WEBVTT

00:01.460 --> 00:02.600
KIT Wissen.

00:03.820 --> 00:05.220
Faszination Forschung.

00:08.180 --> 00:11.340
Hallo und willkommen zur neuen Stunde Radio KIT.

00:11.820 --> 00:13.020
Heute im Wissensformat.

00:13.980 --> 00:15.480
Bestimmt hat es jeder bemerkt.

00:15.960 --> 00:18.300
Das Wetter ist in diesem Jahr sehr wechselhaft.

00:18.960 --> 00:22.680
Mal schwitzen wir bei über 30 Grad, dann bringt ein Gewitter mit

00:22.680 --> 00:26.220
Starkregen eine Abkühlung, die uns fast den Sommer vergessen lässt.

00:26.980 --> 00:30.720
Was dahinter steckt, ist viel komplizierter, als man zuerst denken

00:30.720 --> 00:31.000
mag.

00:32.020 --> 00:34.800
Was das mit dem Wetter genau auf sich hat, gibt es später im Programm.

00:35.940 --> 00:38.620
Außerdem sind Nanopartikel heute ein Thema bei uns.

00:39.480 --> 00:42.720
Nanopartikel sind in der Kosmetik im Trend, jedoch bringen diese

00:42.720 --> 00:44.580
möglicherweise auch Gefahren mit sich.

00:45.440 --> 00:48.740
Was genau diese sind und worauf zu achten ist, gibt es später zu

00:48.740 --> 00:48.960
hören.

00:49.900 --> 00:53.760
Weil es heute in Karlsruhe wieder sehr heiß ist, hören und genießen

00:53.760 --> 00:56.140
wir jetzt Summer Wind von Frank Sinatra.

00:56.580 --> 00:58.480
Am Mikrofon ist Joshua Bayless.

01:06.580 --> 01:09.360
Die 104.8, Radio KIT.

01:10.340 --> 01:13.880
Was auch immer die Politik auf der internationalen Klimakonferenz im

01:13.880 --> 01:17.320
November in Paris beschließt, die weltweite Durchschnittstemperatur

01:17.320 --> 01:20.900
wird um 2 oder möglicherweise sogar um 3 Grad ansteigen.

01:21.760 --> 01:24.700
Was das allerdings genau für uns hier in Karlsruhe bedeutet, ist immer

01:24.700 --> 01:25.320
noch unklar.

01:26.380 --> 01:29.460
Veränderungen des lokalen Klimas sind für die Klimaforscher immer noch

01:29.460 --> 01:31.400
weitgehend terra incognita.

01:32.140 --> 01:36.340
Dabei ist es für Politiker und Unternehmen wichtig zu wissen, ob es in

01:36.340 --> 01:39.840
Zukunft hier in der Region mehr Stürme, Überschwemmungen oder

01:39.840 --> 01:40.880
Hitzewellen geben wird.

01:41.870 --> 01:45.120
Das Klimakonsortium, ein Zusammenschluss aller wesentlichen deutschen

01:45.120 --> 01:48.380
Einrichtungen zur Erforschung des Klimas, hat sich jetzt vorgenommen,

01:48.780 --> 01:52.140
solche lokalen Vorhersagen in den nächsten 10 Jahren möglich zu

01:52.140 --> 01:52.340
machen.

01:53.540 --> 01:56.680
Mein Kollege Stefan Fuchs hat mit dem KIT-Klimaforscher Prof.

01:56.900 --> 02:00.660
Christoph Kottmeier über ein viel beachtetes Positionspapier des

02:00.660 --> 02:01.620
Konsortiums gesprochen.

02:02.380 --> 02:07.120
Was bedeutet der Klimawandel konkret für die Menschen vor Ort in einer

02:07.120 --> 02:08.440
Region, einer Stadt?

02:08.440 --> 02:13.900
Antworten auf diese Fragen thematisiert jetzt ein Positionspapier des

02:13.900 --> 02:15.440
Deutschen Klimakonsortiums.

02:17.200 --> 02:21.600
Sie, Herr Prof. Kottmeier, sind einer der 80 und mehr Autoren dieses

02:21.600 --> 02:26.780
Papiers, das einen Forschungsbedarf für die nächsten 10 Jahre

02:26.780 --> 02:27.600
beschreibt.

02:28.320 --> 02:32.440
Diese Verfeinerung der Klimamodelle auf der regionalen, ja auf der

02:32.440 --> 02:37.080
lokalen Ebene, ist das unerlässlich, um die Krisen, die durch den

02:37.080 --> 02:40.940
Klimawandel möglicherweise auftreten, zuverlässig vorhersagen zu

02:40.940 --> 02:41.200
können?

02:41.820 --> 02:44.560
Ja, ich denke, es ist einer der Wege, die beschritten werden sollten.

02:45.240 --> 02:48.260
Natürlich hat das Klimaproblem Dimensionen, die nicht nur mit

02:48.260 --> 02:51.200
Modellierung angegangen werden können, wenn wir an die großen

02:51.200 --> 02:54.960
Ballungszonen in Südostasien, aber auch in Afrika beispielsweise

02:54.960 --> 02:57.620
denken, andere Klimazonen, andere Probleme.

02:58.220 --> 03:01.440
Und dort muss man eben auch mit den passenden Werkzeugen, auch seitens

03:01.440 --> 03:04.360
der Forschung, die Fortschritte erzielen, sodass man geeignete

03:04.360 --> 03:07.020
Anpassungs - und Handlungsmaßnahmen entwickeln kann.

03:08.060 --> 03:12.060
Gibt es so einen großen Unterschied zwischen dem, was auf der großen,

03:12.320 --> 03:16.100
globalen Ebene passiert und möglicherweise dann in einem kleinen

03:16.100 --> 03:18.720
Bereich, lokal oder regional?

03:19.880 --> 03:21.680
Ja, das ist eindeutig zu bestätigen.

03:21.980 --> 03:25.520
Die globalen Änderungen in der Temperatur, über die man ja meistens

03:25.520 --> 03:28.660
auch in den Medien dann erfährt, da geht es um das Zwei-Grad-Ziel oder

03:28.660 --> 03:31.420
vielleicht auch Drei-Grad, die uns in den nächsten Jahrzehnten

03:31.420 --> 03:32.140
bevorstehen.

03:32.480 --> 03:35.520
Das ist aber ein globaler Mittelwert, der erstmal wenig Aussage

03:35.520 --> 03:39.260
treffen kann über ein Gebiet wie Mitteleuropa, Deutschland,

03:39.380 --> 03:40.080
Süddeutschland.

03:40.340 --> 03:42.060
Hier können die Bedingungen ganz anders sein.

03:42.160 --> 03:45.080
Und wir wissen ja auch jetzt schon, dass wir bei weitem nicht bei

03:45.080 --> 03:48.440
einer globalen Mitteltemperatur leben, sondern hier in Karlsruhe zum

03:48.440 --> 03:52.680
Beispiel ganz gravierende Unterschiede haben im kleinen Klima, im

03:52.680 --> 03:57.220
regionalen Klima, was dann bereits über 20, 30 Kilometer Entfernung zu

03:57.220 --> 04:00.540
den angrenzenden Höhen einen deutlichen Unterschied ausmacht.

04:01.700 --> 04:06.040
Was ist denn dann hier jetzt in Karlsruhe oder sagen wir mal in der

04:06.040 --> 04:08.940
Region Oberrhein die vorrangigen Risiken?

04:09.460 --> 04:13.300
Sind es Starkwinde, sind es Überschwemmungen, ist es Trockenheit?

04:14.020 --> 04:16.580
Ja, man spricht ja heute mehr und mehr von Klimarisiken.

04:17.180 --> 04:19.680
Das sind eigentlich die Gefährdungen durch Wettererscheinungen, die

04:19.680 --> 04:22.600
wir ja auch jetzt schon erleben, die aber in einem sich ändernden

04:22.600 --> 04:26.280
Klima häufiger oder intensiver oder in ganz anderer Art und Weise

04:26.280 --> 04:27.160
auftreten können.

04:27.800 --> 04:30.400
Deshalb ist diese Trennlinie eigentlich zwischen den

04:30.400 --> 04:34.000
Wettergefährdungen, für deren Vorhersage der Deutsche Wetterdienst zum

04:34.000 --> 04:38.100
Beispiel verantwortlich ist, und die Trennlinie von diesen Phänomenen

04:38.100 --> 04:41.220
gegenüber den Klimarisiken ziemlich schwimmend geworden.

04:41.900 --> 04:45.500
Die großen Gefährdungen, die uns in Mitteleuropa treffen können, das

04:45.500 --> 04:49.160
sind Starkniederschläge, die in Verbindung manchmal sogar mit

04:49.160 --> 04:53.520
Schneeschmelze im Frühjahr oder auch mit sehr starker Bodenfeuchte

04:53.520 --> 04:57.200
vorher zu hochwasserartigen Abflusssituationen führen können.

04:57.960 --> 05:00.880
Eine weitere Gefährdung, die uns vielleicht jetzt auch wieder so ganz

05:00.880 --> 05:04.680
anfänglich jedenfalls bevorsteht, sind Hitzewellen, die ja auch in

05:04.680 --> 05:09.220
Mitteleuropa auch sozusagen in den letzten 10, 15 Jahren mehrfach auch

05:09.220 --> 05:11.660
zu wirklich katastrophalen Situationen geführt haben.

05:11.660 --> 05:15.920
Die Menschen lernen zum Glück dazu, Anpassungen an solche Hitzewellen

05:15.920 --> 05:18.900
sind möglich, es muss kein großer Schaden auftreten.

05:19.920 --> 05:23.360
Schwieriger ist es in der Natur eigentlich, Trocknung, die ja auch

05:23.360 --> 05:26.680
Nutzpflanzen betreffen können, die dann zu Missernten führen.

05:27.080 --> 05:30.200
Das sind Dinge, denen man schwer entgegensteuern kann.

05:30.780 --> 05:34.060
Aber das Grundlagenwissen dafür sollte weiterentwickelt werden,

05:34.140 --> 05:37.680
gesammelt werden, und das ist eins der Themen, was man in diesem

05:37.680 --> 05:40.960
Positionspapier des Deutschen Klimakonsortiums adressiert.

05:41.680 --> 05:47.040
Jetzt steht da auch drin, dass die Quantifizierung möglicher

05:47.040 --> 05:51.260
Schadenshöhen ein wichtiger Bestandteil eines effizienten

05:51.260 --> 05:52.960
Risikomanagements sei.

05:53.060 --> 05:54.400
Wie kann man sich das vorstellen?

05:54.500 --> 05:55.900
Wie kann man da quantifizieren?

05:56.360 --> 05:59.660
Quantifizieren heißt ja, dass man Zahlen an das, was zu erwarten ist,

05:59.840 --> 06:00.320
dranschreibt.

06:00.660 --> 06:04.120
Zahlen, die nicht ganz genau sein können, die mit Schwankungsbreiten

06:04.120 --> 06:04.860
versehen sind.

06:04.860 --> 06:07.920
Aber auch diese Schwankungsbreiten, die dann mit statistischer

06:07.920 --> 06:11.400
Häufigkeit verbunden sind, sind sehr wichtige quantitative Aussagen.

06:12.480 --> 06:16.920
Und da natürlich Maßnahmen zur Anpassung, etwa Deicherhöhung oder

06:16.920 --> 06:20.860
Instandsetzung alter Deiche, oder eben auch Schutzbaumaßnahmen für

06:20.860 --> 06:24.300
Hochwassersituationen, wenn wir bei dem Thema bleiben, das kostet eben

06:24.300 --> 06:25.020
eine Menge Geld.

06:25.520 --> 06:27.940
Und man muss sich überlegen, ob man gelegentlich eben eine

06:27.940 --> 06:33.020
Polderflutung in Kauf nimmt, was auch Schäden bedeutet, oder ob man

06:33.020 --> 06:36.720
das eben so weit absichert, dass man eben keine wirklichen

06:36.720 --> 06:38.120
Überflutungen mehr hinbekommt.

06:38.760 --> 06:41.940
Letztendlich wird die Natur sich natürlich nur zu einem gewissen Maße

06:41.940 --> 06:43.160
vorhersagen lassen.

06:43.820 --> 06:48.000
Aber sich darauf einstellen, auf das, was kommen mag, mit einer

06:48.000 --> 06:51.260
Wahrscheinlichkeit, die auch quantifiziert ist, das ist schon etwas

06:51.260 --> 06:51.940
sehr Wichtiges.

06:52.720 --> 06:55.960
Das heißt, solche Quantifizierungen sind dann möglicherweise auch ein

06:55.960 --> 07:01.160
wichtiges Argument für die Politik, sich für bestimmte klimapolitische

07:01.160 --> 07:03.280
Entscheidungen durchzuringen?

07:03.880 --> 07:07.420
Ja, es ist für die Politik, aber auch für Unternehmen, für öffentliche

07:07.420 --> 07:08.000
Verwaltung.

07:08.820 --> 07:11.560
Nehmen wir an die Unternehmen beispielsweise, es ist ein wirklich

07:11.560 --> 07:15.300
gravierend zunehmendes Risiko, stellt Hagel dar, in Mitteleuropa, wo

07:15.300 --> 07:18.360
auch gerade hier am Institut ganz grundlegende Arbeiten durchgeführt

07:18.360 --> 07:18.940
worden sind.

07:19.480 --> 07:22.420
Und das findet bei Versicherungsunternehmen sehr großes Interesse.

07:22.420 --> 07:25.580
Das geht ja unmittelbar in ihre Geschäftsfelder hinein.

07:26.020 --> 07:29.200
Sie müssen sich sozusagen darauf vorbereiten, was für maximale

07:29.200 --> 07:30.700
Schadenshöhen auftreten können.

07:31.380 --> 07:34.680
Und wir haben es ja vor nicht langer Zeit erlebt, dass ein einziges

07:34.680 --> 07:38.780
Hagelunwetter oder eine kurze Serie von Hagelereignissen ganz

07:38.780 --> 07:41.200
gravierende Milliardenschäden hervorgerufen hat.

07:41.640 --> 07:44.540
Und gerade Hagelschäden sind recht flächendeckend versichert.

07:44.940 --> 07:48.180
Das heißt, da möchte man seitens einer Versicherung wissen, was auf

07:48.180 --> 07:49.400
das Unternehmen zukommt.

07:49.400 --> 07:55.840
Um jetzt die höhere Auflösung in den regionalen, ja in den lokalen

07:55.840 --> 08:00.400
Bereich hinein zu erreichen, braucht man mehr Messstationen?

08:01.340 --> 08:03.640
Braucht man auch andere Modelle?

08:05.120 --> 08:06.660
Mehr Messstationen wären gut.

08:06.940 --> 08:09.960
Vermutlich wird man da aber auch nicht noch sehr viel mehr tun können.

08:10.400 --> 08:12.940
Die Automatisierung der Stationen ist noch denkbar.

08:13.540 --> 08:16.560
Die Modelle können und werden eine Weiterentwicklung erfahren.

08:16.560 --> 08:20.720
Da arbeiten wir im KIT ja auch intensiv dran mit vielen Partnern im In

08:20.720 --> 08:21.340
- und Ausland.

08:21.880 --> 08:23.460
Das ist etwas, was man beschreiten kann.

08:23.720 --> 08:26.980
Die Computerentwicklungen mit ihrer immer größeren Leistungsfähigkeit

08:26.980 --> 08:27.900
kommen uns da entgegen.

08:28.460 --> 08:30.940
Andererseits ist dann auch die Klimaforschung ein guter Kunde

08:30.940 --> 08:32.580
sozusagen für die Großrechner.

08:33.140 --> 08:36.040
Und das ist etwas, was im Zusammenspiel weiterentwickelt werden muss.

08:36.560 --> 08:40.360
Die Schritte, die man da jetzt noch im Erkenntnisgewinn erzielen kann,

08:40.460 --> 08:42.300
sind natürlich sozusagen recht teuer.

08:42.300 --> 08:45.560
Man kann nicht erwarten, dass man in den Klimamodellen eine

08:45.560 --> 08:51.160
Aussageschärfe noch sehr viel weiter erreichen kann, die man mit wenig

08:51.160 --> 08:54.780
Zusatzaufwand bezüglich Modellierung und Messstationen hinbekommt.

08:55.180 --> 08:58.060
Das ist ja jetzt recht aufwendig geworden, aber es ist durchaus noch

08:58.060 --> 09:01.340
ein größeres Potenzial dadurch gegeben, dass man eben auch in

09:01.340 --> 09:03.720
internationaler Kooperation so etwas tun kann.

09:04.520 --> 09:07.900
Gibt es da irgendwie noch einen Bruch zwischen dem globalen Modell und

09:07.900 --> 09:09.420
den regionalen Lokalen?

09:10.240 --> 09:12.900
Also diese Grenzen werden gut überbrückt.

09:13.140 --> 09:15.420
Es gibt auch ganz neue, zukunftsweisende Modellentwicklungen.

09:16.700 --> 09:20.820
Das ist dann die sogenannte nahtlose Vorhersage, wo man also im

09:20.820 --> 09:24.240
Prinzip mit dem Modellsystem, wenn es denn mal fertig ist, von der

09:24.240 --> 09:27.880
Wettervorhersage der nächsten Tage bis zu Klima-Aussagen über die

09:27.880 --> 09:31.140
nächsten Jahrzehnte bis zum Ende des Jahrhunderts zum Beispiel kommen

09:31.140 --> 09:31.420
kann.

09:31.800 --> 09:35.740
Die Modelle sind in ihrer gewissen Grundkonfiguration recht ähnlich.

09:35.740 --> 09:37.800
Deshalb ist es überhaupt denkbar.

09:38.340 --> 09:41.820
Aber wie und in welcher Art und Weise und mit welchen anderen Modellen

09:41.820 --> 09:44.920
dann auch noch abgeglichen sie betrieben werden, unterscheidet sich

09:44.920 --> 09:45.260
sehr.

09:46.100 --> 09:50.140
Jetzt ist auch in dem Papier die Rede davon, eine interdisziplinäre

09:50.140 --> 09:55.100
Zusammenarbeit anzustreben, zum Beispiel mit den Sozialwissenschaften,

09:55.460 --> 09:59.180
aber auch transdisziplinär mit der Zivilgesellschaft, mit der

09:59.180 --> 10:00.400
Wirtschaft und der Politik.

10:00.540 --> 10:01.740
Wie kann das aussehen?

10:01.740 --> 10:04.320
Ja, das ist sicherlich keine kleine Aufgabe.

10:04.600 --> 10:08.100
In diesem Klimakonsortium wird das aber sehr systematisch angegangen.

10:08.700 --> 10:12.160
Also in dieser großen Autorengruppe von 80 Personen, die kamen auch

10:12.160 --> 10:16.500
deshalb zustande, weil man eben solche Fachrichtungen, wo ja auch sehr

10:16.500 --> 10:20.560
viel Erfahrung schon bereits besteht durch bisherige Arbeiten zum

10:20.560 --> 10:23.840
Klimawandel und den Auswirkungen, dass man die also zusammenbringt.

10:24.380 --> 10:25.380
Und das ist gelungen.

10:25.520 --> 10:28.880
Ich war bei solchen Diskussionen und mehrtägigen Workshops dabei.

10:28.880 --> 10:30.820
Es ist kein ganz einfacher Weg.

10:31.060 --> 10:34.780
Man hat die gleichen sozusagen Gesprächsbarrieren zu überwinden, die

10:34.780 --> 10:36.640
immer zwischen den Disziplinen herrschen.

10:37.120 --> 10:39.380
Aber ich denke, hier ist der Weg eigentlich ganz gut beschrieben.

10:39.580 --> 10:41.940
Und wir haben, glaube ich, mit dem Konzept, auf das sich ja alle

10:41.940 --> 10:44.660
verständigt haben, auch beschrieben, wie es weitergehen kann.

10:46.520 --> 10:48.980
Politikberatung ist ja damit eingeschlossen.

10:49.640 --> 10:54.020
Da lese ich aus diesem Konzept ein bisschen so eine Kritik in der

10:54.020 --> 10:56.900
Vergangenheit, bezüglich der Vergangenheit heraus.

10:56.900 --> 11:01.840
Da werden besser zugeschnittene Formen der Politikberatung gefordert.

11:02.280 --> 11:03.820
Wo gibt es denn da die Defizite?

11:03.920 --> 11:05.580
Wie könnte man das ausgleichen?

11:06.240 --> 11:09.700
Ja, ich denke, es ist immer noch ein gegenseitiges Verständnisproblem.

11:10.280 --> 11:12.220
Naturwissenschaftler sind gewohnt, wie ich es vielleicht jetzt auch

11:12.220 --> 11:15.120
gerade tue, eher in der Wissenschaftlersprache zu sprechen.

11:15.740 --> 11:19.400
Politiker dagegen haben eine ganz andere Entscheidungsebene.

11:19.400 --> 11:21.280
Sie müssen viele Dinge miteinander vergleichen.

11:22.420 --> 11:25.640
Manchmal eben auch, wenn es um die finanzielle Ausstattung geht, von

11:25.640 --> 11:29.060
bestimmten Maßnahmen, müssen sie abwägen zwischen etwa im

11:29.060 --> 11:31.540
Kindergartenausbau und Klimawandelanpassung.

11:31.960 --> 11:34.440
Und das sind Entscheidungen, bei denen Ihnen so der reine Fachmann

11:34.440 --> 11:35.900
nicht so richtig weiterhelfen kann.

11:36.540 --> 11:40.180
Ich denke aber, dass man das mit solchen Personen, die auf beiden

11:40.180 --> 11:43.480
Seiten offen sind, und das sind natürlich sehr viele Bereiche der

11:43.480 --> 11:46.080
Gesellschaft betroffen, dass man da weiterkommen kann.

11:46.200 --> 11:48.940
Und es gibt eben auch schon Methoden, die auch aus den

11:48.940 --> 11:52.600
Sozialwissenschaften her entwickelt worden sind, wie man da am besten

11:52.600 --> 11:56.200
auf ein gegenseitiges Verstehen und auch Miteinanderhandeln zugehen

11:56.200 --> 11:56.500
kann.

11:57.460 --> 12:02.640
Jetzt ist das der Forschungsbedarf der nächsten zehn Jahre.

12:03.360 --> 12:08.620
Wo würden wir denn stehen, wenn wir das Jahr 2025 schreiben?

12:08.620 --> 12:14.440
Das heißt, welche Auflösung wird möglich sein bis dorthin, wenn Ihre

12:14.440 --> 12:16.440
Desiderate erfüllt sind?

12:17.560 --> 12:18.660
Ja, das ist eine gute Frage.

12:18.760 --> 12:21.860
Ich denke, man wird in der Auflösung, der rein räumlichen Auflösung,

12:21.980 --> 12:24.780
nochmal sehr viel feiner geworden sein zu dem Zeitpunkt.

12:25.380 --> 12:28.520
Es wird auch jetzt gerade ein aktuelles Forschungsprogramm aufgelegt,

12:28.620 --> 12:32.340
wo es darum geht, Stadtklimamodelle auf eine ganz neue Ebene zu

12:32.340 --> 12:32.620
hieven.

12:32.620 --> 12:37.580
Und das ist etwas, was eben auch ganz andere Modelltypen erfordert.

12:38.120 --> 12:41.860
Man kann also mit den jetzigen Klimamodellen nicht einfach so mit

12:41.860 --> 12:44.800
einer Auflösung von zehn Metern in die einzelne Straßenschlucht hinein

12:44.800 --> 12:45.580
zoomen.

12:45.840 --> 12:47.620
Das ist schlechterdings technisch unmöglich.

12:48.140 --> 12:51.180
Aber man kann bestimmte Dinge eben auch verbinden über statistische

12:51.180 --> 12:53.220
Verfahren oder Modellkopplungen.

12:53.740 --> 12:56.340
Aber ich glaube, man kann wirklich dann erwarten, zumindest für die

12:56.340 --> 12:59.860
großen Ballungszonen, dass man eine sehr detaillierte Straßenschlucht

12:59.860 --> 13:04.000
oder Grüngürtel oder Stadtquartiersauflösung erreicht in den Klima

13:04.000 --> 13:04.540
-Aussagen.

13:05.580 --> 13:08.940
KIT -Klimaforscher Professor Christoph Kottmeier sprach mit dem

13:08.940 --> 13:12.600
Wissenschaftsjournalisten Stephan Fuchs zum jüngsten Positionspapier

13:12.600 --> 13:14.280
des Deutschen Klimakonsortiums.

13:15.720 --> 13:19.500
Was es mit Brain-to-Text auf sich hat, gibt es gleich nach die vier

13:19.500 --> 13:21.280
Jahreszeiten von Vivaldi zu hören.

13:36.100 --> 13:39.140
Die 104.8, Radio KIT.

13:40.480 --> 13:43.260
Spracherkennung aus Gehirnströmen.

13:43.340 --> 13:46.780
Das ist einem jungen Team von Wissenschaftlern am KIT in

13:46.780 --> 13:50.060
Zusammenarbeit mit ihren Kollegen aus den USA erstmals gelungen.

13:50.960 --> 13:54.580
Ihre weltweit einmalige Studie hat bereits viel Beachtung und

13:54.580 --> 13:55.520
Anerkennung erfahren.

13:55.520 --> 13:59.060
Was ihre Forschungsarbeit von anderen Spracherkennungssystemen

13:59.060 --> 14:03.000
unterscheidet und mit welchen drei Komponenten die Spracherkennung

14:03.000 --> 14:07.320
erfolgreich arbeitet, erklärt Christian Herf, Diplom-Informatiker am

14:07.320 --> 14:11.720
Institut für Anthropomatik, KIT-Reporterin Susanne Rado-Savjovic.

14:12.080 --> 14:14.780
Ganz anders ist erstmal, dass wir die Spracherkennung nicht aus der

14:14.780 --> 14:17.360
akustischen Sprache, also aus der Sprache, die wir hören machen,

14:17.440 --> 14:18.520
sondern aus Gehirnströmen.

14:19.620 --> 14:23.800
Also direkt am Kortex, also an der Gehirnoberfläche, gemessene

14:23.800 --> 14:27.400
Gehirnströme und daraus erkennen wir die Sprache wieder.

14:28.340 --> 14:30.240
Und wie kann man sich das vorstellen?

14:30.520 --> 14:31.640
Wie seid ihr da vorgegangen?

14:32.200 --> 14:35.620
Also erstmal, die Personen haben den Schädel nicht für uns geöffnet

14:35.620 --> 14:38.320
bekommen, sondern waren für eine Epilepsiebehandlung sowieso im

14:38.320 --> 14:38.800
Krankenhaus.

14:38.880 --> 14:42.160
Diese Epilepsiebehandlung dauert normalerweise ein bis zwei Wochen und

14:42.160 --> 14:44.820
in dieser Zeit haben sie das Elektrodengitter im Kopf.

14:44.820 --> 14:48.520
Und weil das mit sehr viel Wartezeit verbunden ist, nehmen die

14:48.520 --> 14:52.080
teilweise dann an Experimenten teil und bei uns mussten sie einfach

14:52.080 --> 14:53.220
Texte vorlesen.

14:53.960 --> 14:57.480
Das waren politische Reden zum größten Teil und mit diesen politischen

14:57.480 --> 15:00.200
Reden konnten wir dann Spracherkennung aus dem Gehirn machen.

15:00.720 --> 15:03.060
Also das Besondere bei uns ist, dass wir nicht nur zeigen können,

15:03.160 --> 15:06.020
Spracherkennung aus dem Gehirn ist möglich, sondern wir konnten

15:06.020 --> 15:09.860
zeigen, in kontinuierlich gesprochener Sprache gibt es tatsächlich

15:09.860 --> 15:12.500
einzelne Muster für jeden gesprochenen Laut.

15:12.500 --> 15:15.760
Also man kann in Gehirnströmen zeigen, das hier ist ein A, das hier

15:15.760 --> 15:18.580
ist ein E und das auch in kontinuierlich gesprochener Sprache.

15:18.740 --> 15:22.620
Bisher wurde es gezeigt, wenn Leute ganz lange ein A oder ein E oder

15:22.620 --> 15:25.200
so sagen, dann kann man das unterscheiden, aber wir können das jetzt

15:25.200 --> 15:28.320
wirklich in flüssig gesprochener Sprache beschreiben und können

15:28.320 --> 15:32.420
zeigen, an diesen Stellen und zu diesen Zeitpunkten unterscheiden sich

15:32.420 --> 15:34.320
gesprochene Laute im Gehirn.

15:34.560 --> 15:37.960
Wie kann ich mir das jetzt als Laie vorstellen, also wie erkennt

15:37.960 --> 15:39.660
dieses System das Wort?

15:39.660 --> 15:42.980
Das System basiert sozusagen auf drei einzelnen Teilen.

15:43.020 --> 15:46.780
Das basiert einmal auf den Sprachmodellen aus Gehirnströmen und sagt

15:46.780 --> 15:50.880
dann zu jedem Zeitpunkt die Wahrscheinlichkeit, dass hier ein A, E, R,

15:50.960 --> 15:52.940
S oder so vorliegt, ist so und so hoch.

15:53.280 --> 15:57.400
Das wird kombiniert mit einem Wörterbuch, wo steht, das Wort Hallo

15:57.400 --> 16:01.900
setzt sich zusammen aus H, A, L, O und dann zusätzlich noch ein

16:01.900 --> 16:07.140
Sprachmodell, das sagt, nach ich kommt wahrscheinlich bin und niemals

16:07.140 --> 16:07.760
bist.

16:07.760 --> 16:11.800
Und mit diesen drei Komponenten zusammen können wir dann sagen, okay,

16:11.920 --> 16:15.320
mit diesen Wahrscheinlichkeiten für die Buchstaben zusammen mit so

16:15.320 --> 16:18.420
können Wörter überhaupt nur dargestellt werden und diese Wörter folgen

16:18.420 --> 16:21.440
aufeinander, kann dann die wahrscheinlichste Satzsequenz entschlüsselt

16:21.440 --> 16:21.700
werden.

16:22.200 --> 16:24.860
Also ist das auch so ein bisschen wie so ein Ausschlussverfahren?

16:25.400 --> 16:27.940
Ja, da ist ein ganz großer Teil Ausschlussverfahren drin.

16:28.540 --> 16:31.820
Unsere Suche funktioniert so, dass alle möglichen Wortsequenzen

16:31.820 --> 16:35.540
erstmal aufgebaut werden und dann wird durchgesucht, welche ist die

16:35.540 --> 16:36.560
wahrscheinlichste davon.

16:36.560 --> 16:39.400
Und schon nach den ersten paar Wörtern merke ich, okay, es gibt

16:39.400 --> 16:42.020
Wortfolgen, die sind so unwahrscheinlich, die lasse ich weg und

16:42.020 --> 16:43.200
durchsuche die gar nicht weit.

16:43.840 --> 16:46.540
Jetzt stand da auch, das wäre eine Riesenchance für so Leute, die

16:46.540 --> 16:51.720
vollständig gelähmt sind und sich dann aber irgendwie mitteilen können

16:51.720 --> 16:54.480
theoretisch, weil sie es von ihrem Verständnis oder von ihrer

16:54.480 --> 16:56.920
Wahrnehmung eigentlich schon könnten, aber aufgrund der Lähmung eben

16:56.920 --> 16:57.400
nicht können.

16:57.700 --> 16:59.340
Wie weit seid ihr da?

17:00.680 --> 17:04.380
Also das hier war die erste Studie, die tatsächlich Sprache versucht

17:04.380 --> 17:07.620
zu dekodieren aus dem Gehirn und wir haben uns nur tatsächlich

17:07.620 --> 17:09.200
gesprochene Sprache angehobt.

17:09.440 --> 17:13.020
Unser großes Ziel wäre natürlich, vorgestellte Sprache zu dekodieren.

17:14.060 --> 17:17.040
Und man weiß von vielen anderen Gehirnprozessen, dass sich die

17:17.040 --> 17:20.680
Vorstellungen von etwas und das tatsächliche Ausführen ziemlich

17:20.680 --> 17:21.320
ähneln.

17:21.600 --> 17:25.220
Gerade so bei Armbewegungen oder so, wenn ich meinen Arm bewege, ist

17:25.220 --> 17:27.960
es sehr ähnlich zu einer Vorstellung des bewegten Arms.

17:28.840 --> 17:31.840
Und wenn das Gleiche bei Sprache funktionieren würde, dann könnte man

17:31.840 --> 17:36.180
tatsächlich, dass die Versuchspersonen sich vorstellen, diese Sätze zu

17:36.180 --> 17:37.780
sprechen und das dann dekodieren.

17:38.040 --> 17:41.340
Ist das bei Sprache so, dass man sich Sprache gesprochen vorstellt,

17:41.440 --> 17:43.140
oder denkt man nicht eher in Bildern?

17:43.560 --> 17:46.260
Das ist der ganz große Unterschied und der ist hier ganz wichtig.

17:46.400 --> 17:48.320
Es wird oft gesagt, wir machen Gedankenlesen.

17:48.380 --> 17:48.880
Das ist es nicht.

17:48.960 --> 17:52.180
Es sind keine Gedanken, sondern wir dekodieren den Sprachprozess.

17:52.560 --> 17:54.840
Das heißt, die Versuchspersonen könnten immer noch ungestört

17:54.840 --> 17:58.600
nachdenken, aber wenn sie dann kommunizieren wollten, dann müssten sie

17:58.600 --> 17:59.900
sich Sprechen vorstellen.

17:59.900 --> 18:03.520
Und man sieht das in unseren Gehirnmuskeln auch ganz deutlich, welche

18:03.520 --> 18:04.740
Regionen aktiv werden.

18:04.800 --> 18:06.520
Wir können das so beobachten über die Zeit.

18:07.020 --> 18:10.660
Wir sehen, den Motorkortex, der für das Steuern der Muskeln zuständig

18:10.660 --> 18:14.400
ist, wird aktiv in Regionen, die für das Steuern der Gesichtsmuskeln

18:14.400 --> 18:15.440
nötig werden.

18:15.860 --> 18:16.780
Das ist ja echt erstaunlich.

18:16.960 --> 18:20.960
Also ich muss praktisch wie in Gedanken meine Rede halten, dann könnte

18:20.960 --> 18:24.500
dieser Sprachcomputer oder dieses System, das ihr da geschaffen habt,

18:24.700 --> 18:24.940
erkennen.

18:25.200 --> 18:26.400
Hoffentlich in der Zukunft.

18:26.860 --> 18:28.160
Im Moment sind wir da noch nicht.

18:28.240 --> 18:29.340
Aber das ist so euer Ziel.

18:29.340 --> 18:31.280
Genau, das ist so die große Vision.

18:31.600 --> 18:33.080
Es gibt natürlich sehr große Unterschiede.

18:33.160 --> 18:36.060
Zum Beispiel, unsere Versuchspersonen hören sich ja selber noch beim

18:36.060 --> 18:36.400
Sprechen.

18:36.440 --> 18:39.620
Das heißt, bei uns sind große Aktivierungen im auditorischen Kortex,

18:39.940 --> 18:42.560
also an denen direkt die Ohren sozusagen angeschlossen sind.

18:42.800 --> 18:45.160
Und das würde wegfallen, wenn die Leute sich nur noch vorstellen zu

18:45.160 --> 18:45.440
sprechen.

18:45.960 --> 18:49.040
Was war denn bei diesem ganzen Projekt für dich persönlich so das

18:49.040 --> 18:49.740
Erstaunlichste?

18:50.100 --> 18:53.700
Das Erstaunlichste ist das Zusammenspiel der einzelnen Komponenten.

18:53.760 --> 18:56.840
Man muss sich das vorstellen, wir haben diese Daten bekommen von der

18:56.840 --> 19:00.060
US -Uni und die haben damit neurowissenschaftliche Untersuchungen

19:00.060 --> 19:00.300
gemacht.

19:00.440 --> 19:03.740
Also sie zeigen, Sprache korreliert mit dieser Elektrode zum Beispiel.

19:03.980 --> 19:07.100
Und wir mussten von Anfang an zeigen, wir müssen jeden einzelnen

19:07.100 --> 19:10.560
Schritt durchführen, um dann irgendwann zu sehen, ja, man kann

19:10.560 --> 19:12.840
tatsächlich Sprache auch dekodieren und nicht nur

19:12.840 --> 19:14.460
neurowissenschaftliche Aussagen machen.

19:14.820 --> 19:18.520
Ich glaube, das erste Mal, dass wir so kleine Ergebnisse hatten, die

19:18.520 --> 19:22.340
besser waren als der Zufall, das war so richtig der schöne Moment, wo

19:22.340 --> 19:24.180
wir dachten, okay, da kann man noch was rausholen.

19:24.960 --> 19:27.260
Die 104.8 Radio KIT.

19:28.060 --> 19:31.520
Am vergangenen Dienstag wurde ein weiteres Stück Raumfahrtgeschichte

19:31.520 --> 19:31.920
geschrieben.

19:32.820 --> 19:36.380
Die Raumsonde New Horizons meldete den erfolgreichen Vorbeiflug am

19:36.380 --> 19:36.620
Pluto.

19:37.640 --> 19:41.680
Dabei entstanden atemberaubende Nahaufnahmen, die Pluto wie noch nie

19:41.680 --> 19:42.380
zuvor zeigen.

19:43.200 --> 19:47.360
Zu erkennen sind Berge mit einer teilweise Höhe von 3500 Metern, die

19:47.360 --> 19:48.520
aus Wasser und Eis bestehen.

19:49.520 --> 19:52.220
Vorstellbar ist auch, dass sich Vulkane auf der Oberfläche Plutus

19:52.220 --> 19:52.620
befinden.

19:52.620 --> 19:57.220
Die Sonde New Horizons hatte zuvor eine Strecke von über 4,8

19:57.220 --> 20:00.220
Milliarden Kilometern zurückgelegt, die über neun Jahre dauerte.

20:01.200 --> 20:04.380
Das Projekt der NASA kostete 700 Millionen US-Dollar.

20:05.500 --> 20:08.180
Der Begriff False Friends dürfte einigen bekannt sein.

20:08.840 --> 20:11.340
Wahrscheinlich im Zusammenhang mit sozialen Netzwerken.

20:12.360 --> 20:15.580
Was der Begriff mit der Übersetzung einer Sprache zu tun hat, erklären

20:15.580 --> 20:18.900
wir gleich in unserer Rubrik Wissen auf den Punkt gebracht.

20:18.900 --> 20:22.280
Hey Laura, it's me.

20:24.700 --> 20:28.240
Hey Laura, it's me.

20:32.930 --> 20:36.550
Das Studium der Germanistik besteht aus zweifach Bereichen.

20:37.170 --> 20:40.050
Der neueren deutschen Literatur und der Mediavistik.

20:40.770 --> 20:44.090
Die Mediavistik beschäftigt sich mit der Literatur des Mittelalters,

20:44.610 --> 20:47.990
vor allem mit Schriften aus dem Hochmittelalter zur Zeit der Staufer.

20:48.910 --> 20:52.830
Diese sind natürlich nicht in Neuhochdeutsch geschrieben, sondern

20:52.830 --> 20:56.230
stammen aus einer älteren Sprachstufe, dem Mittelhochdeutschen.

20:57.410 --> 21:00.530
Vor allem am Anfang des Germanistikstudiums steckt die Übersetzung

21:00.530 --> 21:03.810
mittelhochdeutscher Texte in unserer heutigen Sprache voller Typen.

21:04.510 --> 21:06.570
Denn überall lauern falsche Freunde.

21:07.630 --> 21:10.830
Was es mit denen auf sich hat, das erklärt jetzt Dr. Michael Rupp,

21:11.250 --> 21:13.690
Spezialist für Mittelalterkunde am KIT.

21:14.590 --> 21:18.510
Wir haben Teilchenbeschleuniger, das ist ein Gerät, das wir besonders

21:18.510 --> 21:21.130
gerne bei Bäckereien oder so ähnlich.

21:27.410 --> 21:32.070
Es geht um den false friend, also die falschen Freunde in der Sprache.

21:32.850 --> 21:36.870
Ein Freund ist ja jemand, den man sich freut zu sehen und von dem man

21:36.870 --> 21:38.210
meint, ihn zu kennen.

21:38.490 --> 21:39.990
Und so kommt der Begriff zustande.

21:39.990 --> 21:44.570
Ein falscher Freund ist eine mittelhochdeutsche Vokabel, von der ich

21:44.570 --> 21:47.690
erst mal denke, ich könnte die doch kennen und die bedeutet genau das,

21:47.810 --> 21:48.230
was ich denke.

21:48.350 --> 21:50.930
Nämlich zum Beispiel mittelhochdeutsch murd.

21:51.770 --> 21:56.810
Man weiß, das wird über die Monophthongierung zum neuhochdeutschen

21:56.810 --> 21:57.490
Wort mut.

21:58.350 --> 22:00.850
Und würde es dann gerne auch mit mut übersetzen.

22:01.690 --> 22:02.750
Und dann liegt man falsch.

22:03.430 --> 22:07.590
Denn murd mittelhochdeutsch heißt so viel wie das Gemüt.

22:08.950 --> 22:12.010
Also nicht der Mut, den man hat, um irgendwelche Dinge zu tun, die

22:12.010 --> 22:15.790
sich andere nicht trauen, sondern das Gemüt, in dem man Freude, Sorgen

22:15.790 --> 22:19.250
und Trauer empfindet und mit dem man edel oder schlecht sein kann.

22:19.770 --> 22:21.630
Oder in dem man erhoben sein kann.

22:21.710 --> 22:25.930
Dann wäre das ein hoher Murd, also die festliche Freude bei einer

22:25.930 --> 22:27.010
höfischen Veranstaltung.

22:27.690 --> 22:29.870
Das sind alles Sachen, die zu übersetzen.

22:29.870 --> 22:33.930
Man muss sich erstmal viel überlegen und die einen erstmal auf eine

22:33.930 --> 22:37.630
ganz falsche Fährte locken, wenn man noch nicht genau weiß, was das

22:37.630 --> 22:41.630
semantisch alles damals bedeutet hat und was es heute nicht mehr

22:41.630 --> 22:42.110
bedeutet.

22:42.670 --> 22:45.810
False friends oder falsche Freunde bei der Übersetzung vom

22:45.810 --> 22:47.410
mittelhochdeutschen ins neuhochdeutsche.

22:49.210 --> 22:53.130
Nanopartikel gelten gegenwärtig als wahre Wunderwaffe in der Kosmetik.

22:53.130 --> 22:58.430
Im Januar 2015 fand die weltweit größte internationale Fachmesse und

22:58.430 --> 23:02.510
Konferenz für Nanotechnologie, der Nanotech, in Tokio statt.

23:03.530 --> 23:06.590
Dort konnte man hautnah erleben, was in den Laboren der

23:06.590 --> 23:09.790
Kosmetikindustrie so alles auf Nanobasis entwickelt wird.

23:10.750 --> 23:13.750
Der Zweck von Nanopartikeln ist es, Pflegestoffe durch die

23:13.750 --> 23:16.230
Hautbarriere in tiefe Hautschichten zu transportieren.

23:16.830 --> 23:18.810
Dort entfalten sie ihre verjüngende Wirkung.

23:19.730 --> 23:23.170
In unserer Reihe von Experteninterviews des Studiengangs Wissenschaft

23:23.170 --> 23:28.250
Medienkommunikation hat René Arnold mit Dr. Thilo Westermann, Alumnus

23:28.250 --> 23:32.390
des KIT und Entwicklungsleiter der Kosmetikfirma Carecos gesprochen.

23:33.130 --> 23:36.590
Zu Beginn stellte sie ihnen die Frage, in welchen Kosmetikprodukten

23:36.590 --> 23:38.630
Nanopartikel schon heute eingesetzt werden.

23:44.650 --> 23:49.970
WMKfunk, Radio KIT präsentiert Beiträge des Studiengangs Wissenschaft

23:49.970 --> 23:52.050
Medienkommunikation.

23:53.230 --> 23:58.650
Im Moment ist es ausschließlich im Bereich der Sonnenschutzkosmetik

23:58.650 --> 24:02.770
zur Reduzierung der Wirkung von UV-Strahlung auf die Haut.

24:02.770 --> 24:07.070
Diesbezüglich gibt es im Moment erst eine Substanz, die in der

24:07.070 --> 24:09.750
Nanoform definitiv zugelassen ist.

24:10.170 --> 24:12.070
Und dabei handelt es sich um Titandioxid.

24:12.630 --> 24:16.610
Im Bereich Titandioxid ist das eine physikalische Wirkung.

24:17.110 --> 24:23.470
Das heißt, die UV-Strahlung wird physikalisch gestreut und dadurch

24:23.470 --> 24:28.950
eben auch zum großen Teil reflektiert und kann so eben keinen Schaden

24:28.950 --> 24:32.130
im strukturellen Bereich der Haut verursachen.

24:32.130 --> 24:33.310
Seit dem 11.

24:33.490 --> 24:38.230
Juli 2013 muss die Kosmetikindustrie die Verwendung von Nanoteilchen

24:38.230 --> 24:39.070
kennzeichnen.

24:39.450 --> 24:41.450
Reicht diese Kennzeichnungspflicht aus?

24:42.130 --> 24:44.790
Beziehungsweise wird hier der Verbraucher dann nicht weit ein Stück

24:44.790 --> 24:47.630
allein gelassen mit der Frage, anwenden oder nicht?

24:48.010 --> 24:50.950
Dazu ist prinzipiell zu sagen, dass natürlich die

24:50.950 --> 24:52.490
Kennzeichnungspflicht besteht.

24:52.490 --> 24:56.570
Das heißt, die Substanzen, die in Nanoform in kosmetischen Produkten

24:56.570 --> 25:00.550
eingesetzt werden, müssen in der sogenannten Inki-Deklaration auch mit

25:00.550 --> 25:03.330
dem Zusatz Nano gekennzeichnet sein.

25:03.690 --> 25:07.770
Ein kosmetisches Produkt darf laut Gesetz ausschließlich der Pflege

25:07.770 --> 25:08.810
und dem Schutz dienen.

25:09.170 --> 25:13.310
Im Gegensatz, ein Arzneimittel dient zur Behandlung einer Krankheit

25:13.310 --> 25:16.730
und da ist man eben durchaus bereit, auch eine Nebenwirkung in Kauf zu

25:16.730 --> 25:16.970
nehmen.

25:17.350 --> 25:20.510
Das ist ein absolutes No-Go bei kosmetischen Produkten.

25:20.510 --> 25:24.310
Deshalb kann die Endverbraucherin oder der Endverbraucher auch davon

25:24.310 --> 25:29.210
ausgehen, dass Substanzen, die nanoskalig sind und die in kosmetischen

25:29.210 --> 25:32.870
Produkten zum Einsatz kommen, auch entsprechend überprüft wurden auf

25:32.870 --> 25:37.130
deren Sicherheit und auch überprüft wurden auf die Sicherheit in einem

25:37.130 --> 25:38.190
kosmetischen Produkt.

25:38.630 --> 25:42.630
Momentan lassen sich ja bekanntlicherweise überall sogenannte Back-to

25:42.630 --> 25:43.810
-Nature -Trends erkennen.

25:44.410 --> 25:48.710
Viele halten die Naturkosmetik für etwas Gutes, Gesundes und

25:48.710 --> 25:53.810
assoziieren damit, dass keine unnatürlichen Zusätze in ihrer Kosmetik

25:53.810 --> 25:54.770
zu finden sind.

25:55.510 --> 25:59.170
Würden Sie dem daher zustimmen, dass die Naturkosmetik ein Gegner der

25:59.170 --> 26:00.490
Nanotechnologie ist?

26:01.410 --> 26:05.470
Naturkosmetik ist nicht zwangsläufig ein Gegner der Nanokosmetik.

26:05.570 --> 26:08.210
Ich glaube, man muss das ganze Thema Naturkosmetik und klassische

26:08.210 --> 26:10.270
Kosmetik etwas differenzierter sehen.

26:10.970 --> 26:14.830
Naturkosmetik ist ein Trend oder eine gewisse Einstellungssache der

26:14.830 --> 26:16.530
Endverbraucherin oder des Endverbrauchers.

26:16.530 --> 26:21.770
Aber grundsätzlich ist Naturkosmetik nicht besser und nicht schlechter

26:21.770 --> 26:23.210
als eine klassische Kosmetik.

26:23.330 --> 26:28.550
Von daher ist a priori ein Naturkosmetikprodukt auch nicht sicherer

26:28.550 --> 26:30.370
als ein klassisches Kosmetikprodukt.

26:30.550 --> 26:35.110
Im Gegenteil, es ist sogar so, dass die Unverträglichkeitsrate bei

26:35.110 --> 26:39.450
Naturkosmetikprodukten sogar höher sein kann als bei einem Produkt der

26:39.450 --> 26:40.590
klassischen Kosmetik.

26:40.590 --> 26:45.050
Bei klassischer Kosmetik setzt man definierte Rohstoffe ein, da hat

26:45.050 --> 26:47.290
man eine konstante Qualität.

26:47.730 --> 26:52.530
Genau diesen Punkt hat man eben bei Naturkosmetik nicht, weil die

26:52.530 --> 26:56.590
Rohstoffe, die für Naturkosmetik eingesetzt werden, eben natürlichen

26:56.590 --> 26:57.750
Schwankungen unterliegen.

26:58.550 --> 27:02.250
Nanopartikel stehen im Verdacht, Entzündungen oder sogar Krebs

27:02.250 --> 27:05.930
auszulösen, da sie anscheinend so klein sind, dass sie die gesunde

27:05.930 --> 27:07.570
Hautbarriere durchdringen können.

27:07.570 --> 27:11.890
Sind damit Kosmetika mit Nanotechnologie potenziell gefährlich?

27:12.370 --> 27:16.510
Die Nanopartikel, die zugelassen sind, die sind eben auch entsprechend

27:16.510 --> 27:19.850
getestet worden, dass eben diesbezüglich kein Risiko besteht.

27:20.070 --> 27:23.970
Grundsätzlich ist es natürlich so, dass ein Nanopartikel natürlich

27:23.970 --> 27:27.770
anders reagiert und auch andere Penetrationseigenschaften hat als ein

27:27.770 --> 27:28.830
größeres Partikel.

27:29.190 --> 27:34.090
Welche Effekte Nanopartikel generell auf die menschliche Gesundheit

27:34.090 --> 27:36.650
haben können, das muss im Einzelfall geklärt werden.

27:36.650 --> 27:40.710
Weil jedes Nanopartikel kann natürlich unterschiedliche

27:40.710 --> 27:41.940
Wechselwirkungen eingehen.

27:42.510 --> 27:45.990
Alles, was im Kosmetikbereich eingesetzt werden darf, muss

27:45.990 --> 27:49.650
entsprechend abgesichert sein, muss entsprechend überprüft sein, dass

27:49.650 --> 27:53.870
es eben keinerlei negative, unerwünschte Wirkungen auf den

27:53.870 --> 27:55.790
menschlichen Organismus ausübt.

27:55.790 --> 28:00.010
Herr Dr. Westermann, gerade haben Sie ja den Verdacht zurückgewiesen,

28:00.230 --> 28:05.150
dass nanoskalige Substanzen in Kosmetikprodukten bei gesunder Haut ein

28:05.150 --> 28:07.770
Auslöser für Entzündungen und Krebs sein können.

28:08.210 --> 28:12.110
Nun stellt sich aber die Frage, was passiert bei geschädigter Haut?

28:12.870 --> 28:15.930
Grundsätzlich stellt natürlich geschädigte Haut einen Sonderfall dar.

28:16.290 --> 28:20.790
Normale Kosmetik ist natürlich vorgesehen für die Anwendung auf nicht

28:20.790 --> 28:21.750
geschädigter Haut.

28:21.750 --> 28:25.610
Bei geschädigter Haut muss man natürlich berücksichtigen, welche Art

28:25.610 --> 28:27.510
von einer Schädigung liegt vor.

28:27.870 --> 28:32.350
Wenn es sich beispielsweise um eine offene Wunde handelt, dann ist

28:32.350 --> 28:36.850
natürlich die Barrierefunktion der Haut an dieser Stelle reduziert.

28:37.430 --> 28:40.950
Und üblicherweise sind eben kosmetische Produkte auch nicht dazu

28:40.950 --> 28:44.010
gedacht, solche Haut zu behandeln.

28:44.010 --> 28:48.950
Generell ist natürlich die Aussage richtig, wenn ich eine reduzierte

28:48.950 --> 28:52.930
Barrierefunktion der Haut habe, dann gibt es natürlich auch die

28:52.930 --> 28:58.590
Chance, dass nanoskalige Partikel tiefer in die Haut penetrieren

28:58.590 --> 29:01.810
können, dass sie unter Umständen auch durch die Haut hindurch

29:01.810 --> 29:04.990
penetrieren können, dass sie also auch systemisch wirksam werden

29:04.990 --> 29:05.430
könnten.

29:05.850 --> 29:09.190
Und das muss dann natürlich explizit auch untersucht und abgeklärt

29:09.190 --> 29:09.530
werden.

29:09.950 --> 29:13.490
Kommen wir nun zur letzten Frage unseres heutigen Interviews.

29:13.490 --> 29:19.050
Wie versucht die Kosmetikproduktion in Zukunft, das Risiko, das mit

29:19.050 --> 29:22.570
dem Eindringungsvermögen von Nanopartikeln in den menschlichen Körper

29:22.570 --> 29:24.470
verbunden ist, einzudämmen?

29:24.750 --> 29:29.470
Das Eindringvermögen von Nanopartikeln wird natürlich im Vorfeld,

29:29.570 --> 29:33.490
bereits in der Zulassungsphase von so einem Material untersucht.

29:33.630 --> 29:37.450
Da gibt es entsprechende Tests, die werden zum Beispiel an

29:37.450 --> 29:40.810
Schweinehaut durchgeführt, die ja der menschlichen Haut sehr ähnlich

29:40.810 --> 29:41.170
ist.

29:41.170 --> 29:45.630
Man prüft auch ganz gezielt die Eindringtiefe über sogenannte Strip

29:45.630 --> 29:46.050
-Tests.

29:46.590 --> 29:49.090
Und das ist also auch eine sehr interessante Untersuchungsmethode,

29:49.210 --> 29:52.750
über die sich die Sicherheit eines solchen Materials überprüfen lässt.

29:53.590 --> 29:57.410
In unserer Reihe von Expertengesprächen des Studiengangs Wissenschaft,

29:57.770 --> 30:02.550
Medien, Kommunikation, WMKfunkt, war das René Arnold im Gespräch mit

30:02.550 --> 30:05.330
dem Kosmetikexperten Dr. Thilo Westermann.

30:24.520 --> 30:27.780
Damit sind wir leider am Ende der heutigen Sendung angekommen.

30:28.480 --> 30:30.440
Vielen Dank an alle, die eingeschaltet haben.

30:31.020 --> 30:34.980
Ich freue mich, Sie nächste Woche wieder grüßen zu dürfen, dann mit

30:34.980 --> 30:36.500
Radio Kai.de im Campus-Format.

30:37.380 --> 30:40.260
Das Wetter sieht hier vom Studiofenster vielversprechend aus.

30:40.960 --> 30:42.560
Genießen Sie noch diesen Donnerstagabend.

30:43.200 --> 30:46.200
Ich wünsche jetzt schon ein schönes und entspanntes Wochenende.

30:46.940 --> 30:48.640
Mein Name ist Joshua Bayless.

30:49.140 --> 30:51.920
Falls Sie die Sendung oder einzelne Beiträge noch einmal hören

30:51.920 --> 30:56.120
möchten, können Sie dies unter radio.kai.de.edu tun.

30:56.920 --> 31:00.080
Zum Schluss gibt es noch einen von meinen Lieblingsjazzstücken zu

31:00.080 --> 31:02.680
hören, nämlich Moanin' von Art Blakely.

