WEBVTT

00:00.000 --> 00:04.780
Zwei Drittel aller Menschen in Deutschland leben in Städten, Tendenz

00:04.780 --> 00:05.560
steigend.

00:06.000 --> 00:10.120
Städte sind aber auch für Tiere und Pflanzen zu einem wichtigen

00:10.120 --> 00:11.500
Lebensraum geworden.

00:12.140 --> 00:16.420
Das Dichte nebeneinander von ganz unterschiedlichen Arten der Bebauung

00:16.420 --> 00:21.300
und Nutzung hat beispielsweise in Karlsruhe zu einer ungewöhnlichen

00:21.300 --> 00:24.220
Artenvielfalt im Stadtgebiet geführt.

00:24.720 --> 00:28.340
Füchse und Marder leben inzwischen ganz selbstverständlich in den

00:28.340 --> 00:33.040
Vorstädten, aber auch für seltenere Pflanzen und Tiere ist die Stadt

00:33.040 --> 00:36.000
zu einem wichtigen Zufluchtsort geworden.

00:36.320 --> 00:40.340
Ganz besonders der Heldbock, der ist auf alte Eichen angewiesen, die

00:40.340 --> 00:42.460
mindestens 80 Jahre alt sind und älter.

00:42.720 --> 00:45.200
Dort lebt er gerne, deshalb muss das Umweltamt in Karlsruhe auch immer

00:45.200 --> 00:48.380
neue alte Eichen sozusagen vorrätig halten als Lebensraum.

00:48.580 --> 00:52.700
Für den Heldbock ein größerer Käfer mit zwei langen Fühlern, der sonst

00:52.700 --> 00:53.560
sehr sehr selten ist.

00:53.660 --> 00:58.020
Dr. Stefan Norrer forscht im Bereich der Stadtökologie am Karlsruher

00:58.020 --> 00:59.620
Institut für Technologie.

01:00.060 --> 01:03.440
Für ihn sind die Städte in Deutschland durch eine besondere

01:03.440 --> 01:05.960
Artenvielfalt gekennzeichnet.

01:06.180 --> 01:09.500
Wenn man in einen Wald geht zum Beispiel, in den Hallenbuchenwald, da

01:09.500 --> 01:13.320
kann es dann über Quadratkilometerweise einen Vegetationstypen geben,

01:13.380 --> 01:14.120
den Hallenbuchenwald.

01:14.220 --> 01:17.320
Das heißt die Strukturen pro Fläche natürlich viel geringer als wir es

01:17.320 --> 01:20.140
in der Stadt haben, wo wir einfach in kürzester Distanz eine Straße

01:20.140 --> 01:23.480
haben, Straßenbegleitgrün Rabatten haben, in denen vielleicht Ratten

01:23.480 --> 01:23.820
leben.

01:23.960 --> 01:26.100
Wir haben dann Böden, die unterschiedlich sind.

01:26.240 --> 01:28.880
Daneben kommt vielleicht der Park, so dass wir wissen, dass wir in

01:28.880 --> 01:32.060
Deutschland eigentlich in den Städten von der Artenvielfalt her bei

01:32.060 --> 01:33.260
Städten Hotspots haben.

01:33.440 --> 01:37.460
Da sind nur die Auwälder mit einer höheren Artenvielfalt besehen.

01:37.640 --> 01:41.560
Die höheren Durchschnittstemperaturen in der Stadt sind für Pflanzen

01:41.560 --> 01:45.740
attraktiv, die sonst nur im warmen Süden zu Hause sind.

01:45.960 --> 01:48.600
Da sind insbesondere auch Vögel natürlich froh, wenn es ein bisschen

01:48.600 --> 01:52.080
wärmer ist in der Stadt, auch während der Winterzeit, weil sie dann

01:52.080 --> 01:55.040
weniger Energie brauchen, um die eigene innere Temperatur aufrecht zu

01:55.040 --> 01:55.460
erhalten.

01:55.680 --> 01:58.900
Zudem ist natürlich eine Stadt das ganze Jahr über Nahrungsquelle für

01:58.900 --> 02:01.680
Tiere, so dass sie hier das ganze Jahr über gut Nahrung finden und

02:01.680 --> 02:05.280
dann auch Kulturfolger wie Fuchs oder Wildschweine dann nach sich

02:05.280 --> 02:05.560
ziehen.

02:05.660 --> 02:09.360
Mehr über die Artenvielfalt im Stadtgebiet Karlsruhe kann man im

02:09.360 --> 02:12.260
Naturschutzzentrum in Rappenwörth erfahren.

02:12.600 --> 02:16.020
Stefan Fuchs, Karlsruher Institut für Technologie.

