WEBVTT

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Am 11.

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März 2011, heute vor drei Jahren, kam es im japanischen Fukushima zu

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einem der schwersten Reaktorunfälle in der Geschichte der zivilen

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Nutzung der Kernenergie.

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Rund eine halbe Billion Dollar wird Japan nach vorsichtigen

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Schätzungen die Beseitigung der Unfallfolgen kosten.

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Die Bergungsarbeiten werden bis ins Jahr 2050 andauern.

00:25.300 --> 00:30.540
Ob die innerste Zone um den Reaktor je wieder bewohnbar sein wird, ist

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noch immer ungewiss.

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Das Tragische, die Möglichkeit eines derartigen Unfalls, wurde bereits

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Jahre zuvor von Wissenschaftlern in allen Details vorhergesagt.

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Unglücklicherweise glauben wir wirklich, dass dieser Unfall so

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abgelaufen ist, wie wir ihn schon zehn Jahre lang genau beschreiben.

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Dr. Walter Tromm ist Experte für Reaktorsicherheit des Karlsruher

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Instituts für Technologie.

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Er gehört zu den Wissenschaftlern, die schon 1989 in einer Studie

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darauf hingewiesen hatten, dass ein Totalausfall der Stromversorgung

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bei einem Atomreaktor unweigerlich zur Katastrophe führen muss.

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Wenn man keine Art von Strom mehr an der Anlage zur Verfügung hat,

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läuft ein Unfall eben einfach so ab.

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In der deutschen Risikostudie 1989 wurde das eben so beschrieben und

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daher kamen die ganzen Maßnahmen, die dann in Deutschland, in Europa

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eingeführt wurden, Rekombinatoren, dass keine Wasserstoffexplosionen

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entstehen, zum Teil auch die neuen Anlagen mit Kernschmelzauffang

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-Einrichtungen ausgerüstet werden.

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Drei Jahre nach dem GAU in Fukushima und dem Ausstieg Deutschlands aus

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der Kernenergie kann auch die Wissenschaft ein erstes Fazit ziehen.

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Fazit ist, dass das ganze Geld, was wir in Europa, in Deutschland, in

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diese schweren, in diese auslegungsüberschreitenden Störfälle gesteckt

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haben, dass dieses Geld extrem gut angelegt ist.

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Wir lernen gerade nach Fukushima jetzt, dass auch diverse

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osteuropäische Anlagen noch mal nachgerüstet werden sollen.

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Zum Beispiel überlegt man, ob man nicht sogar Kernschmelzauffang

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-Einrichtungen noch in die existierenden Anlagen mit einbauen kann.

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Also ich glaube, dass diese ganzen Investitionen, auch wenn die den

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Steuerzahlern natürlich Geld gekostet haben, europaweit, dass das

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wirklich gut investiert war, weil unsere Anlagen eben so nicht

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reagieren würden.

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Gestern hat die Bundesumweltministerin Frau Dr. Barbara Hendricks

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gefordert, dass die Sicherheitstechnik auch der deutschen Kraftwerke

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bis zu ihrem endgültigen Abschalten auf den jeweils neuesten

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wissenschaftlichen Stand gebracht werden müsste.

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Stefan Fuchs, Karlsruher Institut für Technologie

