WEBVTT

00:28.270 --> 00:29.750
Ja, das ist alles so alt hier.

00:30.070 --> 00:30.610
Ab noch mal.

00:59.390 --> 01:00.750
Das Seemann ist pünktlich wie immer.

01:32.440 --> 01:37.320
So, alles vorbereitet und gleich loslegen.

01:50.460 --> 01:51.260
Hört man es?

01:52.940 --> 01:53.760
Hören Sie mich?

01:55.140 --> 01:55.440
Gut?

03:54.840 --> 03:58.160
Wir haben uns

04:07.400 --> 04:12.060
in der letzten Vorlesung mit dem jüdischen Grundgesetz bzw.

04:12.060 --> 04:15.380
mit dem Prinzip von D'Alembert auseinandergesetzt.

04:16.520 --> 04:17.900
Wie war die Vorgehensweise?

04:19.040 --> 04:22.740
Für beide Vorgehensweisen müssen wir zunächst mal Koordinaten

04:22.740 --> 04:28.680
einführen, um die Position und die Bewegung des Punktes bzw.

04:29.020 --> 04:30.540
des Massenpunktes zu beschreiben.

04:31.560 --> 04:36.040
Aufbauend auf diesen Koordinaten wird dann die Beschleunigung des

04:36.040 --> 04:38.600
Massenpunktes im Inertialsystem bestimmt.

04:39.840 --> 04:43.680
Als nächstes wird der Massenpunkt freigeschnitten.

04:45.440 --> 04:48.880
Ähnlich wie in einem Freikörperbild, was Sie aus der Statik kennen.

04:49.560 --> 04:53.720
Wir tragen dann alle Kräfte am freigeschnittenen Massenpunkt ein.

04:55.580 --> 05:00.400
Beim Prinzip von D'Alembert unter Berücksichtigung der Trägheitskraft

05:02.060 --> 05:03.300
bzw.

05:04.020 --> 05:07.980
wenn wir in einem Relativsystem arbeiten, in dem viele einzelne

05:07.980 --> 05:11.620
Beschleunigungsanteile auftreten, Führungsbeschleunigung,

05:11.780 --> 05:17.040
Coriolisbeschleunigung, Relativbeschleunigung, dann eben die einzelnen

05:17.040 --> 05:19.660
Anteile an Trägheitskräften.

05:20.740 --> 05:26.160
Als letztes im jüdischen Grundgesetz, Summe der Kräfte am Massenpunkt,

05:26.960 --> 05:31.340
muss gerade sein, Masse des Massenpunktes mal Beschleunigung im

05:31.340 --> 05:35.160
Inertialsystem oder, wenn wir das Prinzip von D'Alembert verwenden,

05:35.940 --> 05:40.440
die Summe der Kräfte unter Berücksichtigung der künstlich eingeführten

05:40.440 --> 05:43.980
Trägheitskräfte muss dann gerade Null ergeben, also ein dynamisches

05:43.980 --> 05:44.940
Kräftegleichgewicht.

05:49.820 --> 05:51.720
Machen wir dazu mal ein Beispiel.

06:03.660 --> 06:10.340
Und zwar die Bewegung eines Federmassedämpfersystems.

06:29.650 --> 06:31.370
Das bedeutet wir haben den Massenpunkt.

06:33.410 --> 06:39.090
Es wird gesagt, wenn sich ein Körper rein translatorisch bewegt, dann

06:39.090 --> 06:41.350
können wir den auch als Massenpunkt auffassen.

06:41.350 --> 06:48.830
Deshalb hier Massenpunkt mit Masse m, der reibungsfrei auf einer

06:48.830 --> 06:49.910
Unterlage gleitet.

07:00.380 --> 07:06.920
Wir haben den Massenpunkt gegenüber fest mit einer Feder, lineare

07:06.920 --> 07:12.960
Charakteristik, beschrieben durch die Federkonstante c, verbunden,

07:13.620 --> 07:15.180
sowie durch einen Dämpfer.

07:16.820 --> 07:20.280
Diskurses Verhalten, das heißt geschwindigkeitsproportionale

07:20.280 --> 07:24.060
Dämpferkraft, charakterisiert in dem Falle durch die Dämpferkonstante

07:24.060 --> 07:24.420
k.

07:40.680 --> 07:49.920
Des Weiteren eine äußere am Massenpunkt angreifende Kraft f und t.

07:58.620 --> 08:03.480
Zur Einführung der Koordinaten wird es in dem Falle gut sein, wenn wir

08:03.480 --> 08:06.140
einfach kathesische Koordinaten verwenden.

08:06.680 --> 08:10.720
Eine Koordinate in Richtung der Bewegung, wobei wir jetzt annehmen,

08:11.540 --> 08:19.480
dass eben aufgrund des Gewichtes der Massenpunkt immer auf der

08:19.480 --> 08:23.000
Unterlage gleitet und nicht abhebt.

08:24.380 --> 08:29.440
Dementsprechend führen wir zwei Koordinaten ein, nämlich x in

08:29.440 --> 08:36.720
horizontaler Richtung, sowie y in vertikaler Richtung.

08:43.010 --> 08:45.870
Damit haben wir den Massenpunkt schon in einer allgemeinen Lage

08:45.870 --> 08:46.750
gezeichnet.

08:46.750 --> 08:57.770
Die Auslenkung wird jetzt durch die Koordinate x beschrieben.

09:05.030 --> 09:09.950
Hier unten hatten wir eine glatte Unterlage, also keine Reibung.

09:21.500 --> 09:25.740
Also werden jetzt den Massenpunkt in der allgemeinen Lage gezeichnet.

09:38.130 --> 09:44.990
An der Stelle hatten wir x gleich 0 und wir legen x gleich 0 natürlich

09:44.990 --> 09:50.330
so fest, dass dort die Feder entspannt ist, dass also die Federkraft

09:50.330 --> 09:51.350
dort gerade 0 ist.

09:52.510 --> 09:56.730
Natürlich können Sie den Punkt x gleich 0 irgendwo festlegen, müssen

09:56.730 --> 10:01.230
dann aber berücksichtigen, dass unter Umständen bei x gleich 0 die

10:01.230 --> 10:03.110
Feder nicht entspannt ist.

10:08.540 --> 10:10.120
Jetzt der Lösungsweg.

10:17.670 --> 10:21.530
Einmal über Newton, einmal über das Prinzip von d'Alembert.

10:32.620 --> 10:35.860
In beiden Fällen haben wir gesagt, dass wir Koordinaten einführen

10:35.860 --> 10:35.860
müssen.

10:36.820 --> 10:46.340
Das heißt, wir haben jetzt zunächst mal kathesische Koordinaten x

10:51.070 --> 10:51.890
und y.

10:53.110 --> 10:56.350
Die z-Richtung können wir in dem Falle vernachlässigen, weil es sich

10:56.350 --> 10:57.790
um ein ebenes Problem handelt.

10:58.950 --> 11:11.490
Hier genauso kathesische Koordinaten x und y, die allgemeine Lage

11:11.490 --> 11:12.370
haben wir angegeben.

11:16.290 --> 11:18.330
Als nächstes die Beschleunigung.

11:27.920 --> 11:32.400
Wir haben gesagt, die y-Koordinate, die sei immer so, dass der

11:32.400 --> 11:35.920
Massenpunkt zwangsgeführt ist aufgrund der Unterlage.

11:36.660 --> 11:38.120
Er soll auch nicht abheben können.

11:38.620 --> 11:41.540
Deshalb haben wir als Zwangsbedingung y gleich 0.

11:43.200 --> 11:48.480
Als Beschleunigung verbleibt dann lediglich eine Beschleunigung in

11:48.480 --> 11:53.980
horizontaler Richtung, also gerade für die eingeführte Koordinate x,

11:54.300 --> 11:58.140
dann eine Beschleunigung x2-Punkt in Richtung der x-Achse, also Ex.

12:00.120 --> 12:04.520
Oder ausgedrückt für die Beschleunigungskoordinate Ax, heißt das Ax

12:04.520 --> 12:06.740
ist x2-Punkt.

12:11.880 --> 12:17.200
Entsprechend beim Prinzip von d'Alembert, die Beschleunigung x2-Punkt

12:17.200 --> 12:20.260
in Richtung der x-Achse.

12:30.760 --> 12:38.300
Als nächstes schneiden wir den Massenpunkt frei und

12:43.410 --> 12:48.130
tragen die am Massenpunkt wirkenden äußeren Kräfte, im Falle von

12:48.130 --> 12:51.630
Newton an, zusätzlich beim Prinzip von d'Alembert noch die

12:51.630 --> 12:54.690
Trägheitskräfte, was in dem Falle aufgrund der einfachen

12:54.690 --> 12:57.870
Beschleunigung nur eine Trägheitskraft sein wird, nämlich in

12:57.870 --> 12:58.790
horizontaler Richtung.

13:01.310 --> 13:06.790
Also Freischnitt des Massenpunktes.

13:10.730 --> 13:17.590
Zunächst die äußeren Kräfte, zum einen die Antriebskraft f von t,

13:29.950 --> 13:32.230
die Kraft der Feder.

13:33.210 --> 13:38.690
Bei einer positiven Auslenkung x ergibt sich eine Federkraft, die nach

13:38.690 --> 13:39.370
links zeigt.

13:40.390 --> 13:44.030
Wir haben gesagt, die Charakteristik der Feder sei linear, deshalb ist

13:44.030 --> 13:48.530
die Federkraft proportional der Auslenkung, also in dem Falle c mal x.

13:49.230 --> 13:53.430
Wir haben gesagt, die Dämpferkraft ist proportional der

13:53.430 --> 13:55.350
Geschwindigkeit, Dämpferkonstante k.

13:55.830 --> 14:00.130
Damit bei einem positiven x-Punkt ergibt sich eine Kraft entgegen der

14:00.130 --> 14:05.310
Bewegung, also nach links, k mal x-Punkt.

14:08.030 --> 14:12.650
Auch die können wir entsprechend einzeichnen.

14:17.720 --> 14:19.320
Was haben wir noch als äußere Kraft?

14:20.360 --> 14:25.700
Aufgrund der Erdbeschleunigung hat der Massenpunkt ein Gewicht, also

14:25.700 --> 14:29.660
eine Kraft in vertikaler Richtung nach unten, g mal g.

14:40.310 --> 14:43.930
Wir haben eine Zwangsbedingung, dass nämlich die y-Koordinate immer 0

14:43.930 --> 14:44.390
sein muss.

14:44.530 --> 14:47.710
Entsprechend der Zwangsbedingung brauchen wir in dieser Richtung eine

14:47.710 --> 14:48.450
Zwangskraft.

14:48.910 --> 14:57.470
Das ist die Kraft von der Oberfläche auf den Massenpunkt, die sich

14:57.470 --> 14:59.850
natürlich einstellt gemäß der Bewegung.

15:01.110 --> 15:05.690
Wir können einfach mal eine Richtung annehmen, ergibt sich später ein

15:05.690 --> 15:08.610
negatives Ergebnis für diese Zwangskraft, dann war unsere

15:08.610 --> 15:09.910
ursprüngliche Annahme falsch.

15:10.890 --> 15:14.290
Sie wirkt in Wirklichkeit dann in die andere Richtung, ganz analog wie

15:14.290 --> 15:17.210
sie das bei Lagerkräften schon hatten, bei TM1.

15:19.410 --> 15:25.790
Also in dem Fall eine Zwangskraft in Form von einer Normalkraft.

15:38.160 --> 15:41.720
Gemäß der Newton'schen Aktion muss jetzt die Summe der Kräfte am

15:41.720 --> 15:45.340
Massenpunkt gerade entsprechen der Masse mal der Beschleunigung des

15:45.340 --> 15:46.260
Massenpunktes.

15:46.260 --> 15:56.380
Also haben wir jetzt f gleich, jetzt alle Kräfte in x-Richtung.

16:00.060 --> 16:01.400
Dann haben wir f von t,

16:05.600 --> 16:12.120
minus k mal x Punkt, minus c mal x.

16:16.930 --> 16:22.810
Dann haben wir Kräfte in vertikaler Richtung, also plus, nach oben

16:22.810 --> 16:25.870
wirkt die Normalkraft n, zumindest haben wir das so angenommen, nach

16:25.870 --> 16:30.450
unten die Gewichtskraft m mal g mal ey.

16:38.740 --> 16:43.800
Kommen wir damit zum letzten Punkt, zumindest mal bei Newton.

16:46.040 --> 16:49.260
Summe der Kräfte gleich Masse mal der Beschleunigung des

16:49.260 --> 17:04.120
Massenpunktes, also f von t, minus k x Punkt, minus c x, e x, plus n

17:04.120 --> 17:12.380
minus m mal g mal ey, gleich Masse mal Beschleunigung, also m mal x 2

17:12.380 --> 17:12.800
Punkt.

17:13.800 --> 17:22.280
Mal e x, wir wissen, die Vektorgleichung ist nur erfüllt, wenn auf

17:22.280 --> 17:29.620
beiden Seiten die Komponente in x-Richtung gleich ist, also die gelb

17:29.620 --> 17:33.240
unterstrichene Klammer muss dem m x 2 Punkt entsprechen.

17:33.240 --> 17:45.900
Das ergibt als Gleichung f von t, minus k x Punkt, minus c x, gleich m

17:45.900 --> 17:46.880
x 2 Punkt.

17:52.600 --> 17:57.420
Und die orange unterstrichene Koordinate muss der y-Koordinate auf der

17:57.420 --> 18:01.460
rechten Seite entsprechen, das ist aber gerade 0, also gilt n minus m

18:01.460 --> 18:02.540
mal g gleich 0.

18:09.000 --> 18:12.960
Man sieht, wir haben ein ebenes Problem, wir haben jetzt zwei

18:12.960 --> 18:13.500
Gleichungen.

18:16.180 --> 18:20.360
Aus der zweiten Gleichung erhalten wir keine Bewegungsgleichung,

18:20.560 --> 18:23.160
sondern explizit die Zwangskraft.

18:23.720 --> 18:32.220
Es folgt nämlich n gleich m mal g als Zwangskraftgleichung und wenn

18:32.220 --> 18:38.420
wir die erste Gleichung ein bisschen umformen, dann erhalten wir m x 2

18:38.420 --> 18:41.800
Punkt plus k mal x Punkt plus c mal x gleich f und t.

18:41.800 --> 18:51.120
Also m x 2 Punkt plus k mal x Punkt plus c mal x gleich f und t.

18:52.000 --> 18:54.620
Das wäre jetzt in dem Fall eine Bewegungsgleichung.

18:58.940 --> 19:01.560
Wie sieht es aus beim Prinzip von d'Alembert?

19:03.100 --> 19:07.820
Beim Prinzip von d'Alembert müssen wir unter Punkt 3 und 4 zusätzlich

19:07.820 --> 19:15.580
noch eventuell einzuführende Trägheitskräfte antragen, nämlich

19:15.580 --> 19:19.880
entgegen der positiven Beschleunigungsrichtung betragt dann Masse mal

19:19.880 --> 19:20.560
Beschleunigung.

19:21.040 --> 19:24.100
Wir haben nur eine Beschleunigung x 2 Punkt in Richtung der positiven

19:24.100 --> 19:24.700
x -Achse.

19:24.700 --> 19:30.460
Dementsprechend wirkt die Trägheitskraft, die fiktive Kraft, in

19:30.460 --> 19:32.520
negative x-Richtung, also nach links.

19:37.140 --> 19:41.980
Das heißt, wir können jetzt noch die Trägheitskraft m x 2 Punkt

19:41.980 --> 19:51.700
eintragen und machen dann im fünften Punkt einfach ein

19:51.700 --> 19:53.060
Kräftegleichgewicht.

19:54.580 --> 19:57.660
Das haben Sie schon in Thema 1 zur Genüge geübt.

19:57.740 --> 20:00.880
Das müssten Sie alle kennen und können.

20:01.240 --> 20:04.200
Nicht nur kennen, sondern auch können, wenn Sie die Prüfung schon

20:04.200 --> 20:05.100
mitgeschrieben haben.

20:06.100 --> 20:08.740
Machen wir das für die einzelnen Richtungen.

20:09.560 --> 20:14.040
Also Summe aller Kräfte in x-Richtung gleich 0.

20:14.420 --> 20:15.300
Was ergibt das?

20:18.220 --> 20:23.200
Das ergibt positiv f und t.

20:24.580 --> 20:33.600
Alle anderen negativ, also minus m x 2 Punkt minus k x Punkt minus c

20:33.600 --> 20:35.040
mal x gleich 0.

20:36.680 --> 20:45.660
Summe aller Kräfte in y-Richtung gleich 0 ergibt in dem Fall n minus m

20:45.660 --> 20:46.100
mal g.

20:50.020 --> 20:53.720
Wir sehen, jetzt haben wir wieder zwei Gleichungen, die im Grunde

20:53.720 --> 20:57.680
genommen gerade dem entsprechen, was wir auf der linken Seite schon

20:57.680 --> 20:57.900
hatten.

20:58.580 --> 21:03.420
Deshalb als Ergebnis ergibt sich natürlich dieselbe Bewegungsgleichung

21:03.420 --> 21:06.040
sowie dieselbe Zwangskraftgleichung.

21:09.020 --> 21:14.640
Wenn Sie allerdings Systeme haben mit mehreren Freiheitsgraden, dann

21:14.640 --> 21:18.260
müssen die Bewegungsgleichungen nicht immer identisch aussehen.

21:19.340 --> 21:19.560
Warum?

21:20.920 --> 21:25.120
Wenn Sie mehrere Bewegungsgleichungen haben, der Form irgendwas x 2

21:25.120 --> 21:29.540
Punkt plus andere Termine noch drin und Sie nehmen ein Teil davon und

21:29.540 --> 21:32.740
addieren das zu einer anderen Gleichung dazu, dann sehen die

21:32.740 --> 21:35.580
Gleichungen zwar formal anders aus, aber die bedeuten natürlich immer

21:35.580 --> 21:37.860
noch dasselbe.

21:39.620 --> 21:42.960
Wir werden später noch ganz andere Möglichkeiten kennenlernen, um

21:42.960 --> 21:44.460
Bewegungsgleichungen herzuleiten.

21:45.100 --> 21:50.580
Und je nachdem, welche Gleichungen Sie verwenden oder welche Methoden

21:50.580 --> 21:56.300
Sie verwenden, ergeben sich dann andere Ergebnisse.

21:56.300 --> 22:01.660
Scheinbar, wobei wenn wir die lösen, das Endergebnis immer dasselbe

22:01.660 --> 22:02.000
bleibt.

22:03.400 --> 22:06.160
Sie können es sich auch so vorstellen, wir haben hier

22:06.160 --> 22:11.000
Kräftegleichgewichte gemacht, in unserem Falle Kräftegleichgewichte in

22:11.000 --> 22:13.040
horizontaler und vertikaler Richtung.

22:14.040 --> 22:18.100
Wir wissen aber, wir können die Kräfte bilanzieren auch in zwei ganz

22:18.100 --> 22:18.800
anderen Richtungen.

22:19.980 --> 22:21.440
Es muss zum selben Ergebnis führen.

22:24.300 --> 22:28.980
Also auch hier haben wir als Endergebnis die beiden Gleichungen, die

22:28.980 --> 22:35.860
wir schon angeschrieben hatten, nämlich die Bewegungsgleichung und

22:39.050 --> 22:39.630
eine Zwangskraftgleichung.

22:53.910 --> 22:55.390
Gibt es hierzu noch Fragen?

23:01.960 --> 23:05.420
Bevor wir das Ganze dann ein bisschen komplizierter machen, indem wir

23:05.420 --> 23:09.700
nämlich ein Beispiel machen für einen Massenpunkt, dessen Bewegung

23:09.700 --> 23:14.020
über ein Relativsystem beschrieben wird, noch eine kleine Ankündigung

23:14.020 --> 23:14.780
in eigener Sache.

23:15.580 --> 23:18.540
Ich habe gesagt, Sie wissen alle, ich bin auch ein bisschen

23:18.540 --> 23:21.540
verantwortlich für die Doppeldiplome unserer Fakultät.

23:23.400 --> 23:28.480
Bei Ihnen muss man jetzt sagen, Doppelabschlüsse, Sie machen ja das

23:28.480 --> 23:31.900
deutsche Diplom gar nicht mehr, haben aber die Möglichkeit, in

23:31.900 --> 23:37.080
Frankreich immer noch das Diplom zu machen, weil ja die Franzosen ein

23:37.080 --> 23:40.180
bisschen cleverer sind als wir und das Diplom natürlich nicht

23:40.180 --> 23:41.040
abgeschafft haben.

23:41.220 --> 23:44.420
Also das Ziel der französischen Studenten ist nach wie vor das Diplom.

23:44.420 --> 23:50.200
Man macht vielleicht auch noch nebenher Master, aber die Industrie

23:50.200 --> 23:51.500
weiß, was ein Diplom wert ist.

23:52.960 --> 23:59.080
In Deutschland ist man da leider etwas, wie soll ich sagen,

23:59.180 --> 24:01.380
Politikgehöriger.

24:02.580 --> 24:05.480
Wenn die Politik sagt, so muss es gemacht werden, dann setzt man es

24:05.480 --> 24:08.420
auch möglichst eins zu eins um, ohne sich Gedanken zu machen.

24:08.900 --> 24:12.820
Lange Rede, kurzer Sinn, all diejenigen, die interessiert sind an

24:12.820 --> 24:20.900
einem Abschluss, Bachelor, Master der Universität, das KIT, nachdem

24:20.900 --> 24:24.100
die Vorlesung ja gefilmt wird, darf ich nichts politisch Unkorrektes

24:24.100 --> 24:24.360
sagen.

24:26.200 --> 24:27.740
Sie wissen aber, was gemeint ist.

24:28.340 --> 24:33.160
Und wer zusätzlich noch den französischen Abschluss haben will, der

24:33.160 --> 24:36.500
kann, wie gesagt, in so ein Doppelprogramm einsteigen.

24:36.500 --> 24:40.620
Eine Infoveranstaltung hierzu findet am 2.

24:40.740 --> 24:43.600
Dezember, das ist ein Mittwoch, um 14 Uhr statt.

24:44.220 --> 24:47.060
Ich werde hier noch eine Folie entsprechend auflegen, wahrscheinlich

24:47.060 --> 24:50.620
auch in den Übungen, bloß dass Sie schon frühzeitig mal das Ganze

24:50.620 --> 24:51.420
einplanen können.

24:54.060 --> 24:55.080
Mittwoch, 2.

24:55.200 --> 24:55.620
Dezember.

24:59.320 --> 25:02.080
So, kommen wir zurück zur Mechanik.

25:30.580 --> 25:34.400
Ich versuche das mal auf den Seitentafeln zu machen.

25:56.810 --> 26:01.510
Also, Kinetik in bewegten Bezugssystemen.

26:16.840 --> 26:21.540
Wir wissen, es gilt im Inertialsystem,

26:31.090 --> 26:36.970
Summe der Kräfte am Massenpunkt entspricht gerade Masse des

26:36.970 --> 26:40.750
Massenpunktes mal der Beschleunigung a im Inertialsystem.

26:44.450 --> 26:49.550
Die Beschleunigung a im nicht bewegten Bezugssystem ergibt sich aber

26:49.550 --> 26:53.970
aus der Beschleunigung im Relativsystem, wenn wir noch einige Therme

26:53.970 --> 26:54.650
dazunehmen.

26:55.650 --> 27:04.290
Also, bei Verwendung eines Relativsystems,

27:12.180 --> 27:13.000
da hat man gesehen,

27:19.520 --> 27:25.500
die Beschleunigung a im Inertialsystem, machen wir das mal

27:25.500 --> 27:27.560
erkenntlich, die absolute Beschleunigung,

27:31.190 --> 27:39.000
das ist ja gerade die Führungsbeschleunigung mit ihren diversen

27:39.000 --> 27:43.760
Anteilen, zum Beispiel dadurch, dass der Koordinatenursprung des

27:43.760 --> 27:48.620
Relativsystems sich bewegt, das war die translatorische

27:48.620 --> 27:53.440
Beschleunigung, oder sei es, dass das bewegte Bezugssystem sich dreht,

27:54.300 --> 27:58.880
das ergab dann unter Umständen zwei Anteile, plus die

27:58.880 --> 28:04.200
Coriolisbeschleunigung, plus die Relativbeschleunigung.

28:04.200 --> 28:18.930
Das heißt, eingesetzt folgt F gleich m mal Führungsbeschleunigung,

28:19.810 --> 28:28.090
plus Coriolisbeschleunigung, plus Relativbeschleunigung,

28:32.070 --> 28:39.990
beziehungsweise Masse mal Relativbeschleunigung ist

28:44.430 --> 28:55.570
dann gerade F minus m mal Führungsbeschleunigung minus m mal

28:55.570 --> 28:57.530
Coriolisbeschleunigung.

29:00.930 --> 29:06.670
Das heißt, wenn wir mal formal das Newton'sche Grundgesetz auswerten,

29:06.790 --> 29:15.050
ergibt sich im Relativsystem ein Anteil, der ganz ähnlich aussieht wie

29:15.050 --> 29:17.070
das ursprüngliche Newton'sche Grundgesetz.

29:17.070 --> 29:33.190
Also formal in den Relativkoordinaten Xi, Eta und Zeta wie das

29:33.190 --> 29:35.810
Newton'sche Grundgesetz oder die Grundgleichung,

29:40.770 --> 29:44.110
also wie die Grundgleichung, ist leider ein bisschen klein geworden,

29:45.050 --> 29:48.770
allerdings brauchen wir zusätzliche Therme,

29:53.580 --> 29:55.520
also zusätzliche Scheinkräfte,

30:06.670 --> 30:14.150
die eben von der Bewegung des Relativsystems abhängen.

30:18.570 --> 30:27.950
Also hängen von Relativbewegung ab,

30:34.680 --> 30:39.980
wenn wir allerdings mit dem Relativsystem fest verbunden sind, quasi

30:39.980 --> 30:43.540
mitfahrender Beobachter, dann können wir diese Kraftanteile von

30:43.540 --> 30:45.040
reellen Kräften gar nicht unterscheiden.

30:46.040 --> 30:53.560
Also für Mitfahrer nicht

31:04.240 --> 31:13.020
von realen Kräften unterscheidbar.

31:51.370 --> 31:53.830
Was für Therme treten auf zusätzlich?

31:54.970 --> 32:02.630
Nun zunächst mal Minus M mal Führungsbeschleunigung, das ist die

32:02.630 --> 32:14.970
Führungskraft, die lässt sich noch unterteilen in diverse Anteile.

32:14.970 --> 32:19.810
Zum Beispiel einen Anteil aufgrund der beschleunigten Drehbewegung des

32:19.810 --> 32:26.570
Relativsystems, das ergibt eine Dreckheitskraft Minus M mal

32:26.570 --> 32:35.730
Winkelbeschleunigung Alpha des Relativsystems kreuz dem Relativvektor

32:35.730 --> 32:38.610
Rrelativ, das ist die Eulerkraft.

32:48.770 --> 32:56.790
Dann haben wir eine Beschleunigung Omega kreuz Omega kreuz Rrelativ,

32:59.130 --> 33:02.090
das war die Zentripetalbeschleunigung, die entsprechende

33:02.090 --> 33:06.810
Dreckheitskraft ist einfach das Negative und noch multipliziert mit

33:06.810 --> 33:13.130
der Masse M, das ergibt dann die Zentrifugalkraft bezüglich O'.

33:27.500 --> 33:32.960
Und wir haben noch Minus M mal Coriolisbeschleunigung, entsprechend

33:32.960 --> 33:34.200
dann die Corioliskraft.

33:49.280 --> 33:53.500
Wenn wir wieder den Sonderfall haben eines rein translatorisch

33:53.500 --> 33:56.420
bewegten Relativsystems,

34:06.250 --> 34:14.990
das heißt Omega ist 0, dann wird die Eulerkraft 0 sein, die

34:14.990 --> 34:18.850
Zentrifugalkraft ist 0, die Corioliskraft ist 0.

34:19.830 --> 34:25.270
Allerdings haben wir gesehen, der Koordinatenursprung kann trotzdem

34:25.270 --> 34:30.170
noch beschleunigt sein, sodass immer noch eine Führungsbeschleunigung

34:30.170 --> 34:34.790
auftritt, die zusätzlich zu den Scheinkräften führt.

34:34.790 --> 34:36.830
Was muss zusätzlich also sein?

34:38.150 --> 34:44.870
Die Beschleunigung aufgrund der Führungsbewegung, translatorisch, auch

34:44.870 --> 34:48.190
die muss 0 sein und das bedingt dann, dass eben der

34:48.190 --> 34:53.450
Koordinatenursprung O' eine konstante Geschwindigkeit haben muss.

34:53.450 --> 34:55.470
Dann hat er nämlich keine Beschleunigung.

34:56.350 --> 35:03.870
Also Omega gleich 0 und die Geschwindigkeit des Koordinatenursprungs

35:03.870 --> 35:06.830
O' muss ein konstanter Vektor sein.

35:14.340 --> 35:16.680
Dann ist die Führungsbeschleunigung 0,

35:19.970 --> 35:22.550
die Coriolisbeschleunigung ist 0,

35:30.990 --> 35:44.070
sodass dann folgt M mal A Relativ gleich F, also Summe der äußeren

35:44.070 --> 35:44.450
Kräfte.

35:44.450 --> 35:51.630
Und man sieht, man hat dann dieselbe Beziehung wie in einem wirklich

35:51.630 --> 35:53.290
feststehenden Koordinatensystem.

35:53.290 --> 36:01.670
Also die Auswertung im Xi-Eta-Zeta-Relativsystem ist dann identisch

36:01.670 --> 36:08.610
mit der Auswertung im Inertialsystem, damit können wir sagen,

36:08.750 --> 36:17.790
derartige Bezugssysteme sind dann auch Inertialsysteme.

36:33.420 --> 36:37.660
Wie gehen wir vor, wenn wir die Bewegungsgleichungen aufstellen wollen

36:37.660 --> 36:42.880
unter Verwendung von so einem Relativsystem und Anwendung vom Prinzip

36:42.880 --> 36:43.560
von d'Alembert?

36:54.370 --> 37:00.230
Also pragmatisches Aufstellen der

37:06.590 --> 37:23.870
Bewegungsgleichungen unter Verwendung des Prinzips von d'Alembert.

37:32.590 --> 37:36.870
Wir führen einfach wieder die Trägheitskräfte ein und sagen, die Summe

37:36.870 --> 37:40.710
aller äußeren Kräfte auf den Massenpunkt plus alle

37:40.710 --> 37:50.090
Trägheitskraftanteile ft muss den Nullvektor ergeben, wobei sich jetzt

37:50.090 --> 37:57.990
die Trägheitskraft aus verschiedenen Anteilen zusammensetzt, also mit

37:57.990 --> 38:06.090
ft gleich in all die Anteile, die wir links aufgeführt haben, nämlich

38:06.090 --> 38:15.670
minus m mal Führungsbeschleunigung plus Coriolisbeschleunigung plus

38:15.670 --> 38:18.470
Relativbeschleunigung.

38:29.630 --> 38:31.110
Haben Sie so weit noch Fragen?

38:34.290 --> 38:36.610
Wenn nicht, dann machen wir jetzt so ein Beispiel.

38:37.330 --> 38:39.930
Wir nehmen allerdings, damit wir uns besser erinnern, das Beispiel,

38:40.050 --> 38:43.930
was wir auch schon bei den Beschleunigungen behandelt hatten, wo es

38:43.930 --> 38:48.810
darum ging, die Beschleunigung eines Punktes zu bestimmen, wenn dessen

38:48.810 --> 38:51.610
Bewegung in einem Relativsystem beschrieben wird.

39:00.180 --> 39:01.320
Also Beispiel.

39:11.020 --> 39:14.380
Massenpunkt bewegt auf Pendel.

39:18.850 --> 39:21.710
Und zwar nicht den Fall, wo sich das Pendel rein translatorisch

39:21.710 --> 39:25.070
bewegt, sondern eben den anderen Fall, wo das Pendel wirklich eine

39:25.070 --> 39:26.210
Drehbewegung ausführt.

39:27.210 --> 39:32.830
Wir haben gesagt, je nachdem, wie wir das Koordinatensystem auf dem

39:32.830 --> 39:37.430
bewegten Pendel festlegen, ergeben sich unterschiedliche Anteile der

39:37.430 --> 39:40.190
einzelnen Führungsbeschleunigungstherme.

39:40.940 --> 39:44.910
Im einen Fall war die Führungsbeschleunigung aufgrund von Translation

39:44.910 --> 39:47.590
0, im anderen Fall war die von 0 verschieden.

39:47.590 --> 39:48.510
Je nachdem.

39:49.430 --> 40:01.430
Wir verwenden zunächst mal ein Koordinatensystem, was den Ursprung auf

40:01.430 --> 40:05.330
dem Bezugssystem im selben Punkt hat, wie der Ursprung des

40:05.330 --> 40:06.950
Inertialsystems.

40:06.950 --> 40:12.690
Also das Inertialsystem war XY.

40:16.370 --> 40:18.270
Dann hatten wir das Pendel.

40:26.320 --> 40:28.800
Wir hatten die Xi- und die Eta-Achse.

40:34.860 --> 40:36.560
Das war die Eta-Achse.

40:38.140 --> 40:39.120
Hier haben wir die Xi-Achse.

40:41.240 --> 40:43.380
Und wir hatten den Massenpunkt,

40:46.910 --> 40:51.230
beschrieben im Relativsystem ganz einfach über die Koordinate Xi.

40:53.970 --> 41:00.870
Das war der Abstand Xi auf dem Relativsystem.

41:02.870 --> 41:09.650
Die Bewegung des Pendels wurde beschrieben durch den Verdrehwinkel

41:09.650 --> 41:09.950
Phi.

41:14.080 --> 41:16.860
Aufgrund der zeitlichen Änderung von Phi haben wir eine

41:16.860 --> 41:23.770
Winkelgeschwindigkeit Phi-Punkt, wobei wir jetzt eine gewisse

41:23.770 --> 41:28.750
Vereinfachung doch vornehmen, dadurch, dass wir sagen, wir nehmen mal

41:28.750 --> 41:33.790
an, die Winkelgeschwindigkeit Phi-Punkt sei in diesem Spezialfall

41:33.790 --> 41:34.410
konstant.

41:34.410 --> 41:40.930
Damit gilt Phi-Punkt gleich Omega, gleich konstant.

41:42.290 --> 41:44.250
Dann wird es ein bisschen einfacher.

41:44.990 --> 41:49.230
Dann entfällt zumindest ein Term der Führungsbeschleunigung aufgrund

41:49.230 --> 41:49.990
der Rotation.

42:00.920 --> 42:08.180
Als erstes müssen wir jetzt die Beschleunigungen bestimmen.

42:23.310 --> 42:28.650
Zeichnen wir nochmals die Einheitsvektoren ein.

42:33.550 --> 42:42.590
Dann haben wir E Xi, E Eta und

42:45.970 --> 42:46.870
E Zeta.

42:49.920 --> 42:52.020
Ich gehe dann in die Zeichenebene rein.

42:52.720 --> 42:53.900
Ich zeichne den mal hier raus.

42:55.680 --> 42:58.940
E Zeta, Einheitsvektoren können wir hier anzeichnen, wo wir wollen.

43:01.540 --> 43:08.760
Wir haben den Relativvektor vom Ursprung des bewegten

43:08.760 --> 43:10.900
Koordinatensystems zum Massenpunkt.

43:11.460 --> 43:14.480
Das war R Relativ.

43:14.480 --> 43:17.220
Für

43:22.140 --> 43:26.620
die Beschleunigung ergibt sich A

43:31.060 --> 43:43.280
Absolut gleich Führungsbeschleunigung plus Coriolisbeschleunigung plus

43:43.280 --> 43:45.820
Relativbeschleunigung.

43:56.060 --> 44:00.320
Die Führungsbeschleunigung können wir noch aufteilen in drei Anteile.

44:01.000 --> 44:04.940
Das war die Führungsbeschleunigung aufgrund von Translation.

44:06.000 --> 44:09.820
Der Koordinatenursprung O Strich ist allerdings identisch mit O,

44:09.880 --> 44:12.380
bewegt sich also im Inertialsystem nicht.

44:12.860 --> 44:16.320
Deshalb ist für das hier eingeführte Koordinatensystem dieser

44:16.320 --> 44:17.980
Beschleunigungsanteil gerade 0.

44:17.980 --> 44:27.460
Dann haben wir plus A aufgrund der Führungsbewegung Rotation in

44:27.460 --> 44:31.060
radialer oder normaler Richtung.

44:33.360 --> 44:39.360
Das ist die Zentripetalbeschleunigung in Richtung O Strich.

44:39.360 --> 44:44.840
Aufgrund der Drehung des Punktes P um den Koordinatenursprung des

44:44.840 --> 44:52.660
bewegten Bezugssystems, also in dem Falle O Strich, plus A Führung

44:52.660 --> 45:00.500
Rotation in umfangsrichtung.

45:01.480 --> 45:04.080
Das wäre jetzt senkrecht auf R Relativ.

45:05.460 --> 45:10.320
Aufgrund dessen, dass die Winkelgeschwindigkeit sich ändert, nämlich

45:10.320 --> 45:12.180
da war die Winkelbeschleunigung wichtig.

45:13.100 --> 45:15.760
In unserem Fall ist die Winkelbeschleunigung gleich 0.

45:15.760 --> 45:20.640
Also entfällt auch der entsprechende Anteil.

45:23.240 --> 45:31.540
Also das gleich 0 wegen O gleich O Strich.

45:32.360 --> 45:40.420
Der Anteil gleich 0 wegen Omega gleich Konstant.

45:48.550 --> 45:53.470
Des Weiteren dürfen wir nicht vergessen, Coriolisbeschleunigung und

45:53.470 --> 45:54.750
Relativbeschleunigung.

45:55.750 --> 46:04.850
Wenn Sie jetzt die einzelnen Anteile nochmal nachschlagen von der

46:04.850 --> 46:13.430
letzten Vorlesung her, dann wissen wir, die Führungsbeschleunigung

46:13.430 --> 46:23.810
aufgrund von Rotation in normaler Richtung, die hatte den Betrag R,

46:24.630 --> 46:31.990
das war der Abstand von O Strich zum Punkt P, also der Betrag von R

46:31.990 --> 46:39.590
Relativ mal Omega Quadrat, Winkelgeschwindigkeit des Relativsystems

46:39.590 --> 46:40.270
zum Quadrat.

46:41.210 --> 46:46.370
Diese zeigt in Richtung von Punkt P zum Punkt O Strich.

46:47.450 --> 46:49.370
Können wir also entsprechend eintragen.

46:53.000 --> 47:05.220
Das ist A F R N gleich R Omega Quadrat.

47:09.920 --> 47:23.160
Coriolisbeschleunigung ergibt sich aus zweimal V Relativ, das ist Xi

47:23.160 --> 47:29.020
Punkt, beziehungsweise Omega brauchen wir zunächst mal.

47:29.140 --> 47:31.900
Omega ist ein Vektor, der aus der Zeichenebene heraus zeigt.

47:31.900 --> 47:38.020
Kreuz V Relativ, die stehen senkrecht aufeinander, also für die

47:38.020 --> 47:43.500
Beträge heißt das Betrag der Winkelgeschwindigkeit, das ist Omega, mal

47:43.500 --> 47:49.140
Betrag der Relativgeschwindigkeit, das ist Xi Punkt, mal den Faktor 2.

47:49.140 --> 47:55.180
Wie gesagt, Omega Kreuz V Relativ ergibt einen Vektor, der in negative

47:55.180 --> 47:56.440
Eta -Achse zeigt.

47:57.600 --> 48:01.980
Die Richtung mache ich hier mal erkenntlich über den Pfeil, also A

48:01.980 --> 48:08.740
Coriolis gleich 2 Omega Xi Punkt.

48:10.220 --> 48:13.400
Und als letztes fehlt noch die Relativbeschleunigung,

48:17.690 --> 48:24.130
die ist aber gerade Xi 2 Punkt in Richtung der Xi-Achse,

48:27.710 --> 48:34.190
also A Relativ gleich Xi 2 Punkt.

49:02.840 --> 49:05.800
Also haben wir im Prinzip, wenn wir Prinzip von d'Alembert machen,

49:05.880 --> 49:08.740
schon Punkt 1, Koordinaten haben wir eingeführt, Beschleunigung haben

49:08.740 --> 49:09.300
wir bestimmt.

49:09.300 --> 49:15.360
Das heißt als nächstes müssen wir den Massenpunkt freischneiden.

49:19.960 --> 49:21.860
Das war der Massenpunkt.

49:23.520 --> 49:29.820
Ich deute mal die Schaukel an, so gestrickelt.

49:41.080 --> 49:45.040
Das war die Eta-Achse, das war die Xi-Achse.

49:56.200 --> 49:57.620
Ich hoffe man sieht es einigermaßen.

50:00.040 --> 50:04.240
Jetzt tragen wir nämlich alle am Massenpunkt angreifenden Kräfte an.

50:05.500 --> 50:10.620
Das wirkt zunächst mal die Gewichtskraft, E mal G,

50:14.000 --> 50:19.420
in Richtung der Y-Achse, Y geht hier nach unten.

50:21.960 --> 50:28.060
Des Weiteren wirkt höchstens noch eine Zwangskraft von der Schaukel

50:28.060 --> 50:28.980
auf den Massenpunkt.

50:29.340 --> 50:32.900
Diese Zwangskraft steht senkrecht auf der Bewegungsmöglichkeit

50:32.900 --> 50:34.900
zwischen Massenpunkt und Schaukel.

50:38.340 --> 50:49.180
Also in dem Falle eine Zwangskraft innen, senkrecht auf der Schaukel.

50:52.200 --> 50:56.820
Ansonsten haben wir keine äußeren Kräfte, die am Massenpunkt wirken.

50:57.360 --> 51:00.160
Es verbleiben jetzt lediglich noch die Trägheitskräfte.

51:00.160 --> 51:02.960
Wir sehen, wir haben drei Beschleunigungsanteile.

51:03.360 --> 51:08.400
A-Relativ, Führungsbeschleunigung in radialer Richtung und Coriolis

51:08.400 --> 51:09.060
-Beschleunigung.

51:10.040 --> 51:13.780
Entsprechend müssen die Trägheitskräfte eingetragen werden, allerdings

51:13.780 --> 51:16.440
in negative Richtung.

51:18.060 --> 51:22.280
Fangen wir mal mit der Trägheitskraft M mal A-Relativ an.

51:24.080 --> 51:27.320
Das ist eine Kraft in negative Xi-Richtung.

51:29.140 --> 51:33.600
M mal Xi-Zweipunkt in negative Xi-Richtung.

51:33.600 --> 51:43.520
Dann haben wir eine Führungskraft M mal R mal Omega-Quadrat in

51:45.270 --> 51:46.230
radialer Richtung.

51:47.430 --> 51:52.550
Also M mal R mal Omega-Quadrat.

51:53.610 --> 52:00.610
Und als letzte Kraft die Coriolis-Kraft M mal 2 Omega mal Xi-Punkt in

52:00.610 --> 52:02.150
positive Eta-Richtung.

52:03.870 --> 52:11.650
Also 2M Omega Xi-Punkt.

52:13.030 --> 52:20.130
Damit haben wir alle äußeren Kräfte eingetragen, alle Trägheitskräfte

52:20.130 --> 52:23.010
und können jetzt eine Kräftebilanz bilden.

52:24.270 --> 52:27.490
In dem Falle machen wir das am besten wieder skalar, indem wir uns

52:27.490 --> 52:28.630
zwei Richtungen raussuchen.

52:28.630 --> 52:31.770
Die Richtungen sind prinzipiell beliebig.

52:33.050 --> 52:36.590
Wir werden es in dem Falle wahrscheinlich am besten machen, indem wir

52:36.590 --> 52:41.370
in Richtung der Eta-Achse eine Kräftebilanz machen und in Richtung der

52:41.370 --> 52:42.070
Xi -Achse.

52:42.070 --> 52:47.710
Wir müssen dann lediglich die Zentrifugalkraft M mal R mal Omega

52:47.710 --> 52:50.890
-Quadrat zerlegen und die Gewichtskraft M mal G.

52:54.600 --> 53:04.540
Also Summe aller Kräfte in Xi-Richtung gleich Null.

53:04.940 --> 53:08.760
Bedeutet in dem Falle Minus MC2-Punkt.

53:08.760 --> 53:11.500
Und in

53:14.700 --> 53:19.260
Coriolis -Kraft haben wir keinen Anteil in Xi-Richtung, verbleibt noch

53:19.260 --> 53:20.240
die Gewichtskraft.

53:21.460 --> 53:26.960
Die hat einen negativen Anteil, also Minus M mal G.

53:28.740 --> 53:33.900
Und die entsprechende Komponente hängt mit Sinus des Verdrehwinkels

53:33.900 --> 53:35.820
der Schaukel zusammen, also Sinus Phi.

53:39.460 --> 53:43.140
Schwieriger wird es jetzt noch bei der Zentrifugalkraft.

53:43.940 --> 53:47.080
Da haben wir ein Pluszeichen, also Plus M R Omega-Quadrat.

53:50.520 --> 53:55.520
Und zwar haben wir jetzt zwischen der Eta-Achse und der

53:55.520 --> 53:59.300
Zentrifugalkraft einen Winkel, den wir oben nochmals finden.

53:59.300 --> 54:01.340
Das ist der Winkel Alpha, nenne ich den mal.

54:07.360 --> 54:10.020
Also haben wir da Sinus Alpha.

54:12.560 --> 54:14.560
Jetzt haben wir plötzlich scheinbar eine neue Größe.

54:16.440 --> 54:19.860
Wir wissen aber, der Winkel Alpha ist nicht unabhängig von der

54:19.860 --> 54:20.300
Relativverschiebung.

54:21.200 --> 54:35.370
Es gilt zum Beispiel, Sinus Alpha ist ja gerade Xi dividiert durch R.

54:40.720 --> 54:46.400
Oder wenn wir eine andere geometrische Größe noch angeben, zum

54:46.400 --> 54:54.420
Beispiel den kürzesten Abstand der Schaukel als Größe h, dann könnten

54:54.420 --> 54:58.300
wir auch sagen, Tankens Alpha ist gerade Xi dividiert durch h.

55:00.580 --> 55:01.420
Das müssen wir dann kennen.

55:03.880 --> 55:06.880
Also insofern, Alpha ist eine Funktion von Xi.

55:08.500 --> 55:12.560
Wie sieht es aus für die Kräftebilanz in Eta-Richtung?

55:22.400 --> 55:27.520
Da haben wir zunächst mal das 2m Omega-Xi-Punkt.

55:35.720 --> 55:39.360
Wir haben die Normalkraft, allerdings in negative Richtung, also minus

55:39.360 --> 55:39.700
n.

55:40.920 --> 55:45.880
Wir haben den Anteil der Gewichtskraft, plus mRg.

55:47.320 --> 55:49.800
Und da brauchen wir den Kosinus vom Winkel Phi.

55:52.760 --> 55:55.520
Und wir brauchen noch den Anteil in Eta-Richtung von der

55:55.520 --> 55:57.720
Zentrifugalkraft, mR Omega Quadrat.

55:58.560 --> 56:02.400
Da wir oben entsprechend Sinus Alpha hatten, wird es jetzt unten der

56:02.400 --> 56:03.520
Kosinus Alpha sein.

56:03.520 --> 56:10.140
Also plus mR Omega Quadrat mal Kosinus Alpha.

56:13.140 --> 56:15.880
Man sieht, wir haben wiederum zwei skalare Gleichungen.

56:17.240 --> 56:21.080
Letztendlich hat unser System, da ja der Winkel Phi vorgegeben ist,

56:21.280 --> 56:24.240
nur einen Freiheitsgrad, nämlich die Verschiebung des Massenpunktes

56:24.240 --> 56:25.360
entlang der Xi-Achse.

56:26.680 --> 56:31.980
Also schließen wir daraus, eine der Gleichungen, oder in Kombination,

56:33.120 --> 56:37.980
müssen die auf eine Zwangskraftbestimmung führen.

56:38.980 --> 56:41.440
Eine der Gleichungen oder eine Kombination auf eine

56:41.440 --> 56:42.380
Bewegungsgleichung.

56:43.200 --> 56:46.640
Wenn wir scharf hinschauen, dann sehen wir, die Zwangskraft erhalten

56:46.640 --> 56:50.420
wir natürlich explizit aus der zweiten Gleichung.

56:50.620 --> 56:52.340
Das wäre dann die Zwangskraftgleichung.

57:06.260 --> 57:07.360
Die liefert dann n.

57:13.060 --> 57:16.240
Und die obere stellt dann letztendlich die Bewegungsgleichung dar,

57:26.230 --> 57:33.050
da Alpha von Xi abhängt.

57:36.010 --> 57:41.930
Also wir könnten jetzt oben Xi dividiert durch r einsetzen für das

57:41.930 --> 57:42.590
Sinus Alpha.

57:43.790 --> 57:45.370
Dann haben wir noch das r drin.

57:45.470 --> 57:47.750
Das r ist ebenfalls eine Funktion von Xi.

57:49.570 --> 57:58.110
Nämlich es gilt, r ist gerade Wurzel aus Xi Quadrat plus h Quadrat.

57:58.210 --> 58:05.430
Das war h, das war Xi, also r zum Quadrat ist gerade h Quadrat plus Xi

58:05.430 --> 58:05.850
Quadrat.

58:06.010 --> 58:10.730
Also man sieht, Sinus Alpha können wir vollständig darstellen über die

58:10.730 --> 58:11.970
Bewegungskoordinate Xi.

58:12.590 --> 58:16.450
Schauen Sie mal die Tafel, links außen und rechts außen wischen.

58:20.600 --> 58:24.620
Das zeigt auch, dass natürlich in der Mechanik die

58:24.620 --> 58:29.660
Bewegungsgleichungen, die wir herleiten, sehr schnell sich als nicht

58:29.660 --> 58:31.420
lineare Bewegungsgleichungen ergeben.

58:33.060 --> 58:39.660
Die Koordinate Xi tritt, wenn wir das alles einsetzen, an der Stelle

58:39.660 --> 58:40.640
nicht linear auf.

58:43.460 --> 58:48.120
Damit, wenn wir die Bewegungsgleichungen lösen wollen, sind wir sehr

58:48.120 --> 58:50.200
schnell mit unserer Mathematik am Ende.

58:51.060 --> 58:54.800
Sie haben bei den Differentialgleichungen wahrscheinlich sehr viel

58:54.800 --> 58:58.580
darüber gearbeitet, wie man lineare Differentialgleichungen löst.

58:59.100 --> 59:00.640
Da gibt es eine entsprechende Lösungstheorie.

59:01.820 --> 59:05.700
Man weiß, eine Differentialgleichung linear, nter Ordnung, die hat n

59:05.700 --> 59:07.100
linear unabhängige Lösungen.

59:07.680 --> 59:09.680
Das kann man alles noch relativ gut in den Griff kriegen.

59:10.640 --> 59:13.100
Bei den nicht linearen Differentialgleichungen kann man das nicht ohne

59:13.100 --> 59:13.740
weiteres sagen.

59:16.340 --> 59:21.780
Es gibt auch im Allgemeinen nicht so schöne Lösungen wie für die

59:21.780 --> 59:23.740
linearen Differentialgleichungen.

59:24.440 --> 59:27.380
Zumindest für lineare Differentialgleichungen mit konstanten

59:27.380 --> 59:27.720
Koeffizienten.

59:29.400 --> 59:32.720
Dementsprechend bleibt dann für die Lösung von solchen

59:32.720 --> 59:37.080
Bewegungsgleichungen in der Regel nur noch die numerische Integration,

59:37.440 --> 59:40.080
also die näherungsweise Bestimmung der Lösung.

59:41.180 --> 59:42.840
Um das Zeitverhalten zu bestimmen.

59:43.880 --> 59:46.240
Gibt es zu der Vorgehensweise noch Fragen?

59:48.980 --> 59:52.080
Dann sollten wir an der Stelle vielleicht ganz kurz noch ausführen,

59:52.220 --> 59:59.960
wie sieht es aus, was ändert sich, wenn wir statt des gelb

59:59.960 --> 01:00:06.860
eingetragenen Xi-Eta-Koordinatensystems andere Xi- und Eta-Achsen

01:00:06.860 --> 01:00:07.120
nehmen.

01:00:32.980 --> 01:00:45.530
Also, ich skizziere nochmals XY, beute die Schaukel an und wir nehmen

01:00:45.530 --> 01:00:49.290
jetzt Xi- und Eta-Achsen, die etwas modifiziert sind.

01:00:51.150 --> 01:00:59.910
Eta quer, Xi quer, das heißt in dem Fall ist der Koordinatenursprung

01:00:59.910 --> 01:01:05.110
des Inertialsystems nicht identisch mit dem Koordinatenursprung O' des

01:01:05.110 --> 01:01:06.350
Relativsystems.

01:01:07.490 --> 01:01:11.590
Der Massenpunkt in allgemeiner Lage befindet sich nach wie vor auf der

01:01:11.590 --> 01:01:16.670
Schaukel, allerdings jetzt beschrieben, zwar durch eine Koordinate Xi,

01:01:17.630 --> 01:01:22.470
aber der Relativvektor in dem Falle gebildet, wie wir das immer

01:01:22.470 --> 01:01:25.830
machen, durch den Vektor von O' zum Punkt P.

01:01:31.410 --> 01:01:33.370
Was ändert sich jetzt?

01:01:35.130 --> 01:01:38.770
Die allgemeine Formel, dass sich die Absolutbeschleunigung

01:01:38.770 --> 01:01:42.730
zusammensetzt aus Führungsbeschleunigung infolge von Translation plus

01:01:42.730 --> 01:01:46.750
Führungsbeschleunigung infolge Rotation in normaler Richtung,

01:01:47.490 --> 01:01:50.790
Führungsbeschleunigung infolge Rotation in Umfangsrichtung plus

01:01:50.790 --> 01:01:54.870
Coriolisbeschleunigung plus Relativbeschleunigung, die bleibt

01:01:54.870 --> 01:01:55.330
dieselbe.

01:01:57.770 --> 01:02:03.870
Die Führungsbeschleunigung aufgrund von Rotation in Umfangsrichtung,

01:02:03.970 --> 01:02:08.390
die wird ja hervorgerufen durch eine beschleunigte Verdrehung des

01:02:08.390 --> 01:02:13.890
Bezugssystems, die ist hier genauso Null wie links.

01:02:14.330 --> 01:02:14.490
Warum?

01:02:14.490 --> 01:02:17.990
Es gilt nach wie vor, dass die Winkelgeschwindigkeit des

01:02:17.990 --> 01:02:19.590
Relativsystems konstant sei.

01:02:20.850 --> 01:02:24.090
Also auch in dem Falle, ich deute es mal an,

01:02:27.490 --> 01:02:36.710
A Führung aufgrund von Rotation in Umfangsrichtung gleich Null, wegen

01:02:36.710 --> 01:02:38.730
Omega konstant.

01:02:49.160 --> 01:02:52.240
Die Führungsbeschleunigung aufgrund der Translation des

01:02:52.240 --> 01:02:55.940
Koordinatenursprungs ist jetzt nicht Null.

01:02:56.640 --> 01:02:56.880
Warum?

01:02:57.720 --> 01:03:04.780
Der Koordinatenursprung O' bewegt sich auf einer Kreisbahn um den

01:03:04.780 --> 01:03:05.420
Punkt O.

01:03:07.460 --> 01:03:12.620
Aufgrund dessen, dass die Winkelgeschwindigkeit konstant ist, bewegt

01:03:12.620 --> 01:03:15.960
sich der Punkt mit einer konstanten Geschwindigkeit, also der Bestrag

01:03:15.960 --> 01:03:18.800
der Geschwindigkeit ändert sich nicht, es ändert sich nur die

01:03:18.800 --> 01:03:19.140
Richtung.

01:03:19.140 --> 01:03:25.540
Damit erfährt der Punkt O' nur eine Zentripetalbeschleunigung von der

01:03:25.540 --> 01:03:27.120
Richtung O' in Richtung O.

01:03:29.060 --> 01:03:31.080
Die können wir an der Stelle antragen.

01:03:31.810 --> 01:03:35.920
Das ist also die Führungsbeschleunigung aufgrund von Translation.

01:03:37.020 --> 01:03:43.380
Die ist gerade Abstand des Punktes O' von O multipliziert mit Omega

01:03:43.380 --> 01:03:48.540
Quadrat, also h mal Omega Quadrat.

01:04:00.410 --> 01:04:07.190
Die Führungsbeschleunigung aufgrund der Rotation des Relativsystems in

01:04:07.190 --> 01:04:19.970
radialer Richtung, die geht von Punkt P in Richtung von O'.

01:04:19.970 --> 01:04:27.090
Das ist also eine Beschleunigung, die negative Xi-Richtung zeigt.

01:04:27.870 --> 01:04:37.950
Also A, F, R in radialer Richtung ist gerade Abstand oder Betrag des

01:04:37.950 --> 01:04:39.510
Relativvektors, was ist das hier?

01:04:39.510 --> 01:04:48.950
Das ist einfach Xi mal Omega Quadrat und wie gesagt in Richtung von

01:04:48.950 --> 01:04:50.750
Punkt P zum Punkt O'.

01:04:50.750 --> 01:05:00.010
Also A, F, R in radialer Richtung gleich Xi Omega Quadrat.

01:05:02.070 --> 01:05:07.170
Die Coriolis-Beschleunigung, die ändert sich natürlich nicht, weil in

01:05:07.170 --> 01:05:10.950
beiden Fällen die Drehbewegung des Relativsystems dieselbe ist.

01:05:12.030 --> 01:05:14.130
Die Relativbewegung ist auch dieselbe.

01:05:14.870 --> 01:05:24.330
Also A Coriolis ist in dem Falle 2 Omega Xi Punkt in negative Eta

01:05:24.330 --> 01:05:24.910
-Richtung.

01:05:26.090 --> 01:05:35.330
Also A Coriolis gleich 2 Omega Xi Punkt in negative Eta-Richtung.

01:05:35.330 --> 01:05:43.590
Und die Relativbeschleunigung auch in dem Falle gerade Xi 2 Punkt in

01:05:43.590 --> 01:05:46.190
Richtung der positiven Xi-Achse.

01:05:49.130 --> 01:06:00.820
Ich trage es mal hier ein, Xi 2 Punkt als Relativbeschleunigung.

01:06:15.280 --> 01:06:17.820
Wenn wir jetzt im nächsten Schritt wieder den Massenpunkt

01:06:17.820 --> 01:06:22.980
freischneiden, alle am Massenpunkt angreifenden Kräfte eintragen, dann

01:06:22.980 --> 01:06:27.180
haben wir die Gewichtskraft MAG blau eingezeichnet, wir haben die

01:06:27.180 --> 01:06:31.860
Normalkraft als Zwangskraft N gelb eingezeichnet, die bleiben nach wie

01:06:31.860 --> 01:06:32.120
vor.

01:06:33.140 --> 01:06:39.320
Man sieht, die Trägheitskräfte, die sehen in dem Falle jetzt anders

01:06:39.320 --> 01:06:42.680
aus, aufgrund dessen, weil wir ein anderes Relativsystem mit anderem

01:06:42.680 --> 01:06:45.300
Koordinatenursprung eingeführt haben.

01:06:47.860 --> 01:06:51.460
Corioliskraft bleibt zwar in positive Eta-Richtung, die

01:06:51.460 --> 01:06:55.460
Führungsbeschleunigung aufgrund von Translation, die war vorher Null,

01:06:56.980 --> 01:07:00.880
jetzt ungleich Null, das ergibt eine entsprechende Trägheitskraft, die

01:07:00.880 --> 01:07:04.180
entgegen der Beschleunigung wirkt, also in dem Falle in positive Eta

01:07:04.180 --> 01:07:04.640
-Richtung.

01:07:04.640 --> 01:07:12.920
Genauso die Führungskraft aufgrund der Rotation in radiale Richtung,

01:07:13.000 --> 01:07:17.700
die zeigt dann in positive Xi-Richtung, nämlich entgegen der

01:07:17.700 --> 01:07:18.860
Zentripedalbeschleunigung.

01:07:22.700 --> 01:07:27.200
Die Trägheitskraft aufgrund der Relativbewegung bleibt dieselbe,

01:07:27.580 --> 01:07:29.440
genauso wie bei der Coriolisbeschleunigung.

01:07:30.600 --> 01:07:33.200
Machen Sie das mal zu Hause, setzen Sie alles ein.

01:07:33.840 --> 01:07:38.980
Es bietet sich dann an, wieder das Kräftegleichgewicht in Xi- bzw.

01:07:39.220 --> 01:07:40.400
Eta-Richtung zu machen.

01:07:42.320 --> 01:07:45.940
Dann sehen Sie natürlich, dass die Gleichungen zunächst mal anders

01:07:45.940 --> 01:07:46.380
aussehen.

01:07:47.060 --> 01:07:50.400
Da tritt a priori die Größe H auf, der Abstand.

01:07:52.080 --> 01:07:56.220
Wenn Sie ganz genau hinschauen und sich das mal drei Minuten

01:07:56.220 --> 01:08:01.500
betrachten, dann erkennen Sie aber, dass gerade die beiden

01:08:01.500 --> 01:08:08.560
Trägheitskräfte aufgrund AFT und aufgrund AFR, das ergibt eine Kraft,

01:08:10.000 --> 01:08:14.860
welche natürlich genau dieselbe Richtung hat, wie zuvor die

01:08:14.860 --> 01:08:20.920
Trägheitskraft aufgrund der Rotationsbewegung in radialer Richtung.

01:08:21.980 --> 01:08:27.040
Also letztendlich das Endergebnis, was Sie erhalten, das wird dasselbe

01:08:27.040 --> 01:08:27.320
sein.

01:08:28.000 --> 01:08:29.580
Es wäre schlecht, wenn das nicht der Fall wäre.

01:08:30.700 --> 01:08:32.280
Gibt es soweit Fragen?

01:08:37.330 --> 01:08:41.810
Wenn nicht, dann würde ich jetzt den Tafelputzer nochmals auf die

01:08:41.810 --> 01:08:45.590
Bühne bitten und den rechten Teil mischen lassen.

01:08:46.350 --> 01:08:47.710
Entschuldigung, den linken.

01:08:48.370 --> 01:08:50.470
Das war jetzt gerade noch nicht möglich, weil ich noch geschrieben

01:08:50.470 --> 01:08:50.730
habe.

01:09:07.130 --> 01:09:13.870
So, als letztes Beispiel noch die rotierende Erde.

01:09:34.760 --> 01:09:37.660
Und zwar nehmen wir dieses Mal die Erde als beschleunigtes

01:09:37.660 --> 01:09:38.440
Bezugssystem.

01:09:48.980 --> 01:09:52.140
Wir nehmen an, der Rhein fließt in der Nähe von Karlsruhe.

01:09:52.700 --> 01:09:57.220
In welche Richtung fließt der Rhein?

01:10:00.680 --> 01:10:03.580
Nach Norden, also von Süden nach Norden, grob.

01:10:09.580 --> 01:10:21.700
Der Rhein fließt bei Karlsruhe mit einer konstanten Geschwindigkeit.

01:10:21.700 --> 01:10:31.580
Und Geschwindigkeit jetzt verstanden als Betrag der Geschwindigkeit in

01:10:31.580 --> 01:10:32.520
Richtung Norden.

01:10:44.330 --> 01:10:50.350
Und uns interessiert jetzt in dem Falle, aufgrund dieser Bewegung, wie

01:10:50.350 --> 01:10:53.410
sieht es da mit den Ufern aus, werden die gleich belastet oder wird

01:10:53.410 --> 01:10:58.510
vielleicht aufgrund der Drehbewegung eines der Ufer stärker belastet

01:10:58.510 --> 01:11:00.150
als das andere, zumindest rein theoretisch.

01:11:02.230 --> 01:11:04.350
Welches Ufer dürfte stärker belastet werden?

01:11:09.940 --> 01:11:11.220
Es kommt auf die Strömung.

01:11:11.280 --> 01:11:14.660
Wir nehmen an, der Rhein fließt mit konstanter Geschwindigkeit

01:11:14.660 --> 01:11:16.240
Richtung Norden.

01:11:17.180 --> 01:11:18.220
Es gibt keine Wirbel.

01:11:26.570 --> 01:11:29.130
Räumliches System, das ist nicht mehr ganz so einfach, oder?

01:11:30.150 --> 01:11:32.110
Man kann es sich aber leicht vorstellen.

01:11:33.990 --> 01:11:35.730
So ein bisschen ingenieurmäßig.

01:11:36.150 --> 01:11:36.350
Warum?

01:11:39.650 --> 01:11:42.470
Jetzt nehmen Sie mal an, Sie gehen Richtung Norden.

01:11:46.140 --> 01:11:48.700
Ihre Relativgeschwindigkeit ist konstant.

01:11:49.460 --> 01:11:51.520
Was heißt das für Ihre Absolutgeschwindigkeit?

01:11:55.060 --> 01:11:56.660
Die Absolutgeschwindigkeit nimmt ab.

01:11:56.840 --> 01:11:57.060
Warum?

01:11:58.080 --> 01:12:02.540
Sie bewegen sich zusätzlich in Umfangsrichtung aufgrund der Drehung

01:12:02.540 --> 01:12:02.980
der Erde.

01:12:04.180 --> 01:12:06.800
Wenn Sie jetzt Richtung Norden gehen, dann nimmt Ihr Abstand von der

01:12:06.800 --> 01:12:07.540
Drehachse ab.

01:12:08.560 --> 01:12:12.140
Also Ihre Komponente der Geschwindigkeit in Umfangsrichtung wird

01:12:12.140 --> 01:12:12.480
kleiner.

01:12:12.960 --> 01:12:14.480
Also müssen Sie abgebremst werden.

01:12:15.180 --> 01:12:18.040
Und dann ist nur noch die Frage, in welcher Richtung dreht sich die

01:12:18.040 --> 01:12:18.280
Erde.

01:12:18.440 --> 01:12:19.070
Das ist jetzt Allgemeinbindung.

01:12:20.000 --> 01:12:21.820
Wer wagt eine Prognose?

01:12:27.270 --> 01:12:28.850
Frage, wo geht die Sonne auf?

01:12:29.070 --> 01:12:30.650
Antwort des Studenten, das weiß ich nicht.

01:12:30.850 --> 01:12:33.750
Da schlafe ich immer noch, wenn die Sonne aufgeht.

01:12:41.010 --> 01:12:42.730
Er teilt es mal an, die dreht sich.

01:12:42.930 --> 01:12:43.930
Aber wo sind wir jetzt?

01:12:45.710 --> 01:12:46.750
Wo geht die Sonne auf?

01:12:47.370 --> 01:12:48.630
Im Osten geht sie auf.

01:12:48.750 --> 01:12:50.290
Also in welche Richtung dreht sich die Erde?

01:12:50.690 --> 01:12:51.350
Nach Osten.

01:12:51.350 --> 01:12:54.490
Weil die Sonne bleibt mehr oder weniger an einem konstanten Punkt und

01:12:54.490 --> 01:12:56.470
nur wir werden quasi vorbeigeschoben.

01:12:58.830 --> 01:13:06.410
Also muss auf die einzelnen Massenpunkte des Rheins, oder wenn wir

01:13:06.410 --> 01:13:11.590
Richtung Norden gehen, muss eine Kraft von Ost nach West wirken.

01:13:13.050 --> 01:13:16.590
Also anschauungsmäßig würden wir jetzt wahrscheinlich sagen, das

01:13:16.590 --> 01:13:20.830
östliche Rheinufer wird in dem Falle stärker belastet.

01:13:22.270 --> 01:13:24.770
Schauen wir, dass es auch vielleicht nochmal so rauskommt.

01:13:25.410 --> 01:13:28.190
Wir versuchen mal, uns das ein bisschen räumlich klar zu machen.

01:13:30.950 --> 01:13:38.070
Also, welches Ufer stärker belastet?

01:13:53.290 --> 01:13:57.550
Führen wir zunächst mal ein Inertialsystem ein.

01:14:09.720 --> 01:14:12.160
Dann setzen wir die Erde in das Inertialsystem.

01:14:12.600 --> 01:14:13.920
Jetzt lassen wir die Erde drehen.

01:14:15.120 --> 01:14:19.080
Dann brauchen wir ein Koordinatensystem auf der Erde.

01:14:20.280 --> 01:14:22.800
Was für ein Koordinatensystem nimmt man da im Allgemeinen?

01:14:27.140 --> 01:14:28.720
Ich würde mal sagen, ein Kugelkoordinatensystem.

01:14:30.220 --> 01:14:34.640
Wir nehmen mal an, der Abstand der Erdoberfläche vom Erdmittelpunkt

01:14:34.640 --> 01:14:35.460
sei konstant.

01:14:36.500 --> 01:14:37.540
Ist ja immer gleich.

01:14:41.440 --> 01:14:44.640
Ob der Abstand der Erdoberfläche vom Erdmittelpunkt immer derselbe

01:14:44.640 --> 01:14:44.900
ist.

01:14:46.200 --> 01:14:48.400
Also nicht abgesehen davon, dass es Berge und Täler gibt.

01:14:50.120 --> 01:14:52.440
Oben ist abgeflacht, genau.

01:14:52.540 --> 01:14:54.560
Das müssen die Navigationssysteme auch berücksichtigen.

01:14:56.680 --> 01:14:59.640
Also wir nehmen aber an, der Erdradius sei jetzt überall konstant,

01:14:59.720 --> 01:15:00.700
dann kriegen wir es ein bisschen einfacher.

01:15:01.740 --> 01:15:06.260
Das heißt, wir haben jetzt schon, anstatt des Inertialsystems, ein

01:15:06.260 --> 01:15:08.700
System auf der Erde festgemacht.

01:15:09.440 --> 01:15:11.060
Xi, Eta, Zeta.

01:15:14.360 --> 01:15:17.820
Ich mach es nochmal weg, dann sieht es vielleicht besser aus.

01:15:18.880 --> 01:15:25.200
Wir machen die Zeta-Achse mal ein bisschen schräg.

01:15:28.220 --> 01:15:29.560
Um die dreht nämlich die Erde.

01:15:31.400 --> 01:15:33.680
Wir haben die Erde als Kugel.

01:15:38.830 --> 01:15:45.090
Wenn wir irgendwo die Stadt Karlsruhe haben, dann bewegt sich

01:15:45.090 --> 01:15:48.950
Karlsruhe aufgrund der Erddrehung auf so einem Kreis.

01:15:53.070 --> 01:15:56.730
Das deuten wir mal so an, weil es kein so schöner Kreis ist.

01:16:04.300 --> 01:16:05.640
Irgendwo haben wir den Äquator.

01:16:23.600 --> 01:16:27.440
Wir haben dann die Position von Karlsruhe beschrieben durch den

01:16:27.440 --> 01:16:27.940
Längenkreis.

01:16:29.240 --> 01:16:30.160
Längenkreise gehen wie?

01:16:30.620 --> 01:16:31.680
Von Ost nach West oder?

01:16:37.860 --> 01:16:39.180
Wie geht ein Längenkreis?

01:16:39.520 --> 01:16:41.180
Von Ost nach West oder von West nach Ost?

01:16:51.130 --> 01:16:52.770
Also von West nach Ost, oder?

01:16:52.770 --> 01:16:55.610
Wer glaubt was anderes?

01:16:58.510 --> 01:17:02.130
Ein Längenkreis geht weder von West nach Ost, noch von Ost nach West.

01:17:02.270 --> 01:17:03.810
Er geht von Nord nach Süd und umgekehrt.

01:17:08.950 --> 01:17:13.050
Also ein Längenkreis geht so irgendwo.

01:17:14.290 --> 01:17:17.410
Und man sieht, entlang von so einem Längenkreis bewegt sich jetzt das

01:17:17.410 --> 01:17:18.670
Wasser des Rheins nach Norden.

01:18:01.100 --> 01:18:01.900
Nicht stürzen.

01:18:30.810 --> 01:18:32.010
Wir lassen es über uns ergehen.

01:18:59.690 --> 01:19:02.050
Aus datenschutztechnischen Gründen muss ich Sie darauf hinweisen, dass

01:19:02.050 --> 01:19:02.970
Sie gerade gefilmt wurden.

01:19:29.060 --> 01:19:31.340
Also ich hoffe, dass die Dame nicht zugegnet hat, dass sie jetzt

01:19:31.340 --> 01:19:33.040
gerade da irgendwie aufs Bild kam.

01:19:33.780 --> 01:19:36.400
Sei es drum.

01:19:37.060 --> 01:19:41.880
Also wir haben gelernt, Längenkreise gehen von Nord nach Süd und

01:19:41.880 --> 01:19:42.760
umgekehrt.

01:19:42.840 --> 01:19:44.160
Die gehen quasi über die Pole.

01:19:44.840 --> 01:19:50.220
Das andere sind die Breitenkreise, welche die Lage in Nord-Süd

01:19:50.220 --> 01:19:51.280
-Richtung bezeichnen.

01:19:53.140 --> 01:19:56.900
Und Karlsruhe liegt bekanntlicherweise auf welchem Breitengrad

01:19:56.900 --> 01:19:57.460
ungefähr?

01:20:00.600 --> 01:20:01.500
Das war geboten.

01:20:02.860 --> 01:20:03.260
36.

01:20:05.880 --> 01:20:08.700
36 und 59, das ist eine breite Spanne.

01:20:11.140 --> 01:20:12.260
Ja, wir kommen der Sache schon näher.

01:20:12.400 --> 01:20:12.800
49.

01:20:13.300 --> 01:20:13.700
Breitengrad.

01:20:14.120 --> 01:20:16.660
Das war 36, das war geboten, da wäre es wahrscheinlich ein bisschen

01:20:16.660 --> 01:20:17.020
wärmer.

01:20:18.520 --> 01:20:19.520
Er sagt 38.

01:20:21.740 --> 01:20:24.800
Nein, also wir sind ungefähr 49 Grad.

01:20:29.740 --> 01:20:34.620
Also wenn wir so eine Linie hier ziehen und daraus ziehen, dann haben

01:20:34.620 --> 01:20:36.240
wir ungefähr 49 Grad.

01:20:43.300 --> 01:20:46.480
Nochmals für die ausländischen Studierenden, die auch ein bisschen

01:20:46.480 --> 01:20:48.440
Deutsch lernen wollen, das war der Längenkreis.

01:20:53.590 --> 01:20:55.170
Das war ein Breitenkreis.

01:21:01.120 --> 01:21:04.760
Und wir nehmen an, die Erde dreht sich mit einer konstanten

01:21:04.760 --> 01:21:09.280
Winkelgeschwindigkeit Omega, wie gesagt, von West nach Ost.

01:21:16.300 --> 01:21:23.900
Wir haben ein mitdrehendes Koordinatensystem jetzt eingeführt, mit dem

01:21:23.900 --> 01:21:28.240
wir die Position Karlsruhe als konstant haben.

01:21:28.240 --> 01:21:32.780
Der Rhein fließt jetzt im mitdrehenden Koordinatensystem mit einer

01:21:32.780 --> 01:21:42.160
konstanten Geschwindigkeit von Nord nach Süd zur Tangential V

01:21:42.160 --> 01:21:42.780
-Konstant.

01:21:43.580 --> 01:21:46.440
Das ist dann auch gleichzeitig die Relativgeschwindigkeit.

01:21:50.980 --> 01:21:55.080
Man sieht, wenn wir jetzt die Bewegung der Erde um die Sonne

01:21:55.080 --> 01:22:00.020
vernachlässigen, dann bewegt sich unser Relativsystem, der

01:22:00.020 --> 01:22:03.240
Koordinatenursprung zumindest, nicht.

01:22:03.500 --> 01:22:08.080
Also die Führungsbeschleunigung aufgrund Translation wird Null sein.

01:22:09.080 --> 01:22:16.800
Die Führungsbeschleunigung aufgrund von Rotation, die zeigt jetzt von

01:22:16.800 --> 01:22:18.760
Karlsruhe in Richtung der Drehachse.

01:22:20.380 --> 01:22:21.860
Das ist aber eine Beschleunigung.

01:22:22.260 --> 01:22:26.380
Wenn wir die entsprechende Trägheitskraft anschauen, dann heißt es

01:22:26.380 --> 01:22:29.600
einfach, die zeigt radial nach außen.

01:22:29.600 --> 01:22:34.560
Also da wird einfach das Wasser ein bisschen leichter, deshalb war ja

01:22:34.560 --> 01:22:40.280
gerade die Erdablattung, weil an den Polen die entsprechende

01:22:40.280 --> 01:22:42.880
Trägheitskraft wirkt, die quasi nach außen zieht.

01:22:43.820 --> 01:22:47.060
An den Polen haben wir die nicht, oder am Äquator zieht die nach

01:22:47.060 --> 01:22:49.480
außen, an den Polen haben wir die entsprechende Trägheitskraft nicht,

01:22:49.760 --> 01:22:51.080
deshalb lattet sich die Erde ab.

01:22:51.620 --> 01:22:53.620
Den Effekt, der spielt für die Ufer keine Rolle.

01:22:58.780 --> 01:23:02.460
Eine Führungsbeschleunigung aufgrund einer Winkelbeschleunigung des

01:23:02.460 --> 01:23:05.480
Relativsystems haben wir auch nicht, weil wir annehmen, die

01:23:05.480 --> 01:23:07.200
Winkelgeschwindigkeit ist konstant.

01:23:08.460 --> 01:23:14.320
Bleibt nur noch die Relativbeschleunigung und die

01:23:14.320 --> 01:23:15.400
Coriolisbeschleunigung.

01:23:17.340 --> 01:23:19.620
Wie sieht es mit der Relativbeschleunigung aus?

01:23:23.750 --> 01:23:27.950
Das ist die Beschleunigung aufgrund der Bewegung des Wassers im

01:23:27.950 --> 01:23:30.310
mitdrehenden Bezugssystem.

01:23:31.930 --> 01:23:35.410
Das Wasser beschreibt eine Kreisbahn entlang der Erdoberfläche, also

01:23:35.410 --> 01:23:39.570
letztendlich haben wir die Beschleunigung, die notwendig ist, um sich

01:23:39.570 --> 01:23:41.070
auf einer Kreisbahn zu bewegen.

01:23:41.470 --> 01:23:47.110
Das ergibt einen Beschleunigungsanteil radial nach außen, also von der

01:23:47.110 --> 01:23:47.990
Erdoberfläche weg.

01:23:54.030 --> 01:23:57.450
Die Beschleunigung geht in Richtung des Erdmittelpunktes, die

01:23:57.450 --> 01:24:00.610
entsprechende Trägheitskraft geht dann in radialer Richtung nach

01:24:00.610 --> 01:24:00.950
außen.

01:24:01.770 --> 01:24:05.710
Führt also höchstens dazu, dass der Flussgrund ein bisschen weniger

01:24:05.710 --> 01:24:11.330
belastet wird, sodass letztendlich nur noch wichtig ist die

01:24:11.330 --> 01:24:11.990
Coriolisbeschleunigung.

01:24:11.990 --> 01:24:24.610
Die Coriolisbeschleunigung ist aber 2 mal Omega kreuz Vrelativ.

01:24:26.890 --> 01:24:32.310
Omega ist ein Vektor in Richtung des Nordpols, Richtung der Drehachse,

01:24:33.110 --> 01:24:34.010
Vrelativ.

01:24:34.990 --> 01:24:43.770
Das heißt, die Coriolisbeschleunigung geht in dem Falle in Richtung

01:24:43.770 --> 01:24:51.470
des Breitenkreises von Ost nach West.

01:24:51.470 --> 01:24:55.610
Die Coriolisbeschleunigung ist die entsprechende Trägheitskraft,

01:25:07.400 --> 01:25:09.140
nochmals kurz angedeutet,

01:25:18.420 --> 01:25:29.160
dann den Breitenkreis, die entsprechende Beschleunigung, a Coriolis.

01:25:30.160 --> 01:25:39.200
Die Trägheitskraft ist dann m a Coriolis von West nach Ost.

01:25:39.760 --> 01:25:47.840
Das heißt, wenn wir den Massenpunkt freischneiden und mal in Richtung

01:25:47.840 --> 01:25:51.840
des Breitenkreises die entsprechenden Kräfte antragen, dann haben wir

01:25:51.840 --> 01:25:54.520
zum einen die Trägheitskraft,

01:26:00.600 --> 01:26:07.320
zum anderen die Zwangskraft vom Ufer auf das Wasser, die bewirkt, dass

01:26:07.320 --> 01:26:13.000
sich das Wasser wirklich nur in nördlicher Richtung bewegt, also eine

01:26:13.000 --> 01:26:14.120
Zwangskraft N.

01:26:15.000 --> 01:26:19.220
Und man sieht, damit ein Kräftegleichgewicht in Richtung des

01:26:19.220 --> 01:26:27.120
Breitenkreises vorliegt, muss dann N wirklich von Ost nach West

01:26:27.120 --> 01:26:27.940
gerichtet sein.

01:26:29.060 --> 01:26:32.880
Das heißt, vom Massenpunkt auf die Umgebung wirkt entsprechend aktio

01:26:32.880 --> 01:26:36.560
-gleich -reaktio, gleicher Betrag, aber umgekehrter Richtung, eine

01:26:36.560 --> 01:26:39.640
Kraft in Richtung von Westen nach Osten.

01:26:39.640 --> 01:26:45.460
Also letztendlich wird das rechte Ufer des Rheins in dem Falle stärker

01:26:45.460 --> 01:26:46.140
belastet.

01:26:50.180 --> 01:26:52.400
Also Kraft auf Ufer,

01:26:59.130 --> 01:27:09.530
gemäß aktio-gleich-reaktio von West nach Ost und damit rechtes

01:27:13.100 --> 01:27:18.920
Ufer stärker belastet.

01:27:21.580 --> 01:27:23.540
Gibt es hierzu noch Fragen?

01:27:25.580 --> 01:27:30.500
Wenn nicht, dann merken Sie sich nochmal, wenn wir die Bewegung des

01:27:30.500 --> 01:27:34.320
Massenpunktes in einem Relativsystem beschreiben, dann wird es eben

01:27:34.320 --> 01:27:39.560
einfach sein, Bewegungsgleichungen und Zwangskraftgleichungen mit dem

01:27:39.560 --> 01:27:41.140
Prinzip von D'Alembert herzuleiten.

01:27:43.640 --> 01:27:47.440
Dazu müssen wir zunächst mal die Bewegung im Relativsystem

01:27:47.440 --> 01:27:48.000
beschreiben.

01:27:49.820 --> 01:27:54.240
Entsprechend der Relativmechanik ergeben sich für die

01:27:54.240 --> 01:27:56.200
Gesamtbeschleunigung dann einzelne Anteile.

01:27:57.120 --> 01:27:59.080
Führungsbeschleunigung, die noch unterteilt werden kann,

01:27:59.200 --> 01:28:00.680
Coriolisbeschleunigung und Relativbeschleunigung.

01:28:02.900 --> 01:28:07.420
Beim Prinzip von D'Alembert führen wir fiktive Kräfte, die

01:28:07.420 --> 01:28:11.160
Trägheitskräfte ein, die in die entgegengesetzte Richtung der

01:28:11.160 --> 01:28:12.120
Beschleunigung gehen.

01:28:12.900 --> 01:28:15.900
Betrag, einfach Beschleunigungsbetrag mal Masse.

01:28:18.100 --> 01:28:24.940
Wir tragen das Ganze an einem freigeschnittenen Massenpunkt ein, also

01:28:24.940 --> 01:28:26.640
Freikörperbild des Massenpunktes.

01:28:26.640 --> 01:28:30.220
Äußere Kräfte eintragen, wie Gewichtskraft, Federkraft, Dämpferkraft,

01:28:30.680 --> 01:28:31.740
Zwangskräfte und so weiter.

01:28:32.260 --> 01:28:36.880
Plus noch die Trägheitskräfte, wie gesagt entgegen den positiven

01:28:36.880 --> 01:28:37.540
Beschleunigungen.

01:28:38.420 --> 01:28:42.620
Dann eine Kräftebilanz in ein, zwei oder drei Richtungen liefert dann

01:28:42.620 --> 01:28:45.400
die interessierenden Gleichungen.

01:28:46.000 --> 01:28:47.300
Gibt es soweit noch Fragen?

01:28:48.480 --> 01:28:52.360
Wenn nicht, dann sind wir am Ende der heutigen Vorlesung anbelangt und

01:28:52.360 --> 01:28:54.000
wir sehen uns heute in einer Woche wieder.

01:28:54.120 --> 01:28:54.480
Vielen Dank.

