WEBVTT

00:03.880 --> 00:04.660
Guten

00:08.810 --> 00:10.710
Abend, meine Damen und Herren.

00:11.490 --> 00:17.150
Verehrte Freunde und Wegbegleiter, kann ich in vielen Fällen sagen.

00:17.610 --> 00:23.990
Ich freue mich, dass Sie alle da sind und dass vor Sie vielleicht beim

00:23.990 --> 00:26.190
Kerzenlicht in den 1.

00:26.430 --> 00:27.850
Mai tanzen wollen.

00:27.850 --> 00:30.570
Das öffnet jedenfalls demnach.

00:31.170 --> 00:35.890
Und ich kann Ihnen ziemlich genau versichern.

00:36.250 --> 00:40.470
Sie sind besser bei uns und bei Dr. Kilian heute Abend aufgehoben, den

00:40.470 --> 00:45.630
ich ganz, ganz herzlich begrüße, als in den sehr längerlangen Staus,

00:45.850 --> 00:52.430
die sich momentan irgendwo anders auf den Weg machen, um in den Mai zu

00:52.430 --> 00:52.890
tanzen.

00:52.890 --> 00:54.010
Herzlich Willkommen.

00:54.430 --> 00:58.630
Ich denke, wir haben in diesem Semester wieder eine wirklich spannende

00:58.630 --> 01:03.770
Vortragsreihe für Sie zusammengestellt und dass wir Sie auch davon

01:03.770 --> 01:05.230
überzeugen darfen.

01:06.270 --> 01:10.050
Ich freue mich sehr, heute Abend, ich hatte es schon gesagt, Dr.

01:10.130 --> 01:12.710
Ulrich Kilian zu begrüßen.

01:12.930 --> 01:15.870
Er ist Physiker und Wirtschaftsjournalist und Leiter des

01:15.870 --> 01:19.050
Redaktionsbüros Science & More.

01:19.050 --> 01:23.650
Und wir dachten, wie immer, Ihnen nachher etwas Eingehender

01:23.650 --> 01:24.290
vorstellen.

01:24.730 --> 01:27.510
Ich freue mich, dass Sie den Weg nach Karlsruhe gefunden haben.

01:28.010 --> 01:32.330
Und wie immer werde ich kurz auf unser Konzept und auch die

01:32.330 --> 01:34.930
Blickgründe für die Reihe eingehen.

01:35.030 --> 01:38.750
Ich denke, das gibt immer am Anfang einen kleinen, hohen Faden, damit

01:38.750 --> 01:43.170
Sie in etwa zusätzlich zu den Reihen, was Sie vor sich liegen haben,

01:43.490 --> 01:45.030
dann was gehört haben.

01:46.050 --> 01:50.610
Licht, das brauche ich Ihnen gar nicht zu sagen, ist ein elementarer

01:50.610 --> 01:54.410
Bestandteil des Lebens und zentrale Lebensvoraussetzungen wurden ja

01:54.410 --> 01:58.030
nicht nur für uns Menschen, sondern natürlich für Tiere und Pflanzen.

01:58.810 --> 02:02.310
Die perfekte Beschäftigung mit dem Wesen und der Natur des Lichts

02:02.310 --> 02:07.590
reicht zurück bis in die Antike, das wissen Sie auch, und stellt in

02:07.590 --> 02:13.270
der Physik ein mittlerweile weit verzweifeltes Forschungsfeld dar.

02:13.270 --> 02:17.010
Und das ist natürlich für mich als Soziologin ein Feld, wo ich mich

02:17.010 --> 02:21.770
nicht auskenne und ich denke, viele unter uns auch nicht so sehr.

02:22.350 --> 02:26.110
Doch aus den physikalischen Wissenschaftsdisziplinen hinaus ist die

02:26.110 --> 02:30.950
Faszination rund um das Phänomen Licht ungebrochen.

02:31.670 --> 02:37.290
Neue Querschnittsdisziplinen wie Optik und Photonik ermöglichen

02:37.290 --> 02:41.690
brisante Fortschritte auf dem Gebiet der lichtbasierten Technologien

02:41.690 --> 02:46.450
und beeinflussen die Entwicklung in den Bereichen beispielsweise der

02:46.450 --> 02:50.790
Energieeffizienz, Kommunikation, aber auch der Medizin.

02:51.850 --> 02:56.250
Das KIT, und das wissen viele auch unter Ihnen, nimmt in diesem

02:56.250 --> 03:00.310
Bereich sowohl mit Grundlagenforschung, sehr wichtig, als auch mit

03:00.310 --> 03:04.650
neuen Anwendungen eine Vorreiterrolle bei den Schlüsseltechnologien

03:04.650 --> 03:09.350
von morgen ein und wir werden beim zweiten Termin hier in unserer

03:09.350 --> 03:11.190
Reihe am 21.

03:11.670 --> 03:14.630
Mai Prof. Ulrich Lemmer bei uns haben.

03:15.090 --> 03:19.130
Er ist Leiter der Karlsruher School of Optics and Photonics und er

03:19.130 --> 03:23.790
bringt uns einen Überblick über die neuesten Entwicklungen am KIT in

03:23.790 --> 03:24.430
diesem Bereich.

03:26.010 --> 03:30.670
Auch in den Geistes- und Naturwissenschaften hat das Konzept des

03:30.670 --> 03:35.210
Lichts seit jeher einen großen Stellenwert angefangen von dessen

03:35.210 --> 03:39.610
bedeutende Philosophie bis hin zu Literatur, Kunst und Architektur.

03:40.430 --> 03:44.550
Natürlich ist, wie künstliches Licht wirkt, Inspiration für

03:44.550 --> 03:49.150
Kulturschaffende und Künstler, für Wissenschaftler und Ingenieure

03:49.150 --> 03:52.210
gleichermaßen und ich denke für uns auch immer.

03:52.670 --> 03:56.870
Also wir sind ständig, selbst denke ich, mit Licht in irgendeiner Form

03:56.870 --> 04:02.290
konfrontiert und wir sind immer fasziniert von den Veränderungen im

04:02.290 --> 04:02.550
Licht.

04:02.550 --> 04:07.210
In unserer Reihe möchten wir unter anderem auch fragen, wie sich die

04:07.210 --> 04:11.990
Qualität des Lichts in der Architektur im Laufe der Zeit gewandelt hat

04:11.990 --> 04:15.850
und welche Trends sich gegenwärtig abseignen.

04:17.050 --> 04:20.430
Und welche unterschiedlichen Perspektiven Künstler in Hinsicht auf

04:20.430 --> 04:23.950
Licht als Medium der Kunst einnehmen, das werden wir auch fragen und

04:23.950 --> 04:29.290
ich freue mich sehr, dass einer unserer Referenten zu diesem Thema,

04:30.430 --> 04:38.150
Herr Hubertin, Leiter vom Museum Neue Kunst, das der KM heute Abend

04:38.150 --> 04:39.270
auch unter uns ist.

04:39.930 --> 04:43.910
Licht und sein Counterpart, der Schatten, waren ja schon immer

04:43.910 --> 04:46.910
integrale Standteile von Architektur und Kunst.

04:47.750 --> 04:52.170
Und ich denke, vielleicht auch hier in Karlsruhe dürfen wir uns auch

04:52.170 --> 04:56.410
alle daran erinnern, welch Einfluss Licht hatte auch in der

04:56.410 --> 04:57.010
Stadtplanung.

04:58.090 --> 05:03.390
Also wir warten natürlich jetzt auch außerhalb von dieser Reihe

05:03.390 --> 05:05.290
anlässlich des 300.

05:06.350 --> 05:12.350
Geburtstags von Karlsruhe, wieder mal erinnert an den strahlend

05:12.350 --> 05:16.370
formigen Anordnungen der Straßen, das hat auch mit Licht zu tun, die

05:16.370 --> 05:21.070
also nicht nur aus ästhetischen Gründen in Form von einem Fächer

05:21.070 --> 05:22.250
angeordnet sind.

05:23.610 --> 05:26.750
Um die zentrale Bedeutung des Lichts und der lichtbasierten

05:26.750 --> 05:32.050
Technologien nicht nur für unsere moderne Zivilisation sichtbar zu

05:32.050 --> 05:37.210
machen, und das ist der Hintergrund für unsere Reihe, hat die UN

05:37.210 --> 05:44.350
-Generalversammlung das Jahr 2015 als internationales Jahr des Lichts

05:44.350 --> 05:44.990
ausgerufen.

05:45.590 --> 05:50.370
Die weltumspannende Initiative hat zum Ziel, das technologische und

05:50.370 --> 05:54.930
kulturelle Potenzial von Licht für nachhaltige Entwicklung zu

05:54.930 --> 06:00.690
vermitteln und dies natürlich auch durch internationalen Austausch und

06:00.690 --> 06:02.510
Kooperation zu fordern.

06:03.570 --> 06:08.690
Unsere Frage-Vortragsreihe möchte auch in diesem Kontext einen Beitrag

06:08.690 --> 06:11.850
durch einen interdisziplinären Zugang leisten.

06:13.150 --> 06:16.970
Schon früh beschäftigt man sich Menschen mit der Frage, was Licht

06:16.970 --> 06:18.730
eigentlich ist.

06:18.730 --> 06:23.690
Die Annäherung an diese Frage im Spannungsfeld von Philosophie,

06:23.790 --> 06:28.030
Religion und Kunst, Naturwissenschaft und Technik, führte zu

06:28.030 --> 06:32.850
Erklärungen, die trotz ihrer Unvollständigkeit doch wichtige

06:32.850 --> 06:34.430
Erkenntnisse brachten.

06:35.390 --> 06:39.470
Unstrittig ist dabei die Erkenntnis, wie sehr Licht die menschliche

06:39.470 --> 06:44.070
Kultur und Entwicklung beeinflusst hat und noch immer beeinflusst.

06:44.070 --> 06:49.270
Die gesellschaftliche Bedeutung des Lichts ist sicherlich insofern

06:49.270 --> 06:51.110
kaum zu überschätzen.

06:51.890 --> 06:55.730
Die deutsche physikalische Gesellschaft bedroht zu Recht keinem

06:55.730 --> 07:00.950
anderen Naturphänomen, komme eine vergleichbare prägende Rolle für die

07:00.950 --> 07:05.770
menschliche Zivilisation in unterschiedlichsten kulturellen Kontexten

07:05.770 --> 07:06.070
zu.

07:07.610 --> 07:13.570
Für viele mag gerade elektrisches Licht heutzutage zu einer

07:13.570 --> 07:19.050
Selbstverständlichkeit geworden sein, aber auch darüber müssen wir uns

07:19.050 --> 07:19.810
Gedanken machen.

07:20.150 --> 07:25.170
Ich möchte einfach daran erinnern, dass es viele Länder gibt, wo das

07:25.170 --> 07:27.810
Ganze gar keine Selbstverständlichkeit darstellt.

07:27.810 --> 07:35.010
Und zwar nach einer relativ aktuellen Statistik wissen wir, dass es

07:35.010 --> 07:40.530
etwa 1,3 Milliarden Menschen, also das heißt fast jede fünfte

07:40.530 --> 07:45.050
Bewohner, gibt, die keinen selbstständigen oder flächendeckenden

07:45.050 --> 07:47.070
Zugang zu Licht hat.

07:47.690 --> 07:54.590
Wir könnten uns sowas beobachten in Gebieten in Afrika, in Südostasien

07:54.590 --> 08:01.030
und Lateinamerika und uns dabei überlegen, welchen Auswirkungen das

08:01.030 --> 08:06.010
beispielsweise für künstliche Kinder nach Eindruck der Dunkelheit hat,

08:06.630 --> 08:10.710
wo es nicht möglich ist, dann zu lernen, oder nur bei schlechtem

08:10.710 --> 08:14.490
Licht, das zu den gesundheitlichen Risiken wirbt.

08:15.390 --> 08:19.710
Wir können uns zum Beispiel Dinge, die man gar nicht so sofort

08:19.710 --> 08:24.510
assoziiert, überlegen, dass dann mit ganz anderen Dingen versucht

08:24.510 --> 08:29.970
wird, dann diese nicht technischen Gegebenheiten zu kompensieren, etwa

08:29.970 --> 08:33.930
mit Petroleumlichter und Rauch, was nicht gerade natürlich

08:33.930 --> 08:37.730
gesundheitsförderlich ist, oder ein anderes Zusammenhang, was eine

08:37.730 --> 08:40.030
wirtschaftliche Auswirkung hat, eben auch in einem

08:40.030 --> 08:45.070
Mikrofamilienzusammenhang, nämlich, dass dann auch die Eltern, die

08:45.070 --> 08:48.410
vielleicht woanders, durch Heimarbeit oder sonst was dann arbeiten

08:48.410 --> 08:52.330
würden, dies nach Eindruck der Dunkelheit nicht mehr machen können.

08:53.230 --> 08:53.670
Also sozial.

08:54.070 --> 08:59.090
Wir haben ganz viele mögliche Wege, die wir entdecken werden durch

08:59.090 --> 09:02.110
unsere Reise durch das Licht und durch das Schatten in diesem

09:02.110 --> 09:06.750
Symposium, auf den wir nicht sofort kommen.

09:07.570 --> 09:11.090
Wie immer können Sie natürlich auch unser Flyer, also das Programm,

09:11.250 --> 09:11.590
entnehmen.

09:11.590 --> 09:15.830
Ich möchte aber einige Ergänzungen machen, also im Hinblick auf

09:15.830 --> 09:17.930
Referenten und Referenten.

09:18.450 --> 09:21.510
Beispielsweise bei der Podiumssuzession am 28.

09:21.830 --> 09:28.110
Mai konnten wir neben Herrn Harald Badenwagen zusätzlich nun Frau

09:28.110 --> 09:31.330
Prof. Kotting-Buhl gewinnen.

09:31.450 --> 09:35.470
Sie ist Mitglied des Bundestages und atompolitische Sprecherin der

09:35.470 --> 09:39.690
Grünen, sowie Frau Prof. Barbara Kriegfahrn.

09:39.690 --> 09:44.830
Sie wiederum ist in eine ganz andere Richtung tätig, sie ist nämlich

09:44.830 --> 09:48.530
Spezialistin auf dem Gebiet der Kohlenbiologie.

09:48.730 --> 09:52.050
Und wir freuen uns sehr, diese beiden auch gewonnen zu haben.

09:53.110 --> 09:58.330
Die Diskussion Lichtverschmutzung, was tun gegen den Verlust der

09:58.330 --> 10:02.410
Nacht, ist nämlich auch, also das ist das Thema, das wir dann

10:02.410 --> 10:06.550
diskutieren wollen, ist ein Thema, was weniger in der Öffentlichkeit

10:06.550 --> 10:11.990
diskutiert wird, aber allmählich ist es auch ein Thema, was wir in den

10:11.990 --> 10:16.690
Medien auch jetzt diskutiert sehen, nämlich unter dem Schlagwort

10:16.690 --> 10:18.350
Lichtsmog.

10:18.550 --> 10:21.170
Ich denke, das wird auch ein interessantes Thema sein.

10:21.450 --> 10:25.450
So, jetzt freuen wir uns aber sehr, dass Dr. Kilian jetzt die

10:25.450 --> 10:27.030
Eröffnungsvortrag machen wird.

10:27.030 --> 10:31.730
Und ich darf Ihnen kurz vorstellen, erstmal sein Thema, die Bedeutung

10:31.730 --> 10:33.890
des Lichts in Musik, Technik und Kultur.

10:34.230 --> 10:38.530
Er wird darüber referieren und natürlich auch einige Faktoren der

10:38.530 --> 10:42.910
Menschheitsgeschichte im Kampf erstmal gegen Doppelheit beleugnen.

10:44.470 --> 10:51.330
Julian Kilian gründete und betreibt seit 1998 das Redaktionsbüro

10:51.330 --> 10:56.810
Science & More und das vor allem Projekte aus dem Bereich Bildung und

10:56.810 --> 10:58.670
Wissenschaftspolitik betreut.

10:59.030 --> 11:05.170
Er studierte Physik und promovierte 1996 in Theoretische

11:05.170 --> 11:08.750
Elementarteilchenphysik an der Universität Mainz.

11:09.430 --> 11:14.730
Anschließend war er am Max-Planck-Institut für Meteorologie in Hamburg

11:14.730 --> 11:15.550
beschäftigt.

11:15.550 --> 11:18.750
Ich weiß auch gleich, was es heißt, wenn es um die Nachtbrunnen geht.

11:19.930 --> 11:25.290
Als Chefredakteur betreut Dr. Kilian mehrere Lexika, unter anderem das

11:25.290 --> 11:28.230
Lexikon der Musik und das Lexikon der bedeutenden

11:28.230 --> 11:30.510
Naturwissenschaftler.

11:31.630 --> 11:35.170
2012, und das ist glaube ich für uns ganz besonders interessant,

11:35.690 --> 11:40.590
veröffentlichte er gemeinsam mit Rainer Aschenmayer das große Buch vom

11:40.590 --> 11:40.890
Licht.

11:40.890 --> 11:46.290
Darüber hinaus wirkt er als Mathematikdozent und gibt regelmäßig

11:46.290 --> 11:50.650
populärwissenschaftliche Vorträge zu physikalischen Themen.

11:51.130 --> 11:52.750
Ich freue mich, dass Sie da sind.

11:52.870 --> 11:56.230
Ich möchte auch nur, bevor ich die Bühne freigebe, noch darauf

11:56.230 --> 12:00.870
hinweisen, obwohl ich eigentlich, wenn ich so ein bisschen rumschaue,

12:01.210 --> 12:05.730
denke, unsere Studierenden sind heute wirklich nicht so sehr anwesend.

12:05.730 --> 12:10.150
Es sollten welche hier sein, die auch mal ein Zertifikat erwerben

12:10.150 --> 12:10.590
wollen.

12:11.030 --> 12:15.350
Die ist es im Eintrag bis hier unten und das können Sie am Ende des

12:15.350 --> 12:16.990
Vortrags dann auch tun.

12:17.330 --> 12:19.350
Jetzt freuen wir uns sehr, ganz herzlichen Dank.

12:21.710 --> 12:26.550
Ja, vielen Dank für die sehr wohlwollenden Worte zur Begrüßung und

12:26.550 --> 12:29.910
Ihre schöne Einführung in Ihrer Vortragsreihe.

12:31.970 --> 12:36.350
Ja, ich habe über meinen Vortrag den Titel gewählt, Licht in Kultur,

12:36.510 --> 12:37.130
Technik, Musik.

12:37.270 --> 12:40.830
Das ist natürlich ein Riesentitel von der Liga, wie wir die Welt

12:40.830 --> 12:44.450
retten, jetzt in den nächsten 45 Minuten, oder die endgültige

12:44.450 --> 12:48.070
Weltformel, also ein sehr großes Thema.

12:48.230 --> 12:53.750
Ich werde ein bisschen was über Kultur erzählen in dem Zusammenhang,

12:53.950 --> 12:58.850
wie sich vor allem die künstliche Beleuchtung entwickelt hat, was eben

12:58.850 --> 13:01.250
auch ein Stück der Kulturgeschichte der Menschheit ist.

13:02.690 --> 13:05.290
Dabei wird man natürlich ein bisschen über Technik reden und ich werde

13:05.290 --> 13:06.530
ein bisschen über Physik reden.

13:06.730 --> 13:11.470
Also so ist das sozusagen zu verstehen, vor allem dann im Hinblick auf

13:11.470 --> 13:14.750
die Frage, was ist eigentlich Licht.

13:18.820 --> 13:26.680
Gut, also das ist so ungefähr der Fahrplan für die nächste dreiviertel

13:26.680 --> 13:29.040
Stunde, also für meinen Vortrag.

13:30.800 --> 13:36.460
Das Thema Licht, wurde ja schon in der Einführung gesagt, ist ein

13:36.460 --> 13:41.060
großes Thema, ein großes Menschheitsthema und spielt entsprechend auch

13:41.060 --> 13:46.300
in allen Religionen, in allen Mythologien eine große Rolle.

13:47.980 --> 13:54.520
Überall spielt das Licht in Form von Göttern, zum Teil gleichgesetzt

13:54.520 --> 13:59.380
mit der Sonne oder mit anderen natürlichen Lichtwellen, eine große

13:59.380 --> 14:05.000
Rolle, also die Sonne natürlich als der primäre, natürliche Lichtgeber

14:05.000 --> 14:06.880
in ganz herausragender Stellung.

14:08.020 --> 14:12.420
Und von Anfang an auch in den Religionen, in den Mythologien der

14:12.420 --> 14:17.620
Gegensatz zwischen hell und dunkel, zwischen Tag und Nacht, spielt

14:17.620 --> 14:19.420
mindestens genauso große Rolle.

14:19.420 --> 14:25.760
Also Licht ist, solange Menschen vermutlich denken können, immer im

14:25.760 --> 14:31.040
Zusammenhang gedacht worden mit seinem Gegenüber, mit der Dunkelheit.

14:31.260 --> 14:35.240
Das ist eine zentrale Auseinandersetzung, die sich durch die ganze

14:35.240 --> 14:39.300
Geschichte dann zieht, zwischen hell und dunkel.

14:39.640 --> 14:44.500
Der Kampf sehr lange gegen die Dunkelheit und heute, was in der

14:44.500 --> 14:47.220
Einführung ja schon anklang, wo es hier auch eine Veranstaltung zu

14:47.220 --> 14:53.760
geben wird, ist durchaus der Kampf gegen die Helligkeit, der heute für

14:53.760 --> 15:00.540
uns, zumindest hier im überzivilisierten Europa, durchaus eine

15:00.540 --> 15:01.540
wichtige Frage ist.

15:03.120 --> 15:08.300
Okay, die Menschen aller Kulturen haben sicherlich immer auch schon

15:08.300 --> 15:11.680
gestaunt über verschiedene Lichterscheinungen, die wir in der Natur

15:11.680 --> 15:12.480
antreffen.

15:12.480 --> 15:16.820
Ein Regenbogen, hier sogar ein doppelter Regenbogen, wie man da oben

15:16.820 --> 15:20.980
ein bisschen erkennt, gehörte sicherlich dazu und wurde entsprechend

15:20.980 --> 15:25.100
dann eben philosophisch, theologisch, mythologisch aufgeladen.

15:25.840 --> 15:32.480
Oder solche Erscheinungen hier, Halos und Nebensonnen, das sind

15:32.480 --> 15:35.960
Phänomene, die mit der Lichtbrechung an Eiskristallen zu tun haben.

15:37.080 --> 15:40.100
Darüber haben Menschen sicherlich alle Zeiten gestaunt und staunen wir

15:40.100 --> 15:42.980
heute auch noch, obwohl wir inzwischen auch einen rationalen Zugang

15:42.980 --> 15:43.240
haben.

15:43.320 --> 15:45.960
Wir wissen, was da passiert, trotzdem ist es nach wie vor sehr

15:45.960 --> 15:46.760
faszinierend.

15:47.120 --> 15:49.800
Also ich finde, auch wenn man etwas wissenschaftlich rational

15:49.800 --> 15:54.040
durchleuchtet hat, kann es immer noch äußerst faszinierend sein,

15:54.180 --> 15:56.200
verliert für mich nicht von seiner Faszination.

15:57.360 --> 16:02.240
Polarlichter, Bewohner entsprechender Gebiete haben da natürlich alle

16:02.240 --> 16:07.100
möglichen Boten auch drin gesehen, auch das sehr beeindruckend, obwohl

16:07.100 --> 16:12.020
wir auch da wissen, was da eigentlich physikalisch passiert ist, wenn

16:12.020 --> 16:17.400
man das live erlebt, nach wie vor sicherlich sehr eindrucksvoll.

16:19.860 --> 16:26.660
Gut, ich habe gesagt, in den Religionen, in den Mythologien hat das

16:26.660 --> 16:32.480
Licht eine große Rolle gespielt, vor allem in Form von Sonnengöttern,

16:32.720 --> 16:37.520
einer der prominentesten Sonnengötter ist der ägyptische Gott Re oder

16:37.520 --> 16:44.900
Ra, der häufig dargestellt wird mit so einem Raubvogengesicht und oben

16:44.900 --> 16:49.020
die Sonnenscheibe, dann auf dem Kopf.

16:51.880 --> 16:55.740
In dieser Zusammenstellung wird schon ein bisschen deutlich, dass in

16:55.740 --> 17:01.080
Ägypten die Sonne nicht nur als positives Ereignis gesehen wurde,

17:01.080 --> 17:04.460
sondern man denke an Dürren, man denke an Wüsten, gerade in Ägypten

17:04.460 --> 17:08.160
natürlich auch mit ihrem gegensätzlichen Element, also als

17:08.160 --> 17:11.020
zerstörerisch, als todbringend gedacht wurde.

17:11.160 --> 17:16.420
Also diese beiden Aspekte fließen auch in dieser Göttergestalt aus dem

17:16.420 --> 17:18.180
alten Ägypten zusammen.

17:19.640 --> 17:25.240
Auch in Babylonien, in Asylien und so gab es Götter, zum Beispiel den

17:25.240 --> 17:26.640
Sonnengott Uthu.

17:29.420 --> 17:35.440
Da ist ganz interessant, dass dieser Sonnengott Uthu einen Aspekt des

17:35.440 --> 17:38.720
Lichtes aufgreift, der auch im Laufe der weiteren

17:38.720 --> 17:42.220
Menschheitsgeschichte sehr wichtig war, nämlich dass Licht Dinge

17:42.220 --> 17:45.920
enthüllt, aus dem Dunkel hervorbringt, wir denken nur an die

17:45.920 --> 17:47.400
Aufklärung, an die Wissenschaft.

17:48.640 --> 17:52.600
Deswegen ist dieser babylonische Gott Uthu auch ein Gott der

17:52.600 --> 17:56.080
Gerechtigkeit, also er wirft sein Licht wirklich auf alle und versucht

17:56.080 --> 17:57.380
Gerechtigkeit zu schaffen.

17:57.740 --> 18:03.660
Das heißt, hier steckt auch ein Aspekt im Licht drin, der durchaus ein

18:03.660 --> 18:09.260
sehr moderner Aspekt ist, dass wir Dinge erhellen, dass wir Dinge ans

18:09.260 --> 18:13.400
Licht bringen, dass wir Dinge aus dem Dunkel hervorholen, dass wir

18:13.400 --> 18:15.840
Dinge nicht unter den Teppich kehren und so weiter.

18:15.840 --> 18:19.920
Alle diese Begriffe, die wir heute benutzen, tragen ja dieses Wort

18:19.920 --> 18:22.740
Licht in ihrer Wurzel.

18:27.380 --> 18:33.540
Ein sehr bekannter Mythos, erzählt von Ovid in den Metamorphosen, ist

18:33.540 --> 18:42.780
die Geschichte von Phaeton, der diesen Feuersonnenwagen klaute und

18:42.780 --> 18:47.060
damit mit ungutem Ausgang über den Himmel düste.

18:47.060 --> 18:51.820
Solche Sonnenwagen-Motive finden sich auch in allen Religionen und

18:51.820 --> 18:52.560
Mythologien.

18:53.100 --> 18:57.160
Hier habe ich mal ein Beispiel aus der Bronzezeit in Dänemark

18:57.160 --> 19:00.200
entdeckt, vor Anfang 20.

19:00.340 --> 19:06.240
Jahrhunderts oder so, auch ein Sonnenwagen von Trondheim, der eben da

19:06.240 --> 19:11.060
auch die Sonnenscheibe noch zusätzlich angereichert wie bei dieser

19:11.060 --> 19:12.160
Himmelsscheibe von...

19:13.800 --> 19:15.920
wie heißt die Himmelsscheibe, die berühmte?

19:17.160 --> 19:18.100
Nephra, vielen Dank.

19:19.560 --> 19:24.060
Da sind ja auch zusätzliche Informationen abgebildet und das ist auch

19:24.060 --> 19:29.020
jeder Fall interessant hier, dass diese Scheibe, die da auf dem

19:29.020 --> 19:32.720
Sonnenwagen transportiert wird, dass die auf der Rückseite dunkel ist.

19:32.920 --> 19:36.080
Also auch hier wird die Nacht und der Tag, wird beides schon

19:36.080 --> 19:40.020
zusammengedacht und eben in einer Symbolik vereint.

19:42.990 --> 19:50.130
Im Christentum natürlich das Licht, zentrale Stellung als Metapher für

19:50.130 --> 19:51.550
Gott, für Jesus.

19:52.030 --> 19:55.670
Also wenn Sie in der modernen Bibelübersetzung nach Licht suchen,

19:55.870 --> 19:57.830
finden Sie hunderte von Treffern.

19:58.510 --> 20:02.310
Prominent natürlich am Anfang der Genesis ist Werdelicht, hier

20:02.310 --> 20:05.710
dargestellt in der Zeichnung von Gustave Doré.

20:07.670 --> 20:12.690
Und auch hier ganz interessant, dass sofort als das Licht geschaffen

20:12.690 --> 20:16.090
war, von Gott der nächste Akt schon war, das Licht von der Dunkelheit

20:16.090 --> 20:16.670
zu trennen.

20:16.850 --> 20:21.510
Also auch hier wurde Licht von Anfang an mit Dunkelheit in einem

20:21.510 --> 20:27.710
Kontext gedacht und als quasi natürliche Ordnung in die Welt gesetzt.

20:28.290 --> 20:31.950
Also es soll nicht nur einfach hell sein, sondern es soll auch eine

20:31.950 --> 20:37.210
Zeit lang eben dunkel sein und das ist eine von Gott gesetzte Ordnung,

20:37.310 --> 20:41.770
an die sich der Mensch möglichst halten soll und mangels

20:41.770 --> 20:45.310
entsprechenden Lichtwellen auch sehr lang gehalten hat.

20:45.570 --> 20:48.110
Da kommen wir ja gleich noch näher drauf.

20:51.340 --> 20:54.960
Natürlich wird in diesen Religionen auch deutlich, dass Licht durchaus

20:54.960 --> 20:58.000
als Herrschaftssymbol gedeutet wird.

20:58.000 --> 21:02.800
Auch weltliche Herrscher haben natürlich Lichtmetaphorik benutzt, um

21:02.800 --> 21:06.580
ihre Herrschaft, ihre Bedeutung ins rechte Licht zu setzen.

21:06.920 --> 21:11.740
Bis hin zu der totalen Pervertierung dann von den Nazis, die riesige

21:11.740 --> 21:19.760
Lichtinstallationen gemacht haben, um ihren Führer dann in ihr rechtes

21:19.760 --> 21:21.420
Licht wirklich zu setzen.

21:24.000 --> 21:28.480
Habe ich nachher auch noch ein Bild, aber Sie kennen diese

21:28.480 --> 21:33.360
gigantischen Installationen von den Reichsparteitagen und so weiter.

21:35.560 --> 21:36.280
Gut,

21:39.500 --> 21:45.240
in der Einführung ist schon gesagt worden, also das Licht ist auch für

21:45.240 --> 21:50.460
uns als biologische Wesen ein ganz wichtiger Rhythmusgeber, also

21:50.460 --> 21:52.720
wahrscheinlich der wichtigste Rhythmusgeber.

21:53.900 --> 22:00.280
Und es ist auch die Erscheinung mit der größten Spannweite, die

22:00.280 --> 22:02.960
überdeckt wird, an Maximum und Minimum.

22:03.140 --> 22:07.940
Es gibt keine andere Erscheinung in der Natur, die wir über so eine

22:07.940 --> 22:12.020
große Spannweite von Größenordnung wahrnehmen wie das Licht.

22:13.520 --> 22:16.220
Wie jetzt diese Lichteinheit LUX hier definiert ist, ist es wurscht.

22:16.220 --> 22:19.640
Es kommt nur auf die Zahlen an, also wenn die Sonne am mittaglichen

22:19.640 --> 22:21.940
Himmel so grell ist, können wir nicht reinschauen.

22:22.900 --> 22:26.620
Das sind Lichtstärken über 100.000 LUX.

22:27.580 --> 22:33.380
Der Vollmond hat nur noch 0,25 LUX ungefähr und der hellste Stern am

22:33.380 --> 22:39.220
Nachthimmel, der Sirius, der hat ungefähr noch 0,00001 LUX.

22:39.220 --> 22:45.000
Das können wir im Prinzip sehen, das heißt eine Spannweite von über 10

22:45.000 --> 22:45.920
Größenordnungen.

22:46.540 --> 22:50.260
Bestimmte Tiere können noch schwächere Lichtphänomene, bestimmte

22:50.260 --> 22:52.800
Kröten oder so, die sehen noch mal ein paar Größenordnungen

22:52.800 --> 22:54.880
schwächeres Licht auch noch.

22:56.260 --> 23:00.960
Das heißt unser Auge ist wirklich das empfindlichste Sensorium, das

23:00.960 --> 23:01.520
wir haben.

23:02.200 --> 23:09.000
Was wir hören ist bei weitem nicht so eine Spanne wie das, was wir

23:09.000 --> 23:09.580
sehen können.

23:13.320 --> 23:21.940
Gut, das sind natürliche Lichtquellen, aber sehr alt sind auch schon

23:21.940 --> 23:23.900
künstliche Lichtquellen.

23:24.180 --> 23:29.540
Also die ältesten Lagerfeuerstätten, die man gefunden hat, sind

23:29.540 --> 23:31.980
größenordnung eine Million Jahre alt.

23:31.980 --> 23:34.380
Also damals saß die Sippe schon ums Lagerfeuer.

23:35.520 --> 23:38.120
Wir können das jetzt laufen lassen, den Rotwein reinholen und im

23:38.120 --> 23:40.960
Prinzip zum gemütlichen Teil des Abends übergehen.

23:43.740 --> 23:49.700
Also das Lagerfeuer war von Anfang an nicht nur einfach eine

23:49.700 --> 23:54.520
Lichtquelle, sondern es war im Prinzip die Ureinheit von Licht, von

23:54.520 --> 23:56.860
Wärme, von Kochen, von Heizen.

23:56.860 --> 24:01.460
Alle diese Funktionen im Lagerfeuer plus die soziale Funktion, man

24:01.460 --> 24:06.420
traf sich am Lagerfeuer und erzählte, also es ist jetzt vielleicht ein

24:06.420 --> 24:10.060
bisschen romantisiert aus heutiger Sicht, aber tauschte sich irgendwie

24:10.060 --> 24:10.460
aus.

24:10.720 --> 24:14.080
Also das reicht sicherlich lange in der Menschheitsgeschichte zurück.

24:16.420 --> 24:20.440
Gut, irgendwann wird jemand hingegangen sein und wird mal so ein Holz

24:20.440 --> 24:24.160
aus dem Lagerfeuer rausgenommen haben und mal geguckt haben, also was

24:24.160 --> 24:27.560
kann ich damit noch beleuchten und hat damit im Prinzip diese

24:27.560 --> 24:33.400
Ureinheit aufgelöst und hat etwas aus dem Feuer rausgenommen, was dann

24:33.400 --> 24:35.600
nur noch zum Beleuchten diente.

24:36.000 --> 24:40.400
Also ein erster Schritt zur Autonomie des Lichtes im Hinblick auf

24:40.400 --> 24:43.190
Beleuchtung, einfach mal einen Scheit aus dem Feuer rauszunehmen.

24:45.400 --> 24:49.820
Und die ersten Lampen, die es dann gab, waren im Prinzip

24:49.820 --> 24:52.800
Verlängerungen solcher Holzscheite, die man aus dem Feuer rausnimmt.

24:53.220 --> 24:55.240
Vielleicht hat man in den Lagerfeuern auch schon sehr früh

24:55.240 --> 24:58.400
festgestellt, wenn man da Fleisch putzelt, da tropft was runter und

24:58.400 --> 24:59.540
das brennt irgendwie auch.

24:59.660 --> 25:03.220
Also benutzen wir das doch, um irgendwie Lichtquellen zu basteln.

25:03.740 --> 25:09.220
Und die ältesten Öllampen sind also auch wirklich schon viele

25:09.220 --> 25:11.240
zehntausend Jahre alt.

25:11.920 --> 25:16.860
Höhenmaler zum Beispiel von Lascaux, auch da hat man Feuerstellen und

25:16.860 --> 25:20.760
solche einfachen, primitiven Öllampen, die mit Tierfetten und so

25:20.760 --> 25:22.240
weiter betrieben wurden, gefunden.

25:22.560 --> 25:25.760
Also die haben nicht im Dunkeln gemalt in ihren Höhlen, sondern haben

25:25.760 --> 25:31.220
durchaus da was gesehen und haben sich da zu helfen gewusst, das zu

25:31.220 --> 25:31.780
erleuchten.

25:33.760 --> 25:38.600
Später hat man dann kunstvollere und bessere Öllampen gehabt.

25:38.740 --> 25:40.260
Das Prinzip blieb aber das gleiche.

25:40.380 --> 25:43.560
Das hier ist eine römische Öllampe.

25:44.040 --> 25:47.060
Die Römer hatten viele solche Öllampen.

25:47.520 --> 25:52.640
Da sind die im Prinzip zum Massenprodukt geworden, wenn auch das Öl

25:52.640 --> 25:54.800
eine recht teure Angelegenheit war.

25:55.040 --> 25:58.300
Also Brennstoffe waren eigentlich bis in unsere Zeit eine eher teure

25:58.300 --> 25:59.060
Angelegenheit.

25:59.900 --> 26:02.240
Die Römer hatten vermutlich auch schon Kerzen.

26:03.080 --> 26:05.560
Weiß man nicht genau, ob sie sie erfunden haben.

26:05.780 --> 26:07.480
Kann auch sein, dass in Afrika erfunden wurde.

26:07.580 --> 26:11.680
Da hat man auch gefunden, dass da bestimmte ölhaltige Nüsse auf Äste

26:11.680 --> 26:12.740
draufgesteckt wurden.

26:12.880 --> 26:15.020
Im Prinzip auch eine Frühform einer Kerze.

26:17.920 --> 26:21.360
Und ein nächster entscheidender Schritt in der Geschichte der

26:21.360 --> 26:24.600
künstlichen Lichtquellen ist dann die Erfindung des Dochtes.

26:24.600 --> 26:27.680
Das ist ein Ausschnitt hier aus einem größeren Gemälde, wo dieser

26:27.680 --> 26:29.080
schöne Docht hier zu sehen ist.

26:31.760 --> 26:34.960
Der nächste entscheidende Schritt war der Docht, dass man im Prinzip

26:34.960 --> 26:39.000
den Brennstoff von der Flamme getrennt hat.

26:39.100 --> 26:41.780
Und das Licht also nochmal autonomer wurde.

26:42.040 --> 26:44.440
Also man sah gar nicht mehr, dass da irgendwie was verbrennt.

26:44.440 --> 26:48.060
Es verbrennt auch sehr langsam in diesen Öllampen.

26:48.660 --> 26:55.280
Sodass man sich da schon relativ weit entfernt hatte von dieser

26:55.280 --> 26:59.900
ursprünglichen Einheit, die man noch im Lagerfeuer gehabt hat.

27:02.990 --> 27:11.670
Kerzen waren bis in die Neuzeit hinein gängiges Beleuchtungsmittel.

27:12.790 --> 27:17.150
Waren recht teuer, also wurden natürlich auch für religiöse Zwecke

27:17.150 --> 27:17.850
benutzt.

27:18.410 --> 27:22.530
Denken Sie im Christentum an die Stellung der Kerze, Osterkerze und

27:22.530 --> 27:23.550
diese ganzen Dinge.

27:25.130 --> 27:33.670
Aber auch an Höfen zu Prunk- und Pompzwecken wurden Kerzen benutzt.

27:34.390 --> 27:37.370
Hier zum Beispiel eine Trauerzeremonie für Philipp von Spanien in

27:37.370 --> 27:37.930
Notre Dame.

27:37.930 --> 27:40.150
Alles hier mit Kerzen erleuchtet.

27:41.570 --> 27:43.230
Von Ludwig XIV.

27:44.090 --> 27:51.230
sind natürlich auch riesige Installationen mit Kerzen bekannt.

27:52.150 --> 27:57.130
Er soll also über 24.000 Kerzen benutzt haben, um Versailles zu

27:57.130 --> 27:57.810
beleuchten.

27:58.470 --> 28:02.090
Also nicht im Sinne, dass man nicht mehr stolperte, sondern halt

28:02.090 --> 28:04.570
einfach um Pracht darzustellen.

28:06.590 --> 28:11.730
Das heißt, hier ist Licht also auch aufgrund der recht teuren

28:11.730 --> 28:17.770
Brennstoffe ein ganz klares Instrument, um soziale Unterschiede auch

28:17.770 --> 28:18.930
deutlich zu machen.

28:19.290 --> 28:26.090
Der Adel und auch die Kirche wollten sich das leisten, aber für den

28:26.090 --> 28:30.570
normalen Handwerker war das zum Teil unerschwinglich.

28:30.570 --> 28:34.090
Also der konnte nicht irgendwie Lichtorgien da abfackeln.

28:34.910 --> 28:40.310
Dafür waren die Kerzen und auch das Öl und so weiter viel zu teuer.

28:43.960 --> 28:44.400
Gut.

28:45.060 --> 28:53.020
Irgendwann hat man auch angefangen, sowas wie eine Straßenbeleuchtung,

28:53.100 --> 28:55.100
eine öffentliche Beleuchtung einzuführen.

28:55.100 --> 29:00.660
Man darf sich das aber nicht vorstellen, dass um 1600, 1700 die

29:00.660 --> 29:03.680
Städte, wo man das hatte, in bescheidenem Maßstab, dass die dadurch

29:03.680 --> 29:04.360
hell wurden.

29:06.100 --> 29:10.300
Man kann schwer abschätzen, wie hell das damals wirklich war, wenn an

29:10.300 --> 29:14.160
ein paar Häusern irgendwelche Öllampen oder Kerzen standen und hingen.

29:14.160 --> 29:16.900
Aber man findet aus dem 17.

29:17.140 --> 29:20.660
Jahrhundert Vorschriften, dass man diese öffentliche

29:20.660 --> 29:25.120
Straßenbeleuchtung nur angemacht hat, wenn kein Vollmond war.

29:25.260 --> 29:27.540
Weil wenn Vollmond war, dann war es eigentlich hell genug.

29:27.760 --> 29:30.420
Also kann man sich vorstellen, dass ungefähr diese Straßenbeleuchtung

29:30.420 --> 29:32.000
etwa so hell war wie der Vollmond.

29:32.000 --> 29:34.220
Also heller ganz bestimmt nicht.

29:35.140 --> 29:41.360
Das ist eine Gedenktafel für die erste öffentliche Straßenbeleuchtung

29:41.360 --> 29:42.260
in Wien.

29:42.640 --> 29:47.300
Da wurden hier so Kerzen angezündet in solchen Laternen.

29:50.640 --> 29:53.300
Diese Straßenbeleuchtung, die hatten weniger den Zweck, wirklich hell

29:53.300 --> 29:55.960
zu machen, in dem Sinne, dass man nicht stolpert und dass man sicher

29:55.960 --> 29:59.720
unterwegs ist, sondern sie hatten eigentlich mehr den Zweck, von der

29:59.720 --> 30:02.780
Obrigkeit vor allem her wirklich zu kontrollieren.

30:02.880 --> 30:06.340
Also in die Privatsphäre der Leute einzudringen.

30:06.700 --> 30:09.780
Also der, der unterwegs war und ein Licht dabei hatte oder das Haus,

30:09.940 --> 30:13.420
das beleuchtet war, das war sozusagen ein gutes Haus.

30:13.580 --> 30:17.400
Und wer nicht selbst beleuchtet ist oder seinen kleinen Bereich

30:17.400 --> 30:20.480
ausleuchtet, der führt tendenziell Böses im Schilde.

30:20.480 --> 30:25.660
Also hier wurde Licht tatsächlich erst einmal benutzt, um tatsächlich

30:25.660 --> 30:28.840
in die Privatsphäre einzudringen.

30:30.420 --> 30:33.460
Was natürlich viele Bürger sich nicht haben gefallen lassen.

30:34.260 --> 30:41.040
Vor allem, weil verschiedene Fürsten, um das anzukurbeln, die

30:41.040 --> 30:44.860
öffentliche Straßenbeleuchtung selber dafür gesorgt haben.

30:44.860 --> 30:48.860
Also anfangs gab es Vorschriften, jedes dritte Haus soll zum Beispiel,

30:48.920 --> 30:51.940
also beim Kurfürsten Frittich soll eine Lampe davor haben.

30:52.420 --> 30:55.100
Das funktionierte nicht so richtig, also hat der Herrscher selbst

30:55.100 --> 30:58.380
dafür gesorgt, hat aber eine Steuer erhoben, um das zu finanzieren.

30:59.020 --> 31:02.320
Das fanden die Leute natürlich nicht so lustig, dass sie etwas, was

31:02.320 --> 31:04.660
sie gar nicht so richtig wollten, auch noch bezahlen sollen.

31:05.980 --> 31:08.760
Dementsprechend ist eigentlich mit dem Beginn der Straßenbeleuchtung

31:08.760 --> 31:11.600
auch der Beginn des öffentlichen Raulitums belegt.

31:11.600 --> 31:15.680
Also solche Lampen wurden zerstört, da gab es drakonische Strafen

31:15.680 --> 31:19.680
drauf, also Leute mussten nicht nur Geld bezahlen, sondern wurden des

31:19.680 --> 31:20.460
Landes verwiesen.

31:21.360 --> 31:25.080
In Städten wie Graz und Wien wurde sogar die Hand abgehackt, wer beim

31:25.080 --> 31:29.840
Zerstören eines öffentlichen Lichtkörpers erwischt wurde.

31:31.460 --> 31:36.440
Das heißt, Beleuchtung wurde hier zunehmend erlebt, also auch

31:36.440 --> 31:42.160
öffentliche Beleuchtung, als Eindringen in die Privatsphäre, dagegen

31:42.160 --> 31:45.800
regte sich schon früh durchaus Widerstand.

31:47.940 --> 31:51.380
Das war dann zur Französischen Revolution, als die Straßenbeleuchtung

31:51.380 --> 31:54.720
dann schon besser war, ganz deutlich, als man dort Lampen wirklich

31:54.720 --> 31:59.300
zerstört hat, um sich gegen den Hof und den Adel aufzulehnen und auch

31:59.300 --> 32:05.880
die Galgen, wo die Lampen dran waren, benutzt hat, um irgendwelche

32:05.880 --> 32:08.220
Würdenträger und Politiker aufzuschnüpfen.

32:08.760 --> 32:15.440
Also da ist dieser Widerstand gegen die Beleuchtung als Kontrollmittel

32:15.440 --> 32:19.160
der Obrigkeit natürlich ganz deutlich geworden.

32:20.500 --> 32:23.880
Gut, wir sind aber immer noch bei Kerzen und Öllampen, also man sieht

32:23.880 --> 32:27.540
im Prinzip seit den Höhlen von Lascaux hat sich da nicht so arg viel

32:27.540 --> 32:29.520
getan, es war immer noch relativ dunkel.

32:31.340 --> 32:34.740
Also bis weit ins 17., 18.

32:35.020 --> 32:39.440
Jahrhundert hinein gab es den Tag und es gab dann die Nacht und

32:39.440 --> 32:43.020
geschafft wurde tagsüber und abends war es halt dunkel.

32:43.360 --> 32:46.460
Das war die Regel halt über viele Jahrtausende der Menschheit.

32:49.160 --> 32:54.020
Einen echten Fortschritt gab es Ende des 18.

32:54.760 --> 33:00.260
Jahrhunderts, als Lavoisier auch die gültige Theorie gefunden hat,

33:00.400 --> 33:01.880
warum überhaupt etwas verbrennt.

33:02.000 --> 33:04.500
Also festgestellt hat, dazu braucht man Sauerstoff, vorher hatte man

33:04.500 --> 33:08.640
andere Ansichten darüber, hat also die Sauerstofftheorie des

33:08.640 --> 33:12.000
Verbrennens gefunden und als dann einmal klar war, damit was

33:12.000 --> 33:14.800
ordentlich verbrennt, brauche ich Sauerstoff, dann kam auch die Idee,

33:14.920 --> 33:17.020
okay, dann müssen wir die Lampen eventuell auch anders bauen.

33:17.020 --> 33:22.340
Und einer, der eine solche Lampe gebaut hat, war der Franzose, hier

33:22.340 --> 33:29.840
ist er, Aimé Argan, der hat die sogenannte Argan-Lampe sich einfallen

33:29.840 --> 33:30.180
lassen.

33:31.800 --> 33:35.240
Und die zeichnet sich vor allem durch zwei Dinge aus, einmal der Docht

33:35.240 --> 33:39.700
ist hohl, sodass also Luft nicht nur von außen an die Flamme kommt,

33:39.820 --> 33:41.320
sondern auch durch den Docht durch.

33:41.320 --> 33:44.260
Und dann hat er noch so einen Glaszylinder über das Ganze drüber

33:44.260 --> 33:48.700
gestellt, dann gibt es so einen Kamineffekt und der Zug, dann ist Luft

33:48.700 --> 33:53.160
nochmal stärker und damit war ein Vielfaches an Lichtausbeute

33:53.160 --> 33:55.620
gegenüber den Ölfunzeln erreicht.

33:56.280 --> 34:00.420
Also mit diesen Argan-Leuchten fällt zusammen dann auch mit dem

34:00.420 --> 34:04.880
Zeitalter der Aufklärung, die dann begann und so weiter, hatte man

34:04.880 --> 34:08.280
tatsächlich jetzt auch für den privaten Bereich erstmals eine Leuchte

34:08.280 --> 34:10.760
an der Hand, mit der man richtig lesen konnte zum Beispiel.

34:11.080 --> 34:14.960
Es war vorher mit den Kerzen, wie Sie vorhin angedeutet haben, bei

34:14.960 --> 34:18.620
einer Kerze zu lesen, macht wirklich keinen Spaß, und nicht nur Johann

34:18.620 --> 34:21.100
Sebastian Bach hat sich wahrscheinlich die Augen dabei verdorben,

34:21.200 --> 34:23.020
immer bei Kerzenlicht Noten abzuschreiben.

34:24.000 --> 34:28.780
Mit der Argan-Lampe hatte man tatsächlich das erste Mal wirklich

34:28.780 --> 34:32.800
brauchbare und helle Lampen und wenn man zeitgenössische Schildungen

34:32.800 --> 34:35.560
liest, die waren begeistert.

34:39.180 --> 34:44.800
Okay, die Argan-Lampe wurde aber immer noch mit Brennölen befeuert.

34:45.320 --> 34:49.900
Der nächste große Evolutionsschritt in der Lichtgeschichte war das

34:49.900 --> 34:51.400
Gaslicht.

34:52.560 --> 34:57.320
Humphrey Davy, ein englischer Chemiker, hat um die Jahrhundertwende

34:57.320 --> 34:58.500
vom 18.

34:58.660 --> 34:59.120
zum 19.

34:59.260 --> 35:03.900
Jahrhundert herausgefunden, dass ein Nebenprodukt bei der Kokserei,

35:04.020 --> 35:08.820
also wo man aus Steinkohle Koks macht, eben nicht nur Ter und anderes

35:08.820 --> 35:11.340
Zeug entsteht, sondern auch ein Gas entsteht, was man immer als

35:11.340 --> 35:15.020
Abfallprodukt betrachtet hat, hat festgestellt, dass dieses Gas

35:15.020 --> 35:19.560
wunderbar brennt und man das eben als Leuchtmittel benutzen kann.

35:21.640 --> 35:27.880
Und andere haben eben dann diese Idee fortgeführt.

35:28.120 --> 35:34.440
Als Erfinder der Gasbeleuchtung im größeren Stil gilt der Engländer

35:34.440 --> 35:41.480
William Murdoch, der das dann auch im englischen Abgeordnetenhaus

35:41.480 --> 35:44.760
vorstellte und auch gefragt wurde, wo bei diesen Lampen denn der Docht

35:44.760 --> 35:44.960
ist.

35:44.960 --> 35:48.320
Also man war ein bisschen skeptisch irgendwie, eine Lampe ohne Docht,

35:48.660 --> 35:51.540
also ein Docht brauchst du ja nicht mehr, nur noch Gas, das verbrennt.

35:51.740 --> 35:53.520
Da war kein Docht mehr vorhanden.

35:54.640 --> 35:58.340
Aber das Licht, was solche Gaslampen abgaben, das war halt wirklich

35:58.340 --> 36:03.240
sehr gleichmäßig, dass es sich relativ schnell durchgesetzt hat.

36:04.720 --> 36:07.680
Und hier haben wir nicht nur den Übergang zu einem neuen Brennmedium,

36:07.840 --> 36:13.020
sondern es war von Anfang an von Murdoch so konzipiert und dann auch

36:13.020 --> 36:15.800
von den entsprechenden Firmen, die sich darum gekümmert haben, damit

36:15.800 --> 36:20.600
eine öffentliche Lichtversorgung zu installieren, ein Gasnetz zu

36:20.600 --> 36:26.460
haben, sodass das Lichterzeugen tatsächlich endgültig aus Privathand

36:26.460 --> 36:31.100
rausgenommen wurde und quasi zu einem Industriezweig gemacht wurde.

36:31.100 --> 36:34.000
Also Licht war jetzt ein industrielles Erzeugnis.

36:35.260 --> 36:37.780
Das Gas wurde in Gaswerken hergestellt.

36:38.460 --> 36:43.020
Hier sieht man mal ein Gasometer aus Wien aus dem Jahr 1901, aber die

36:43.020 --> 36:48.440
ersten Gasometer sahen auch schon so aus, also riesige Gefäße, wo Gas

36:48.440 --> 36:52.880
drin lagerte unter einer Glocke und deren Eigengewicht hat im Prinzip

36:52.880 --> 36:57.460
das Gas in die Leitung hineingedrückt und dann in die Häuser hinein,

36:57.580 --> 37:00.360
wo man dann Gasbeleuchtung hatte.

37:02.680 --> 37:07.400
Auch Theater haben Gasbeleuchtung dann im 19.

37:07.520 --> 37:08.520
Jahrhundert eingeführt.

37:08.980 --> 37:13.360
Hier eine Berichtseröffnung des Neuen Opernhauses in Wien.

37:14.480 --> 37:18.920
Die Wiener Hofoper musste sich lange Jahre mit einem Theater mit allen

37:18.920 --> 37:20.860
möglichen Mängeln begnügen und so weiter.

37:21.960 --> 37:25.280
Es gab nicht einen einzigen Raum, wo man sich mal erholen konnte, weil

37:25.280 --> 37:28.860
da brannten so viele Kerzen und was weiß ich, dass die Luft in diesen

37:28.860 --> 37:30.980
Theatern unglaublich schlecht gewesen sein muss.

37:31.640 --> 37:36.100
Und mit dem Gaslicht, das man auch sozusagen abschirmen konnte vom

37:36.100 --> 37:41.220
Besucherraum, sodass es seine eigene Ventilation hatte, war die

37:41.220 --> 37:42.500
Situation jetzt viel besser.

37:43.420 --> 37:46.320
Seit man die Gasbeleuchtung eingeführt hat, wird das bisschen

37:46.320 --> 37:49.560
Sauerstoff, welches dem Publikum früher noch zukam, von den Flammen

37:49.560 --> 37:49.980
verzerrt.

37:49.980 --> 37:53.500
Das stand eben jetzt wirklich dem Publikum zur Verfügung und ging

37:53.500 --> 37:54.960
nicht mehr für die Beleuchtung drauf.

37:56.440 --> 37:59.000
Natürlich ist es mit der Gasbeleuchtung immer noch ziemlich warm

37:59.000 --> 37:59.400
geworden.

37:59.600 --> 38:03.100
Nach wie vor ein Problem, abgesehen von Explosionen in diesen

38:03.100 --> 38:08.320
Gaswerken, führt natürlich eine offene Flamme, auch wenn sie von Gas

38:08.320 --> 38:10.980
erzeugt wird, nach wie vor zu hohen Temperaturen.

38:11.600 --> 38:15.640
Also in einem Theater so im höheren Rang irgendwie Temperaturen von 40

38:15.640 --> 38:18.060
Grad zu haben, war keine Seltenheit.

38:18.060 --> 38:21.540
Also so richtig Spaß macht es nicht dabei, eigentlich irgendwie einen

38:21.540 --> 38:22.600
Kunstgenuss zu haben.

38:24.940 --> 38:27.020
Eine deutliche Verbesserung Ende des 19.

38:27.160 --> 38:30.240
Jahrhunderts, und das kennt man heute noch genauso, sind solche

38:30.240 --> 38:34.440
Glühstrümpfe, die sind von Auer von Welsbach, kahlfreier Auer von

38:34.440 --> 38:35.540
Welsbach erfunden wurden.

38:35.660 --> 38:41.180
Das heißt, nicht mehr das Gas direkt hat die Flamme erzeugt, das Licht

38:41.180 --> 38:45.300
erzeugt, sondern ein sogenannter Glühstrumpf, der verkohlte und dann

38:45.300 --> 38:48.000
selbst zum Leuchten angeregt wurde durch das Gas.

38:49.300 --> 38:52.840
Das kennen Sie von Campinglampen vielleicht, das Prinzip ist da genau

38:52.840 --> 38:55.580
heute noch, dass man so einen Glühstrumpf hat, der durch das Gas

38:55.580 --> 38:58.800
erhitzt wird und selber dann erst die Lichtquelle ist, nicht das

38:58.800 --> 38:59.680
eigentliche Gas.

39:02.200 --> 39:05.160
Das hat man bis heute, damit wurde dann auch die öffentliche

39:05.160 --> 39:10.000
Gasbeleuchtung noch mal deutlich besser, also auch moderne Gaslampen,

39:10.320 --> 39:13.680
wie man sie heute in einigen Städten ja noch findet, es gibt auch da

39:13.680 --> 39:16.320
Bürgerinitiativen, die die erhalten wollen, in Berlin gibt es noch

39:16.320 --> 39:20.320
relativ viele Gaslampen, glaube ich, die funktionieren immer noch mit

39:20.320 --> 39:23.200
diesen Glühstrümpfen, also eine Technologie, die es eigentlich dann

39:23.200 --> 39:24.500
unverändert bis heute gibt.

39:26.520 --> 39:30.380
Jetzt sind wir schon fast am Übergang zum elektrischen Licht, die

39:30.380 --> 39:31.320
nächste große Evolutionsstufe.

39:31.320 --> 39:36.720
Ein erstes elektrisches Licht war das sogenannte Bogenlicht, auch das

39:36.720 --> 39:42.680
erstmals von Humphrey Davy, der sehr viele Beiträge geliefert hat,

39:43.300 --> 39:47.480
beobachtet, wenn man so zwei Kohlestäbe unter eine Spannung setzt und

39:47.480 --> 39:50.440
relativ dicht auseinanderbindet und dann auseinanderzieht, dann

39:50.440 --> 39:54.680
entsteht zwischen den Enden ein Lichtbogen, dieser Lichtbogen erhitzt

39:54.680 --> 39:58.260
die Enden dieser Kohlenstäbe so stark, dass die weißlich anfangen zu

39:58.260 --> 39:58.640
glühen.

39:58.640 --> 40:05.940
Es gibt ein extrem helles Licht, in Physiksammlungen an Schulen findet

40:05.940 --> 40:10.840
man noch viele solche Lampen, mit denen man noch experimentieren kann,

40:10.960 --> 40:12.600
solche Bogenlampen.

40:14.260 --> 40:17.500
Und damit hatte man quasi das erste Mal ein künstliches Licht

40:17.500 --> 40:19.920
geschaffen, das wirklich zu hell war.

40:20.200 --> 40:22.720
Also plötzlich gab es das erste Mal in der Menschheitsgeschichte

40:22.720 --> 40:25.780
eigentlich zu viel Licht, weil sich diese Lichtbogen auch nicht

40:25.780 --> 40:29.060
regulieren lassen, also wenn man die Spannung erniedrigt, dann bricht

40:29.060 --> 40:30.640
der Bogen zusammen und dann ist es aus.

40:31.320 --> 40:34.040
Also man kann es nur an- oder ausschalten und wenn man es anschaltet,

40:34.180 --> 40:36.880
so ein Bogenlicht, dann ist es wirklich extrem hell.

40:38.040 --> 40:42.420
Das heißt, es war von Anfang an ein industrielles Licht, wurde zum

40:42.420 --> 40:48.040
Beispiel in Fabrikhallen benutzt, wurde auf Baustellen benutzt, wurde

40:48.040 --> 40:51.860
nicht im privaten Umfeld benutzt, dafür war es einfach viel zu hell.

40:54.220 --> 40:58.700
Das heißt, Licht hier tatsächlich noch weiter aus der persönlichen,

40:58.800 --> 41:03.560
aus der privaten Autonomie herausgerückt, jetzt wirklich als

41:03.560 --> 41:08.680
öffentliches Licht, das über große Areale beleuchten kann aufgrund

41:08.680 --> 41:10.260
seiner Helligkeit.

41:11.360 --> 41:15.960
Hier sieht man ein Bogenlicht am Pariser Place de la Concorde.

41:16.080 --> 41:18.840
Das Licht, das ein großes Gebiet überflutete, war so stark, dass die

41:18.840 --> 41:21.860
Damen ihre Schirme aufspannten, nicht etwa aus Galanterie gegenüber

41:21.860 --> 41:24.540
den Erfindern, sondern um sich gegen die Strahlung dieser

41:24.540 --> 41:26.680
geheimnisvollen neuen Sonne zu schützen.

41:27.000 --> 41:33.960
Also dieses Bogenlicht brach über die Leute herein, wirklich die

41:33.960 --> 41:35.160
Schaffung neuer Sonnen.

41:36.440 --> 41:41.740
In Berlin hier die erste elektrische Straßenbeleuchtung auch mithilfe

41:41.740 --> 41:48.220
solcher Bogenlampen von 1884, die erzeugten tatsächlich ein helles

41:48.220 --> 41:48.480
Licht.

41:50.420 --> 42:01.580
Es gab zur Weltausstellung 1889 in Paris einen Wettbewerb, was man da

42:01.580 --> 42:05.080
bauen kann, um das entsprechend zu würdigen.

42:05.700 --> 42:11.100
Und einer der Vorschläge war von dem Architekten Jules Bourdet, der so

42:11.100 --> 42:14.560
einen Sonnenturm sich ausgedacht hat.

42:14.560 --> 42:19.720
Oben sollte ein Bogenlicht sitzen, was Paris von oben erleuchten

42:19.720 --> 42:23.280
sollte, also eine Stadtbeleuchtung aus einer einzigen Quelle.

42:24.300 --> 42:27.280
Das hätte technisch wahrscheinlich nicht so recht funktioniert, es

42:27.280 --> 42:28.740
wäre nicht sonderlich hell gewesen.

42:30.140 --> 42:33.580
Der Vorschlag wurde dann auch nicht angenommen, sondern man baute

42:33.580 --> 42:36.340
stattdessen, wie Sie wahrscheinlich wissen, den Eiffelturm zu dieser

42:36.340 --> 42:36.960
Weltausstellung.

42:38.040 --> 42:42.200
Später, zur Weltausstellung 1900, hat man den Eiffelturm tatsächlich

42:42.200 --> 42:46.200
genutzt, um mithilfe von Bogenlicht dann solche Lichtinstallationen zu

42:46.200 --> 42:46.540
machen.

42:47.140 --> 42:51.580
Also hat diese Helligkeit einfach genutzt, im Prinzip wie wir es heute

42:51.580 --> 42:55.120
dann kennen als Lasershows oder so weiter, das hatte man auch im 1900,

42:56.040 --> 42:58.220
das schon mithilfe dieses Bogenlichtes.

43:02.390 --> 43:07.570
Gut, hier habe ich ein Bild vom Reichsparteitag 1936, wo die Nazis mit

43:07.570 --> 43:12.330
solchen Flaggscheinwerfern, die auch mit Bogenlicht funktionierten,

43:14.350 --> 43:22.870
solche Lichtinstallationen gemacht haben, gigantischen Ausmaßes, um da

43:22.870 --> 43:28.150
ihre Ideologie entsprechend zu untermauern.

43:29.970 --> 43:34.530
Gut, aber das endgültige, wir sind jetzt hier schon im Jahr 1936, das

43:34.530 --> 43:38.870
endgültige elektrische Licht kam dann gegen Ende des 19.

43:39.230 --> 43:39.670
Jahrhunderts.

43:39.770 --> 43:42.830
Das Bogenlicht war ja im Prinzip noch so ein Zwitterding, also es war

43:42.830 --> 43:46.510
zwar elektrisch betrieben, aber was da brannte, diese Enden von den

43:46.510 --> 43:48.970
Kohlestäben, das war ja eigentlich eine klassische Flamme.

43:49.190 --> 43:51.950
Also es war so ein Zwischending zwischen klassischer Flamme und

43:51.950 --> 43:56.690
elektrischem Licht, mit den entsprechenden Nachteilen, nicht steuerbar

43:56.690 --> 43:57.310
und so weiter.

43:58.250 --> 44:03.910
Das endgültige elektrische Licht verbinden wir immer namensmäßig mit

44:03.910 --> 44:08.410
dem Herrn hier recht, Thomas Alva Edison, aber der setzte quasi auch

44:08.410 --> 44:11.430
nur den Endpunkt einer Entwicklung, an der sehr viele beteiligt waren.

44:11.590 --> 44:16.390
Viele Wissenschaftler, Unternehmer, Forscher haben kleine Mosaiksteine

44:16.390 --> 44:19.790
beigetragen, die zum elektrischen Licht führten.

44:20.570 --> 44:23.330
Der Allseits bekannte jetzt schon Humphrey Davy zum Beispiel

44:23.330 --> 44:26.950
beobachtete erstmals, dass man ein Platintraht, wenn man Strom

44:26.950 --> 44:28.430
durchschickt, das da anfängt zu glühen.

44:28.990 --> 44:32.150
Also er konnte keine brauchbare Lampe damit machen, weil wenn das ein

44:32.150 --> 44:36.330
bisschen zu heiß wird, das Platin, es sofort dann verglüht und dann

44:36.330 --> 44:37.510
ist der Spaß vorbei.

44:37.510 --> 44:41.450
Aber das Grundprinzip hat er schon entdeckt.

44:43.870 --> 44:47.650
Andere haben entdeckt, schon vor Edison, wenn ich so einen glühenden

44:47.650 --> 44:53.150
Draht in eine evakuierte Glasräure hinein mache, dass dann die Sache

44:53.150 --> 44:55.810
wesentlich stabiler ist, weil der Sauerstoff fehlt, damit es

44:55.810 --> 44:56.570
verbrennen kann.

44:57.450 --> 45:01.450
Also da kann man den Draht auf höhere Temperaturen erhitzen und der

45:01.450 --> 45:02.590
glüht dann entsprechend heller.

45:03.270 --> 45:09.730
Oder zum Beispiel Joseph Wilson Swann hat auch eine Glühbirne schon

45:09.730 --> 45:12.230
erfunden ein paar Jahre vor Edison.

45:14.590 --> 45:17.910
Nur hat er das Prinzip verfolgt, dass er gesagt hat, der Draht, wo man

45:17.910 --> 45:21.650
Strom durchfließt, der muss einen möglichst geringen Widerstand haben,

45:21.730 --> 45:23.430
damit möglichst viel Strom durchfließt.

45:23.490 --> 45:28.710
Wenn viel Strom durchfließt, dann ist es auch entsprechend hell, wenn

45:28.710 --> 45:31.610
der Draht glüht.

45:34.690 --> 45:37.550
Edison hat genau die gegensätzliche Strategie verfolgt.

45:37.650 --> 45:43.050
Er hat gesagt, ich brauche einen hochohmigen Glühfaden, weil er schon

45:43.050 --> 45:46.450
daran gedacht hat, ich will ja elektrisches Licht auch einbetten in

45:46.450 --> 45:49.050
eine zentrale Versorgung.

45:49.930 --> 45:53.270
Und die muss ich mit nödlichst niedrigen Stromstärken fahren können,

45:53.370 --> 45:56.750
damit die Verluste auf den Zuleitungen möglichst gering sind.

45:56.750 --> 46:00.890
Also der Vorteil oder die große Leistung von Edison war vor allem,

46:01.530 --> 46:05.670
dass er mit vielen seiner Patente, also dieses gesamte Konzept

46:05.670 --> 46:08.450
elektrischer Beleuchtung angegangen ist.

46:08.690 --> 46:13.610
Also er hat sich auch um Fassungen von Lampen, um Sicherungen, um die

46:13.610 --> 46:17.730
Stromversorgung, um Dynamo gekümmert und hat das Ganze wirklich

46:17.730 --> 46:19.850
industriell erforscht, hatte ein Labor.

46:21.930 --> 46:26.950
Allein um das richtige Material für den Glühfaden zu finden, hat er

46:26.950 --> 46:30.470
Expeditionen in die ganze Welt gestartet und hat über 6.000

46:30.470 --> 46:34.350
Materialien getestet, immer verkohlt und funktioniert das,

46:34.430 --> 46:35.170
funktioniert das nicht.

46:35.670 --> 46:39.390
Bis er irgendwann eine japanische Bambusfaser gefunden hat, die genau

46:39.390 --> 46:41.030
seinen Vorstellungen entsprach.

46:41.030 --> 46:44.810
Wenn er die verkohlt und dann eben unter Strom gesetzt, dann konnte er

46:44.810 --> 46:53.230
damit eine Glühbirne basteln, die tatsächlich einige Stunden brannte.

46:54.290 --> 46:55.270
Anfang des 20.

46:56.010 --> 47:00.010
Jahrhunderts fing man dann an, mit metallischen Materialien zu

47:00.010 --> 47:04.810
arbeiten, hat dann eben auch unter anderem Wolfram eingesetzt als

47:04.810 --> 47:07.730
Material, das man eben bis heute in Glühlampen hat.

47:07.730 --> 47:12.670
Also Edison hatte noch keine Wolfram-Lampe, aber er gilt in diesem

47:12.670 --> 47:16.590
Gesamtkonzept der elektrischen Beleuchtung dann zurecht als Erfinder

47:16.590 --> 47:20.090
des elektrischen Lichtes in Form der Glühbirne.

47:21.150 --> 47:26.730
Auf der internationalen Elektrizitätsausstellung in Paris 1881 war das

47:26.730 --> 47:31.430
eine der großen Sensationen, eingebettet in alle neuen

47:31.430 --> 47:33.090
Errungenschaften der Elektrifizierung.

47:33.090 --> 47:36.010
Es war einfach der Aufbruch in das elektrische Zeitalter damals.

47:36.270 --> 47:39.870
Es gab Straßenbahnen, es gab Dynamos und so weiter.

47:41.530 --> 47:45.570
Als man zehn Jahre später dann auch in Frankfurt am Main eine

47:45.570 --> 47:49.530
entsprechende Ausstellung gemacht hat, hatte man das erste Mal eine

47:49.530 --> 47:54.550
Leitung von einem Kraftwerk in Laufen am Neckar nach Frankfurt, hat

47:54.550 --> 47:58.810
auch diese Ausstellung gehabt, mit Wechselstrom betrieben über 170

47:58.810 --> 48:02.930
Kilometer und hat damit erst einmal demonstriert, dass wirklich auch

48:02.930 --> 48:06.810
ein Stromtransport über relativ große Entfernungen möglich war.

48:07.350 --> 48:08.950
Also Ende des 19.

48:09.130 --> 48:13.090
Jahrhunderts große Aufbruchsstimmung in der Elektrifizierung.

48:15.130 --> 48:19.450
Da liegt jetzt wirklich was wahr, was sehr abstrakt geworden war.

48:19.810 --> 48:22.730
Also da glüht so ein Draht, da kann man eh nicht mehr hingucken, man

48:22.730 --> 48:25.530
sieht keine Flamme mehr, man hört nichts mehr, man riecht nichts mehr.

48:25.710 --> 48:27.690
Der Strom kommt aus der Steckdose sozusagen.

48:28.490 --> 48:31.690
Haben dann die Designer schon angefangen, okay, wenn wir da nichts

48:31.690 --> 48:34.870
mehr groß machen können, dann designen wir doch Glühlampen zum

48:34.870 --> 48:35.090
Beispiel.

48:35.090 --> 48:39.710
Also schon relativ früh wurde da auch mit Formen gespielt, um

48:39.710 --> 48:42.990
interessante Glühlampen zu konstruieren.

48:43.410 --> 48:46.270
Wenn man mehr Licht haben wollte, brauchte man auch mehr Glühfalten

48:46.270 --> 48:54.350
und es gab hier ganz interessante Erfindungen und Designs.

48:54.350 --> 48:59.230
Es wurden dann auch Zeitschriften gegründet, die sich tatsächlich mit

48:59.230 --> 49:01.790
den ganzen elektrischen Phänomenen, unter anderem eben mit Licht

49:01.790 --> 49:02.550
beschäftigten.

49:03.530 --> 49:06.330
Und die findet man im Internet, das ist ein hoher Genuss, die einfach

49:06.330 --> 49:08.930
mal so durchzublättern, was man da so alles findet.

49:10.550 --> 49:15.290
Gut, zwei Entwicklungsschritte möchte ich noch erwähnen.

49:15.410 --> 49:22.270
Der nächste, den man hatte, da war eine Reihe von Leuten beteiligt mit

49:22.270 --> 49:23.150
verschiedenen Erkenntnissen.

49:25.350 --> 49:26.830
Gasentladungsröhren, also man hat im 19.

49:26.970 --> 49:29.290
Jahrhundert das erste Mal festgestellt, wenn ich eine Glasröhre habe,

49:29.330 --> 49:33.410
ich habe ein bestimmtes Gas da drin und lege da eine Spannung an, dass

49:33.410 --> 49:36.730
das Gas anfängt zu leuchten und man auch da Leuchtkörper herstellen

49:36.730 --> 49:37.070
kann.

49:37.550 --> 49:40.630
Und je nach Art des Gases kann man verschiedene Farben erzeugen.

49:41.250 --> 49:44.430
Heute wissen wir, dass das ein Quantenphänomen ist, das wussten die

49:44.430 --> 49:48.190
damals natürlich noch nicht, aber das ist typisch für die Entwicklung

49:48.190 --> 49:50.050
der Lichtquellen.

49:52.510 --> 49:56.430
Wirklich zu verstehen, was da vor sich geht, war eigentlich zu keiner

49:56.430 --> 49:57.170
Zeit gegeben.

49:57.310 --> 50:00.610
Trotzdem haben die Leute diese ganzen Lichtquellen erfunden.

50:01.530 --> 50:05.370
Also man hatte Öllampen, damals wusste man nicht, wie eine Verbrennung

50:05.370 --> 50:06.270
wirklich stattfindet.

50:06.450 --> 50:08.770
Das wusste man dann erst mit Lavoisier im 18.

50:08.990 --> 50:09.370
Jahrhundert.

50:10.050 --> 50:13.850
Was in einem Leiter wirklich passiert, wusste auch Edison nicht so

50:13.850 --> 50:14.090
recht.

50:14.090 --> 50:18.110
Also das sind ja alles Erkenntnisse aus der Physik, die erst dann

50:18.110 --> 50:22.290
später kamen, aber trotzdem hat man einfach ausprobiert und gemacht

50:22.290 --> 50:27.110
und hat die Entwicklung der Lichtquellen so vorangetrieben.

50:30.850 --> 50:34.270
Diese Leuchtstoffröhren oder diese Gasentladungsröhren dann als

50:34.270 --> 50:36.970
Leuchtstoffröhren, man hat dann irgendwann auch rausgefunden, man kann

50:36.970 --> 50:41.070
verschiedene Farben auch dadurch erzeugen, dass man diese Röhren mit

50:41.070 --> 50:44.110
einem bestimmten Material ausgleitet, bestimmten Leuchtstoffen, die

50:44.110 --> 50:45.790
zum Leuchten angeregt werden.

50:45.990 --> 50:48.150
Auch das ist ein Quantenphänomen.

50:49.270 --> 50:52.870
Das ist ja ein Prinzip, was wir bis heute haben, Leuchtstoffröhren.

50:53.610 --> 50:59.250
Da konnte man dann buntes Licht machen und hat es vor allem auch schon

50:59.250 --> 51:00.790
am Anfang des 20.

51:01.490 --> 51:05.590
Jahrhunderts eingesetzt für Schaufenster, für Dekorationen und so

51:05.590 --> 51:05.890
weiter.

51:05.890 --> 51:12.190
Also bis heute, hier ein Bild aus Las Vegas, wird es dazu benutzt.

51:14.350 --> 51:18.130
Das heißt, wir hatten hier die Gasentladungsröhre und die Glühlampe

51:18.130 --> 51:21.210
und die waren eigentlich über lange Zeit die Vorbilder für alle

51:21.210 --> 51:22.650
weiteren Lampenentwicklungen.

51:22.930 --> 51:27.050
Also auch eine Energiesparlampe ist eine Gasentladungsröhre, sehr

51:27.050 --> 51:29.030
kompakt, sehr klein gemacht, sehr effizient.

51:29.030 --> 51:34.690
Und auch irgendeine Halogenlampe oder so ist nach wie vor eine

51:34.690 --> 51:38.390
Glühlampe mit einem anderen Gas drin und so weiter, hat bestimmte

51:38.390 --> 51:39.010
Vorteile.

51:39.570 --> 51:43.990
Aber das waren im Prinzip die beiden Lichttechnologien, die man im 20.

51:44.170 --> 51:51.430
Jahrhundert hatte, bis dann schließlich die LED erfunden wurde, also

51:51.430 --> 51:56.030
wirklich eine ganz neue Art, Licht zu erzeugen.

51:56.810 --> 51:58.610
Dazu möchte ich jetzt gar nicht viel sagen.

51:58.770 --> 52:02.490
Ich hoffe, dass dann zum Beispiel im Vortrag über Photonik diese

52:02.490 --> 52:07.890
modernen Entwicklungen LED und was man eben mit Licht heutzutage alles

52:07.890 --> 52:12.250
machen kann, auch die Erfindung des Lasers dann und so weiter, dass

52:12.250 --> 52:14.370
das da vielleicht noch zur Sprache kommt.

52:15.270 --> 52:21.870
Meine Geschichte der künstlichen Beleuchtung will ich damit

52:21.870 --> 52:22.970
abschließen.

52:22.970 --> 52:24.710
Hier nochmal ein kleiner Vergleich.

52:24.890 --> 52:28.330
Wenn man die Lichtausbeute in Lumen pro Watt, also Watt ist die

52:28.330 --> 52:33.030
eingesetzte elektrische Leistung, und die Lichtausbeute in Lumen, was

52:33.030 --> 52:36.590
genau ein Lumen ist, ist wurscht, sich mal anschaut, dann sieht man

52:36.590 --> 52:37.890
nochmal eben diese Entwicklung.

52:38.370 --> 52:43.710
Die steinseitlichen Lampen hatten eine Lichtausbeute von 0,015 Lumen

52:43.710 --> 52:47.050
pro Watt und die Kerzen, die waren ein bisschen besser.

52:47.430 --> 52:50.030
Die Gasbeleuchtung war auch ein klein bisschen besser.

52:50.030 --> 52:53.410
Die Glühlampe von Edison war dann schon ein ganzes Stück besser.

52:53.930 --> 52:55.630
Die Wolfram-Glühlampe erst recht.

52:56.270 --> 53:00.180
Und heute sind wir bei LEDs oder bei Natriumdampf-Niederdrucklampen,

53:00.710 --> 53:04.570
die man im Straßenverkehr hat, das sind diese gelblichen Lampen, sind

53:04.570 --> 53:06.330
wir bei 200 Lumen pro Watt.

53:07.730 --> 53:11.180
Und mit LEDs sind wir dabei, diese Grenze immer weiter auszuloten.

53:11.830 --> 53:15.100
Also mit der eingesetzten Energie immer mehr Licht rauszubekommen.

53:17.140 --> 53:21.240
Von der theoretischen Obergrenze 683 Lumen pro Watt.

53:21.560 --> 53:25.160
Wir sind zwar noch weit entfernt, aber ich denke, dass die Entwicklung

53:25.160 --> 53:29.800
immer näher auf diesen maximal möglichen Wert hinauslaufen sieht.

53:29.940 --> 53:33.420
Also an diesen Zahlen erkennt man, es war lange, lange Zeit in der

53:33.420 --> 53:35.540
Menschheitsgeschichte eigentlich ziemlich dunkel.

53:36.180 --> 53:38.180
Und dann ist es eben Ende des 19.

53:38.340 --> 53:39.100
Jahrhunderts, im 20.

53:39.300 --> 53:41.540
Jahrhundert rasant hell geworden.

53:41.540 --> 53:44.980
Und heute plagen wir uns rum mit zu viel Licht.

53:45.500 --> 53:53.740
Wir haben Metropolen, die von Satelliten aus gesehen wie Buschbrände

53:53.740 --> 53:54.320
aussehen.

53:55.560 --> 54:00.080
Wir sehen aber auch auf solchen Satellitenfotos ihre schöne

54:00.080 --> 54:06.420
Einbemerkung am Anfang, dass eben nicht die ganze Welt gleichmäßig mit

54:06.420 --> 54:09.960
zu viel Licht erleuchtet ist, sondern wir haben immer noch viele

54:09.960 --> 54:12.660
Regionen, wo es sehr dunkel ist, aus dem Satelliten auch

54:12.660 --> 54:13.680
herausgesehen.

54:14.520 --> 54:18.400
Das heißt, wir haben eigentlich heute wie auch früher im Mittelalter

54:18.400 --> 54:22.360
nach wie vor global gesehen die Situation, dass wir die Verfügbarkeit

54:22.360 --> 54:26.260
von Licht auch als soziales Unterscheidungsmerkmal oder als Trennung

54:26.260 --> 54:27.640
von Arm und Reich haben.

54:28.200 --> 54:34.000
Reiche Länder, reiche Gebiete leben im Lichtüberfluss, arme Gebiete

54:34.000 --> 54:41.240
wie weite Teile von Afrika leben im Lichtunterfluss nach wie vor und

54:41.240 --> 54:44.640
verfügen eben nicht über selbstverständliche elektrische Beleuchtung.

54:47.060 --> 54:48.660
Gut, wie viel Zeit habe ich noch?

54:50.860 --> 54:51.980
Zwei Minuten, oder?

54:53.700 --> 54:54.500
Zwei Minuten, okay.

54:55.380 --> 54:57.780
Haben Sie noch ein bisschen, also kann ich noch ein paar Minuten

54:57.780 --> 54:58.300
reden, ja.

55:00.440 --> 55:04.300
Ich wollte nämlich ja noch ein paar Takte sagen zu den physikalischen

55:04.300 --> 55:06.580
Aspekten, also zu der Frage, was ist eigentlich Licht.

55:08.660 --> 55:15.300
In der Antike waren einige Lichtaspekte, die wir heute noch in der

55:15.300 --> 55:18.260
Schule lernen und im Alltag beobachten können, auch schon bekannt, zum

55:18.260 --> 55:22.080
Beispiel die Brechung von Licht, wenn es zwischen verschiedenen Medien

55:22.080 --> 55:26.120
wechselt, zum Beispiel zwischen Luft und Wasser, dann macht das Licht

55:26.120 --> 55:29.900
einen Knick und alles, was wir sehen, eben an diesem Übergang, macht

55:29.900 --> 55:31.880
für uns dann optisch gesehen auch einen Knick.

55:33.260 --> 55:39.300
Das kannte man auch schon bei den griechischen Naturphilosophen Euclid

55:39.300 --> 55:43.120
und so weiter, die wussten auch schon über die Lichtbrechung Bescheid.

55:43.800 --> 55:46.940
Auch so Dinge wie Reflexion und so weiter waren in der Antike auch

55:46.940 --> 55:47.560
schon bekannt.

55:48.860 --> 55:53.300
Dass Archimedes allerdings mithilfe des Sonnenlichtes hier einen

55:53.300 --> 55:58.760
Brennspiegel konstruiert haben soll, mit dem er dann gegnerische

55:58.760 --> 56:02.000
Schiffe in Brand gesetzt hat, das ist wahrscheinlich eher eine

56:02.000 --> 56:02.440
Legende.

56:03.100 --> 56:09.860
Man hat am MIT mal versucht, das nachzuspielen und kam darauf, dass

56:09.860 --> 56:13.120
wahrscheinlich die Möglichkeiten damals noch nicht vorhanden waren,

56:13.260 --> 56:15.960
das tatsächlich zu realisieren.

56:18.480 --> 56:23.480
Gut, also das hat sich sozusagen dieses Grundwissen, dass Licht sich

56:23.480 --> 56:26.900
geradlinig ausbreitet und Licht gebrochen werden kann, reflektiert

56:26.900 --> 56:30.620
werden kann, was wir heute als geometrische Optik bezeichnen und was

56:30.620 --> 56:34.420
die Kinder dann in der, keine Ahnung, sechsten, siebten Klasse so, je

56:34.420 --> 56:37.840
nachdem, wann sie mit Physik anfangen, lernen in der Optik, das war

56:37.840 --> 56:39.580
eben schon sehr lange bekannt.

56:41.760 --> 56:45.260
Worüber es verschiedene Auffassungen gab, wie das Sehen zum Beispiel

56:45.260 --> 56:52.060
funktioniert, verschiedene, zum Beispiel Platon und Euclid, die waren

56:52.060 --> 56:55.660
der Meinung, dass von Objekten, die wir sehen, so eine Art Sehstrahl

56:55.660 --> 56:59.860
ausgeht und dann ins Auge fällt, ein Konzept, was aber irgendwie

56:59.860 --> 57:05.540
relativ schnell in Widersprüche zu verwickeln ist, vor allem auch,

57:05.940 --> 57:08.800
warum sehen wir dann eigentlich nachts irgendwie deutlich weniger als

57:08.800 --> 57:12.680
tagsüber, wenn das Licht von dem Objekt selber irgendwie kommt, also

57:12.680 --> 57:14.300
kann das eigentlich nicht sein.

57:15.780 --> 57:19.500
Demokrit, der Atomist, der hat sich vorgestellt, dass tatsächlich

57:19.500 --> 57:24.460
irgendwas von dem Objekt, die Seeeindrücke von dem Objekt sich wie

57:24.460 --> 57:29.060
kleine Teilchen quasi fortbewegen und ins Auge treffen, während

57:29.060 --> 57:32.400
Aristoteles eigentlich schon eine durchaus eher moderne Vorstellung

57:32.400 --> 57:36.380
hatte und überzeugt davon war, dass tatsächlich auch die Lichtquelle,

57:36.560 --> 57:41.280
die Sonne zum Beispiel, eine wichtige Voraussetzung ist, um überhaupt

57:41.280 --> 57:41.940
etwas zu sehen.

57:41.940 --> 57:45.680
Also wenn eine äußere Lichtquelle fehlt, dann sehen wir auch nichts.

57:46.300 --> 57:49.640
Und das ist eine Erkenntnis, die sich bis heute gehalten hat.

57:51.500 --> 57:55.920
Wie bei so vielem ist aber nach der griechischen Antike haben sich

57:55.920 --> 57:59.740
irgendwie nicht mehr so viele für Licht interessiert, auch wie für

57:59.740 --> 58:01.180
andere Dinge.

58:02.320 --> 58:07.320
Eigentlich erst so um die Wende vom ersten zum zweiten Jahrtausend hat

58:07.320 --> 58:14.400
Al -Hassan, ein islamischer Wissenschaftler, tatsächlich Beiträge zum

58:14.400 --> 58:18.420
Licht formuliert, wie zum Beispiel das Auge grundsätzlich funktioniert

58:18.420 --> 58:22.360
oder hat auch eine Lochkamera schon gebaut.

58:22.660 --> 58:24.780
Also war klar, wenn hier hinten ein Objekt ist, durch so ein kleines

58:24.780 --> 58:27.380
Loch fällt, dass man dann ein umgekehrtes Bild bekommt.

58:27.560 --> 58:31.920
Das war im Jahr 1000 eben durchaus schon machbar und verstanden.

58:31.920 --> 58:35.520
Und dann setzte eigentlich das wissenschaftliche Interesse an Licht

58:35.520 --> 58:36.500
wieder neu ein.

58:36.760 --> 58:41.060
Man hat aufgrund der Kenntnisse, die man hatte, auch Brillen und Lupen

58:41.060 --> 58:42.920
das erste Mal konstruiert

58:46.280 --> 58:54.000
und hat sich dann eben mit grundlegenden Fragen, was ist eigentlich

58:54.000 --> 58:59.560
Licht, dann vermehrt wieder beschäftigt in der Neuzeit unter den

58:59.560 --> 59:02.730
Wissenschaftlern, die dann die Bühne betraten, Galilei, Kepler und so

59:02.730 --> 59:03.510
weiter, Newton.

59:05.150 --> 59:11.570
Eine der zentralen Fragen war, woher kommt eigentlich die Farbe in die

59:11.570 --> 59:13.350
Welt, was ist eigentlich farbiges Licht.

59:17.440 --> 59:22.340
Die Aufklärung dieser Frage, die haben wir ganz eindeutig Newton zu

59:22.340 --> 59:22.800
verdanken.

59:22.800 --> 59:29.700
Vor Newton dachte man, dass das weiße Licht der Sonne wirklich eine

59:29.700 --> 59:32.800
Lichteinheit ist, dass es nicht irgendwie teilweise oder

59:32.800 --> 59:33.760
zusammengesetzt ist.

59:33.860 --> 59:35.000
Das ist das Licht.

59:36.020 --> 59:38.780
Und hatte über Farben andere Vorstellungen, wie die in die Welt

59:38.780 --> 59:39.060
kommen.

59:39.220 --> 59:42.500
Newton hatte aber mit einem relativ einfachen Experiment, er hat so

59:42.500 --> 59:46.180
ein Prisma in das Sonnenlicht reingehalten, konnte dann tatsächlich

59:46.180 --> 59:53.780
zeigen, dass sich dieses Licht aufspaltet in verschiedene Farben, und

59:53.780 --> 59:58.760
konnte auch, wenn er sozusagen hier dann einen Teil, eine Farbe mit

59:58.760 --> 01:00:02.420
einer Blende nochmal herausholte und dann wieder auf den Prisma

01:00:02.420 --> 01:00:06.380
schickte, konnte er feststellen, dass dann keine neue Farbe auftritt.

01:00:06.480 --> 01:00:08.960
Also wenn man rotes Licht durch den Prisma schickt, dann bleibt es

01:00:08.960 --> 01:00:11.200
rot, das spaltet sich nicht nochmal auf.

01:00:11.740 --> 01:00:14.620
Und damit war der Nachweis geführt, dass sich tatsächlich das weiße

01:00:14.620 --> 01:00:16.920
Licht aus verschiedenen Farben zusammensetzt.

01:00:17.920 --> 01:00:22.480
Heute wissen wir, die unterscheiden sich in der Wellenlänge oder in

01:00:22.480 --> 01:00:27.240
der Frequenz, die verschiedenen Farben, dass erst ihre Mischung weiß

01:00:27.240 --> 01:00:27.680
ergibt.

01:00:28.160 --> 01:00:33.660
Also weiß ist eine Mischung der Farben, die wir im Spektrum haben, die

01:00:33.660 --> 01:00:35.820
wir im Regenbogen beobachten können und so weiter.

01:00:37.960 --> 01:00:45.560
Also diese Erkenntnis hat Newton herausgefunden und wir können damit

01:00:45.560 --> 01:00:50.600
erklären, also wenn wir das Prisma durch Wassertropfen ersetzen und

01:00:50.600 --> 01:00:55.200
die Lichtbrechung in solchen Reflektionen, in solchen Wassertropfen

01:00:55.200 --> 01:01:00.700
uns dann durchrechnen mit der verschiedenen Aufspaltung jener Farbe,

01:01:00.820 --> 01:01:04.400
dann wissen wir heute, wie ein Regenbogen zustande kommt.

01:01:07.470 --> 01:01:11.830
Gut, das war die eine große Frage, die andere Frage, die bis heute die

01:01:11.830 --> 01:01:14.710
Physik umtreibt, ist Lichtwelle oder Teilchen.

01:01:15.670 --> 01:01:20.310
Hier war Newton derjenige, der behauptet hat, der ganz klar der

01:01:20.310 --> 01:01:23.670
Meinung war, dass aufgrund seines mechanistischen Weltbildes konnte er

01:01:23.670 --> 01:01:30.330
eigentlich gar keine andere Meinung haben, dass das Licht aus Teilchen

01:01:30.330 --> 01:01:32.910
besteht, aus kleinen Korpusteln.

01:01:33.990 --> 01:01:37.770
Er konnte damit auch Lichtbrechnung und so weiter erklären, musste

01:01:37.770 --> 01:01:42.290
dafür aber annehmen, dass wenn Licht zum Beispiel aus Luft in Glas

01:01:42.290 --> 01:01:45.110
oder in Wasser in ein dichteres Medium reingeht, dass dann die

01:01:45.110 --> 01:01:47.590
Geschwindigkeit dieser Lichtteilchen größer wird.

01:01:48.390 --> 01:01:54.210
Während andere, die auch zu Judens Zeit, Heugens zum Beispiel, die mit

01:01:54.210 --> 01:01:58.370
einem Wellenmodell argumentierten, annehmen mussten, dass das Licht im

01:01:58.370 --> 01:02:00.290
dichteren Medium langsamer wird.

01:02:00.910 --> 01:02:03.830
Zu der Zeit damals konnte man Lichtgeschwindigkeit in Medien noch

01:02:03.830 --> 01:02:05.630
nicht messen, das gelang erst im 19.

01:02:05.790 --> 01:02:09.130
Jahrhundert, sodass das kein Test war, um diese beiden Theorien

01:02:09.130 --> 01:02:12.890
gegeneinander zu unterscheiden, ist es nun Teilchen oder ist es nun

01:02:12.890 --> 01:02:13.210
Welle.

01:02:14.250 --> 01:02:16.330
Das gelang ja später, im 19.

01:02:16.570 --> 01:02:22.770
Jahrhundert, Thomas Young, ein Arzt, machte ein sehr berühmtes

01:02:22.770 --> 01:02:25.510
Experiment, das Doppelspalt-Experiment, haben Sie vielleicht schon mal

01:02:25.510 --> 01:02:31.250
gehört, der nahm auch Sonnenlicht, kleines Loch in seinem Fensterladen

01:02:31.250 --> 01:02:36.510
und schickte das auf zwei sehr schmale Streifen, zwei Spalte und

01:02:36.510 --> 01:02:40.010
fragte sich, was ist jetzt dahinter zu beobachten.

01:02:41.370 --> 01:02:44.710
Wenn Licht aus Teilchen besteht, dann würde man erwarten, wenn das

01:02:44.710 --> 01:02:47.590
Licht durch den einen Spalt geht und man deckt den anderen ab, dann

01:02:47.590 --> 01:02:50.470
gibt es da hinten, irgendwie treffen die Lichtteilchen auf und geben

01:02:50.470 --> 01:02:51.790
so eine Art Flick oder so.

01:02:51.790 --> 01:02:55.390
Und mit dem anderen Spalt auf der anderen Seite, wenn man beide Spalte

01:02:55.390 --> 01:02:58.670
öffnet, dann müsste man irgendwie zwei Lichtflecken sehen, von den

01:02:58.670 --> 01:02:59.950
Lichtteilchen erzeugt.

01:03:00.470 --> 01:03:05.190
Was Young aber beobachtete, war ein ganzes Muster von Streifen, hell

01:03:05.190 --> 01:03:08.170
und dunkel abwechselnd und eben nicht nur zwei helle Flecken.

01:03:09.190 --> 01:03:13.730
Und dieses Muster, was er da sah, das ist ein Muster, was man von

01:03:13.730 --> 01:03:16.310
anderen Wellen, was einem da ganz vertraut ist.

01:03:16.310 --> 01:03:21.330
Wenn Wasserwellen sich überlagern, dann geben sie auch ein Muster von

01:03:21.330 --> 01:03:24.550
sozusagen hellen und dunklen Stellen, also von Stellen, wo die

01:03:24.550 --> 01:03:29.350
Wasserwellen sich gegenseitig auslöschen und von Stellen, wo die

01:03:29.350 --> 01:03:32.710
Wasserwellen, die da ineinander fließen, sich gegenseitig verstärken.

01:03:33.170 --> 01:03:36.530
Wenn Wellen so ineinander fließen, dass sie sich entweder auslöschen

01:03:36.530 --> 01:03:39.690
oder verstärken, dann beobachtet man genau ein solches

01:03:39.690 --> 01:03:40.570
Interferenzmuster.

01:03:40.570 --> 01:03:44.330
Das heißt, die Beobachtung im Doppelschwellenexperiment war ein klarer

01:03:44.330 --> 01:03:49.190
Beleg dafür, dass Licht tatsächlich eine Welle ist und kein Strom von

01:03:49.190 --> 01:03:50.290
irgendwelchen Korpusstellen.

01:03:53.210 --> 01:04:00.030
Gut, andere haben das dann später noch als Theorie ausgearbeitet,

01:04:01.930 --> 01:04:07.110
sodass eben diese Frage geklärt war, dass Licht eine Welle ist, aber

01:04:07.110 --> 01:04:09.650
natürlich noch nicht geklärt war, was eigentlich für eine Welle.

01:04:14.400 --> 01:04:19.840
Das hat man erst herausgefunden, als man angefangen hat, die Phänomene

01:04:19.840 --> 01:04:23.260
Elektrizität und Magnetismus zu verstehen und vor allem zu verstehen,

01:04:23.340 --> 01:04:24.360
wie sie zusammenhängen.

01:04:25.040 --> 01:04:29.440
Ein berühmter Versuch war 1820 von dem Dänen Ørsted, der hat

01:04:29.440 --> 01:04:32.120
festgestellt, wenn ich Strom durch einen Leiter schicke, dann bewegt

01:04:32.120 --> 01:04:33.280
sich eine Magnetnadel.

01:04:33.940 --> 01:04:37.220
Das heißt, der Strom erzeugt irgendwie ein Magnetfeld und dieses

01:04:37.220 --> 01:04:40.920
Magnetfeld, das wirkt auf eine Magnetnadel und kann die bewirken.

01:04:40.920 --> 01:04:44.260
Das heißt, wir haben hier einen Zusammenhang zwischen Strom, zwischen

01:04:44.260 --> 01:04:46.240
Elektrizität und Magnetfeld.

01:04:47.160 --> 01:04:51.920
Und andere haben diesen Zusammenhang dann noch weiter ausgearbeitet,

01:04:53.720 --> 01:04:57.520
sodass sozusagen diese starke Trennung zwischen Elektrizität und

01:04:57.520 --> 01:05:03.480
Magnetismus immer mehr Löcher bekam und irgendwann klar war, dass man

01:05:03.480 --> 01:05:07.880
es hier mit einem Phänomen zu tun hat, das eine gemeinsame Wurzel hat.

01:05:07.880 --> 01:05:12.420
Und Ampère hat dafür auch den Namen Elektromagnetismus dann geprägt.

01:05:14.180 --> 01:05:17.900
Faraday hat sehr viel als Autodidakt mit Experimenten zu diesen

01:05:17.900 --> 01:05:19.200
Erkenntnissen beigetragen.

01:05:20.840 --> 01:05:26.960
Und derjenige, der dann die Lichttheorie vollendet hat als

01:05:26.960 --> 01:05:32.340
Wellentheorie, das war James Clerk Maxwell, der vier berühmte

01:05:32.340 --> 01:05:35.460
Gleichungen sind für Schicksalsstände, da sind jetzt keine hier unter

01:05:35.460 --> 01:05:40.720
uns, die müssten die nachts um drei geweckt sofort raussprogeln

01:05:40.720 --> 01:05:41.040
können.

01:05:42.320 --> 01:05:43.560
Die Maxwellchen Gleichungen,

01:05:46.600 --> 01:05:51.200
als deren Ergebnis, Maxwell hat die hingeschrieben und hat die gelöst

01:05:51.200 --> 01:05:54.640
und hat festgestellt, da kommen ja Wellen raus, und zwar Wellen

01:05:54.640 --> 01:06:00.560
derart, wenn ich ein Magnetfeld habe, was sich zeitlich ändert, dann

01:06:00.560 --> 01:06:03.220
erzeugt das ein elektrisches Feld, was sich auch wieder zeitlich

01:06:03.220 --> 01:06:05.920
ändert und dieses elektrische Feld erzeugt wieder ein Magnetfeld, was

01:06:05.920 --> 01:06:08.240
sich auch zeitlich ändert, das erzeugt wieder ein elektrisches Feld

01:06:08.240 --> 01:06:09.140
und so weiter.

01:06:09.500 --> 01:06:12.120
Und so gibt es elektrische und magnetische Felder, die aufgrund der

01:06:12.120 --> 01:06:15.700
Tatsache, dass sie sich in der Zeit ständig ändern, selbst erzeugen

01:06:15.700 --> 01:06:20.100
und als elektromagnetische Welle in den Raum hinaus bewegen.

01:06:21.260 --> 01:06:24.360
Und das war dann die Erklärung für das Licht, das ist auch nur eine

01:06:24.360 --> 01:06:27.680
solche elektromagnetische Welle, also elektrische und magnetische

01:06:27.680 --> 01:06:34.860
Felder, die sich von ihrer Quelle dann loslosen können und große

01:06:34.860 --> 01:06:38.720
Entfernungen überbrücken können, wir sehen heute das Licht von

01:06:38.720 --> 01:06:42.140
Galaxien, die Milliarden von Kilometern entfernt sind, das Licht ist

01:06:42.140 --> 01:06:46.480
Milliarden von Jahren unterwegs, diese elektromagnetischen Wellen sind

01:06:46.480 --> 01:06:50.180
wirklich so lange unterwegs, also können im Prinzip unbegrenzt sich

01:06:50.180 --> 01:06:50.880
ausbreiten.

01:06:52.280 --> 01:06:56.060
Okay, Heinrich Herze übrigens, der hat das erste Mal experimentell das

01:06:56.060 --> 01:06:56.780
nachgewiesen.

01:06:59.260 --> 01:07:01.420
Das muss, glaube ich, wirklich bald zum Ende kommen, oder?

01:07:03.120 --> 01:07:09.040
Ganz kurz noch, Ende des 19.

01:07:09.280 --> 01:07:12.060
Jahrhunderts gab es dann zwei große Probleme eigentlich noch in der

01:07:12.060 --> 01:07:16.340
Physik zu lösen, ansonsten hat man gedacht, man ist fertig, zwei

01:07:16.340 --> 01:07:20.500
kleine Probleme gab es noch, ein kleines Problem, ein kleines Wörtchen

01:07:20.500 --> 01:07:23.580
am Physikhimmel war die Frage, in was breiten sich diese

01:07:23.580 --> 01:07:24.860
elektromagnetischen Wellen aus?

01:07:24.940 --> 01:07:28.280
Man war nach wie vor der Überzeugung, dass sie wie Wasserwellen,

01:07:28.320 --> 01:07:31.160
Schallwellen, irgendein Medium brauchen, um sich auszubreiten.

01:07:31.720 --> 01:07:34.400
Seit der Antike hatte man diese Vorstellung eines Lichtäthers.

01:07:35.580 --> 01:07:40.060
Das muss ein sehr seltsamer Stoff sein, einerseits wahnsinnig dünn,

01:07:40.120 --> 01:07:44.900
weil wir den überhaupt nicht merken, andererseits wahnsinnig massiv,

01:07:45.080 --> 01:07:48.020
weil man auch festgestellt hat, diese Lichtwellen, die breiten sich

01:07:48.020 --> 01:07:51.780
nicht wie Schall longitudinal aus, sondern transversal aus.

01:07:51.880 --> 01:07:53.760
Das sind transversal schwingende Wellen.

01:07:54.260 --> 01:07:56.560
Und solche Wellen treten eigentlich nur in Festkörpern auf.

01:07:56.680 --> 01:08:02.100
Also man brauchte einen Festkörper, der quasi keinem Widerstand einer

01:08:02.100 --> 01:08:03.120
Bewegung entgegensitzt.

01:08:03.280 --> 01:08:07.900
Also das ist die eierlegende Wollmilchsau oder sowas.

01:08:07.900 --> 01:08:09.560
Also das passt einfach nicht.

01:08:09.620 --> 01:08:11.460
Aber man hat jahrhundertelang danach gesucht.

01:08:14.980 --> 01:08:18.040
Michelson hat ein berühmtes Experiment gemacht, wo er danach geguckt

01:08:18.040 --> 01:08:20.940
hat, okay, wenn die Erde sich um die Sonne herum bewegt und man sendet

01:08:20.940 --> 01:08:23.580
einen Lichtstrahl aus, dann muss das ja einen Unterschied machen, ob

01:08:23.580 --> 01:08:26.740
ich mich auf der einen Seite von der Sonne gegen den Äther bewege oder

01:08:26.740 --> 01:08:30.840
auf der anderen Seite von der Sonne mit dem Äther bewege.

01:08:30.940 --> 01:08:33.460
Das muss ja dann einen Einfluss haben auf die Geschwindigkeit des

01:08:33.460 --> 01:08:36.200
Lichtes und hat nach solchen Unterschieden gesucht und nicht gefunden.

01:08:37.200 --> 01:08:39.320
Und es war dann erst der Albert Einstein.

01:08:40.700 --> 01:08:45.440
Meistens sieht man ihn auf diesen Fotos als alter Mann, aber als er

01:08:45.440 --> 01:08:47.320
das alles entdeckt hatte, war er ein junger Mann.

01:08:48.160 --> 01:08:51.260
1905, da war er 26, war sein großes Jahr.

01:08:52.620 --> 01:08:56.400
Da hat er mit dem ganzen Äther-Zeugs aufgeräumt und hat seine

01:08:56.400 --> 01:09:01.180
Relativitätstheorie gefunden und hat eben unser heutiges Verständnis

01:09:01.180 --> 01:09:05.960
von Raum und von Zeit ganz neu geprägt und in dieser speziellen

01:09:05.960 --> 01:09:08.880
Relativitätstheorie, da braucht es kein Äther mehr, kein

01:09:08.880 --> 01:09:14.360
ausgezeichnetes System irgendwie, der war dann damit allemal

01:09:14.360 --> 01:09:14.920
verschwunden.

01:09:16.500 --> 01:09:20.580
Und das zweite Wölkchen am Physikhimmel war überhaupt, wie kann man

01:09:20.580 --> 01:09:21.600
Strahlung verstehen?

01:09:21.820 --> 01:09:24.580
Also die Sonne gibt verschiedene Strahlung ab, verschiedene Farben,

01:09:24.680 --> 01:09:25.280
Wellenlängen.

01:09:25.700 --> 01:09:28.920
Wie kann man dieses Spektrum der Sonne zum Beispiel verstehen?

01:09:29.180 --> 01:09:30.540
Das war Ende des 19.

01:09:30.700 --> 01:09:32.500
Jahrhunderts ein großes Problem.

01:09:32.500 --> 01:09:38.320
Die Strahlung zum Beispiel der Sonne oder anderer glühender,

01:09:38.560 --> 01:09:40.820
leuchtender Körper theoretisch zu beschreiben.

01:09:42.040 --> 01:09:46.540
Das gelang erst Max Planck, rechts wieder meistens als alter Mann

01:09:46.540 --> 01:09:50.500
gezeigt, links in dem Alter, als er tatsächlich forschte.

01:09:53.040 --> 01:09:58.660
Erst Max Planck konnte aus seiner Sicht mit einem Hilfskonstrukt

01:09:58.660 --> 01:10:02.360
dieses Problem lösen, indem er gesagt hat, die Energie des Lichtes ist

01:10:02.360 --> 01:10:06.060
tatsächlich nicht beliebig klein machbar, sondern ist gequantelt in

01:10:06.060 --> 01:10:06.960
bestimmte Portionen.

01:10:07.380 --> 01:10:10.340
Mit dieser Annahme konnte er eine Theorie, eine Formel hinschreiben,

01:10:10.700 --> 01:10:12.940
die das Spektrum der Sonne richtig beschreibt.

01:10:13.680 --> 01:10:16.260
Das war die Geburtsstunde der Quantenphysik.

01:10:17.100 --> 01:10:20.400
Dass wir davon nichts merken, hat damit zu tun, dass die Zahl, das

01:10:20.400 --> 01:10:24.540
Planck'sche Wirkungsquantum, die diese Quanteneffekte beschreibt, eine

01:10:24.540 --> 01:10:25.580
sehr kleine Zahl ist.

01:10:25.580 --> 01:10:28.040
Da vorne ist das Komma und dann kommen erstmal haufenweise Nullen.

01:10:28.400 --> 01:10:30.120
Und dann da hinten passiert erst wieder was.

01:10:30.540 --> 01:10:33.680
Dadurch, dass das so eine kleine Zahl ist, merken wir von diesen

01:10:33.680 --> 01:10:38.180
Quantenphänomenen im Alltag nichts, aber in der Mikrowelt wissen wir

01:10:38.180 --> 01:10:43.720
heute, dass alles, was in Atomen passiert, dass das den Gesetzen der

01:10:43.720 --> 01:10:45.420
Quantenphysik genügt.

01:10:45.500 --> 01:10:48.700
Das ist die Theorie der mikroskopischen Welt.

01:10:50.140 --> 01:10:54.300
Gut, Albert Einstein hat dann im Gegensatz zu Planck diese Hypothese

01:10:54.300 --> 01:10:57.240
mit den Quanten wirklich ernst genommen, hat dafür auch den Nobelpreis

01:10:57.240 --> 01:11:00.080
bekommen, nicht für die Realitätstheorie, das war den Leuten noch zu

01:11:00.080 --> 01:11:01.080
viel Spuk, irgendwie.

01:11:02.860 --> 01:11:04.700
Diese Lichtquantenhypothese war ihm...

01:11:05.500 --> 01:11:09.420
Okay, das verstehen wir irgendwie, aber so Raum und Zeit relativ,

01:11:10.100 --> 01:11:12.000
geben ihm den Nobelpreis lieber für die sogenannte

01:11:12.000 --> 01:11:13.040
Lichtquantenhypothese.

01:11:13.040 --> 01:11:17.440
Also der hat diese Idee von Planck im Prinzip ausgearbeitet und als

01:11:17.440 --> 01:11:19.640
physikalische Tatsache ernst genommen.

01:11:20.560 --> 01:11:25.560
Okay, ich muss zum Ende kommen, da springe ich jetzt mal drüber weg

01:11:25.560 --> 01:11:25.980
hier.

01:11:29.040 --> 01:11:38.960
Also Einstein war dann auch derjenige, der im Prinzip dadurch, dass

01:11:38.960 --> 01:11:44.020
man wusste, dass Licht jetzt in der Quantenvorstellung dadurch

01:11:44.020 --> 01:11:48.840
entsteht, dass in einem Atom Elektronen ihren Energiezustand ändern,

01:11:49.100 --> 01:11:54.680
und zwar sprunghaft ändern und dann ein Lichtteilchen aussenden, das

01:11:54.680 --> 01:11:59.300
heißt wir haben hier im Prinzip wieder ein bisschen eine Wiedergeburt

01:11:59.300 --> 01:12:03.620
des Teilchenbegriffes angewandt auf das Licht, aber das sind jetzt

01:12:03.620 --> 01:12:07.460
keine klassischen Teilchen mehr, an die Newton dachte, sondern Licht

01:12:07.460 --> 01:12:12.380
verstehen wir heute als Quantenobjekte, als Objekte, die man im

01:12:12.380 --> 01:12:16.780
Prinzip mit Teilcheneigenschaften bezeichnen kann, oder auch mit

01:12:16.780 --> 01:12:20.420
Welleneigenschaften, aber in einem Sinne, dass es eine völlig neue Art

01:12:20.420 --> 01:12:24.460
von Objekten sind, die es in der klassischen Physik einfach nicht

01:12:24.460 --> 01:12:25.550
gibt, Quantenobjekte.

01:12:26.080 --> 01:12:29.800
Deswegen kann man auch nicht sagen, Licht ist Welle oder Teilchen oder

01:12:29.800 --> 01:12:34.600
irgendwie beides, sondern Licht verstehen wir heute als

01:12:34.600 --> 01:12:40.220
Quantenphänomen, als Ansammlung von Quantenobjekten, die sich einfach

01:12:40.220 --> 01:12:43.860
mit klassischen Begriffen nicht beschreiben lassen, sondern man muss

01:12:43.860 --> 01:12:47.220
den ganzen Formulismus der Quantenmechanik, ob man ihn versteht oder

01:12:47.220 --> 01:12:50.800
nicht, darauf anwenden, wenn man das macht und ausrechnet, kommt alles

01:12:50.800 --> 01:12:51.660
wunderbar raus.

01:12:53.200 --> 01:12:55.980
Feynman hat glaube ich mal gesagt, großer Physiker des 20.

01:12:56.180 --> 01:12:59.520
Jahrhunderts, man muss Quantenphysik nicht unbedingt verstehen, das

01:12:59.520 --> 01:13:03.720
tun sechs Leute auf der Welt, sondern man muss den Hals, Maul und

01:13:03.720 --> 01:13:04.840
Rechner, hat er immer gesagt.

01:13:05.180 --> 01:13:07.420
Also macht hier nicht so viele philosophische Gedanken über die

01:13:07.420 --> 01:13:10.720
Quantenphysik, sondern rechnet das aus und das stimmt auf der zwölften

01:13:10.720 --> 01:13:13.240
Stelle hinter dem Komma, kommt das Richtige raus, wenn man

01:13:13.240 --> 01:13:14.340
irgendwelche Dinge ausrechnet.

01:13:15.700 --> 01:13:19.180
Okay, Einstein hat diese Absorptionsprozesse von Licht und

01:13:19.180 --> 01:13:22.640
Emissionsprozesse von Licht auch schon in dem Sinne verstanden, dass

01:13:22.640 --> 01:13:27.620
man damit sehr homogene Lichtwellen, Lichtstrahlen erzeugen kann und

01:13:27.620 --> 01:13:31.360
hat das Prinzip des Lasers zu seiner Zeit schon vorausgenommen, kommt

01:13:31.360 --> 01:13:35.000
vielleicht ein anderer Vortrag noch drauf, der Lese ist ja dann Mitte

01:13:35.000 --> 01:13:39.260
des letzten Jahrhunderts zu einem großen, mächtigen Werkzeug in

01:13:39.260 --> 01:13:40.640
Technik, Medizin usw.

01:13:40.860 --> 01:13:41.160
geworden.

01:13:41.560 --> 01:13:45.080
Okay, ich komme zum Ende, die Frage also, was ist Licht?

01:13:46.040 --> 01:13:52.740
Licht habe ich jetzt ein bisschen angerissen, Licht ist mythologische

01:13:52.740 --> 01:13:56.960
Vorstellung, Licht ist ein Beleuchtungsmittel, Licht ist ein

01:13:56.960 --> 01:14:02.900
Herrschaftsinstrument, Licht ist Ausdruck religiöser Verzückung, Licht

01:14:02.900 --> 01:14:07.280
ist alles mögliche, Licht ist irgendwie Teilchen, Licht ist irgendwie

01:14:07.280 --> 01:14:12.000
Welle, Licht ist Quantenobjekte, auf jeden Fall, und ein Vortrag

01:14:12.000 --> 01:14:15.120
sollte immer, zumindest von einem Physiker, mit einem Zitat von Albert

01:14:15.120 --> 01:14:18.780
Einstein enden, der hat mal gesagt, den Rest meines Lebens möchte ich

01:14:18.780 --> 01:14:23.060
damit zubringen, darüber nachzudenken, was Licht ist, und dem kann man

01:14:23.060 --> 01:14:26.160
sich eigentlich nur vorbehaltlos anschließen, es gibt nicht die

01:14:26.160 --> 01:14:29.520
Antwort, was Licht ist, sondern es gibt wahnsinnig viele interessante

01:14:29.520 --> 01:14:35.880
Facetten, die physikalische ist eine davon, und selbst da ist es ein

01:14:35.880 --> 01:14:41.860
sehr schillerndes Phänomen, aber welche kulturellen Bedeutungen das

01:14:41.860 --> 01:14:44.680
Licht auch hatte, gerade in der Entwicklung der künstlichen

01:14:44.680 --> 01:14:50.240
Leuchtmittel, das wollte ich Ihnen ein bisschen an einzelnen Punkten

01:14:50.240 --> 01:14:55.940
deutlich machen, und möchte mich damit für Ihr Interesse und Ihre

01:14:55.940 --> 01:15:02.340
Aufmerksamkeit bedanken, und wenn noch Fragen sind, stehe ich

01:15:02.340 --> 01:15:04.180
natürlich gerne zur Verfügung.

