WEBVTT

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Wenn die Temperaturen steigen und die Sonne die Menschen wieder in die

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Natur lockt, heißt es aufgepasst.

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In Wiesen und Wald lauert eine Gefahr, die immer noch unterschätzt

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wird.

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Unzählige Zecken warten auf ihre Opfer, ob Hunde, Katzen oder

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Menschen.

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Die Blutsauger stürzen sich auf alles, was ihnen Nahrung verspricht.

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Dabei übertragen die lästigen Parasiten auch lebensgefährliche

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Krankheiten wie Hirnhautentzündung und Borreliose.

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Das Signal der Ansteckungen durch Zeckenbisse steigt von Jahr zu Jahr.

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Mehr als 100.000 waren es 2011.

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In Zusammenarbeit mit dem Landesgesundheitsamt soll jetzt ein

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Langzeitforschungsprojekt des Karlsruher Instituts für Technologie

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klären, ob die Zunahme der Ansteckungen mit dem Klimawandel

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zusammenhängt.

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Die Zecken fallen nicht von Bäumen, das ist ein Mythos.

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Die Zecken sitzen auf Gras, also normalerweise bis zur Höhe von 1,50

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Meter.

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Wenn man dann zum Beispiel an einem Grashalm vorbeigeht und die

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Kleidung dran schleift, dann können die hängen bleiben.

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Und wenn man ganz normale Kleidung trägt, findet der auf jeden Fall

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eine Lücke, wo sie dann auf die Haut kommen können.

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Die Parasitologin Dr. Miriam Pfeffle vom Zoologischen Institut des KIT

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kennt die Zecken ganz genau.

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Die kleinen Blutsauger wollen nur das eine, eine Hautstelle finden,

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die weich, warm und gut durchblutet ist.

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Das machen sie nicht nur bei den Menschen, sondern vor allem bei

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Spitzmäusen.

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Auf die sind die Zecken in allen Entwicklungsphasen als Wirtstiere

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angewiesen.

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Wir untersuchen die Bedeutung von Kleinsäugern, also Mäusen und

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Insektivoren, und deren Populationsdichte auf die Zeckendynamik in

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verschiedenen Waldgebieten um Karlsruhe herum.

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Je mehr Mäuse es gibt, desto mehr Zecken können sich entwickeln.

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Wenn wir sie zum ersten Mal gefangen haben, markieren wir die Mäuse,

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untersuchen sie auf Zecken, lassen sie wieder frei.

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Und wenn wir die dann wieder fangen, können wir dann Rückschlüsse auf

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die Kleinsäugerdichte in dem Gebiet ziehen.

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Und letztendlich können wir dann Rückschlüsse darauf ziehen, inwiefern

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sich die Kleinsäugerdichte auf die Zeckendichte letztendlich auch

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auswirkt.

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Ist der Zusammenhang zwischen der Größe der Mäusepopulation, den

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Klimabedingungen und der Zahl infizierter Zecken einmal erforscht,

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kann man konkrete Empfehlungen für Risikogebiete geben.

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Das ist jedenfalls die Hoffnung des Parasitologen Dr. Trevor Patney

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vom KIT.

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Dann wäre es möglich zu sagen, dieses Jahr wird es schlimm und man

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sollte Waldgebiete in bestimmte Gegenden vermeiden.

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Und wir können hoffentlich dann auch bestimmte Gegenden als

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hochgefährlich einstufen und andere als eher weniger oder kaum

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gefährlich.

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Stefan Fuchs, Karlsruher Institut für Technologie

