WEBVTT

00:00.000 --> 00:04.300
Nachhaltige Entwicklungsarbeit, spannende Ingenieursprojekte und die

00:04.300 --> 00:07.500
dauerhafte Verbesserung der Lebensumstände für Menschen in

00:07.500 --> 00:08.400
Entwicklungsländern.

00:08.820 --> 00:12.760
Das sind die Leitlinien der Engineers Without Borders des KIT.

00:13.440 --> 00:16.440
Als Hochschulgruppe, die Mitglieder aus den verschiedensten

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Fachrichtungen unter sich vereint, suchen sie sich immer wieder

00:20.000 --> 00:23.700
Projekte in verschiedenen Ländern, um die dortigen Lebensverhältnisse

00:23.700 --> 00:25.080
der Menschen zu verbessern.

00:25.080 --> 00:29.660
Erst letztes Jahr bauten sie eine Brücke in Sri Lanka, die es den

00:29.660 --> 00:33.960
Dorfbewohnern heute ermöglicht, ohne riesige Umwege zur Schule und zu

00:33.960 --> 00:35.060
ihren Feldern zu gelangen.

00:35.840 --> 00:39.620
Über die Organisation an sich und das Brückenbauprojekt im Besonderen

00:39.620 --> 00:43.360
hat sich Radio-KIT-Reporterin Julia Kölmel informiert.

00:44.000 --> 00:48.320
Interviewt hat sie dazu Johanna Ruge, Projektleiterin des Sri Lanka

00:48.320 --> 00:52.580
Teams und Tim Stieler, erster Vorsitzender der Engineers Without

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Borders des KIT.

00:53.940 --> 00:56.540
Den Verein gibt es seit 2007.

00:56.720 --> 00:59.000
Als Hochschule gegründet wurden wir schon 2004.

00:59.500 --> 01:03.960
Damals war die Tsunami-Katastrophe im Indischen Ozean vor Sri Lanka

01:03.960 --> 01:07.040
und eine sri-lankische Studentin hat damals beschlossen, dass sie

01:07.040 --> 01:10.680
gerne helfen möchte und hat Hilfsmittel organisiert hier in

01:10.680 --> 01:13.400
Deutschland, sowohl Geldmittel als auch Sachspenden.

01:13.620 --> 01:17.100
Hat die runter verschifft und ist dann auch mitgeflogen und hat die

01:17.100 --> 01:18.460
dort verteilt an die Bedürftigen.

01:19.340 --> 01:23.100
Und ja, als sie davon ihren Kommilitonen erzählt hat, hat sie die Idee

01:23.100 --> 01:25.340
angeschlagen und man hat sich überlegt, wieso macht man das nicht

01:25.340 --> 01:27.180
öfter, wieso nur bei einer Katastrophe?

01:27.980 --> 01:31.160
Und genau, so wurden dann die Engineers Without Borders gegründet.

01:31.460 --> 01:34.960
Seit 2004 gibt es die Engineers Without Borders also schon.

01:35.620 --> 01:38.660
In der Zwischenzeit haben sie einige Projekte organisiert und

01:38.660 --> 01:39.820
erfolgreich abgeschlossen.

01:39.820 --> 01:44.020
Dazu gehören unter anderem eine Wasseraufbereitungsanlage in

01:44.020 --> 01:47.660
Kolumbien, Fischzuchttanks und Solaranlagen in Ruanda,

01:48.240 --> 01:50.600
Trockentoiletten in Indien und einiges mehr.

01:51.240 --> 01:54.220
Durch die Vielzahl der verschiedenen Projekte erklärt sich auch die

01:54.220 --> 01:57.460
Vielzahl der unterschiedlichen Fachbereiche, die bei den Engineers

01:57.460 --> 02:00.400
Without Borders, kurz EWB-Lern, anzutreffen sind.

02:00.560 --> 02:03.460
Grundsätzlich suchen wir tatsächlich Studenten aller Fachrichtungen.

02:03.880 --> 02:07.660
Wir haben natürlich am meisten Bauingenieure, das ist bei Bauprojekten

02:07.660 --> 02:12.400
natürlich so üblich, aber tatsächlich kriegen wir jeden unter bei uns.

02:12.600 --> 02:15.540
Die Wirtschaftsingenieure sind auch gefragt, zwecks Logistik und

02:15.540 --> 02:16.140
Fundraising.

02:16.600 --> 02:19.940
Große Aufgaben oder auch für den Gesamtverein und sonst tatsächlich

02:19.940 --> 02:20.260
alles.

02:20.440 --> 02:23.500
Wir haben Chemieingenieure, Elektrotechniker für die Solaranlagen, wir

02:23.500 --> 02:26.300
haben Maschinenbauer, wir suchen auch noch Leute, die sich in den

02:26.300 --> 02:29.680
Rechtswissenschaften ein bisschen auskennen, also kreuz und quer ist

02:29.680 --> 02:30.560
alles bei uns vertreten.

02:30.560 --> 02:33.980
Doch nicht nur als aktives Mitglied kann man die EWBler unterstützen.

02:34.520 --> 02:37.660
Mit Spenden, seien es Geld- oder Sachspenden, aber auch als

02:37.660 --> 02:40.920
Fördermitglied kann man hier immer etwas für einen guten Zweck tun.

02:41.500 --> 02:44.440
Doch auch Wissen und Information als Dienstleistung ist bei der

02:44.440 --> 02:46.120
Hochschulgruppe immer gerne gesehen.

02:46.660 --> 02:50.000
Denn gerade durch den Größenumfang einiger Projekte und den zu

02:50.000 --> 02:53.120
erfüllenden technischen Standards ist auch hier Unterstützung wichtig

02:53.120 --> 02:53.880
und gefragt.

02:53.880 --> 02:56.880
Wir haben natürlich immer den Anspruch, dass wir selber lösen, die

02:56.880 --> 02:58.220
Probleme, die wir uns vornehmen.

02:58.940 --> 03:02.500
Aber gerade, wie schon angesprochen, der Statik von der Brücke, das

03:02.500 --> 03:05.400
ist natürlich so eine immense Verantwortung, die man da übernimmt,

03:05.520 --> 03:08.960
dass man eben nicht das einfach so mal rechnet und dann sagt, das

03:08.960 --> 03:11.780
bauen wir hin, sondern dann fragt man tatsächlich noch mal Leute, die

03:11.780 --> 03:14.540
schon mal eine Brücke gebaut haben, ob das denn so funktionieren kann.

03:15.120 --> 03:18.700
Und ja, lässt sich das nochmal proberechnen, dass das auch wirklich so

03:18.700 --> 03:19.260
alles funktioniert.

03:19.500 --> 03:22.500
Also die Konzepte kommen von uns, aber prüfen lassen wir das auf jeden

03:22.500 --> 03:23.020
Fall immer nochmal.

03:23.620 --> 03:27.580
Flexibilität und Durchhaltevermögen sind daher unabdingbar im Planungs

03:27.580 --> 03:30.250
- und Durchführungsprozess eines jeden Projekts der Hochschulgruppe.

03:31.440 --> 03:34.400
Denn die Hürden, die es zu nehmen gilt, um ein Projekt erfolgreich

03:34.400 --> 03:38.180
voranzutreiben, können manchmal auch etwas größer ausfallen und müssen

03:38.180 --> 03:39.540
daher gut durchdacht sein.

03:40.260 --> 03:43.820
Johanna Ruge, eine der Projektleiterinnen des Brückenbauprojekts in

03:43.820 --> 03:45.640
Sri Lanka, kann ein Lied davon singen.

03:45.640 --> 03:49.740
Also grundsätzlich war Transport ein riesengroßes Problem.

03:50.700 --> 03:54.220
Wir hatten zum einen auch Baumaterialien aus Deutschland, gerade

03:54.220 --> 03:54.820
unsere Tragseile.

03:55.580 --> 03:59.640
Die mussten wir per Schiff nach Sri Lanka schaffen und dann erstmal

03:59.640 --> 04:00.660
durch den Zoll bringen.

04:00.880 --> 04:05.060
Also das war ein Riesenaufwand und da sind wir froh, dass alles gut

04:05.060 --> 04:05.940
gegangen ist letztendlich.

04:09.580 --> 04:12.640
Insgesamt ist unsere Brücke 260 Tonnen schwer.

04:13.180 --> 04:15.920
Da ist viel Beton dran, da ist viel Stahl.

04:16.700 --> 04:19.020
Das ganze Zeug musste auf die Baustelle geschafft werden.

04:19.520 --> 04:23.500
Am Anfang war das wirklich irgendein Platz im Dschungel.

04:23.680 --> 04:24.760
Man hat es wirklich nicht erkannt.

04:24.860 --> 04:29.000
Es hat eine Straße halbwegs dahin geführt, aber der letzte Weg ging

04:29.000 --> 04:29.680
über ein Feld.

04:29.680 --> 04:34.240
Da mussten wir erstmal eine Temporary Road, wie wir es genannt haben,

04:34.360 --> 04:34.720
erschaffen.

04:35.220 --> 04:38.500
Wir sind froh, dass sie so lange gehalten hat und das ganze Zeug

04:38.500 --> 04:40.600
sicher zur Baustelle gekommen ist.

04:40.940 --> 04:44.020
Doch ist ein Projekt erst einmal erfolgreich abgeschlossen, bleiben

04:44.020 --> 04:47.560
dem Team und allen anderen Beteiligten unvergessliche Momente und

04:47.560 --> 04:51.340
Erinnerungen erhalten, die einen für viele Stunden Arbeit und alle

04:51.340 --> 04:53.700
kleineren und größeren Wehwehchen entschädigen.

04:53.700 --> 04:59.340
Eine der besten Erinnerungen war vor allem, wie die Dorfbewohner vor

04:59.340 --> 05:03.620
Ort auf die Brücke reagiert haben, als sie sie dann fertig gesehen

05:03.620 --> 05:06.600
haben oder als sie die Brücke erkennen konnten.

05:07.140 --> 05:11.160
Man muss sich das so vorstellen, dass wir hinkamen und gesagt haben,

05:11.200 --> 05:11.920
wir bauen eine Brücke.

05:12.400 --> 05:14.100
Wir haben am Anfang viel betoniert.

05:14.260 --> 05:16.740
Wir haben Fundamente betonieren müssen.

05:16.740 --> 05:20.000
Und ja, das schaut jetzt erstmal für den Laien überhaupt nicht nach

05:20.000 --> 05:20.720
einer Brücke aus.

05:20.820 --> 05:22.780
Sie dachten immer, wieso, was machen wir hier?

05:22.880 --> 05:24.280
Wir graben Löcher in den Boden.

05:24.780 --> 05:25.420
Wo ist die Brücke?

05:25.820 --> 05:28.920
Und ganz egal, sie haben uns trotzdem unterstützt, sie haben uns

05:28.920 --> 05:32.440
trotzdem geholfen, sie haben uns vertraut, sie haben gesagt, ja, die

05:32.440 --> 05:33.260
wissen, was sie machen.

05:33.600 --> 05:37.300
Und letztendlich, als sie dann aber wirklich gesehen haben, hey, so

05:37.300 --> 05:40.300
schaut die Brücke aus, das war wirklich richtig schön.

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Die waren wirklich überwältigt und das war eine der schönsten

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Erfahrungen.

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Wer jetzt Lust bekommen hat, auch aktiv zu werden und seine

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humanitären Eigenschaften mal mehr auszuleben, der kann sich gerne

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unter ewb-karlsruhe.de über die Engineers Without Borders informieren

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und vielleicht auch bald mitarbeiten.

