WEBVTT

00:06.840 --> 00:08.600
Schönen guten Morgen, ich begrüße Sie ganz herzlich.

00:09.240 --> 00:12.480
Wir wollen heute die numerische Integration tatsächlich auch schon

00:12.480 --> 00:14.980
wieder abschließen und uns noch ein paar Gedanken machen.

00:15.580 --> 00:18.160
Kurz wiederholen, was die Ordnung einer Quadraturformel ist.

00:18.900 --> 00:21.800
Und dann haben wir im Grunde genommen drei Dinge abzuarbeiten.

00:22.880 --> 00:26.100
Das erste ist, wir wollen symmetrische Quadraturformeln definieren und

00:26.100 --> 00:28.660
kennenlernen, was deren Eigenschaften sind.

00:29.820 --> 00:34.160
Zum anderen wollen wir Quadraturformeln höherer Ordnung herleiten und

00:34.160 --> 00:36.420
einen Ansatz verfolgen, um das zu tun.

00:36.600 --> 00:39.800
Und als drittes wollen wir uns Gedanken machen heute über den Fehler,

00:40.000 --> 00:41.380
den wir machen bei der numerischen Integration.

00:42.700 --> 00:48.340
Okay, fangen wir nochmal kurz an und wiederholen, was die Idee ist.

00:48.360 --> 00:53.800
Wir wollen also ein Riemann-Integral von a bis b über f lösen und

00:53.800 --> 00:54.660
haben keine Stammfunktionen.

00:55.920 --> 00:59.140
Und machen das also numerisch und approximieren das dann durch so eine

00:59.140 --> 01:00.280
Quadraturformel.

01:00.700 --> 01:03.200
Die Quadraturformel sieht folgendermaßen aus.

01:03.260 --> 01:08.720
Man könnte sagen b minus a Grundseite mal Höhe, während die Höhe so

01:08.720 --> 01:12.120
eine Gewichtung von Funktionswerten ist, eben des Graphen.

01:12.600 --> 01:15.960
Die bi's sind die Gewichte, die in der Summe in der Regel 1 ergeben.

01:16.020 --> 01:19.340
Das hatten wir schon gesehen an der ersten Ordnungsbedingung, dass das

01:19.340 --> 01:19.900
Sinn macht.

01:19.900 --> 01:25.040
Sonst könnten wir noch nicht mal konstante Funktionen perfekt

01:25.040 --> 01:28.860
ausrechnen.

01:29.320 --> 01:32.300
Und die ci's, das sind die sogenannten Knoten.

01:32.760 --> 01:36.340
Erst die Übertragung durch a plus ci mal b minus a nennen wir

01:36.340 --> 01:36.860
Stützstelle.

01:36.980 --> 01:40.440
Das ist jetzt eine Stelle, die lebt zwischen a und b, während die ci's

01:40.440 --> 01:44.300
somiert bezüglich des Intervalls 0,1 definiert sind, hier in der

01:44.300 --> 01:44.900
Vorlesung.

01:44.900 --> 01:48.840
Also damit Sie das wieder im Kopf haben, die bi's sind die Gewichte,

01:48.940 --> 01:51.080
mit denen wir die fi's gewichten, die Höhen.

01:52.220 --> 01:55.460
Und die ci's, die Knoten, die bestimmen im Grunde genommen, an welcher

01:55.460 --> 01:57.240
Stelle wir das Ganze auswerten.

01:59.940 --> 02:03.080
Okay, wir hatten definiert, was eine Ordnung einer Quartaturformel

02:03.080 --> 02:03.340
ist.

02:03.920 --> 02:07.700
Die Ordnung einer Quartaturformel ist p, wenn alle Polynome bis zum

02:07.700 --> 02:12.520
Grad p minus 1 exakt integriert werden oder exakt berechnet werden.

02:12.520 --> 02:16.240
Wenn also das exakte Integral des Polynoms übereinstimmt mit der

02:16.240 --> 02:18.380
Quartaturformel, 1 zu 1 übereinstimmt.

02:19.000 --> 02:22.720
Und dann hatten wir uns schon letzte Woche überlegt, wie das möglich

02:22.720 --> 02:26.980
ist, das irgendwie anders auszudrücken.

02:27.780 --> 02:31.740
Ja, das haben wir so gemacht, indem wir erstmal konstante Polynome,

02:31.780 --> 02:35.580
also von Grad 0, eingesetzt haben in unsere Integral.

02:35.620 --> 02:38.280
Das haben wir direkt ausgerechnet in unsere Quartaturformel, haben das

02:38.280 --> 02:40.300
gleichgesetzt und haben dann eine Bedingung erhalten.

02:40.300 --> 02:43.900
Dann haben wir lineare Polynome genommen, eine weitere Bedingung

02:43.900 --> 02:46.760
erhalten, quadratische Polynome eingesetzt, eine weitere Bedingung

02:46.760 --> 02:47.240
erhalten.

02:47.760 --> 02:50.660
Und so erhalten wir tatsächlich p viele Bedingungen.

02:50.800 --> 02:55.680
Achten Sie darauf, wir fangen beim Grad 0 an und gehen bis zum Grad p

02:55.680 --> 02:56.340
minus 1.

02:56.780 --> 02:58.300
Und das sind p Bedingungen.

03:00.400 --> 03:04.580
Und diese Ordnungsbedingungen sind sozusagen eine Charakterisierung

03:04.580 --> 03:07.080
der Ordnung, wie sie oben definiert ist.

03:09.000 --> 03:12.360
Charakterisierung deutet darauf hin, dass etwas 1 zu 1 äquivalent ist.

03:12.480 --> 03:15.600
Sie hätten die Ordnung auch direkt über diese Ordnungsbedingungen

03:15.600 --> 03:16.580
definieren können.

03:17.140 --> 03:19.480
Es ist äquivalent zu der Definition, die drüber steht.

03:23.140 --> 03:26.600
Oben sehen Sie, bei der Definition steht hinten dieses Zusatzwörtchen,

03:26.680 --> 03:28.120
wobei p maximal ist.

03:28.200 --> 03:33.800
Das soll heißen, es gibt irgendwie ein Polynom vom Grad p, was Sie

03:33.800 --> 03:35.440
nicht mehr exakt integrieren können.

03:36.700 --> 03:39.540
Bis zu Grad p minus 1 klappt alles dann nicht mehr.

03:40.120 --> 03:44.500
Das spiegelt sich wieder unten in der Charakterisierung durch, aber

03:44.500 --> 03:46.900
nicht mehr für q gleich p plus 1.

03:47.000 --> 03:49.960
Das heißt, die p plus erste Ordnungsbedingung, das ist die erste, die

03:49.960 --> 03:50.620
verletzt ist.

03:51.660 --> 03:54.720
Wenn die erfüllt wäre, dann würden ja auch Polynome vom Grad p exakt

03:54.720 --> 03:55.480
integriert werden.

03:55.820 --> 03:57.340
Das ist die erste, die nicht mehr erfüllt ist.

03:57.420 --> 04:00.820
Das ist die Maximalität, das entspricht 1 zu 1 der Maximalität oben in

04:00.820 --> 04:01.720
der Definition.

04:03.080 --> 04:05.140
Gut, Ordnungsbedingungen, die lassen sich leicht überprüfen.

04:06.660 --> 04:09.460
Quadraturformeln sind im Grunde genommen durch die Gewichte und Knoten

04:09.460 --> 04:10.320
eindeutig bestimmt.

04:10.580 --> 04:14.280
Ich gebe Ihnen hier einen Satz von Gewichten und Knoten, vielleicht

04:14.280 --> 04:15.300
die Simpson-Regel.

04:15.740 --> 04:18.880
Und Sie könnten jetzt hier an den Ordnungsbedingungen abchecken, bis

04:18.880 --> 04:22.860
zu welcher Ordnung diese Ordnungsbedingungen gelten.

04:23.560 --> 04:26.140
Und könnten mir sagen, die Quadraturformel, die Sie mir gegeben haben,

04:26.280 --> 04:28.520
hat Ordnung 4, wie bei der Simpson-Regel.

04:29.560 --> 04:32.480
Oder, wie bei der Mittelpunktregel, Ordnung 2.

04:33.820 --> 04:37.280
Oder, wie bei der Trapez-Regel, Ordnung 2.

04:39.000 --> 04:40.540
Und das ist auch schon ganz interessant.

04:40.720 --> 04:42.480
Also hier haben wir nochmal... ach nee, haben wir nicht.

04:42.960 --> 04:44.700
Da kommt erst mal eine Folie dazwischen.

04:45.140 --> 04:48.060
Diese Ordnungsbedingungen... okay, da gehen wir lieber nochmal ganz

04:48.060 --> 04:48.760
kurz zurück.

04:49.400 --> 04:52.600
Jetzt gucken wir nochmal auf die Ordnungsbedingungen auf diese Summe

04:52.600 --> 04:52.880
hier.

04:54.080 --> 04:55.640
Hier, schauen Sie mal hier genauer hin.

04:55.740 --> 04:56.420
Was passiert?

04:57.400 --> 05:02.500
Es wird immer das Bi, und zwar in lineare Art und Weise, das Bi steht

05:02.500 --> 05:07.320
immer da, mit einem Ci-Hochexponent multipliziert.

05:07.440 --> 05:09.180
Eine Exponenz eben q-1.

05:09.720 --> 05:12.740
Abhängig davon, in welcher Ordnungsbedingung wir uns gerade befinden.

05:14.020 --> 05:18.100
Das heißt, das Bi verändert sich nicht und ist sozusagen linear.

05:18.100 --> 05:26.700
Sie könnten diese Geschichte hier als Vektor interpretieren, als

05:26.700 --> 05:27.380
Skalarprodukt.

05:27.760 --> 05:33.100
Sehen Sie, Sie würden das so schreiben, c1 hoch q-1.

05:34.960 --> 05:40.260
Und da machen Sie einen Zeilenvektor draus, bis cs hoch q-1.

05:40.340 --> 05:42.300
Den schreiben Sie jetzt hier in so einen Zeilenvektor.

05:43.120 --> 05:47.620
Und den multiplizieren Sie mit einem Spaltenvektor, wo hier die Bs

05:47.620 --> 05:50.300
drinstehen, b1 bis bs.

05:51.140 --> 05:53.080
Das ist so ein euclidisches Skalarprodukt.

05:53.260 --> 05:55.560
Wenn Sie das ausmultiplizieren, dann geht das ja komponentenweise,

05:55.620 --> 05:58.800
wird das multipliziert und komplett aufaddiert, dann kommt genau die

05:58.800 --> 05:59.340
Summe raus.

06:00.100 --> 06:00.800
Von diesen Produkten.

06:01.760 --> 06:04.480
Sie können das also als Seile mal Spalte interpretieren.

06:07.380 --> 06:10.160
Und zwar könnten Sie jetzt sagen, die Spalte ändert sich nie.

06:10.160 --> 06:13.060
Die Bs gehen immer in linearer Art und Weise in die

06:13.060 --> 06:14.900
Ordnungsbedingungen ein.

06:14.960 --> 06:19.100
Das Einzige, was sich ändert, ist doch das q, der Exponent, der bei

06:19.100 --> 06:20.300
den cis auftaucht.

06:21.380 --> 06:25.300
Für q gleich 1 steht da nur ci hoch 0.

06:27.140 --> 06:27.780
Das ist 1.

06:28.280 --> 06:32.300
Das heißt, da wäre diese Seile, die jetzt vor diesem B-Vektor steht,

06:32.440 --> 06:34.880
wäre konstant der Vektor von dem konstanten Wert 1.

06:35.750 --> 06:42.440
Als nächstes käme der Vektor c1 bis cs, dann käme c1² bis cs² und so

06:42.440 --> 06:43.060
weiter und so fort.

06:44.300 --> 06:45.260
Lange Rede, kurzer Sinn.

06:45.340 --> 06:47.080
Sie könnten das in eine Matrix schreiben.

06:47.840 --> 06:50.980
Jede einzelne Ordnungsbedingung entspricht Seile mal Spalte.

06:51.720 --> 06:53.720
Jetzt haben Sie q Ordnungsbedingungen.

06:54.420 --> 06:56.800
Dann haben Sie q mal Seile mal Spalte.

06:56.800 --> 07:00.180
Und dann schreiben Sie diese Zeilen, die sich ändern, untereinander

07:00.180 --> 07:01.320
und erhalten eine Matrix.

07:02.160 --> 07:04.420
Und das b geht in lineare Art und Weise da ein.

07:05.620 --> 07:10.220
Das ist eine kompakte Schreibweise für exakt das Gleiche, was auf der

07:10.220 --> 07:12.000
Folie davor steht.

07:12.720 --> 07:14.420
Und das ist also ein lineares Gleichungssystem.

07:15.620 --> 07:18.320
Welche Frage stellt sich jetzt bei dem linearen Gleichungssystem?

07:19.880 --> 07:21.080
Unter Umständen

07:25.420 --> 07:33.120
ist das löstbar und löstbar hier in Hinblick auf die bs, in Hinblick

07:33.120 --> 07:35.100
auf die Gewichte.

07:35.920 --> 07:37.820
Gucken wir uns mal die Bemerkung da unten an.

07:37.880 --> 07:42.780
Da steht für p gleich s, also zumindest wenn ich die ersten s

07:42.780 --> 07:47.640
Ordnungsbedingungen mal hinschreibe, nur die ersten s, dann erhalte

07:47.640 --> 07:51.740
ich eine quadratische Matrix und dann könnte man sich fragen, ob die

07:51.740 --> 07:57.000
Matrix selber invertierbar ist, sodass ich dann also für vorgegebene

07:57.000 --> 08:01.940
Knoten c, die bilden ja die Matrix, die Gewichte in eindeutiger Weise

08:01.940 --> 08:02.760
berechnen kann.

08:03.480 --> 08:04.560
Oder muss, wie Sie wollen.

08:04.640 --> 08:06.800
Die sind da sozusagen festgelegt eindeutig.

08:07.380 --> 08:10.920
Haben Sie schon mal die Struktur einer solchen Matrix kennengelernt in

08:10.920 --> 08:11.780
der linearen Algebra?

08:13.580 --> 08:16.120
Unter Umständen könnte Ihnen das über den Weg gelaufen sein.

08:16.200 --> 08:18.240
Das ist eine sogenannte Vandermonde-Matrix.

08:19.460 --> 08:22.800
Die hat ja Struktur, weil sie in der ersten Zeile immer hoch 0 hat.

08:24.220 --> 08:28.160
Also da stehen s Einträge, hoch 0, dann hoch 1, hoch 2 und so weiter.

08:28.260 --> 08:29.280
Das ist viel Struktur.

08:29.460 --> 08:32.660
Das ist eine bekannte Matrix-Struktur und die nennt man Vandermonde

08:32.660 --> 08:33.160
-Matrix.

08:33.900 --> 08:39.620
Und tatsächlich ist die invertierbar, wenn die Knoten alle verschieden

08:39.620 --> 08:40.380
voneinander sind.

08:40.380 --> 08:42.840
Also kein Pärchen zweimal vorkommt.

08:43.340 --> 08:46.820
Also nein, Sie können kein Pärchen wählen und die sind identisch, die

08:46.820 --> 08:47.160
Knoten.

08:47.360 --> 08:48.960
Sie sind paarweise verschieden.

08:49.460 --> 08:53.360
Also paarweise verschieden sagen wir Mathematiker dazu, dass wir

08:53.360 --> 08:55.120
meinen, die sind alle unterschiedlich.

08:56.080 --> 08:58.620
Sie nehmen zwei raus und die sind verschieden.

08:59.540 --> 09:03.340
Und unter dieser Voraussetzung ist diese Vandermonde-Matrix

09:03.340 --> 09:04.640
tatsächlich invertierbar.

09:07.460 --> 09:17.400
Das heißt, wenn ich Knoten vorgebe, die Cs vorgebe, sind durch die

09:17.400 --> 09:22.640
ersten S-Ordnungsbedingungen, wenn ich die verlange, schon die

09:22.640 --> 09:24.080
Gewichte eindeutig bestimmt.

09:25.400 --> 09:30.360
Das haben wir hier mal hingeschrieben, in den Satz formuliert.

09:31.960 --> 09:37.420
Sehen Sie, die erste Zeile da, die Knoten C1 bis Cs, sollen der Reihe

09:37.420 --> 09:39.400
nach geordnet sein, und zwar streng kleiner.

09:39.480 --> 09:42.900
Das heißt genau, dass sie paarweise verschieden sind und wir sie so

09:42.900 --> 09:46.240
indiziert haben, dass sie der Reihe nach hingeschrieben werden können.

09:46.320 --> 09:47.880
Das können wir ja ohne Einschränkung machen, das ist ja nur ein

09:47.880 --> 09:50.420
Vergeben von Namen, wenn wir die C1, C2 usw.

09:50.640 --> 09:50.800
nennen.

09:51.540 --> 09:53.860
Also in dieser Voraussetzung steckt schon die paarweise

09:53.860 --> 09:54.620
Verschiedenheit.

09:55.100 --> 09:58.280
Und wenn wir jetzt eben von einer Quadraturformel mindestens die

09:58.280 --> 10:01.720
Ordnung S verlangen, und von 90% der Quadraturformeln ist das der

10:01.720 --> 10:04.840
Fall, und ich glaube zu 100% von denen, die wir hier auch diskutieren,

10:06.220 --> 10:10.060
das ist sozusagen das Minimum, was ich fordere, dass ich zumindest die

10:10.060 --> 10:14.520
ersten S-Ordnungsbedingungen erfülle, dann kann ich eben das B

10:14.520 --> 10:18.060
schreiben als, naja, das ist die Lösung des linearen Gleichungssystems

10:18.060 --> 10:18.420
da drüben.

10:19.420 --> 10:22.340
Das heißt, die Gewichte sind in eindeutiger Weise bestimmt.

10:24.540 --> 10:27.780
Tatsächlich können wir, das ist eine Darstellung über die

10:27.780 --> 10:30.440
Ordnungsbedingungen, Ordnungsbedingungen schaue ich mal so hin, nicht

10:30.440 --> 10:35.000
Oberbürgermeister, Ordnungsbedingungen, so kann ich das lösen, und

10:35.000 --> 10:40.780
das, die Darstellung hier unten, die folgt mehr aus der Definition.

10:41.260 --> 10:42.260
Gehen wir das mal zusammen durch.

10:42.260 --> 10:45.480
Die Lagrange-Polynome, die sind uns ja schon mal über den Weg gelaufen

10:45.480 --> 10:47.360
bei der Interpolation.

10:48.320 --> 10:51.820
Hier sind die Lagrange-Polynome jetzt definiert bezüglich der Knoten

10:51.820 --> 10:52.240
Ci.

10:53.300 --> 11:00.360
Das heißt, das Ite-Lagrange-Polynom hat am Knoten Ci den Wert 1 und an

11:00.360 --> 11:03.680
anderen Knoten den Wert 0, so hatten wir es ja definiert.

11:04.800 --> 11:09.500
Frage an Sie nochmal, dieses Lagrange-Polynom, wenn es bezüglich der

11:09.500 --> 11:11.940
Knoten definiert ist, welchen Grad hat es dann?

11:12.520 --> 11:20.320
Wenn es bezüglich der S-Knoten C1 bis Cs definiert ist, welchen Grad

11:20.320 --> 11:22.040
hat dann das zugehörige Lagrange-Polynom?

11:27.240 --> 11:27.760
Ja?

11:29.520 --> 11:33.820
Super, S-1, weil wir einen einzigen Linearfaktor ja weglassen, wenn

11:33.820 --> 11:38.400
Sie sich erinnern, das Produkt war ja immer J gleich 1 bis S, J

11:38.400 --> 11:39.000
ungleich I.

11:39.540 --> 11:42.000
Also einen müssen wir rausnehmen, also S-1.

11:43.000 --> 11:46.240
Jetzt passen Sie auf, wenn wir die Ordnung mindestens S verlangen,

11:47.440 --> 11:53.020
dann verlangen wir, dass alle Polynome bis zum Grad S-1 zumindest die

11:53.020 --> 11:55.780
exakt integriert werden nach der Definition.

11:56.520 --> 12:01.360
Das Lagrange-Polynom ist aber ein Polynom vom Grad S-1, das heißt, wir

12:01.360 --> 12:03.460
verlangen, dass es exakt integriert wird.

12:04.460 --> 12:10.600
Hier mindestens die Ordnung S, das heißt, Polynome vom Grad S-1 werden

12:10.600 --> 12:15.540
exakt integriert, das heißt, das Integral, wir haben vorausgesetzt,

12:15.640 --> 12:19.240
dass das Integral bitte schön das gleiche ist wie die Quadraturformel.

12:19.240 --> 12:20.820
Wie war nochmal die Quadraturformel?

12:20.860 --> 12:25.260
Da war einmal die B-A-Stamm ganz vorne, das ist aber hier bei 0 bis 1

12:25.260 --> 12:27.080
der Wert 1, können wir also weglassen.

12:28.060 --> 12:29.080
Welchen Index nehmen wir?

12:29.160 --> 12:30.560
Jetzt nehmen wir lieber den Index J.

12:34.100 --> 12:41.780
Gewicht J mal L I ausgewertet in C J.

12:41.780 --> 12:46.860
Das ist die Quadraturformel hingeschrieben für das Intervall 0,1.

12:47.600 --> 12:49.660
Da fliegt ganz, ganz viel weg von der Quadraturformel.

12:49.740 --> 12:52.120
Der Vorfaktor fliegt weg und Sie werden sich erinnern, die

12:52.120 --> 12:57.160
Stützstellen, die waren doch A plus C I mal B minus A.

12:57.800 --> 13:01.820
Aber wenn A 0 ist und B 1, reduziert sich das zu C I oder hier in dem

13:01.820 --> 13:02.460
Fall C J.

13:03.620 --> 13:06.920
Der Knoten fällt in dem Intervall mit der Stützstelle zusammen.

13:08.140 --> 13:13.620
Und jetzt sehen Sie, das hier ist eben, wir Mathematiker schreiben oft

13:13.620 --> 13:19.060
dieses Chronikersymbol, das soll heißen, nur wenn I und J identisch

13:19.060 --> 13:21.060
sind, ergibt das 1, sonst immer 0.

13:21.780 --> 13:23.380
Was hat das denn für eine Konsequenz?

13:23.780 --> 13:28.980
Das hat die Konsequenz, dass für J gleich I eine 1 rauskommt, sonst

13:28.980 --> 13:31.860
immer 0, das heißt es kommt B I raus in dieser Summe.

13:34.340 --> 13:37.840
Okay, also das obere ist mehr aus den Ordnungsbedingungen hergeleitet,

13:37.920 --> 13:40.860
das untere ist aus der Definition direkt hergeleitet, das sind ja

13:40.860 --> 13:42.040
äquivalente Geschichten.

13:43.100 --> 13:46.340
Wir haben eine eindeutige Darstellung der Gewichte, wenn die Knoten

13:46.340 --> 13:51.160
vorgegeben sind und Sie mindestens die Ordnung S verlangen und die

13:51.160 --> 13:52.460
Knoten paarweise verschieden sind.

13:52.880 --> 13:56.980
Okay, das halten wir nochmal ein bisschen im Kopf, werden wir nachher

13:56.980 --> 13:57.740
nochmal drauf eingehen.

13:57.740 --> 14:00.420
So, was sind jetzt symmetrische Quadraturformeln?

14:00.880 --> 14:03.780
Symmetrische Quadraturformeln stellen Bedingungen an die Knoten und an

14:03.780 --> 14:04.340
die Gewichte.

14:04.960 --> 14:09.420
An die Knoten wird die Bedingung gestellt, dass C I gleich 1 minus C S

14:09.420 --> 14:17.540
plus 1 minus I ist, das soll heißen, dass der I-te Knoten und der

14:17.540 --> 14:23.760
entsprechend I-letzte Knoten, das ist der S plus 1 minus I, die nehmen

14:23.760 --> 14:26.880
immer so Paare von Knoten, den ersten, den letzten, den zweiten, den

14:26.880 --> 14:30.880
vorletzten und so weiter und die sind symmetrisch zu der Achse

14:30.880 --> 14:31.400
einhalb.

14:32.620 --> 14:35.900
Also, welche symmetrischen Quadraturformeln kennen wir jetzt schon?

14:36.380 --> 14:37.380
Die Trapezregel.

14:37.740 --> 14:41.040
Sie haben zwei Knoten, 0 und 1.

14:41.820 --> 14:44.620
Also es gibt nur einen ersten und einen letzten und die sind wunderbar

14:44.620 --> 14:45.460
symmetrisch zu einhalb.

14:46.260 --> 14:49.020
Die Mittelpunktregel ist symmetrisch zu einhalb, weil sie nur einen

14:49.020 --> 14:50.460
Knoten haben und der ist einhalb.

14:52.320 --> 14:56.080
Wenn Sie eine ungerade Anzahl an Knoten haben, muss einhalb immer mit

14:56.080 --> 14:59.320
dabei sein, damit diese Gleichung hier erfüllt ist.

15:00.300 --> 15:02.660
Sie bilden immer ein Pärchen, aber wenn Sie Pärchen bilden und haben

15:02.660 --> 15:05.780
eine ungerade Anzahl von Knoten, dann bleibt einer übrig, wie beim

15:05.780 --> 15:11.100
Auszählen den Sport, der nirgendwo hin darf am Schluss, wenn es nicht

15:11.100 --> 15:14.460
aufgeht und der muss aufgrund der Formel dann einhalb sein, geht nicht

15:14.460 --> 15:14.780
anders.

15:15.540 --> 15:18.220
Jetzt nehmen Sie zum Beispiel die Simpson-Regel.

15:18.300 --> 15:20.740
Die Simpson-Regel hat ja die Knoten 0, 1, 1.

15:21.300 --> 15:23.120
Das heißt, Sie haben wieder ein Pärchen, 0 und 1.

15:23.200 --> 15:24.700
Sie sind symmetrisch zu einhalb, wunderbar.

15:25.120 --> 15:26.300
Und der letzte ist einhalb.

15:26.720 --> 15:29.240
Also auch die Simpson-Regel ist in Bezug auf die Knoten jetzt

15:29.240 --> 15:30.260
symmetrisch.

15:31.700 --> 15:36.080
Es ist auch in Bezug auf die Gewichte symmetrisch, weil man sind die

15:36.080 --> 15:37.140
Gewichte symmetrisch.

15:37.220 --> 15:40.820
Ich sage da immer dazu, dass Sie den Gewichtsvektor entweder von oben

15:40.820 --> 15:44.420
nach unten lesen oder von unten nach oben, aber beide Lesarten sind

15:44.420 --> 15:45.000
identisch.

15:46.420 --> 15:47.940
So merke ich mir Symmetrie der Gewichte.

15:48.140 --> 15:54.520
Das heißt, der erste Knoten ist gleich dem letzten Gewicht, das zweite

15:54.520 --> 15:57.600
Gewicht ist gleich dem vorletzten Gewicht und so weiter.

15:58.960 --> 16:00.160
Das heißt Symmetrie.

16:00.300 --> 16:02.380
Jetzt gucken wir uns nochmal ganz kurz die Trapez-Regel an.

16:02.840 --> 16:07.360
Die Trapez-Regel hatte die Knoten 0 und 1 und beim Trapez wurden beide

16:07.360 --> 16:10.000
mit dem Gewicht einhalb belegt.

16:10.220 --> 16:14.520
Das heißt, es ist symmetrisch, weil das erste Gewicht und das letzte

16:14.520 --> 16:16.120
Gewicht, es gibt ja nur zwei, identisch sind.

16:17.340 --> 16:21.440
Haben Sie eine ungerade Anzahl von Gewichten, dann haben Sie an das

16:21.440 --> 16:25.900
mittlere Gewicht, das hat kein Pärchen sozusagen, keine Bedingungen.

16:25.900 --> 16:28.060
Dann steht nämlich hier nur mittleres Gewicht gleich mittleres

16:28.060 --> 16:28.420
Gewicht.

16:28.680 --> 16:31.440
Die Formel degeneriert zu dieser Bedingung und das ist keine

16:31.440 --> 16:31.840
Bedingung.

16:33.580 --> 16:35.580
Nehmen Sie sich zum Beispiel den Simpson her.

16:35.680 --> 16:39.460
Der Simpson hatte nochmal die Knoten 0, 1,5, 1 und die Gewichte waren

16:39.460 --> 16:44.000
1,6, 4,6, 1,6.

16:45.100 --> 16:49.840
Aha, das erste Gewicht 1,6 und das letzte Gewicht 1,6 sind identisch,

16:49.900 --> 16:51.060
das muss sein bei Symmetrie.

16:51.060 --> 16:54.020
Und in der Mitte bleibt ein Gewicht übrig, 4,6, haben Sie gar keine

16:54.020 --> 16:54.700
Bedingungen dran.

16:55.160 --> 16:57.540
Aus Symmetriegründen haben Sie keine Bedingungen daran.

16:59.080 --> 17:02.860
Aus Ordnungsbedingungsgründen ist klar, dass die Mitte 4,6 geben muss,

17:03.560 --> 17:05.340
damit die Summe der Gewichte 1 ergibt.

17:06.240 --> 17:09.020
Können Sie ungefähr wissen, was symmetrische Quadraturformeln dann

17:09.020 --> 17:09.240
sind?

17:09.360 --> 17:12.060
Und jetzt wird behauptet, dass die eine gerade Ordnung haben.

17:13.440 --> 17:17.900
Das ist der Grund, weshalb zum Beispiel Trapezregel hat eben Ordnung

17:17.900 --> 17:19.120
2, da passt das.

17:21.380 --> 17:24.420
Mittelpunktregel ist auch symmetrisch, hat Ordnung 2.

17:25.300 --> 17:28.700
Simpsonregel ist auch symmetrisch, hat Ordnung 4, passt alles.

17:29.940 --> 17:32.460
Scheint zu stimmen, der Satz, wir beweisen ihn ja auch gleich noch

17:32.460 --> 17:32.720
kurz.

17:34.700 --> 17:40.080
Aber passen Sie auf, nicht jede Quadraturformel mit gerader Ordnung

17:40.080 --> 17:40.840
ist auch symmetrisch.

17:40.840 --> 17:42.260
Also die Umkehrung gilt in keinem Fall.

17:43.320 --> 17:47.220
Jede symmetrische Quadraturformel hat gerade Ordnung.

17:47.340 --> 17:48.280
Wie können wir das beweisen?

17:49.180 --> 17:49.920
Machen wir das mal.

17:52.480 --> 17:54.680
Das ist eigentlich ein ganz schöner Beweis.

18:06.190 --> 18:08.170
Okay, machen wir es so.

18:09.850 --> 18:10.390
Annahme,

18:17.180 --> 18:18.300
die Ordnungsbedingungen.

18:19.300 --> 18:22.360
Schreiben wir ruhig mal wieder Ordnungsbedingungen.

18:25.140 --> 18:26.540
gelten

18:31.370 --> 18:56.750
bis 2m-1 Also Polynome vom Grad 2m-2 2m-2 werden exakt berechnet.

18:57.250 --> 19:06.590
Werden exakt durch Quadraturformel berechnet.

19:09.330 --> 19:13.390
Also wir nehmen für einen kurzen Moment an, dass alles in Ordnung ist.

19:13.510 --> 19:22.110
Bis zur Ordnung 2m-1 Also wir nehmen mal eine ungerade Ordnung an,

19:22.190 --> 19:27.570
nämlich 2m-1 Und werden jetzt zeigen, dass dann automatisch die

19:27.570 --> 19:29.730
nächste Ordnungsbedingung auch erfüllt ist.

19:30.070 --> 19:32.350
Bei symmetrischen Quadraturformeln.

19:32.730 --> 19:35.290
Dass die Ordnung also tatsächlich um 1 höher ist.

19:41.640 --> 19:48.700
Also wir nehmen an, Quadraturformel hat Ordnung 2m-1 Das heißt, alle

19:48.700 --> 19:52.920
Polynome vom Grad bis 2m-2 werden exakt integriert.

19:53.300 --> 19:57.460
Wir wollen zeigen, dass auch noch die Polynome um 1 Grad höher exakt

19:57.460 --> 19:58.160
integriert werden.

19:58.320 --> 20:03.780
Also die Polynome vom Grad 2m-1 Weil dann wäre die Ordnung 2m und sie

20:03.780 --> 20:04.220
wäre gerade.

20:05.460 --> 20:27.320
Also sei f ein Polynom, also ein beliebiges Polynom vom Grad 2m-1 Also

20:27.320 --> 20:32.660
1 höher als die anderen jetzt, die schon exakt berechnet werden.

20:35.240 --> 20:38.720
Dann gilt folgendes.

20:40.200 --> 20:42.360
Wie sieht das denn dann aus, dieses f von x?

20:42.740 --> 20:44.500
Das sieht irgendwie folgendermaßen aus.

20:44.560 --> 20:49.140
Das hat irgendein Leitkoeffizienten K, meinetwegen.

20:49.620 --> 20:55.980
Wenn es den Grad 2m-1 hat, dann käme irgendwie das Monomen 2m-1 Und

20:55.980 --> 20:59.560
dann kämen nur noch Terme kleinerer Ordnung.

21:00.000 --> 21:01.700
Monome mit kleineren Exponenten.

21:01.700 --> 21:04.900
Die Idee ist jetzt, dass wir das f dann anders schreiben.

21:07.040 --> 21:10.060
Dass wir das f schreiben als diesen K-Faktor.

21:10.180 --> 21:17.040
Und jetzt wollen wir hier ein Polynom einschmuggeln vom Grad 2m-1 Was

21:17.040 --> 21:21.280
die Eigenschaft hat, dass es symmetrisch ist zur Achse 1,5 Das heißt

21:21.280 --> 21:29.140
wir schreiben hier einfach x-1,5 Die Idee, die dahinter steckt, ist im

21:29.140 --> 21:31.680
Grunde genommen die, dass wenn wir jetzt darüber integrieren Denken

21:31.680 --> 21:32.600
Sie an x hoch 3.

21:32.700 --> 21:35.280
Wenn Sie x hoch 3 über ein symmetrisches Intervall um 0 herum

21:35.280 --> 21:37.660
integrieren, dann haben Sie immer eine negative Fläche und eine

21:37.660 --> 21:39.000
positive Fläche, die sich weghebt.

21:39.740 --> 21:43.000
Und so ist hier die Idee, diesen vorderen Teil, den werden wir nachher

21:43.000 --> 21:47.480
aufgrund von Symmetriegründen wegheben lassen, weil tatsächlich

21:47.480 --> 21:50.760
negative Flächen und positive Flächen sich eins zu eins wegheben.

21:53.020 --> 21:55.660
Natürlich kann ich das f von x nicht erstmal so schreiben.

21:55.900 --> 22:00.180
Das wäre ja purer Zufall, wenn ich mein beliebig gewähltes f jetzt so

22:00.180 --> 22:01.460
schreiben könnte in dieser Form.

22:01.580 --> 22:03.920
Aber ich mache natürlich einen Fehler dabei.

22:04.000 --> 22:05.200
Ich muss eine Korrektur vornehmen.

22:05.900 --> 22:07.660
Aber was wissen Sie, haben Sie eine Idee?

22:08.420 --> 22:11.340
Die Korrekturen, geben wir Ihren Namen für einen kurzen Moment, g von

22:11.340 --> 22:15.600
x, das ist ja nichts besonders wichtiges, aber welche Eigenschaft

22:15.600 --> 22:19.500
dieser Korrektur hinten, des Polynoms g, ist sehr wichtig und können

22:19.500 --> 22:20.220
Sie formulieren.

22:21.840 --> 22:23.260
Welche Eigenschaft hat das g?

22:28.540 --> 22:31.800
Also vorne dieses Polynom, das multiplizieren Sie einfach mal schön

22:31.800 --> 22:32.160
aus.

22:32.400 --> 22:35.400
Da steht x-1,5 hoch 2m-1.

22:35.980 --> 22:39.060
Das können Sie jetzt mal, wenn Sie Lust haben, ausmultiplizieren.

22:39.320 --> 22:41.160
Und was ist der Leitkoeffizient von diesem Polynom?

22:42.100 --> 22:44.730
Der ist 1 und wird dann auch mit k multipliziert.

22:45.360 --> 22:49.280
Das heißt, wir kriegen wirklich diesen Faktor k mal x hoch 2m-1.

22:49.320 --> 22:51.520
Den kriegen wir wunderbar daraus, aus diesem Polynom.

22:51.520 --> 22:55.820
Das heißt, das Monom von f mit dem höchsten Exponenten, das ist

22:55.820 --> 22:59.520
sozusagen sehr gut abgedeckt durch diesen Faktor vorne.

22:59.620 --> 23:00.600
Was ist nicht abgedeckt?

23:01.120 --> 23:06.340
Alle anderen Monome mit kleinerem Exponent sind a nicht abgedeckt und

23:06.340 --> 23:10.040
werden b, durch dieses Polynom kommen sogar noch welche dazu.

23:11.380 --> 23:13.880
Unter Umständen, die in dem f noch gar nichts drin gesteckt haben.

23:15.060 --> 23:15.720
Wenn Sie das ausmultiplizieren.

23:16.200 --> 23:19.420
Na gut, das stecken wir alles in das g, als Korrektur.

23:20.240 --> 23:24.560
Was ist jetzt wichtig über das g auszusagen, in Bezug auf den Grad?

23:36.670 --> 23:40.370
Genau, der ist maximal 2m-2.

23:40.630 --> 23:42.650
Also das ist sozusagen eine Polynom-Division.

23:43.310 --> 23:48.130
Sie machen eine Polynom-Division von f und dividieren durch dieses x-1

23:48.130 --> 23:51.290
,5 hoch 2m-1, meinetwegen noch mit dem k davor.

23:52.630 --> 23:54.830
Und das ist eine Polynom-Division mit Reste unter Umständen.

23:55.350 --> 23:58.650
Aber von dem Rest können wir zumindest garantieren, dass er nicht den

23:58.650 --> 24:01.190
Grad hat, größer als 2m-2.

24:01.550 --> 24:02.510
So, jetzt ist wunderbar.

24:02.610 --> 24:04.430
Jetzt gehen wir her, nehmen uns das Integral.

24:05.290 --> 24:07.450
Jetzt die Frage, auf welchem Intervall machen wir das?

24:07.510 --> 24:09.470
Das machen wir natürlich auf dem Intervall 0,1.

24:09.590 --> 24:10.210
Das reicht.

24:11.290 --> 24:13.390
Das haben wir uns letzte Woche schon überlegt, dass wir das durch

24:13.390 --> 24:15.990
Substitution immer auf dieses Intervall bringen können.

24:17.810 --> 24:26.770
So, das ist jetzt offensichtlich k mal das Integral von 0 bis 1, x-1,5

24:26.770 --> 24:32.130
hoch 2m-1 plus Atx.

24:34.010 --> 24:35.730
Das ist die Linearität des Integrals.

24:35.870 --> 24:37.630
Das heißt, ich kann die Summe hier schön rausziehen.

24:47.010 --> 24:49.610
Es ist nicht überraschend, machen wir es relativ zügig, dass dieses

24:49.610 --> 24:54.570
Integral hier, Sie integrieren von 0 bis 1 und genau die Mitte ist die

24:54.570 --> 24:55.630
entscheidende Geschichte.

24:56.530 --> 25:03.970
Das ist eine symmetrische Funktion zur Achse x-1,5, punktsymmetrisch.

25:04.410 --> 25:08.650
Das heißt, jede positive Fläche kommt auf jeden Fall auch mal negativ

25:08.650 --> 25:09.610
auf der anderen Seite vor.

25:10.090 --> 25:13.990
Können Sie jetzt auch noch formal substituieren, in die Nähe von 0

25:13.990 --> 25:16.470
bringen, aber die Idee war genau so gewählt, dass das 0 ist.

25:17.330 --> 25:20.750
Wie bei x hoch 3, wenn Sie das symmetrisch um 0 herum integrieren.

25:20.750 --> 25:22.530
Und was wissen wir jetzt über das hintere?

25:23.190 --> 25:29.950
Naja, das wird also exakt durch die Quadraturformel ausgerechnet, weil

25:29.950 --> 25:34.570
es ja ein Polynomial vom Grad höchstens 2m-2 und die werden ja exakt

25:34.570 --> 25:35.190
integriert.

25:36.230 --> 25:47.690
Also hier, das hier wird exakt durch Quadraturformel berechnet.

25:50.050 --> 25:56.050
So, was wir jetzt machen ist, wir wenden jetzt die Quadraturformel, so

25:56.050 --> 25:57.870
hat mir das letzte Mal geschrieben, das finde ich eigentlich ganz

25:57.870 --> 25:59.050
schön, auf f an.

25:59.370 --> 26:01.110
Auch die Quadraturformel ist linear.

26:02.190 --> 26:09.470
Das heißt, Sie haben hier k mal Quadraturformel von diesem Faktor x-1

26:09.470 --> 26:19.630
,5 hoch 2m-1 plus Quadraturformel angewendet auf g. Und diese hintere

26:19.630 --> 26:22.790
Teilquadraturformel von g, das ist ja tatsächlich das Integral, was

26:22.790 --> 26:23.310
drüber steht.

26:23.490 --> 26:24.150
Die sind identisch.

26:24.710 --> 26:26.730
Diese beiden Dinge hier sind identisch.

26:27.950 --> 26:33.910
Was muss jetzt folgern, damit wir auch f exakt integrieren können?

26:34.150 --> 26:34.670
Haben Sie eine Idee?

26:37.330 --> 26:41.370
Naja, k mal die Quadraturformel von diesem Term muss 0 sein.

26:41.370 --> 26:45.130
Wenn das hier 0 wäre, das ist das, was wir jetzt gleich zeigen wollen,

26:45.370 --> 26:45.690
denke ich.

26:46.470 --> 26:50.930
Wenn das hier 0 wäre, dann wären diese Dinge hier gleich.

26:53.050 --> 26:55.790
Das ist also das Ziel, zu zeigen, dass das 0 ist.

26:56.290 --> 27:00.670
Dann wären die gleich und f war ein beliebiges Polynom von g 2m-1.

27:01.090 --> 27:03.090
Also werden auch diese Polynome exakt integriert.

27:03.470 --> 27:07.130
Also war unsere angenommene Ordnung von 2m-1 nicht richtig, sondern

27:07.130 --> 27:08.470
die Ordnung war schon gleich 2m.

27:09.210 --> 27:13.730
So, jetzt gucken wir uns mal an, warum das auch wirklich 0 ist.

27:17.450 --> 27:23.810
Also, wir nehmen die Quadraturformel und wenden sie an auf x-1,5 hoch

27:23.810 --> 27:25.590
2m -1.

27:27.830 --> 27:30.510
Klammer zu und dann erhalten wir, wie geht das?

27:30.590 --> 27:39.970
Das ist die Summe über i gleich 1 bis s, Gewicht Bi mal Ci-1,5.

27:41.290 --> 27:48.150
Das ist nämlich jetzt die Funktion ausgewertet in Ci hoch 2m-1.

27:50.530 --> 27:56.170
So, wie sieht das jetzt aus mit diesem Ausdruck hier?

27:57.190 --> 28:04.070
Ci-1,5, behaupte ich, ist aufgrund von Symmetrie das gleiche wie 1,5

28:04.070 --> 28:09.770
minus cs plus 1 minus i.

28:09.850 --> 28:11.370
Das liegt an der Symmetrie der Knoten.

28:11.370 --> 28:17.110
Weil die Symmetrie zur Achse 1,5, können wir dieses Ci-1,5, der

28:17.110 --> 28:25.070
Abstand von Ci zu 1,5, ist der gleiche wie der Abstand von 1,5 zu s

28:25.070 --> 28:27.810
plus 1 minus i, weil die Symmetrie sind zu dem 1,5.

28:27.810 --> 28:34.750
So, das heißt, jetzt haben wir hier stehen, ist gleich Summe über i

28:34.750 --> 28:42.910
gleich 1 bis s Bi, jetzt können wir die Klammer ersetzen als 1,5 minus

28:42.910 --> 28:48.250
cs plus 1 minus i hoch 2m-1.

28:48.250 --> 28:50.230
Was machen wir jetzt in der nächsten Zeile?

28:50.950 --> 28:55.610
Wir nehmen ein Minus raus aus der Klammer, dann haben wir hier stehen

28:55.610 --> 29:00.330
von i gleich 1 bis s, die Gewichte lassen wir mal noch kurz außen vor.

29:00.450 --> 29:05.830
Dann steht hier cs plus 1 minus i minus 1,5, weil warum?

29:06.050 --> 29:09.750
Der Exponent ist ungerade, deswegen kann ich das Minuszeichen

29:09.750 --> 29:12.230
rausziehen als Minuszeichen und vor die Summe schreiben.

29:12.230 --> 29:15.710
Dafür ist aber entscheidend, dass der Exponent ungerade ist.

29:15.950 --> 29:18.550
Minus 1 hoch ungerade, es gibt wieder Minus 1.

29:19.130 --> 29:20.410
Und was machen wir mit den Bs?

29:21.210 --> 29:24.270
Wir hatten gesagt, die Bs kann man von unten, also den Vektor der

29:24.270 --> 29:26.870
Gewichte kann man von unten nach oben oder oben nach unten identisch

29:26.870 --> 29:31.390
lesen, das heißt, das Bi können wir auch schreiben als Bs plus 1 minus

29:31.390 --> 29:32.870
i, sind identisch.

29:34.110 --> 29:39.330
Und wenn Sie jetzt i laufen lassen von 1 bis s, durchlaufen Sie mit

29:39.330 --> 29:44.070
dem Index s plus 1 minus i alle Zahlen von 1 bis s.

29:44.970 --> 29:49.130
Das heißt, Sie können das auch gedroht so schreiben, das Minus müssen

29:49.130 --> 29:55.390
wir noch beachten, machen Sie i oder j meinetwegen, von j gleich 1 bis

29:55.390 --> 30:02.630
s, bj mal cj minus 1,5 hoch 2 minus 1.

30:02.630 --> 30:06.510
Jetzt sehen Sie, der Index bei den Bs und den Cs sind mittlerweile

30:06.510 --> 30:12.410
identisch, die sind immer s plus 1 minus i und sie durchlaufen alle

30:12.410 --> 30:13.430
Zahlen von 1 bis s.

30:14.210 --> 30:17.210
Das heißt, ich kann gerade dieses s plus 1 minus i durch j ersetzen

30:17.210 --> 30:19.650
und j laufen lassen von 1 bis s.

30:20.470 --> 30:27.290
Aber jetzt gucken Sie mal genau hin, dieser Ausdruck hier oben, dieser

30:27.290 --> 30:35.210
hier, steht 1 zu 1 hier, bis auf die kleine Tatsache, dass Sie einmal

30:35.210 --> 30:40.290
den Laufindex i und einmal j nennen, das ist egal, aber davor steht

30:40.290 --> 30:41.090
noch ein Minuszeichen.

30:42.330 --> 30:45.710
Welche Zahl kennen Sie, die gleich Ihren negativen Wert ist?

30:45.970 --> 30:48.110
Naja, es gibt nur eine, 0.

30:48.690 --> 30:52.170
0 ist gleich minus 0 und sonst gibt es keine andere.

30:52.330 --> 30:57.430
Das heißt, hier folgt genau dieser Ausdruck, machen wir es so, ja,

30:57.510 --> 30:59.290
dieser Ausdruck ist 0, geht nicht anders.

31:01.990 --> 31:03.870
Okay, dann haben wir das bewiesen.

31:06.650 --> 31:08.930
Die Ordnung einer Quadraturformel ist gerade.

31:09.370 --> 31:13.130
Gut, das merken wir uns als wichtige Eigenschaft dieser Geschichte,

31:14.010 --> 31:15.370
dieser Quadraturformel.

31:15.990 --> 31:18.890
Eine letzte Sache, die wir noch zu symmetrischen Quadraturformeln

31:18.890 --> 31:23.890
machen wollen, ist, dass wenn ich symmetrische Knoten vorgebe, die

31:23.890 --> 31:27.650
symmetrisch heißt eben zu dieser Achse 1,5 und die paarweise

31:27.650 --> 31:33.130
verschieden sind, und wenn wir verlangen von dieser Quadraturformel,

31:34.330 --> 31:37.710
die ich jetzt, wenn ich von einer Quadraturformel verlange, dass sie

31:37.710 --> 31:40.550
mindestens die Ordnung S hat, dann erinnern wir uns an den Satz

31:40.550 --> 31:44.130
vorher, dass aus vorgegebenen paarweise verschiedenen Knoten schon

31:44.130 --> 31:46.190
eindeutige Gewichte erzeugt werden.

31:46.190 --> 31:50.590
Und die Aussage, die dieses Korollar hier trifft, ist, sind die

31:50.590 --> 31:54.790
Knoten, die vorgegebenen Knoten, symmetrisch gewählt, dann ergeben

31:54.790 --> 31:57.870
sich die Gewichte automatisch auch als symmetrisch.

31:57.870 --> 31:58.690
Ja,

32:02.500 --> 32:05.120
das können wir hier kurz skizzieren.

32:05.500 --> 32:06.840
Die Geschichte ist nicht sehr schwer.

32:07.160 --> 32:10.040
Was hatten wir denn aus dem Satz hergeleitet?

32:10.140 --> 32:16.040
Die Bi's konnten geschrieben werden als Integral von 0 bis 1 über das

32:16.040 --> 32:17.300
Ite -Lagrange-Polynom.

32:22.470 --> 32:26.110
Das war eine Ausdrucksweise, wie ich die Bi's schreiben konnte.

32:28.290 --> 32:32.330
Und was sie jetzt zeigen können, ist, dass das Ite-Lagrange-Polynom

32:32.330 --> 32:37.670
von x, das will ich jetzt im Einzelnen nicht vorrechnen, weil es mich

32:37.670 --> 32:43.710
etwas zu viel Zeit kostet, aber aufgrund der Symmetrie der Knoten, die

32:43.710 --> 32:46.790
ich ja voraussetze hier in dem Korollar, lässt sich relativ leicht

32:46.790 --> 32:50.090
zeigen, gucken Sie ins Skript, da steht es ein bisschen genauer, dass

32:50.090 --> 32:58.730
das Li gleich Ls plus 1 minus i von 1 minus x ist.

33:06.700 --> 33:07.340
Genau.

33:08.880 --> 33:17.080
Das heißt, wir haben hier das Integral von 0 bis 1 über s plus 1 minus

33:17.080 --> 33:20.720
i von 1 minus x dx.

33:20.920 --> 33:25.140
Jetzt machen sie eine kleine Substitution, nämlich dass sie 1 minus x

33:25.140 --> 33:32.220
durch y ersetzen, dann haben sie hier stehen s plus 1 minus i von y dx

33:32.220 --> 33:33.600
müssen sie jetzt durch was ersetzen?

33:33.600 --> 33:38.340
Durch dy, machen aber eine innere Ableitung, ein Minus dazu und die

33:38.340 --> 33:42.680
Integralgrenzen sind, wenn sie 1 minus x durch y ersetzen, dann von 1

33:42.680 --> 33:43.160
bis 0.

33:43.820 --> 33:45.020
Die müssen sie auch drehen.

33:45.600 --> 33:49.420
Jetzt hilft uns das Minuszeichen vorne, die wieder zurückzudrehen zu 0

33:49.420 --> 33:50.080
bis 1.

33:54.160 --> 33:57.280
Und hier können sie wieder x dx schreiben, wenn sie lustig sind.

33:58.500 --> 34:02.060
Und dann kriegen sie hier bs plus 1 minus i.

34:03.260 --> 34:07.540
Das heißt, das Gewicht bi ist tatsächlich gleich dem Gewicht bs plus 1

34:07.540 --> 34:08.120
minus i.

34:08.600 --> 34:13.260
Das hier ist eine leichte Substitution, die ganze Idee liegt dahinter,

34:13.320 --> 34:15.880
was auch wirklich nicht sehr schwer ist an dieser Stelle hier.

34:18.460 --> 34:21.540
Dass die Lagrange-Polynome aufgrund der Symmetrie in diesem

34:21.540 --> 34:22.300
Zusammenhang stehen.

34:23.020 --> 34:26.280
Gut, das ist alles, was ich zu symmetrischen Quadraturformeln sagen

34:26.280 --> 34:26.620
wollte.

34:27.180 --> 34:28.840
Es ist eine einfache Definition.

34:29.680 --> 34:32.920
Man kann sich merken, dass die Ordnungen immer gerade sind.

34:33.940 --> 34:40.000
Und wenn sie verschiedene Knoten vorgeben, die symmetrisch sind und

34:40.000 --> 34:43.220
sie mindestens die Ordnung s verlangen, ergeben sich die eindeutig

34:43.220 --> 34:46.120
bestimmten Gewichte, die sind ja eindeutig bestimmt, das haben wir

34:46.120 --> 34:48.180
heute schon bewiesen, auch symmetrisch.

34:48.180 --> 34:50.900
Das ist erstmal alles.

34:51.720 --> 34:52.700
Haben Sie bis hierhin Fragen?

34:56.740 --> 35:00.440
Okay, dann würden wir die symmetrischen Quadraturformeln hinter uns

35:00.440 --> 35:01.920
lassen für einen kurzen Moment.

35:02.020 --> 35:04.580
Wir werden heute noch eine ganz wichtige symmetrische Klasse

35:04.580 --> 35:05.240
kennenlernen.

35:05.240 --> 35:11.140
Aber die nächste Fragestellung ist, wie können wir Quadraturformeln

35:11.140 --> 35:16.360
herleiten, die jetzt nicht nur die Ordnung s haben, sondern wesentlich

35:16.360 --> 35:17.200
höhere Ordnungen.

35:19.740 --> 35:25.800
Ich meine, wir können die Ordnungsbedingungen alle nachrechnen, das

35:25.800 --> 35:27.440
ist aber nicht ganz so einfach.

35:27.440 --> 35:30.220
Ich meine, das ist ja ein hochgradig nicht-lineares System.

35:30.660 --> 35:35.180
Nicht-linear, weil die Knoten gehen ja in nicht-lineare Art und Weise

35:35.180 --> 35:36.620
in die Ordnungsbedingungen herein.

35:36.720 --> 35:42.300
Das ist nicht so ganz leicht, ad hoc zu sagen, ich will jetzt

35:42.300 --> 35:46.440
garantieren, dass die ersten zehn Ordnungsbedingungen erfüllt werden.

35:47.000 --> 35:48.700
Und ich möchte bitte aber s gleich fünf wählen.

35:48.740 --> 35:49.740
Das ist nicht so ganz einfach.

35:50.400 --> 35:52.020
Wir brauchen einen Ansatz dafür.

35:52.540 --> 35:56.720
Es ist einfach, die ersten s Ordnungsbedingungen erfüllen zu lassen.

35:56.960 --> 35:59.560
Das geht folgendermaßen, Sie nehmen sich einfach Gewichte her,

36:00.140 --> 36:02.120
Entschuldigung, Knoten.

36:02.320 --> 36:05.740
Knoten, die sind paarweise verschieden.

36:06.760 --> 36:10.560
Und wenn Sie die vorgegeben und mindestens die Ordnung s fordern, dann

36:10.560 --> 36:13.860
können Sie die bs als Lösung eines linearen Gleichungssystems schnell

36:13.860 --> 36:14.460
ausrechnen.

36:14.960 --> 36:17.280
Also die Ordnung s zu garantieren ist gar kein Problem, das ist ein

36:17.280 --> 36:17.880
lineares Gleichungssystem.

36:18.340 --> 36:23.680
Aber alles, was darüber hinausgeht, wird schwierig, weil die cs in

36:23.680 --> 36:26.400
nicht -linearer Art und Weise in die Ordnungsbedingungen eingehen.

36:26.480 --> 36:28.200
Und deswegen brauchen wir dafür einen neuen Ansatz.

36:28.600 --> 36:29.300
Das haben wir gemacht.

36:32.310 --> 36:33.430
Ja, hier habe ich es nochmal gesagt.

36:36.790 --> 36:39.970
Sehen Sie, wenn Sie die Knoten paarweise verschiedene Knoten vorgeben

36:39.970 --> 36:44.570
und die Ordnung s garantieren, dann haben Sie die Gewichte in

36:44.570 --> 36:45.630
eindeutiger Art und Weise.

36:46.630 --> 36:49.710
Tatsächlich ist dann aber auch schon die Ordnung, wenn sie größer ist

36:49.710 --> 36:50.790
als s, festgelegt.

36:51.490 --> 36:53.850
Sie haben ja keine Chance mehr zu variieren.

36:54.350 --> 36:56.950
Die Knoten sind festgelegt und dadurch die Gewichte auch.

36:57.510 --> 36:58.590
Fertig ist der Salat.

36:59.010 --> 37:01.910
Sie haben Ihre Quadraturformel festgelegt.

37:02.570 --> 37:05.790
Die Frage, welche Ordnung Sie eigentlich erreicht haben, können Sie

37:05.790 --> 37:06.770
doch gar nicht beantworten.

37:06.830 --> 37:09.130
Sie können höchstens beantworten, ich habe meine Ordnung mindestens s

37:09.130 --> 37:09.570
erreicht.

37:10.030 --> 37:12.250
Aber Sie wissen gar nicht, welche Ordnung Sie genau erreicht haben.

37:12.950 --> 37:15.770
Die Frage, die sich auch stellt, ist, wie kann ich die c vielleicht

37:15.770 --> 37:20.970
geschickt wählen, sodass mit den eindeutig bestimmten b, die ja

37:20.970 --> 37:25.490
automatisch herauskommen, insgesamt eine möglichst hohe Ordnung

37:25.490 --> 37:26.010
herauskommt.

37:26.410 --> 37:27.070
Das ist die Frage.

37:29.590 --> 37:31.990
Und wie kann die Ordnung überhaupt sein, ist vielleicht auch eine ganz

37:31.990 --> 37:35.610
interessante Frage, die wir auch beantworten wollen.

37:38.670 --> 37:43.510
Die erste Zeile dieser Folie sollte Ihnen jetzt schon relativ klar

37:43.510 --> 37:43.710
sein.

37:43.810 --> 37:47.150
Wir suchen Quadraturformeln mit Ordnung p gleich s.

37:47.510 --> 37:48.910
s ist sowieso das Minimum.

37:51.790 --> 37:55.090
Damit können wir sozusagen die bs eindeutig bestimmen.

37:55.330 --> 37:58.970
Aber wir suchen jetzt Quadraturformeln mit p gleich s plus m.

37:59.110 --> 38:00.490
Und m startet erst ab 1.

38:00.490 --> 38:04.110
Weil ich meine, bitteschön, Quadraturformeln mit Ordnung p gleich s,

38:04.210 --> 38:05.490
das ist trivial.

38:05.630 --> 38:06.050
Höchst trivial.

38:06.230 --> 38:07.810
Da brauche ich nur ein lineares Gleichungssystem lösen.

38:08.370 --> 38:13.570
Aber jetzt suchen wir Ordnungsquadraturformeln mit Ordnung p gleich s

38:13.570 --> 38:14.050
plus m.

38:14.550 --> 38:18.650
Und die Frage ist, wie kann ich das geschickt machen und wie groß kann

38:18.650 --> 38:19.490
m überhaupt sein.

38:20.690 --> 38:24.150
Und dazu definieren wir uns dieses M von x, dieses Polynomen.

38:24.890 --> 38:27.890
Das erinnert stark an diese Newton-Polynome.

38:27.890 --> 38:32.430
Sie könnten sagen, das ist das s-te Newton-Polynomen zu den cj, wenn

38:32.430 --> 38:32.810
Sie wollen.

38:33.910 --> 38:34.990
Muss aber auch nicht sein.

38:35.050 --> 38:36.490
Das ist einfach ein Produkt von Linearfaktoren.

38:37.210 --> 38:40.910
Dieses Polynomen verschwindet an jedem Knoten.

38:41.550 --> 38:42.550
Und hat welchen Grad?

38:42.630 --> 38:43.650
Natürlich den Grad s.

38:45.190 --> 38:47.570
Und jetzt kommt so etwas Ähnliches, wie wir es eben schon mal gemacht

38:47.570 --> 38:47.950
haben.

38:48.830 --> 38:53.350
Wenn Sie jetzt ein beliebiges Polynomen vom Grad s plus m minus 1

38:53.350 --> 38:53.850
hernehmen...

38:53.850 --> 38:55.810
Warum eigentlich s plus m minus 1?

38:55.810 --> 39:02.810
Wir wollen doch Bedingungen herleiten, unter denen unsere

39:02.810 --> 39:05.910
Quadraturformel die Ordnung s plus m hat.

39:06.590 --> 39:08.190
Und wie war die Ordnung nochmal definiert?

39:08.310 --> 39:12.390
Alle Quadraturformeln bis zum Grad p minus 1, sprich hier in dem Fall

39:12.390 --> 39:14.990
s plus m minus 1, sollen exakt integriert werden.

39:15.290 --> 39:18.670
Also nehmen wir uns mal so ein beliebiges Polynomen f her, was im Grad

39:18.670 --> 39:20.670
s plus m minus 1 hat...

39:20.670 --> 39:24.950
und wollen mal untersuchen, ob die Quadraturformel das exakt löst.

39:24.950 --> 39:27.750
Unter welchen Bedingungen es das exakt löst.

39:28.530 --> 39:32.770
Und jetzt gucken Sie sich diese Sternengleichung mal an.

39:34.290 --> 39:36.770
Das ist im Grunde genommen etwas, was wir heute schon gemacht haben.

39:39.170 --> 39:43.190
Wollen wir Sie erstmal begreifen, diese Sternzeile?

39:43.730 --> 39:49.590
Ich behaupte, f und x kann geschrieben werden als ein bestimmtes

39:49.590 --> 39:53.890
Polynomen g, was ich mit m multipliziere, plus Rest.

39:56.070 --> 40:00.010
Und das Entscheidende wird dann natürlich dabei sein, was ich über das

40:00.010 --> 40:01.850
g weiß und was ich über den Rest weiß.

40:02.390 --> 40:06.990
Und tatsächlich ist es so, dass dieses Polynomen g einen Grad hat, der

40:06.990 --> 40:09.110
kleiner gleich m minus 1 ist...

40:09.110 --> 40:12.030
und der Rest hat einen Grad, der kleiner gleich s minus 1 ist.

40:13.590 --> 40:16.370
Warum sollte das möglich sein, das f so zu schreiben?

40:22.600 --> 40:24.820
Haben Sie schon mal den Euclidischen Divisionsalgorithmus

40:24.820 --> 40:25.500
kennengelernt?

40:27.020 --> 40:29.660
Sollten Sie, glaube ich, in der Informatik.

40:29.780 --> 40:32.160
Den lernt man oft für ganze Zahlen kennen.

40:33.520 --> 40:35.520
Den Euclidischen Divisionsalgorithmus.

40:35.920 --> 40:39.740
Sie haben irgendwie 1430 und die Zahl 17.

40:40.880 --> 40:46.320
Und jetzt ist relativ klar, dass Sie die 17 in diese Zahl 1430 oder

40:46.320 --> 40:48.980
was ich eben auch immer gesagt habe, reinpacken können.

40:49.620 --> 40:53.380
Eine gewisse Anzahl oft, aber unter Umständen bleibt ein Rest.

40:55.880 --> 40:58.940
Und vor dem Rest wissen Sie hier in dem Fall, wenn Sie die 17 da immer

40:58.940 --> 41:02.100
reinpacken wollen, dass der Rest irgendeiner ist zwischen 0 und 16.

41:03.780 --> 41:06.480
Dieser Euclidische Divisionsalgorithmus gilt auch für Polynome.

41:07.200 --> 41:11.300
Sie gucken, wie oft das Polynom m von x sozusagen in das Polynom f von

41:11.300 --> 41:12.080
x reinpasst.

41:13.780 --> 41:16.560
Und dann haben Sie gegebenenfalls noch ein Rest, der übrig bleibt.

41:18.460 --> 41:21.980
Man könnte das als Stichwort des Euclidischen Divisionsalgorithmus,

41:22.080 --> 41:24.440
die uns diese Darstellung garantiert, oder Sie nennen es Polynom

41:24.440 --> 41:24.940
-Division.

41:26.920 --> 41:31.800
Sie dividieren das f von x durch das m, kriegen das g von x raus und

41:31.800 --> 41:34.520
den Rest, der leider durch m nicht mehr dividiert werden kann.

41:36.000 --> 41:39.560
Und dieser Rest, warum kann der dann nicht mehr durch m dividiert

41:39.560 --> 41:39.800
werden?

41:39.800 --> 41:45.660
m hat einen Grad s und der Rest hat dann eben den Grad s-1.

41:45.840 --> 41:49.460
Also der Rest hat einen Grad, der kleiner gleich s-1 ist.

41:50.020 --> 41:53.960
Hätte er einen Grad, der noch größer ist, größer gleich s, dann könnte

41:53.960 --> 41:55.960
ich es ja nochmal teilen durch m.

41:56.300 --> 41:57.780
Dann könnte ich ein m nochmal rausziehen.

41:58.700 --> 42:02.300
Sie ziehen so oft das m raus aus dem f, bis ein Rest übrig bleibt, der

42:02.300 --> 42:04.080
einen Grad hat, der kleiner gleich s-1 ist.

42:04.220 --> 42:06.680
Sie können das also auch durch Polynom-Division begründen.

42:08.380 --> 42:09.300
Diese Darstellung.

42:09.660 --> 42:16.120
Oder letzte Möglichkeit, Sie stellen sich das f irgendwie als in Monom

42:16.120 --> 42:17.020
-Darstellung vor.

42:17.840 --> 42:19.820
Das m in Monom-Darstellung.

42:19.940 --> 42:23.120
Dann haben Sie gewisse Freiheitsgrade in g. Sie setzen einfach ein

42:23.120 --> 42:27.600
Polynom für g an, vom Grad kleiner gleich m-1.

42:27.720 --> 42:28.340
Und auch für das r.

42:28.420 --> 42:31.400
Und dann multiplizieren Sie aus, machen einen Koffizettenvergleich und

42:31.400 --> 42:32.100
kriegen das auch hin.

42:32.540 --> 42:36.080
Das sind jetzt drei verschiedene Argumente, weshalb so eine

42:36.080 --> 42:38.100
Darstellung sinnvoll ist und immer existiert.

42:40.280 --> 42:42.080
Was machen wir jetzt mit der Darstellung?

42:43.700 --> 42:44.880
Ich schreibe das schon mal hier unten hin.

42:45.920 --> 42:49.760
Die Idee ist ja doch, dass wir wieder das Integral von 0 bis 1 bilden

42:49.760 --> 42:51.880
wollen über f von x dx.

42:52.240 --> 42:55.540
Und letztlich würden wir gerne, dass das gleich der Quadraturformel

42:55.540 --> 42:55.740
ist.

42:56.860 --> 42:58.360
Das wäre dann eine Bedingung.

42:59.200 --> 43:06.060
Was wir wollen nachher ist, dass das gleich der Quadraturformel ist,

43:06.380 --> 43:08.280
angewendet auf f.

43:09.440 --> 43:19.080
Das ist eine Bedingung, dass also auch Polynome von g kleiner gleich s

43:19.080 --> 43:21.400
plus m minus 1 exakt integriert werden.

43:22.880 --> 43:24.580
Wir fragen uns, wann ist das der Fall?

43:24.940 --> 43:26.980
Gut, dann gehen wir mal her und rechnen das aus.

43:26.980 --> 43:38.160
Wir können das f jetzt ersetzen durch m von x mal g von x dx plus,

43:38.180 --> 43:43.340
wegen der Linearität, r von x dx.

43:44.440 --> 43:46.280
Was wissen wir über die Quadraturformel?

43:46.340 --> 43:48.700
Schreiben wir das mal drunter, wenn wir die auf f anwenden.

43:49.240 --> 43:50.720
Naja, die war ja auch linear.

43:50.720 --> 43:57.140
Das ist also die Quadraturformel angewendet auf m mal g plus die

43:57.140 --> 44:00.680
Quadraturformel angewendet auf r.

44:02.420 --> 44:03.900
Weil das linear ist.

44:04.220 --> 44:06.240
Was ist jetzt mit dem Quadraturformel von r?

44:06.700 --> 44:09.960
r ist ein Polynom kleiner gleich s minus 1.

44:10.460 --> 44:12.560
Also das wird in jedem Fall exakt integriert.

44:12.680 --> 44:13.480
Das ist keine Frage.

44:13.480 --> 44:17.900
Das heißt, diese Dinge hier hinten, können Sie das nachvollziehen?

44:18.060 --> 44:20.260
Das bezieht sich nur auf die beiden letzten Summanden.

44:20.320 --> 44:21.020
Die sind identisch.

44:21.800 --> 44:25.240
Die Quadraturformel von r ist gleich dem Integral über r, weil r einen

44:25.240 --> 44:27.000
hinreichend kleinen Grad hat.

44:27.740 --> 44:29.120
Da funktioniert alles wunderbar.

44:30.160 --> 44:31.980
Wie ist das jetzt mit dem vorderen Teil?

44:32.180 --> 44:38.380
Die Quadraturformel von m mal g. Gucken wir uns das mal an.

44:38.440 --> 44:43.580
Auf dem Intervall 0,1 haben wir gleich die Summe von i gleich 1 bis s.

44:47.360 --> 44:48.400
bi mal...

44:48.400 --> 44:53.260
Weil wir auf dem Intervall 0,1 sind, werden jetzt die Knoten exakt die

44:53.260 --> 44:53.820
Stützstellen.

44:54.000 --> 44:58.460
Das heißt, wir werten diese Funktion an den Stützstellen aus.

44:58.540 --> 45:02.540
Das heißt, es ist m von ci mal g von ci.

45:02.700 --> 45:03.500
Was sagen Sie dazu?

45:03.500 --> 45:07.840
Naja, wir haben das m genau so gewählt, dass es an allen Stützstellen

45:07.840 --> 45:09.660
und Knoten hier identisch verschwindet.

45:09.740 --> 45:11.020
Das heißt, das ist definitiv 0.

45:14.800 --> 45:18.140
So, streichen wir ruhig durch hier drüben den Summanden.

45:19.320 --> 45:20.620
Der taucht nicht auf, der ist 0.

45:20.980 --> 45:24.440
Das heißt, die Quadraturformel auf f angewendet, liefert Ihnen exakt

45:24.440 --> 45:26.780
den Wert Quadraturformel auf r angewendet.

45:28.460 --> 45:31.260
Aber das Integral von f hat zwei Summanden.

45:32.740 --> 45:33.920
Was fordern wir also?

45:33.980 --> 45:36.580
Was ist jetzt diese Bedingung, dieses Ausrufezeichen hier vorne?

45:37.980 --> 45:39.620
Wann sind die Dinge wirklich gleich?

45:44.870 --> 45:48.670
Quadraturformel auf f ist gleich Quadraturformel auf r angewendet.

45:49.050 --> 45:51.670
Quadraturformel auf r angewendet ist gleich dem Integral über r.

45:52.910 --> 45:55.630
Und das Integral über f können wir schreiben als zwei Integrale.

45:56.210 --> 45:58.730
Integral über m mal g und Integral über r.

45:58.730 --> 46:02.970
Was stört, damit die Dinge gleich sind?

46:06.170 --> 46:09.790
Genau, das Integral von m mal g muss bitte schön 0 sein, sonst können

46:09.790 --> 46:10.690
die Dinge nicht gleich sein.

46:11.010 --> 46:11.570
Exakt.

46:12.430 --> 46:17.070
Und jetzt fordern wir also, dass dieses Polynom verschwindet für alle

46:17.070 --> 46:22.110
Polynome g vom Grad kleiner gleich m minus 1.

46:23.550 --> 46:26.890
Sehen Sie, das f ist ja ein beliebiges Polynom, was ich gewählt habe

46:26.890 --> 46:29.990
vom Grad kleiner gleich s plus m minus 1.

46:30.090 --> 46:30.850
Es war ein beliebiges.

46:31.090 --> 46:35.830
Wenn ich also f jetzt variiere, wird auch das g variieren in dieser

46:35.830 --> 46:36.450
Darstellung.

46:37.290 --> 46:41.010
Das heißt, ich darf das hier nicht speziell für ein festes g fordern,

46:41.110 --> 46:45.090
sondern ich muss es für alle Polynome g fordern, dass dieses Integral

46:45.090 --> 46:48.610
verschwindet, wo g ein Grad hat kleiner gleich m minus 1.

46:49.870 --> 46:54.130
Wenn das der Fall ist, dann sind die Dinge identisch und dann hat die

46:54.130 --> 47:00.410
Geschichte die Ordnung s plus m minus 1.

47:00.810 --> 47:06.030
Ne, s plus m, dann hat es die Ordnung s plus m.

47:06.430 --> 47:07.450
So, gucken wir es uns nochmal an.

47:07.510 --> 47:08.570
Ich habe es hier nochmal hingeschrieben.

47:09.910 --> 47:11.350
Das hier war die Quadraturformel.

47:12.210 --> 47:15.950
Das hier verschwindet.

47:16.410 --> 47:17.670
Die hinteren Dinge sind gleich.

47:17.670 --> 47:21.170
Also die entscheidende Geschichte ist, das hier bitte schön muss

47:21.170 --> 47:21.970
gleich 0 sein.

47:22.070 --> 47:22.930
Das ist unsere Bedingung.

47:23.770 --> 47:25.210
Das muss gleich 0 sein.

47:27.250 --> 47:30.650
Das heißt, wir erhalten Quadraturformeln höherer Ordnung

47:30.650 --> 47:36.810
folgendermaßen, wenn sie eine Quadraturformel haben der Ordnung p

47:36.810 --> 47:43.490
größer gleich s, dann ist die Ordnung genau dann s plus m, falls

47:43.490 --> 47:46.550
dieses Integral verschwindet für alle Polynome vom Grad kleiner gleich

47:46.550 --> 47:47.330
m minus 1.

47:48.750 --> 47:49.990
Das haben wir gerade hergeleitet.

47:51.110 --> 47:56.230
Wir haben sozusagen a die Ordnungsbedingungen bis zu s.

47:56.350 --> 47:57.870
Die kann man so 1 zu 1 hinschreiben.

47:58.450 --> 48:01.710
Und die weiteren Ordnungsbedingungen, die weiteren m

48:01.710 --> 48:04.470
Ordnungsbedingungen, haben wir jetzt sozusagen in Form dieses

48:04.470 --> 48:05.510
Integrals hingeschrieben.

48:07.750 --> 48:12.090
Das Integral muss bitte schön 0 sein über alle g. Wegen der Linearität

48:12.090 --> 48:14.730
des Integrals können Sie jetzt hier was einsetzen.

48:15.470 --> 48:19.210
Sie können jetzt für g erstmal konstant gleich 1 einsetzen, dann x,

48:19.590 --> 48:25.150
dann x² und können dann sozusagen wieder m viele Ordnungsbedingungen

48:25.150 --> 48:25.890
herleiten.

48:26.270 --> 48:27.990
Unter Umständen machen Sie das ein bisschen geschickter, dass Sie

48:27.990 --> 48:32.850
nicht die Monombasis nehmen, sondern eine andere Basis, um zu

48:32.850 --> 48:36.470
garantieren, dass alle Polynome vom Grad kleiner gleich m minus 1 hier

48:36.470 --> 48:38.370
ein verschwindendes Integral haben.

48:39.210 --> 48:39.730
Okay.

48:42.230 --> 48:44.610
Das heißt, die Bedingung ist folgende.

48:44.770 --> 48:51.250
Sie haben die c so zu wählen, dass diese Bedingungen hier, und sehen

48:51.250 --> 48:53.610
Sie, da kommen keine Gewichte vor in diesen Bedingungen.

48:53.690 --> 48:56.150
Das m ist nur definiert über die Knoten c.

48:56.990 --> 48:58.130
Kein b taucht auf.

48:58.690 --> 49:00.310
Es sind nur Bedingungen an die c.

49:01.690 --> 49:05.970
Wenn Sie die erfüllen können, dann ergeben sich die b automatisch und

49:05.970 --> 49:09.130
Sie haben eine Ordnung s plus m garantiert.

49:11.750 --> 49:15.270
Jetzt wird da unten behauptet, dass die maximale Ordnung 2s ist.

49:16.990 --> 49:20.310
Das lässt sich jetzt relativ leicht aus dem folgern, was oben steht.

49:21.730 --> 49:26.610
Oben sagen wir, die Ordnung ist s plus m, genau dann, wenn das und das

49:26.610 --> 49:26.930
gilt.

49:30.010 --> 49:33.950
Warum kann jetzt m nicht s plus 1 sein?

49:35.850 --> 49:40.190
Also warum können wir nicht eine Quadraturformel mit einer Ordnung 2s

49:40.190 --> 49:41.710
plus 1 bekommen?

49:42.510 --> 49:43.230
Warum nicht?

49:45.050 --> 49:46.530
Machen Sie mal hier in Gedanken.

49:46.910 --> 49:48.730
Ich schreibe hier extra Versuch.

49:50.230 --> 49:51.990
Der wird scheitern, natürlich.

49:52.250 --> 49:53.030
Ich erkläre Ihnen, warum.

49:53.710 --> 49:58.110
Versuch m gleich s plus 1.

49:59.770 --> 50:05.150
Also Ordnung p gleich 2s plus 1.

50:05.150 --> 50:07.130
Das wäre die Folgerung.

50:07.690 --> 50:08.390
Warum geht das nicht?

50:08.630 --> 50:09.770
Was würden wir dann fordern?

50:09.890 --> 50:14.210
Wir würden dann fordern, dass alle Polynome g vom Grad kleiner gleich

50:14.210 --> 50:18.590
s ein verschwindendes Integral haben.

50:18.950 --> 50:22.570
Hier stünde ja dann an der Stelle, m minus 1 ist ja dann s.

50:23.770 --> 50:24.830
In dem Versuch.

50:26.490 --> 50:31.290
Jetzt geben Sie mir mal ein Polynom vom Grad s an, wo dieses Integral

50:31.290 --> 50:32.250
sicher nicht verschwindet.

50:32.930 --> 50:33.990
Kennen Sie eins?

50:35.110 --> 50:40.350
Welches Polynom könnten Sie für g wählen, das ein Grad s hat, wo Sie

50:40.350 --> 50:43.790
sicher sagen können, naja, dieses Integral ist nicht 0?

50:46.490 --> 50:48.170
Sie wählen g gleich m.

50:51.350 --> 50:57.570
Wähle dann g von x gleich m von x.

50:57.610 --> 50:59.450
m von x ist ja ein Polynom vom Grad s.

51:00.970 --> 51:09.570
Jetzt müsste das Integral von 0 bis 1 über m von x zum Quadrat die x 0

51:09.570 --> 51:09.930
sein.

51:10.550 --> 51:11.310
Und das geht nicht.

51:13.750 --> 51:16.290
Welches Polynom kennen Sie, was stetig ist?

51:16.610 --> 51:17.650
Also Polynome sind immer stetig.

51:18.170 --> 51:21.750
Welches Polynom kennen Sie, dass wenn Sie es quadrieren und dann

51:21.750 --> 51:25.730
darüber integrieren, über ein nicht endartes Intervall, sodass das

51:25.730 --> 51:27.510
Ergebnis 0 sein muss?

51:28.850 --> 51:29.750
Welches Polynom, ja?

51:30.870 --> 51:32.810
0 ist ein Nullpolynom, nichts anderes gibt es.

51:32.910 --> 51:35.630
Bei jedem anderen Polynom haben Sie sofort eine Fläche und es kann

51:35.630 --> 51:37.530
sich ja nicht wegheben, die Fläche, weil Sie ja quadrieren.

51:38.230 --> 51:40.630
Das heißt, dieses Ding ist immer ungleich 0.

51:40.750 --> 51:41.750
Das hier ist ein Widerspruch.

51:43.090 --> 51:44.190
Ist immer ungleich 0.

51:51.910 --> 51:57.670
Das heißt, m kann nicht s plus 1 sein, weil dann finden Sie ein g,

51:57.790 --> 51:59.070
sodass es nicht erfüllt ist.

51:59.070 --> 52:05.490
Das heißt, m kann höchstens s sein, nach unserer Argumentation.

52:06.050 --> 52:08.630
Das heißt, die Ordnung kann höchstens 2s sein.

52:09.490 --> 52:11.690
Die maximale Ordnung, die Sie erreichen können, ist 2s.

52:12.650 --> 52:14.030
Frage ist, erreichen wir die?

52:14.630 --> 52:17.710
Gibt es tatsächlich Quadraturformeln der Ordnung 2s?

52:17.770 --> 52:18.530
Ja, die gibt es.

52:21.370 --> 52:23.950
Und das möchte ich gerne ohne Beweis Ihnen vorstellen, diese

52:23.950 --> 52:24.870
Quadraturformeln.

52:26.090 --> 52:29.710
Es existieren eindeutige Quadraturformeln der Ordnung 2s, und das sind

52:29.710 --> 52:31.690
die sogenannten Gauss-Quadraturformeln.

52:31.930 --> 52:37.630
Und die Knoten haben Sie so zu wählen, nämlich als 1 halb mal in

52:37.630 --> 52:40.710
Klammern 1 plus Gamma i, und die Gamma i sind die Nullstellen des

52:40.710 --> 52:41.590
Legendre -Polynoms.

52:42.010 --> 52:46.150
Das ergibt sich aus dieser Bedingung, die wir eben hergeleitet haben,

52:46.250 --> 52:48.130
mit ein bisschen Aufwand, den ich nicht betreiben möchte.

52:49.370 --> 52:52.610
Aber es gibt diese Quadraturformeln, die diese maximale Ordnung

52:52.610 --> 52:53.430
wirklich annehmen.

52:53.430 --> 52:56.810
Und das sind die Gauss-Quadraturformeln.

52:58.430 --> 52:59.430
Ich zeige Ihnen mal...

53:01.810 --> 53:03.150
Erst sage ich Ihnen noch ein paar Dinge.

53:03.270 --> 53:05.810
Die Gewichte der Gauss-Quadraturformel sind positiv.

53:09.250 --> 53:11.570
Das kriegen Sie raus, indem Sie die Gewichte...

53:14.870 --> 53:17.430
können Sie jetzt schreiben als...

53:18.230 --> 53:19.630
Das wissen wir ja sowieso hier.

53:19.630 --> 53:23.790
Wir wissen sowieso, dass das Gewicht Bi geschrieben werden kann, als

53:23.790 --> 53:25.630
Integral über die Lagrange-Polynome.

53:26.030 --> 53:29.970
Aber was Sie jetzt ohne weiteres machen können, ist das hier mal eben

53:29.970 --> 53:30.550
quadrieren.

53:32.310 --> 53:33.370
Dann gilt das immer noch.

53:33.530 --> 53:33.710
Warum?

53:35.590 --> 53:36.570
Warum gilt das immer noch?

53:36.650 --> 53:39.870
Weil 0 zum Quadrat 0 ist und 1 zum Quadrat immer noch 1.

53:39.990 --> 53:43.990
Das heißt, diese schöne Eigenschaft, dass die Dinge an einem einzigen

53:43.990 --> 53:46.870
Stelle den Wert 1 annehmen und sonst überall 0, die bleibt erhalten,

53:46.970 --> 53:47.630
wenn Sie quadrieren.

53:47.630 --> 53:53.410
Und, dass ein Polynom von Grad s-1, wenn Sie das quadrieren, hat es

53:53.410 --> 53:54.050
welchen Grad?

53:55.690 --> 54:03.470
Ein Polynom von Grad s-1 hat, wenn Sie es quadrieren, einen Grad 2s-2.

54:04.950 --> 54:09.290
Und da die Gauss-Quadraturformeln aber die Ordnung 2s haben, werden

54:09.290 --> 54:11.430
Polynome von diesem Grad noch exakt integriert.

54:11.650 --> 54:14.810
Und Sie können also die gleiche Analyse hinschreiben, wie wir sie eben

54:14.810 --> 54:15.670
auch hingeschrieben haben.

54:15.670 --> 54:19.550
Aber damit ergibt sich automatisch, dass die Dinge größer sind als 0.

54:23.640 --> 54:26.700
Und jetzt wird noch behauptet, dass die Knoten und die Gewichte und

54:26.700 --> 54:29.340
somit auch die Gewichte, das ergibt sich ja automatisch, der Gauss

54:29.340 --> 54:30.240
-Quadratur symmetrisch sind.

54:30.340 --> 54:33.280
Das heißt, die Gauss-Quadratur ist die Quadraturformel mit höchster

54:33.280 --> 54:38.040
Ordnung und hat auch die Eigenschaft, dass sie symmetrisch ist.

54:38.600 --> 54:40.900
Ich gebe Ihnen mal die Beispiele für s-1.

54:42.380 --> 54:47.840
Für s-1 ist die Nullstelle des Legendre-Polynoms lediglich 0, weil das

54:47.840 --> 54:50.820
Legendre -Polynom von Grad 1 nichts anderes ist als die Identität.

54:51.460 --> 54:52.800
Das können Sie nachlesen.

54:52.880 --> 54:58.280
Das heißt, wir kriegen automatisch c1 gleich 1,5, b1 gleich 1 und es

54:58.280 --> 55:00.060
stellt sich heraus, aha, das ist die Mittelpunktregel.

55:00.400 --> 55:05.020
Die Mittelpunktregel ist also eine Gauss-Quadratur mit der Ordnung 2s

55:05.020 --> 55:06.940
für s gleich 1.

55:09.260 --> 55:11.320
Und dann haben wir hier noch für s gleich 2, habe ich in meinem

55:11.320 --> 55:16.320
Beispiel hingeschrieben, da ist das Legendre-Polynom 3,5x-1,5.

55:16.320 --> 55:19.480
Dann kriegen Sie da zwei Nullstellen und daraus können Sie dann mit

55:19.480 --> 55:23.000
der Formel die Knoten ausrechnen und die Gewichte sind ja dann

55:23.000 --> 55:24.000
automatisch bestimmt.

55:25.460 --> 55:26.980
Das ist jetzt schon eine mit der Ordnung 4.

55:28.620 --> 55:33.120
Das lesen wir in den Tabellen nach, diese ganzen Koeffizienten.

55:34.620 --> 55:37.720
Letztlich die Gewichte, aber weil Sie keine Lust haben, die Knoten

55:37.720 --> 55:39.900
meine ich, aber weil Sie keine Lust haben, die Gewichte durch ein

55:39.900 --> 55:41.780
lineares Gleichungssystem zu lösen, kann ich verstehen.

55:41.780 --> 55:43.420
Die stehen natürlich dann auch in der Tabelle.

55:43.900 --> 55:46.100
Die Gewichte können Sie dann auch mit abschreiben.

55:48.340 --> 55:52.460
Haben Sie noch Fragen zu der Idee, wie man Quadraturformeln höherer

55:52.460 --> 55:53.340
Ordnung herleitet?

55:55.340 --> 55:58.500
Die Hauptidee war der Ansatz über dieses m-Polynom.

56:00.280 --> 56:03.440
Dann setzen wir wieder die Geschichte gleich, Quadraturformel

56:03.440 --> 56:10.740
angewendet auf einem Polynom vom Grad s plus m minus 1 und Integral.

56:10.800 --> 56:13.680
Wir setzen sie gleich und daraus ergibt sich eine Bedingung.

56:14.740 --> 56:17.180
Und das war genau das Verschwinden dieser Integrale.

56:21.820 --> 56:24.520
Und das kann man dann nutzen, um Quadraturformeln höherer Ordnung

56:24.520 --> 56:28.900
herzuleiten, wie zum Beispiel mit dieser Formel, mit dieser

56:28.900 --> 56:30.820
Ordnungsbedingung, die wir da hergeleitet haben, kann man dann

56:30.820 --> 56:35.320
beweisen, dass die Gauss Quadraturformeln die Ordnung 2s haben.

56:35.720 --> 56:36.800
Und mehr geht ja sowieso nicht.

56:38.360 --> 56:40.820
Gut, haben Sie noch Fragen an der Stelle?

56:43.460 --> 56:43.880
Ja.

56:48.090 --> 56:50.790
Wie allgemein die Legendre-Polynome definiert sind, kann ich nicht aus

56:50.790 --> 56:51.370
dem Ärmel schütteln.

56:52.150 --> 56:52.650
Weiß ich nicht.

56:53.110 --> 56:54.230
Müssen wir nachgucken.

56:54.890 --> 57:01.710
Das sind gewisse Orthogonalitätsbedingungen bezüglich gewisser

57:01.710 --> 57:04.490
Gewichtsfunktionen, die ich jetzt auch nicht auswendig im Kopf habe.

57:04.590 --> 57:05.490
Müsste ich nochmal nachlesen.

57:07.990 --> 57:08.630
Genau.

57:09.950 --> 57:12.430
Wir haben ja schon einige Polynome kennengelernt, wie Newton

57:12.430 --> 57:19.270
-Polynomen, Bernstein-Polynomen, Lagrange-Polynomen und ich habe jetzt

57:19.270 --> 57:23.090
nicht vorgehabt, Ihnen auch noch die Legendre-Polynome um die Ohren zu

57:23.090 --> 57:23.330
hauen.

57:25.950 --> 57:30.070
Letztlich dienen sie an der Stelle nur dazu, um die Gauss Quadratur

57:30.070 --> 57:33.590
-Koeffizienten, die Sie sowieso nicht per Hand ausrechnen, sondern

57:33.590 --> 57:34.530
irgendwo nachlesen.

57:35.730 --> 57:38.270
Und spielen in der Theorie bei uns dann keine weitere Rolle mehr.

57:39.810 --> 57:40.110
Gut.

57:42.310 --> 57:44.790
Das Letzte, was wir heute noch vorhaben in der letzten halben Stunde,

57:44.910 --> 57:48.150
ist auch leider noch ein bisschen herausfordernd für eine halbe

57:48.150 --> 57:51.030
Stunde, aber wir gucken mal, was wir verstehen können.

57:52.450 --> 57:55.870
Das ist der Fehler, den wir bei der ganzen Geschichte machen.

57:56.110 --> 57:58.570
Okay, wir machen keinen Fehler, wenn wir Polynome in unsere

57:58.570 --> 57:59.770
Quadraturformel einsetzen.

58:00.250 --> 58:04.070
Und zwar Polynome bis zum Grad p-1, wenn ich die Ordnung p habe.

58:04.070 --> 58:06.430
Machen wir keinen Fehler, weil dann wird exakt integriert.

58:06.890 --> 58:11.790
Okay, das ist jetzt nicht so besonders, weil Polynome zu integrieren,

58:11.850 --> 58:13.090
das ist sowieso kein Problem.

58:13.230 --> 58:14.570
Da bräuchten wir eigentlich noch nicht mal unbedingt die

58:14.570 --> 58:15.570
Quadraturformel dafür.

58:16.770 --> 58:19.810
Sie können ja Monome leicht integrieren, das ist ja kein Problem.

58:20.190 --> 58:24.190
Also das hilft uns jetzt nicht wirklich so entscheidend weiter, dass

58:24.190 --> 58:26.650
wir Polynome bis zum Grad p-1 exakt integrieren können.

58:26.730 --> 58:28.510
Das ist kein so ein Riesengewinn, sage ich mal.

58:29.530 --> 58:32.490
Die Frage, die sich doch stellt, ist, wenn wir jetzt beliebige

58:32.490 --> 58:36.710
Funktionen f hernehmen, links steht das Integral, was wir eigentlich

58:36.710 --> 58:40.250
berechnen wollen, das ist das hier, und rechts steht die

58:40.250 --> 58:41.150
Quadraturformel.

58:41.530 --> 58:46.750
Hier könnten wir schön schreiben, Integral von f minus Quadraturformel

58:46.750 --> 58:47.230
von f.

58:48.590 --> 58:50.770
Und die Frage, die sich stellt, wie groß ist das?

58:52.110 --> 58:55.950
Welchen Fehler machen wir überhaupt, wenn f jetzt eben nicht ein

58:55.950 --> 58:56.830
einfaches Polynom ist?

58:57.710 --> 59:02.830
Wenn f eine beliebige Funktion ist, wird sich herausstellen, wir

59:02.830 --> 59:07.490
müssen eine gewisse Voraussetzung stellen an die Glattheit von f.

59:07.690 --> 59:08.430
Was meine ich damit?

59:09.130 --> 59:13.710
Wir müssen voraussetzen, dass wir f hinreichend oft stetig

59:13.710 --> 59:14.590
differenzieren können.

59:15.110 --> 59:18.610
Das werden wir gleich sehen, wo das eingeht, weil letztlich ist die

59:18.610 --> 59:22.610
Idee, dass wir das f-Taylor entwickeln in ein Taylor-Polynom, das

59:22.610 --> 59:26.770
haben Sie ja schon gemacht in der Analyse, wir würden das entwickeln

59:26.770 --> 59:31.130
in einem Taylor-Polynom, warum überhaupt Taylor-Polynome, weil die

59:31.130 --> 59:34.990
nämlich schon exakt integriert werden, plus ein Restglied.

59:36.190 --> 59:39.690
Das Restglied wird dann tatsächlich genau den Fehler ausmachen und das

59:39.690 --> 59:43.010
Taylor -Polynom, was vorne drin steht, wird sich in dieser Differenz

59:43.010 --> 59:47.030
wegheben, weil dieses Taylor-Polynom wird dann einen Grad haben, der

59:47.030 --> 59:50.870
entsprechend klein ist, sodass die Quadraturformel, wenn sie eine

59:50.870 --> 59:55.330
gewisse Ordnung hat, hier in der Differenz sich die Geschichte links

59:55.330 --> 59:58.650
und rechts raushebt, weil es sowohl in i drin steckt, als auch in qf

59:58.650 --> 01:00:00.170
drin steckt, in gleicher Art und Weise.

01:00:00.810 --> 01:00:04.010
Also die Hauptidee, um den Fehler zu berechnen, ist Taylor

01:00:04.010 --> 01:00:05.070
-Entwicklung.

01:00:05.770 --> 01:00:09.510
Und das aus gutem Grund, weil die Taylor-Polynome dann hier

01:00:09.510 --> 01:00:10.690
rausfliegen aus der Darstellung.

01:00:12.670 --> 01:00:17.970
Das Erste, was wir machen, ist, wir wollen uns dieses Intervall a, b

01:00:17.970 --> 01:00:18.990
wieder vom Hals schaffen.

01:00:21.490 --> 01:00:25.750
Wir normieren den Quadraturfehler in dem Sinne, dass wir es auf das

01:00:25.750 --> 01:00:27.830
Intervall 0,1 transformieren.

01:00:28.230 --> 01:00:31.570
Da müssen wir uns wieder auskennen mit Substitutionsregeln.

01:00:33.310 --> 01:00:35.470
Aber das können Sie ja, das ist ja auch keine so schwere

01:00:35.470 --> 01:00:36.690
Transformation.

01:00:37.410 --> 01:00:39.950
Wir gehen also auf das Intervall 0 bis 1.

01:00:42.510 --> 01:00:45.810
Dann kriegen wir eine innere Ableitung davor, das ist b-a.

01:00:46.870 --> 01:00:49.590
Aha, diesen Faktor haben wir hier auch schon stehen, in der

01:00:49.590 --> 01:00:50.530
Quadraturformel.

01:00:52.450 --> 01:00:57.010
Und durch die Substitution kriegen Sie dann hier a plus t mal b minus

01:00:57.010 --> 01:00:57.310
a.

01:00:59.150 --> 01:01:03.750
Das heißt, wir können das b minus a rausnehmen und diese neue Funktion

01:01:03.750 --> 01:01:07.050
f von a plus t mal b minus a nennen wir g von t.

01:01:08.070 --> 01:01:08.830
Das ist ein neuer Name.

01:01:09.810 --> 01:01:14.030
Also, einfache Substitution und neuer Name führt auf diese

01:01:14.030 --> 01:01:14.530
Darstellung.

01:01:14.870 --> 01:01:19.950
Wir können den Fehler e, f, arrow, f, schreiben als Länge des

01:01:19.950 --> 01:01:23.450
Intervalls mal einen Fehler, den wir machen.

01:01:23.530 --> 01:01:27.830
Da steht ja wieder das Integral minus Quadraturformel, aber diesmal

01:01:27.830 --> 01:01:29.630
bezüglich des Intervalls 0,1.

01:01:30.450 --> 01:01:31.430
Und da fällt ein Haufen weg.

01:01:31.970 --> 01:01:34.490
Das ist irgendwie schöner zu rechnen.

01:01:34.490 --> 01:01:36.210
Das ist eine Art Normierung.

01:01:36.410 --> 01:01:38.350
Und was ist noch nicht ganz unentscheidend?

01:01:38.370 --> 01:01:40.530
Das hatten wir auch schon mal im Rahmen der Interpolation.

01:01:42.070 --> 01:01:46.770
Wenn f ein Polynom ist eines gewissen Grades und ich eine solche

01:01:46.770 --> 01:01:49.750
Substitution durchführe, was ist denn die Substitution?

01:01:49.890 --> 01:01:51.070
Was wird denn hier substituiert?

01:01:51.590 --> 01:01:56.150
Da wird x ersetzt durch a plus t mal b minus a.

01:01:56.870 --> 01:02:01.370
Und wenn jetzt f ein Polynom ist von irgendeinem Grad, in x, und Sie

01:02:01.370 --> 01:02:06.510
setzen da dieses lineare Polynom a plus t mal b minus a ein, was

01:02:06.510 --> 01:02:07.690
erhalten Sie dann in t?

01:02:09.730 --> 01:02:10.590
Das ist schwer.

01:02:10.590 --> 01:02:16.070
Also wenn das f, wir nehmen mal für einen kurzen Moment an, f von x

01:02:16.070 --> 01:02:25.750
ist Polynom vom Grad n.

01:02:27.610 --> 01:02:29.850
Also n, das soll nichts mit p zu tun haben.

01:02:29.950 --> 01:02:31.910
Das ist einfach irgendein Grad.

01:02:31.910 --> 01:02:39.130
Und jetzt bilden Sie f von a plus t mal b minus a.

01:02:39.230 --> 01:02:42.090
Das ist jetzt offensichtlich eine Funktion in t.

01:02:42.650 --> 01:02:45.190
Das wollen wir ja dann g von t nennen.

01:02:47.010 --> 01:02:47.810
Was ist das dann?

01:02:50.270 --> 01:02:55.590
Wenn Sie dieses lineare Polynom in f einsetzen, was erhalten Sie?

01:02:55.650 --> 01:02:58.630
Wenn f selber ein Polynom vom Grad n ist.

01:03:06.620 --> 01:03:09.020
Erstmal ist es ein Polynom und das hat auch Grad n.

01:03:16.580 --> 01:03:19.300
Das ist nicht ganz unwichtig.

01:03:20.080 --> 01:03:22.500
Das hatten wir ja auch schon mal im Rahmen der numerischen

01:03:22.500 --> 01:03:25.860
Integration, als wir die Ordnungsbedingungen von a, b auf 0,1

01:03:25.860 --> 01:03:26.540
transformiert haben.

01:03:26.600 --> 01:03:27.620
Das ist exakt hier das gleiche.

01:03:27.640 --> 01:03:28.520
Das ist eine wichtige Eigenschaft.

01:03:28.900 --> 01:03:30.380
Die sollten wir nicht ganz auf den Blick verlieren.

01:03:31.600 --> 01:03:34.980
Das heißt, wenn wir den Fehler jetzt auf einem beliebigen Intervall

01:03:34.980 --> 01:03:37.700
verstehen wollen, können wir genauso gut den Fehler nur auf dem

01:03:37.700 --> 01:03:41.220
Intervall 0,1 verstehen und nachher mit b minus a durchmodifizieren.

01:03:47.680 --> 01:03:52.280
Dieses Rg, das ist jetzt das Restfunktional, das ist letztlich der

01:03:52.280 --> 01:03:55.920
Quadraturfehler auf dem normierten Intervall 0,1.

01:03:56.040 --> 01:03:56.480
Nichts anderes.

01:03:56.600 --> 01:03:58.400
Das ist nur eine Definition.

01:03:58.980 --> 01:04:02.000
Aber was nicht ganz unwichtig ist, wir wissen, das Integral ist

01:04:02.000 --> 01:04:06.920
linear, die Quadraturformel ist linear und dieses Restfunktional R ist

01:04:06.920 --> 01:04:12.300
ja nur eine Summe oder Differenz von zwei linearen Abbildungen, also

01:04:12.300 --> 01:04:13.600
muss es selber auch linear sein.

01:04:13.680 --> 01:04:14.700
Das habe ich ja nochmal hingeschrieben.

01:04:15.640 --> 01:04:19.200
Also R angewendet auf eine Linearkombination ist gleich die

01:04:19.200 --> 01:04:21.180
Linearkombination der R-Anwendungen.

01:04:21.620 --> 01:04:22.980
Das ist Linearität.

01:04:27.100 --> 01:04:28.440
Das brauchen wir.

01:04:29.040 --> 01:04:29.700
Warum brauchen wir das?

01:04:29.700 --> 01:04:32.220
Ich hatte Ihnen schon gesagt, die Hauptidee wird daran bestehen, das F

01:04:32.220 --> 01:04:32.620
bzw.

01:04:32.920 --> 01:04:35.080
jetzt das G in eine Taylor-Entwicklung zu schreiben.

01:04:35.800 --> 01:04:39.060
Taylor-Entwicklung als Taylor-Polynom plus Restglied.

01:04:39.460 --> 01:04:42.180
Und natürlich brauchen wir die Linearität dann, um die Dinge zu

01:04:42.180 --> 01:04:46.540
zerteilen in den Teil mit den Restgliedern und den Teil mit den

01:04:46.540 --> 01:04:46.960
Polynomen.

01:04:47.940 --> 01:04:49.080
Deswegen brauchen wir die Linearität.

01:04:50.460 --> 01:04:50.980
Gut.

01:04:57.860 --> 01:04:58.380
So,

01:05:05.610 --> 01:05:10.210
jetzt steht da, der Quartaturfehler lässt sich nur für glatte G

01:05:10.210 --> 01:05:10.690
bestimmen.

01:05:11.570 --> 01:05:14.050
Das haben wir schon oft gesehen in unserer Vorlesung, dass wenn wir

01:05:14.050 --> 01:05:16.850
irgendeinen Fehler herleiten, denken Sie zum Beispiel auch an den

01:05:16.850 --> 01:05:24.970
Interpolationsfehler, dann geht das nicht anders, als das Ganze...

01:05:25.570 --> 01:05:29.110
Also auch da kam dann die P plus erste Ableitung vor, wenn Sie sich

01:05:29.110 --> 01:05:29.550
erinnern.

01:05:29.950 --> 01:05:33.030
Also das passiert ziemlich oft in Fehlerdarstellungen, dass wir

01:05:33.030 --> 01:05:34.310
differenzieren müssen.

01:05:34.750 --> 01:05:37.030
Das heißt, unsere Instanz muss hinreichend glatt sein, sonst

01:05:37.030 --> 01:05:38.110
funktioniert es überhaupt nicht.

01:05:38.730 --> 01:05:41.270
Und hier geht es eben auch, weil wir jetzt diese Taylor-Entwicklung

01:05:41.270 --> 01:05:41.830
machen wollen.

01:05:41.830 --> 01:05:46.950
Dann machen wir das mal und schreiben das G von X...

01:05:50.410 --> 01:05:53.390
Achso, machen wir das hier auf der Folie oder machen wir das lieber...

01:05:54.130 --> 01:05:56.270
Lassen Sie mich die Rechnung lieber in der anderen Software

01:05:56.270 --> 01:05:57.750
aufschreiben, die gefällt mir einfach besser.

01:05:59.730 --> 01:06:01.290
Das andere stürzt mir zu oft ab.

01:06:01.990 --> 01:06:03.030
So, machen wir die Rechnung hier.

01:06:04.250 --> 01:06:12.450
Wir wollen das G von X durch Taylor-Entwicklung folgendermaßen

01:06:12.450 --> 01:06:13.070
ausdrücken.

01:06:13.730 --> 01:06:19.950
Es ist G ausgewertet in der Stelle 0 plus G' ausgewertet in der Stelle

01:06:19.950 --> 01:06:23.570
0 mal X minus 0.

01:06:23.610 --> 01:06:25.090
X minus 0 geht einfach nur X.

01:06:25.830 --> 01:06:27.310
Mal X, wenn Sie sich erinnern.

01:06:27.630 --> 01:06:28.930
Plus und so weiter und so fort.

01:06:29.010 --> 01:06:31.230
Das ist eine ganz normale Taylor-Entwicklung.

01:06:31.350 --> 01:06:33.070
Dann haben wir hier...

01:06:40.780 --> 01:06:41.220
Moment...

01:06:41.220 --> 01:06:43.540
Dann haben wir hier stehen...

01:06:44.060 --> 01:06:46.900
Ich gehe mal bis Q minus 1.

01:06:48.040 --> 01:06:51.520
Das ist die Q minus erste Ableitung von G an der Stelle 0.

01:06:51.660 --> 01:06:53.140
Was macht man bei einer Taylor-Entwicklung noch?

01:06:53.180 --> 01:06:55.760
Dann hat man X hoch Q minus 1.

01:06:55.920 --> 01:06:59.780
Und falls Sie sich erinnern, wir müssen noch durch Q minus 1 Fakultät

01:06:59.780 --> 01:07:00.360
teilen.

01:07:01.900 --> 01:07:03.800
Und jetzt kommt das Restglied.

01:07:03.880 --> 01:07:06.060
Und das Restglied schreibe ich in der Form hin, das könnte Ihnen

01:07:06.060 --> 01:07:07.020
vielleicht neu sein.

01:07:07.020 --> 01:07:10.360
Das ist eine Integraldarstellung des Restglieds.

01:07:10.420 --> 01:07:12.420
Ups, das ist nicht G, das ist ein Q.

01:07:14.340 --> 01:07:16.940
Q minus 1 Fakultät.

01:07:17.420 --> 01:07:21.060
Das Integral von 0 bis 1 über...

01:07:21.060 --> 01:07:26.960
Und jetzt sehen Sie schon, das ist jetzt die Q-Ableitung von G an T

01:07:26.960 --> 01:07:33.280
mal X minus T hoch Q minus 1 dt.

01:07:33.280 --> 01:07:36.540
Also wenn Sie das jetzt nicht wissen, ist das kein Problem.

01:07:37.920 --> 01:07:41.520
Das hier ist einfach eine Restglieddarstellung, wie wir das Ganze

01:07:41.520 --> 01:07:42.140
schreiben können.

01:07:42.200 --> 01:07:44.660
Sie haben vielleicht in der Analyse die Lagrange-Darstellung des

01:07:44.660 --> 01:07:45.700
Restgliedes kennengelernt.

01:07:45.780 --> 01:07:46.320
Das ist eine andere.

01:07:46.980 --> 01:07:49.100
Da habe ich auch den Namen vergessen, wie die heißt.

01:07:49.260 --> 01:07:49.820
Ist egal.

01:07:50.920 --> 01:07:53.960
Es gibt auch andere Darstellungen als die Lagrange-Darstellung für das

01:07:53.960 --> 01:07:55.180
Restglied in der Taylor-Entwicklung.

01:07:55.740 --> 01:07:58.260
Eine mögliche ist diese Integraldarstellung.

01:07:58.260 --> 01:08:02.060
Geben wir dem einen Namen und nennen das das Restglied.

01:08:06.660 --> 01:08:09.640
Ich habe im Skript den Namen jetzt Q minus 1 gegeben.

01:08:09.800 --> 01:08:11.260
Vielleicht liegt das an dem Exponenten da.

01:08:11.320 --> 01:08:11.980
Weiß ich nicht genau.

01:08:12.560 --> 01:08:13.120
Von X.

01:08:14.060 --> 01:08:15.920
Das ist ja eine Funktion von X.

01:08:16.260 --> 01:08:22.400
Das Integral wird integriert über T, aber für ein festes X.

01:08:22.740 --> 01:08:26.820
Für jedes X wird der Integrand ausgewertet und dann über T integriert.

01:08:26.820 --> 01:08:29.720
Das heißt, das Ganze ist jetzt eine Funktion von X.

01:08:30.360 --> 01:08:34.460
Und das hier vorne, das ist das Taylor-Polynom.

01:08:35.780 --> 01:08:37.340
Nehmen wir das einfach U von X.

01:08:43.210 --> 01:08:53.890
Das machen wir für Q kleiner gleich P. P ist die Ordnung.

01:08:56.150 --> 01:08:57.810
Das gucken wir uns gleich nochmal genauer an.

01:09:01.480 --> 01:09:04.020
Was machen wir jetzt mit dem Restglied?

01:09:05.800 --> 01:09:06.640
Das Restglied...

01:09:06.640 --> 01:09:07.920
Oh, kleinen Moment.

01:09:08.380 --> 01:09:10.040
Das Restglied habe ich falsch hingeschrieben.

01:09:11.800 --> 01:09:15.120
Entschuldigung, hier müssen wir schreiben, das geht von 0 bis X.

01:09:16.620 --> 01:09:19.100
Das ging nicht bis 1, das geht nur von 0 bis X.

01:09:21.940 --> 01:09:24.540
Was ich aber jetzt machen möchte im nächsten Schritt, ist das Ganze

01:09:24.540 --> 01:09:26.840
tatsächlich bis 1 laufen zu lassen.

01:09:26.840 --> 01:09:34.960
Also wir wollen dieses Restglied schreiben als 1 durch Q minus 1

01:09:34.960 --> 01:09:35.920
Fakultät.

01:09:36.700 --> 01:09:40.740
Dann wollen wir nicht nur von 0 bis X laufen lassen, sondern

01:09:40.740 --> 01:09:41.960
tatsächlich bis 1.

01:09:42.400 --> 01:09:45.040
Und die Erlaubnis hole ich mir gleich durch eine Manipulation des

01:09:45.040 --> 01:09:45.640
Integranten.

01:09:46.540 --> 01:09:47.540
Gucken wir uns das mal an.

01:09:47.840 --> 01:09:53.820
Der Integrand ist GQ mal abgeleitet von T.

01:09:54.600 --> 01:10:02.260
Jetzt steht hier so ein X minus T hoch Q minus 1 DT.

01:10:03.000 --> 01:10:09.680
Und sehen Sie, das ist ein Polynom in X minus T und T variiert ja

01:10:09.680 --> 01:10:13.740
jetzt in dem Integral und zwar zunächst von 0 bis X.

01:10:14.720 --> 01:10:18.180
Da steht X minus T und T läuft von 0 bis X.

01:10:19.220 --> 01:10:24.340
Wenn Sie X einsetzen, dann haben Sie in dieser Klammer X minus X

01:10:24.340 --> 01:10:25.320
stehen und sind bei 0.

01:10:25.840 --> 01:10:27.440
Dann haben Sie den Funktionswert 0.

01:10:27.560 --> 01:10:30.780
0 hoch Q minus 1, wenn Q größer gleich 2 ist.

01:10:31.400 --> 01:10:32.720
0 hoch 0 wollen wir da ausschließen.

01:10:33.700 --> 01:10:36.420
Also Q wird nachher größer gleich 2 sein für die ganze Geschichte.

01:10:37.980 --> 01:10:42.660
Das ist also ein Polynom, was an der Stelle T gleich X den Wert 0

01:10:42.660 --> 01:10:43.200
annimmt.

01:10:43.840 --> 01:10:47.860
Warum nicht an der Stelle das Polynom, das kommt irgendwie an und

01:10:47.860 --> 01:10:49.860
trifft auf die X-Achse.

01:10:49.880 --> 01:10:54.840
Was wir jetzt machen ist, ab diesem Punkt X es einfach konstant gleich

01:10:54.840 --> 01:10:55.350
0 vorzusetzen.

01:11:02.530 --> 01:11:10.690
Hier tragen wir T auf und hier ist das X.

01:11:11.890 --> 01:11:13.350
Das ist irgendein Polynom.

01:11:13.530 --> 01:11:16.730
Diese Geschichte X minus T hoch Q minus 1 ist ein Polynom.

01:11:18.690 --> 01:11:29.070
Wenn Sie etwas für T kleiner einsetzen und X ist positiv, dann kommt

01:11:29.070 --> 01:11:30.690
das hier an.

01:11:32.450 --> 01:11:36.470
Jetzt ist das für T gleich X hat es den Wert 0 und jetzt setzen wir es

01:11:36.470 --> 01:11:38.310
an der Stelle einfach mit 0 fort.

01:11:39.510 --> 01:11:40.490
Konstant gleich 0.

01:11:41.410 --> 01:11:44.690
Wenn das konstant gleich 0 ist, dann ist der Integrant konstant gleich

01:11:44.690 --> 01:11:44.910
0.

01:11:45.010 --> 01:11:47.830
Dann kann ich gerne einfach weiter integrieren, weil keine Fläche dazu

01:11:47.830 --> 01:11:48.130
kommt.

01:11:48.690 --> 01:11:49.310
Das ist die Idee.

01:11:49.730 --> 01:11:52.130
Und wie wollen wir dieses mit 0 fortsetzen?

01:11:52.270 --> 01:11:54.730
Kennzeichen im Integranten, wir machen hier so ein Plus dran.

01:11:56.470 --> 01:11:57.530
Also lange Rede kurzer Sinn.

01:11:57.730 --> 01:11:59.830
Vorher habe ich von 0 bis X integriert.

01:12:00.550 --> 01:12:04.650
Ich möchte gleich das Integral weiter manipulieren, dafür wäre es

01:12:04.650 --> 01:12:05.090
günstig.

01:12:05.110 --> 01:12:06.910
Ich könnte von 0 bis 1 integrieren.

01:12:06.910 --> 01:12:09.090
Dann integriere ich ja zu weit.

01:12:09.550 --> 01:12:12.250
Dieser Teil von X bis 1 kommt dazu.

01:12:12.990 --> 01:12:19.110
Idee ist, ich kann auf stetige Art und Weise den Integranten so

01:12:19.110 --> 01:12:21.770
manipulieren, dass die Integrale gleich sind, weil ich den Integranten

01:12:21.770 --> 01:12:24.170
einfach mit konstant gleich 0 belege.

01:12:25.430 --> 01:12:28.130
Ab dem Wert T gleich X und dann mache ich nichts falsch.

01:12:29.590 --> 01:12:31.570
Das ist vielleicht nur eine Schreibweise.

01:12:35.210 --> 01:12:36.630
Was machen wir als nächstes?

01:12:36.630 --> 01:12:38.050
Jetzt schauen wir mal her.

01:12:38.130 --> 01:12:43.170
Wenn wir dieses Restfunktional jetzt auf G anwenden, dann ist die

01:12:43.170 --> 01:12:44.670
erste Beobachtung folgende.

01:12:56.450 --> 01:13:01.050
Sie fragen nochmal, warum X zwischen 0 und 1 liegt, weil darauf

01:13:01.050 --> 01:13:02.350
basierte meine Argumentation.

01:13:03.050 --> 01:13:06.830
Weil wir im Schritt vorher das Intervall a, b schon transformiert

01:13:06.830 --> 01:13:08.630
haben auf das Intervall 0,1.

01:13:09.230 --> 01:13:10.570
Also gucken Sie hier.

01:13:14.530 --> 01:13:22.310
Sehen Sie, dieses ganze Integral hier, das spielt sich ja alles

01:13:22.310 --> 01:13:23.410
zwischen 0 und 1 ab.

01:13:23.950 --> 01:13:28.490
Und das G, der Integrant G, der hier unten steht, der interessiert uns

01:13:28.490 --> 01:13:29.950
auch nur zwischen 0 und 1.

01:13:30.770 --> 01:13:37.870
Das heißt, wenn wir jetzt hier dieses Taylor-Polynom oben machen, dann

01:13:37.870 --> 01:13:44.890
interessieren uns nur X-Werte zwischen 0 und 1, weil uns das G nur

01:13:44.890 --> 01:13:47.230
zwischen 0 und 1 interessiert, weil wir nur zwischen 0 und 1

01:13:47.230 --> 01:13:47.750
integrieren.

01:13:50.770 --> 01:13:56.210
So, jetzt war die Idee, also das R von G können wir dann bilden als R

01:13:56.210 --> 01:13:58.750
von U plus Rest.

01:14:00.750 --> 01:14:02.430
Da schreibe ich immer noch Q-1.

01:14:02.530 --> 01:14:04.030
Mal sehen, wann ich das ändere.

01:14:04.890 --> 01:14:09.750
So, dann können wir das schreiben als R von U wegen der Linearität

01:14:09.750 --> 01:14:13.990
plus R von Rest von Q-1.

01:14:14.490 --> 01:14:18.450
Und wie ich eben schon sagte, das U ist ja ein Polynom kleineren

01:14:18.450 --> 01:14:20.950
Grades und wird exakt integriert, das heißt, das hier ist 0.

01:14:24.590 --> 01:14:31.350
So, das heißt, wir müssen uns jetzt das Restglied vornehmen.

01:14:33.230 --> 01:14:39.030
Das hier ist also der zweite Term, Restfunktional vom Restglied.

01:14:39.030 --> 01:14:40.510
Jetzt setzen wir das mal ein.

01:14:40.670 --> 01:14:50.430
Das ist die Funktion, X wird zugeordnet 1 durch Q-1 Fakultät, Integral

01:14:50.430 --> 01:14:56.130
von 0 bis 1, G, p-te Ableitung von t, nee, q-te noch, Entschuldigung,

01:14:56.250 --> 01:15:03.950
wir sind noch bei q-te, X-t plus hoch Q-1 dt.

01:15:04.950 --> 01:15:08.370
Das ist die Abbildung, nochmal ausführlich hingeschrieben, auf die wir

01:15:08.370 --> 01:15:09.950
das R anwenden.

01:15:10.530 --> 01:15:11.910
Wie war denn das R definiert?

01:15:12.010 --> 01:15:13.390
Wir hatten es gerade eben nochmal kurz gesehen.

01:15:13.590 --> 01:15:15.670
Hier ist die Definition von dem R, hier.

01:15:16.510 --> 01:15:19.330
Das heißt, wir wenden das R, das gebe ich zu, ist vielleicht ein

01:15:19.330 --> 01:15:24.990
bisschen gewöhnungsbedürftig, jetzt auf eine Funktion an, auf ein G,

01:15:25.150 --> 01:15:28.070
was jetzt ein R ist und was nicht so ganz einfach ist.

01:15:28.930 --> 01:15:32.730
Letztlich ist es aber nur das Integral und die Quadraturformel darauf

01:15:32.730 --> 01:15:33.290
angewendet.

01:15:33.330 --> 01:15:34.450
Das machen wir jetzt mal.

01:15:35.510 --> 01:15:43.510
Das heißt, es ist gleich 1 durch Q-1 Fakultät, das können wir einfach

01:15:43.510 --> 01:15:44.230
davor ziehen.

01:15:45.750 --> 01:15:52.910
Und jetzt haben wir hier stehen, Integral von 0 bis 1, das kommt aus

01:15:52.910 --> 01:15:58.210
dem R, aus dem Groß-R, angewendet auf das Klein-R.

01:15:58.710 --> 01:16:03.170
Das heißt, jetzt kommt hier das Integral von 0 bis 1, Q zur Ableitung

01:16:03.170 --> 01:16:11.310
von G, an der Stelle t mal x minus t hoch 1 plus.

01:16:11.830 --> 01:16:15.910
Und jetzt aufpassen, hier steht jetzt erstmal dt dx.

01:16:17.870 --> 01:16:21.970
Also machen Sie hier drüben bei der Darstellung gerne hier in x dx

01:16:21.970 --> 01:16:22.230
hin.

01:16:22.230 --> 01:16:27.770
Das wäre vielleicht fachdidaktisch besser, weil das entspricht jetzt

01:16:27.770 --> 01:16:30.910
der Variablen hier mit dem dx.

01:16:31.210 --> 01:16:33.650
Und das dt kommt aus diesem Integral.

01:16:34.550 --> 01:16:40.290
So, und dann haben wir noch minus die Quadraturformel angewendet auf

01:16:40.290 --> 01:16:41.110
das Klein-R.

01:16:42.070 --> 01:16:53.890
Das ist bi mal Integral von 0 bis 1, Q zur Ableitung von G, ci minus t

01:16:53.890 --> 01:17:03.470
hoch q minus 1 plus dt, Klammer zu.

01:17:03.750 --> 01:17:04.770
Okay, das ist ein wilder Ausdruck.

01:17:11.790 --> 01:17:16.230
Und was man jetzt machen möchte ist, und das machen wir für Q größer

01:17:16.230 --> 01:17:19.950
gleich 2, das interessiert uns nur, für Q größer gleich 2 ist der

01:17:19.950 --> 01:17:24.470
Integrant, diese Idee mit dem Abschneiden oder mit dem Nullsetzen,

01:17:24.830 --> 01:17:27.610
dass das eine stetige Fortsetzung ist, das klappt nur für Q größer

01:17:27.610 --> 01:17:28.170
gleich 2.

01:17:29.130 --> 01:17:31.550
Da klappt es aber, und dann ist das eine stetige Geschichte.

01:17:32.750 --> 01:17:36.190
Und weil das dann stetig ist, kann man die Integrale vertauschen.

01:17:36.190 --> 01:17:39.450
Das gibt einen Satz in der Integralrechnung, der uns das erlaubt.

01:17:39.530 --> 01:17:42.170
Das heißt, ich mache das mal hier an der Stelle einfach hier.

01:17:42.690 --> 01:17:47.810
Dann schreiben wir hier dx und hier dt.

01:17:50.590 --> 01:17:55.130
Das heißt, ich kann die Reihenfolge der Integration vertauschen.

01:17:55.450 --> 01:17:57.330
Das geht nur, wenn der Integrant stetig ist.

01:17:57.430 --> 01:17:59.010
Das ist er aber für Q größer gleich 2.

01:17:59.310 --> 01:18:02.690
Und jetzt habe ich endlich das dt beide Male außen stehen.

01:18:02.790 --> 01:18:04.510
Hier außen stehen und hier außen stehen.

01:18:04.510 --> 01:18:08.550
Das heißt, jetzt kann ich diese Geschichte unter ein Integral bringen.

01:18:09.150 --> 01:18:10.310
Das geht dann folgendermaßen.

01:18:10.370 --> 01:18:15.430
Dann haben wir hier stehen 1 durch Q minus 1 Fakultät.

01:18:16.950 --> 01:18:21.510
Dann kommt ein Integral von 0 bis 1 über...

01:18:22.350 --> 01:18:30.630
Aha, ich kann diese Q-te Ableitung von t jetzt ausklammern, weil ich

01:18:30.630 --> 01:18:33.690
ja ganz hinten hinschreiben werde dt.

01:18:36.550 --> 01:18:39.210
Es wird jetzt außen über t integriert.

01:18:39.350 --> 01:18:42.350
Das heißt, ich kann alle Teile, die von t abhängig sind, ausklammern

01:18:42.670 --> 01:18:52.470
und behalte dann hier in der Klammer das Integral Ach, das ist ja noch

01:18:52.470 --> 01:18:53.410
immer noch kompliziert.

01:18:53.870 --> 01:19:04.930
von 0 bis 1 über x minus t hoch q minus 1 plus dx Jetzt habe ich mir

01:19:04.930 --> 01:19:06.130
zu wenig Platz gelassen.

01:19:06.370 --> 01:19:07.850
Machen wir mal das nochmal kurz weg hier hinten.

01:19:11.050 --> 01:19:16.670
Minus Summe über i gleich 1 bis s bi

01:19:23.190 --> 01:19:23.910
Moment.

01:19:25.030 --> 01:19:26.870
Achso, das Integral habe ich ja vorne rausgezogen.

01:19:27.350 --> 01:19:35.970
Das heißt, hier steht jetzt nur noch ci minus t plus hoch q minus 1

01:19:35.970 --> 01:19:37.550
Klammer zu dt.

01:19:39.490 --> 01:19:44.250
Also die Idee war lediglich sozusagen die Integrale miteinander zu

01:19:44.250 --> 01:19:46.270
vertauschen, dass ich das ausklammern kann.

01:19:47.210 --> 01:19:48.870
Was hat das jetzt für einen Vorteil?

01:19:49.870 --> 01:19:54.310
Wir können jetzt den Teil hier unter dem inneren Integral, diesen Teil

01:19:54.310 --> 01:19:55.590
hier, den können wir integrieren.

01:19:55.970 --> 01:19:57.190
Ich meine, das ist nur ein Polynom.

01:19:59.850 --> 01:20:00.730
Das können wir ausrechnen.

01:20:01.210 --> 01:20:03.470
Wir haben jetzt so ein bisschen die Dinge getrennt voneinander.

01:20:03.570 --> 01:20:08.410
Wir haben Dinge getrennt, die problemabhängig sind, also die Q der

01:20:08.410 --> 01:20:10.790
Ableitung von g, die haben wir nach vorne geschrieben.

01:20:11.430 --> 01:20:16.410
Und ein Teil in diesen eckigen Klammern, der hängt nur von b und c ab

01:20:16.410 --> 01:20:17.130
und von q.

01:20:17.390 --> 01:20:21.750
Das sind alles Größen, die nur von der Quadraturformel her kommen.

01:20:23.230 --> 01:20:24.850
Und das können wir jetzt noch weiter vereinfachen.

01:20:24.910 --> 01:20:27.690
Das müssen wir leider wieder auf einer neuen Seite machen.

01:20:27.830 --> 01:20:28.310
Ist gleich.

01:20:28.690 --> 01:20:30.930
Jetzt müssen wir mal ein bisschen arbeiten.

01:20:31.350 --> 01:20:35.190
Das 1 durch q minus 1 Fakultät stand vor.

01:20:35.190 --> 01:20:42.850
Dann haben wir das Integral von 0 bis 1, die Q der Ableitung von g an

01:20:42.850 --> 01:20:43.510
der Stelle t.

01:20:43.650 --> 01:20:45.390
Die hatten wir ja ausgeklammert, wenn Sie sich erinnern.

01:20:45.650 --> 01:20:47.090
Und jetzt kam die eckige Klammer.

01:20:47.170 --> 01:20:48.390
Bis hierhin habe ich nichts verändert.

01:20:50.730 --> 01:20:52.130
Und hinten steht da noch dt.

01:20:53.610 --> 01:20:56.970
Und den hinteren Teil der Klammer, den schreibe ich auch 1 zu 1 ab.

01:20:57.530 --> 01:20:59.790
i gleich 1 bis s.

01:21:01.970 --> 01:21:07.530
bi mal ci minus t plus hoch q minus 1.

01:21:07.650 --> 01:21:08.430
Das habe ich einfach abgeschrieben.

01:21:08.510 --> 01:21:12.490
Und das vordere Integral ist ein einfaches Integral über ein Polynom.

01:21:12.890 --> 01:21:13.790
Das rechne ich aus.

01:21:13.850 --> 01:21:14.970
Das mache ich Ihnen jetzt mal nicht vor.

01:21:15.570 --> 01:21:17.130
Das ist wirklich einfach zu lösen.

01:21:17.190 --> 01:21:20.750
Man muss diese Gedanken mit dem Plus nochmal aufgreifen, den ich eben

01:21:20.750 --> 01:21:21.210
erklärte.

01:21:21.390 --> 01:21:23.350
Aber damit wollen wir uns jetzt nicht zu lange beschäftigen.

01:21:23.750 --> 01:21:24.950
Sonst verlieren wir zu viel Zeit.

01:21:32.180 --> 01:21:33.960
Genau, so müsste es richtig sein.

01:21:34.080 --> 01:21:36.060
Im Skript sind da einige Fehler, sehe ich gerade.

01:21:36.600 --> 01:21:41.680
Die müsste ich dann heute Nachmittag noch korrigieren und Ihnen dann

01:21:41.680 --> 01:21:43.360
was Besseres zukommen lassen.

01:21:45.560 --> 01:21:47.080
So, wo stehen wir jetzt?

01:21:47.420 --> 01:21:48.100
Kleinen Moment.

01:21:58.210 --> 01:22:00.930
Lassen Sie mich das noch folgendermaßen zusammenfassen.

01:22:04.090 --> 01:22:14.470
Als das Integral von 0 bis 1 über g, kute Ableitung von g, an der

01:22:14.470 --> 01:22:15.110
Stelle t.

01:22:15.790 --> 01:22:18.710
Und jetzt schreibe ich in die eckigen Klammern, den Teil werden wir

01:22:18.710 --> 01:22:20.630
aus gleichen neuen Namen geben.

01:22:21.230 --> 01:22:22.090
Und zwar was steht da jetzt?

01:22:22.150 --> 01:22:28.690
Da steht 1 minus t hoch q.

01:22:29.430 --> 01:22:32.130
Dann haben wir ein q minus 1 Fakultät, was vorne steht.

01:22:32.250 --> 01:22:34.930
Und noch ein 1 durch q, das gibt also q Fakultät.

01:22:37.670 --> 01:22:48.850
Minus Summe über i gleich 1 bis s, bi, ci minus t hoch q minus 1 Plus

01:22:48.850 --> 01:22:51.910
durch q minus 1 Fakultät.

01:22:52.410 --> 01:22:54.190
Das war der Teil, den ich noch reingebracht habe.

01:22:54.630 --> 01:22:55.510
Und dann steht hier t.

01:22:55.510 --> 01:22:59.190
Und diesen ganzen Kladderadatsch, der hier steht, vergessen Sie im

01:22:59.190 --> 01:23:01.190
Detail die Geschichte.

01:23:01.350 --> 01:23:02.810
Es ist nicht so relevant.

01:23:03.070 --> 01:23:05.910
Das kann man aber fast nicht schneller vortragen.

01:23:06.050 --> 01:23:07.150
Den wollen wir einen Namen geben.

01:23:07.330 --> 01:23:09.070
Das ist der sogenannte Peano-Kern.

01:23:10.710 --> 01:23:13.810
Sodass das Integral jetzt am Ende folgendermaßen daherkommt.

01:23:15.670 --> 01:23:24.590
Integral von 0 bis 1 über kute Ableitung von g mal den Peano-Kern.

01:23:28.250 --> 01:23:32.050
Und behalten Sie im Kopf, bei all den vielen Formeln und vieler

01:23:32.050 --> 01:23:35.710
Umrechnerei, behalten Sie im Kopf, was wir gemacht haben, war

01:23:35.710 --> 01:23:38.290
lediglich den Integranten in zwei Teile zu teilen.

01:23:38.710 --> 01:23:41.810
Nämlich in den Teil, der von dem Problem herkommt, das ist die kute

01:23:41.810 --> 01:23:44.350
Ableitung von g mal den Peano-Kern.

01:23:45.130 --> 01:23:48.590
Und den Peano-Kern gucken Sie sich genau an, das hatte ich ja eben

01:23:48.590 --> 01:23:52.270
schon mal angedeutet, der hängt nur von b, c und q ab.

01:23:52.630 --> 01:23:54.330
Sprich, nur von der Quadraturformel.

01:23:54.330 --> 01:23:59.630
Das ist ein entscheidender Fortschritt, dass wir unser R von g, das

01:23:59.630 --> 01:24:04.890
ist ja nichts anderes als R von g, unser Fehler, mittlerweile so

01:24:04.890 --> 01:24:05.570
darstellen können.

01:24:06.170 --> 01:24:11.410
Das ist ein bisschen Aufwand zu rechnen, aber am Ende kommen wir da

01:24:11.410 --> 01:24:11.630
an.

01:24:11.710 --> 01:24:16.450
Das ist aber leider noch nicht der Idealzustand, weil jetzt haben wir

01:24:16.450 --> 01:24:20.070
zwar den Integranten zerteilt in Dinge, die vom Problem herkommen und

01:24:20.070 --> 01:24:21.770
Dinge, die von der Quadraturformel herkommen.

01:24:21.770 --> 01:24:28.350
Im Integral wird das Ganze dann doch wieder kombiniert, weil ja noch

01:24:28.350 --> 01:24:29.850
das Integral ausgerechnet wird.

01:24:30.410 --> 01:24:36.250
Von daher, wie wäre es mit dieser Geschichte, dass wir den Fehler, wo

01:24:36.250 --> 01:24:40.750
uns das Vorzeichen sowieso schnurrt, wie wäre es, wenn wir jetzt den

01:24:40.750 --> 01:24:43.330
Fehler, einfach noch den Betrag drüber ziehen, dann haben wir hier den

01:24:43.330 --> 01:24:51.290
Betrag von 0 bis 1 über die kute Ableitung von g mal Peano-Kern.

01:24:54.620 --> 01:24:59.520
Dann benutzen wir die Monotonie des Integrals, dass wir also den

01:24:59.520 --> 01:25:00.300
Betrag reinziehen.

01:25:08.330 --> 01:25:11.050
Hier steht mal zwischen den beiden Beträgen.

01:25:13.470 --> 01:25:17.030
Das hier ist eine Instanz, die wir sowieso komplett nicht unter

01:25:17.030 --> 01:25:17.810
Kontrolle haben.

01:25:18.570 --> 01:25:22.070
Das ist die kute Ableitung von g. Warum nicht das gleich abschätzen

01:25:22.070 --> 01:25:23.070
durch das Maximum?

01:25:25.570 --> 01:25:28.790
Der kuten Ableitung von g im Betrag.

01:25:30.570 --> 01:25:33.330
Und zwar für t zwischen 0 und 1.

01:25:34.650 --> 01:25:38.850
Und jetzt endlich sind wir an einem Ziel, was etwas besser zu lesen

01:25:38.850 --> 01:25:38.990
ist.

01:25:39.090 --> 01:25:41.470
Wir ziehen dann dieses Maximum, weil es ja gar nicht mehr von t

01:25:41.470 --> 01:25:44.070
abhängig ist, vor das Integral.

01:25:46.650 --> 01:25:50.390
Hier sind wieder die gleichen Dinge hinzuschreiben.

01:25:50.390 --> 01:25:55.690
Dann haben wir hier nur noch das Integral von 0 bis 1 von dem Betrag

01:25:55.690 --> 01:25:56.790
des Peano-Kerns.

01:26:00.510 --> 01:26:04.790
Jetzt endlich haben wir am Schluss eine Schranke für den Fehler, der

01:26:04.790 --> 01:26:07.310
sich jetzt wunderbar in zwei Faktoren zerlegen lässt.

01:26:07.850 --> 01:26:08.690
Problem gegeben.

01:26:09.610 --> 01:26:12.790
Das Problem gegeben heißt, das ist der erste Faktor, an dem können wir

01:26:12.790 --> 01:26:13.270
nichts machen.

01:26:13.690 --> 01:26:16.610
Und der zweite Faktor ist das Integral, was nur von der

01:26:16.610 --> 01:26:17.730
Quadraturformel herkommt.

01:26:18.370 --> 01:26:19.610
Jetzt gucken wir uns das nochmal genauer an.

01:26:19.610 --> 01:26:21.870
Was haben wir im Grunde genommen gerade schon zusammen bewiesen?

01:26:23.170 --> 01:26:26.850
Wir haben zusammen diesen Satz vom Peano bewiesen, dass wir nämlich

01:26:26.850 --> 01:26:32.190
das Restintegral schreiben können, als Integral über Peano-Kern mal

01:26:33.510 --> 01:26:37.230
gute Ableitung von g. Das haben wir zusammen gemacht, indem wir im

01:26:37.230 --> 01:26:40.470
Grunde genommen eine Taylor-Entwicklung vorgenommen haben und das

01:26:40.470 --> 01:26:45.510
Restglied ein bisschen hässlich integriert haben, Integrale vertauscht

01:26:45.510 --> 01:26:45.830
haben.

01:26:47.550 --> 01:26:49.450
Und tatsächlich habe ich Ihnen die Folgerung unten auch schon

01:26:49.450 --> 01:26:50.070
vorgerechnet.

01:26:50.310 --> 01:26:53.290
Und wir sind sozusagen dann hier an einer oberen Schranke für den

01:26:53.290 --> 01:26:53.550
Fehler.

01:26:56.950 --> 01:27:00.650
Jetzt gebe ich Ihnen mal für ein paar Quadraturformeln genau diesen

01:27:00.650 --> 01:27:01.370
Ausdruck an.

01:27:01.750 --> 01:27:03.210
Also das müssen Sie nicht auswendig lernen.

01:27:03.670 --> 01:27:07.710
Aber das sind die Faktoren, die man ausrechnen kann für

01:27:07.710 --> 01:27:09.630
Mittelpunktregel, Trapezregel und Simpsonregel.

01:27:09.690 --> 01:27:14.330
Die stehen dann sozusagen als Vorfaktoren in den Fehlerabschätzungen.

01:27:21.290 --> 01:27:23.150
Wie können wir das jetzt wieder übersetzen?

01:27:24.110 --> 01:27:25.570
Das müssen wir heute unbedingt noch schaffen.

01:27:25.950 --> 01:27:27.270
Auf das Intervall b-a.

01:27:27.510 --> 01:27:30.210
Erinnern Sie sich, wir hatten ja die ganze Geschichte von b-a

01:27:30.210 --> 01:27:32.710
zurückgebracht auf das Intervall 0,1.

01:27:32.790 --> 01:27:34.350
Wie können wir es denn jetzt wieder zurückbringen?

01:27:36.630 --> 01:27:41.670
Hier steht das Integral über f und hier steht die Quadraturformel zu

01:27:41.670 --> 01:27:42.010
f.

01:27:42.930 --> 01:27:50.370
Erinnern Sie sich, wir hatten das geschrieben als b-a mal Rest von g.

01:27:50.750 --> 01:27:53.510
So hatten wir es hergeleitet weiter vorne.

01:27:53.950 --> 01:27:56.850
Das heißt, ein b-a als Faktor haben wir schon mal davor stehen.

01:27:57.610 --> 01:28:01.290
Aber den Rest von g, haben wir eben schon gesagt, ist nichts anderes

01:28:01.290 --> 01:28:10.950
als Integral von 0 bis 1 über die g-Ableitung, also das g-Ableiten.

01:28:11.130 --> 01:28:12.230
Und zwar, wie oft dürfen wir das?

01:28:12.270 --> 01:28:13.970
Q-Code mehr laufen lassen bis zu p.

01:28:13.970 --> 01:28:15.570
Jetzt nehmen wir mal den maximalen Wert.

01:28:16.250 --> 01:28:17.450
Und hier stand der Piano-Kern.

01:28:19.350 --> 01:28:20.810
Diese Darstellung haben wir eben bewiesen.

01:28:21.250 --> 01:28:24.730
Jetzt müssen wir uns noch mal kurz erinnern, wie das g und das f in

01:28:24.730 --> 01:28:25.510
Zusammenhang stehen.

01:28:25.690 --> 01:28:31.290
Wir bilden hier die p-Ableitung von g. Was hat die p-Ableitung von g

01:28:31.290 --> 01:28:33.210
mit der p-Ableitung von f zu tun?

01:28:33.850 --> 01:28:35.010
Wie war denn g definiert?

01:28:36.330 --> 01:28:38.510
g war definiert genau so.

01:28:38.990 --> 01:28:39.990
Ne, das darf ich so nicht schreiben.

01:28:40.990 --> 01:28:43.470
Ah ja, hier unten steht ja im Grunde schon alles drauf, was ich hinaus

01:28:43.470 --> 01:28:43.830
möchte.

01:28:44.390 --> 01:28:50.010
g von t war definiert als f von a plus t mal b minus a.

01:28:50.090 --> 01:28:51.670
Wenn Sie das ableiten, wie geht das?

01:28:52.230 --> 01:28:53.450
Das sind sogenannte Kettenregeln.

01:28:53.770 --> 01:28:57.230
Wenn Sie g ableiten, dann müssen Sie zwar f ableiten, aber Sie haben

01:28:57.230 --> 01:28:58.190
doch eine innere Ableitung.

01:28:58.270 --> 01:28:59.690
Und die innere Ableitung ist b minus a.

01:29:01.210 --> 01:29:04.410
Wenn Sie jetzt also das g p-mal ableiten, dann müssen Sie das f p-mal

01:29:04.410 --> 01:29:04.910
ableiten.

01:29:05.310 --> 01:29:08.410
Sie werden aber p-mal die innere Ableitung b minus a herausbekommen.

01:29:08.410 --> 01:29:11.290
Das steht hier unter der Bemerkung beachte.

01:29:12.230 --> 01:29:18.250
Das heißt, der Fehler auf dem Intervall b minus a hat einen Vorfaktor

01:29:18.250 --> 01:29:18.930
dieser Größe.

01:29:19.230 --> 01:29:21.790
b minus a hoch p plus 1.

01:29:22.570 --> 01:29:23.470
Können Sie das nachvollziehen?

01:29:24.070 --> 01:29:26.770
Das hoch p kommt aus den inneren Ableitungen und eine hatten wir

01:29:26.770 --> 01:29:27.590
sowieso schon da stehen.

01:29:28.370 --> 01:29:32.050
Und dann steht jetzt im Grunde genommen hier jetzt die Darstellung des

01:29:32.050 --> 01:29:35.410
Fehlers mit dem Peano-Kern.

01:29:36.850 --> 01:29:39.910
Wollen wir die Folie bitte heute noch ordentlich verstehen.

01:29:40.050 --> 01:29:43.490
Die Idee ist also, die Quadraturformel jetzt nicht auf große

01:29:43.490 --> 01:29:48.350
Intervalle anzuwenden, wo b minus a einen großen Wert hat, weil der

01:29:48.350 --> 01:29:51.990
Fehler dann wird ja dargestellt als b minus a hoch p plus 1.

01:29:52.150 --> 01:29:55.830
Was nützt Ihnen das, wenn a 0 ist und b ist 10 und Sie haben da 10

01:29:55.830 --> 01:29:58.350
hoch 5 davor stehen in der Fehlerdarstellung?

01:29:58.430 --> 01:29:59.330
Nützt Ihnen natürlich nichts.

01:30:00.250 --> 01:30:03.090
Die Hauptidee wird also sein, und das sollten Sie heute noch unbedingt

01:30:03.090 --> 01:30:07.190
mitnehmen, dass Intervall a bis b, werden wir, wie auch schon letzte

01:30:07.190 --> 01:30:09.110
Woche angedeutet, in kleine Häppchen zerteilen.

01:30:09.970 --> 01:30:12.450
Und jedes kleine Häppchen, Teilintervall, hat dann eine

01:30:12.450 --> 01:30:16.290
Intervalllänge, die hoffentlich einigermaßen, also einiges kleiner ist

01:30:16.290 --> 01:30:16.910
als 1.

01:30:17.430 --> 01:30:17.610
Warum?

01:30:18.330 --> 01:30:22.770
Weil dann 1 hoch p plus 1 etwas Kleines, also, Entschuldigung, etwas,

01:30:22.950 --> 01:30:26.770
was kleiner ist als 1, wenn Sie das noch potenzieren mit p plus 1,

01:30:26.850 --> 01:30:27.810
dann wird es ja noch viel kleiner.

01:30:28.710 --> 01:30:29.430
Können Sie das verstehen?

01:30:29.870 --> 01:30:33.290
Also wir werden kleine Teilintervalle bilden, wo die Intervalllängen

01:30:33.290 --> 01:30:39.170
um einiges kleiner sind als 1, damit der Fehler schön klein wird.

01:30:41.630 --> 01:30:45.010
Ja, ich glaube, damit kann ich Ihnen keine weitere Folie zumuten für

01:30:45.010 --> 01:30:45.290
heute.

01:30:46.130 --> 01:30:48.290
Das andere müssen wir dann leider nochmal nächste Woche 10 Minuten

01:30:48.290 --> 01:30:52.550
aufgreifen, um den Gesamtfehler auf dem Gesamtintervall dann mal

01:30:52.550 --> 01:30:53.130
hinzuschreiben.

01:30:53.690 --> 01:30:55.990
Aber dann freuen Sie sich einfach auf die nächste Vorlesung, dann

01:30:55.990 --> 01:30:56.850
werden wir das nochmal machen.

01:30:56.950 --> 01:30:57.130
Okay?

