WEBVTT

00:11.130 --> 00:14.070
Guten Tag, meine Damen und Herren, ich würde Sie bitten, mal ein

00:14.070 --> 00:14.910
bisschen ruhiger zu sein.

00:15.870 --> 00:17.590
Wir haben jetzt mehrere Probleme gehabt.

00:17.990 --> 00:20.630
Zum einen, die Medienanlage war gar nicht eingeschaltet, die braucht

00:20.630 --> 00:21.910
aber ein bisschen, bis sie hochfährt.

00:22.370 --> 00:23.330
Das haben wir jetzt gelöst.

00:24.210 --> 00:28.270
Dann hatte ich auf meinem Zettel stehen, dass die Vorlesung im Daimler

00:28.270 --> 00:31.030
Hörsaal stattfindet, wo dann auch so ca.

00:31.130 --> 00:32.330
10 Studenten waren.

00:33.050 --> 00:35.050
Ich habe dann erst gedacht, was ist jetzt los?

00:35.130 --> 00:37.030
Die haben dann gemeint, der Großteil sitzt unten.

00:37.630 --> 00:41.150
Ich glaube, da gab es ein bisschen Verwirrung, weil eigentlich zwei

00:41.150 --> 00:42.530
Hörsäle angegeben sind.

00:43.550 --> 00:45.110
Wir werden es nicht unbedingt übertragen.

00:45.230 --> 00:46.410
Ich denke, die Plätze reichen hier.

00:47.270 --> 00:50.650
Das hat auch ein bisschen fakultäts-taktische Gründe.

00:53.790 --> 00:55.410
Das darf ich vielleicht gar nicht so laut sagen.

00:55.530 --> 00:58.450
Ich glaube, die Fakultät will sich den Raum für die Zukunft

00:58.450 --> 00:58.970
reservieren.

00:59.130 --> 01:02.090
Wenn der einmal weg ist, dann ist er weg.

01:02.750 --> 01:08.170
Dann haben die anderen Fakultäten zugegriffen und die Fakultät

01:08.170 --> 01:11.150
Maschinenbau muss dann wieder auf irgendwelche dubiosen Räume

01:11.150 --> 01:11.730
ausweichen.

01:12.610 --> 01:15.970
Ich persönlich finde den Hörsaal auf jeden Fall besser als zum

01:15.970 --> 01:17.510
Beispiel den Hörsaal am Fasanengarten.

01:25.000 --> 01:30.800
So, jetzt haben Sie eine relativ lange Zeit.

01:32.500 --> 01:37.100
Wahrscheinlich sich nicht so viel mit Mechanik, speziell TM3

01:37.100 --> 01:41.120
beschäftigt, beziehungsweise allgemein mit Dynamik.

01:41.660 --> 01:44.520
Deshalb vielleicht noch ganz kurz, was haben wir eigentlich im letzten

01:44.520 --> 01:45.460
Semester gemacht?

01:46.020 --> 01:46.820
Wo stehen wir?

01:48.060 --> 01:51.500
Hat diejenigen, die schon mit der Aufgabe vom Dynamics Lab begonnen

01:51.500 --> 01:55.140
haben, die müssten wieder ein bisschen in Übung gekommen sein.

01:56.240 --> 01:59.800
Die Übung heute Mittag, die handelt auch vom Dynamics Lab.

02:00.620 --> 02:03.780
Wenn ich richtig informiert bin, fällt deshalb auch nächste Woche die

02:03.780 --> 02:08.920
Vorlesung aus, weil zu Vorlesungs- und Übungsterminen entsprechende

02:08.920 --> 02:09.900
Veranstaltungen sind.

02:11.180 --> 02:16.680
Wir hoffen natürlich mit dem Dynamics Lab, Ihnen a, so ein bisschen

02:16.680 --> 02:21.540
auch beizuzeigen, dass die Dynamik ihre Berechtigung hat.

02:22.360 --> 02:24.780
B, dass die durchaus schön sein kann.

02:25.220 --> 02:31.080
Und ich denke, beim letzten Mal waren die Kritiken eigentlich

02:31.080 --> 02:36.480
vornehmlich positiv, weil man erst einmal so ein bisschen ein Beispiel

02:36.480 --> 02:40.560
hat, wo man das Ganze anwendet, was nicht so ein bisschen exotisch

02:40.560 --> 02:40.760
ist.

02:40.920 --> 02:44.660
Exotisch in dem Sinne, wenn Sie bisher irgendwelche Dinge berechnet

02:44.660 --> 02:47.860
haben, dann war das so zugeschnitten, dass das hauptsächlich darum

02:47.860 --> 02:51.980
ging, dass wir auch die Thematik ein bisschen üben.

02:52.080 --> 02:55.120
Das führt dann dazu, dass das vielleicht keine so praktischen

02:55.120 --> 02:57.900
Beispiele sind und die Studenten und Studentinnen lieben es natürlich

02:57.900 --> 02:58.920
immer ein bisschen praktisch.

03:00.480 --> 03:06.120
Also im letzten Semester haben wir zunächst uns mit der Kinematik

03:06.120 --> 03:10.740
beschäftigt, nämlich der Kinematik bei der Bewegung eines Punktes.

03:11.220 --> 03:16.180
Das führt dann zu Ortsvektor, Geschwindigkeit und Beschleunigung.

03:16.360 --> 03:19.760
Wir haben gesehen, es gibt verschiedene Bezugssysteme, in denen wir

03:19.760 --> 03:21.080
die Bewegung beschreiben können.

03:21.460 --> 03:24.940
Wichtig in der Mechanik ist immer ein Inertialsystem, das heißt, wenn

03:24.940 --> 03:27.660
ich die Bewegung in einem bewegten System beschreibe, dann muss ich

03:27.660 --> 03:32.980
auch noch berücksichtigen, dass sich das Bezugssystem bewegt, vor

03:32.980 --> 03:34.980
allen Dingen auch, wenn das Bezugssystem dreht.

03:36.860 --> 03:41.480
Dann haben wir gesehen, für die Bewegung selbst, wenn es jetzt

03:41.480 --> 03:45.340
wirklich um Ortsvektoren geht, da muss ich noch ein Koordinatensystem

03:45.340 --> 03:45.920
einführen.

03:47.040 --> 03:52.340
Bei Kraftvektoren, Momentvektoren und so weiter, da genügt es ja, wenn

03:52.340 --> 03:57.620
ich Einheitsvektoren habe, eine Basis, um die entsprechenden Vektoren

03:57.620 --> 03:58.220
zu beschreiben.

03:58.540 --> 04:01.900
Aber beim Ortsvektor haben wir immer noch irgendwo den Ursprung, von

04:01.900 --> 04:02.880
dem aus wir das messen.

04:03.300 --> 04:10.040
Dann kam als nächstes die Kinetik des Massenpunktes, Lapidar F gleich

04:10.040 --> 04:14.480
m mal a, das kennen wir alle schon, und da war vielleicht das

04:14.480 --> 04:19.420
Schwierigste, wie sieht es aus, wenn wir die Bewegung in einem

04:19.420 --> 04:25.060
bewegten Bezugssystem beschreiben, was für Beschleunigungsanteile gibt

04:25.060 --> 04:28.120
es da und zu was für Trägheitskräften führt das Ganze.

04:28.120 --> 04:32.320
Dann haben wir die Bewegungsgleichung im Grunde genommen in

04:32.320 --> 04:36.020
verschiedener Art und Weise integriert und einmal gibt es den

04:36.020 --> 04:41.100
Impulssatz in integraler Form, beziehungsweise bei der anderen

04:41.100 --> 04:44.660
Integration haben wir gesehen, da werden Energien wichtig.

04:45.500 --> 04:48.820
Kinetische Energie und beim Massenpunkt ein halber mv²,

04:49.480 --> 04:55.380
beziehungsweise die Arbeit, die eine Kraft am Massenpunkt verrichtet.

04:56.120 --> 04:59.460
Und dann konnte man noch Potenziale einführen und dann entsprechend

04:59.460 --> 05:03.860
den Arbeitssatz oder auch den Energieerhaltungssatz der Mechanik

05:03.860 --> 05:11.180
formulieren, wenn denn keine mechanische Energie irgendwie in Wärme

05:11.180 --> 05:11.900
umgewandelt wird.

05:14.000 --> 05:17.640
Es wird ja keine Energie vernichtet, sondern nur in eine andere

05:17.640 --> 05:19.100
Energieform umgewandelt.

05:19.940 --> 05:22.180
Das ist ähnlich wie mit Geld und Schulden.

05:24.800 --> 05:28.700
Meistens, wenn man kein Geld mehr hat, hatte man das mal, aber jetzt

05:28.700 --> 05:29.420
hat es jemand anderes.

05:34.040 --> 05:41.400
So, als nächstes kamen dann Massenpunktsysteme.

05:41.620 --> 05:44.740
Das heißt, wir hatten verschiedene Massenpunkte, die in Wechselwirkung

05:44.740 --> 05:45.080
stehen.

05:47.240 --> 05:51.920
Wichtig dabei, innere Kräfte, die zwischen den Massenpunkten wirken,

05:51.920 --> 05:57.860
die führen nicht dazu, dass der Schwerpunkt beschleunigt wird.

05:59.560 --> 06:00.660
Das war der Schwerpunktsatz.

06:02.040 --> 06:07.280
Ein Trallsatz, und da müssen wir ein bisschen aufpassen, wenn alle

06:07.280 --> 06:11.220
Kräfte zwischen den Massenpunkten in Richtung der Verbindungsgeraden

06:11.220 --> 06:14.520
zwischen den Massenpunkten jeweils wirken, also zentrale Kräfte

06:14.520 --> 06:18.160
vorliegen, dann kann man den Trallsatz aus dem Impulssatz herleiten.

06:19.240 --> 06:22.960
Wenn wir das nicht so ohne weiteres sagen können, dann wird plötzlich

06:22.960 --> 06:25.060
der Trallsatz ein eigenständiges Axiom.

06:27.580 --> 06:30.660
Und der nächste Schritt war dann, na gut, wir betrachten jetzt einen

06:30.660 --> 06:36.600
starren Körper, aber nicht in einer allgemeinen Bewegung, sondern in

06:36.600 --> 06:37.660
einer ebenen Bewegung.

06:37.960 --> 06:39.620
Also ich habe hier mal einen Körper mitgebracht.

06:40.220 --> 06:46.260
Wenn der sich irgendwie bewegt, dass die einzelnen Körperpunkte sich

06:46.260 --> 06:49.240
in Ebenen bewegen, die parallel sind, dann spricht man von einer

06:49.240 --> 06:50.120
ebenen Bewegung.

06:50.460 --> 06:54.760
Ganz klar, man hat einen Bezugspunkt auf den Körper, sehr oft ist das

06:54.760 --> 06:58.920
der Schwerpunkt, dessen Lage wird durch zwei Koordinaten beschrieben,

06:59.320 --> 07:02.980
die Orientierung des Körpers wird durch eine Koordinate beschrieben,

07:03.440 --> 07:06.560
meinetwegen den Verdrehwinkel, und die Winkelgeschwindigkeit, und das

07:06.560 --> 07:10.340
macht das Ganze sehr einfach, ist einfach ein Vektor, der senkrecht

07:10.340 --> 07:11.820
auf der Bewegungsebene steht.

07:14.880 --> 07:18.000
Und dann hat man ein paar Sonderfälle in reiner Translation, also was

07:18.000 --> 07:21.340
weiß ich, heißt einfach, dass der Körper sich nicht bewegt.

07:22.240 --> 07:25.800
Dann gab es eine Rotation um eine raumfeste Achse, was weiß ich, wenn

07:25.800 --> 07:29.320
eine Turbine im Turbinenhaus steht und Strom liefern soll, dann dreht

07:29.320 --> 07:32.200
die sich um eine raumfeste Achse, das war so ein Sonderfall.

07:32.920 --> 07:37.500
Oder eben die allgemeine, ebene Bewegung, bei der allgemeinen

07:37.500 --> 07:45.360
Bewegung, da haben wir gesehen, wichtig ist beim Impulssatz, F gleich

07:45.360 --> 07:51.780
M mal A, aber jetzt nicht einfach A, warum?

07:52.540 --> 07:57.000
Die Beschleunigung eines Punktes auf dem Körper ist verschieden, je

07:57.000 --> 07:58.420
nachdem, welchen Punkt ich betrachte.

07:59.000 --> 08:01.460
Das heißt, dort müssen wir wirklich angeben, die Beschleunigung

08:01.460 --> 08:03.120
welchen Punktes, und das war der Schwerpunkt.

08:04.040 --> 08:07.460
F gleich M mal AS, also Beschleunigung des Schwerpunktes.

08:08.100 --> 08:12.140
Und wir haben gesehen, für den Trallsatz gibt es jetzt noch eine

08:12.140 --> 08:19.820
Bilanz, nämlich die Summe aller Momente der Kräfte bezüglich der

08:19.820 --> 08:28.600
vertikalen Achse entspricht dem Massenträgheitsmoment mal der

08:28.600 --> 08:29.380
Winkelbeschleunigung.

08:29.520 --> 08:32.680
Und zwar beziehen wir uns bei einer allgemeinen Bewegung immer

08:32.680 --> 08:36.520
zunächst mal auf den Schwerpunkt, man kann es auch noch ein bisschen

08:36.520 --> 08:40.340
anders machen, oder wenn wir einen raumfesten Drehpunkt haben, dann

08:40.340 --> 08:43.600
könnten wir uns auch auf den raumfesten Drehpunkt beziehen, müssen

08:43.600 --> 08:46.840
dann aber auch das Massenträgheitsmoment entsprechend bezüglich einer

08:46.840 --> 08:48.780
Achse durch diesen Punkt wählen.

08:50.260 --> 08:54.580
Bei der kinetischen Energie war es dann auch relativ einfach, da wird

08:54.580 --> 08:59.140
wichtig, ein halbes Mal Masse mal wiederum Geschwindigkeit des

08:59.140 --> 09:03.300
Schwerpunktes, also ganz wichtig, des Schwerpunktes zum Quadrat, plus

09:03.300 --> 09:09.020
als weiteren Anteil ein Halb Massenträgheitsmoment bezüglich des

09:09.020 --> 09:13.460
Schwerpunktes mal Omega-Quadrat und Omega war die

09:13.460 --> 09:17.220
Winkelgeschwindigkeit, mit der sich der Körper dreht, also Vieh-Punkt

09:17.220 --> 09:17.700
-Quadrat.

09:19.440 --> 09:22.780
Was wir jetzt dann machen, ist eine allgemeinräumliche Bewegung.

09:23.420 --> 09:25.940
Da wird das Ganze ein bisschen komplizierter, das sehen wir dann.

09:27.080 --> 09:29.160
Dann ist es nicht mehr ganz so einfach.

09:29.940 --> 09:33.880
Aber wie gesagt, hier habe ich nochmal ein Beispiel dabei, auch das,

09:34.560 --> 09:35.440
ebene Bewegung.

09:36.020 --> 09:41.440
Wir haben zwei Körper, einer der rotiert um die raumfeste Achse und

09:41.440 --> 09:44.920
der andere, der macht eine allgemein ebene Bewegung, der hat jetzt

09:44.920 --> 09:47.000
keine spezielle Achse, um die er dreht.

09:47.800 --> 09:50.520
Man kann zwar zu jedem Zeitpunkt vielleicht einen Momentanpol

09:50.520 --> 09:53.300
definieren, aber Sie wissen, der Momentanpol, der ändert sich ständig.

09:54.580 --> 09:59.700
Und obwohl dieses System nur zwei Freiheitsgrade hat, macht es doch

09:59.700 --> 10:01.260
manchmal recht lustige Bewegungen.

10:13.730 --> 10:17.590
Kommen wir damit jetzt zu

10:21.450 --> 10:24.610
Systemen von starren Körpern.

10:43.040 --> 10:47.600
Und zwar jetzt auch für eine allgemeinräumliche Bewegung.

11:14.670 --> 11:19.070
Und bei einer allgemeinräumlichen Bewegung haben wir die

11:19.070 --> 11:23.310
Schwierigkeit, bei der ebenen Bewegung, da genügt zur Beschreibung der

11:23.310 --> 11:28.310
Orientierung des Körpers ein Verdrehwinkel, nämlich ein Verdrehwinkel

11:28.310 --> 11:29.510
um die vertikale Achse.

11:30.850 --> 11:34.070
Wenn wir jetzt plötzlich den Körper ganz allgemein sich bewegen

11:34.070 --> 11:40.390
lassen, dann müssen wir uns überlegen, wie können wir eigentlich diese

11:40.390 --> 11:42.250
Orientierung ganz allgemein beschreiben.

11:43.190 --> 11:46.330
Deshalb zunächst mal wieder zurückgehend auf den Einzelkörper.

11:49.730 --> 12:04.340
Also P1, allgemeinräumliche Bewegung eines Einzelkörpers.

12:11.240 --> 12:13.680
Und dazu zunächst mal die entsprechende Kinematik.

12:32.710 --> 12:37.770
Nun, wenn wir wieder dran denken, schon bei der ebenen Bewegung haben

12:37.770 --> 12:38.690
wir das immer so gemacht.

12:39.690 --> 12:45.210
Wir beschreiben die Lage eines Bezugspunktes auf dem Körper.

12:45.610 --> 12:47.950
Das kann zum Beispiel der Schwerpunkt sein, das könnte aber auch ein

12:47.950 --> 12:48.750
anderer Punkt sein.

12:50.470 --> 12:53.630
Und zur Beschreibung dieses Punktes braucht man natürlich drei

12:53.630 --> 12:54.250
Koordinaten.

12:55.730 --> 13:00.190
Da ändert sich im Grunde genommen gegenüber der ebenen Bewegung nicht

13:00.190 --> 13:03.690
sehr viel, nur dass der Bezugspunkt jetzt noch eine dritte Koordinate

13:03.690 --> 13:04.070
kriegt.

13:04.470 --> 13:05.830
Das kann also auch irgendwie abheben.

13:07.470 --> 13:14.130
Deshalb, was besonders schwierig ist, ist die Orientierung und dazu

13:14.130 --> 13:19.270
brauchen wir eben die Grundlagen der räumlichen Drehung.

13:37.540 --> 13:38.360
Wie können wir das machen?

13:42.580 --> 13:46.880
Und wenn wir mal annehmen, unser Hörsaal hier ist das Inertialsystem,

13:47.980 --> 13:52.180
dann wissen wir, wir können das Inertialsystem, oder wir können

13:52.180 --> 13:55.680
Vektoren im Inertialsystem darstellen, indem wir im Inertialsystem

13:55.680 --> 13:57.520
drei feste Einheitsvektoren wählen.

13:58.560 --> 14:02.120
Die nehmen wir am besten orthonormal, das heißt, die sind jeweils

14:02.120 --> 14:07.500
senkrecht aufeinander, orthogonal und die sind normiert, sodass jeder

14:07.500 --> 14:09.240
Einheitsvektor die Länge 1 hat.

14:11.280 --> 14:12.580
Und die machen wir irgendwo fest.

14:15.260 --> 14:20.140
Jetzt habe ich leider nur eine rechte Hand und leider nur dann als

14:20.140 --> 14:21.320
weitere Hand eine linke Hand.

14:21.560 --> 14:23.520
Deshalb wird es jetzt ein bisschen schwierig, das vorzuführen.

14:23.960 --> 14:27.500
Denken Sie sich diese drei Einheitsvektoren hier vom Inertialsystem.

14:28.000 --> 14:33.020
Und jetzt gehe ich her und mache drei andere Einheitsvektoren,

14:33.300 --> 14:36.200
ebenfalls orthonormiert, auf dem Körper fest.

14:37.720 --> 14:41.900
Und die Orientierung des Körpers, die kenne ich jetzt, wenn ich

14:41.900 --> 14:45.940
praktisch die Ausrichtung der Einheitsvektoren bezüglich der

14:45.940 --> 14:49.400
Einheitsvektoren des Inertialsystems kenne.

14:52.640 --> 14:58.620
Also haben wir als Ziel die

15:09.980 --> 15:13.280
Verdrehung eines

15:17.520 --> 15:18.860
orthogonalen Dreibeins,

15:32.920 --> 15:35.200
also fest mit dem Körper verbunden,

15:47.050 --> 15:51.250
gegenüber einem raumfesten Dreibein.

16:15.290 --> 16:27.860
Wir nehmen mal an, dass die Einheitsvektoren des raumfesten, ne, war

16:27.860 --> 16:36.200
mal raumfest, haben wir Einheitsvektoren I1, I2 und I3.

16:37.800 --> 16:40.020
Das erinnert so ein bisschen an ein Inertialsystem.

16:41.820 --> 16:43.600
Und wir haben jetzt auf dem Körper

16:47.560 --> 17:01.580
entsprechende Einheitsvektoren, wir nennen die mal E1, E2 und E3.

17:07.380 --> 17:10.760
Und jetzt gibt es mehrere Möglichkeiten, die Verdrehung zu

17:10.760 --> 17:11.220
beschreiben.

17:12.740 --> 17:18.040
Eine Möglichkeit besteht mit der Matrix der Richtungscosinus.

17:30.950 --> 17:31.950
Was steckt dahinter?

17:36.840 --> 17:42.220
Nun zunächst mal E1, E2, E3.

17:43.100 --> 17:46.380
Wie auch I1, I2, I3 sind jeweils eine Basis.

17:52.070 --> 17:57.710
Das heißt, ich kann jetzt eigentlich hergehen und kann z.B.

17:57.950 --> 18:21.530
den Einheitsvektor E1 darstellen als M11 mal I1 plus M12 mal I2 plus

18:21.530 --> 18:25.970
M13 mal I3.

18:28.830 --> 18:34.930
Na gut, wir wissen die Quadrate von M11, M12 und M13 aufsummiert, das

18:34.930 --> 18:39.190
müsste eigentlich gerade wieder 1 ergeben, weil ja E1 die Länge 1 hat.

18:39.810 --> 18:48.890
Also E1 dargestellt über die Basis I1 bis I3.

18:49.910 --> 18:52.270
Das gleiche können wir machen für E2 bzw.

18:52.570 --> 18:53.070
E3.

18:53.890 --> 18:57.710
Das heißt, ich kann jetzt das 1 durch 2 ersetzen.

18:59.170 --> 19:03.250
Ich kann aber auch hergehen und kann das so schreiben.

19:04.370 --> 19:19.950
EK ist dann MK1 mal I1 plus MK2 mal I2 plus MK3 mal I3.

19:19.950 --> 19:22.090
Das entspricht also 3 Gleichungen.

19:41.060 --> 19:47.320
Nun solche Summationen kann man oft ein bisschen einfacher darstellen,

19:47.660 --> 19:51.280
wenn man so eine Summationskonvention einführt, das nämlich über

19:51.280 --> 19:53.780
gleiche Indizes aufsummiert wird.

19:53.780 --> 20:02.760
Wie man sieht, hier wird über MK1 I1 MK2 I2 aufsummiert, also könnte

20:02.760 --> 20:13.100
ich auch schreiben EK gleich MKL mal IL.

20:13.860 --> 20:17.700
Das bedeutet, ich summiere über L.

20:17.900 --> 20:19.100
L geht von 1 bis 3.

20:19.830 --> 20:20.900
Sagt das gleiche aus.

20:26.390 --> 20:32.310
Also einsteinische Summationskonvention.

20:41.080 --> 20:46.680
Und die Frage ist jetzt, wie bekommen wir eigentlich das MKL, wie

20:46.680 --> 20:47.680
können wir das ausrechnen?

20:48.680 --> 20:50.540
Ganz einfach.

20:52.540 --> 21:04.760
Wenn wir die Gleichung für EK mit IL multiplizieren, das heißt EK

21:04.760 --> 21:07.940
skalarmultipliziert mit IL.

21:09.600 --> 21:11.000
Was ergibt das?

21:11.660 --> 21:17.420
Das gibt MK1 I1 skalarmultipliziert mit IL.

21:20.720 --> 21:24.840
I1 skalarmultipliziert mit IL, das ist 1, wenn L gerade 1 ist, das ist

21:24.840 --> 21:25.580
aber 0 sonst.

21:27.900 --> 21:40.100
Plus MK2 mal I2 skalarmultipliziert mit IL gibt 0, wenn L von 2

21:40.100 --> 21:49.300
verschieden ist und gibt 1 mal MK2, wenn L gleich 2 ist.

21:49.300 --> 21:55.100
Also letztendlich gibt das gerade MKL.

22:03.990 --> 22:04.670
Das heißt,

22:07.690 --> 22:11.990
wenn wir MKL, K geht von 1 bis 3, L von 1 bis 3 können wir darstellen

22:11.990 --> 22:14.570
in einer Matrix, 3 mal 3.

22:16.750 --> 22:22.630
Und das MKL, das Element MKL, das wird gebildet aus dem Skalarprodukt

22:22.630 --> 22:24.850
von EK mit IL.

22:25.990 --> 22:31.490
Das Skalarprodukt von zwei Vektoren, das bilden wir aber über Betrag

22:31.490 --> 22:37.250
des einen Vektors mal Betrag des anderen Vektors mal Kosinus des

22:37.250 --> 22:38.810
eingeschlossenen Winkels.

22:38.810 --> 22:42.530
Nun, es sind beides Einheitsvektoren, also die Beträge sind 1, bleibt

22:42.530 --> 22:50.170
noch übrig gleich Kosinus des Winkels, der gebildet wird zwischen EK

22:50.170 --> 22:54.860
und IL.

22:54.860 --> 22:57.460
Das

23:02.380 --> 23:20.280
heißt, MKL als Matrix ist dann gerade M11, M12, M13, M21, M22, M23,

23:21.820 --> 23:29.420
M31, M32 und M33.

23:30.980 --> 23:37.140
Wobei jeweils der Kosinus des Winkels drin steht zwischen den

23:37.140 --> 23:38.620
entsprechenden Einheitsvektoren.

23:42.060 --> 23:43.420
Ist die Matrix symmetrisch?

23:58.530 --> 24:00.730
Er sagt, die Matrix ist symmetrisch.

24:01.750 --> 24:03.590
Wer meint, dass die Matrix symmetrisch ist?

24:06.570 --> 24:09.330
Wer meint, dass die Matrix nicht symmetrisch ist?

24:10.290 --> 24:13.970
Das ist die deutliche Minderheit, die deutliche Mehrheit ist

24:13.970 --> 24:14.530
Nichtwähler.

24:16.150 --> 24:21.410
Und Sie sehen wieder, Demokratie ist die schlechteste aller

24:21.410 --> 24:25.570
Staatsformen, ausgenommen aller anderen.

24:28.450 --> 24:30.450
Also, die Demokratie hat versagt.

24:32.830 --> 24:33.590
Warum?

24:34.590 --> 24:36.050
Machen wir ein Beispiel.

24:38.990 --> 24:48.030
M12 ist E1 mal I2.

24:50.110 --> 24:56.410
M21 ist E2, skalar multipliziert mit I1.

24:57.590 --> 25:01.430
Und die beiden Skalarprodukte sind im Allgemeinen eben verschieden.

25:01.730 --> 25:03.570
Also die Matrix ist nicht symmetrisch.

25:07.850 --> 25:12.610
Aber die Elemente, das sind ja insgesamt neun Stück, die sind auch

25:12.610 --> 25:14.130
nicht unabhängig voneinander.

25:14.290 --> 25:14.430
Warum?

25:16.710 --> 25:20.550
Meine Eks, die müssen ja noch Bedingungen erfüllen.

25:20.630 --> 25:23.590
Wir haben gesagt, Eks sind Einheitsvektoren.

25:24.330 --> 25:28.670
Das heißt, E1, skalar mit E1 multipliziert, muss 1 ergeben.

25:28.770 --> 25:29.670
Das ist eine Bedingung.

25:31.130 --> 25:34.970
E2 mit E2 multipliziert, muss 1 ergeben.

25:35.610 --> 25:36.410
Eine zweite Bedingung.

25:37.190 --> 25:39.390
E3 mit E3 muss 1 ergeben.

25:40.050 --> 25:40.930
Eine dritte Bedingung.

25:41.750 --> 25:42.970
Und wir haben gesagt, die sind orthonormiert.

25:43.830 --> 25:47.610
Also E1 mit E2 muss 0 ergeben.

25:47.810 --> 25:48.590
Eine vierte Bedingung.

25:49.370 --> 25:51.030
E1 mit E3 muss 0 ergeben.

25:51.130 --> 25:51.970
Eine fünfte Bedingung.

25:52.390 --> 25:54.990
Und die sechste Bedingung ist E2 mit E3.

25:57.070 --> 26:00.650
Nun, E2 mit E1, das hatten wir schon, das ist keine neue Bedingung.

26:01.150 --> 26:06.570
Also wir haben insgesamt sechs Zwangsbedingungen, welche diese

26:06.570 --> 26:08.050
Elemente noch erfüllen müssen.

26:15.880 --> 26:20.300
Also zusätzlich sechs Bedingungen,

26:28.040 --> 26:35.840
welche die MKL erfüllen müssen.

26:46.960 --> 26:52.120
Nämlich E1 mit E1 gleich 1.

26:53.040 --> 26:57.700
E2 mit E2 multipliziert gleich 1.

26:58.440 --> 27:03.420
E3 mit E3 multipliziert gleich 1.

27:04.280 --> 27:05.280
Das waren die ersten drei.

27:06.800 --> 27:12.380
Und eben E1 mit E2 gleich 0.

27:14.020 --> 27:17.440
E1 mit E3 gleich 0.

27:18.680 --> 27:22.160
E2 mit E3 gleich 0.

27:22.240 --> 27:26.820
Man sieht, E2 mit E1 ist dasselbe wie E1 mit E2 multipliziert skalar.

27:27.280 --> 27:28.280
Das bringt also nichts Neues.

27:28.380 --> 27:32.480
Insgesamt sechs Bedingungen für neun Matrix-Elemente.

27:32.580 --> 27:35.760
Das heißt, im Grunde genommen können wir lediglich über drei Elemente

27:35.760 --> 27:36.400
frei verfügen.

27:37.540 --> 27:42.300
Nicht ganz frei, aber drei kann man irgendwo vorgeben.

27:42.680 --> 27:43.660
Also,

27:55.290 --> 28:06.870
wir haben jetzt insgesamt nur 9 minus 6 gleich 3 unabhängige

28:06.870 --> 28:07.410
Parameter.

28:19.530 --> 28:25.430
Das heißt, die Orientierung können wir mit drei Parametern oder drei

28:25.430 --> 28:27.530
Koordinaten bestimmen.

28:28.650 --> 28:33.850
Jetzt ist die Frage, wie können wir das machen?

28:40.760 --> 28:44.600
Nehmen wir zunächst mal Euler-Winkel.

28:52.180 --> 28:53.120
Was steckt dahinter?

29:00.650 --> 29:04.710
Ich habe hier den Körper.

29:08.350 --> 29:13.470
Und den richte ich jetzt mal so aus, dass die Einheitsvektoren, die

29:13.470 --> 29:16.990
körperfest sind, die gleiche Orientierung haben wie die

29:16.990 --> 29:19.770
Einheitsvektoren des Inertialsystems.

29:19.890 --> 29:22.130
Also einmal so, einmal so.

29:24.330 --> 29:34.330
Und jetzt führe ich drei hintereinander geschaltete Drehungen durch

29:34.330 --> 29:37.590
und da habe ich verschiedene Möglichkeiten.

29:38.510 --> 29:43.970
Im deutschen Sprachgebrauch Euler-Winkel heißt, ich drehe zunächst mal

29:43.970 --> 29:45.970
um die Dreiachse.

29:45.970 --> 29:47.270
Die Dreiachse ist die hier.

29:48.790 --> 29:52.010
Also die Achse in Richtung des Einheitsvektors I3.

29:54.750 --> 29:59.410
Dann drehe ich um die neue Einsachse.

29:59.450 --> 30:02.130
Die neue Einsachse zeigt jetzt nicht mehr senkrecht, sondern ein

30:02.130 --> 30:04.110
bisschen verdreht um den Winkel.

30:05.750 --> 30:08.390
Und dann wiederum um die neue Dreiachse.

30:09.870 --> 30:13.550
Also die drei Winkel, die ich jetzt angegeben habe, die führen genau

30:13.550 --> 30:15.130
zu der Orientierung, wie sie jetzt ist.

30:15.970 --> 30:18.550
Die Schwierigkeit ist natürlich, wenn ich eine allgemeine Orientierung

30:18.550 --> 30:22.110
habe, wie groß müssen dann die Verdrehwinkel sein, die einzelnen.

30:22.530 --> 30:24.870
Das ist noch ein bisschen ein Problem, das behandeln wir auch nicht,

30:25.430 --> 30:27.470
das müsste man dann rückwärts rechnen.

30:28.130 --> 30:31.570
Geht nicht ganz so einfach, aber kann man natürlich auch machen.

30:32.990 --> 30:37.810
Also, lange Rede, kurzer Sinn, wir führen drei Verdrehwinkel ein um

30:37.810 --> 30:39.910
verschiedene Achsen.

30:41.990 --> 30:44.730
Es wird relativ schnell deutlich, da gibt es auch andere

30:44.730 --> 30:45.020
Möglichkeiten.

30:47.010 --> 30:48.730
Deutscher Sprachgebrauch, Kardanwinkel.

30:49.450 --> 30:53.410
Bei Kardanwinkel, da drehe ich, wie das vielleicht der Student oder

30:53.410 --> 31:00.390
die Studentin machen würde, zunächst mal um die Einsachse, dann um die

31:00.390 --> 31:04.470
Zweiachse und zum Schluss um die neue Dreiachse.

31:05.810 --> 31:08.450
Aber, wie gesagt, es gibt verschiedene Möglichkeiten.

31:08.950 --> 31:12.550
Ich kann auch hergehen, zunächst mal um die Zweiachse drehen, dann um

31:12.550 --> 31:16.070
die Dreiachse und dann um die Einsachse.

31:16.730 --> 31:19.590
Oder, wie viele Möglichkeiten gibt es?

31:26.310 --> 31:31.410
Nun, ich kann zunächst mal um die Einsachse drehen.

31:31.410 --> 31:38.470
Wenn ich um die Einsachse gedreht habe, dann kann ich entweder um die

31:38.470 --> 31:42.690
Zweiachse drehen oder um die Dreiachse.

31:42.710 --> 31:45.590
Wenn ich wieder um die Einsachse drehe, dann bringt es nichts Neues.

31:46.450 --> 31:48.970
Also, zweimal um die gleiche Achse drehen bringt nichts.

31:50.090 --> 31:56.670
Jetzt habe ich eins, zwei, eins, drei und jetzt sieht man, als letzte

31:56.670 --> 32:01.030
Drehung bringt es nichts, wenn ich wiederum um die Zweiachse drehe,

32:01.350 --> 32:04.410
sondern in dem Fall müsste ich um die Einsachse oder um die Dreiachse

32:04.410 --> 32:04.770
drehen.

32:04.950 --> 32:07.590
Also, es gibt noch die eins oder eins, zwei, drei.

32:08.470 --> 32:11.390
Und in dem Fall darf ich natürlich als dritte Drehung nicht die

32:11.390 --> 32:18.930
Dreiachse nehmen, sondern entweder die Einsachse oder die Zweiachse.

32:19.770 --> 32:22.430
Und das Gleiche kann ich jetzt machen, wenn ich nicht mit der

32:22.430 --> 32:24.910
Einsachse anfange, sondern mit der Zweiachse.

32:25.670 --> 32:28.490
Das Gleiche kann ich machen, wenn ich mit der Dreiachse zunächst

32:28.490 --> 32:28.870
anfange.

32:29.030 --> 32:32.270
Also insgesamt gibt es zwölf verschiedene Möglichkeiten, derartige

32:32.270 --> 32:39.880
Winkel einzuführen.

32:44.630 --> 32:54.590
Die Winkel, die sich dann ergeben für die einzelnen Drehungen, die

32:54.590 --> 32:58.410
hängen natürlich davon ab, welche Reihenfolge man wählt.

32:59.290 --> 33:01.250
Und da sind wir bei einem anderen Problem.

33:02.150 --> 33:05.330
Wir haben sehr oft irgendwelche Dinge, die Vektoreigenschaft haben.

33:06.290 --> 33:10.910
Bei der Winkelgeschwindigkeit von einem Bezugssystem, da haben wir

33:10.910 --> 33:12.650
schon das als Vektor formuliert.

33:13.770 --> 33:18.770
Wie sieht denn das aus, wenn wir endliche Drehungen haben?

33:22.200 --> 33:23.840
Nun probieren wir das mal aus.

33:23.840 --> 33:27.860
Wenn endliche Drehungen Vektoreigenschaft haben, dann ist die

33:27.860 --> 33:29.740
Reihenfolge der Drehung eigentlich egal.

33:33.880 --> 33:35.400
Ich fange jetzt einfach mal an.

33:39.900 --> 33:42.080
Die Studenten vorne, die helfen mir ein bisschen, die

33:42.080 --> 33:45.260
Ausgangsorientierung ist zu ihnen hingerichtet, die brauchen wir

33:45.260 --> 33:45.740
später wieder.

33:47.020 --> 33:56.360
Ich drehe jetzt mal 90° um die 1-Achse, 90° um die 2-Achse und 90° um

33:56.360 --> 33:57.020
die 3-Achse.

33:57.780 --> 33:59.160
Das zeigt jetzt glaube ich so zu Ihnen.

34:01.480 --> 34:02.020
Sie merken es.

34:02.880 --> 34:04.400
Das war unsere Ausgangslage.

34:05.280 --> 34:15.560
Jetzt drehe ich zunächst mal 90° um die 2-Achse, dann drehe ich 90° um

34:15.560 --> 34:21.360
die 3-Achse und jetzt 90° um die 1-Achse.

34:21.500 --> 34:23.720
Jetzt kriege ich eine andere Orientierung, also da muss ich vorsichtig

34:23.720 --> 34:24.040
sein.

34:24.760 --> 34:26.700
Endliche Drehungen haben keine Vektoreigenschaft.

34:30.140 --> 34:33.400
Infinitesimal kleine Verdrehwinkel, wenn ich die hintereinander

34:33.400 --> 34:35.600
schalte, die haben dann wieder Vektoreigenschaft.

34:36.340 --> 34:40.860
Also wenn man von virtuellen Verdrehungen sprechen würde.

34:41.680 --> 34:44.580
Sie kennen schon den Begriff virtuelle Arbeit, virtuelle Verrückungen

34:44.580 --> 34:45.000
usw.

34:45.820 --> 34:46.620
aus der Statik.

34:48.560 --> 34:52.840
Für sehr kleine Größen haben auch die Winkelverdrehungen dann

34:52.840 --> 34:54.920
letztendlich Vektoreigenschaften, deshalb auch die

34:54.920 --> 34:55.900
Winkelgeschwindigkeit.

34:55.900 --> 35:00.120
Die allgemeine, die nicht nur eine bestimmte Richtung hat, auch die

35:00.120 --> 35:02.180
haben dann letztendlich Vektoreigenschaften.

35:03.700 --> 35:10.680
Kommen wir aber zurück zu unseren Drehungen.

35:12.620 --> 35:16.800
Wir haben gesagt, wir drehen zunächst um die 3-Achse, dann um die neue

35:16.800 --> 35:20.260
1 -Achse und zum Schluss wieder um die neue 3-Achse.

35:20.260 --> 35:23.940
Jetzt wird es ein bisschen kompliziert, das darzustellen.

35:28.270 --> 35:38.750
Nun, da wir jeweils Verdrehungen haben um Achsen, die praktisch neue

35:38.750 --> 35:41.990
und alte Achse eine gemeinsam haben, nennt man das Elementardrehungen.

35:41.990 --> 35:49.290
Also die erste Elementardrehung, die

35:57.090 --> 36:08.380
erfolgt dann um den Winkel Psi und wir haben gesagt um die 3-Achse,

36:09.640 --> 36:15.990
also um die E-3-Achse.

37:13.440 --> 37:16.040
Jetzt wollte ich natürlich vermeiden, dass die Leinwand runter geht.

38:07.720 --> 38:08.860
So, was haben wir hier?

38:18.260 --> 38:22.580
Seht irgendjemand den

38:27.210 --> 38:27.830
Zeigestock?

38:28.910 --> 38:31.730
Wir haben zunächst mal, um das zu verdeutlichen, mal hier ein bisschen

38:31.730 --> 38:38.430
angedeutet, wir haben das Ausgangssystem mit den Einheitsvektoren I1,

38:38.490 --> 38:39.450
I2, I3.

38:39.950 --> 38:43.050
Um das so ein bisschen zu verdeutlichen, so eine Art Pyramide als

38:43.050 --> 38:44.930
Körper, dass man sieht, wie das Ganze dreht.

38:44.930 --> 38:49.350
Jetzt kommt also als nächstes so

38:52.640 --> 38:56.120
eine Drehung um die 3-Achse, um den Winkel Psi.

38:57.900 --> 39:01.760
Bitte stören Sie sich nicht daran, dass an der Stelle anstatt

39:01.760 --> 39:06.400
Einheitsvektor irgendwas mit E jetzt ein Einheitsvektor K' auftritt.

39:06.860 --> 39:11.280
Also K1', K2' und K3'.

39:11.280 --> 39:14.780
Das sind die Einheitsvektoren des gedrehten Systems und zwar des

39:14.780 --> 39:17.300
Systems, was um Psi verdreht ist.

39:18.200 --> 39:24.100
Man sieht K3' gleich I3, also bei uns wäre das E3' gleich I3.

39:32.190 --> 39:35.790
Also E3' gleich I3.

39:37.130 --> 39:43.410
Und dann sehen wir, E1' hat eine Komponente in Richtung von I1, die

39:43.410 --> 39:49.850
Länge von E1' ist gerade 1, also haben wir da eine Länge von Cosinus

39:49.850 --> 39:50.170
Psi.

39:52.110 --> 40:01.610
Also E1' ist Cosinus Psi in Richtung von I1 plus, und wir sehen, der

40:01.610 --> 40:09.330
Einheitsvektor hat auch eine Komponente in Richtung von I2, also Sinus

40:09.330 --> 40:12.090
Psi mal I2.

40:12.090 --> 40:16.650
Und dann sehen wir, bei E2' bzw.

40:16.970 --> 40:19.370
auf dem Bild wäre das K2', da sehen wir, müssen wir ein bisschen

40:19.370 --> 40:25.470
aufpassen, der hat eine Komponente in Richtung von I2, Betrag Cosinus

40:25.470 --> 40:32.150
von Psi, aber eine Komponente in negative I1-Richtung, also minus

40:32.150 --> 40:43.510
Sinus Psi mal I1 plus Cosinus Psi mal I3.

40:43.510 --> 40:47.890
Das heißt, ich kann das Ganze darstellen in der Form,

40:53.460 --> 40:56.820
ich muss aufpassen, dass ich mit dem Skript konform bin,

41:02.560 --> 41:18.620
ich habe das mal EI' genannt, ist M I L Psi, also so eine Matrix hier

41:18.620 --> 41:25.460
mit Psi für die Verdrehung Psi um die Dreiachse, mal I L, wieder

41:25.460 --> 41:35.580
Summationskonvention, und die Matrix M I L Psi, da haben wir einfach

41:35.580 --> 41:46.420
stehen, nun bei E1 steht Cosinus Psi, Sinus Psi 0, bei E2' steht minus

41:46.420 --> 41:54.980
Sinus Psi, Cosinus Psi 0 und bei E3' steht entsprechend 001.

41:58.220 --> 42:00.320
Das wäre die erste Elementardrehung.

42:02.040 --> 42:06.360
Als nächstes kommt die zweite Elementardrehung.

42:10.460 --> 42:14.640
Man sieht, das was hier oben ist, die schwarze Pyramide, das ist jetzt

42:14.640 --> 42:16.380
hier unten die grüne Pyramide.

42:16.380 --> 42:24.220
Als nächstes wird um die neue 1-Achse gedreht, das heißt, der neue 1

42:24.220 --> 42:32.820
-Vektor ist der alte 1-Vektor, aber E2' wird zu E22 gestrichen, E3'

42:33.120 --> 42:35.280
wird zu E32 gestrichen.

42:35.280 --> 42:38.940
Den Verdrehwinkel bei dieser Drehung nennen wir mal Theta.

42:49.520 --> 42:52.180
Dann haben wir also die zweite Elementardrehung,

43:05.010 --> 43:14.810
den Winkel Theta, um die E1' gleich E12'-Achse.

43:18.480 --> 43:27.720
Jetzt sehen wir die EJ2'-Einheitsvektoren.

43:28.240 --> 43:34.140
Die kann ich wieder darstellen über die Einheitsvektoren E1', E2', E3'

43:34.360 --> 43:34.800
usw.

43:35.600 --> 43:44.740
Ganz analog in der Form MJI, wir schreiben noch ein Theta dazu, um

43:44.740 --> 43:49.100
kenntlich zu machen, dass das die Matrix ist, für die Drehung um den

43:49.100 --> 44:04.660
Winkel Theta mal EI' EI' und das MJI Theta als Matrix, da sieht man,

44:06.140 --> 44:13.440
E1' gleich E1', führt sofort zu 1 0 0.

44:16.830 --> 44:24.130
Man sieht, E22', das entspricht hier dem K22', hat eine Komponente in

44:24.130 --> 44:33.210
Richtung von E2' und eine Komponente in Richtung positives E3' oder

44:33.210 --> 44:34.410
K3'.

44:37.230 --> 44:45.030
Also haben wir 0 in Richtung von E2', haben wir gerade Kosinus, Theta

44:45.030 --> 44:48.410
in Richtung von E3', haben wir Sinus-Theta.

44:50.170 --> 44:56.610
Und beim neuen E3'-Einheitsvektor, da sieht man, der hat eine

44:56.610 --> 45:03.730
Komponente in positive E3'-Richtung, aber in negative E2'-Richtung,

45:04.450 --> 45:06.630
jeweils Anteil Kosinus-Theta bzw.

45:06.850 --> 45:07.710
Sinus-Theta.

45:07.710 --> 45:18.750
Und dementsprechend 0, Minus-Sinus-Theta, Kosinus-Theta und was da

45:18.750 --> 45:19.250
noch fehlt,

45:26.160 --> 45:29.360
das ist die letzte Elementardrehung.

45:30.220 --> 45:34.920
Dann haben wir wieder eine Verdrehung um die neue 3-Achse, also um

45:34.920 --> 45:36.800
diese Achse, um diese gemeinsame.

45:37.800 --> 45:45.420
Man sieht, aus dem Vektor E1' wird dann letztendlich der Vektor E1,

45:45.460 --> 45:48.280
den wir eigentlich suchen, also in der endgültigen Lage.

45:49.000 --> 45:54.500
Und aus dem Vektor E2' wird der Einheitsvektor E2.

45:55.500 --> 45:59.680
Also, dritte Elementardrehung,

46:14.740 --> 46:28.860
da haben wir jetzt um den Winkel Phi, um die E3' gleich E3'-Achse.

46:31.160 --> 46:53.340
Dementsprechend gilt jetzt E-K gleich M-K-J-Phi mal E-J' wieder

46:53.340 --> 46:55.220
aufsummiert eben über J.

46:59.970 --> 47:11.270
Und in dem Fall haben wir eben die Matrix M-K-J-Phi und die haben wir

47:11.270 --> 47:12.950
im Grunde genommen schon mal dastehen gehabt.

47:13.070 --> 47:15.710
Das ist dasselbe wie die erste Elementardrehung, wir drehen ja um die

47:15.710 --> 47:16.290
3 -Achse.

47:16.970 --> 47:19.930
Lediglich, dass wir jetzt den Winkel Psi von der ersten

47:19.930 --> 47:24.550
Elementardrehung ersetzen müssen durch den Winkel Phi bei dieser

47:24.550 --> 47:24.970
Drehung.

47:24.970 --> 47:36.410
Also wir erhalten Kosinus-Phi, Sinus-Phi, 0, Minus-Sinus-Phi, Kosinus

47:36.410 --> 47:41.270
-Phi, 0 und 0, 0, 1.

48:22.160 --> 48:24.460
So, wie müssen wir jetzt vorgehen?

48:27.810 --> 48:32.910
Wir wollen den Zusammenhang zwischen den Einheitsvektoren E-K in der

48:32.910 --> 48:40.610
finalen Position mit den Einheitsvektoren I-L.

48:41.650 --> 48:48.090
Das heißt, was wir im Grunde genommen wissen wollen, ist der

48:58.960 --> 48:59.780
Zusammenhang.

49:00.960 --> 49:02.080
Wie sieht es aus?

49:02.620 --> 49:14.600
E-K gleich M-K-L I-L und eben um diese Drehmatrix zu kennzeichnen,

49:14.660 --> 49:18.340
sagen wir, das ist die Drehmatrix für Euler-Winkel.

49:21.940 --> 49:29.940
Wenn wir sehen, zunächst haben wir E-K über die E-J-Zweigestrichen

49:29.940 --> 49:30.400
dargestellt.

49:30.520 --> 49:33.840
Was wir jetzt machen müssen ist, wir müssen die E-J-Zweigestrichen

49:33.840 --> 49:37.040
über die entsprechende Gleichung hier darstellen.

49:37.940 --> 49:41.740
Dann haben wir die Einheitsvektoren E-I-Strich drin stehen, müssen die

49:41.740 --> 49:44.880
noch ersetzen durch den oberen Zusammenhang.

49:45.280 --> 50:09.330
Das heißt, jetzt ergibt sich M-K-L-E gleich M-K-J-Phi M-J-I-Theta M-I

50:09.330 --> 50:11.230
-L -Psi.

50:11.890 --> 50:15.390
Wie gesagt, wir müssten dann immer über gleiche Indizes aufsummieren.

50:17.910 --> 50:22.110
Das können wir natürlich anschaulicher machen, wenn wir das über die

50:22.110 --> 50:22.850
Matrizen machen.

50:23.430 --> 50:23.610
Warum?

50:24.770 --> 50:37.670
Die Matrix M-K-L-E, die ergibt sich einfach über das Matrizenprodukt M

50:37.670 --> 50:41.010
-K -J-Phi als Matrix.

50:42.150 --> 50:53.330
Multipliziert mit M-J-I-Theta als Matrix, multipliziert mit M-I-L-Psi

50:53.330 --> 50:55.350
ebenfalls als Matrix.

50:59.750 --> 51:01.270
Was erhalten wir dann?

51:03.710 --> 51:08.490
Und diese Matrix, die sich dann ergibt, wie gesagt, hier im Falle von

51:08.490 --> 51:09.110
Euler -Winkel.

51:11.070 --> 51:12.950
Die sieht gar nicht mehr so einfach aus.

51:13.510 --> 51:14.910
Ich versuche, die mal anzugeben.

51:19.500 --> 51:34.620
Wir haben M-K-L-E als Matrix, ist dann Kosinus-Psi, Kosinus-Phi, Minus

51:34.620 --> 51:39.460
-Sinus -Psi, Kosinus-Theta,

51:42.620 --> 51:43.660
Sinus -Phi.

51:44.380 --> 51:45.960
Das ist das erste Element.

51:46.880 --> 51:48.180
Jetzt kommt das zweite Element.

51:48.740 --> 52:02.980
Sinus-Psi, Kosinus-Phi, Plus-Kosinus-Psi, Kosinus-Theta, Sinus-Phi.

52:04.200 --> 52:08.460
Und das letzte Element, Sinus-Theta, Sinus-Phi.

52:13.420 --> 52:26.200
Dann haben wir Minus-Kosinus-Psi, Sinus-Phi, Minus-Sinus-Psi, Kosinus

52:26.200 --> 52:36.620
-Theta, Kosinus-Phi, Minus-Sinus-Psi, Sinus-Phi.

52:39.060 --> 52:46.380
Plus-Kosinus-Psi, Kosinus-Theta, Kosinus-Phi.

52:47.920 --> 52:54.580
Und zum Schluss Sinus-Theta, Kosinus-Phi.

52:55.560 --> 52:57.800
Die letzte Zeile ist dann ein bisschen einfacher.

52:57.800 --> 52:59.320
Sinus-Psi, Sinus-Theta,

53:04.760 --> 53:06.580
dann Minus-Kosinus-Psi,

53:10.280 --> 53:15.240
Sinus -Theta und zum Schluss noch Kosinus-Theta.

53:19.340 --> 53:23.400
Und wie gesagt, die Matrix sieht relativ kompliziert aus.

53:24.220 --> 53:28.000
Sie gibt den Zusammenhang an zwischen den Einheitsvektoren, damit

53:28.000 --> 53:29.880
letztlich auch zwischen den Koordinaten.

53:31.680 --> 53:33.040
Deshalb Drehmatrix.

53:34.420 --> 53:36.960
Also wenn ich einen Vektor habe und stelle den dar über die

53:36.960 --> 53:40.160
Koordinaten, so wie Sie das oft gewohnt sind, dass ich die Koordinaten

53:40.160 --> 53:43.800
in die Matrix reinschreibe, dann ergeben sich die Koordinaten eben im

53:43.800 --> 53:46.220
anderen Bezugssystem, indem ich entsprechend mit einer Matrix

53:46.220 --> 53:46.960
multipliziere.

53:47.780 --> 53:51.500
So, die sieht wie gesagt relativ kompliziert aus.

53:51.500 --> 54:02.320
Ich gehe jetzt nochmal kurz zurück auf die Matrix, die wir hier haben.

54:03.180 --> 54:07.180
Nehmen wir einfach mal die Matrix MJI-Theta.

54:08.760 --> 54:11.600
Wie groß ist die Determinante von der Matrix?

54:20.840 --> 54:28.540
Und man sieht, es ist einmal Kosinus-Theta zum Quadrat, minus, minus

54:28.540 --> 54:32.800
Sinus -Theta zum Quadrat, gibt also Kosinus-Quadrat plus Sinus-Quadrat

54:32.800 --> 54:35.360
vom Winkel Theta, gibt also gerade 1.

54:37.440 --> 54:47.340
Und die Frage ist, wie kommen wir an die Inverse dieser Matrix?

54:47.340 --> 54:48.540
Was ist die Inverse?

54:50.620 --> 54:54.200
Die Inverse von einer Matrix ist diejenige, wenn ich die

54:54.200 --> 54:57.920
Ausgangsmatrix mit der Inverse multipliziere, ergibt sich gerade die

54:57.920 --> 55:01.040
Einheitsmatrix, also eine Matrix, die lauter Einsen auf der Diagonalen

55:01.040 --> 55:03.480
hat und Null überall sonst.

55:08.320 --> 55:10.020
Nun probieren wir es mal aus.

55:11.840 --> 55:15.060
Ich hoffe, Sie haben schon mal eine Matrix mit einer anderen Matrix

55:15.060 --> 55:15.800
multipliziert.

55:16.740 --> 55:25.020
Ich schreibe mal die Ausgangsmatrix 1, 0, 0, 0, Kosinus-Theta, Sinus

55:25.020 --> 55:33.240
-Theta, 0, minus Sinus-Theta, Kosinus-Theta hin und schreibe jetzt

55:33.240 --> 55:37.960
drüber eine andere Matrix.

55:38.760 --> 55:47.960
Das Ganze soll als Ergebnis ergeben 1, 1, 1 und 0, sonst machen wir

55:47.960 --> 55:48.840
das falsche Schema.

55:49.040 --> 55:53.720
Das heißt, die Spalte wird auf die erste Zeile gelegt, dann werden

55:53.720 --> 55:58.000
entsprechende Elemente miteinander multipliziert und aufsummiert.

55:58.980 --> 56:04.480
Jetzt muss also das mit dem multipliziert und aufsummiert gerade 1

56:04.480 --> 56:14.320
ergeben und es wird wahrscheinlich eine Matrix sein, 1, 0, 0, 0, 0 und

56:14.320 --> 56:17.380
Sie können es jetzt vielleicht mal durchprobieren, ausrechnen, es gibt

56:17.380 --> 56:21.480
auch Methoden, um die Inverse zu bestimmen natürlich.

56:22.140 --> 56:23.840
Ich gebe gleich mal das Ergebnis an.

56:23.840 --> 56:32.820
Das Ergebnis ist in dem Falle Kosinus-Theta, was steht hier drin?

56:33.460 --> 56:38.920
Da steht zum einen drin Sinus-Theta, hier Sinus-Theta, jetzt müssen

56:38.920 --> 56:39.660
wir aufpassen.

56:40.740 --> 56:48.800
Man sieht, das mit demultipliziert, das ergibt wirklich Minus-Kosinus

56:48.800 --> 56:53.240
-Sinus, Plus-Sinus-Kosinus hebt sich weg, ergibt die Null, aber das

56:53.240 --> 57:00.460
mit dem multipliziert, das ergibt Sinus-Kosinus, Plus-Sinus-Kosinus,

57:01.380 --> 57:04.180
das wäre nicht Null, also hier muss noch ein Minuszeichen stehen.

57:05.620 --> 57:11.540
Wenn wir die Matrizen genau anschauen, dann heißt das, diejenige, also

57:11.540 --> 57:15.600
die, mit der wir die Ausgangsmatrix multiplizieren müssen, um die

57:15.600 --> 57:19.380
Einheitsmatrix zu erhalten, das ist gerade, wenn wir die mal

57:19.380 --> 57:21.800
vergleichen, die transponierte.

57:22.820 --> 57:27.480
Also wenn wir die einmal spiegeln an der Diagonalen, das sehen wir bei

57:27.480 --> 57:29.440
der relativ leicht.

57:30.640 --> 57:34.260
Wir führen es jetzt nicht durch, Sie können das mal in Mabel oder

57:34.260 --> 57:38.520
Mathematica oder sonst wo eingeben, wenn Sie diese Matrix, die doch

57:38.520 --> 57:42.420
relativ kompliziert aussieht und nicht symmetrisch ist, wie wir jetzt

57:42.420 --> 57:46.780
sehen, wenn Sie von der die Determinante berechnen, dann sollte

57:46.780 --> 57:52.420
ebenfalls die Eins rauskommen und wenn Sie die Matrix mit der

57:52.420 --> 57:57.720
transponierten Matrix multiplizieren, dann sollte die Einheitsmatrix

57:57.720 --> 57:58.240
rauskommen.

57:58.920 --> 58:01.060
Das sind so Eigenschaften, die solche Drehmatrizen haben.

58:01.800 --> 58:03.140
Gibt es soweit Fragen?

58:06.120 --> 58:11.160
Und wie gesagt, die Orientierung zu beschreiben mit verschiedenen

58:11.160 --> 58:12.520
Winkeln, das haben wir jetzt gehabt.

58:13.320 --> 58:17.060
Es gibt auch noch andere Möglichkeiten, die Orientierung zu

58:17.060 --> 58:17.560
beschreiben.

58:18.140 --> 58:23.240
Stichwort Euler-Parameter, nicht zu verwechseln mit den Euler-Winkeln.

58:24.220 --> 58:26.240
Vielleicht noch ein kleiner Hinweis...

58:50.780 --> 58:56.740
Wir haben gesagt, im deutschen Sprachgebrauch Euler-Winkel heißt 3-1

58:56.740 --> 58:57.020
-3.

58:57.780 --> 59:02.100
Im amerikanischen Sprachgebrauch kann es durchaus vorkommen, dass mit

59:02.100 --> 59:07.140
Euler -Winkel all diese Möglichkeiten bezeichnet werden, die ich hier

59:07.140 --> 59:08.700
versucht habe aufzuzeigen.

59:10.740 --> 59:14.840
Und Euler-Parameter, wie gesagt, ist etwas anderes.

59:15.760 --> 59:20.180
Dort hat man vier Parameter, um die Orientierung zu beschreiben.

59:21.140 --> 59:25.460
Nun, wir haben gesehen, wir haben eigentlich nur drei unabhängige

59:25.460 --> 59:25.920
Parameter.

59:26.040 --> 59:31.260
Das heißt, wenn wir vier Parameter haben, dann gilt für diese vier

59:31.260 --> 59:35.760
Parameter zusätzlich noch eine Bedingung, eine Zwangsbedingung, auf

59:35.760 --> 59:37.720
die wir aber an der Stelle nicht weiter eingehen.

59:38.280 --> 59:40.480
Jetzt, warum nimmt man einmal Euler-Winkel, bzw.

59:40.760 --> 59:43.420
warum nimmt man dann Euler-Parameter, wenn das komplizierter ist?

59:44.380 --> 59:46.900
Das hat damit zu tun, ich werde es versuchen später noch zu zeigen,

59:47.380 --> 59:52.340
dass eben bei solchen Euler-Winkeln, auch in der allgemeinen Form,

59:52.460 --> 59:57.560
also auch bei anderen Drehreihenfolgen, es stets Drehwinkel gibt, bei

59:57.560 --> 01:00:01.620
denen es dann bei der Integration zu numerischen Schwierigkeiten

01:00:01.620 --> 01:00:01.960
kommt.

01:00:03.240 --> 01:00:07.180
Zu Singularitäten, wo einfach das Ganze nicht mehr eindeutig ist.

01:00:08.860 --> 01:00:11.660
Und das kann man aber vermeiden, wenn man auf Euler-Parameter

01:00:11.660 --> 01:00:12.060
übergeht.

01:00:12.180 --> 01:00:14.540
Wie gesagt, das machen wir dann in weiterführenden Vorlesungen.

01:00:22.790 --> 01:00:29.070
Gehen wir vielleicht noch auf die kinematische Grundgleichung ein, die

01:00:32.070 --> 01:00:40.490
wir eigentlich schon hatten, in der TM3.

01:00:54.450 --> 01:00:59.390
Nehmen wir an, wir haben irgendwo das Inertialsystem mit den Achsen x,

01:00:59.390 --> 01:01:00.190
y und z.

01:01:05.340 --> 01:01:13.080
Dann zeichnen wir noch die Einheitsvektoren ein, i1, i2, i3 oder ix,

01:01:15.760 --> 01:01:17.560
iy und iz.

01:01:19.300 --> 01:01:23.300
Wie gesagt, können wir auch mit i1, i2, i3 bezeichnen.

01:01:23.300 --> 01:01:25.180
Wir haben dann den Körper,

01:01:29.400 --> 01:01:30.480
nennen wir den mal b.

01:01:32.360 --> 01:01:39.520
Wir haben den Bezugspunkt a auf dem Körper und den Punkt,

01:01:43.080 --> 01:01:45.080
jetzt zeichnen wir doch den Körper mit k.

01:01:46.580 --> 01:01:50.560
Und den Punkt, den wir eigentlich suchen, mit b.

01:01:51.520 --> 01:02:02.800
Das heißt, wir haben einmal den Vektor rA zum Bezugspunkt, den Vektor

01:02:02.800 --> 01:02:08.560
rB, um den es eigentlich geht und wir haben den Relativvektor vom

01:02:08.560 --> 01:02:15.780
Punkt a zum Punkt b, rAB und wir haben natürlich körperfeste

01:02:15.780 --> 01:02:17.500
Einheitsvektoren.

01:02:17.500 --> 01:02:20.020
Ich versuche das mal so ein bisschen anzudeuten.

01:02:25.450 --> 01:02:29.210
e1, e2 und e3.

01:02:31.570 --> 01:02:38.870
Und wir wissen natürlich, für rB gilt zunächst einmal, das setzt sich

01:02:38.870 --> 01:02:41.850
zusammen aus rA plus rAB.

01:02:42.850 --> 01:02:50.010
Die Geschwindigkeit vB des Punktes b im Inertialsystem ist einfach die

01:02:50.010 --> 01:02:54.490
Ableitung des Vektors rB nach der Zeit im Inertialsystem.

01:02:55.130 --> 01:03:03.190
Das ergab dann hier die Geschwindigkeit des Punktes a plus eben die

01:03:03.190 --> 01:03:08.350
zeitliche Ableitung des Vektors rAB im Inertialsystem.

01:03:08.350 --> 01:03:13.070
Der Vektor rAB hat im körperfesten Bezugssystem immer eine konstante

01:03:13.070 --> 01:03:14.330
Länge und eine konstante Richtung.

01:03:15.310 --> 01:03:18.510
Dann wissen wir, Ableitung im Inertialsystem ist Ableitung im

01:03:18.510 --> 01:03:19.390
körperfesten System.

01:03:19.530 --> 01:03:23.910
Das ist 0 plus Omega, in dem Fall vom Körper, bezüglich dem

01:03:23.910 --> 01:03:28.150
Inertialsystem kreuz dem Vektor, den wir ableiten wollen, also in dem

01:03:28.150 --> 01:03:29.750
Fall kreuz den Vektor rAB.

01:03:30.970 --> 01:03:36.830
Also ergibt das plus Omega und die Bezeichnung k in I, die schenke ich

01:03:36.830 --> 01:03:38.850
mir jetzt, weil wir nur einen Körper haben.

01:03:39.470 --> 01:03:41.350
Also Omega kreuz rAB.

01:03:45.400 --> 01:03:51.620
Die Beschleunigung des Punktes b dann als Zeitableitung im

01:03:51.620 --> 01:03:55.840
Inertialsystem von der Geschwindigkeit des Punktes b, das ergibt

01:03:55.840 --> 01:03:59.160
natürlich zunächst mal die Beschleunigung im Inertialsystem vom

01:03:59.160 --> 01:04:03.860
Bezugspunkt a plus, und jetzt brauchen wir die Produktregel, da haben

01:04:03.860 --> 01:04:10.120
wir zum einen, ich nenne es mal Omega Punkt, die Ableitung der

01:04:10.120 --> 01:04:13.660
Winkelgeschwindigkeit oder des Winkelgeschwindigkeitsvektors im

01:04:13.660 --> 01:04:22.700
Inertialsystem kreuz rAB plus eben Omega kreuz der Ableitung des

01:04:22.700 --> 01:04:23.780
Vektors rAB.

01:04:24.600 --> 01:04:28.100
Nun, die Ableitung des Vektors rAB im Inertialsystem, die hatten wir

01:04:28.100 --> 01:04:31.300
schon mal bestimmt, das war nämlich gerade Omega kreuz rAB.

01:04:31.740 --> 01:04:35.700
Dann steht also hier kreuz Omega kreuz rAB.

01:04:54.530 --> 01:04:59.670
Jetzt hatte ich schon gesagt, die Winkelgeschwindigkeit, die hat

01:04:59.670 --> 01:05:00.470
Vektoreigenschaft.

01:05:01.630 --> 01:05:05.750
Jetzt haben wir hier eine Hintereinanderschaltung von verschiedenen

01:05:05.750 --> 01:05:06.390
Verdrehungen.

01:05:07.230 --> 01:05:11.130
Zu jeder Elementardrehung, die ich gezeigt habe, können wir eine

01:05:11.130 --> 01:05:13.090
entsprechende Winkelgeschwindigkeit definieren.

01:05:13.090 --> 01:05:18.830
Das heißt, wir haben zunächst mal die Winkelgeschwindigkeit des

01:05:18.830 --> 01:05:22.550
gestrichenen Systems im Inertialsystem.

01:05:22.890 --> 01:05:23.550
Was war das?

01:05:25.150 --> 01:05:26.910
Und dann hatten wir den Verdrehwinkel Psi.

01:05:27.510 --> 01:05:31.490
Wir hatten eine gemeinsame Drehachse, das war nämlich die Achse I3.

01:05:32.430 --> 01:05:35.170
Also ist die entsprechende Winkelgeschwindigkeit wie bei einer ebenen

01:05:35.170 --> 01:05:36.410
Bewegung ganz ähnlich.

01:05:38.310 --> 01:05:45.290
Psi Punkt mal I3 beziehungsweise Psi Punkt mal E3 Strich.

01:05:46.350 --> 01:05:52.110
Als nächstes hatten wir eine Winkelgeschwindigkeit des

01:05:52.110 --> 01:05:55.610
zweigestrichenen Systems bezüglich dem gestrichenen System.

01:05:56.290 --> 01:05:59.450
Auch das war wieder ganz analog einer ebenen Bewegung.

01:05:59.850 --> 01:06:04.030
Eine Drehung um eine feste Achse, in beiden Systemen feste Achse.

01:06:05.030 --> 01:06:10.330
Das war die 1 Strichachse und der entsprechende Verdrehwinkel war

01:06:10.330 --> 01:06:10.770
Theta.

01:06:10.910 --> 01:06:14.370
Die Winkeländerung mit der Zeit war dann Theta Punkt.

01:06:14.850 --> 01:06:21.250
Dementsprechend kriegen wir hierfür Theta Punkt mal E1 Strich.

01:06:24.700 --> 01:06:33.200
Zum Schluss Omega vom Körper bezüglich dem zweigestrichenen System.

01:06:33.200 --> 01:06:37.360
Das war die letzte Elementardrehung wiederum um eine gemeinsame Achse.

01:06:38.240 --> 01:06:43.300
Und dementsprechend Phi Punkt mal Drehachse oder Drehachsenrichtung.

01:06:44.400 --> 01:06:48.340
Gibt also Phi Punkt mal, nennen wir es gleich, E3.

01:06:49.620 --> 01:06:53.060
Wir haben gesagt, Winkelgeschwindigkeit hat Vektorkarakter.

01:06:53.560 --> 01:06:57.340
Das heißt, die resultierende Winkelgeschwindigkeit ergibt sich aus der

01:06:57.340 --> 01:06:59.200
Summe aller drei Anteilen.

01:06:59.200 --> 01:07:03.420
Also Omega, was wir hier oben haben.

01:07:03.760 --> 01:07:06.060
Oder wenn wir es ausschreiben, Omega von K in I.

01:07:06.440 --> 01:07:13.740
Ist dann einfach Omega vom Strich in I plus Omega zweigestrichen

01:07:13.740 --> 01:07:19.700
bezüglich Strich plus Omega K bezüglich Zweigestrichen.

01:07:19.700 --> 01:07:26.340
Und man sieht, das ergibt gerade C Punkt, ersetzt mal das I3 durch das

01:07:26.340 --> 01:07:42.520
E3 Strich plus Theta Punkt mal E1 Strich plus Phi Punkt mal E3.

01:07:44.140 --> 01:07:46.440
Jetzt haben wir eine Schwierigkeit, wir haben jetzt nämlich

01:07:46.440 --> 01:07:50.020
Einheitsvektoren, die gar nicht zueinander passen.

01:07:50.160 --> 01:07:55.160
Aber mit unseren Zusammenhängen, die wir hier haben, können wir das

01:07:55.160 --> 01:07:56.020
alles umrechnen.

01:07:56.620 --> 01:08:02.460
Wir könnten jetzt zum Beispiel hergehen, das E3 Strich über I1, I2, I3

01:08:02.460 --> 01:08:02.940
darstellen.

01:08:03.060 --> 01:08:09.540
Das E1 Strich über I1, I2, I3 darstellen und das E3 über I1, I2 und

01:08:09.540 --> 01:08:09.980
I3.

01:08:11.080 --> 01:08:17.540
Wir können aber auch hergehen und die Winkelgeschwindigkeit ausdrücken

01:08:17.540 --> 01:08:23.960
über die körperfeste Basis, also mit E1, E2 und E3.

01:08:24.460 --> 01:08:25.520
Machen wir das mal.

01:08:26.520 --> 01:08:30.920
Das ergibt also Omega,

01:08:34.970 --> 01:08:45.050
ich lasse mal wieder das K in I weg, ergibt dann Omega 1 mal E1 plus

01:08:45.050 --> 01:08:50.730
Omega 2 mal E2 plus Omega 3 mal E3.

01:08:52.470 --> 01:08:56.270
Jetzt müssen wir natürlich noch Omega 1, Omega 2 und Omega 3 angeben.

01:08:57.190 --> 01:09:11.950
Da halten wir Omega 1 gleich Psi Punkt Sinus Theta Sinus Phi plus

01:09:11.950 --> 01:09:16.930
Theta Punkt Cosinus Phi.

01:09:17.930 --> 01:09:35.370
Wir halten Omega 2 zu Psi Punkt Sinus Theta Cosinus Phi minus Theta

01:09:35.370 --> 01:09:39.010
Punkt Sinus Phi.

01:09:39.770 --> 01:09:51.090
Und wir halten Omega 3 gleich Psi Punkt Cosinus Theta plus Phi Punkt.

01:09:53.610 --> 01:09:59.470
Was man sofort sieht ist, dass Omega 1, Omega 2, Omega 3 nicht durch

01:09:59.470 --> 01:10:02.610
Ableiten von irgendwelchen Winkeln sich ergibt.

01:10:03.610 --> 01:10:13.910
Man hat also in dem Falle Omega 1, Omega 2 und Omega 3.

01:10:18.360 --> 01:10:20.180
Keine Zeitableitungen,

01:10:26.850 --> 01:10:32.540
irgendwelcher geometrischer Winkel.

01:10:37.020 --> 01:10:43.020
Das nennt man dann nichtholonome Geschwindigkeitskoordinaten.

01:11:08.260 --> 01:11:09.660
Wie

01:12:29.560 --> 01:12:36.800
sieht es jetzt aus mit der Winkelbeschleunigung?

01:12:44.840 --> 01:12:52.780
Omega Punkt, das war ja die Ableitung der Winkelgeschwindigkeit nach

01:12:55.580 --> 01:12:58.400
der Zeit im Inertialsystem.

01:12:59.180 --> 01:13:07.360
Und ich schreibe jetzt mal hier von K in I, dass uns das ein bisschen

01:13:07.360 --> 01:13:07.920
klarer wird.

01:13:08.860 --> 01:13:13.720
Da haben wir gesagt, wenn wir wie bei uns die Winkelgeschwindigkeit

01:13:13.720 --> 01:13:18.420
mit körperfesten Einheitsvektoren darstellen, dann liegt es nahe, die

01:13:18.420 --> 01:13:21.920
Winkelgeschwindigkeit zunächst im körperfesten Bezugssystem

01:13:21.920 --> 01:13:26.840
abzuleiten, plus noch den weiteren Term zu berücksichtigen, nämlich

01:13:26.840 --> 01:13:28.760
Omega Kreuz, den Vektor, den wir ableiten.

01:13:28.760 --> 01:13:30.520
Jetzt schauen wir mal.

01:13:31.620 --> 01:13:42.240
Das gibt also die Omega von K in I nach DT im körperfesten

01:13:42.240 --> 01:13:49.160
Bezugssystem abgeleitet, plus, und jetzt erinnern Sie sich bitte

01:13:49.160 --> 01:13:54.520
zurück an TM3, jetzt haben wir Omega von dem System, in dem wir

01:13:54.520 --> 01:13:59.680
zunächst ableiten, bezüglich dem System, in dem die Ableitung gebildet

01:13:59.680 --> 01:14:00.180
werden soll.

01:14:00.300 --> 01:14:07.220
Das war I Kreuz, Kreuz den Vektor, den wir eigentlich ableiten, das

01:14:07.220 --> 01:14:10.900
ist der Vektor Omega von K in I.

01:14:12.260 --> 01:14:17.580
Und wir sehen, für den Sonderfall haben wir jetzt das Kreuzprodukt des

01:14:17.580 --> 01:14:18.760
Vektors mit sich selbst.

01:14:18.760 --> 01:14:22.680
Da wissen wir, das ergibt gerade Null.

01:14:27.920 --> 01:14:28.960
Also,

01:14:33.240 --> 01:14:41.960
Omega Punkt von K in I ist D Omega von K in I nach DT in K.

01:14:41.960 --> 01:14:52.060
Und wir sehen, das gibt einfach Omega 1 Punkt E1 plus Omega 2 Punkt E2

01:14:52.060 --> 01:14:56.600
plus Omega 3 Punkt E3.

01:15:03.700 --> 01:15:09.900
So, an der Stelle habe ich es motivationsmäßig ein bisschen schwer,

01:15:10.960 --> 01:15:13.920
weil jetzt muss ich eigentlich schon auf die Bewegungsgleichungen ein

01:15:13.920 --> 01:15:14.840
bisschen vorgreifen.

01:15:16.080 --> 01:15:21.840
Wir haben gesehen, im Pulssatz, da war wichtig die Bewegung des

01:15:21.840 --> 01:15:25.980
Schwerpunktes, sprich die Beschleunigung des Schwerpunktes.

01:15:26.660 --> 01:15:30.380
Bei der Beschleunigung des Schwerpunktes sieht jeder ein, da treten

01:15:30.380 --> 01:15:32.960
die zweiten Zeitableitungen der Koordinaten auf.

01:15:34.300 --> 01:15:39.240
Beim Trallsatz, bei der Ebenenbewegung haben wir es schon ein bisschen

01:15:39.240 --> 01:15:44.100
so gesehen, da tritt die zweite Zeitableitung von Winkeln auf.

01:15:45.180 --> 01:15:50.700
Beim Trallsatz, bei der allgemeinen Bewegung, da werden letztendlich

01:15:50.700 --> 01:15:57.640
auch auftreten die Winkelbeschleunigung plus noch irgendwie die

01:15:57.640 --> 01:15:58.540
Winkelgeschwindigkeit.

01:15:58.660 --> 01:16:03.540
Wir sehen, die Winkelbeschleunigung, die kann ich ausdrücken über

01:16:03.540 --> 01:16:06.560
Omega 1 Punkt, Omega 2 Punkt und Omega 3 Punkt.

01:16:07.380 --> 01:16:12.980
Wenn ich das Omega 1 Punkt dadurch bestimme, dass ich die Beziehungen

01:16:12.980 --> 01:16:17.840
linkszeitlich ableite, kommen automatisch die zweiten Zeitableitungen

01:16:17.840 --> 01:16:20.380
der Winkel ins Spiel.

01:16:23.200 --> 01:16:26.220
Es kommen aber auch erste Ableitungen und so weiter, also das wird

01:16:26.220 --> 01:16:27.740
relativ kompliziert.

01:16:27.740 --> 01:16:34.040
Deshalb liegt es da nahe, dass wir einfach Omega 1, Omega 2 und Omega

01:16:34.040 --> 01:16:38.160
3 als so eine Art Zustandsvariable einführen, also als

01:16:38.160 --> 01:16:39.000
Zwischenvariable.

01:16:40.460 --> 01:16:46.460
Das heißt, aus der Bewegungsgleichung Trallsatz erhalten

01:16:51.860 --> 01:16:58.420
wir dann letztendlich Differentialgleichungen der Form Omega 1 Punkt

01:16:58.420 --> 01:17:05.080
gleich eine rechte Seite, Omega 2 Punkt gleich eine rechte Seite und

01:17:05.080 --> 01:17:08.000
Omega 3 Punkt gleich eine rechte Seite.

01:17:09.160 --> 01:17:11.800
Das entspricht jetzt Differentialgleichungen erster Ordnung.

01:17:15.640 --> 01:17:21.020
Wenn ich die Lösung wissen will, Gesundheit, dann wird es wohl so

01:17:21.020 --> 01:17:26.080
sein, dass ich analytisch gar nichts mehr erhalte, sondern ich muss

01:17:26.080 --> 01:17:27.460
vielleicht numerisch integrieren.

01:17:28.460 --> 01:17:31.780
Das ist aber auch kein Beinbruch.

01:17:32.540 --> 01:17:40.200
Wenn wir das einmal numerisch integrieren, also numerische

01:17:40.200 --> 01:17:50.500
Integration, ergibt dann Omega 1, Omega 2 und Omega 3.

01:17:50.500 --> 01:17:56.860
Ich habe also die Koordinaten dann meiner Winkelgeschwindigkeit.

01:17:58.120 --> 01:18:02.060
Was ich hier aber wissen will ist, wie ändert sich die Orientierung

01:18:02.060 --> 01:18:02.620
mit der Zeit.

01:18:03.620 --> 01:18:05.080
Was muss ich also machen?

01:18:06.220 --> 01:18:13.360
Ich muss diese Gleichungen ausnutzen und letztendlich die so umformen,

01:18:14.860 --> 01:18:18.860
dass ich Psi Punkt,

01:18:24.190 --> 01:18:31.010
Theta Punkt und Phi Punkt erhalte meinetwegen als eine Funktion f1,

01:18:31.010 --> 01:18:36.310
die natürlich abhängt von Omega 1, Omega 2 und Omega 3.

01:18:36.810 --> 01:18:42.010
Die hängt auch ab von Psi, Theta und Phi.

01:18:42.730 --> 01:18:47.110
Analog hier f2 und hier f3.

01:18:49.110 --> 01:18:55.050
Wenn wir diese drei Gleichungen genau anschauen, dann sehen wir, das

01:18:55.050 --> 01:19:01.150
sind im Grunde genommen lineare Gleichungen, inhomogen, für Psi Punkt,

01:19:02.070 --> 01:19:03.790
Theta Punkt und Phi Punkt.

01:19:03.790 --> 01:19:08.330
Ich muss also im Grunde genommen dieses Gleichungssystem nur einmal

01:19:08.330 --> 01:19:15.770
umformen, sodass ich Psi Punkt, Theta Punkt und Phi Punkt als Funktion

01:19:15.770 --> 01:19:16.930
der anderen Größen erhalte.

01:19:16.930 --> 01:19:23.670
Wenn ich das mache, dann ergibt sich also

01:19:27.340 --> 01:19:46.360
Auflösung des Gleichungssystems, ergibt dann Psi Punkt gleich Sinus

01:19:46.360 --> 01:19:51.400
Phi dividiert durch Sinus Theta.

01:19:52.840 --> 01:20:02.740
Omega 1 plus Cosinus Phi dividiert durch Sinus Theta mal Omega 2.

01:20:04.800 --> 01:20:18.300
Theta Punkt ergibt sich zu Cosinus Phi Omega 1 minus Sinus Phi Omega

01:20:18.300 --> 01:20:18.900
2.

01:20:22.160 --> 01:20:30.000
Und Phi Punkt ergibt sich zu minus Sinus Phi dividiert durch Tangens

01:20:30.000 --> 01:20:40.280
Theta mal Omega 1 minus Cosinus Phi dividiert durch Tangens Theta

01:20:40.280 --> 01:20:47.760
Omega 2 plus Omega 3.

01:20:47.760 --> 01:20:52.900
Und jetzt sehen wir, was ich gemeint habe, wo es Schwierigkeiten geben

01:20:52.900 --> 01:20:57.120
kann, es kann nämlich zu Singularitäten kommen, die mittlere Gleichung

01:20:57.120 --> 01:20:57.900
ist kein Problem.

01:20:58.620 --> 01:21:04.580
Für jeden Wert von Phi, Omega 1 und Omega 2 ergibt es ein Theta Punkt,

01:21:04.960 --> 01:21:06.580
was begrenzt ist.

01:21:07.960 --> 01:21:16.260
Wenn allerdings Theta in der Nähe von 0 oder von Pi ist, was haben wir

01:21:16.260 --> 01:21:16.520
dann?

01:21:17.520 --> 01:21:23.700
Und dann ist Sinus Theta beziehungsweise Tangens Theta sehr sehr

01:21:23.700 --> 01:21:25.580
klein, also im Grenzfall sogar 0.

01:21:26.420 --> 01:21:29.760
Wir dividieren also durch 0, das heißt es gibt eine Singularität.

01:21:30.900 --> 01:21:32.240
Wie kann man sich das vorstellen?

01:21:34.500 --> 01:21:41.700
Nun, wenn Theta 0 oder Pi ist, was passiert dann?

01:21:42.440 --> 01:21:48.580
Dann habe ich Drehung 1, jetzt kommt die Drehung 2, wenn die 0 ist.

01:21:49.580 --> 01:21:52.140
Und ich drehe dann wieder um die dritte Achse, was passiert?

01:21:52.600 --> 01:21:55.320
Dann drehe ich zweimal um die gleiche Achse, dann wird es nicht mehr

01:21:55.320 --> 01:21:55.820
eindeutig.

01:21:58.720 --> 01:22:02.440
Und entsprechend geht es auch bei den anderen Möglichkeiten, die ich

01:22:02.440 --> 01:22:03.120
aufgelistet habe.

01:22:03.220 --> 01:22:05.880
Also wenn wir andere Drehreihenfolgen haben, dann gibt es halt

01:22:05.880 --> 01:22:07.880
irgendwo anders derartige Singularitäten.

01:22:09.120 --> 01:22:13.280
Und diese kann man, wie gesagt, vermeiden, wenn man anstatt der

01:22:13.280 --> 01:22:17.020
Verdrehwinkel die sogenannten Euler-Parameter einführt.

01:22:17.100 --> 01:22:21.200
Wie gesagt, das sind dann Quaternionen, also die Nummer 4 anstatt 3,

01:22:21.820 --> 01:22:23.240
eine zusätzliche Zwangsbedingung.

01:22:23.240 --> 01:22:26.220
Aber beim Integrieren gibt es dort keine Schwierigkeiten.

01:22:27.100 --> 01:22:27.860
Das so als Ausblick.

01:22:27.980 --> 01:22:28.800
Gibt es jetzt noch Fragen?

01:22:32.480 --> 01:22:35.800
Nächste Woche, wie gesagt, findet das Dynamic Lab statt, da sehen wir

01:22:35.800 --> 01:22:37.500
uns dann höchstens in den Gruppen.

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Die anderen sehe ich dann eventuell wieder in 14 Tagen.

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Vielen Dank.

