WEBVTT

00:00.000 --> 00:03.840
Hier an der Uni, der Radio-Regenbogen-Campus-Report.

00:03.980 --> 00:07.780
Alle reden vom Elektroautor und seinen Vorteilen.

00:08.200 --> 00:12.100
Was aber bedeutet es wirklich, wenn bis zum Jahr 2020 10 Mio.

00:12.240 --> 00:14.920
Pkw in Deutschland mit Strom angetrieben werden sollen?

00:15.280 --> 00:16.560
Brauchen wir neue Kraftwerke?

00:16.980 --> 00:18.460
Wie wirkt sich das auf das Klima auf?

00:19.080 --> 00:21.100
Wie funktioniert das mit dem Aufladen der Batterie?

00:21.480 --> 00:24.120
Fragen über Fragen, die das bundesweite Forschungsprojekt

00:24.120 --> 00:27.400
Flottenversuch Elektromobilität zu beantworten sucht.

00:27.400 --> 00:32.260
Mit dabei die Experten für Energiesysteme des Karlsruher Institut für

00:32.260 --> 00:32.760
Technologie.

00:32.880 --> 00:36.800
Eins kann man sagen, dass die Rauchgasreinigungstechnologien bei

00:36.800 --> 00:40.580
Kraftwerken deutlich besser funktionieren als bei Automobilen.

00:40.760 --> 00:40.960
D.h.

00:41.120 --> 00:44.640
es fallen letztendlich deutlich weniger Emissionen an.

00:44.840 --> 00:46.020
Unterstellt man z.B.

00:46.540 --> 00:51.900
ein neues Steinkohlekraftwerk, dann liegen die CO2-Emissionen in einer

00:51.900 --> 00:55.580
ähnlichen Größenordnung, wie wenn man die Fahrzeuge dieselbasiert

00:55.580 --> 00:56.320
betanken würde.

00:56.320 --> 00:58.080
Kein Lärm, keine Auspuffgase.

00:58.400 --> 01:02.420
Das Elektroauto wird unsere Innenstädte erheblich entlasten.

01:02.800 --> 01:07.060
Davon ist Dr. Dominik Möst, Experte für Energiesysteme am Institut für

01:07.060 --> 01:09.900
Industriebetriebslehre des KIT, überzeugt.

01:10.300 --> 01:14.400
Allerdings muss elektrische Energie fürs Autofahren zusätzlich

01:14.400 --> 01:15.800
bereitgestellt werden.

01:16.080 --> 01:17.620
Wenn man sich diese 10 Mio.

01:17.820 --> 01:22.500
Fahrzeuge bis 2020 anschauen würde, dann spricht man da an dieser

01:22.500 --> 01:29.360
Stelle schon ungefähr von 4 bis 8 zusätzlichen großen Kraftwerken.

01:29.500 --> 01:33.480
Genial wäre, wenn man die Millionen Batterien der Elektroautos der

01:33.480 --> 01:38.160
Zukunft als Puffer für erneuerbare Energie nutzen könnte.

01:38.480 --> 01:42.700
Wir haben Zeiten, in denen wir eine starke Windstromerzeugung

01:42.700 --> 01:44.700
beispielsweise im Norden von Deutschland haben.

01:45.120 --> 01:49.580
Und gegenwärtig das Netz in manchen Stunden nicht ausreicht, um diese

01:49.580 --> 01:51.760
Elektrizität wegzubekommen.

01:52.080 --> 01:55.960
Was dazu führt, dass die Windkraftanlagen in den Zeiten abgeregelt

01:55.960 --> 01:56.340
werden.

01:56.520 --> 02:00.920
Hier besteht die Hoffnung, dass man in diesen Phasen die Batterie

02:00.920 --> 02:01.780
laden kann.

02:02.100 --> 02:05.460
Soll das wirklich funktionieren, müssen die Forscher allerdings noch

02:05.460 --> 02:07.040
einige Probleme lösen.

02:07.400 --> 02:10.980
Ein Großteil der fluktuierenden Erzeugung ist im Norden von

02:10.980 --> 02:11.460
Deutschland.

02:11.880 --> 02:15.840
Und die Elektromobilität wird natürlich dort den Strom konsumieren, wo

02:15.840 --> 02:19.740
die Menschen mit ihren Fahrzeugen fahren, was wahrscheinlich auch eher

02:19.740 --> 02:22.040
im Süden Deutschlands der Fall sein wird.

02:22.240 --> 02:25.020
Das heißt, auch hier habe ich letztendlich das Problem, dass ich zwar

02:25.020 --> 02:29.280
Speicherkapazitäten habe, die aber gegebenenfalls auch weit weg sind

02:29.280 --> 02:30.120
von der Erzeugung.

02:30.280 --> 02:33.380
Stefan Fuchs, Karlsruher Institut für Technologie.

