WEBVTT

00:05.670 --> 00:07.500
Guten Morgen, liebe Kinder.

00:08.000 --> 00:11.780
Wir begrüßen euch auch ganz herzlich zur heutigen ersten Vorlesung im

00:11.780 --> 00:13.660
Rahmen der Kinder-Uni 2012.

00:14.540 --> 00:19.580
Wir, das sind der Steffen und die Janina und wir arbeiten beide am

00:19.580 --> 00:22.820
Institut für Sport und Sportwissenschaft hier am KIT.

00:23.960 --> 00:27.460
Im Rahmen unserer Arbeit beschäftigen wir uns mit den Zusammenhängen

00:27.460 --> 00:30.280
von körperlicher Aktivität und Gesundheit.

00:30.280 --> 00:34.240
Und wie ihr sicherlich alle schon gelesen habt, wollen wir euch heute

00:34.240 --> 00:39.180
zeigen, was denn so alles mit unserem Körper passiert, wenn wir uns

00:39.180 --> 00:40.920
bewegen und Sport treiben.

00:42.000 --> 00:45.880
Zuallererst möchte ich euch noch mal bitten, dass ihr kurz einen Blick

00:45.880 --> 00:49.780
auf die Urkunde werft, die ihr am Eingang heute bekommen habt.

00:50.380 --> 00:53.280
Ihr habt euch sicherlich schon gefragt, was es damit denn eigentlich

00:53.280 --> 00:54.260
auf sich hat.

00:54.260 --> 00:56.660
Und die Antwort ist ganz einfach.

00:57.220 --> 01:03.080
Wir haben in unsere Vorlesung fünf kleine Testaufgaben eingebaut, mit

01:03.080 --> 01:05.740
denen wir heute eure Fitness überprüfen wollen.

01:05.920 --> 01:11.700
Das heißt, wir möchten schauen, wie gut eure Ausdauer ist, eure Kraft,

01:11.900 --> 01:13.500
eure Beweglichkeit und so weiter.

01:14.000 --> 01:18.020
Und ihr könnt die Ergebnisse, die ihr bei den Tests erzielt, also ob

01:18.020 --> 01:22.260
ihr die Testaufgabe bestanden oder nicht bestanden habt, direkt in den

01:22.260 --> 01:23.420
Bogen eintragen.

01:23.420 --> 01:27.060
Wie das aber genau funktioniert, das würde ich sagen, klären wir dann

01:27.060 --> 01:29.960
immer direkt vor der jeweiligen Testaufgabe.

01:31.020 --> 01:35.260
Soviel zum Einstieg und dann würde ich sagen, legen wir los mit dem

01:35.260 --> 01:36.120
eigentlichen Thema.

01:36.800 --> 01:39.080
Was passiert, wenn wir uns bewegen?

01:39.960 --> 01:44.260
Dazu müssen wir uns zunächst einmal überlegen, was denn überhaupt so

01:44.260 --> 01:47.940
die Voraussetzungen sind, dass wir uns mit unserem Körper überhaupt

01:47.940 --> 01:50.780
bewegen können und dass wir Sport treiben können.

01:50.780 --> 01:53.780
Und dazu stellen wir jetzt zu Beginn mal ein kleines

01:53.780 --> 01:55.440
Gedankenexperiment an.

01:56.300 --> 02:01.540
Stellt euch mal bitte die Bewegungen einer Schildkröte vor und die

02:01.540 --> 02:03.040
Bewegungen eines Affen.

02:04.820 --> 02:08.620
Wenn ihr das alle schön macht, dann fällt euch das sicherlich ganz

02:08.620 --> 02:13.040
schnell auf, dass die Schildkröte in ihren Bewegungen sehr, sehr

02:13.040 --> 02:14.240
eingeschränkt ist.

02:14.240 --> 02:19.480
Also sie ist sehr, sehr träge, kann sich eigentlich kaum bewegen und

02:19.480 --> 02:22.820
kann eigentlich nur ganz langsam vorwärts laufen.

02:23.780 --> 02:28.840
Der Affe hingegen, der hat ein riesiges Bewegungsrepertoire, fast wie

02:28.840 --> 02:29.860
wir Menschen auch.

02:30.320 --> 02:35.380
Das heißt, der kann rennen, springen, der kann auf Bäume klettern, der

02:35.380 --> 02:37.080
kann sogar Purzelbäume schlagen.

02:38.540 --> 02:40.000
Genau, vielen Dank Janina.

02:40.300 --> 02:43.600
Also wie wir gehört haben, so ein Affe und so eine Schildkröte, die

02:43.600 --> 02:46.140
unterscheiden sich ganz grundlegend in ihrer Fähigkeit sich zu

02:46.140 --> 02:46.520
bewegen.

02:47.100 --> 02:49.520
Wir als Sportwissenschaftler, wir gehen uns damit nicht zufrieden,

02:49.560 --> 02:50.540
sowas nur zu beschreiben.

02:50.820 --> 02:54.420
Wir wollen auch immer mit dem Maßband irgendwas messen oder wir wollen

02:54.420 --> 02:55.660
mit der Stoppuhr irgendwas stoppen.

02:56.240 --> 03:00.480
Und aus diesem Grund hat sich die Sportwissenschaft fünf Eigenschaften

03:00.480 --> 03:03.180
ausgedacht, mit der wir versuchen Bewegung zu beschreiben.

03:03.180 --> 03:06.360
Diese fünf Eigenschaften, die nennen sich auch die Bausteine der

03:06.360 --> 03:08.820
Motorik oder die motorischen Fähigkeiten.

03:09.740 --> 03:13.460
Da hätten wir zum einen die Ausdauer, die es uns ermöglicht über

03:13.460 --> 03:16.120
längere Strecken zu laufen, wie beispielsweise bei einem 1000 Meter

03:16.120 --> 03:16.480
Lauf.

03:18.160 --> 03:21.100
Wir haben die Kraft, mit der wir unseren Körper bewegen können, aber

03:21.100 --> 03:23.380
auch schwere Dinge anheben oder transportieren.

03:25.880 --> 03:29.440
Wir haben die Schnelligkeit, die es uns ermöglicht Bewegungen schnell

03:29.440 --> 03:32.420
oder langsam auszuführen, wie wir wollen und die wir zum Beispiel bei

03:32.420 --> 03:33.460
einem Wettlauf benötigen.

03:35.020 --> 03:38.240
Wir haben noch die Koordination, die unsere Bewegungen geschmeidig

03:38.240 --> 03:38.980
aussehen lässt.

03:39.620 --> 03:43.240
Und zu guter Letzt haben wir noch die Beweglichkeit, die wir immer

03:43.240 --> 03:44.380
benötigen, wenn wir uns bewegen.

03:44.660 --> 03:47.400
Stellt euch vor, wenn wir unsere Gelenke nicht bewegen könnten, würden

03:47.400 --> 03:50.120
wir einfach nur dastehen, wie so ein Roboter, den wir ausgeschaltet

03:50.120 --> 03:51.560
haben und könnten uns nicht bewegen.

03:51.560 --> 03:54.500
Das heißt, die Beweglichkeit ist immer auch vonnöten, wenn wir diese

03:54.500 --> 03:55.900
anderen Fähigkeiten einsetzen.

03:56.440 --> 03:56.720
Genau.

03:57.080 --> 04:00.460
Und wir wollen jetzt in der Vorlesung diese fünf verschiedenen

04:00.460 --> 04:04.700
motorischen Fähigkeiten, die die Bausteine der Motorik darstellen, mit

04:04.700 --> 04:05.680
euch besprechen.

04:06.180 --> 04:08.480
Wir beginnen mit der Ausdauer.

04:08.760 --> 04:11.260
Der Steffen hat ja gerade schon gesagt, die Ausdauer ist wichtig,

04:11.620 --> 04:14.400
damit wir zum Beispiel über längere Strecken oder auch über einen

04:14.400 --> 04:16.480
längeren Zeitraum rennen können.

04:17.300 --> 04:22.420
Aus sportwissenschaftlicher Sicht versteht man unter Ausdauer die

04:22.420 --> 04:28.160
Widerstandsfähigkeit des Organismus gegen Ermüdungen und die schnelle

04:28.160 --> 04:31.120
Regenerationsfähigkeit nach der Belastung.

04:31.120 --> 04:34.600
Das heißt also, wenn wir das mal mit eigenen Worten versuchen zu

04:34.600 --> 04:40.040
formulieren, dass jemand, der eine gute Ausdauer hat, dass es dem

04:40.040 --> 04:43.980
einfach möglich ist, über einen längeren Zeitraum Belastungen

04:43.980 --> 04:45.360
aufrechtzuerhalten.

04:45.940 --> 04:50.020
Und dass er aber auch dazu in der Lage ist, wenn die Belastung dann zu

04:50.020 --> 04:53.860
Ende ist, das heißt, wenn er seinen Fünf-Kilometer-Lauf absolviert

04:53.860 --> 04:57.280
hat, dass er sich danach auch wieder schnell erholen kann.

04:57.280 --> 05:01.400
Dass er also nicht einen Tag lang im Bett liegen muss, weil er total

05:01.400 --> 05:05.540
kaputt ist von dem Lauf, sondern dass er schnell wieder fit ist und

05:05.540 --> 05:08.440
möglicherweise auch wieder ein neues Training absolvieren kann.

05:09.120 --> 05:14.000
Und wie jetzt so eine gute Ausdauer bei den Profis aussieht, das sehen

05:14.000 --> 05:17.720
wir jetzt im nächsten kleinen Video, das wir euch mitgebracht haben.

05:18.160 --> 05:23.240
Da seht ihr die letzten zwei Runden im Fünf-Kilometer-Lauf bei den

05:23.240 --> 05:26.620
Leichtathletik -Weltmeisterschaften 2009 in Berlin.

05:39.160 --> 05:43.660
Also ihr könnt euch vorstellen, die Laufe ist von vier Kilometern und

05:43.660 --> 05:44.800
sind immer noch so schnell.

05:54.640 --> 05:57.140
Jetzt kommen die Läufer in die letzte Runde.

05:57.440 --> 05:59.420
Das wird durch dieses Klingeln angezeigt.

06:01.960 --> 06:06.400
Und ihr seht jetzt, wenn er mal ganz genau hinschaut, dass die das

06:06.400 --> 06:08.520
Tempo sogar noch anziehen können.

06:08.680 --> 06:13.180
Das heißt, die haben noch diese Reserven, trotz der viereinhalb

06:13.180 --> 06:16.800
Kilometer, die sie schon gelaufen sind, nochmal schneller zu werden.

06:59.290 --> 07:03.650
Also ihr hört auch, der Moderator ist auch ganz begeistert von diesem

07:03.650 --> 07:03.910
Lauf.

07:08.250 --> 07:10.650
Was diese Läufer da alles leisten.

07:10.650 --> 07:14.470
Und sicherlich habt ihr euch jetzt auch gefragt, wie kann das denn

07:14.470 --> 07:18.530
sein, dass manche Leute so eine gute Ausdauer haben, dass sie da fünf

07:18.530 --> 07:22.330
Kilometer scheinbar mühelos so schnell laufen können.

07:23.110 --> 07:26.870
Und die Antwort darauf, die ist aus sportwissenschaftlicher Sicht ganz

07:26.870 --> 07:27.590
einfach.

07:28.110 --> 07:32.530
Und zwar ist eine gute Ausdauer bestimmt durch unser Herz-Kreislauf

07:32.530 --> 07:32.970
-System.

07:33.810 --> 07:40.490
Das Herz-Kreislauf-System ist dafür zuständig, dass unser Körper gut

07:40.490 --> 07:42.390
mit Blut versorgt wird.

07:42.930 --> 07:46.730
Und in diesem Blut sind alle wichtigen Nährstoffe und vor allem auch

07:46.730 --> 07:51.150
Sauerstoff, den die Organe und die Muskeln zum Arbeiten brauchen,

07:51.590 --> 07:52.070
gelöst.

07:52.830 --> 07:56.650
Das heißt, dass dieses Blut eben den Körper mit allen wichtigen

07:56.650 --> 07:58.050
Stoffen versorgt.

07:58.390 --> 08:01.470
Das bedeutet im Prinzip der Kreislauf.

08:01.470 --> 08:05.870
Alle Stoffe, die der Körper nicht mehr benötigt, die er also

08:05.870 --> 08:10.370
ausscheiden möchte, die kann er dann auch wieder ans Blut abgeben und

08:10.370 --> 08:14.530
das Blut transportiert dann die ganzen Stoffe aus dem Körper raus.

08:16.250 --> 08:21.110
Der Motor des Herz-Kreislauf-Systems, das ist, wie der Name auch schon

08:21.110 --> 08:22.690
sagt, unser Herz.

08:23.670 --> 08:28.170
Das Herz, das ist ein Hohlmuskel, das heißt, er ist also in der Mitte

08:28.170 --> 08:33.030
hohl und das Herz ist in etwa so groß wie unsere Faust.

08:33.570 --> 08:37.510
Also wenn ihr einfach mal genau eure Hände so zu einer Faust ballt,

08:38.050 --> 08:42.270
hebt euch das hier mal so vor die linke Körperseite, hier oben an der

08:42.270 --> 08:47.370
Brust, dann könnt ihr in etwa erahnen, wie groß euer Herz ist, das da

08:47.370 --> 08:48.750
in eurem Inneren schlägt.

08:50.570 --> 08:54.710
Wie macht es das Herz jetzt, dass es das Blut in den Körper pumpt?

08:55.430 --> 08:58.750
Das macht es dadurch, indem es sich zusammenzieht.

08:59.990 --> 09:02.790
Das ist dadurch möglich, dass es eben in der Mitte hohl ist, wie ich

09:02.790 --> 09:03.730
schon gesagt habe.

09:04.150 --> 09:07.530
Und durch dieses Zusammenziehen des Herzens, was man auch

09:07.530 --> 09:11.750
Kontraktionen nennt, kann das Herz eben das Blut in den Körper

09:11.750 --> 09:12.570
auswerfen.

09:12.570 --> 09:17.330
Das passiert so im Schnitt 60 bis 80 Mal pro Minute.

09:17.870 --> 09:21.530
Also euer Herz, so wie ihr da jetzt sitzt, schlägt jetzt ungefähr 60

09:21.530 --> 09:23.190
bis 80 Mal pro Minute.

09:24.030 --> 09:28.750
Wenn man das jetzt mal hochrechnet, dann sind es im Jahr ungefähr 42

09:28.750 --> 09:29.650
Millionen Herzschläge.

09:31.050 --> 09:35.270
Und in einem durchschnittlichen Leben von sagen wir mal 70 oder 80

09:35.270 --> 09:37.430
Jahren, kommt man also auf ca.

09:37.590 --> 09:39.570
3,4 Milliarden Herzschläge.

09:40.370 --> 09:45.370
Also ihr seht schon, euer Herz muss im Laufe eures Lebens richtig viel

09:45.370 --> 09:46.850
Arbeit leisten.

09:50.130 --> 09:54.550
So, jetzt die Frage, was passiert denn an unserem Herzen, wenn wir uns

09:54.550 --> 09:56.710
regelmäßig bewegen und Sport treiben?

09:57.330 --> 10:00.930
Und ich kann schon sagen, euer Herz profitiert auf jeden Fall davon.

10:01.090 --> 10:04.630
Das heißt, es ist gut für euer Herz, wenn ihr regelmäßig Sport macht.

10:04.630 --> 10:09.890
Und das kommt daher, dass euer Herz durch die regelmäßige Bewegung

10:09.890 --> 10:11.670
leistungsfähiger wird.

10:12.310 --> 10:17.630
Das heißt zunächst, dass sich die Herzfunktion ökonomisiert.

10:18.670 --> 10:22.870
Darunter versteht man, dass das Herz von einem Sportler, der eben

10:22.870 --> 10:25.270
regelmäßig trainiert, nur ca.

10:25.390 --> 10:28.330
50 Mal pro Minute schlagen muss.

10:28.950 --> 10:31.230
Und das von einem Untrainierten aber ca.

10:31.310 --> 10:32.330
80 Mal.

10:32.330 --> 10:33.910
Ich glaube, wir haben da eine Frage.

10:37.230 --> 10:41.710
Wie kommt es aber eigentlich in die Beine?

10:43.030 --> 10:45.470
Du meinst, wie das Blut in die Beine kommt?

10:46.170 --> 10:49.210
Okay, das müsst ihr euch so vorstellen, euer Herz liegt ja hier oben

10:49.210 --> 10:50.450
auf der linken Brustseite.

10:51.770 --> 10:56.730
Und das Herz ist über ganz viele Adern, die man Arterien nennt, mit

10:56.730 --> 10:59.330
allen möglichen Körpersystemen verknüpft.

10:59.330 --> 11:04.890
Das heißt, von eurem Herzen aus gehen ganz viele Blutgefäße in alle

11:04.890 --> 11:09.690
Extremitäten, in die Arme und eben auch in die Beine bis zu euren

11:09.690 --> 11:10.650
Fußzähnen.

11:11.590 --> 11:15.750
Und so ist es eben möglich, dass dieses Blut, was vom Herz ausgeworfen

11:15.750 --> 11:20.210
wird, über diese Blutgefäße zu allen wichtigen Stellen eures Körpers

11:20.210 --> 11:21.070
gelangen kann.

11:21.770 --> 11:24.150
Dann steige ich wieder hier bei meiner Folie ein.

11:24.150 --> 11:26.890
Also wir hatten gerade gesagt, dass bei einem Sportler eben das Herz

11:26.890 --> 11:28.550
weniger arbeiten muss.

11:28.670 --> 11:32.270
Es muss weniger oft schlagen, was natürlich gut ist, weil es sich da

11:32.270 --> 11:33.590
nicht so schnell abnutzt.

11:34.850 --> 11:38.950
Des Weiteren ist es bei einem Sportler auch so, dass das Herz größer

11:38.950 --> 11:39.270
wird.

11:39.550 --> 11:44.950
Das heißt, es kann mehr Blut in sich aufnehmen und dann pro Herzschlag

11:44.950 --> 11:47.550
auch mehr Blut in den Körper auswerfen.

11:47.550 --> 11:51.090
Das heißt also, wenn wir jetzt mal das zusammennehmen, was ich am

11:51.090 --> 11:55.250
Anfang gesagt habe, das Herz muss weniger schlagen und kann trotzdem

11:55.250 --> 11:58.250
aber den Körper besser mit Blut versorgen.

11:58.570 --> 12:00.990
Ihr müsst euch das so vorstellen, wenn ihr einen großen Eimer habt und

12:00.990 --> 12:03.750
den einmal ausschüttet, dann müsst ihr einen kleinen Eimer, also so

12:03.750 --> 12:06.790
ein kleines, untrainiertes Herz, viel öfter ausleeren, um dieselbe

12:06.790 --> 12:08.670
Menge an Wasser oder Blut eben auszuschütten.

12:09.330 --> 12:12.790
Und deswegen muss eben ein Herz eines Sportlers viel seltener schlagen

12:12.790 --> 12:15.450
während der Ruhe, als das Herz eines untrainierten Menschen.

12:19.630 --> 12:22.430
Wie kann das Herz so lange schlagen?

12:26.110 --> 12:27.950
Wie kann das so lange schlagen?

12:29.710 --> 12:31.110
Das ist eine sehr gute Frage.

12:31.470 --> 12:34.370
Es liegt einfach daran, dass es ein ziemlich gut trainierter Muskel

12:34.370 --> 12:36.410
ist, der auch sehr gut durchblutet ist und der eigentlich fast nie

12:36.410 --> 12:36.850
ermüdet.

12:38.410 --> 12:42.670
Und bei alten Menschen kann es dann eben irgendwann sein, dass das

12:42.670 --> 12:44.990
Herz nicht mehr in der Lage ist zu schlagen.

12:45.310 --> 12:48.490
Wenn es eben ein ganzes Leben lang gearbeitet hat, ist es irgendwann

12:48.490 --> 12:50.090
müde und vielleicht auch kaputt.

12:50.570 --> 12:53.710
Und dann bekommen diese alten Menschen dann natürlich erhebliche

12:53.710 --> 12:55.190
Probleme mit ihrem Herzen.

12:59.270 --> 13:02.470
Okay, jetzt haben wir besprochen, was mit unserem Herz passiert, wenn

13:02.470 --> 13:03.970
wir regelmäßig Sport machen.

13:04.570 --> 13:07.510
Natürlich passiert aber auch was mit unserem Herz, wenn wir uns ganz

13:07.510 --> 13:08.750
kurzfristig bewegen.

13:09.990 --> 13:11.730
Haben wir da nochmal eine Frage?

13:14.710 --> 13:17.830
Aber das Herz kann doch nicht unendlich wachsen dann im Körper?

13:17.830 --> 13:20.610
Nein, also das ist natürlich begrenzt.

13:21.110 --> 13:25.490
Das Wachstum kann sich nicht ewig ausdehnen, das geht ja gar nicht.

13:25.730 --> 13:29.310
Aber es kann sich schon zu einem gewissen Grad vergrößern.

13:29.410 --> 13:31.410
Wie auch alle anderen Muskeln, die wir in uns haben.

13:31.770 --> 13:34.270
Also jetzt nochmal zurück, was passiert mit dem Herz, wenn wir uns

13:34.270 --> 13:35.510
kurzfristig bewegen?

13:35.910 --> 13:39.230
Auch da müssen unsere Muskeln natürlich mit Sauerstoff versorgt

13:39.230 --> 13:39.650
werden.

13:40.390 --> 13:44.870
Und das löst unser Herz-Kreislauf-System, in dem es zum einen, das

13:44.870 --> 13:49.190
Herz beginnt schneller zu schlagen und zum anderen müssen wir

13:49.190 --> 13:50.130
schneller atmen.

13:50.650 --> 13:54.170
Wir werden gleich alle aufstehen zusammen und ein kleines

13:54.170 --> 13:55.190
Ausdauerprogramm machen.

13:55.270 --> 13:57.910
Das geht 90 Sekunden, wir haben noch Musik dazu, ein kleines Video.

13:58.250 --> 14:00.830
Wir machen immer das nach, was die Janina uns vormacht.

14:00.830 --> 14:04.070
Ganz wichtig ist, ihr müsst versuchen diese 90 Sekunden durchzuhalten

14:04.070 --> 14:08.450
und danach, ganz wichtig auch, versuchen ganz ruhig dazustehen, nicht

14:08.450 --> 14:10.530
mit eurem Nachbarn zu quasseln und euch nicht hinzusetzen.

14:10.970 --> 14:14.250
Also ich mach das mal vor, wir bewegen uns und sobald die 90 Sekunden

14:14.250 --> 14:17.510
vorbei sind, stehen wir ganz still da und lauschen ein bisschen so in

14:17.510 --> 14:19.170
unseren Körper hinein, was unser Herz tut.

14:20.630 --> 14:23.410
Nur wer es schafft sich nicht hinzusetzen und ganz ruhig sich zu

14:23.410 --> 14:25.930
verhalten, der hat diese erste Testaufgabe dann bestanden.

14:25.930 --> 14:27.670
Macht euch ein bisschen locker.

14:29.510 --> 14:30.830
Alle bereit?

14:41.740 --> 14:47.550
Und jetzt ein bisschen schneller.

16:05.050 --> 16:06.770
Und stopp.

16:11.160 --> 16:12.520
Jetzt fühlt mal euer Herz.

16:15.580 --> 16:16.720
Und euren Atem.

16:19.340 --> 16:20.780
Merkt ihr, dass sich was verändert hat?

16:22.240 --> 16:24.160
Auch noch jetzt nach der Bewegung.

16:25.240 --> 16:29.020
Jetzt versucht unser Herz weiter unsere Beine und unsere Arme mit Blut

16:29.020 --> 16:32.140
zu versorgen, frischen Sauerstoff zu liefern und eben das verbrauchte

16:32.140 --> 16:33.380
Blut abzutransportieren.

16:34.140 --> 16:36.260
Und das funktioniert jetzt auch, wie wir gesagt haben, mit der

16:36.260 --> 16:40.600
Ausdauer, als Regenerationsfähigkeit nach dem Sport und nach der

16:40.600 --> 16:41.180
Aktivität.

16:44.940 --> 16:48.380
Wir kommen zum zweiten Baustein der Motorik, unsere Kraft.

16:49.480 --> 16:51.300
Ich habe euch hier zwei Kollegen mitgebracht.

16:52.880 --> 16:54.320
Einen kennt man vielleicht davon.

16:56.860 --> 17:00.760
Ihr seht schon, von was die Kraft wahrscheinlich abhängt, es hat was

17:00.760 --> 17:01.800
mit unseren Muggis zu tun.

17:03.660 --> 17:06.220
Ganz so einfach haben wir das aber in der Sportwissenschaft nicht.

17:06.640 --> 17:09.580
Wir werden jetzt hier auf der nächsten Folie sehen, dass neben einer

17:09.580 --> 17:13.760
gut ausgeprägten Muskulatur auch noch andere Faktoren eine Rolle

17:13.760 --> 17:16.000
spielen, wenn wir große Kräfte entwickeln wollen.

17:17.640 --> 17:21.400
Wir verstehen in der Sportwissenschaft und der Kraft die Fähigkeit des

17:21.400 --> 17:25.740
Nervenmuskelsystems durch Innovations- und Stoffwechselprozesse mit

17:25.740 --> 17:28.500
Muskelkontraktionen, das heißt der Muskel zieht sich zusammen,

17:29.080 --> 17:30.220
Widerstände zu überwinden.

17:30.220 --> 17:34.440
Wenn ich irgendwas wegdrücke zum Beispiel, ihnen entgegen zu wirken,

17:34.500 --> 17:37.600
wenn ich eine Kraft abbremsen will oder sie zu halten, wenn ich zum

17:37.600 --> 17:40.380
Beispiel einen Wäschekorb hochhebe oder einen schweren Stein vor mir

17:40.380 --> 17:40.680
halte.

17:41.580 --> 17:43.900
Das heißt wir pflücken auch die Definition ein bisschen auseinander.

17:44.460 --> 17:46.820
Zum einen hat Kraft immer damit zu tun, dass ich irgendwas von mir

17:46.820 --> 17:50.280
wegdrücke, dass ich irgendetwas entgegenwirke oder dass ich etwas

17:50.280 --> 17:50.740
halte.

17:51.660 --> 17:54.760
Und auch hier spielen wieder mehrere Systeme von unserem Körper eine

17:54.760 --> 17:55.020
Rolle.

17:55.580 --> 17:58.100
Zum einen das Nervenmuskelsystem, was wir gleich noch erfahren werden,

17:58.200 --> 17:58.960
was das genau ist.

17:59.860 --> 18:02.480
Innovations- und Stoffwechselprozesse sind komplizierte chemische

18:02.480 --> 18:05.320
Reaktionen, da werden wir heute nicht so richtig drauf eingehen.

18:05.720 --> 18:08.960
Und dann noch im Endeffekt die Muskelkontraktion, quasi das

18:08.960 --> 18:10.940
ausführende Element, wenn sich Muskeln bewegen.

18:14.640 --> 18:17.100
Bewegung entsteht immer in unserem Gehirn.

18:17.100 --> 18:20.120
Wir nehmen uns die Aufgabe irgendetwas zu bewegen, ein Körperteil von

18:20.120 --> 18:25.820
uns, und dann sendet das Gehirn Signale über unser Nervensystem, das

18:25.820 --> 18:29.000
befindet sich hier im Rückenmark, hinten an unserer Wirbelsäule, an

18:29.000 --> 18:29.760
die Muskulatur.

18:31.620 --> 18:35.480
Angekommen das Signal in der Muskulatur löst es Stoffwechselprozesse

18:35.480 --> 18:37.940
aus, die wir uns einfach als chemische Reaktionen vorstellen.

18:38.480 --> 18:40.560
Und am Ende dieser chemischen Reaktionen steht dann immer eine

18:40.560 --> 18:43.860
Muskelkontraktion, das heißt ein Muskel zieht sich zusammen.

18:45.420 --> 18:48.960
Dabei ist es ganz wichtig, dass wir uns den Muskel nicht als ein Teil

18:48.960 --> 18:52.380
vorstellen, sondern auch der Muskel, der besteht wieder aus mehreren

18:52.380 --> 18:56.660
Muskelfasern, kleineren Muskelteilen, und diese Muskelfasern bestehen

18:56.660 --> 18:58.100
aus sogenannten Salkomeren.

18:58.440 --> 19:00.820
Das müsst ihr euch vorstellen wie ein kleiner Muskelfaden.

19:01.980 --> 19:04.280
Und diese Salkomere, die können sich zusammenziehen.

19:05.100 --> 19:06.480
Und auch wieder entspannen.

19:07.660 --> 19:12.680
Ihr seht also, jeder einzelne Faden, den ihr hier seht, sind ganz

19:12.680 --> 19:14.480
viele, ist ein Salkomere.

19:14.840 --> 19:17.040
Und wenn jetzt in einem Muskel sich alle diese Salkomere

19:17.040 --> 19:19.420
zusammenziehen, dann wird der Muskel kürzer.

19:20.440 --> 19:22.340
Und wenn sie sich wieder entspannen, wird er wieder länger.

19:24.120 --> 19:27.600
Da haben wir jetzt auch schon die erste Eigenschaft von Kraft

19:27.600 --> 19:28.300
ausgemacht.

19:29.020 --> 19:33.180
Nämlich die Fähigkeit mit unserem Gehirn, unsere Muskeln anzusteuern

19:33.180 --> 19:37.120
und dass dann diese ganzen Salkomere gleichzeitig kontrahieren.

19:37.700 --> 19:41.120
Bei einem gut trainierten, zum Beispiel Gewichtheber, der schafft es

19:41.120 --> 19:45.640
mit seinem Gehirn, seinen Muskel so gut anzusteuern, dass etwa 95-98%

19:45.640 --> 19:48.320
dieser Fäden in seinem Muskel gleichzeitig sich zusammenziehen.

19:48.600 --> 19:50.360
Wir müssen nur quasi als ein Team arbeiten.

19:50.360 --> 19:53.420
Bei einem unteren Gehirn sind es etwa nur bis zu 70%.

19:53.420 --> 19:56.740
Und je mehr eben gleichzeitig agieren, desto stärker ist die Kraft,

19:56.860 --> 19:57.360
die sich entwickelt.

19:58.800 --> 20:01.160
Wie es jetzt dadurch zu einer Bewegung kommt, das sehen wir auf der

20:01.160 --> 20:01.840
nächsten Folie.

20:03.620 --> 20:07.220
Der Witz dabei ist nämlich immer, dass ein Muskel hat immer einen

20:07.220 --> 20:12.420
Ursprung an einem Knochen, hier wie am Oberarmknochen, und einen

20:12.420 --> 20:13.520
Endpunkt an einem Knochen.

20:13.520 --> 20:17.060
Und das müsst ihr euch vorstellen, wenn wir jetzt hier einen Muskel

20:17.060 --> 20:20.220
dazwischen haben und der Muskel zieht sich zusammen, dann bewegt sich

20:20.220 --> 20:20.780
unser Arm.

20:25.480 --> 20:28.660
Hier spanne ich jetzt meinen Bizeps an, meinen vorderen Oberarmmuskel,

20:29.120 --> 20:31.200
und mein Arm kommt mir entgegen, ich beuge den Arm.

20:31.640 --> 20:34.260
Und wenn ich jetzt meinen hinteren Oberarmmuskel, den Trizeps, den man

20:34.260 --> 20:37.020
hier sieht, anspanne, dann bewegt sich mein Arm wieder nach unten.

20:38.060 --> 20:41.240
Das heißt, um Bewegung auszuführen, muss auch immer Muskeln

20:41.240 --> 20:41.520
zusammenspielen.

20:41.520 --> 20:44.980
Und das ist auch die zweite Eigenschaft, die Kraft ausmacht.

20:45.300 --> 20:48.120
Wir müssen es schaffen, dass unsere Muskeln gut zusammenspielen, dass

20:48.120 --> 20:49.060
sie als Team fungieren.

20:49.760 --> 20:52.540
Das unterscheidet jetzt so ein Bodybuilder von so einem Kung-Fu

20:52.540 --> 20:52.940
-Kämpfer.

20:53.360 --> 20:56.600
Vielleicht kennt ihr so einen Kung-Fu-Kämpfer aus dem Fernsehen, die

20:56.600 --> 20:58.980
sind meistens eher so schmächtige Typen, haben zwar schon Muskulatur,

20:59.260 --> 21:02.200
aber nicht so die riesigen Muggis an den Oberarmen.

21:02.420 --> 21:05.020
Und auch die haben viel Kraft, und das liegt eben daran, dass sie

21:05.020 --> 21:08.340
durch ganz viel Training es geschafft haben, dass ihre Muskulatur gut

21:08.340 --> 21:08.560
zusammenarbeitet.

21:08.560 --> 21:12.720
Sie können die einzelnen Muskeln gut ansteuern, aber auch die Muskeln

21:12.720 --> 21:14.520
funktionieren gut als Team zusammen.

21:16.000 --> 21:19.000
Das ist auch der Grund, warum der Vidaleklitschko so stark ist.

21:19.840 --> 21:22.540
Die dritte Eigenschaft, und das haben wir ja auch beim Aniforen

21:22.540 --> 21:25.140
gesehen, ist einfach noch die Größe der Muskulatur.

21:25.240 --> 21:28.000
Je dicker ein Muskel ist, desto mehr Kraft kann er auch entfalten.

21:28.540 --> 21:31.920
Und deswegen kommt es auch immer, wenn wir uns bewegen und den Muskel

21:31.920 --> 21:35.000
ausbauen und trainieren, dazu, dass der Muskel größer wird.

21:35.000 --> 21:38.320
Das nennt man in der Sportwissenschaft Hypertrophie, also ganz einfach

21:38.320 --> 21:39.000
Muskelwachstum.

21:40.680 --> 21:42.880
Und deswegen sind solche Boxer auch so stark.

21:42.980 --> 21:46.600
Zum einen können sie gut ihre Muskeln ansteuern, dass die alle als

21:46.600 --> 21:48.660
Einheit fungieren und zusammen kontrahieren.

21:49.220 --> 21:51.540
Zum anderen arbeiten die Muskeln gut zusammen.

21:51.920 --> 21:54.380
Wenn so ein Boxer einmal boxt, das hängt nicht nur von einem Muskel

21:54.380 --> 21:55.520
ab, sondern von ganz vielen Muskeln.

21:55.920 --> 21:59.040
Unterarm, Oberarm, Schulter, Rücken, aber auch Bauchmuskulatur.

22:00.180 --> 22:02.920
Und zum anderen haben sie einfach auch viel mehr Muskeln als wir.

22:03.480 --> 22:07.520
So, und wie das mit der Muskulatur bei euch aussieht, das werden wir

22:07.520 --> 22:10.400
jetzt bei der zweiten Testaufgabe versuchen nachzuprüfen.

22:10.660 --> 22:14.000
Ihr bleibt auch noch ganz kurz sitzen alle, bis wir die Aufgabe

22:14.000 --> 22:14.560
erklärt haben.

22:14.620 --> 22:15.720
Die Janina macht es kurz vor.

22:19.920 --> 22:24.360
Genau, und zwar geht es darum, dass ihr euch auf euren Stuhl setzt und

22:24.360 --> 22:27.360
ein Bein, dürft euch raus holen, dass es rechts oder links ist, nach

22:27.360 --> 22:29.920
vorne ein bisschen weiter ausstreckt, so viel wie ihr Platz habt.

22:29.920 --> 22:32.220
Aber trotzdem noch abstellt, ihr seht es hier.

22:33.620 --> 22:36.240
Und dann, jetzt, ihr dürft das Bein schon nach vorne strecken, aber

22:36.240 --> 22:40.200
bitte noch nicht anfangen, sobald ich den Pfiff gebe, drücken wir uns

22:40.200 --> 22:43.340
mit den Händen nach oben und versuchen das 15 Sekunden zu halten.

22:45.080 --> 22:47.240
Und wer das schafft, darf sich auch hier einen Haken machen.

22:47.700 --> 22:49.560
Wir machen uns bereit, nur nicht hochdrücken, sonst schafft er es

22:49.560 --> 22:49.780
nicht.

22:51.460 --> 22:54.300
Das eine Bein steht vorne, das andere muss in die Luft.

22:54.480 --> 22:55.280
Guckst du wie bei mir?

22:56.500 --> 22:57.220
Okay,

23:00.590 --> 23:01.110
alle bereit?

23:02.970 --> 23:06.150
Das hintere Bein muss oben sein, das vordere, mit dem stützt ihr euch

23:06.150 --> 23:07.930
ab, und das hintere ist oben.

23:10.010 --> 23:11.850
Okay, Achtung.

23:13.630 --> 23:14.830
Alle hochdrücken.

23:22.250 --> 23:23.130
5 Sekunden noch.

23:24.850 --> 23:28.470
3, 2, 1 und geschafft.

23:29.130 --> 23:30.190
Okay, alle geschafft?

23:31.010 --> 23:38.770
Okay, wenn ihr alle euer Testergebnis angekreuzt habt, dann machen wir

23:38.770 --> 23:42.270
weiter mit dem nächsten Baustein der Motorik, das ist die

23:42.270 --> 23:43.150
Koordination.

23:43.570 --> 23:46.290
Also da hatte der Steffen vorhin ja schon gesagt, die ist eben

23:46.290 --> 23:50.350
wichtig, damit unsere Bewegungen möglichst geschmeidig und eben gut

23:50.350 --> 23:52.230
aufeinander abgestimmt sind.

23:53.590 --> 23:56.510
Ihr müsst euch mal überlegen, dass euer Körper ca.

23:56.750 --> 23:59.090
650 Muskeln hat.

23:59.090 --> 24:02.730
Das heißt, wenn man sich das mal auf dem Bild anschaut, dass fast

24:02.730 --> 24:06.750
jeder Zentimeter eures Körpers mit einem Muskel bedeckt ist.

24:07.730 --> 24:12.150
Und jetzt ist eben die Frage, wie wir diese Muskeln gezielt einsetzen

24:12.150 --> 24:16.290
können, damit wir schöne, geschmeidige Bewegungen ausführen können.

24:17.030 --> 24:20.350
Und bevor wir diese Frage klären, schauen wir uns jetzt nochmal ein

24:20.350 --> 24:22.270
kleines Video an von einem Turner.

24:22.270 --> 24:25.590
Das ist ein deutscher Turner, der jetzt auch vor ein paar Tagen bei

24:25.590 --> 24:28.110
den Olympischen Spielen die Silbermedaille gewonnen hat.

24:28.610 --> 24:32.270
Und bei ihm seht ihr mal eine Bewegungskoordination in Perfektion.

24:36.930 --> 24:39.890
Achtet mal drauf, wie das alles ganz einfach aussieht, obwohl er so

24:39.890 --> 24:41.950
viel Muskulatur hat, eigentlich gar keine Kraft benötigt.

24:59.170 --> 25:02.690
Also bei ihm ist es jetzt so, dass alle Muskeln in seinem Körper

25:02.690 --> 25:05.270
optimal aufeinander abgestimmt sind.

25:05.810 --> 25:10.270
Und jeder Muskel weiß im Prinzip ganz genau, wann er welche Bewegungen

25:10.270 --> 25:13.450
machen muss oder wann er eben arbeiten muss.

25:16.330 --> 25:17.190
Vielen Dank.

25:18.010 --> 25:20.490
Leider hört es der Kollege nicht, aber er weiß den Sieger zu schätzen.

25:21.040 --> 25:26.450
Also nun zu der Frage, wie sowas möglich ist, dass jemand so eine gute

25:26.450 --> 25:27.470
Koordination hat.

25:28.030 --> 25:31.950
In der Sportwissenschaft versteht man unter Bewegungskoordination den

25:31.950 --> 25:36.710
Prozess und das Ergebnis des Zusammenwirkens verschiedener

25:36.710 --> 25:42.610
Wahrnehmungs-, Steuerungs-, Regelungs- und Motorikelemente zu einem

25:42.610 --> 25:45.490
geordneten, zielgerichteten Bewegungsablauf.

25:46.710 --> 25:49.850
Das war jetzt eine ganz schön komplizierte Definition.

25:50.370 --> 25:52.770
Ihr könnt schon so ein bisschen erahnen, dass da offensichtlich

25:52.770 --> 25:56.850
verschiedene Körpersysteme beteiligt sind an der Koordination.

25:57.470 --> 26:00.650
Und welche das genau sind, das stellt uns jetzt der Steffen vor.

26:01.350 --> 26:01.830
Genau.

26:02.370 --> 26:03.550
Und zwar haben wir zunächst die Wahrnehmungselemente.

26:04.670 --> 26:05.490
Was sind Wahrnehmungselemente?

26:07.010 --> 26:09.690
Wahrnehmungselemente sind alle die Körperteile, die es uns

26:09.690 --> 26:12.290
ermöglichen, irgendwie Informationen aus der Umwelt aufzunehmen.

26:12.290 --> 26:17.810
Das kann zum einen unser Auge sein, unser Ohr, aber auch unsere Hände

26:17.810 --> 26:20.010
mit den Fingern, mit denen wir tasten oder unsere Füße.

26:20.830 --> 26:23.990
Es gibt auch ganz Wahrnehmungselemente, die ganz klein sind und

26:23.990 --> 26:25.370
überall in den Gelenken sitzen.

26:25.730 --> 26:28.650
Sogenannte Sensoren, die kennt ihr vielleicht noch gar nicht und die

26:28.650 --> 26:31.830
helfen euch dabei, immer Rückmeldung zu halten, wo sich das Gelenk

26:31.830 --> 26:34.970
befindet und wie ihr euch gerade stellt oder bewegt.

26:35.510 --> 26:37.490
Die sind vor allen Dingen dann wichtig, wenn ihr zum Beispiel auf

26:37.490 --> 26:41.430
unebenem Untergrund lauft und dann in ein Loch tretet, dann melden die

26:41.430 --> 26:44.490
dem Gehirn Gefahr und das Gehirn reagiert dann darauf, spannt die

26:44.490 --> 26:46.690
Muskulatur an und sorgt dafür, dass ihr euch nicht verletzt.

26:47.010 --> 26:49.210
Also da gibt es ganz unterschiedliche Wahrnehmungselemente.

26:50.770 --> 26:53.870
Der zweite Begriff, der in dieser Definition aufgetaucht ist, sind

26:53.870 --> 26:56.170
diese Steuerungs- und Regelungselemente.

26:56.550 --> 26:58.990
Das müsst ihr euch vorstellen, wie der Kapitän auf dem Schiff, der

26:58.990 --> 27:01.230
bekommt Informationen und entscheidet dann, wo es lang geht.

27:02.430 --> 27:05.130
Diese Steuerungs- und Regelungselemente, das ist unser zentrales

27:05.130 --> 27:08.590
Nervensystem, unser Gehirn mit den einzelnen Nervenzellen.

27:09.510 --> 27:12.450
Und die melden eben dann der Muskulatur, was sie zu tun hat.

27:13.250 --> 27:16.230
Das ist ganz interessant, wenn man jetzt alle Nervenzellen aus euch

27:16.230 --> 27:19.530
rauspflücken würde und die aneinanderknoten, dann ergebe das einen

27:19.530 --> 27:22.250
Strang von 300.000 bis 400.000 Kilometer.

27:23.130 --> 27:25.910
Das müsst ihr euch mal vorstellen, das ist so weit wie von hier zum

27:25.910 --> 27:26.170
Mond.

27:27.310 --> 27:31.290
Das sind insgesamt 25 Milliarden Nervenzellen, wovon allein 15

27:31.290 --> 27:32.730
Milliarden in eurem Gehirn sind.

27:33.490 --> 27:34.790
Eine Zahl mit 9 Nullen.

27:36.070 --> 27:38.810
Und diese Geschwindigkeit, das ist auch interessant, mit der diese

27:38.810 --> 27:42.190
Übertragung stattfindet, sind 432 kmh.

27:42.870 --> 27:44.350
Schneller als die meisten Autos.

27:44.890 --> 27:47.870
Das ist auch der Grund, wenn ihr jetzt eurem Daumen sagt, bewegt dich,

27:48.510 --> 27:51.370
dass ihr quasi gar nicht merkt, dass da eine Verzögerung stattfindet.

27:51.370 --> 27:54.390
In Wirklichkeit sendet ihr euer Gehirn dann Signale an, die Muskulatur

27:54.390 --> 27:55.030
in eurer Hand.

27:55.510 --> 27:59.730
Aber da das alles so schnell geht, hier mit 432 kmh, merkt ihr gar

27:59.730 --> 28:00.790
nicht, dass da Zeit vergeht.

28:03.370 --> 28:06.550
Der letzte Begriff, der gefallen ist, sind die Motorikelemente.

28:06.790 --> 28:09.410
Das sind ganz einfach die ausführenden Organe bei der Sache.

28:09.490 --> 28:11.530
Das ist eure Muskulatur, eure Skelettmuskulatur.

28:15.750 --> 28:19.490
Okay, dann wollen wir jetzt überprüfen, wie gut die Koordination bei

28:19.490 --> 28:20.390
euch ist.

28:20.390 --> 28:23.390
Ich erkläre wieder ganz kurz die Testaufgabe.

28:23.470 --> 28:24.710
Bleibt bitte alle noch sitzen.

28:26.410 --> 28:28.990
Wie ihr auf dem Bild schon sehen könnt, wollen wir jetzt mit euch

28:28.990 --> 28:30.750
einen Einbeinstand machen.

28:31.210 --> 28:34.970
Das funktioniert so, indem ihr euch gleich, wenn wir das Signal geben,

28:35.410 --> 28:39.570
von euren Sitzen erhebt, auf ein Bein euch hinstellt.

28:40.150 --> 28:42.810
Ihr dürft euch aussuchen, welches Bein ihr nehmt.

28:43.590 --> 28:48.510
Und dann müsst ihr versuchen, wenn der Steffen pfeift, auf eure

28:48.510 --> 28:53.970
Fußspitzen zu stehen und dann 8 Sekunden lang stehen zu bleiben.

28:55.690 --> 29:00.310
Ganz kurz noch, wichtig bei der Testaufgabe ist, dass ihr euch

29:00.310 --> 29:04.230
natürlich nicht mit den Händen irgendwo abstützt und dass natürlich

29:04.230 --> 29:07.030
auch das zweite Bein in der Luft bleibt.

29:07.330 --> 29:11.250
Das heißt, ihr steht wirklich nur auf einem Bein und dort eben auf den

29:11.250 --> 29:12.090
Zehenspitzen.

29:13.190 --> 29:15.890
Also, wir stellen uns jetzt auf ein Bein, machen uns bereit.

29:16.190 --> 29:19.170
Sobald ich pfeife, gehen wir ein bisschen auf die Zehenspitzen vorne

29:19.170 --> 29:21.310
und versuchen, das 8 oder 9 Sekunden zu halten.

29:28.780 --> 29:32.940
Wir machen weiter mit der vierten motorischen Fähigkeit.

29:33.420 --> 29:35.020
Das ist die Beweglichkeit.

29:35.400 --> 29:39.260
Das ist sozusagen die Grundvoraussetzung, die wir brauchen, um uns zu

29:39.260 --> 29:39.720
bewegen.

29:41.880 --> 29:43.940
Genau, ihr seht es schon an den Bildern.

29:44.440 --> 29:45.760
Das ist ganz faszinierend.

29:47.120 --> 29:49.520
Auch hier wieder eine Definition zum Einstieg.

29:51.060 --> 29:53.840
In der Sportwissenschaft versteht man unter Beweglichkeit die

29:53.840 --> 29:56.940
Fähigkeit, Bewegungen mit großer bzw.

29:57.600 --> 30:00.900
optimaler Schwingungsweite der Gelenke auszuführen.

30:01.580 --> 30:03.180
Was versteht man unter Schwingungsweite?

30:03.480 --> 30:05.840
Schwingungsweite ist ganz einfach das, was uns die Natur vorgegeben

30:05.840 --> 30:07.600
hat, wie weit wir unsere Gelenke bewegen können.

30:07.600 --> 30:10.200
Zum Beispiel im Arm, so weit es der Ellbogen zulässt.

30:10.460 --> 30:13.260
Wenn wir das komplett bewegen können, dann sind wir super beweglich.

30:17.620 --> 30:21.120
Häufig werden mit dem Begriff Beweglichkeit auch die Begriffe

30:21.120 --> 30:24.400
Gelenkigkeit und Dehnfähigkeit verwendet.

30:24.440 --> 30:26.080
Das habt ihr bestimmt alle schon mal gehört.

30:27.400 --> 30:32.060
Unter der Gelenkigkeit bezeichnet man die individuelle Ausprägung der

30:32.060 --> 30:33.880
Schwingungsweite in den Gelenken.

30:33.880 --> 30:38.600
Diese ist anatomisch festgelegt und variiert je nach Gelenk.

30:39.240 --> 30:41.060
Was bedeutet anatomisch festgelegt?

30:41.280 --> 30:43.860
Ganz einfach, die Natur hat uns vorgegeben, wie weit wir unsere

30:43.860 --> 30:46.160
Gelenke bewegen dürfen oder können.

30:46.720 --> 30:49.080
Das kann man auch hier mal an unserem Skelett demonstrieren.

30:49.880 --> 30:53.660
Wenn wir den Unterarm nach hinten bewegen, dann spüren wir irgendwann

30:53.660 --> 30:54.340
einen Widerstand.

30:54.440 --> 30:56.040
Und der ist eben durch das Gelenk vorgegeben.

30:56.340 --> 30:58.720
Und dass es hier nicht mehr weiter geht, das nennt man quasi

30:58.720 --> 30:58.960
Gelenkigkeit.

30:59.400 --> 31:01.760
Das hat aber noch nichts mit unserer Muskulatur zu tun.

31:02.780 --> 31:06.620
Also das, was unser Körper anatomisch uns vorgibt von der Natur, wenn

31:06.620 --> 31:10.260
es nicht mehr weiter geht, das nennt man Gelenkigkeit.

31:11.760 --> 31:13.960
Die andere Sache, und die ist viel wichtiger, weil die können wir

31:13.960 --> 31:15.840
trainieren, das ist die Dehnfähigkeit.

31:16.160 --> 31:17.960
Und das ist quasi die Beweglichkeit unserer Muskulatur.

31:19.000 --> 31:21.820
Wenn ich jetzt versuche mit meinen Fingerspitzen meine Fußspitzen zu

31:21.820 --> 31:24.680
berühren, dann spüre ich dann Widerstand, das tut ein bisschen weh.

31:24.680 --> 31:28.900
Aber wenn ich mich wirklich anstrenge, dann komme ich auch runter.

31:29.280 --> 31:31.500
Und was ich jetzt gemacht habe, ich habe meine Muskulatur gedehnt.

31:31.760 --> 31:33.300
Das hat jetzt nichts mehr mit Gelenken zu tun.

31:33.620 --> 31:35.660
Wenn ich versuche meine Gelenke zu dehnen, das geht nicht.

31:36.060 --> 31:38.340
Da wird der Arm vielleicht irgendwann brechen, aber da kann ich nichts

31:38.340 --> 31:39.840
drauf quasi Einfluss nehmen.

31:40.120 --> 31:41.440
Die Muskulatur, die kann man dehnen.

31:42.260 --> 31:45.120
Was jetzt auch eine relativ interessante Frage war in der

31:45.120 --> 31:47.620
Sportwissenschaft ist immer, was bringt eigentlich Dehnen?

31:47.940 --> 31:51.520
Ist Dehnfähigkeit angeboren, kann man die Beweglichkeit nur verlieren

31:51.520 --> 31:53.240
oder kann man Beweglichkeit wirklich trainieren?

31:56.120 --> 31:58.460
Momentan unterscheidet die Sportwissenschaft da zwei Effekte.

31:59.080 --> 32:02.000
Zum einen einen langfristigen Effekt und das ist auch der Grund, warum

32:02.000 --> 32:03.600
Dehnen wirklich wichtig ist.

32:03.840 --> 32:06.940
Ihr erhaltet mit regelmäßig Dehnen eure Beweglichkeit, auch ins hohe

32:06.940 --> 32:07.260
Alter.

32:08.820 --> 32:12.100
Der zweite, der kurzfristige Effekt ist, wenn ihr euch dehnt, dann

32:12.100 --> 32:15.760
zeigt ihr quasi eurem Körper, wie er sich bewegen kann, ohne sich zu

32:15.760 --> 32:16.240
verletzen.

32:16.520 --> 32:19.540
Das heißt, wenn ihr eurem Körper zeigt, ihr könnt eure Fußspitzen

32:19.540 --> 32:21.980
berühren, dann weiß er das und er wendet es auch an.

32:21.980 --> 32:25.320
Der Körper versucht sich immer solche Reserven zurückzuhalten, damit

32:25.320 --> 32:28.000
er sich nicht verletzt und versucht dann auch immer sich weniger zu

32:28.000 --> 32:28.400
bewegen.

32:29.040 --> 32:31.240
Und da kann man eben mit Dehnen entgegenwirken.

32:31.760 --> 32:35.100
Deswegen tun viele Profisportler auch vor dem Sport sich dehnen, damit

32:35.100 --> 32:37.640
sie dann während dem Sport höher springen können oder größere Schritte

32:37.640 --> 32:37.960
machen.

32:39.200 --> 32:42.400
Die Sportwissenschaft dreht euch aber aus dieser Perspektive eher

32:42.400 --> 32:44.140
dazu, euch nicht vor dem Sport zu dehnen.

32:44.140 --> 32:47.320
Weil wenn ihr dem Körper zeigt, wie große Schritte er machen kann,

32:47.540 --> 32:50.520
dann macht er das auch während des Sports und dadurch steigt eben

32:50.520 --> 32:51.900
leider auch das Verletzungsrisiko.

32:53.140 --> 32:56.600
Das heißt, wenn ihr dehnt, dann lieber nach dem Sport oder, was

32:56.600 --> 32:58.140
eigentlich am besten ist, in einer extra Trainingseinheit.

32:59.120 --> 33:00.560
Vielleicht am Sonntag vor dem Fernseher.

33:00.820 --> 33:02.420
Einfach euch mal hinsetzen und euch ein bisschen dehnt.

33:02.740 --> 33:05.040
Weil dann ist die Muskulatur auch erholt und ihr könnt euch wirklich

33:05.040 --> 33:06.400
nur auf das Dehnen konzentrieren.

33:06.920 --> 33:09.860
Vor dem Sport sagt man momentan eher, dass es das Verletzungsrisiko

33:09.860 --> 33:10.700
sogar noch erhöht.

33:11.640 --> 33:13.880
Hat aber nichts mit warm machen zu tun, das sollte man trotzdem

33:13.880 --> 33:14.200
machen.

33:17.560 --> 33:21.400
Okay, die Beweglichkeit, die nimmt mit zunehmendem Alter ab.

33:21.820 --> 33:25.660
Also wenn jetzt ein Kind noch ganz jung ist, so wie ihr, dann hat man

33:25.660 --> 33:27.480
in der Regel noch eine sehr gute Beweglichkeit.

33:27.620 --> 33:30.000
Das seht ihr hier auch auf dem linken Foto.

33:30.340 --> 33:33.900
Das Mädchen, die kommt noch ganz ganz locker bis zu ihren Fußspitzen

33:33.900 --> 33:35.300
und sogar noch ein bisschen weiter.

33:35.300 --> 33:39.500
Der ältere Herr auf der rechten Seite, der schafft es schon nicht

33:39.500 --> 33:39.840
mehr.

33:40.100 --> 33:43.440
Also da ist die Beweglichkeit schon so weit eingeschränkt, dass er

33:43.440 --> 33:47.580
eben nicht mehr mit seinen Fingerspitzen bis zum Fußboden kommt.

33:48.300 --> 33:51.840
Und wie gut eure Beweglichkeit ist und ob die vielleicht auch schon

33:51.840 --> 33:56.040
langsam abgenommen hat, das sehen wir jetzt bei der nächsten

33:56.040 --> 34:00.360
Testaufgabe, wo wir auch eine Rumpfbeuge machen.

34:01.620 --> 34:03.940
Dazu wartet bitte noch ganz kurz.

34:06.540 --> 34:09.300
Ganz kurz warten, bevor es losgeht.

34:10.280 --> 34:13.840
Am besten geht ihr jetzt immer mit eurem Nachbarn zusammen, weil ihr

34:13.840 --> 34:15.660
nicht so viel Platz habt in den Reihen.

34:16.200 --> 34:19.700
Und versucht es einfach mal nacheinander, zu zweit, kontrolliert, ob

34:19.700 --> 34:21.580
der andere das jeweils richtig macht.

34:21.860 --> 34:25.500
Weil es ist ganz wichtig bei der Aufgabe, dass ihr eure Knie

34:25.500 --> 34:27.060
durchgestreckt habt.

34:27.780 --> 34:31.180
Also Knie durchstrecken und die Hände zu den Fußspitzen.

34:32.000 --> 34:33.560
Wer es geschafft hat, darf sich hinsetzen.

34:34.180 --> 34:35.660
Und dann ruhig mal ausprobieren, vorne runter.

34:43.300 --> 34:46.640
Wenn ihr gut aufgepasst habt, dann fällt euch auf, dass noch eine

34:46.640 --> 34:50.020
letzte motorische Fähigkeit fehlt, das ist die Schnelligkeit.

34:51.800 --> 34:55.720
Und wie eine gute Schnelligkeit aussieht, das sehen wir jetzt hier

34:55.720 --> 34:57.480
nochmal im letzten Video für heute.

35:32.280 --> 35:37.000
Also, was ihr hier gesehen habt, war ein 100-Meter-Lauf, ein Finale

35:37.000 --> 35:39.080
bei den Weltmeisterschaften 2009.

35:39.540 --> 35:42.740
Usain Bolt hat gewonnen, vielleicht hat es jemand von euch

35:42.740 --> 35:45.540
mitgekriegt, der hat jetzt auch wieder bei den Olympischen Spielen die

35:45.540 --> 35:47.540
Goldmedaille gewonnen, über die 100 Meter.

35:51.780 --> 35:56.280
Also das ist, sagt man häufig, der schnellste Mensch auf der Welt.

35:57.180 --> 35:59.760
Und jetzt die Frage, was macht Schnelligkeit aus?

36:00.620 --> 36:04.460
Schnelligkeit ist die Fähigkeit, auf einen Reiz bzw.

36:04.700 --> 36:10.160
auf ein Signal schnellstmöglich zu reagieren und Bewegungen auch gegen

36:10.160 --> 36:13.740
Widerstand mit höchster Geschwindigkeit durchzuführen.

36:16.400 --> 36:18.900
Also ihr habt bei den Kollegen gerade eben vielleicht auch gesehen,

36:19.760 --> 36:22.860
die sind auch in den anderen Eigenschaften relativ gut.

36:22.960 --> 36:26.320
Die sind alle muskulös, die müssen versuchen, möglichst schnell ihren

36:26.320 --> 36:27.920
Körper zu bewegen.

36:27.920 --> 36:30.740
Das heißt, sie brauchen auch eine große Kraft und sie müssen diese

36:30.740 --> 36:32.100
Schnelligkeit dann auch bis ins Ziel transportieren.

36:32.700 --> 36:34.920
Sie brauchen also auch eine gewisse Ausdauer.

36:36.000 --> 36:36.480
Genau.

36:36.840 --> 36:40.300
Welche Strukturen in unserem Körper bestimmen die Schnelligkeit?

36:41.400 --> 36:45.160
Da kann man sagen, dass es zwei verschiedene Arten von Muskelfasern

36:45.160 --> 36:45.520
gibt.

36:45.760 --> 36:48.680
Ihr habt ja vorhin schon gehört, was Muskelfasern sind.

36:49.840 --> 36:53.800
Und da gibt es jetzt Muskelfasern, die sehr, sehr langsam sich

36:53.800 --> 36:54.400
bewegen.

36:54.400 --> 36:58.400
Das sind die sogenannten Slow-Twitch, also ST-Fasern.

37:00.440 --> 37:02.900
Das Beispiel hierfür aus dem Tierreich wäre eine Schnecke.

37:03.300 --> 37:08.120
Also die kann nur sehr langsam Bewegungen ausführen, hat dafür aber

37:08.120 --> 37:09.740
eine unendliche Ausdauer.

37:09.940 --> 37:13.400
Also dadurch, dass die Muskelfasern so langsam arbeiten, können sie

37:13.400 --> 37:15.620
das dafür über einen ewig langen Zeitraum.

37:16.220 --> 37:20.680
Auf der anderen Seite gibt es die sogenannten FT-Fast-Twitch-Fasern,

37:20.900 --> 37:22.680
die sehr, sehr schnell kontrahieren.

37:22.680 --> 37:26.760
Und genau die brauchen wir, wenn wir eben schnelle Bewegungen, zum

37:26.760 --> 37:28.840
Beispiel so einen 100-Meter-Lauf, machen wollen.

37:29.400 --> 37:32.860
Auch hier wieder das Beispiel aus dem Tierreich, der Gepard als eines

37:32.860 --> 37:36.540
der schnellsten Tiere, die wir so auf der Erde haben.

37:37.440 --> 37:40.520
Also wir haben gehört, das sind jetzt so richtige Spezialisten für

37:40.520 --> 37:43.760
diese Fasern, diese schnellen Fasern, die ermüden auch relativ

37:43.760 --> 37:44.100
schnell.

37:44.320 --> 37:47.040
Und das ist ganz interessant, der Gepard, schnellstes Tier auf dem

37:47.040 --> 37:47.520
Planeten.

37:47.520 --> 37:51.160
Ich glaube, wir alle, das haben die Leute nicht wirklich nachgewiesen,

37:51.260 --> 37:53.900
wäre vielleicht so ein bisschen Tierquälerei, aber wir alle würden

37:53.900 --> 37:55.920
gegen den Gepard auf 1000 Meter gewinnen.

37:56.820 --> 37:59.280
Der Gepard würde die ersten 400 Meter losspritzen, aber dann muss er

37:59.280 --> 38:00.900
sich sofort ausruhen, ist komplett kaputt.

38:01.200 --> 38:04.380
Seine Muskeln sind zwar sehr leistungsfähig auf kurzen Zeitraum, aber

38:04.380 --> 38:05.780
dann ermüden sie auch relativ schnell.

38:06.120 --> 38:10.660
Während wir eben auch diese ST-Fasern oder einen hohen Anteil an ST

38:10.660 --> 38:12.840
-Fasern haben und dann eben auch ausdauernd sind.

38:13.680 --> 38:16.640
Genau, also jeder Mensch hat beide Fasern in sich.

38:17.000 --> 38:20.240
Der Usain Bolt, den wir gerade im Video gesehen haben, der hat eben

38:20.240 --> 38:23.020
verhältnismäßig mehr von diesen schnellen Fasern.

38:23.380 --> 38:27.360
Und ein Marathonläufer, der 40 Kilometer am Stück laufen kann, der hat

38:27.360 --> 38:30.560
tendenziell mehr von diesen langsamen Fasern.

38:32.240 --> 38:35.200
Was natürlich auch wichtig ist für die Schnelligkeit, das habt ihr

38:35.200 --> 38:37.980
auch jetzt im Video gesehen, das ist die Geschwindigkeit der

38:37.980 --> 38:38.920
Nervenleitung.

38:38.920 --> 38:42.920
Haben wir heute auch schon mal gehört, jetzt nochmal als Wiederholung.

38:43.360 --> 38:47.200
Die Läufer im Startblock, die hören irgendwann dieses Startsignal.

38:47.520 --> 38:51.420
Das ist der Schuss mit der Pistole, der vom Starter abgegeben wird.

38:52.340 --> 38:55.100
Diesen Schuss nehmen die über ihr Ohr, also über ihr

38:55.100 --> 38:58.220
Wahrnehmungselement Ohr, in den Körper auf.

38:58.720 --> 39:03.740
Dort gelangt dieses Signal ins Gehirn, wird dort verarbeitet und das

39:03.740 --> 39:09.800
Gehirn sendet dann einen Bewegungsimpuls in die Beine zur Muskulatur

39:09.800 --> 39:13.840
und dort wissen dann die Muskeln, hey, jetzt geht's los, jetzt müssen

39:13.840 --> 39:17.980
wir arbeiten, damit wir möglichst schnell diese 100 Meter hinter uns

39:17.980 --> 39:18.320
bringen.

39:19.000 --> 39:23.160
Und das ist quasi so das Prinzip, wie es eben klappt oder wie das

39:23.160 --> 39:25.880
funktioniert, dass wir eben möglichst schnell laufen, je schneller

39:25.880 --> 39:28.160
eben diese Nervenleitung funktioniert.

39:31.220 --> 39:34.860
Und jetzt zum Abschluss die letzte Testaufgabe für heute.

39:35.540 --> 39:37.740
Auch hier wollen wir jetzt überprüfen, wie gut eure

39:37.740 --> 39:39.380
Schnelligkeitsleistung ist.

39:39.420 --> 39:41.520
Bitte jetzt wirklich alle sitzen bleiben, weil es ist eine ein

39:41.520 --> 39:42.740
bisschen kompliziertere Aufgabe.

39:43.660 --> 39:47.580
Und zwar, wir machen es einmal vor, ihr werdet gleich alle aufstehen

39:47.580 --> 39:50.560
und euch umdrehen, dass niemand mehr die Videowand sieht, gleich wenn

39:50.560 --> 39:51.280
wir los sagen.

39:51.780 --> 39:54.800
Dann wartet ihr alle, bis ihr den Pfiff hört, das ist quasi das

39:54.800 --> 39:56.360
Startsignal, auf das ihr reagieren müsst.

39:56.360 --> 40:00.400
Sobald ihr den Pfiff hört, bewegt ihr eure Hände, die habt ihr auf

40:00.400 --> 40:04.760
eurem Oberschenkel, so schnell es geht vor gegen den hinteren Stuhl

40:04.760 --> 40:07.960
oder die hintere Wand und wieder zurück auf den Oberschenkel und zählt

40:07.960 --> 40:09.420
leise auf 20 mit.

40:09.800 --> 40:11.880
Das heißt, ihr klatscht 20 mal ab.

40:13.820 --> 40:14.820
Wenn ihr dann beim 20.

40:14.940 --> 40:17.760
Mal euren Oberschenkel wieder berührt, dann dürft ihr euch umdrehen

40:17.760 --> 40:21.620
zur Videowand, nicht vorher, erst nach 20 mal und dann müsst ihr euch

40:21.620 --> 40:23.180
merken, welche Tiere ihr vorne seht.

40:23.700 --> 40:25.580
Es sind nicht viele Tiere, das könnt ihr euch merken.

40:25.820 --> 40:28.900
Das heißt, ihr dreht euch um, macht die Bewegung so schnell es geht,

40:29.000 --> 40:31.920
20 mal und dann ganz schnell umdrehen und nach vorne schauen.

40:33.080 --> 40:35.160
Okay, wir stehen alle auf und machen uns bereit.

40:35.320 --> 40:36.160
Alle umdrehen bitte.

40:38.160 --> 40:40.000
Dass mich keiner mehr sieht, nur noch hört.

40:42.280 --> 40:45.280
Schafft euch ein bisschen Platz, dass keiner ausrutscht auf seinem

40:45.280 --> 40:46.640
Zettel.

40:48.280 --> 40:49.780
Noch nicht üben, noch nicht üben.

40:50.640 --> 40:51.900
Alle bitte ruhig dastehen.

40:53.460 --> 40:55.900
Erst auf unser Kommando geht's los.

40:56.020 --> 40:57.560
Keiner klopft, jeder macht sich bereit.

40:57.700 --> 41:00.360
Ein bisschen locker machen und keiner dreht sich mehr um.

41:01.500 --> 41:02.860
Wir müssen warten, bis alle bereit sind.

41:04.500 --> 41:07.460
Also nicht vergessen, leise zählen 20 mal, dann umdrehen.

41:08.860 --> 41:10.040
Okay, auf die Plätze.

41:17.380 --> 41:20.440
Also, wer hat den Hund gesehen oder sieht ihn noch?

41:20.960 --> 41:21.540
Hände hoch.

41:24.020 --> 41:27.080
Da müssten jetzt, glaube ich, eigentlich alle Hände hoch gehen.

41:29.240 --> 41:30.020
Hände wieder runter.

41:30.920 --> 41:32.560
Wer hat den Wal gesehen?

41:34.880 --> 41:35.720
Den Wal?

41:37.440 --> 41:39.200
Ein paar Kinder haben noch den Wal gesehen.

41:40.120 --> 41:41.660
Und wer hat den Igel gesehen?

41:42.720 --> 41:45.320
Genau, wer den Igel gesehen hat, wer so schnell war, den Igel zu

41:45.320 --> 41:47.500
sehen, der darf sich jetzt eintragen, dass auch die Testaufgabe

41:47.500 --> 41:48.100
bestanden hat.

41:48.100 --> 41:51.800
Wir möchten euch danken, dass ihr heute zu unserer Vorlesung gekommen

41:51.800 --> 41:52.400
seid.

41:52.800 --> 41:54.800
Wir hoffen, dass es euch Spaß gemacht hat.

41:55.540 --> 41:58.440
Wir wünschen euch weiterhin noch schöne Sommerferien bei hoffentlich

41:58.440 --> 42:00.400
besserem Wetter, als es heute ist.

42:01.380 --> 42:05.180
Und wünschen uns, dass ihr aus der Vorlesung mitgenommen habt, dass

42:05.180 --> 42:07.940
ihr immer fleißig Sport treibt und fit bleibt.

