WEBVTT

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Das Thema Migration und Flucht, das ist Hauptbestandteil des 10

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-jährigen Geburtstags des ZAK.

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Und bei dem Thema Migration und Flucht, da stellt man sich oftmals

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große Flüchtlingslager vor, die irgendwo weit weg in Afrika oder dem

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Nahen Osten sind.

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Doch das Thema betrifft auch uns hier.

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Die Landesaufnahmestelle für Flüchtlinge hier in Karlsruhe, nicht weit

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weg vom Campus, die platzt aus allen Nähten.

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Für die vielen Flüchtlinge reichen die 930 Plätze momentan bei weitem

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nicht aus.

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Die Behörden suchen händeringend nach neuen Unterkünften, doch wo die

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Flüchtlinge auch hinkommen, sie werden meist nicht gerade mit offenen

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Armen empfangen.

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Die internationale Anna-Lindh-Stiftung versucht dabei, einen Dialog

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zwischen den Kulturen zu schaffen, damit Ängste und Vorurteile gegen

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Migranten abgebaut werden.

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In Deutschland umfasst das Netzwerk zurzeit etwa 140 Mitglieder, zu

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denen politische Organisationen, Vereine oder auch Uni-Einrichtungen

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gehören.

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Die Koordination dieses Netzwerks, die hat zurzeit das Zentrum für

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angewandte Kulturwissenschaft gemeinsam mit dem Goethe-Institut

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übernommen.

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KIT -Reporter Tobias Siegwardt hat die Mitorganisatorin Svenja Zaremba

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interviewt und gefragt, was bei uns in Karlsruhe alles geplant ist und

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was das ZAK im Rahmen der Anna-Lindh-Stiftung alles organisiert hat.

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Also eine ganz besonderes große Veranstaltungsreihe haben wir derzeit

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laufen, das ist diese Reihe Migration und Flucht Mittelmeer vor Ort,

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wo wir an die 20 Veranstaltungen deutschlandweit zusammenbekommen

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haben.

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Dafür kann man alle Veranstaltungen auf unserem Blog verfolgen, wo wir

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eine Kamera in einem Koffer auf die Reise geschickt haben, der als

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Symbol für Migration jede Veranstaltung besucht und dann Eindrücke

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quasi sammelt, die dann auf dem Blog zur Verfügung gestellt werden.

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Und nachdem der Koffer jetzt in ganz Deutschland auf Reisen war, kommt

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er jetzt zur großen Abschlussveranstaltung hier nach Karlsruhe, was im

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Rahmen des 10-jährigen Jubiläums des ZAKs stattfindet am kommenden

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Wochenende.

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Und los geht es mit einer ganz bekannten Vortragenden, Dr. Alma Obama

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und die hat auch einen ganz bekannten Verwandten.

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Ja, das ist die Halbschwester von Barack Obama, also er ist ihr

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kleiner Bruder.

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Sie ist kenianische Soziologin und Germanistin und wird von ihrer

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Perspektive auf Flucht und Migration aus afrikanischer Perspektive

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erzählen.

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Wir sind sehr gespannt auf ihren Vortrag.

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Das beginnt am Freitag um wie viel Uhr?

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Das beginnt um 17 Uhr im Audimax des KIT auf dem Campus Süd.

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Und weiter geht es dann mit einem weiteren sehr interessanten Projekt,

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das nennt sich Rosenwinkel, ein Roma-Projekt.

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Was hat es denn damit auf sich?

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Also es geht um eine Straße in Göttingen, die Rosenwinkel heißt und

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die eine Parallelwelt innerhalb Deutschlands, in der eigentlich nur

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Roma leben, die nicht wirklich Anteil haben an dem Leben in

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Deutschland.

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Daraus wurde ein Projekt entwickelt, was in ein Theaterstück gemündet

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ist, was dann im Staatstheater aufgeführt wird.

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Das Interessante ist, dass diesmal nicht wirklich nur über die

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anderen, nicht nur über die Roma geredet wird, sondern dass die aktiv

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daran beteiligt waren, dieses Stück zu entwickeln.

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Und genau solchen Projekten wollen wir eben die Chance geben, sich

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einer größeren Öffentlichkeit vorzustellen.

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Also auch hier mal die ganze Sache aus einem anderen Blickwinkel

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sehen.

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Am Samstag gibt es dann ein Wissenschaftsforum zum Thema Die Heimat im

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Gepäck, Migration in Zeiten medialer Globalisierung.

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Und da geht es dann um das Thema Medien, vor allem die neuen Medien,

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die ja auch das Thema Migration und Flucht immer mehr begleiten.

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Teilweise sehr positiv, manchmal aber auch mit negativen Auswirkungen.

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Und aktuell hat sich noch eine weitere, sehr kreative Veranstaltung

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mit in den Programmplan dazugesellt.

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Genau, und das ist das Unsichtbare Theater, ein interkulturelles

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Theaterprojekt, was am Samstag in der Innenstadt stattfinden wird.

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Da ist das ganz Besondere, dass die Zuschauer auf einem erhöhten Platz

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stehen werden.

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Es darf jeweils nur eine Gruppe von zehn Zuschauern sein, aber keine

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Angst, es wird mehrere Durchläufe geben.

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Also jeder, der Interesse hat, kann da auch teilnehmen.

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Und die Zuschauer wissen am Anfang gar nicht, wer eigentlich die

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Schauspieler sind.

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Wer sind eigentlich die Flüchtlinge, die von den Schauspielern

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dargestellt werden?

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Und damit soll gezeigt werden, dass die Flüchtlinge unsichtbar sind

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und man ihre Geschichte überhaupt gar nicht kennt.

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Man hat dann als Zuschauer die ganze Einkaufspassage vor sich und hat

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als Aufgabe zu identifizieren, wer eigentlich in diesem Gewimmel die

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Schauspieler sind und zu wem die Geschichte, die man über Kopfhörer

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hört, eigentlich gehört.

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Damit endet dann auch eine lange Zeit an Koordination und Organisation

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für Sie.

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War ja sicherlich auch eine wahrscheinlich interessante, aber auch

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anstrengende Aktion dieses Jahr, diese Veranstaltungsreihe zu

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koordinieren und zu organisieren.

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Ja, Sie sagen das auf der einen Seite anstrengend, aber vor allem

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sehr, sehr interessant, weil wir mit ganz, ganz unterschiedlichen

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Personen zu tun hatten.

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Das war eine sehr, sehr reichhaltige Erfahrung, die ich nicht missen

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möchte.

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Und wo ich jetzt mich auch freue auf wieder ein, zwei freie Tage, aber

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wo ich auch sagen muss, dass das großen Spaß gemacht hat und dass ich

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finde, dass diese Art der Netzwerkzusammenarbeit das ganz einzigartige

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ist, so wie das in der Anna-Lindh-Stiftung funktioniert.

