steht aber im Argument nicht einfach der Winkel Phi oder Beta,

11:35.020 --> 11:36.600
sondern es steht der Winkel 2 Beta.

11:37.080 --> 11:40.740
Also muss ich nicht um 90° weiterwandern, sondern nur um 45°.

11:41.520 --> 11:45.500
Die Multiplikation mit dem Vorfaktor 2 sorgt dann dafür, dass aus dem

11:45.500 --> 11:49.040
Winkel von 45° ein Phasenversatz von 90° wird.

11:49.880 --> 11:55.340
Also Beta und Alpha sind gerade um Pi Viertel plus minus Pi Viertel

11:55.340 --> 11:57.280
phasenversetzt zueinander.

11:58.820 --> 12:04.700
Wenn das eine Maximum bei 15° auftritt, tritt das andere bei 45° plus

12:04.700 --> 12:07.820
15°, also bei 60° auf und so weiter.

12:09.180 --> 12:13.160
Und auch den Wert kann ich mir ausrechnen, indem ich mir jetzt einfach

12:13.160 --> 12:19.200
hier diesen Morschenspannungskreis, diese Formel hier anschaue und mir

12:19.200 --> 12:24.320
überlege, Tau Xi Eta wird doch dann am größten sein, wenn der erste

12:24.320 --> 12:26.600
Summand am kleinsten ist.

12:27.880 --> 12:33.780
Also heißt das, Tau Xi Eta wird dann am größten sein, dieser zweite

12:33.780 --> 12:34.220
Summand.

12:35.060 --> 12:37.940
Die rechte Seite ist ja immer die gleiche, das sind ja die Werte im

12:37.940 --> 12:39.540
ungedrehten Koordinatensystem.

12:39.540 --> 12:46.460
Wenn ich mein Sigma Xi gerade so hinbekomme, das ist ein Halb Sigma X

12:46.460 --> 12:48.440
plus Sigma Y ist.

12:49.660 --> 13:03.500
Also Tau Max tritt dann auf für Sigma Xi gleich ein Halb Sigma X plus

13:03.500 --> 13:04.220
Sigma Y.

13:04.220 --> 13:07.420
Und da sehen wir schon einen wichtigen Unterschied.

13:09.140 --> 13:13.640
Beim Maximum der Normalspannung verschwindet die Schubspannung, beim

13:13.640 --> 13:17.320
Maximum der Schubspannung verschwindet aber nicht die Normalspannung,

13:17.460 --> 13:21.800
sondern sie nimmt einen Wert an, ein Halb Sigma X plus Sigma Y.

13:23.160 --> 13:27.720
Wir befinden uns gerade über dem Mittelpunkt dieses Kreises sozusagen,

13:28.280 --> 13:31.560
also der Wert Sigma Xi nimmt gerade den Wert dem Mittelpunkt dieses

13:31.560 --> 13:32.320
Kreises an.

13:33.140 --> 13:35.680
Tau ist dann sozusagen der Rest.

13:36.400 --> 13:39.920
Tau ist dann das, was auf der rechten Seite steht, das heißt der

13:39.920 --> 13:43.260
gesamte Radius fließt in meine Schubspannung Tau ein.

13:43.700 --> 13:49.040
Tau Max ist dann rechte Seite, können Sie hier einfach abschreiben

13:49.040 --> 13:50.320
oder sich unterstreichen.

13:51.280 --> 14:01.660
Ein Halb Sigma X minus Sigma Y zum Quadrat plus Tau XY Quadrat.

14:02.320 --> 14:06.980
Jetzt haben wir viele Formeln gesehen und ich verspreche Ihnen, das

14:06.980 --> 14:09.840
war eigentlich jetzt so gut wie die letzte Formel, die ich Ihnen

14:09.840 --> 14:10.820
hergeleitet habe.

14:11.320 --> 14:14.520
Der Rest ist dann, wir schauen uns den Urschussspannungskreis mal an,

14:14.860 --> 14:18.580
also eine geometrische Konstruktion, aber mit Formeln und Herleiten

14:18.580 --> 14:20.140
ist jetzt erstmal Schluss.

14:20.680 --> 14:23.420
Jetzt wollen wir ein bisschen was rechnen, das heißt wir wollen die

14:23.420 --> 14:26.660
Formeln in Arbeit übersetzen und schauen, was wir damit anfangen

14:26.660 --> 14:28.100
können für konkrete Beispiele.

14:28.900 --> 14:32.620
Beispielsweise für so etwas, was auch einmal einer Klausur entstammt.

14:33.980 --> 14:35.680
Was ist denn das für ein Gebilde?

14:36.420 --> 14:41.020
Da stellen wir fest, auf der rechten Seite haben wir hier eine feste

14:41.020 --> 14:45.980
Einspannung, dann kommt ein Stab und dieser Stab wird an seinem Ende

14:45.980 --> 14:49.040
belastet durch eine Kraft F.

14:49.680 --> 14:55.920
Diese Kraft F greift aber nicht einfach in Richtung der Symmetrieachse

14:55.920 --> 15:00.600
des Querschnittes an, also auf dem Niveau des Flächenmittelpunktes,

15:00.940 --> 15:05.280
greift also nicht einfach hier an, sondern sie greift versetzt dazu

15:05.280 --> 15:05.540
an.

15:05.940 --> 15:10.140
Sie sehen das, hier ist ein Hebelarm A noch vorhanden.

15:10.700 --> 15:14.740
Dadurch ruft diese Kraft F nicht nur ein Biegemoment hervor, sondern

15:14.740 --> 15:15.980
auch ein Torsionsmoment.

15:15.980 --> 15:20.940
Die erste Frage ist daher Schnittgrößen.

15:27.440 --> 15:33.700
Für die elementare Stabtheorie brauchen wir die Fälle Biegung und

15:33.700 --> 15:38.000
Torsion, also benötigen wir bei den Schnittgrößen das Biegemoment MB

15:38.000 --> 15:41.080
und das Torsionsmoment MT.

15:42.460 --> 15:45.280
Für eine beliebige Stelle des Querschnitts.

15:45.580 --> 15:46.440
Wie gehen Sie vor?

15:47.560 --> 15:51.300
Sie schneiden den Träger, Sie betrachten natürlich das negative

15:51.300 --> 15:54.760
Schnittufer, denn Sie wollen ja nicht erst die Auflagereaktionen

15:54.760 --> 15:56.960
ausrechnen, das wäre ja viel zu umständlich.

15:57.460 --> 16:01.400
Also Sie betrachten das negative Schnittufer, machen sich einen

16:01.400 --> 16:04.980
schönen Freischnitt und berechnen die Schnittgrößen MB und MT.

16:05.880 --> 16:07.220
Was wollen wir danach wissen?

16:09.400 --> 16:14.080
Danach wollen wir wissen, wie groß sind denn die Spannungen, die MB

16:14.080 --> 16:15.500
und MT hervorrufen.

16:16.660 --> 16:18.500
Welche Spannungen rufen die denn hervor?

16:19.180 --> 16:23.180
Also das Biegemoment ruft eine Biegesspannung hervor, diese

16:23.180 --> 16:25.300
Biegesspannung ist eine Normalspannung.

16:26.020 --> 16:27.960
Sigma in Folge Biegung.

16:28.820 --> 16:32.840
Das Torsionsmoment ruft eine Schubspannung, Tau hervor.

16:35.300 --> 16:39.340
Beide Formeln habe ich Ihnen hergeleitet in der Vorlesung, Sie können

16:39.340 --> 16:42.080
also diese beiden Spannungen ausrechnen.

16:42.200 --> 16:45.540
Und dann ist die dritte Frage, wie groß sind die Hauptspannungen?

16:49.060 --> 16:50.700
Was muss ich dort machen?

16:51.600 --> 16:55.820
Ich muss einfach eine Folie wieder zurückblättern oder mich an die

16:55.820 --> 17:00.200
Vorlesung am Montag erinnern, muss die Formeln hernehmen für Sigma Xi

17:00.200 --> 17:06.360
und Sigma Eta, für den Winkel Phi gleich Alpha, muss die Spannungen

17:06.360 --> 17:10.660
Sigma und Tau einsetzen, dazu muss ich aus denen erstmal einen ebenen

17:10.660 --> 17:18.140
Spannungszustand machen, Sigma X, Sigma Y und Tau, haben wir beim

17:18.140 --> 17:24.180
letzten Mal auch geübt für einige Sonderfälle, und kann dann mir damit

17:24.180 --> 17:25.960
die Hauptspannungen ausrechnen.

17:25.960 --> 17:32.340
So, das ist die Aufgabe, da werden wir so ungefähr, na, 10 Minuten

17:32.340 --> 17:34.400
oder so, lasse ich Sie jetzt mal ein bisschen rechnen.

17:34.900 --> 17:40.360
Wenn Sie Fragen haben zu der Aufgabe, zur Vorlesung, zu anderen

17:40.360 --> 17:44.320
Übungsaufgaben oder zu irgendwelchen sonstigen Dingen, solange Sie

17:44.320 --> 17:49.300
halbwegs mit Mechanik zu tun haben, melden Sie sich, ich komme hin und

17:49.300 --> 17:50.520
dann besprechen wir das Ganze.

17:50.520 --> 17:54.960
Ansonsten lautet die Aufgabe, sauberer Freischnitt, MB und MT,

17:55.680 --> 18:00.280
Spannungsformeln auswerten für Normal- und Schubspannung, die den

18:00.280 --> 18:03.020
ebenen Spannungszustand ermitteln und dann die Hauptspannung

18:03.020 --> 18:09.060
ausrechnen, und das ist eine typische Klausuraufgabe, aber bei weitem

18:09.060 --> 18:13.180
nicht vollständig, in der Klausur haben Sie zwei Aufgaben und die sind

18:13.180 --> 18:16.740
hammerhart und Sie haben 75 Minuten Zeit, also Sie müssen sich

18:16.740 --> 18:20.240
unheimlich ranhalten, da ist die Aufgabe noch ein bisschen länger.

27:27.360 --> 27:33.880
Wir zeichnen uns unser negatives Schnittufer ein, Normalkraft,

27:34.980 --> 27:43.900
Querkraft, Biegermoment und wenn Sie sich jetzt wundern, warum die

27:43.900 --> 27:49.040
Querkraft nach oben zeigt und das Biegermoment im Uhrzeigersinn dreht,

27:49.140 --> 27:52.380
also mathematisch negativ, dann denken Sie einfach dran, das ist das

27:52.380 --> 27:53.260
negative Schnittufer.

27:53.260 --> 27:58.220
Unser Koordinatensystem sitzt ganz links in der festen Einspannung,

27:58.920 --> 28:04.380
wir betrachten den rechten Abschnitt des Trägers, diese Seite hier,

28:04.940 --> 28:07.460
dann müssen wir das negative Schnittufer betrachten.

28:07.460 --> 28:11.980
Und jetzt kommt noch eine Größe dazu bei diesem Schnittufer, das ist

28:11.980 --> 28:13.160
das Torsionsmoment.

28:14.600 --> 28:18.640
Torsionsmoment zeigt ebenfalls in negative Richtung nach links.

28:19.320 --> 28:24.640
Dann haben wir noch die Kraft F, hier hinten auf diesem Träger

28:24.640 --> 28:25.200
wirkend.

28:26.300 --> 28:29.500
So, wir interessieren uns nicht für alle Schnittgrößen, sondern nur

28:29.500 --> 28:32.660
für das Biegermoment und für das Torsionsmoment, also machen wir auch

28:32.660 --> 28:42.900
nur ein Momentengleichgewicht um unsere Y-Achse im Schnittpunkt S.

28:45.220 --> 28:48.140
Und die Summe aller Momente ist natürlich Null.

28:49.520 --> 28:56.500
Dann haben wir einmal unser Biegermoment MB, negativ orientiert, also

28:56.500 --> 29:02.320
Minus -MB und wir haben die Wirkung unserer Kraft F.

29:02.320 --> 29:07.200
Um diese Wirkung richtig einschätzen zu können, müssen wir hier uns

29:07.200 --> 29:09.660
vergewissern, dass wir an der Stelle X schneiden.

29:10.920 --> 29:12.580
Wie lang ist dann der Hebelarm?

29:14.600 --> 29:16.520
Klar, L-X.

29:17.740 --> 29:22.960
Diese Strecke hier wäre die Stelle X, an der ich schneide.

29:22.960 --> 29:26.240
Der restliche Hebelarm ist L-X.

29:26.880 --> 29:34.720
Minus-MB plus F L-X.

29:37.540 --> 29:46.460
Und wir haben es mit einer Drehung hier im Uhrzeigersinn zu tun, also

29:46.460 --> 29:47.760
negatives Uhrzeichen.

29:47.760 --> 29:57.020
Also Minus F L-X und damit MB gleich Minus F L-X.

29:59.960 --> 30:02.360
So, jetzt brauchen wir noch das Torsionsmoment.

30:03.600 --> 30:11.360
Also Summe aller Momente um die X-Achse im Flächenmittelpunkt der

30:11.360 --> 30:13.720
Schnittfläche gleich Null.

30:19.050 --> 30:24.390
MT, rechte Handregel, dreht natürlich in entgegengesetzter Richtung,

30:24.630 --> 30:29.070
das heißt Minus-MT muss sich hier als erstes eintragen.

30:29.570 --> 30:30.970
Jetzt haben wir noch die Kraft F.

30:31.830 --> 30:35.650
Die Kraft F hat, und das sehen Sie an dem linken Bildchen, den

30:35.650 --> 30:36.870
Hebelarm A.

30:37.490 --> 30:40.150
Also F mal A wäre das Moment.

30:40.630 --> 30:43.430
Und jetzt muss ich mir nur noch überlegen, in welche Richtung dreht

30:43.430 --> 30:43.670
es.

30:44.130 --> 30:48.630
Sie sehen hier, die X-Achse kommt Ihnen entgegen, die Kraft F ist so

30:48.630 --> 30:51.790
versetzt, wie in dieser dreidimensionalen Zeichnung noch angedeutet,

30:52.450 --> 30:58.390
also dreht sie, rechte Handregel, im positiven Drehsinn, also Plus F

30:58.390 --> 30:59.510
mal A.

31:00.850 --> 31:06.850
Das Ganze ist Null, also ist das Torsionsmoment MT gleich F mal A.

31:07.310 --> 31:09.750
Insbesondere ist das Torsionsmoment konstant.

31:10.330 --> 31:15.190
Das Biegemoment nimmt mit kleiner werdenden X-Werten zu.

31:15.190 --> 31:17.490
Wo ist das Biegemoment am größten?

31:18.470 --> 31:21.270
Welches Biegemoment muss ich für die Dimensionierung verwenden?

31:22.290 --> 31:26.870
Das maximale Biegemoment, und das ist vom Betrag her maximal

31:26.870 --> 31:32.950
jedenfalls F mal L an der Einspannstelle.

31:33.990 --> 31:39.490
An der Einspannstelle liegt das Maximum dieses Biegemoments vor.

31:41.950 --> 31:45.990
Wenn Sie möchten, können Sie hier das negative Vorzeichen mit

31:45.990 --> 31:46.630
reinsetzen.

31:46.750 --> 31:49.910
Betragsmäßig ist das Biegemoment dort am größten.

31:51.010 --> 31:55.690
Auswirkungen hat das Vorzeichen dann auf die Frage, wo ist die

31:55.690 --> 31:59.450
Zugfaser und wo ist die Druckfaser bei unserem Querschnitt.

31:59.450 --> 32:04.070
So, jetzt haben wir die erste Frage beantwortet, Schnittgrößen haben

32:04.070 --> 32:04.650
wir gefunden.

32:05.470 --> 32:07.770
Wie leiten wir daraus jetzt die Spannungen ab?

32:11.860 --> 32:13.920
Wie sieht denn die Biegespannung aus?

32:15.500 --> 32:18.820
Sigma B, maximale Biegespannung.

32:20.460 --> 32:23.080
Das ist das maximale Biegemoment,

32:27.640 --> 32:32.880
geteilt durch das Flächenmoment, zweiten Grades der Fläche.

32:36.560 --> 32:40.160
Das ist aber noch nicht alles.

32:40.920 --> 32:43.820
Wir müssen das Ganze multiplizieren mit dem Randabstand Z.

32:44.820 --> 32:47.060
Wie groß ist dieser Randabstand?

32:48.160 --> 32:50.420
Kreisquerschnitt, Radius R.

32:55.740 --> 32:59.420
Um diese Formel wirklich auswerten zu können, brauchen wir das Iy.

32:59.420 --> 33:07.880
Iy für einen Kreisquerschnitt ist eine Formel, hatte ich Ihnen in der

33:07.880 --> 33:11.060
Vorlesung nicht hergeleitet, wir hatten nur das polare Flächenmoment.

33:11.500 --> 33:18.000
Wir wissen, das polare Flächenmoment ist Pi halber R hoch 4.

33:20.100 --> 33:28.600
Wie schaut es dann mit Iy aus, wenn Ip Pi halber R hoch 4 ist?

33:29.540 --> 33:33.160
Ip, das polare Flächenmoment, ist gleich Iy plus Iz.

33:34.620 --> 33:38.200
Iy und Iz für einen Kreisquerschnitt werden aus Symmetriegründen

33:38.200 --> 33:39.100
gleich groß sein.

33:39.100 --> 33:42.500
Also ist Ip zweimal Iy.

33:42.900 --> 33:46.060
Da muss also Iy gerade einhalb mal Ip sein.

33:46.500 --> 33:50.080
Also müssen Sie hier noch mit einhalb multiplizieren.

33:50.560 --> 33:56.440
Iy ist gleich Pi mal R hoch 4 viertel.

33:58.180 --> 33:59.780
Setzen Sie das Ganze ein.

34:01.040 --> 34:03.880
Ups, dann habe ich keinen Platz mehr, aber Sie vielleicht noch.

34:03.980 --> 34:10.520
Sigma Bmax ist dann gleich maximales Wiegemoment.

34:11.580 --> 34:15.780
Davon nehmen wir jetzt mal die Beträge, damit wir positive Werte

34:15.780 --> 34:16.180
haben.

34:16.180 --> 34:23.600
Teilen durch Pi R hoch 4, multiplizieren mit R und multiplizieren mit

34:23.600 --> 34:24.100
einer 4.

34:24.740 --> 34:34.020
Ein R kürzt sich heraus und Sie haben 4 mal F mal L geteilt durch Pi R

34:34.020 --> 34:34.760
hoch 3.

34:36.580 --> 34:38.760
Wie sieht es aus mit der Torsion?

34:40.760 --> 34:42.640
Schubspannung entfolgt Torsion.

34:43.580 --> 34:45.340
Welche Formel haben wir da kennengelernt?

34:46.140 --> 34:51.820
Torsionsmoment F mal A geteilt durch polares Flächenmoment,

34:52.040 --> 34:56.920
Kreisquerschnitt, also Pi mal R hoch 4 mal 2.

34:57.620 --> 34:59.280
Schreiben wir gleich in den Zähler.

35:00.080 --> 35:05.400
Und dann müssen wir noch den Randabstand berücksichtigen, den Radius

35:05.400 --> 35:10.080
R, eigentlich klein R, der läuft zwischen Null und Groß R und am

35:10.080 --> 35:19.980
größten wird das Tau am Außenrand des Kreisquerschnittes, also Groß R

35:19.980 --> 35:21.180
müssen wir hier einsetzen.

35:21.920 --> 35:27.380
So, damit haben wir jetzt Taumax und Sigma Bmax ermittelt.

35:29.560 --> 35:35.840
Jetzt können wir auf Zahlenwerte gehen und könnten beispielsweise

35:35.840 --> 35:44.340
Aufgabe 3 lösen, indem wir jetzt diese Formel hier auswerten.

35:45.000 --> 35:47.060
Wie werten wir die Formel aus?

35:52.730 --> 35:55.970
Ups, da ist leider jetzt kein Platz mehr auf der Folie.

35:56.190 --> 35:57.470
Egal, lieber die nächste.

35:59.610 --> 36:09.970
Also, wir kennen Sigma Bmax und wir kennen den maximalen Wert unserer

36:09.970 --> 36:10.870
Schubspannung.

36:12.810 --> 36:17.590
Wir brauchen, um die Formel anzuwenden, die auf der Wiederholungsfolie

36:17.590 --> 36:20.190
steht, um die Hauptspannung auszurechnen für den ebenen

36:20.190 --> 36:24.270
Spannungszustand, brauchen wir Werte Sigma X, Sigma Y, Tau XY.

36:25.270 --> 36:27.330
Nichts einfacher als das Sigma X.

36:27.830 --> 36:33.510
Die Normalspannung in X-Richtung setzen wir an als Sigma Bmax, unsere

36:33.510 --> 36:35.310
maximale Normalspannung.

36:35.950 --> 36:38.490
Sigma Y haben wir nicht, ist Null.

36:39.110 --> 36:41.560
Tau XY ist gerade Taumax.

36:43.780 --> 36:50.080
Mit den Werten gehen wir jetzt rein in

36:53.270 --> 37:03.790
die Formel für Sigma Max und werten die Formel aus und erhalten mit

37:03.790 --> 37:09.130
dem Vorzeichen die beiden Hauptspannungen für unser Problem.

37:12.490 --> 37:21.190
Jetzt hat mir das mal ein Student bei uns vorgerechnet, hat diese

37:21.190 --> 37:22.330
Formel ausgewertet.

37:22.710 --> 37:24.310
Also, wie lautet die für diesen Fall?

37:24.310 --> 37:37.070
Die lautet Sigma 1,2 gleich 1,5 Sigma X plus minus 1,5 Sigma X zum

37:37.070 --> 37:42.930
Quadrat plus 4 Tau XY zum Quadrat.

37:43.810 --> 37:48.330
Und dann haben wir ihm gesagt, okay, Länge dieses Stabes sei ein

37:48.330 --> 37:53.050
Meter, also sehr lange Türklinke, Radius des Kreisquerschnitts seien

37:53.050 --> 38:03.470
zwei Zentimeter und A, dieser Hebel habe die Länge 20 Zentimeter und

38:03.470 --> 38:06.850
die Kraft, mit der wir dort draufdrücken, das seien 250 Newton.

38:11.230 --> 38:14.330
Daraus können wir uns das Sigma Bmax errechnen,

38:17.430 --> 38:25.410
das waren dann 39,78 Newton pro Millimeter Quadrat und wir können uns

38:25.410 --> 38:36.330
das Taumax ausrechnen, das waren 3,9789 Newton pro Millimeter Quadrat.

38:39.090 --> 38:50.830
Und jetzt folgen die Hauptspannungen, Sigma 1 ungefähr 40,1827 Newton

38:50.830 --> 38:58.890
pro Millimeter Quadrat und Tau, oder Sigma 2, die zweite

38:58.890 --> 39:05.270
Normalspannung 19,5 Newton pro Millimeter Quadrat.

39:07.590 --> 39:11.470
Frage, glauben wir das dem Hiwi oder glauben wir das dem nicht?

39:12.890 --> 39:17.010
Ach, bloß nichts nachrechnen müssen, Taschenrechner ist zu auffällig.

39:17.590 --> 39:22.070
Also, überlegen wir uns das mal.

39:23.810 --> 39:28.970
Die Werte kann man im Taschenrechner relativ schnell nachrechnen, also

39:28.970 --> 39:29.730
die sind okay.

39:31.330 --> 39:37.110
Sigma 1 müsste die größte Normalspannung sein, die auftritt,

39:37.710 --> 39:41.710
Schubspannung ist da 0, das heißt die gesamte Schubspannung Tau XY

39:41.710 --> 39:45.210
wird umgewandelt durch Drehung des Koordinatensystems in eine

39:45.210 --> 39:46.010
Normalspannung.

39:46.450 --> 39:50.510
Wir erwarten also eine Normalspannung, die etwas größer ist als der

39:50.510 --> 39:52.210
Wert 39,78.

39:53.010 --> 39:57.930
Klingt unverdächtig, also den Wert akzeptieren wir auch noch.

39:58.690 --> 40:02.810
Jetzt haben wir die kleinste Normalspannung.

40:04.110 --> 40:07.130
Und da überlegen wir uns folgendes, das war doch so ein Kreis.

40:07.830 --> 40:09.170
Zeichnen wir mal einen Kreis.

40:12.370 --> 40:17.670
Sie werden sich vielleicht wundern, aber ich trage mal die

40:17.670 --> 40:19.050
Schubspannung nach unten ab.

40:19.830 --> 40:22.610
Ich trage hier Sigma Xi ab.

40:23.750 --> 40:29.510
Ich weiß, der Mittelpunkt dieses Kreises nach MOA ist gerade 1,5 Sigma

40:29.510 --> 40:33.630
X, also 1,5 Sigma Bmax, also liegt ungefähr bei 20.

40:35.150 --> 40:39.450
Hier liegt der Mittelpunkt dieses Kreises, wenn wir hier das ganze in

40:39.450 --> 40:41.550
Newton pro Millimeter Quadrat auftragen.

40:43.050 --> 40:43.570
Hier auch.

40:47.980 --> 40:53.940
So, ein Punkt auf dem Radius dieses Kreises ist zweifelsohne der Wert

40:53.940 --> 40:59.940
im nicht gedrehten Koordinatensystem, der irgendwo bei 39,78 und 3,978

40:59.940 --> 41:03.680
liegt, also wenn wir mal hier diesen Maßstab haben, dann wäre der

41:03.680 --> 41:04.920
Punkt vielleicht irgendwo hier.

41:06.340 --> 41:08.060
Jetzt nehmen wir uns einen Zirkel.

41:09.180 --> 41:16.100
Dieser Zirkel hat den Radius des MOA-Spannungskreises, also dieser

41:16.100 --> 41:21.340
Zirkel, den stecke ich einmal hier in den Mittelpunkt ein, bei

41:21.340 --> 41:25.760
ungefähr 20, und hier, und dann ziehe ich einen Kreis.

41:26.440 --> 41:29.060
Da brauche ich gar keinen Zirkel zu, das kann ich hier auch mit diesem

41:29.060 --> 41:30.820
Ding machen, also mit so einem Stift.

41:31.240 --> 41:32.540
Ungefähr kriege ich das hin.

41:33.780 --> 41:37.680
Das Ganze sieht ungefähr so aus.

41:43.220 --> 41:48.940
Wo finde ich jetzt meine Hauptnormalspannung, diesen Wert von 40,1827?

41:49.440 --> 41:53.040
Ich weiß ja, an diesem Wert ist die Schubspannung gleich null, also

41:53.040 --> 41:54.740
finde ich doch den größten Wert hier.

41:55.700 --> 41:58.500
Das ist auch das, was er mir hier angeboten hat, das ist okay.

41:58.500 --> 42:01.340
Aber wo finde ich natürlich den kleinsten Wert?

42:02.880 --> 42:04.460
Den finde ich hier hinten.

42:05.760 --> 42:09.600
Für den erwarte ich irgendwas, was ungefähr null ist.

42:10.300 --> 42:14.420
Ein Wert von 20 kann überhaupt nicht sein, da bin ich ja gerade mal

42:14.420 --> 42:16.400
beim Mittelpunkt des Kreises angelangt.

42:17.060 --> 42:20.680
Ich will aber ganz ans Ende, wo die Schubspannung wieder null ist, wo

42:20.680 --> 42:22.400
der Wert tatsächlich am kleinsten ist.

42:22.800 --> 42:27.560
Auf diesem Kreisradius liegen doch alle Werte Sigma Xi, Sigma Eta und

42:27.560 --> 42:27.840
Tau.

42:28.660 --> 42:31.320
Die liegen alle auf dem Kreisradius drauf.

42:31.840 --> 42:36.700
Also das kann nicht dieser Wert sein, haben wir jetzt festgestellt.

42:37.240 --> 42:40.200
Durch ingenieurmäßige Überlegung, einfach durch Anschauung

42:40.200 --> 42:43.180
festgestellt, nee, das glauben wir dem nicht.

42:43.700 --> 42:52.420
Und in der Tat, nachrechnen ergibt, minus 0,394 Newton pro Millimeter

42:52.420 --> 42:53.000
Quadrat.

42:54.260 --> 42:57.820
Also durch eine ganz einfache Konstruktion kann ich solche Ergebnisse

42:57.820 --> 42:59.920
sofort auf Plausibilität überprüfen.

43:00.860 --> 43:03.860
Und jetzt wollen wir uns anschauen, wie das Ganze etwas systematischer

43:03.860 --> 43:04.380
funktioniert.

43:05.000 --> 43:06.880
Also was ist das mit diesem Kreis?

43:08.620 --> 43:14.720
Der Kreis ist nur eine Umsetzung der Spannungsformel, die ich Ihnen

43:14.720 --> 43:15.740
eben gegeben habe.

43:15.740 --> 43:17.740
Und diesen Kreis nennt man Morschenspannungskreis.

43:18.660 --> 43:21.680
Und ich möchte Ihnen zeigen, wie man diesen Morschenspannungskreis

43:21.680 --> 43:22.980
konstruiert.

43:23.360 --> 43:26.740
Und wie man an diesem Morschenspannungskreis für einen gedrehten

43:26.740 --> 43:31.160
Zustand die Normalspannungen und die Schubspannungen abliest.

43:33.100 --> 43:35.880
Da sehen wir nochmal unser Flächenelement.

43:38.440 --> 43:48.120
Hier haben wir die Schubspannung Tau C Äther und hier haben wir unsere

43:48.120 --> 43:50.880
Normalspannung Sigma C.

43:53.080 --> 43:55.860
Wie konstruieren wir uns diesen Kreis?

43:56.400 --> 44:02.100
Wir kennen den Radius des Kreises und wir kennen den Mittelpunkt des

44:02.100 --> 44:02.720
Kreises.

44:03.660 --> 44:15.050
So, wir kennen Sigma X, Sigma Y, Tau XY.

44:15.730 --> 44:18.750
Wir kennen unseren ebenen Spannungszustand im nicht gedrehten

44:18.750 --> 44:19.790
Koordinatensystem.

44:20.530 --> 44:26.070
Wir nehmen Sigma X plus Sigma Y und teilen das Ergebnis durch zwei und

44:26.070 --> 44:30.510
landen genau im Mittelpunkt dieses Kreises, unseres

44:30.510 --> 44:31.470
Koordinatensystems.

44:32.890 --> 44:39.110
Beachten Sie, bei dem Koordinatensystem tragen wir nach rechts gehend

44:39.110 --> 44:47.950
die Normalspannungen auf, nach unten zeigend die Schubspannungen.

44:48.290 --> 44:52.510
Also bei Ihnen nach rechts zeigend die Normalspannungen, nach unten

44:52.510 --> 44:53.730
zeigend die Schubspannungen.

44:54.370 --> 44:57.590
Den ersten Punkt, den wir uns suchen, ist der Mittelpunkt des Kreises

44:57.590 --> 45:00.350
und der liegt bei einem Halb Sigma X plus Sigma Y.

45:01.470 --> 45:04.850
Der zweite Punkt, den wir brauchen, das ist ein Punkt auf der

45:04.850 --> 45:05.890
Kreisbahn selbst.

45:06.610 --> 45:09.690
Dann können wir einen Zirkel nehmen, den Mittelpunkt mit dem Punkt auf

45:09.690 --> 45:13.950
der Kreisbahn verbinden und einfach unseren Zirkel einmal schlagen und

45:13.950 --> 45:15.830
schwuppdiwupp ist der Kreis gezeichnet.

45:16.350 --> 45:19.310
Also, wie finde ich diesen Punkt hier auf der Kreisbahn?

45:19.310 --> 45:27.170
Naja, ich habe ja diesen Wert, Sigma X, Sigma Y, Tau XY, also gehe ich

45:27.170 --> 45:33.770
doch mal her und trage ein Sigma X und Tau XY, also eine der beiden

45:33.770 --> 45:39.450
Normalspannungen in meinem Koordinatensystem und das andere die

45:39.450 --> 45:42.990
Schubspannung, die dazugehört in diesem gleichen Koordinatensystem.

45:42.990 --> 45:56.330
Also, dieser blaue Punkt hat die Koordinaten Sigma X, Tau XY, der

45:56.330 --> 46:12.800
Mittelpunkt, rot, hat die Koordinaten Sigma X plus Sigma Y und Null.

46:14.380 --> 46:14.900
Okay?

46:16.300 --> 46:18.720
Zwei Punkte reichen mir, um den Kreis zu konstruieren.

46:19.140 --> 46:22.480
Den Mittelpunkt, da stechen Sie Ihren Zirkel ein, den Punkt auf dem

46:22.480 --> 46:28.140
Radius, dort taucht Ihre Bleistiftmine ein und los geht's, einmal

46:28.140 --> 46:30.400
Zirkel rumgeschlagen und fertig ist der Kreis.

46:30.980 --> 46:33.860
Jetzt werden Sie sagen, wunderbar, Kreise zeichnen hatte ich ja schon

46:33.860 --> 46:37.880
in der Schule, aber wie kann ich an diesem Kreis jetzt die Spannungen

46:37.880 --> 46:38.500
ablesen?

46:40.220 --> 46:45.180
Dazu müssen wir uns überlegen, wir arbeiten nie mit dem Winkel Phi im

46:45.180 --> 46:47.240
Kreis, sondern immer mit dem Winkel 2 Phi.

46:48.900 --> 46:53.660
Wir können jetzt einen Winkel 2 Phi abtragen und unter dem Winkel 2

46:53.660 --> 46:55.800
Phi den neuen Spannungszustand berechnen.

46:56.700 --> 46:58.560
Nächste Folie, ist das dargestellt?

46:59.200 --> 47:00.800
Wunderbar, dieser Kreis.

47:02.960 --> 47:06.280
Hier unten wieder unsere Schubspannungsachse, dort die

47:06.280 --> 47:06.800
Normalspannungsachse.

47:08.020 --> 47:09.980
Hier ist der Mittelpunkt, den haben wir gefunden.

47:10.660 --> 47:13.800
Hier ist, ach den hatten wir rot, okay, machen wir rot raus.

47:14.440 --> 47:19.560
Hier ist der Punkt auf der Achse für den nicht gedrehten Zustand und

47:19.560 --> 47:22.560
diesem Punkt weisen wir jetzt den Winkel, wir haben den immer Phi

47:22.560 --> 47:23.020
genannt.

47:23.020 --> 47:27.520
Also machen wir da raus einen Phi, Phi gleich 0° zu.

47:29.840 --> 47:34.800
So, jetzt hätte ich aber gerne einen anderen Winkel Phi.

47:35.580 --> 47:39.900
Jeder kann sich einen wünschen, 10°, 15°, 20°, also was mache ich?

47:41.300 --> 47:47.460
Ich zeichne mir die Achse ein, zwischen dem Mittelpunkt des Kreises

47:47.460 --> 47:51.060
und dem Punkt auf dem Radius des Kreises.

47:52.060 --> 47:57.580
Ich trage ausgehend von dieser Achse nicht den Winkel Phi auf, sondern

47:57.580 --> 48:00.080
Sie sehen es, den Winkel 2, Phi.

48:03.180 --> 48:07.900
Dort zeichne ich mir wieder eine Gerade ein, vom Mittelpunkt des

48:07.900 --> 48:09.980
Kreises zum Radius des Kreises.

48:10.620 --> 48:13.760
Und an diesem Punkt lese ich die neuen Koordinaten ab und die

48:13.760 --> 48:16.780
Koordinaten, die ich an diesem Punkt ablese, sind gerade die

48:16.780 --> 48:22.360
Normalspannung und die Schubspannung Sigma Xi und Tau Xi Eta für den

48:22.360 --> 48:22.980
Winkel Phi.

48:25.200 --> 48:26.700
So können Sie das machen.

48:29.640 --> 48:32.780
Häufig interessiere ich mich aber nicht für einen beliebigen Winkel

48:32.780 --> 48:35.740
Phi, sondern ich interessiere mich gerade dafür, wo finde ich denn

48:35.740 --> 48:38.740
jetzt meine maximalen Schubspannungen und meine maximalen

48:38.740 --> 48:39.000
Normalspannungen.

48:39.900 --> 48:41.960
Alle anderen Zwischenwerte sind gar nicht so wichtig.

48:41.960 --> 48:46.420
Also, wo finden wir an diesem Kreis die maximalen Normalspannungen?

48:47.120 --> 48:50.700
Klar, hier bei B ist der größte Wert.

48:51.760 --> 48:55.240
Auch klar, hinten bei D ist der kleinste Wert.

48:55.960 --> 49:00.800
Also, der Wert bei B, der Wert, den ich hier ablese, das ist gerade

49:00.800 --> 49:03.360
mein Sigma I, meine Hauptnormalspannung.

49:03.900 --> 49:07.640
Der Wert, den ich bei D ablese, am hinteren Ende, ist gerade der

49:07.640 --> 49:10.740
kleinste Wert der Normalspannung, Sigma II, die zweite

49:10.740 --> 49:11.140
Hauptnormalspannung.

49:12.400 --> 49:14.480
Wo finden wir die größten Schubspannungen?

49:15.220 --> 49:19.920
Da müssen wir einfach nur den Punkt heraus suchen, das ist der Punkt

49:19.920 --> 49:23.440
E, bei dem die Schubspannung am größten ist.

49:24.100 --> 49:26.300
Und dort lesen wir also die Schubspannung ab.

49:26.820 --> 49:32.380
Und jetzt stellen wir fest, bei den Werten Sigma I und Sigma II, bei

49:32.380 --> 49:36.060
den Werten der Hauptnormalspannung, schneidet der Kreis gerade die

49:36.060 --> 49:39.600
Tauachse, an diesen Punkten ist die Schubspannung gleich Null.

49:40.080 --> 49:42.380
Genau das haben wir analytisch auch ausgerechnet.

49:43.240 --> 49:46.600
An den Werten, wo die Schubspannung maximal wird, im Punkt E,

49:47.020 --> 49:50.860
beziehungsweise minimal wird, im Punkt F, genau der gleiche Wert mit

49:50.860 --> 49:55.740
umgekehrtem Vorzeichen, ist die Normalspannung keinesfalls Null,

49:56.180 --> 50:00.260
sondern es ist eine Normalspannung vorhanden, nämlich genau der Wert,

50:00.260 --> 50:05.720
ach, jetzt will er nicht mehr, genau der Wert C, genau der Wert im

50:05.720 --> 50:09.520
Zentrum eines Kreises, ein Halbsigma X plus Sigma Y.

50:10.640 --> 50:13.080
Jetzt fehlen uns noch die Winkel Alpha und Beta.

50:13.840 --> 50:15.740
Wo finden wir denn die Winkel Alpha und Beta?

50:16.680 --> 50:23.700
Wir gehen aus von unserer Achse, vom Zentrum des Kreises C, bis zum

50:23.700 --> 50:29.340
Punkt A und tragen den Winkel auf bis zu der Sigma-Achse.

50:30.260 --> 50:31.820
Genau dieser Winkel hier.

50:32.920 --> 50:35.280
Und das ist zweimal Alpha.

50:36.500 --> 50:43.020
Hebeler nennt es Theta H1, Theta H1 bei Hebeler entspricht Alpha.

50:45.840 --> 50:52.300
Genauso entspricht in umgekehrter Richtung der Winkel Theta S1.

50:53.400 --> 50:58.900
Der Winkel, den ich gehen muss zwischen meinem Originalzustand,

50:59.120 --> 51:02.960
ungedreht, und dem Zustand, bei dem ich das Koordinatensystem gerade

51:02.960 --> 51:08.700
so gedreht habe, dass ich die Hauptspannung erreiche, dieser Winkel

51:08.700 --> 51:10.120
ist gerade Beta.

51:10.860 --> 51:15.060
Und jetzt sehen Sie, wenn Sie zwei Alpha nehmen und zwei Beta nehmen

51:15.060 --> 51:19.060
und addieren die beiden Werte zusammen, dann erhalten Sie 90 Grad.

51:19.060 --> 51:23.720
Alles, was wir uns analytisch überlegt haben, können wir uns

51:23.720 --> 51:26.380
geometrisch in diesem Kreis vorstellen.

51:26.940 --> 51:30.420
Wer lieber geometrisch nimmt, denkt, der nimmt den Kreis, wer lieber

51:30.420 --> 51:32.740
in Formel nimmt, denkt, der nimmt halt die Formel.

51:33.160 --> 51:35.040
Also so können Sie jetzt beides machen.

51:35.800 --> 51:39.580
Okay, jetzt haben wir den Morschen Spannungskreis gesehen.

51:40.580 --> 51:44.680
Ihre Aufgabe wird es sein, in Klausuren, auch in mündlichen Prüfungen,

51:44.680 --> 51:49.540
so einen Morschen Spannungskreis zu konstruieren, für vorgegebene

51:49.540 --> 51:50.680
Ebene -Spannungszustände.

51:51.620 --> 51:53.480
Und genau das wollen wir als nächstes üben.

51:54.060 --> 51:58.480
Also, nehmen wir wieder Fälle der elementaren Stabtheorie.

51:59.300 --> 52:01.840
Der erste Fall ist unser Zugstab.

52:06.180 --> 52:08.820
Wie schaut es denn da aus mit dem Spannungszustand?

52:10.920 --> 52:13.540
Naja, hatten wir schon am Montag gehabt.

52:14.260 --> 52:16.500
Sigma X ist F durch A.

52:18.220 --> 52:19.800
Sigma Y ist 0.

52:22.400 --> 52:25.060
Schubspannung Tau ist ebenfalls 0.

52:26.780 --> 52:28.980
Wo liegt also der Mittelpunkt des Kreises?

52:29.700 --> 52:33.860
Der liegt bei 1,5 Sigma X plus Sigma Y, also bei 1,5 Sigma X.

52:36.420 --> 52:44.880
Hier liegt der Mittelpunkt des Kreises, also C, liegt bei Sigma X

52:44.880 --> 52:46.980
halbe 0.

52:48.760 --> 52:50.900
Und wie schaut es mit dem Radius aus?

52:51.760 --> 52:54.380
Na, suchen wir uns doch einfach einen Punkt auf dem Umfang des

52:54.380 --> 52:54.940
Kreises.

52:55.780 --> 52:56.360
Haben wir doch.

52:56.740 --> 52:59.180
Wir haben doch Sigma X und 0 gegeben.

53:00.260 --> 53:03.600
Also, steuern wir doch den Punkt Sigma X und 0 an.

53:04.020 --> 53:06.640
Wir wissen, dieser Punkt liegt auf dem Umfang des Kreises.

53:07.840 --> 53:08.400
Da ist er.

53:09.040 --> 53:11.440
Der hat die Koordinaten Sigma und 0.

53:11.900 --> 53:15.760
Und jetzt schlagen wir einfach einen Kreis mit unserem Zirkel.

53:16.500 --> 53:17.560
Und was stellen wir fest?

53:18.400 --> 53:21.370
Dieser Wert ist natürlich auch unsere Hauptnormalspannung.

53:22.400 --> 53:24.400
Haben wir beim letzten Mal schon herausgefunden.

53:24.400 --> 53:29.340
Und die zweite Hauptnormalspannung, Sigma 2, die ist gerade gleich 0.

53:30.240 --> 53:32.540
Wie schaut es aus mit der maximalen Schubspannung?

53:33.120 --> 53:35.860
Die maximale Schubspannung, die erhalten wir in Punkt E.

53:36.500 --> 53:38.640
Wie groß ist diese maximale Schubspannung?

53:39.080 --> 53:45.720
Wenn Sie dort einen Kreis schlagen mit Radius Sigma halbe, dann hat

53:45.720 --> 53:50.720
dieser Wert Tau einfach den Wert Sigma halbe.

53:50.940 --> 53:52.600
Tau max gleich Sigma halbe.

53:52.600 --> 53:57.520
Also das Gleiche, was wir uns gestern Montag analytisch überlegt

53:57.520 --> 54:01.380
haben, das können wir uns jetzt ganz schnell hier formelmäßig

54:01.380 --> 54:01.660
ausrechnen.

54:02.780 --> 54:06.020
Jetzt brauchen wir noch den Winkel, um den wir unser Koordinatensystem

54:06.020 --> 54:10.400
drehen müssen, damit wir die Hauptnormalspannung erreichen, bzw.

54:10.700 --> 54:12.040
die Hauptschubspannung erreichen.

54:12.700 --> 54:14.700
Wie schaut es aus bei der Hauptnormalspannung?

54:15.160 --> 54:17.620
Hauptnormalspannung ist der Sigma 1, also Sigma X.

54:18.140 --> 54:20.920
Also drehen wir unser Koordinatensystem überhaupt nicht.

54:20.920 --> 54:23.680
Also ist der Winkel Alpha gleich 0°.

54:25.060 --> 54:30.580
Alpha gleich 0°, das ist ja gar nicht...

54:30.580 --> 54:34.680
Hier zu dem Wert Sigma 1 gehört der Winkel Alpha gleich 0°.

54:36.500 --> 54:39.780
Welcher Winkel gehört zu der maximalen Schubspannung?

54:40.340 --> 54:46.920
Wir gehen aus von unserer Geraden und berechnen den Winkel zwischen

54:46.920 --> 54:52.300
dieser Geraden und der Geraden, die C mit der maximalen Schubspannung

54:52.300 --> 54:52.880
verbindet.

54:53.280 --> 54:54.820
Und dieser Winkel ist 90°.

54:55.400 --> 54:57.320
Zwei Beta ist 90°.

54:57.940 --> 54:59.800
Macht für Beta 45°.

55:01.040 --> 55:03.580
Und genau das hatten wir auch gestern ausgerechnet.

55:03.800 --> 55:09.040
Unter 45° wird die Schubspannung bei reinem Zug maximal.

55:11.340 --> 55:13.600
Jetzt schauen wir uns die Torsion an.

55:14.660 --> 55:18.860
Die Torsion, die ist ein bisschen knifflig, die hat einen ganz kleinen

55:18.860 --> 55:20.060
gemeinen Trick.

55:20.680 --> 55:22.420
Zunächst einmal überlegen wir uns die Formel.

55:22.680 --> 55:24.440
Hatten wir uns auch am Montag überlegt.

55:25.160 --> 55:28.540
Wir hatten festgestellt, bei reiner Torsion treten keine

55:28.540 --> 55:29.820
Normalspannungen auf.

55:30.480 --> 55:34.420
Sigma X und Sigma Y sind 0° und es tritt ja nur eine Schubspannung

55:34.420 --> 55:34.780
auf.

55:35.120 --> 55:35.400
Tau.

55:35.400 --> 55:35.420
Tau.

55:38.560 --> 55:44.640
Diese Schubspannung, Tau XY, die müssen wir uns nochmal ganz genau

55:44.640 --> 55:45.860
ansehen.

55:51.160 --> 55:58.620
Stellen Sie sich vor, Ihr Elementchen sieht folgendermaßen aus.

55:59.320 --> 56:04.680
Hier haben Sie die Y-Koordinate, hier haben Sie die X-Koordinate, die

56:04.680 --> 56:05.700
Stablängsachse.

56:06.700 --> 56:09.800
Wie war die Vorzeichenkonvention?

56:10.480 --> 56:24.700
Positive Spannungen haben wir hier Tau, Tau, Tau und Tau.

56:25.540 --> 56:27.520
Den einen habe ich mich hier vertan.

56:29.800 --> 56:34.760
Positive Y-Richtung, Spannung zeigt in positive Koordinatenrichtung,

56:34.900 --> 56:36.260
also in positive X-Richtung.

56:36.880 --> 56:37.700
So war der Spannungszustand.

56:38.820 --> 56:43.380
Jetzt stellen Sie sich vor, Sie tordieren diesen Stab, so wie

56:43.380 --> 56:43.980
angegeben.

56:44.760 --> 56:53.370
Also Sie drehen am linken Ende,

56:56.650 --> 57:00.330
am rechten Ende drehen Sie gerade, wie es Ihnen kommt.

57:00.970 --> 57:08.050
Dann stellt sich doch hier an der linken Seite eine Schubspannung ein,

57:08.250 --> 57:09.750
die gerade nach unten zeigt.

57:11.270 --> 57:12.570
An der rechten Seite.

57:12.610 --> 57:16.830
An der linken Seite, wenn Sie hier kommen, stellt sich durch dieses

57:16.830 --> 57:21.810
Torsionsmoment gerade eine Schubspannung ein, die nach oben zeigt.

57:23.690 --> 57:27.890
Diese Schubspannung ist aber gerade entgegengesetzt zu der

57:27.890 --> 57:31.810
tatsächlichen Tau, die wir an unserem Spannungselement haben.

57:32.230 --> 57:34.870
Deswegen müssen wir hier noch ein negatives Vorzeichen

57:34.870 --> 57:35.690
berücksichtigen.

57:35.690 --> 57:43.250
Also merken Sie sich einfach, bei Torsion ist der Spannungszustand so

57:43.250 --> 57:48.370
definiert, dass Sie negatives Mt haben, geteilt durch Ip.

57:49.230 --> 57:54.110
Und dann müssen Sie das Ganze natürlich noch mit dem Abstand R am

57:54.110 --> 57:56.790
Außenrand Ihres Kreises multiplizieren.

57:57.690 --> 58:00.970
Das ist also unser Spannungszustand, unser ebener Spannungszustand.

58:01.070 --> 58:05.010
Sigma X gleich 0, Sigma Y gleich 0, Tau ist negativ.

58:05.690 --> 58:09.190
Und jetzt tragen wir den in unseren Morschen Spannungskreis ein.

58:09.910 --> 58:12.830
Der Mittelpunkt dieses Morschen Spannungskreises liegt bei Sigma X

58:12.830 --> 58:15.290
plus Sigma Y halbe, also bei 0.

58:16.330 --> 58:19.830
Der Mittelpunkt des Morschen Spannungskreises liegt im Ursprung

58:19.830 --> 58:24.910
unseres Tau-Sigma-Koordinatensystems.

58:26.370 --> 58:32.050
Der Punkt auf dem Radius des Kreises, der liegt jetzt bei Sigma gleich

58:32.050 --> 58:35.470
0 und bei Tau irgendein negativer Wert.

58:35.850 --> 58:43.110
Können Sie ausrechnen, Mt durch Ip mal R, also liegt der bei 0 und

58:43.110 --> 58:44.830
dann hier oben.

58:45.830 --> 58:49.230
Jetzt nehmen Sie Ihren Zirkel und zeichnen den Kreis.

58:50.650 --> 58:54.670
Und überlegen sich, was haben Sie dahin gezeichnet, wo ist jetzt die

58:54.670 --> 58:59.090
maximale Schubspannung und wo ist die maximale Normalspannung.

58:59.750 --> 59:06.830
Und stellen fest, maximale Schubspannung, Tau Max ist gerade Betrag

59:06.830 --> 59:13.210
von Tau XY und tritt an diesem ungedrehten Querschnitt auf.

59:13.210 --> 59:22.470
Aber die maximale Normalspannung, Sigma Max, die ist jetzt genauso

59:22.470 --> 59:24.770
groß wie der Radius des Kreises.

59:25.230 --> 59:31.230
Der Radius des Kreises ist einfach Tau, also Sigma Max gleich Tau und

59:31.230 --> 59:37.890
tritt unter einem Winkel von 2 Alpha gleich 90° auf, also Alpha gleich

59:37.890 --> 59:38.290
45°.

59:39.870 --> 59:43.570
All das hatten wir uns in der letzten Vorlesung analytisch überlegt

59:43.570 --> 59:47.250
und Sie sehen, das kann man jetzt ganz schnell grafisch sich zeichnen,

59:47.350 --> 59:50.090
indem man einfach so einen Spannungskreis, den Moorschen

59:50.090 --> 59:51.950
Spannungskreis, zeichnet.

59:53.950 --> 59:57.650
Jetzt haben wir noch ein bisschen Zeit, oder?

59:58.810 --> 01:00:01.710
15.45, ein halbes Stündchen haben wir noch.

01:00:01.990 --> 01:00:04.130
Da können wir doch noch richtig Aufgaben dazu rechnen.

01:00:05.050 --> 01:00:09.870
Also, jetzt wollen wir nochmal ein paar Aufgaben rechnen, die wieder

01:00:09.870 --> 01:00:12.150
ein bisschen auf Klausurniveau zugehen.

01:00:12.830 --> 01:00:16.370
Also, Moorschen Spannungskreis konstruieren.

01:00:16.850 --> 01:00:20.290
Wir schauen uns mal an, so einen flüssigkeitsgefüllten Tank.

01:00:20.990 --> 01:00:25.390
Der steht unter dem Innendruck P. Für diesen flüssigkeitsgefüllten

01:00:25.390 --> 01:00:27.350
Tank haben wir die Kesselformen kennengelernt.

01:00:30.430 --> 01:00:32.130
Kesselformen, Sie erinnern sich noch?

01:00:32.250 --> 01:00:34.250
Würstchen kochen, Würstchen platzen lassen.

01:00:36.930 --> 01:00:43.550
Wir haben eine Spannung in tangentialer Richtung, Sigma T, gleich

01:00:43.550 --> 01:00:49.350
Druck mal Radius des Kessels, geteilt durch S.

01:00:49.350 --> 01:00:56.910
Das ist also die Dicke der Kesselwand, S, und wir haben eine Spannung

01:00:56.910 --> 01:01:02.540
in Längsrichtung, PR durch 2S.

01:01:04.290 --> 01:01:08.630
Gemeinerweise wird der Kessel auch noch auf Zug beansprucht durch eine

01:01:08.630 --> 01:01:09.330
Kraft F.

01:01:12.150 --> 01:01:16.470
Und diese beiden Spannungszustände, die überlagern sich jetzt und

01:01:16.470 --> 01:01:19.410
geben einen allgemeinen, einen ebenen Spannungszustand.

01:01:19.850 --> 01:01:22.230
Und diesen ebenen Spannungszustand müssen wir bestimmen.

01:01:23.930 --> 01:01:27.330
Bei Zugdruck wissen wir, Sigma ist F durch A.

01:01:27.930 --> 01:01:32.290
Und mit dem Sigma ist jetzt der Sigma in Längsrichtung gemeint.

01:01:34.890 --> 01:01:35.850
Sigma X.

01:01:35.850 --> 01:01:36.750
So.

01:01:37.770 --> 01:01:38.630
Erste Frage.

01:01:40.930 --> 01:01:42.370
Wie groß muss P sein?

01:01:42.370 --> 01:01:44.990
P

01:01:49.150 --> 01:01:51.130
muss P sein,

01:01:54.310 --> 01:02:01.550
damit die Spannungen in

01:02:04.740 --> 01:02:14.810
Längs - und Umfangsrichtung gleich groß sind.

01:02:27.380 --> 01:02:28.040
So.

01:02:28.540 --> 01:02:30.620
Was haben wir denn in Längsrichtung für Spannungen?

01:02:33.920 --> 01:02:38.280
Gesamte Spannungen in Längsrichtung setzen sich zusammen aus den

01:02:38.280 --> 01:02:45.380
Spannungen in Folge Kesseldruck, Sigma L, plus den Spannungen dadurch,

01:02:45.600 --> 01:02:49.160
dass da noch eine Kraft an unserem Kessel zieht, Sigma X.

01:02:50.860 --> 01:02:55.040
Diese Spannung soll genauso groß sein, wie die Spannung in

01:02:55.040 --> 01:02:59.400
Umfangsrichtung, also die Spannung, die tangential an dem Kessel

01:02:59.400 --> 01:03:00.580
angreift, Sigma T.

01:03:01.520 --> 01:03:07.420
Also Aufgabenstellung fordert uns auf, das hier gleich Sigma T zu

01:03:07.420 --> 01:03:07.760
setzen.

01:03:09.480 --> 01:03:11.680
Und jetzt rechnen wir einfach mal los.

01:03:13.720 --> 01:03:21.020
Da steht also Sigma L, P mal R geteilt durch zwei S, plus F durch A,

01:03:21.860 --> 01:03:25.260
gleich P mal R durch S.

01:03:26.960 --> 01:03:36.920
Damit steht dort F durch A, gleich P mal R geteilt durch zwei S.

01:03:37.480 --> 01:03:43.400
Wir lösen das Ganze nach P auf, denn wir wollten ja den Kesseldruck

01:03:43.400 --> 01:03:47.760
bestimmen, so dass die Spannungen in Längs- und Umfangsrichtung gleich

01:03:47.760 --> 01:03:48.280
groß sind.

01:03:48.280 --> 01:03:59.420
Und wir erhalten für P, F mal zwei S geteilt durch A.

01:04:00.100 --> 01:04:03.940
Und irgendwo habe ich noch ein R verschlampt, hier noch ein R im

01:04:03.940 --> 01:04:04.180
Nenner.

01:04:04.640 --> 01:04:06.800
Okay, sind wir jetzt fertig?

01:04:08.040 --> 01:04:12.000
Naja, wenn wir faul sind schon, wenn wir fleißig sind eigentlich noch

01:04:12.000 --> 01:04:12.280
nicht.

01:04:14.000 --> 01:04:17.840
Eine Zusatzfrage in der Klausur würde hier lauten, wie groß ist denn

01:04:17.840 --> 01:04:18.540
die Fläche A?

01:04:21.500 --> 01:04:24.320
Denn die ist ja gar nicht gegeben in der Aufgabenstellung.

01:04:25.440 --> 01:04:28.320
Sie sehen, alle Abmaße sind hier in der Skizze eingezeichnet.

01:04:28.720 --> 01:04:34.760
Ich kenne nur R, ich kenne S und ich kenne P und F, aber A habe ich

01:04:34.760 --> 01:04:35.040
nicht.

01:04:35.040 --> 01:04:45.900
Also A für so einen Tank, einen zylinderförmigen Tank, wäre fatal,

01:04:46.020 --> 01:04:48.740
wenn Sie jetzt hinschreiben würden, das ist Pi mal R².

01:04:49.880 --> 01:04:53.960
Denn der Tank hat ja auch noch einen Inhalt, eine Flüssigkeit.

01:04:54.800 --> 01:04:58.360
Das Material, was wir hier betrachten, ist ja die Wand dieses Tanks.

01:04:58.360 --> 01:05:02.160
Und das ist ein Hohlzylinder.

01:05:03.500 --> 01:05:12.020
Also Pi mal R² außen minus R innen zum Quadrat.

01:05:14.560 --> 01:05:18.280
So, wie groß sind jetzt diese Außenradien und Innenradien?

01:05:18.760 --> 01:05:23.520
Der Außenradius ist groß R, also R², der Innenradius ist halt ein

01:05:23.520 --> 01:05:24.600
Stück kleiner geworden.

01:05:24.600 --> 01:05:28.320
R minus S zum Quadrat.

01:05:31.760 --> 01:05:37.160
Jetzt rechnen wir hier einfach weiter, indem wir die binomische Formel

01:05:37.160 --> 01:05:39.460
für den zweiten Summanden in der Klammer anwenden.

01:05:40.040 --> 01:05:42.000
Klar, dann hebt sich das R² heraus.

01:05:44.560 --> 01:05:54.300
Übrig bleibt 2SR minus S zum Quadrat.

01:05:55.280 --> 01:05:59.880
Und da wir alle Ingenieure sind, rechnen wir gerne mit Pi mal Daumen

01:05:59.880 --> 01:06:05.520
und vernachlässigen den Term S², weil er klein ist gegenüber S mal R.

01:06:06.180 --> 01:06:10.420
Klar, S ist ja nur die Blechdicke unseres Tanks, so dick ist dieses

01:06:10.420 --> 01:06:13.420
Blech nicht und wenn Sie die Dicke dann auch noch quadrieren, können

01:06:13.420 --> 01:06:14.440
Sie das gleich vergessen.

01:06:15.440 --> 01:06:20.400
Also, wir können sagen, näherungsweise in sehr guter Näherung ist das

01:06:20.400 --> 01:06:24.620
Pi mal 2 mal S und R.

01:06:25.620 --> 01:06:30.320
Wir setzen dieses Ergebnis ein und erhalten damit für den Kesseldruck

01:06:30.320 --> 01:06:45.040
P2S, kürzt sich heraus, F bleibt übrig, F geteilt durch Pi R².

01:06:50.540 --> 01:06:53.240
Und jetzt schauen Sie sich dieses Ergebnis an.

01:06:55.400 --> 01:06:56.100
Lustig, ne?

01:06:57.600 --> 01:07:04.140
Das Ergebnis hier im Nenner, Pi R², das würde ich erhalten, wenn ich

01:07:04.140 --> 01:07:09.480
die Kraft F nehme, die ja nur an den Endflächen wirkt, die Kraft F

01:07:09.480 --> 01:07:13.320
verteile auf die Gesamtfläche des Zylinders, egal ob hohl oder voll,

01:07:13.700 --> 01:07:17.860
ich verteile das auf die Gesamtfläche, mache daraus eine Spannung, F

01:07:17.860 --> 01:07:22.520
durch A und rechne mit einem A Strich, also jetzt Gesamtfläche des

01:07:22.520 --> 01:07:28.620
Zylinders Pi R², mache daraus eine Spannung und weise dieser Spannung

01:07:28.620 --> 01:07:29.480
meinem Druck zu.

01:07:30.040 --> 01:07:33.660
Dann komme ich genau auf diesen Wert P. Lustig, ne?

01:07:34.540 --> 01:07:35.600
Kommt man genau drauf.

01:07:36.440 --> 01:07:42.200
Jetzt ist die zweite Frage, wie sieht der Moor'sche Spannungskreis in

01:07:42.200 --> 01:07:43.080
diesem Fall aus?

01:07:44.260 --> 01:07:44.660
Oh,

01:07:51.260 --> 01:07:53.620
jetzt sehen Sie, ich habe nur noch wenig Platz auf der Folie.

01:07:54.380 --> 01:07:57.740
Aber ich behaupte, ich habe immer noch genug Platz, um Ihnen dort den

01:07:57.740 --> 01:07:59.920
Moor'schen Spannungskreis aufzuzeichnen.

01:08:00.520 --> 01:08:02.540
Wie sieht der Moor'sche Spannungskreis aus, ohne zu quetschen?

01:08:02.940 --> 01:08:03.760
Klar, wollen wir nicht.

01:08:04.480 --> 01:08:06.440
Wie sieht der Moor'sche Spannungskreis aus?

01:08:07.000 --> 01:08:09.600
Haben wir ganz viel Platz für den Moor'schen Spannungskreis?

01:08:11.760 --> 01:08:12.160
Aus.

01:08:13.720 --> 01:08:18.300
Okay, dazu überlegen wir uns unseren ebenen Spannungszustand.

01:08:18.940 --> 01:08:22.500
σx, σy, τ.

01:08:23.320 --> 01:08:26.140
Es wird immer weniger Platz, aber das stört mich nicht.

01:08:26.980 --> 01:08:29.080
Reicht aus für den Moor'schen Spannungskreis.

01:08:31.980 --> 01:08:35.480
σx ist ja unsere Normalspannung in x-Richtung.

01:08:36.120 --> 01:08:38.600
Klar, das ist hier σl gesamt.

01:08:41.600 --> 01:08:49.600
Also σt gleich σl gesamt oder was auch immer Sie möchten.

01:08:51.000 --> 01:08:54.660
σy, die Spannung in Umfangsrichtung, ist ja ebenfalls eine

01:08:54.660 --> 01:08:57.300
Normalspannung, ist also σt.

01:09:03.600 --> 01:09:06.220
Und die Schubspannung, über die haben wir uns noch gar nicht

01:09:06.220 --> 01:09:06.740
unterhalten.

01:09:07.560 --> 01:09:10.760
Müssen wir auch nicht, hier wird nichts tordiert, hier entsteht keine

01:09:10.760 --> 01:09:11.420
Schubspannung.

01:09:11.420 --> 01:09:13.020
Die Schubspannung ist null.

01:09:15.100 --> 01:09:18.020
Wie groß ist der Radius dieses Moor'schen Spannungskreises?

01:09:20.680 --> 01:09:21.900
Blättern wir zurück.

01:09:23.260 --> 01:09:26.680
Wie war der Radius des Moor'schen Spannungskreises definiert?

01:09:26.860 --> 01:09:27.660
Da steht es.

01:09:28.180 --> 01:09:31.400
σx minus σy, halbe zum Quadrat plus τxy.

01:09:32.140 --> 01:09:37.940
In unserem Fall ist das τxy null und der σx ist gleich σy.

01:09:41.420 --> 01:09:44.200
Wie groß ist der Radius des Moor'schen Spannungskreises?

01:09:44.600 --> 01:09:45.520
Der ist null.

01:09:46.160 --> 01:09:48.960
Ein Kreis mit Radius null ist ein einziger Punkt.

01:09:49.920 --> 01:09:53.640
Der Moor'sche Spannungskreis für diesen Fall, für diesen Kessel,

01:09:54.260 --> 01:09:56.160
degeneriert zu einem einzigen Punkt.

01:09:56.680 --> 01:09:58.800
Jetzt ist nur die Frage, wo ist dieser Punkt?

01:09:59.200 --> 01:10:03.660
Der Punkt ist der Mittelpunkt des Kreises, bei σx plus σy halbe.

01:10:03.660 --> 01:10:12.760
σx war σt, σy war σt, also σx σt plus σt geteilt durch zwei, also bei

01:10:12.760 --> 01:10:13.340
σt.

01:10:14.840 --> 01:10:17.480
Der Moor'sche Spannungskreis für unseren Fall.

01:10:22.330 --> 01:10:23.790
Haben wir noch genug Platz?

01:10:23.970 --> 01:10:26.150
Hier sieht folgendermaßen aus.

01:10:26.730 --> 01:10:31.450
τ, σ, hier ist irgendwo unser Wert σt.

01:10:32.730 --> 01:10:35.570
Und jetzt wechsle ich die Farbe, damit Sie ihn überhaupt erkennen

01:10:35.570 --> 01:10:35.950
können.

01:10:36.290 --> 01:10:37.770
Sie müssen ihn schon mit der Lupe suchen.

01:10:38.350 --> 01:10:41.050
Das ist der Moor'sche Spannungskreis für diesen Fall.

01:10:43.550 --> 01:10:46.090
Jetzt lesen wir die maximalen Spannungen ab.

01:10:46.690 --> 01:10:49.370
Naja, da können wir nur locker mit der Schulter zucken.

01:10:50.010 --> 01:10:54.070
Also, maximale Normalspannung ist natürlich σt.

01:10:54.810 --> 01:10:56.730
Einen anderen Spannungswert haben wir gar nicht.

01:10:56.730 --> 01:10:59.370
Maximale Schubspannung ist 0.

01:11:00.690 --> 01:11:04.590
Und beide Spannungen treten natürlich am ungedrehten Querschnitt auf.

01:11:05.870 --> 01:11:08.530
Okay, nächste Aufgabe.

01:11:11.430 --> 01:11:12.390
Wieder so ein Kessel.

01:11:13.350 --> 01:11:14.830
Wieder so eine eklige Klausuraufgabe.

01:11:17.930 --> 01:11:21.750
Hier haben wir wieder einen Kessel, einmal durchgeschnitten.

01:11:26.470 --> 01:11:29.530
Kreiszylindrischer Kessel, einfach nur entlang der Längsachse

01:11:29.530 --> 01:11:30.190
durchgeschnitten.

01:11:30.330 --> 01:11:31.510
Dann sieht der Schnitt so aus.

01:11:32.210 --> 01:11:36.010
Im Innern herrscht der Kesseldruck P. Von außen kommt jetzt nicht mehr

01:11:36.010 --> 01:11:41.010
nur die Kraft F, sondern es kommt jetzt noch ein Torsionsmoment dazu.

01:11:41.730 --> 01:11:43.810
Der Kessel wird gleichzeitig tordiert.

01:11:44.430 --> 01:11:47.450
Dieses Torsionsmoment ruft natürlich eine Schubspannung hervor.

01:11:47.870 --> 01:11:50.730
Das heißt, die Überlegung, die wir eben angestellt haben, die wird

01:11:50.730 --> 01:11:52.170
hier wohl nicht auftreten.

01:11:53.530 --> 01:11:54.730
Also, was haben wir gegeben?

01:11:57.170 --> 01:12:01.390
Gegeben haben wir wieder die Abmessungen R und S unseres Kessels.

01:12:01.510 --> 01:12:02.870
Wir kennen den Kesselinnendruck.

01:12:04.390 --> 01:12:09.550
Wir kennen IP für einen Kessel.

01:12:10.150 --> 01:12:11.050
Verrate ich Ihnen.

01:12:11.730 --> 01:12:13.030
Brauchen Sie nicht ausrechnen.

01:12:13.030 --> 01:12:14.230
Zwei Pi,

01:12:17.330 --> 01:12:18.830
R hoch 3 mal S.

01:12:31.110 --> 01:12:34.590
MT geben wir an mit Pi mal P mal R hoch 3.

01:12:35.230 --> 01:12:36.330
Soll man das ausrechnen?

01:12:36.510 --> 01:12:37.650
Nee, ich glaube, das ist gegeben.

01:12:39.130 --> 01:12:40.310
Torsionsmoment ist gegeben.

01:12:41.530 --> 01:12:43.950
Pi mal P mal R hoch 3.

01:12:45.890 --> 01:12:46.050
So.

01:12:48.410 --> 01:12:49.430
Was suchen wir?

01:12:50.830 --> 01:12:53.570
Wir suchen erstens für den drucklosen Fall.

01:12:54.790 --> 01:12:56.610
Also, Druck können Sie weglassen.

01:12:59.590 --> 01:13:03.890
Druckloser Fall heißt P gleich 0.

01:13:04.730 --> 01:13:09.350
Für den Fall P gleich 0 suchen wir erstmal die Schnittgrößen und

01:13:09.350 --> 01:13:10.590
steigern uns dann langsam.

01:13:12.510 --> 01:13:16.510
Normalkraft und Torsionsmoment MT.

01:13:17.770 --> 01:13:21.250
Und wir suchen dann natürlich die Spannungen, die diese beiden Größen

01:13:21.250 --> 01:13:21.970
hervorrufen.

01:13:27.100 --> 01:13:27.700
Zweitens.

01:13:29.820 --> 01:13:34.720
Dann überlagern wir diese Spannungen für den drucklosen Fall mit den

01:13:34.720 --> 01:13:35.620
Druckspannungen.

01:13:45.330 --> 01:13:46.050
Mit den Druckspannungen.

01:13:51.000 --> 01:13:51.340
Okay?

01:13:54.260 --> 01:13:55.520
Wie schauen wir aus?

01:13:55.580 --> 01:13:57.040
Ich schreibe Ihnen die Formel nochmal hin.

01:13:57.040 --> 01:13:59.700
Da müssen Sie die nicht auswendig kennen.

01:14:00.400 --> 01:14:07.640
Also, Sigma T gleich P mal R durch S.

01:14:10.080 --> 01:14:12.840
Längsspannung P mal R durch 2S.

01:14:13.300 --> 01:14:14.000
Für den Kessel.

01:14:16.620 --> 01:14:17.280
Und drittens.

01:14:17.280 --> 01:14:20.820
Drittens sollen wir F so bestimmen,

01:14:28.780 --> 01:14:32.380
dass Sigma L die Längsspannung gerade 0 ist.

01:14:33.520 --> 01:14:36.440
Und viertens sollen wir den Morschen Spannungskreis zeichnen.

01:14:39.200 --> 01:14:41.120
Ich schreibe hier einfach nur Mor hin.

01:14:41.500 --> 01:14:43.720
Und die Hauptnormalspannungen ablesen.

01:14:45.920 --> 01:14:47.280
Typische Klausuraufgabe.

01:14:52.110 --> 01:14:52.810
So.

01:14:53.590 --> 01:14:54.450
Legen Sie los.

01:14:55.870 --> 01:14:57.490
Ja, so knapp 10 Minuten.

01:14:58.830 --> 01:15:02.390
Machen Sie erstmal einen Freischnitt von diesem Kessel und berechnen

01:15:02.390 --> 01:15:06.600
Sie an dem Freischnitt das Torsionsmoment und die Normalkraft.

01:15:09.050 --> 01:15:12.390
Und wagen Sie sich dann an den Teil 2 heran.

01:15:13.050 --> 01:15:17.210
Interpretieren Sie die dann auftretenden Spannungen, wenn Sie die

01:15:17.210 --> 01:15:19.490
Normalkraft kennen und das Torsionsmoment.

01:15:19.490 --> 01:15:23.590
Die auftretende Normalspannung und die Schubspannung.

01:15:24.230 --> 01:15:27.390
Interpretieren Sie die, überlagern Sie die mit den Druckspannungen und

01:15:27.390 --> 01:15:29.370
versuchen Sie das F auszurechnen.

01:15:31.410 --> 01:15:36.110
Wenn Sie Fragen haben zu der Aufgabe oder zu allen anderen

01:15:36.110 --> 01:15:39.850
mechanischen Problemen, heben Sie einfach Ihren Arm, ich komme zu

01:15:39.850 --> 01:15:40.470
Ihnen wieder hin.

01:23:07.630 --> 01:23:11.830
So, also ich habe gemerkt, mit dem Torsionsmoment war Ihnen das ein

01:23:11.830 --> 01:23:12.650
bisschen unheimlich.

01:23:13.310 --> 01:23:18.770
Schauen Sie, wir haben hier unsere X-Achse.

01:23:20.910 --> 01:23:25.070
Der Torsionsmoment, mit zwei Pfeilspitzen hingezeichnet, meint

01:23:25.070 --> 01:23:29.170
einfach, nehmen Sie Ihre rechte Hand, halten die rechte Hand in

01:23:29.170 --> 01:23:33.890
Richtung der zwei Pfeilspitzen und dann sagen Ihnen die anderen

01:23:33.890 --> 01:23:35.890
Finger, wie rum dieses Moment dreht.

01:23:36.750 --> 01:23:39.410
Brauchen Sie aber im Prinzip nicht, ist nur eine nette

01:23:39.410 --> 01:23:39.690
Fingergymnastikübung.

01:23:40.650 --> 01:23:44.550
Sie können sich auch einfach sagen, wenn diese Pfeilrichtungen in

01:23:44.550 --> 01:23:48.050
Richtung der positiven X-Achse zeigen, ist dieses Moment positiv,

01:23:48.670 --> 01:23:52.950
zeigen Sie entgegengesetzt zu der X-Achse, dann ist dieses Moment

01:23:52.950 --> 01:23:54.950
negativ.

01:23:55.730 --> 01:24:01.410
Dieses Moment hier zeigt entgegengesetzt mit seinen beiden

01:24:01.410 --> 01:24:04.770
Pfeilspitzen zu meiner positiven X-Achse, wäre also negativ.

01:24:06.050 --> 01:24:09.510
Dieses Moment auf der anderen Seite zeigt mit seinen beiden

01:24:09.510 --> 01:24:12.850
Pfeilspitzen in positive X-Richtung, wäre also positiv.

01:24:13.410 --> 01:24:16.490
Jetzt machen wir den Freischnitt von diesem Gebilde, das heißt, wir

01:24:16.490 --> 01:24:17.930
schneiden das einfach hier durch.

01:24:18.730 --> 01:24:23.930
Übrig bleibt so ein Kasten, den wir hier zumachen.

01:24:25.270 --> 01:24:30.130
Wir tragen hier unsere äußeren Kräfte an, F und MM, MT.

01:24:31.690 --> 01:24:36.110
Und haben hier unser positives Schnittufer, wir kommen ja jetzt von

01:24:36.110 --> 01:24:42.250
links, und ich zeichne in diesem Schnittufer nur N und MT ein.

01:24:42.730 --> 01:24:45.180
Natürlich hätte ich auch noch eine Querkraft und einen Biegemoment.

01:24:46.240 --> 01:24:48.620
Jetzt kommen wir zu den Gleichgewichtsbedingungen.

01:24:49.080 --> 01:24:51.480
Summe aller Kräfte in X-Richtung gleich 0.

01:24:53.700 --> 01:24:57.840
Da haben wir einmal die Normalkraft positiv und wir haben die Kraft F

01:24:57.840 --> 01:25:01.400
positiv, also sehen wir N ist gleich minus F.

01:25:03.140 --> 01:25:09.660
Und zum anderen betrachten wir die Summe aller Torsionsmomente im

01:25:09.660 --> 01:25:11.920
Schnittpunkt S gleich 0.

01:25:11.920 --> 01:25:16.840
Und da haben wir jetzt positiv, ach, das ist aber ärgerlich, hier muss

01:25:16.840 --> 01:25:23.620
ein großes T natürlich stehen, unser äußeres Torsionsmoment MT und

01:25:23.620 --> 01:25:28.880
ebenfalls positiv unser Schnittmoment mklein T.

01:25:30.780 --> 01:25:37.280
Sodass also auch mklein T gleich minus mgroß T ist.

01:25:38.700 --> 01:25:42.340
So welche Spannungen haben wir jetzt zu erwarten aus diesen beiden

01:25:42.340 --> 01:25:45.200
Schnittgrößen?

01:25:48.390 --> 01:25:56.190
Die Normalkraft N versorgt uns mit einer Längsspannung Sigma L gleich

01:25:56.190 --> 01:26:01.430
minus F durch A, gleich N durch A, N ist minus F, also Sigma L

01:26:01.430 --> 01:26:03.610
Längskraft in Folge.

01:26:03.610 --> 01:26:10.570
Der Zugdruck nennen wir die Sigma D gleich minus F durch A.

01:26:12.010 --> 01:26:19.090
Jetzt haben wir noch die Schubspannung in Folge Torsion, minus äußeres

01:26:19.090 --> 01:26:23.310
Torsionsmoment MT durch IP mal R.

01:26:24.170 --> 01:26:26.110
IP habe ich Ihnen oben angegeben.

01:26:27.170 --> 01:26:28.710
Das können wir jetzt ausrechnen.

01:26:28.710 --> 01:26:35.790
Setzen wir hier IP ein, setzen für MT die Formel Pi mal P mal R hoch 3

01:26:35.790 --> 01:26:39.890
ein, dann können wir ein bisschen rumrechnen, ist nicht dramatisch und

01:26:39.890 --> 01:26:45.310
wir erhalten minus P mal R durch 2S.

01:26:47.490 --> 01:26:52.390
So, jetzt kommen wir schon zur Frage 2, Überlagerung mit den

01:26:52.390 --> 01:26:53.130
Druckspannungen.

01:26:53.130 --> 01:26:58.430
Klar, Sigma T überlagert sich nicht, Tau überlagert sich nicht, das

01:26:58.430 --> 01:27:02.010
Einzige, was sich groß überlagert, sind die beiden Längsspannungen,

01:27:02.170 --> 01:27:03.510
die müssen wir zusammen addieren.

01:27:04.210 --> 01:27:12.530
Sigma L plus Sigma LD gleich 0.

01:27:13.230 --> 01:27:15.950
Das war ein bisschen blöd von mir formuliert, hier müsste ich

01:27:15.950 --> 01:27:21.130
natürlich schreiben, die Gesamtlängsspannung aus diesen beiden Fällen

01:27:21.130 --> 01:27:21.890
soll 0 sein.

01:27:22.290 --> 01:27:25.710
So war das gemeint, jawohl, so war es gemeint.

01:27:26.290 --> 01:27:31.350
Also, dann setzen wir ein, für Sigma L aus dem Kesseldruck die Formel

01:27:31.350 --> 01:27:41.410
PR durch 2S, für LD minus F durch A.

01:27:41.410 --> 01:27:45.030
Jetzt sollen wir F so bestimmen, dass das Ganze 0 wird.

01:27:46.430 --> 01:27:53.770
Klar, dann ist F gerade P mal R mal A durch 2S.

01:27:54.850 --> 01:27:59.550
Für A, die Querschnittsfläche, zaubern wir wieder unsere tolle Formel

01:27:59.550 --> 01:28:00.170
aus dem Hut.

01:28:02.050 --> 01:28:03.430
Was war das nochmal?

01:28:05.190 --> 01:28:11.890
2P mal R mal S, hab ich sie noch richtig in Erinnerung?

01:28:15.020 --> 01:28:17.460
P mal 2 mal S mal R, jawohl.

01:28:21.190 --> 01:28:27.890
P mal 2 mal S mal R, setzen alles ein, kürzen Mund darum, und erhalten

01:28:27.890 --> 01:28:38.690
für F Druck P, R² mal Pi.

01:28:39.850 --> 01:28:42.730
Naja, hat uns eigentlich auch nicht so verwundert.

01:28:44.130 --> 01:28:50.150
Diesmal die gleiche Geschichte andersrum, F gleich P mal R² mal Pi.

01:28:51.210 --> 01:28:55.370
So, jetzt sollen wir den Moorschen Spannungskreis bestimmen.

01:28:55.370 --> 01:28:59.150
Ich zeichne Ihnen den nicht mehr auf, jetzt habe ich wirklich zu wenig

01:28:59.150 --> 01:29:01.090
Platz und außerdem zu wenig Zeit.

01:29:01.530 --> 01:29:05.290
Ich verrate Ihnen aber noch den ebenen Spannungszustand, aus dem Sie

01:29:05.290 --> 01:29:08.110
sich dann den Moorschen Spannungskreis konstruieren können.

01:29:08.730 --> 01:29:12.130
Was steht in diesem ebenen Spannungszustand drin?

01:29:13.050 --> 01:29:17.270
Einmal die Spannung Sigma T in Umfangsrichtung.

01:29:19.150 --> 01:29:21.350
Die zweite Spannung ist gerade 0.

01:29:22.550 --> 01:29:25.490
Das ist die Längsspannung, die haben wir ja zu 0 gesetzt.

01:29:26.510 --> 01:29:27.570
Gesamte Längsspannung.

01:29:27.990 --> 01:29:29.490
Und dann haben wir noch die Schubspannungen.

01:29:29.990 --> 01:29:34.310
Und jetzt aufpassen bei den Schubspannungen, bitte Minus Tau hier

01:29:34.310 --> 01:29:36.370
ansetzen, wegen der Torsion.

01:29:37.050 --> 01:29:41.870
Das ist der ebene Spannungszustand und den können Sie dann geometrisch

01:29:41.870 --> 01:29:44.670
als Spannungskreis interpretieren und natürlich auch die

01:29:44.670 --> 01:29:47.030
Hauptnormalspannungen wieder ablesen.

01:29:48.070 --> 01:29:52.030
Damit alles erzählt über Drehung des Koordinatensystems.

01:29:53.070 --> 01:29:56.690
Wir verlassen dieses Kapitel wieder und fragen uns am nächsten

01:29:56.690 --> 01:30:00.290
Dienstag, wenn wir verschiedene Belastungsfälle haben, wie

01:30:00.290 --> 01:30:05.890
beispielsweise Zugdruck, Torsion und so weiter, und wir haben daraus

01:30:05.890 --> 01:30:09.630
verschiedene Spannungen, wie können wir die Ergebnisse vergleichen aus

01:30:09.630 --> 01:30:13.430
einem mehrachsigen Spannungszustand mit einem Zugversuch, der ja immer

01:30:13.430 --> 01:30:14.470
nur einachsig ist.

01:30:14.470 --> 01:30:17.990
Also das Thema der Vergleichsspannungen wird uns am nächsten Montag

01:30:17.990 --> 01:30:18.590
beschäftigen.

01:30:19.090 --> 01:30:22.350
Kommen Sie gut durch die Woche, viel Spaß noch bei Ihren sonstigen

01:30:22.350 --> 01:30:26.230
Vorlesungen und Aktivitäten und wir sehen uns am nächsten Montag in

01:30:26.230 --> 01:30:27.690
alter Frische um 8 Uhr wieder.

01:30:28.030 --> 01:30:28.490
Alles Gute.

