WEBVTT

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2015 war ein Hitzesommer, vergleichbar nur mit dem Jahrhundertsommer

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im Jahr 2003.

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Und wieder zeigte sich, dass Karlsruhe eine der wärmsten Städte

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Deutschlands ist.

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Im August wurden am Stadtrand Spitzenwerte um die 40 Grad gemessen.

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Im Stadtzentrum lag die Temperatur in manchen Nächten sogar 7 Grad

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höher.

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Diesen Wärmeinsel-Effekt der Stadt erforscht eine Metrologin am

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Karlsruher Institut für Technologie.

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Der Klimawandel bescherte Deutschland dieses Jahr wieder einen

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Supersommer.

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In Karlsruhe hatten die Menschen ganz besonders unter der Hitze zu

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leiden.

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Die Hitzerekorde, die es so in den letzten Jahren gab, da war

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Karlsruhe immer ganz vorne mit dabei.

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Und die Messungen, die der Wetterdienst macht, sind aber tatsächlich

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ja außerhalb von Karlsruhe in Rheinstätten.

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Und weil man eben weiß, dass es in Städten vor allem in Nächten

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deutlich wärmer ist noch, war unser Interesse eben mal zu gucken, wie

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ist es wirklich genau da mit den Temperaturen, wo die Leute auch

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wohnen.

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Julia Hakenbuch erforscht am Institut für Meteorologie und

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Klimaforschung die Auswirkungen des Klimawandels auf die Innenstädte.

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Mit ihrem Team hat sie während des Sommers an drei markanten Stellen

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Messstationen aufgestellt.

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Wir hatten einen Messmast aufgestellt in einer Grünfläche am

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Stadtrand, am Hauptfriedhof.

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Der zweite Mast war in einem begrünten Innenhof in der Oststadt, also

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so eine enge Bebauung, aber sehr grün eben.

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Und der dritte Messpunkt war in der Weststadt, in einem sehr

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versiegelten, sehr eng bebauten Innenhof, wo wirklich kaum grün war.

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Und da konnten wir dann eben ganz schön vergleichen, wie auch so die

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direkte Umgebung eigentlich auf die Temperaturen dann Einfluss nimmt.

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Vor allem in der Nacht entsteht durch die dichte Innenstadtbebauung

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eine Art Backofen, weil die Gebäude tagsüber gespeicherte Wärme

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abgeben.

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Der größte Unterschied, den wir zu den offiziellen Messungen in

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Rheinstädten hatten, war über 6 Grad.

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Und das ist ja doch schon ganz beträchtlich, wenn man sich überlegt,

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dass man eben nachts erholsam schlafen soll und dann eben in der

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Innenstadt bis zu 6 Grad höhere Temperaturen hat, als dann zum

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Beispiel, wenn man in Rheinstädten wohnt.

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Städte wie Karlsruhe müssen sich auf die durch den Klimawandel immer

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heißer werdenden Sommer einstellen.

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In Karlsruhe wird auch recht viel gemacht, schon im Bereich

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Klimaanpassung.

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Was eben günstig ist aus städtebaulicher Sicht, ist einfach immer

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viele Grünflächen zu haben, da Grünflächen über die Verdunstung

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abkühlend wirken.

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Und weil es allein schon ein psychologischer Effekt ist, wenn man

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irgendwie im Grünen ist, fühlt es sich gleich nicht mehr so heiß an,

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wie wenn man jetzt auf einer Betonfläche steht.

