WEBVTT

00:07.040 --> 00:08.260
Guten Morgen allerseits.

00:08.680 --> 00:14.960
Ich möchte heute mit einem tragischen Fall das Kapitel Unabhängigkeit

00:14.960 --> 00:16.640
von Ereignissen beschließen.

00:17.240 --> 00:20.000
Wir werden das aber wieder aufgreifen im Zusammenhang mit

00:20.000 --> 00:20.780
Zufallsvariablen.

00:20.840 --> 00:23.280
Der tragische Fall ist eine englische Familie.

00:24.900 --> 00:33.120
Da hat eine Frau beide Kinder verloren innerhalb von einem Monat durch

00:33.120 --> 00:34.380
plötzlichen Kindstod.

00:34.800 --> 00:38.360
Nach dem Tod des ersten Kindes wurde das diagnostiziert.

00:38.640 --> 00:40.560
Es ist nichts weiter passiert.

00:41.140 --> 00:46.200
Aber als dann das zweite Kind starb an den gleichen Ursachen, wurde

00:46.200 --> 00:51.360
die Mutter vor Gericht gestellt und sie wurde wegen Mordes verurteilt

00:51.360 --> 00:52.440
und kam ins Gefängnis.

00:54.080 --> 01:01.160
Es war so, dass sie wurde verurteilt und es wurde ein Gutachten

01:01.160 --> 01:03.200
eingeholt von einem renommierten Kinderarzt.

01:04.340 --> 01:08.620
Es war eine wohlhabende Familie, eine Nichtraucherfamilie.

01:10.300 --> 01:14.500
Wenn AJ das Ereignis bezeichnet, dass in einer solchen Familie das J

01:14.500 --> 01:18.280
-Kind durch plötzlichen Kindstod stirbt, dann ist die

01:18.280 --> 01:23.760
Wahrscheinlichkeit dafür aus Schätzungen ungefähr 1 zu 8500.

01:26.300 --> 01:34.320
Dieser renommierte Kinderarzt hat nun folgendermaßen argumentiert, die

01:34.320 --> 01:38.240
Ereignisse seien stochastisch unabhängig, dass das erste Kind stirbt

01:38.240 --> 01:40.960
an dieser Ursache und das zweite Kind stirbt und hat die

01:40.960 --> 01:45.100
Wahrscheinlichkeiten dann multipliziert wegen der Unabhängigkeit und

01:45.100 --> 01:48.560
kam dann zu dem Ergebnis, die Wahrscheinlichkeit ist eben dann mit 1

01:48.560 --> 01:53.920
zu 72 Millionen circa so klein, als eben andere Ursachen

01:53.920 --> 01:55.340
ausgeschlossen sind.

01:55.560 --> 01:59.420
Und das Interessante ist, die Jury interpretierte diese

01:59.420 --> 02:02.540
Wahrscheinlichkeit noch als Wahrscheinlichkeit für die Unschuld der

02:02.540 --> 02:02.760
Mutter.

02:03.360 --> 02:05.020
Also das kommt hinzu.

02:05.900 --> 02:13.240
Danach ging doch ein Aufschrei durch manche Gruppen, schaltete sich

02:13.240 --> 02:16.740
dann die Royal Statistical Society ein, das ist also die

02:16.740 --> 02:23.240
Dachorganisation der Statistiker in England, und sagte, mitnichten

02:23.240 --> 02:27.820
seien diese beiden Ereignisse stochastisch unabhängig, denn es sei

02:27.820 --> 02:32.880
klar, es könnte eben Umweltfaktoren geben oder genetische Faktoren.

02:32.960 --> 02:37.840
Das heißt, wenn das erste Kind durch plötzlichen Kindstod stirbt, dann

02:37.840 --> 02:41.840
ist die bedingte Wahrscheinlichkeit, dass das zweite stirbt unter der

02:41.840 --> 02:46.320
Bedingung, dass das erste stirbt, wesentlich größer als die unbedingte

02:46.320 --> 02:47.140
Wahrscheinlichkeit.

02:47.240 --> 02:50.900
Man denke eben an sowas wie Umweltfaktoren oder genetische Faktoren

02:50.900 --> 02:51.780
und ähnliches mehr.

02:52.300 --> 02:56.180
Dann kam es zum Berufungsverfahren und Sally Clark wurde

02:56.180 --> 02:59.100
freigesprochen in einem zweiten Berufungsverfahren.

03:01.200 --> 03:03.860
Leider hat sie das Ganze nicht überlebt.

03:03.960 --> 03:05.860
Sie hat dann irgendwann Selbstmord bekommen.

03:06.020 --> 03:07.080
Sie hat es einfach nicht verwunden.

03:07.200 --> 03:10.500
Insofern ist es ein sehr tragischer Fall, aber er zeigt eben, wie

03:10.500 --> 03:14.080
vorsichtig man umgehen muss mit solchen Begriffen wie stohastische

03:14.080 --> 03:14.960
Unabhängigkeit.

03:15.160 --> 03:17.560
Also hier liegt es eigentlich auf der Hand.

03:17.860 --> 03:19.860
Das sagt einem schon der gesunde Menschenverstand.

03:20.400 --> 03:25.060
Man weiß im Grunde nicht wirklich, wie es dazu gekommen ist.

03:25.240 --> 03:30.040
Die Jury hat das auch dann geglaubt und dann ist die Frau wirklich

03:30.040 --> 03:30.780
verurteilt worden.

03:32.440 --> 03:34.840
Und erst danach kamen Dinge in Gang.

03:36.060 --> 03:37.960
Ein ähnlicher Fall war in Holland.

03:40.300 --> 03:45.440
Das war eine Krankenschwester, Lucia de Berg.

03:45.560 --> 03:48.500
Beide Fälle sind im Internet ausführlich dokumentiert.

03:49.400 --> 03:50.360
Also auch ein Fehlurteil.

03:50.520 --> 03:51.500
Sie wurde auch freigesprochen.

03:52.080 --> 03:54.080
Der Fall ist jetzt nicht ganz so tragisch.

03:55.500 --> 03:59.300
Ja, das zeigt eben wirklich, dass Stohastik auch vor Gericht dann

03:59.300 --> 04:01.660
verwendet wird und nicht immer richtig.

04:03.580 --> 04:09.740
Das ist eben das Spannende an der Stohastik, dass sie wirklich dann

04:09.740 --> 04:12.180
vorkommt und damit auch argumentiert wird.

04:12.400 --> 04:14.900
Gerade vor Gericht, wenn es um Indizien, Beweise geht.

04:15.440 --> 04:18.880
Man kann nur hoffen, dass die Richter und die Geschworenen, dann die

04:18.880 --> 04:23.900
Jury, dass sie eben mal eine Vorlesung in Stohastik gehört haben und

04:23.900 --> 04:25.060
hinreichend sensibel sind.

04:26.240 --> 04:28.760
Okay, ich möchte das aber jetzt abschließen.

04:30.420 --> 04:33.140
Ich möchte zu einem Kapitel kommen, bei dem gleich auch die

04:33.140 --> 04:34.360
Unabhängigkeit wieder auftritt.

04:35.060 --> 04:38.060
Zufallsvektoren und der Begriff der gemeinsamen Verteilung.

04:38.800 --> 04:40.740
Ich möchte das mit einem Beispiel einführen.

04:40.860 --> 04:42.800
Daran sieht man eigentlich schon sehr viel.

04:43.000 --> 04:46.580
Das Beispiel ist, wir betrachten den zweifachen Würfelwurf und

04:46.580 --> 04:50.140
interessieren uns nicht für eine Zufallsvariable, wie zum Beispiel die

04:50.140 --> 04:53.580
Augensumme, sondern für zwei Zufallsvariablen.

04:53.660 --> 04:55.720
Wir können uns auch für drei interessieren.

04:55.820 --> 04:59.940
Beim zweifachen Würfelwurf könnte eine Zufallsvariable sein, die

04:59.940 --> 05:01.480
Augenzahl des ersten Wurfs.

05:01.880 --> 05:02.740
Das ist eine Zufallsvariable.

05:02.900 --> 05:04.700
Die Augenzahl des zweiten Wurfs ist eine zweite.

05:04.860 --> 05:06.180
Die Summe ist eine dritte.

05:06.620 --> 05:08.900
Die Differenz aus beiden Augenzahlen ist die vierte.

05:09.180 --> 05:11.500
Die kleinste Augenzahl ist eine fünfte Zufallsvariable.

05:11.600 --> 05:13.640
Die größte Augenzahl ist eine sechste Zufallsvariable.

05:13.700 --> 05:17.680
Wir können also mehrere Zufallsvariablen betrachten auf ein und

05:17.680 --> 05:18.820
demselben Grundraum.

05:19.900 --> 05:23.280
Eine Zufallsvariable ist eine Abbildung, eine reellwertige Abbildung.

05:23.600 --> 05:26.680
Wenn Sie mehrere solche Abbildungen betrachten und schreiben die als

05:26.680 --> 05:29.300
Vektor mit Komponenten, haben Sie eine vektorwertige Abbildung.

05:29.720 --> 05:31.960
Und die werden wir Zufallsvektor nennen.

05:32.060 --> 05:35.900
Also mathematisch ist das überhaupt nicht spannend, denn Sie kennen

05:35.900 --> 05:38.000
vektorwertige Abbildungen auch in der Analyse.

05:38.140 --> 05:42.500
Spätestens im zweiten Semester, Analyse 2, betrachten Sie Funktionen

05:42.500 --> 05:44.640
vom RhoN in den RhoK.

05:47.340 --> 05:48.840
Das Beispiel ist folgendes.

05:48.880 --> 05:50.300
Wir betrachten diesen Grundraum.

05:50.860 --> 05:57.120
Sie sehen, das soll stehen für die Menge der Paare von Augenzahlen.

05:57.280 --> 06:00.720
I ist die Augenzahl des ersten Wurfs, J die des zweiten Wurfs.

06:00.840 --> 06:02.460
Sie haben 36 solche Paare.

06:02.960 --> 06:04.260
P sei die Gleichverteilung.

06:04.900 --> 06:08.700
Wir arbeiten mit einem Laplace-Modell, also ganz ganz einfaches

06:08.700 --> 06:09.140
Beispiel.

06:10.160 --> 06:12.540
Und die erste Zufallsvariable habe ich hier X genannt.

06:13.280 --> 06:16.100
X ordnet eben diesem Paar zu, die erste Komponente.

06:16.240 --> 06:18.660
Das heißt, X beschreibt die Augenzahl des ersten Wurfs.

06:19.480 --> 06:22.120
Die andere Zufallsvariable möchte ich Y nennen.

06:23.120 --> 06:26.360
Y ordnet diesem Augenpaar zu, das Maximum.

06:26.420 --> 06:28.880
Das wäre die größte Augenzahl aus beiden Würfen.

06:29.000 --> 06:33.180
Wir betrachten jetzt diese beiden Zufallsvariablen gemeinsam und

06:33.180 --> 06:37.420
betrachten Ereignisse, die durch beide Zufallsvariablen festgelegt

06:37.420 --> 06:37.580
sind.

06:37.680 --> 06:41.960
Was uns interessiert, ist die Wahrscheinlichkeit, dass X den Wert K

06:41.960 --> 06:49.280
annimmt, also die erste Augenzahl des ersten Wurfs gleich K, und das

06:49.280 --> 06:51.800
Maximum der Augenzahlen, das ist Y gleich L.

06:52.760 --> 06:55.580
Die beiden Ereignisse sollen gleichzeitig eintreten, den Schnitt.

06:56.020 --> 06:58.120
Wir werden das später auch ein bisschen einfacher schreiben.

06:59.000 --> 07:02.780
Und hier können wir uns das in Form einer Matrix vorstellen.

07:02.940 --> 07:05.860
Das heißt, hier läuft das K, das sind die Werte, die das X annimmt.

07:06.240 --> 07:08.540
Da haben wir natürlich die Möglichkeiten von 1 bis 6.

07:09.840 --> 07:15.220
Und L sei das mögliche Maximum.

07:15.320 --> 07:17.420
Auch das nimmt die Werte von 1 bis 6 an.

07:19.480 --> 07:23.900
Und was uns jetzt interessiert, wir sehen uns an, was in der Tabelle

07:23.900 --> 07:24.320
passiert.

07:24.800 --> 07:27.700
Also hier wäre der erste Fall der, dass wir uns überlegen oder

07:27.700 --> 07:29.600
überlegen möchten, was steht hier oben.

07:30.060 --> 07:30.680
Das ist also hier.

07:30.900 --> 07:34.940
Das heißt, mit welcher Wahrscheinlichkeit ist die erste Augenzahl, die

07:34.940 --> 07:39.060
Augenzahl des ersten Wurfs, gleich 1 und das Maximum auch gleich 1.

07:39.640 --> 07:43.480
Das kann nur funktionieren, wenn an der ersten Komponente eine 1 steht

07:43.480 --> 07:45.740
und die zweite muss auch 1 sein.

07:45.840 --> 07:48.220
Wenn sie größer wäre als 1, wäre das Maximum nicht 1.

07:48.700 --> 07:52.000
Das bedeutet, an dieser ersten Stelle steht 1,36.

07:54.000 --> 07:55.580
Jetzt gehen wir die Zeile durch.

07:56.360 --> 07:59.160
Erste Augenzahl gleich 1, Maximum gleich 2.

07:59.460 --> 08:02.920
Das ist genau ein Fall, nämlich das Ergebnis 1,2.

08:03.480 --> 08:05.520
Auch das hat die Wahrscheinlichkeit 1,36.

08:06.720 --> 08:08.700
Und so baut sich die erste Reihe auf.

08:11.680 --> 08:16.300
Jetzt kommt auch eine simple Erkenntnis, aber eine grundlegende.

08:16.820 --> 08:21.040
Nun, da steht jetzt, die erste Augenzahl ist 2.

08:21.220 --> 08:22.660
Wir gehen jetzt in die nächste Spalte.

08:22.780 --> 08:23.500
Wir gehen jetzt hier rein.

08:24.020 --> 08:26.780
Erste Augenzahl ist 2 und Maximum soll 1 sein.

08:27.060 --> 08:31.100
Das haut natürlich nicht hin, weil das Maximum schon mindestens 2 ist.

08:31.380 --> 08:34.220
Wenn die erste Augenzahl gleich 2 ist, das bedeutet, diese

08:34.220 --> 08:35.300
Wahrscheinlichkeit ist 0.

08:36.400 --> 08:42.080
Man sieht allgemein, alle Felder hier sind 0, wo das Maximum einen

08:42.080 --> 08:44.800
kleineren Wert annehmen soll als schon die erste Augenzahl.

08:44.880 --> 08:45.460
Das geht nicht.

08:46.160 --> 08:50.520
Das bedeutet, unterhalb dieser Diagonalen, da stehen lauter 0.

08:52.440 --> 08:57.020
Wenn wir uns jetzt den nächsten interessanten Fall noch ansehen, dann

08:57.020 --> 08:59.700
wird eigentlich alles schon klar, das wäre jetzt dieser hier.

09:00.160 --> 09:03.940
Das heißt, Maximum gleich 2 und erste Augenzahl gleich 2.

09:04.120 --> 09:06.920
Und wenn die erste Augenzahl gleich 2 ist, die ist festgelegt an die

09:06.920 --> 09:10.240
zweite Stelle des Tupels, kann aber, wenn das Maximum gleich 2 ist,

09:10.580 --> 09:11.520
kann nur die 1 stehen.

09:11.640 --> 09:15.100
Das ist möglich, dann ist das Maximum angenommen durch die erste

09:15.100 --> 09:16.140
Augenzahl oder 2.

09:16.640 --> 09:20.800
Das heißt, ich habe die beiden Fälle 2,1 und 2,2 und die beiden

09:20.800 --> 09:22.660
Wahrscheinlichkeiten werden zusammengezählt.

09:23.040 --> 09:25.540
Das bedeutet, diese Wahrscheinlichkeit ist 2,36.

09:28.180 --> 09:30.780
Wenn wir jetzt die Zeile weitergehen nach rechts, sehen Sie, erste

09:30.780 --> 09:34.220
Augenzahl 2 und zweite Augenzahl und Maximum gleich 3.

09:34.400 --> 09:37.240
Das geht nur bei einem Ergebnis wieder 2,3.

09:38.300 --> 09:39.040
Anders geht das nicht.

09:39.660 --> 09:42.400
Dann ist genau die erste Augenzahl 2 und Maximum gleich 3.

09:42.740 --> 09:46.280
Das heißt, wir haben wieder 1,36 und das zieht sich nach rechts durch.

09:47.620 --> 09:50.700
Wenn wir jetzt diesen Fall auf der Diagonalen ansehen, das ist jetzt

09:50.700 --> 09:56.360
die erste Augenzahl gleich 3 hier und das Maximum gleich 3, das sind

09:56.360 --> 09:57.120
jetzt drei Fälle.

09:57.420 --> 10:00.980
3,1, erste Augenzahl 3, Maximum 3.

10:01.780 --> 10:06.460
3,2 ist auch Maximum 3, erste Augenzahl 3 und 3,3.

10:06.840 --> 10:09.460
Das heißt, diese Wahrscheinlichkeit ist 3,36.

10:11.780 --> 10:15.040
Und nach rechts haben wir wieder Fälle, die haben alle die

10:15.040 --> 10:16.500
Wahrscheinlichkeit 1,36.

10:19.040 --> 10:22.920
Wir sehen, in jeder Zeilensumme kommen 6,36 raus.

10:23.160 --> 10:24.960
Das hat auch seinen Sinn, 1,6.

10:26.100 --> 10:29.800
So, der nächste Fall, kurzes Nachdenken, aber jetzt ist eigentlich

10:29.800 --> 10:33.580
schon klar, das bedeutet, erste Augenzahl ist 4 und Maximum 4.

10:34.060 --> 10:38.100
Das sind die vier Fälle, 4,1, 4,2, 4,3, 4,4.

10:38.180 --> 10:39.160
Das sind 4,36.

10:39.740 --> 10:42.020
Und nach rechts geht es weiter mit 1,36.

10:43.440 --> 10:46.980
Und hier auf der Diagonal, jetzt haben wir Maximum 5 und erste

10:46.980 --> 10:51.540
Augenzahl 5, 5,1, 5,2, 5,3, 5,4, 5,5.

10:51.660 --> 10:53.180
Fünf Fälle von 36.

10:53.780 --> 10:56.240
Hier wieder 1,36 und das sind 6,36.

10:57.040 --> 11:00.840
6,1, 6,2, 6,3 und so weiter bis 6,6.

11:01.800 --> 11:06.260
Das heißt, hier haben wir das, was wir später gemeinsame Verteilung

11:06.260 --> 11:07.800
nennen, von X und Y.

11:08.260 --> 11:11.400
Wir nehmen jetzt jeweils endlich viele Werte an, in Form so einer

11:11.400 --> 11:12.680
Matrix aufgeschrieben.

11:13.920 --> 11:19.240
Die Zeilen sind nummeriert nach den Realisierungen von X, 1 bis 6 und

11:19.240 --> 11:21.720
die Spalten auch nach den Realisierungen von 1 bis Y.

11:22.340 --> 11:26.060
Wenn wir uns jetzt mal die Summen ansehen, die am Rand auftreten,

11:26.880 --> 11:30.480
kommen wir zu den sogenannten Randverteilungen.

11:30.640 --> 11:33.880
Wenn wir hier die Summe bilden der Zahlen in der ersten Seile,

11:34.040 --> 11:35.040
bekommen wir ein Sechstel.

11:35.200 --> 11:38.260
Sie sehen aber auch, die Summe der Zahlen in der zweiten Seile ist

11:38.260 --> 11:41.000
auch ein Sechstel, auch ein Sechstel, noch mal ein Sechstel.

11:41.080 --> 11:42.280
Das heißt, Sie sehen immer ein Sechstel.

11:42.760 --> 11:45.620
Und das sind exakt die Wahrscheinlichkeiten, dass X den Wert K

11:45.620 --> 11:45.940
annimmt.

11:46.040 --> 11:48.040
Denn X ist die Augenzahl beim ersten Wurf.

11:48.280 --> 11:49.440
Wir haben eine Gleichverteilung.

11:50.180 --> 11:50.900
Laplace-Modell.

11:51.140 --> 11:57.200
Die Gleichverteilung auf den Kombinationen überträgt sich dann auch

11:57.200 --> 11:59.920
auf die Zufallsvariable X in dem Fall.

12:01.200 --> 12:04.860
Man sieht hier, wir haben nur das Junkte Fälle zusammengezählt, also

12:04.860 --> 12:09.960
die Augenzahl in der ersten Seile, das wäre hier die Augenzahl des

12:09.960 --> 12:14.960
ersten Wurfs, ist 1, ist eben in Kombination mit diesen Werten für das

12:14.960 --> 12:15.560
Maximum.

12:16.280 --> 12:19.760
Entsprechend ist die Augenzahl für den zweiten Wurf gleich 2.

12:23.800 --> 12:25.860
Dann haben wir ein Sechstendreißigstel.

12:26.020 --> 12:28.860
Wenn Sie die Summe der Zahlen der zweiten Spalte nehmen, drei

12:28.860 --> 12:32.580
Sechstendreißigstel, dann fünf Sechstendreißigstel, dann sieben

12:32.580 --> 12:35.060
Sechstendreißigstel, neun Sechstendreißigstel und elf

12:35.060 --> 12:35.960
Sechstendreißigstel.

12:36.440 --> 12:39.320
Und wenn Sie jetzt diese Zahlen der letzten Spalte nehmen und die

12:39.320 --> 12:43.060
aufsummieren und auch die der letzten Zeile und auch die der letzten

12:43.060 --> 12:45.320
Spalte, dann bekommen Sie jeweils 1.

12:45.640 --> 12:49.000
Und was Sie da unten sehen, sind genau die Wahrscheinlichkeiten, dass

12:49.000 --> 12:52.900
das Maximum die verschiedenen Werte annimmt, die es annehmen kann,

12:53.180 --> 12:54.660
nämlich 1 bis 6.

12:55.280 --> 12:57.900
Maximum 1 ist eben nur ein Fall, 1,1.

12:59.000 --> 13:07.320
Maximum gleich 2, da haben wir jetzt die drei Fälle, 1,2, 2,1, 2,2.

13:08.000 --> 13:09.300
Genau, dann ist das Maximum 2.

13:09.440 --> 13:11.320
Das sind drei Fälle von 36.

13:11.680 --> 13:22.340
Maximum 3 heißt 3,1, 1,3, 3,2, 2,3 oder 3,3.

13:22.520 --> 13:22.940
Fünf Fälle.

13:22.940 --> 13:27.940
Das heißt hier, durch Summation der Spalten bekommen wir die

13:27.940 --> 13:32.860
Wahrscheinlichkeiten raus, dass Y gewisse Werte annimmt, dann von 1

13:32.860 --> 13:33.220
bis 6.

13:33.280 --> 13:34.680
Die entstehen an den Rändern.

13:37.140 --> 13:40.220
Lateinisch ist der Rand, Margo, im Englischen margin.

13:40.920 --> 13:44.380
Die werden wir dann später als Marginalverteilung bezeichnen, weil sie

13:44.380 --> 13:47.800
sich ergeben aus der gemeinsamen Verteilung durch diese

13:47.800 --> 13:49.020
Summationsbildung.

13:52.480 --> 13:56.940
Wir können in dem Fall auch die gemeinsame Verteilung als Stabdiagramm

13:56.940 --> 13:58.220
darstellen über der Ebene.

13:58.760 --> 14:02.760
Wir sehen also, es wird einmal K aufgetragen und einmal L aufgetragen.

14:03.820 --> 14:06.680
Jetzt kann ich nach oben die Wahrscheinlichkeiten auftragen, dass X

14:06.680 --> 14:10.080
den Wert K annimmt und zugleich Y den Wert L.

14:10.120 --> 14:13.140
Bitte beachten Sie diese Schreibweise, die ich später noch genauer

14:13.140 --> 14:13.720
definiere.

14:14.200 --> 14:17.340
Diese Schreibweise oben ist die Kurzschreibweise dafür, dass das

14:17.340 --> 14:21.600
Ereignis X gleich K eintritt und das Ereignis Y gleich L.

14:23.320 --> 14:24.820
Das UND ist also hier ein Komma.

14:25.020 --> 14:26.960
Beide Ereignisse sollen eintreten.

14:27.660 --> 14:30.680
Dann haben wir gesehen, das hier war 1,1, das ist 1,36.

14:31.460 --> 14:35.280
Dann auch 1,36, da war K gleich 1, d.h.

14:35.360 --> 14:37.060
diese Stäbchen sind 1,36.

14:37.520 --> 14:44.380
Dann hatten wir hier was doppelt so hohes, 2,36, dann 1,36 wieder.

14:45.120 --> 14:51.520
Dann kamen 3,36, 1,36, 1,36, 1,36 und so geht das weiter.

14:52.120 --> 14:55.240
Das wird eben noch höher, das wird noch höher und das wird noch höher.

14:55.620 --> 14:55.780
D.h.

14:55.900 --> 14:59.440
das ist das Stabdiagramm dieser, man sagt manchmal auch

14:59.440 --> 15:02.420
Verbundwahrscheinlichkeiten, in der Schule werden Sie diesen Begriff

15:02.420 --> 15:06.960
oft kennenlernen, dieser gemeinsamen Wahrscheinlichkeiten, dass die

15:06.960 --> 15:10.680
eine Zufallswabe den Wert K annimmt und die andere den Wert L.

15:11.460 --> 15:16.180
Und jetzt kann man eben durch Summation auf diese Wahrscheinlichkeiten

15:16.180 --> 15:21.820
kommen, indem man jetzt Richtung L-Achse oder wenn Sie wollen, das

15:21.820 --> 15:25.860
erste ist die x-Achse hier nach schräg unten, das andere die y-Achse

15:25.860 --> 15:29.680
und das ist die z-Achse, entstehen natürlich hier durch Summation

15:29.680 --> 15:34.500
diese Wahrscheinlichkeiten 1,36, 3, 5, 7, 9 und 11.

15:34.700 --> 15:34.960
D.h.

15:35.140 --> 15:37.160
hier entsteht die Verteilung von Y.

15:37.940 --> 15:39.920
Da sehen Sie das Stabdiagramm, d.h.

15:40.000 --> 15:43.840
wir haben hier dargestellt die gemeinsame Verteilung der ersten

15:43.840 --> 15:47.340
Augenzahl und der größten Augenzahl beim zweifachen Würfelwurf.

15:47.660 --> 15:49.780
Das wäre das blaue Stabdiagramm.

15:50.420 --> 15:53.500
Dann erkennt man da hinten, wir hätten natürlich auch nach vorne noch

15:53.500 --> 15:57.560
die Gleichverteilung haben können, aber das ist relativ uninteressant.

15:59.060 --> 16:04.600
Das wäre die gemeinsame Verteilung und diese Marginalverteilung von Y.

16:05.840 --> 16:08.000
Ich möchte das jetzt allgemein einführen.

16:08.860 --> 16:11.660
Jetzt müssen Sie flexibel sein in der Bezeichnung.

16:11.760 --> 16:17.920
Bislang waren X und Y die beiden Komponenten eines zweidimensionalen

16:17.920 --> 16:19.660
Zufallsvektors, zwei Zufallsvariablen.

16:19.940 --> 16:22.560
Jetzt nenne ich die Zufallsvariablen X1 bis Xn.

16:23.260 --> 16:23.520
D.h.

16:23.640 --> 16:28.200
wir haben hier die Begriffe Zufallsvektor und gemeinsame Verteilung.

16:28.580 --> 16:29.560
Was ist damit gemeint?

16:30.560 --> 16:32.740
Ich habe einen diskreten Wahrscheinlichkeitsraum.

16:34.660 --> 16:39.140
Immer daran denken, später wird stillschweigend, ohne dass ich es noch

16:39.140 --> 16:42.540
mal groß erwähne, dort eine Menge Omega 0 auftreten.

16:42.640 --> 16:46.500
Das war in dem Omega, was durchaus überabzählbar sein kann, eine

16:46.500 --> 16:50.860
abzählbare Teilmenge und die hatte die Wahrscheinlichkeit 1.

16:52.860 --> 16:55.940
Das war unsere Definition des allgemeinen diskreten

16:55.940 --> 16:57.000
Wahrscheinlichkeitsraums.

16:57.980 --> 16:59.680
Jetzt habe ich Zufallsvariablen.

16:59.720 --> 17:03.220
Sie sehen, die gehen alle von Omega nach R, aber ich habe N Stück.

17:08.320 --> 17:10.740
Jetzt definiere ich einen Zufallsvektor.

17:11.220 --> 17:13.520
Sie sehen, der Vektor wird jetzt mit X bezeichnet.

17:13.980 --> 17:18.460
Für jedes kleine Omega aus Großomega definiere ich eben diesen Vektor.

17:18.620 --> 17:21.820
X1 von Omega, Xn von Omega sind die Komponenten.

17:21.940 --> 17:26.860
Das ist das, was Sie kennen aus dem ersten Studienjahr, wie man sowas

17:26.860 --> 17:27.480
aufbaut.

17:28.360 --> 17:33.700
Diese Abbildung X geht jetzt von Omega in den R auf N und hat die

17:34.440 --> 17:36.200
Komponentenabbildungen X1 bis Xn.

17:37.840 --> 17:40.940
Das nennen wir dann einen N-dimensionalen Zufallsvektor.

17:41.660 --> 17:44.580
Dieser Zufallsvektor hat die Komponenten X1 bis Xn.

17:44.760 --> 17:49.440
Wir interessieren uns für N Zufallsvariablen auf ein und demselben

17:49.440 --> 17:49.940
Grundraum.

17:51.000 --> 17:53.080
Eben war die Nomenklatur nur anders.

17:53.280 --> 17:55.720
Wir hatten eben den Grundraum Omega beim zweifachen Würfelwurf.

17:55.900 --> 17:58.120
Das eine war X und das andere war Y.

17:58.760 --> 18:00.680
Ich hätte auch sagen können X1 und X2.

18:02.380 --> 18:05.940
Aber bei uns sind jetzt allgemein X1 bis Xn die interessierenden

18:05.940 --> 18:09.160
Zufallsvariablen und mit X bezeichnet bei den ganzen Vektoren.

18:10.620 --> 18:12.120
Also vektorwertige Abbildung.

18:13.780 --> 18:18.820
So und jetzt können wir sofort diesem X als vektorwertige Abbildung

18:18.820 --> 18:20.760
auch eine Verteilung zuordnen.

18:21.020 --> 18:24.840
Das ist formal genauso wie bei einer Zufallsvariablen.

18:24.960 --> 18:26.820
Sie sehen dort ist das P oben X.

18:28.580 --> 18:31.900
Das ist offenbar eine Funktion und die Argumente sind Mengen.

18:32.100 --> 18:32.760
Das ist das M.

18:32.900 --> 18:35.040
Das M ist eine Teilmenge des R hoch N.

18:35.620 --> 18:41.200
Nämlich das einfach definiert als P vom Urbild unter X, unter dieser

18:41.200 --> 18:42.440
Abbildung X von M.

18:43.000 --> 18:44.660
M ist eine Teilmenge des R hoch N.

18:45.840 --> 18:47.960
Und immer daran denken, wie war dieses Urbild definiert.

18:48.040 --> 18:51.720
X hoch minus 1 von M ist die Menge aller kleinen Omega aus Groß-Omega

18:51.720 --> 18:55.720
mit der Eigenschaft X von Omega ist Element M.

18:57.500 --> 18:58.420
Erste Studienjahr.

18:59.280 --> 18:59.720
Urbildabbildung.

19:02.280 --> 19:05.120
Und dieses hier, das ist erstmal, wird gesagt, ist ein

19:05.120 --> 19:07.700
Wahrscheinlichkeitsmaß P oben X.

19:07.780 --> 19:10.300
Das ist auf allen Teilmengen des R hoch N definiert, auf der

19:10.300 --> 19:12.640
Potenzmenge und geht ins Einheitsintervall.

19:12.780 --> 19:14.860
Also hier steckt eine Aussage hinter, hier steckt eine Aussage drin,

19:14.900 --> 19:16.000
das ist ein Wahrscheinlichkeitsmaß.

19:17.080 --> 19:20.260
Um sich kurz zu vergewissern, dass es wirklich eins ist, was mussten

19:20.260 --> 19:20.800
wir zeigen?

19:20.900 --> 19:21.920
Wir hatten drei Bedingungen.

19:24.060 --> 19:26.520
Wahrscheinlichkeitsmaß ist immer, die Werte sind immer größer gleich

19:26.520 --> 19:26.740
null.

19:26.900 --> 19:27.580
Das ist der Fall.

19:27.740 --> 19:31.300
Da steht ja P von irgendwas und P ist ein Wahrscheinlichkeitsmaß.

19:31.400 --> 19:33.880
P von X hoch minus 1 von M ist immer größer gleich null.

19:34.480 --> 19:35.400
Zweite Eigenschaft.

19:35.760 --> 19:38.220
Wenn ich die leere Menge einsetze, kommt null raus.

19:41.060 --> 19:44.320
Das haben wir gefolgert.

19:45.260 --> 19:47.320
Zweite Eigenschaft war Normierung.

19:47.960 --> 19:51.340
Wenn ich den ganzen Grundraum einsetze, kommt eins raus.

19:51.540 --> 19:54.420
Das war die Normierungseigenschaft eines Wahrscheinlichkeitsmaßes.

19:54.440 --> 19:57.880
Das heißt, ich muss hier einsetzen für das M den gesamten R hoch N.

19:58.500 --> 20:02.500
Wenn ich den gesamten R hoch N hier einsetze, das Urbild des gesamten

20:02.500 --> 20:05.860
R hoch N, das wäre die Menge aller kleinen Omega aus Großomega, wird X

20:05.860 --> 20:07.400
von Omega ist Element R hoch N.

20:07.560 --> 20:08.240
Aber das sind alle.

20:09.180 --> 20:13.660
Also diese Menge ist der Grundraum Großomega und P von Großomega ist

20:13.660 --> 20:13.980
1.

20:14.520 --> 20:16.580
Das heißt, also diese Bedingung haben wir auch erfüllt.

20:17.240 --> 20:20.680
Die dritte Bedingung war die Sigma-Additivität.

20:21.080 --> 20:24.040
Ich müsste für die, anstelle der Menge M, müsste ich paarweise

20:24.040 --> 20:25.560
disjunkte Mengen einsetzen.

20:25.720 --> 20:27.740
M1, M2, M3 und so weiter.

20:27.780 --> 20:28.980
Ich müsste die alle vereinigen.

20:29.380 --> 20:30.140
Anscheinbar Summe.

20:30.820 --> 20:31.980
Summe M, Mj.

20:32.720 --> 20:36.640
Das heißt, ich müsste hier einsetzen für M Summe M, Mj und ich müsste

20:36.640 --> 20:40.760
rausbekommen, Px von Summe Mj ist Summe Px von Mj.

20:41.160 --> 20:42.420
Das ist die Sigma-Additivität.

20:43.020 --> 20:46.460
Das haben wir gehabt im Fall einer normalen Zufallsvariante.

20:46.940 --> 20:49.040
Der Beweis ist hier exakt der gleiche.

20:49.300 --> 20:53.120
Nämlich das Entscheidende ist die Urbildabbildung X hoch minus 1.

20:53.240 --> 20:58.460
Wenn ich hier Summe Mj einsetzen würde, das ist nichts anderes als die

20:58.460 --> 21:02.320
Vereinigung der X hoch minus 1, der Mj und die bleiben paarweise

21:02.320 --> 21:02.780
disjunkt.

21:02.880 --> 21:06.920
Das heißt, die Urbildabbildung ist verträglich mit der Vereinigung und

21:06.920 --> 21:08.760
auch noch mit der paarweisen Disjunktheit.

21:09.740 --> 21:10.600
Machen Sie sich das nochmal klar.

21:10.720 --> 21:13.360
Wir haben den Beweis exakt gehabt, wenn X realwertig ist.

21:13.660 --> 21:15.160
Jetzt ist es nur eher auch n-wertig.

21:16.120 --> 21:17.420
Es kommt überhaupt nicht darauf an.

21:18.220 --> 21:20.820
Also liegt daran, dass die Urbildabbildung damit verträglich ist.

21:21.000 --> 21:23.040
Dieses Wahrscheinlichkeitsmaß bekommt einen Namen.

21:23.100 --> 21:25.360
Wir haben das früher schon gehabt bei Zufallsvariablen.

21:25.760 --> 21:27.640
Es heißt Verteilung von X.

21:28.940 --> 21:32.700
Oder man sagt auch die gemeinsame Verteilung von X1 bis Xn.

21:32.820 --> 21:33.580
Das ist eine Sprechweise.

21:34.640 --> 21:37.380
Also die Verteilung so eines Zufallsvektors ist rein formal

21:37.380 --> 21:39.240
mathematisch ein Wahrscheinlichkeitsmaß.

21:39.960 --> 21:43.180
Das ordnet eben den Teilmengen des R hoch N zu die

21:43.180 --> 21:47.080
Wahrscheinlichkeiten für diese Ereignisse, die Urbilder.

21:48.700 --> 21:52.000
Man nennt dann in dem Zusammenhang die Verteilung von Xj.

21:52.080 --> 21:56.400
Xj ist ja eine Zufallsvariable, eine Komponente des Vektors.

21:56.520 --> 21:59.240
In dem Zusammenhang nennt man diese Verteilung die J

21:59.240 --> 22:00.520
-Marginalverteilung.

22:01.680 --> 22:04.020
Und ich habe eben schon motiviert, woran das liegt.

22:04.160 --> 22:05.200
Lateinisch margo.

22:05.500 --> 22:09.440
Wenn ich eben zwei habe, kann ich mir die Wahrscheinlichkeiten

22:09.440 --> 22:12.900
aufschreiben in Form einer Matrix und an den Rändern finde ich dann

22:12.900 --> 22:14.820
die Marginalverteilung durch Summation.

22:15.220 --> 22:17.480
Wir werden das gleich noch allgemein aufschreiben.

22:19.380 --> 22:20.740
Also folgendes sollte man beachten.

22:22.540 --> 22:27.580
Wir wissen, dass in dem Grundraum Omega eine Menge Omega 0 existiert,

22:27.660 --> 22:30.300
die abzählbar ist und P von Omega 0 ist 1.

22:31.420 --> 22:39.300
Aus dem Grunde ist die Verteilung auch von X konzentriert auf einer

22:39.300 --> 22:42.140
abzählbaren Teilmenge M0 des R auf N.

22:42.620 --> 22:46.100
Nur diese Werte im R auf N können überhaupt mit positiven

22:46.100 --> 22:47.680
Wahrscheinlichkeiten angenommen werden.

22:48.640 --> 22:51.540
Das ist eine ganz einfache, aber wichtige Erkenntnis.

22:52.040 --> 22:54.200
Endlich viele oder abzählbar unendlich viele.

22:55.140 --> 22:59.860
Denn nur die kleinen Omega mit Omega aus Omega 0 haben positive

22:59.860 --> 23:02.860
Wahrscheinlichkeit und ich brauche sozusagen nur bei der Abbildung

23:02.860 --> 23:03.900
diese betrachten.

23:05.500 --> 23:07.360
So entsteht dann auch diese Menge M0.

23:08.980 --> 23:14.100
Aus dem Grunde folgt, die Verteilung ist schon festgelegt von X, wenn

23:14.100 --> 23:20.340
ich nur kenne die Werte T, die das X annehmen kann, in dem Fall sind

23:20.340 --> 23:24.760
das jetzt Werte im R hoch N, und die Wahrscheinlichkeiten, mit denen

23:24.760 --> 23:25.700
sie angenommen werden.

23:26.200 --> 23:29.400
Das bedeutet, die Verteilung ist schon bestimmt, wenn ich nur weiß,

23:30.040 --> 23:33.000
wenn ich die Wahrscheinlichkeit von irgendeiner Menge M ausrechnen

23:33.000 --> 23:40.320
will, dann muss ich nur sehen, welche T aus M0 sind in dieser Menge M

23:40.320 --> 23:42.400
und muss die Wahrscheinlichkeiten aufaddieren.

23:42.700 --> 23:43.260
Das ist alles.

23:43.740 --> 23:46.100
Das sind endlich viele oder abzählbar unendlich viele.

23:46.520 --> 23:51.360
Das heißt, dieses System dieser Paare, Wert und Wahrscheinlichkeit,

23:51.480 --> 23:54.220
mit der der Wert angenommen wird, bestimmt die Verteilung.

23:54.420 --> 23:56.420
Wir haben das bei einer Zufallsverjahdung gehabt, da haben wir

23:56.420 --> 23:58.940
gesehen, Verteilung kann ich darstellen durch Stabdiagramme.

23:59.080 --> 24:02.680
Es kommt nur darauf an, welche Werte die Zufallsverjahdung annimmt,

24:03.120 --> 24:05.080
mit welchen Wahrscheinlichkeiten werden sie angenommen.

24:05.480 --> 24:07.240
Ich kann mir die Verteilung veranschaulichen.

24:08.180 --> 24:11.680
So im allgemeinen Zufallsvektor im R hoch N mit N größer gleich 3 geht

24:11.680 --> 24:12.240
das nicht mehr.

24:12.340 --> 24:15.280
Ich habe versucht, Ihnen das im Fall N gleich 2 noch zu zeigen.

24:15.340 --> 24:18.480
Ich kann sogar noch Stabdiagramme malen über der Ebene.

24:18.580 --> 24:21.140
Da habe ich noch eine dritte Komponente, wo ich die

24:21.140 --> 24:22.580
Wahrscheinlichkeiten auftragen kann.

24:22.740 --> 24:26.540
Die T sind in dem Fall zweidimensional, die angenommen werden, das

24:26.540 --> 24:29.900
sind die T, die ich in die Ebene einzeichnen kann.

24:30.120 --> 24:32.200
Und nach oben habe ich noch eine dritte Dimension für die

24:32.200 --> 24:32.840
Wahrscheinlichkeit.

24:32.960 --> 24:34.760
Das geht noch im Fall N gleich 2.

24:36.480 --> 24:41.300
Und allgemeinere Fälle kommen auch vermutlich jetzt in der Schule

24:41.300 --> 24:41.860
nicht vor.

24:46.340 --> 24:48.660
Das ist erstmal eine wichtige Erkenntnis.

24:49.000 --> 24:52.940
Die Schreibweisen, die wir haben, sind auch ganz analog oder exakt die

24:52.940 --> 24:55.720
gleichen, wie im Fall einer Zufallsvariablen.

24:55.820 --> 25:01.460
Dieses ist eben suggestiv, Groß-X-Element M ist die Menge aller Klein

25:01.460 --> 25:06.640
-Omega aus Omega mit der Eigenschaft, X von Omega ist Element M.

25:07.700 --> 25:12.540
Also das Ereignis, dass der Zufallsvektor X einen Wert annimmt in der

25:12.540 --> 25:13.000
Menge M.

25:14.660 --> 25:18.360
So muss man das interpretieren und auch dann in Worten beschreiben.

25:20.500 --> 25:23.620
Dann, wenn ich die Wahrscheinlichkeit dieses Ereignisses ausrechnen

25:23.620 --> 25:25.680
will, dann lässt man noch die Mengenklammern weg.

25:26.140 --> 25:31.460
Das heißt, man schreibt das so, um sich einfach Schreibarbeit zu

25:31.460 --> 25:31.960
ersparen.

25:32.060 --> 25:34.620
Sie sehen jetzt hier, das hat sich umgedreht.

25:34.700 --> 25:36.800
Jetzt wird die rechte Seite definiert durch die linke.

25:37.180 --> 25:38.920
Ich habe erstmal das Ereignis definiert.

25:39.020 --> 25:39.960
Was heißt das eigentlich?

25:40.960 --> 25:43.700
Und dann kann ich jetzt die Mengenklammer weglassen.

25:43.840 --> 25:45.240
Mir ist nur klar, worüber wir reden.

25:45.920 --> 25:47.460
Spezialfall, also das ist alles wie früher.

25:48.780 --> 25:52.000
Stellen Sie sich vor, die Menge M ist jetzt eine Teilmenge des R hoch

25:52.000 --> 25:56.680
N, stellt sich so dar als ein kathesisches Produkt von irgendwelchen

25:56.680 --> 25:58.080
Mengen b1, b2.

25:58.240 --> 25:59.820
Das sind jetzt alles Teilmengen von R.

25:59.940 --> 26:02.860
Das heißt, was hier steht, das kathesische Produkt, sind ja die Menge

26:02.860 --> 26:05.960
aller N-Tupel reeller Zahlen.

26:06.060 --> 26:08.020
Nennen wir sie x1 bis xn.

26:08.720 --> 26:12.860
x1 ist Element b1, x2 ist Element b2 und so weiter.

26:12.960 --> 26:14.220
xn ist Element bn.

26:14.600 --> 26:20.660
Das heißt, diese Menge ist spezifiziert durch getrennte Bedingungen an

26:20.660 --> 26:24.220
x1, an die erste Komponente, an die zweite, an die dritte und so

26:24.220 --> 26:25.260
weiter bis an die Ende.

26:25.500 --> 26:27.320
Das ist eine spezielle Teilmenge des R hoch N.

26:27.620 --> 26:32.740
Also im R hoch 2 wäre das eben ein Rechteck, wenn b1 und b2 Intervalle

26:32.740 --> 26:32.960
sind.

26:33.040 --> 26:33.760
Da haben Sie ein Rechteck.

26:34.600 --> 26:36.800
Wenn Sie noch eine dritte Komponente haben, die auch ein Intervall

26:36.800 --> 26:38.380
ist, haben Sie einen Quader im R hoch 3.

26:41.520 --> 26:42.820
Dann schreibt man das so.

26:42.920 --> 26:46.120
Sie sehen, jetzt wird geschrieben, die Wahrscheinlichkeit, dass x1 in

26:46.120 --> 26:51.320
die Menge b1 fällt und x2 in die Menge b2, im Sinne von Schnitt des

26:51.320 --> 26:56.800
Ereignisses und xn Element b1 ist nichts anderes definiert als die

26:56.800 --> 27:00.460
Wahrscheinlichkeit des Schnittes j von 1 bis n der Ereignisse xj

27:00.460 --> 27:01.280
Element bj.

27:02.420 --> 27:04.980
Und das ist hier nichts anderes als die Wahrscheinlichkeit, dass der

27:04.980 --> 27:08.680
Vektor x in diese Menge m fällt, wenn m diese Gestalt hat.

27:08.760 --> 27:13.480
Ich habe also getrennte Bedingungen an die einzelnen Komponenten.

27:17.400 --> 27:20.400
Ist das klar soweit?

27:24.930 --> 27:29.050
Spezialfall, wenn ich jetzt konkrete Werte betrachte, die t1 und so

27:29.050 --> 27:33.770
weiter, tn sind jetzt reelle Zahlen, dann ist das natürlich definiert

27:33.770 --> 27:37.490
als die Wahrscheinlichkeit des Schnittes der Ereignisse, dass xj den

27:37.490 --> 27:38.410
Wert tj annimmt.

27:38.550 --> 27:40.810
Sie sehen nicht, weil es hier Ereignisse sind, mit Schnitt muss ich da

27:40.810 --> 27:43.970
wieder Mengen-Klammern schreiben, aber dies ist nichts anderes als

27:43.970 --> 27:44.210
das.

27:44.290 --> 27:50.570
Der Spezialfall ist jetzt im Vergleich zu oben so, dass die Mengen b1,

27:50.630 --> 27:53.850
b1 besteht nur aus dem einen Punkt t1.

27:54.030 --> 27:58.890
Es sind also ein-elementige Mengen, das b2 und das bn, die jeweils nur

27:58.890 --> 28:02.090
den Punkt t1, t2 und so weiter, tn enthalten.

28:02.330 --> 28:06.930
Also man sagt dann auch p von x gleich t und t hat jetzt die

28:06.930 --> 28:09.590
Komponenten t1 bis tn aus dem Ln.

28:16.080 --> 28:19.300
Jetzt kommt das mit den Marginalverteilungen.

28:19.740 --> 28:23.820
Also aus dieser Verteilung des Vektors oder aus der gemeinsamen

28:23.820 --> 28:26.240
Verteilung lassen sich die Marginalverteilungen bestimmen.

28:26.720 --> 28:30.520
Wir haben das eben gemacht im Spezialfall durch eine Summation.

28:31.140 --> 28:34.360
Hier steckt nichts anderes hinter als die Additivität oder Sigma

28:34.360 --> 28:35.180
-Additivität.

28:35.460 --> 28:36.600
Folgendes sollte man beachten.

28:37.160 --> 28:41.090
Ganz allgemein, stellen Sie sich vor, Sie haben paarweise disjunkte

28:41.090 --> 28:44.990
Mengen, b1, b2 und so weiter, die schließen sich paarweise aus.

28:45.710 --> 28:48.290
Sie müssen nicht unbedingt ganz Omega ergeben.

28:48.630 --> 28:52.310
Das heißt, diese Summe muss nicht notwendig Omega sein, aber das

28:52.310 --> 28:54.750
Entscheidende ist, die Wahrscheinlichkeit von dieser Vereinigung der

28:54.750 --> 28:56.310
paarweisen disjunkten Mengen ist 1.

28:57.550 --> 28:59.310
Der Rest hat also die Wahrscheinlichkeit 0.

28:59.710 --> 29:00.790
Das ist hier das Entscheidende.

29:02.370 --> 29:05.510
Wenn Sie das haben, dann können Sie schließen, die Wahrscheinlichkeit

29:05.510 --> 29:10.070
irgendeines Ereignisses a ist die Summe dieser Wahrscheinlichkeiten a

29:10.070 --> 29:10.990
-geschnitten b1.

29:15.610 --> 29:19.110
Wenn Sie das so wollen, haben Sie bis auf ein Ereignis, das die

29:19.110 --> 29:23.330
Wahrscheinlichkeit 0 hat, das ganze Omega zerlegt und ausgeschöpft.

29:24.770 --> 29:26.050
Das ist hier das Entscheidende.

29:26.130 --> 29:29.330
Das heißt, Sie brauchen nur paarweise disjunkte Ereignisse, deren

29:29.330 --> 29:33.590
Vereinigung die Wahrscheinlichkeit 1 hat, dann können Sie jedes

29:33.590 --> 29:37.510
Ereignis a ausrechnen, die Wahrscheinlichkeit davon als Summe dieser

29:37.510 --> 29:39.290
Wahrscheinlichkeiten a-geschnitten b1.

29:40.670 --> 29:47.690
Das jetzt vorausgeschickt, können wir sagen zu jedem j, j gibt jetzt

29:47.690 --> 29:52.310
die Komponente des Zufallsvektors an und jedes xj ist eine

29:52.310 --> 29:56.490
Zufallsvariable und als Zufallsvariable, die auf einem diskreten

29:56.490 --> 30:01.070
Wahrscheinlichkeitsraum definiert ist, nimmt das xj nur endlich viele

30:01.070 --> 30:03.550
oder abzehrbar unendlich viele an, jedes xj.

30:05.450 --> 30:08.670
Das heißt, ich habe eine abzehrbare Menge, ich nenne die jetzt mal mj

30:08.670 --> 30:14.110
und an dieser Stelle will ich mal die Elemente der Menge

30:14.110 --> 30:18.030
durchnummerieren, also t index j, i, i größer gleich 1.

30:18.110 --> 30:20.990
Das ist eine endliche Menge oder eine höchstens abzehrbar unendliche

30:20.990 --> 30:22.050
Menge, das kann abbrechen.

30:22.650 --> 30:23.510
Teilmenge von r.

30:24.290 --> 30:28.970
Und die Wahrscheinlichkeit ist, dass xj in mj ist, da reinfällt.

30:29.290 --> 30:32.450
Diese Wahrscheinlichkeit kann ich jetzt, und das ist die Notation von

30:32.450 --> 30:38.930
da oben, das heißt hier ist das A, das entscheidende ist erstmal,

30:39.070 --> 30:40.270
diese Wahrscheinlichkeit ist 1.

30:40.810 --> 30:44.250
Und Sie sehen, die bi's, die da oben stehen, sind in dem Fall nichts

30:44.250 --> 30:49.190
anderes als diese Ereignisse, dass xj den Wert ti annimmt.

30:49.710 --> 30:51.010
Das sind die Ereignisse bi.

30:52.270 --> 30:53.630
So müssen Sie das interpretieren.

30:54.590 --> 30:55.410
Die Summe ist 1.

30:56.550 --> 31:01.710
Aus dem Grunde kann ich jetzt die Wahrscheinlichkeit, dass x1 den Wert

31:01.710 --> 31:05.810
t1 annimmt, das ist jetzt das Ereignis, das Ereignis was hier steht,

31:06.210 --> 31:11.030
entspricht dem A da oben, kann ich bekommen durch Summation jetzt von

31:11.030 --> 31:15.670
Ereignissen von der Bauart A ist hier das Ereignis x1 gleich t1 und

31:15.670 --> 31:23.370
das j gleich 2, x2 nimmt irgendeinen Wert an t2, j.

31:23.950 --> 31:26.310
Und ich habe das jetzt nicht mehr doppelt indiziert, ich habe das

31:26.310 --> 31:27.950
jetzt einfacher gemacht.

31:28.390 --> 31:33.010
Das heißt, ich summiere über diese t2 aus m2 endlich viele Abziffer,

31:33.150 --> 31:34.930
unendlich viele, ich erhalte das.

31:35.310 --> 31:36.550
Und das gilt für jedes t1.

31:36.710 --> 31:38.950
Also das ist hier die entscheidende Erkenntnis.

31:39.310 --> 31:44.090
Diese Summation, wenn ich zwei Zufallsvariablen habe, zwei, kann ich

31:44.090 --> 31:48.770
die Wahrscheinlichkeit, dass eine irgendeinen Wert annimmt, bekommen

31:48.770 --> 31:53.110
durch Summation aus diesen Verbund Wahrscheinlichkeiten, diesen

31:53.110 --> 31:57.550
gemeinsamen Wahrscheinlichkeiten x1 gleich t1, x2 gleich t2, über alle

31:57.550 --> 32:00.990
Werte, die hier überhaupt angenommen werden können, von der

32:00.990 --> 32:02.450
Zufallsvariablen x2.

32:02.590 --> 32:03.690
Das sind die t2s.

32:03.990 --> 32:07.350
Das ist hier die Botschaft und das ist Marginalverteilungsbildung bei

32:07.350 --> 32:07.470
zwei.

32:07.530 --> 32:08.410
Das haben wir eben gemacht.

32:09.590 --> 32:12.070
Ich kann das natürlich genauso für die zweite Komponente machen.

32:12.430 --> 32:13.530
Ich war jetzt nur schreibvoll.

32:14.090 --> 32:17.990
Wenn ich x2 haben möchte, die Verteilung davon, dann summiere ich

32:17.990 --> 32:21.130
auch, jetzt muss ich nur summieren dann über t1 aus m1.

32:23.470 --> 32:25.330
Allgemein sieht das jetzt so aus.

32:26.070 --> 32:28.990
Wenn Sie diese Verteilung haben wollen von x1, also die

32:28.990 --> 32:32.190
Wahrscheinlichkeit, dass x1 den Wert t1 annimmt, aus der gemeinsamen

32:32.190 --> 32:35.970
Verteilung, dann müssen Sie summieren über alle anderen Komponenten.

32:35.990 --> 32:41.070
Sie sehen, t2 durchläuft die Werte in m2, tn in mn, über diese

32:41.070 --> 32:44.070
Wahrscheinlichkeiten aus der gemeinsamen Verteilung.

32:44.990 --> 32:47.710
Und ich habe auch hier nur obda x1 genommen.

32:48.210 --> 32:51.290
Ich hätte auch sagen können, wir nehmen die Wahrscheinlichkeit, dass

32:51.290 --> 32:54.650
xj den Wert tj annimmt, dann muss ich natürlich summieren.

32:54.790 --> 33:00.110
Dann geht die Summe über t1, t2, tj-1, tj muss ich auslassen, tj plus

33:00.110 --> 33:01.790
1 und so weiter bis tn.

33:02.170 --> 33:05.470
Das heißt, die nicht interessierenden Komponenten, da werden diese

33:05.470 --> 33:08.230
gemeinsamen Wahrscheinlichkeiten einfach aufsummiert.

33:09.930 --> 33:12.530
Das heißt, ich kann mir das jetzt in höheren Dimensionen nicht mehr

33:12.530 --> 33:14.310
als eine Marginalverteilung vorstellen.

33:14.450 --> 33:17.470
Das gilt eben noch bei t2, das haben wir eben gemacht in dem

33:17.470 --> 33:18.290
Eingangsbeispiel.

33:18.710 --> 33:21.950
Also so würde man das dann konkret berechnen.

33:22.250 --> 33:26.990
Das heißt, man summiert eben über alle diese Vektoren, über diese

33:26.990 --> 33:32.010
Kombinationen von t2, tn und die kommen diesen Komponentenweise eben

33:32.010 --> 33:36.230
in m2 und so weiter bis mn und derart, dass die Wahrscheinlichkeit 0

33:36.230 --> 33:36.450
ist.

33:36.970 --> 33:39.830
Nur auf die Werte kommt es an und das sind endlich viele oder

33:39.830 --> 33:43.770
höchstens absehbar unendlich viele, über die hier summiert wird.

33:50.700 --> 33:58.760
Eine wichtige Erkenntnis, simple, die gemeinsame Verteilung beinhaltet

33:58.760 --> 34:02.260
immer mehr Information als nur die Marginalverteilung.

34:02.400 --> 34:04.680
Ich möchte Ihnen das an einem ganz einfachen Beispiel zeigen.

34:05.100 --> 34:08.200
Also stellen Sie sich vor, wir haben zwei Zufallsvariablen.

34:09.980 --> 34:13.020
Hier seien die Bezeichnungen für die Realisierung.

34:13.180 --> 34:17.460
Die erste Zufallsvariable nehme die möglichen Werte 1 und 2 an und die

34:17.460 --> 34:19.020
zweite auch 1 und 2.

34:20.320 --> 34:22.220
Und ich gebe jetzt Folgendes vor.

34:22.380 --> 34:24.440
Ich gebe Ihnen mal die Marginalverteilung vor.

34:25.000 --> 34:29.240
Sie sehen, die Summe aus den beiden Werten in der ersten Zeile, die

34:29.240 --> 34:33.460
ich dort eintragen muss, soll ein Halb sein und die Summe der beiden

34:33.460 --> 34:36.320
Wahrscheinlichkeiten, die noch einzutragen sind, in der zweiten Zeile,

34:36.400 --> 34:39.160
in dieser 2 x 2 Matrix, soll auch ein Halb sein.

34:39.480 --> 34:41.620
Aber bei den Spalten soll es auch so sein.

34:42.260 --> 34:46.540
Natürlich sieht man die Summe dann wieder, der 2 x 1 halb ist immer 1.

34:47.800 --> 34:50.400
Das heißt, ich gebe hier die Marginalverteilung vor.

34:50.500 --> 34:52.500
Ich gebe hier vor, die Wahrscheinlichkeit, dass die eine

34:52.500 --> 34:57.740
Zufallsvariable den Wert 1 annimmt, nennen wir sie x, ist ein Halb und

34:57.740 --> 34:59.640
dass sie den Wert 2 annimmt, ist auch ein Halb.

35:00.200 --> 35:01.560
Und für y genau das Gleiche.

35:03.120 --> 35:06.100
Wenn ich nur zwei Zufallsvariablen habe, sage ich meistens nicht x 1,

35:06.200 --> 35:10.560
x 2, sondern x und y, um mir die Indizes zu sparen.

35:11.660 --> 35:16.200
Aber das Entscheidende ist, ich könnte hier, das wäre p von x gleich

35:16.200 --> 35:20.020
i, das gebe ich vor und p von y gleich j gebe ich auch vor, die

35:20.020 --> 35:24.540
Marginalverteilung, jeweils eine Gleichverteilung auf den Werten von 1

35:24.540 --> 35:24.980
bis 2.

35:25.180 --> 35:28.220
Aber ich habe hier die Möglichkeit, dort mal ein Parameter

35:28.220 --> 35:28.860
reinzusetzen.

35:29.020 --> 35:31.020
Ich sage, die Wahrscheinlichkeit soll c sein.

35:31.960 --> 35:33.940
Wir überlegen uns, welche Werte angenommen werden können.

35:34.020 --> 35:36.920
Na gut, ist klar, dass c muss größer gleich 0 sein, soll eine

35:36.920 --> 35:37.820
Wahrscheinlichkeit sein.

35:38.240 --> 35:41.900
Wenn die Summe von c und dem, was ich da rechts daneben schreibe, ein

35:41.900 --> 35:44.720
Halb sein soll, kann c höchstens ein Halb sein, denn da kommt

35:44.720 --> 35:46.700
irgendwas zu, was größer gleich 0 ist.

35:47.100 --> 35:50.000
Das heißt, was dazukommt, kann aber nur ein Halb minus c sein, denn

35:50.000 --> 35:51.180
die Summe muss ein Halb sein.

35:51.920 --> 35:55.640
Das heißt, wenn ich das linke obere Feld vorgebe und sage, die

35:55.640 --> 35:59.480
Wahrscheinlichkeit soll c sein, dann ist der Rest festgelegt.

35:59.640 --> 36:04.240
Nämlich auch das muss ein Halb minus c sein und das muss auch c sein.

36:05.320 --> 36:06.440
Aber ich könnte jetzt z.B.

36:06.540 --> 36:10.400
für c 0,1 einsetzen oder 0,27.

36:11.540 --> 36:15.260
Sie haben damit eine gemeinsame Verteilung festgelegt und die

36:15.260 --> 36:18.040
Randverteilung und die Marginalverteilung sind immer die gleichen.

36:19.140 --> 36:22.760
Das heißt, Sie haben hier einen freien Parameter und Sie sehen, Sie

36:22.760 --> 36:26.820
erhalten verschiedene gemeinsame Verteilungen für das Paar x,y als

36:26.820 --> 36:32.860
zweidimensionalen Zufallsvektor und Sie können so viele erhalten, wie

36:32.860 --> 36:34.140
Sie freie Parameter haben.

36:34.200 --> 36:37.560
Sie sehen, dass c im Intervall von 0 bis ein Halb ein freier Parameter

36:37.560 --> 36:37.800
ist.

36:42.360 --> 36:45.720
Wir werden gleich definieren, wann zwei Zufallsvariablen stochastisch

36:45.720 --> 36:46.500
unabhängig sind.

36:46.620 --> 36:50.520
Wir führen das auf die Unabhängigkeit von Ereignissen zurück und dann

36:50.520 --> 36:53.820
werden wir sofort sehen, diese beiden Zufallsvariablen x und y sind

36:53.820 --> 36:57.100
nur in einem einzigen Fall stochastisch unabhängig, nur für ein c.

36:58.000 --> 37:00.440
Nämlich, wenn c gleich ein Viertel ist.

37:02.660 --> 37:05.200
Dann sind die stochastisch unabhängig, sonst nicht.

37:08.740 --> 37:11.620
Sie müssen hier einfach in freien Parametern rechnen.

37:11.820 --> 37:16.020
Wenn Sie eine gemeinsame Verteilung festlegen in so einer Vierfelder

37:16.020 --> 37:20.680
-Tafel, also Zwei-Kreuz-Zwei-Matrix, jede Zufallsvariabelle dient nur

37:20.680 --> 37:21.540
zwei Werte an.

37:22.180 --> 37:25.100
Wenn Sie keine Einschränkungen haben, dann wissen Sie nur, Sie müssen

37:25.100 --> 37:28.640
dort vier Wahrscheinlichkeiten hinschreiben und die Summe aller vier

37:28.640 --> 37:29.440
muss eins sein.

37:29.720 --> 37:32.420
Also Sie schreiben vier nicht-negative Zahlen in Summe eins.

37:32.720 --> 37:34.800
Das bedeutet, Sie haben drei freie Parameter.

37:34.920 --> 37:36.820
Der vierte ist bestimmt, die Summe ist ja eins.

37:39.400 --> 37:42.220
Wenn Sie aber die Marginalverteilung vorgeben, Sie sehen, dann bleibt

37:42.220 --> 37:43.920
nur noch ein freier Parameter über.

37:44.040 --> 37:44.820
Das ist dieses c.

37:47.420 --> 37:51.580
Also die Botschaft nochmal sollte klar sein, aus der gemeinsamen

37:51.580 --> 37:54.600
Verteilung kann ich die Marginalverteilung ausrechnen.

37:55.340 --> 37:59.880
Aber die Marginalverteilung bestimmen ohne zusätzliche Information

37:59.880 --> 38:03.840
oder ohne zusätzliches Wissen nicht die gemeinsame Verteilung.

38:03.940 --> 38:05.620
Das sieht man schon an diesem einfachen Beispiel.

38:05.760 --> 38:09.800
Also die gemeinsame Verteilung hat prinzipiell immer mehr Information

38:09.800 --> 38:12.140
als nur die Marginalverteilung.

38:13.940 --> 38:18.140
Jetzt kommt das, was ich sagte, die Definition der Unabhängigkeit von

38:18.140 --> 38:19.000
Zufallsvariablen.

38:19.000 --> 38:22.700
Nun, wir haben uns mit der Unabhängigkeit von Ereignissen beschäftigt.

38:22.760 --> 38:25.780
Wenn Sie sich erinnern, wir haben gesagt, N-Ereignisse sind unabhängig

38:25.780 --> 38:30.960
in einem Wahrscheinlichkeitsraum, wenn Folgendes gilt, ganz egal, wie

38:30.960 --> 38:35.300
viele dieser Ereignisse, dieser N, ich rausgreife, es sollten

38:35.300 --> 38:40.260
mindestens zwei sein, aber ganz egal, wie viele und welche, die

38:40.260 --> 38:42.400
Wahrscheinlichkeit des Schnittes von den Ereignissen, die ich

38:42.400 --> 38:45.140
rausgegriffen habe, ist Produkt der einzelnen Wahrscheinlichkeiten.

38:45.220 --> 38:47.100
Das war die Unabhängigkeit von N-Ereignissen.

38:47.960 --> 38:51.500
Die Unabhängigkeit von Zufallsvariablen ist nichts Neues.

38:52.480 --> 38:55.620
Nämlich, sie wird zurückgeführt auf die Unabhängigkeit von

38:55.620 --> 38:56.220
Ereignissen.

38:57.260 --> 39:00.560
Nämlich Zufallsvariablen beschreiben ja Ereignisse über die

39:00.560 --> 39:01.420
Urbildabbildung.

39:01.960 --> 39:03.160
Das ist hier das Entscheidende.

39:03.480 --> 39:06.060
Das heißt, wir definieren, wenn wir einen diskreten

39:06.060 --> 39:09.420
Wahrscheinlichkeitsraum haben um Zufallsvariablen auf Omega, nennen

39:09.420 --> 39:14.280
wir sie wieder x1 bis xn, dann definieren wir, sie heißen stochastisch

39:14.280 --> 39:20.040
unabhängig, falls folgendes erfüllt ist, die Ereignisse, dass x1 einen

39:20.040 --> 39:24.340
Wert in der Menge b1 annimmt und so weiter, xn nimmt einen Wert in der

39:24.340 --> 39:24.980
Menge bnn.

39:25.240 --> 39:29.900
Diese Ereignisse sind unabhängig für jede Wahl der Teilmengen b1 und

39:29.900 --> 39:31.160
so weiter, bn von R.

39:32.400 --> 39:36.220
Und nochmal, das erste Ereignis, was da steht, x1 Element b1, Sie

39:36.220 --> 39:39.460
können das Ereignis mit a1 bezeichnen, sind die Menge aller Klein

39:39.460 --> 39:45.500
-Omega aus Groß-Omega mit der Eigenschaft x1 von Omega Element b1 und

39:45.500 --> 39:45.920
so weiter.

39:46.860 --> 39:52.580
Das heißt, für jede vorgegebene Wahl von b1 bis bn haben Sie

39:53.500 --> 39:57.360
Linksereignisse, die können Sie abkürzen mit a1 bis an und die sollen

39:57.360 --> 39:58.660
stochastisch unabhängig sein.

39:59.300 --> 40:03.440
Das bedeutet, ganz egal welche ich rausgreife, sollten mindestens zwei

40:03.440 --> 40:05.840
sein, die Wahrscheinlichkeit des Schnittes ist das Produkt der

40:05.840 --> 40:06.900
einzelnen Wahrscheinlichkeit.

40:11.240 --> 40:15.160
Anscheinend sollte auch klar sein, wenn Zufallswahlereignisse

40:15.160 --> 40:19.980
beschreiben, das Entscheidende ist eben, dass wir dann Situationen

40:19.980 --> 40:24.600
später haben werden, dass die Zufallswahl x1 sich vielleicht bezieht

40:24.600 --> 40:29.880
auf ein Experiment, da wird eben der Ausgang beschrieben, auch durch

40:29.880 --> 40:34.620
x1 und Ereignisse, das eben getrennt ablaufen kann von einem Zweiten,

40:35.120 --> 40:38.780
bei dem die Zufallswahl x2 auftritt, getrennt von einem Dritten.

40:39.140 --> 40:42.840
Das ist eben die Vorstellung von getrennt ablaufenden Experimenten,

40:42.880 --> 40:46.560
die auch gleichzeitig stattfinden könnten und von unterschiedlichen

40:46.560 --> 40:47.820
Personen gemacht werden.

40:47.900 --> 40:52.100
Dann bezieht sich eben die Zufallswahl xj auf ein jettes Experiment,

40:52.320 --> 40:54.120
wenn ich die alle durchnummeriere.

40:54.560 --> 40:57.660
Diese Vorstellung müssen Sie dann mit der Unabhängigkeit oder sollten

40:57.660 --> 40:59.260
Sie mit der Unabhängigkeit verbinden.

41:00.680 --> 41:02.260
Okay, das ist nochmal das Memo.

41:02.580 --> 41:07.580
x-Element b, ganz allgemein, ist eben das Urbild x auf minus 1 von b,

41:07.800 --> 41:10.360
die Menge aller Omega mit x von Omega-Element b.

41:10.920 --> 41:13.480
Das kann jetzt eine Zufallsvariable sein oder ein Zufallsvektor.

41:13.980 --> 41:15.300
Es kommt jetzt darauf an, was b ist.

41:15.380 --> 41:18.200
b kann eine Teilmenge von r sein, dann habe ich eine Zufallsvariable

41:18.200 --> 41:20.960
und b kann eine Teilmenge eines r auf n sein, dann habe ich einen

41:20.960 --> 41:24.780
Zufallsvektor mit Komponenten x1 bis xn.

41:25.500 --> 41:28.720
So, folgende Bemerkung zu dieser Definition.

41:30.160 --> 41:33.680
Diese Zufallsvariablen, die da oben stehen, könnten auch allgemeiner

41:33.680 --> 41:37.460
Zufallsvektoren sein, sogar mit unterschiedlichen Dimensionen.

41:37.600 --> 41:42.380
Das bedeutet, dass xj könnte r hoch kj-wertig sein für jedes j.

41:42.840 --> 41:47.020
Denn das Entscheidende ist ja, dass das hier, es dreht sich nur um die

41:47.020 --> 41:50.520
Unabhängigkeit von Ereignissen, die beschrieben werden, und Sie sehen

41:50.520 --> 41:54.760
dort das Memo, es kommt überhaupt nicht darauf an, ganz einfach,

41:55.660 --> 42:01.280
welche Dimension die Abbildung x abbildet.

42:01.360 --> 42:04.440
Das Entscheidende ist, dass b muss dann eine Teilmenge sein des

42:04.440 --> 42:05.700
jeweiligen r hoch.

42:06.340 --> 42:08.200
Das heißt, hier taucht die Dimension gar nicht auf.

42:08.280 --> 42:09.560
Es tauchen nur Ereignisse auf.

42:10.380 --> 42:15.280
Insofern könnte das x1 könnte realwertig sein, das x2 könnte r hoch 5

42:15.280 --> 42:19.280
-wertig sein, ein Zufallsvektor der Dimension 5x3 könnte wieder

42:19.280 --> 42:23.100
realwertig sein oder ein Zufallsvektor, der in den r2 abbildet.

42:23.200 --> 42:24.740
Es kommt da überhaupt nicht darauf an.

42:24.840 --> 42:27.180
Es dreht sich nur um die Unabhängigkeit von Ereignissen.

42:28.620 --> 42:31.780
Das heißt, wir haben hier nicht nur die Unabhängigkeit von

42:31.780 --> 42:34.500
Zufallsvariablen definiert, sondern allgemeiner sogar die von

42:34.500 --> 42:37.220
Zufallsvektoren, ohne dass ich das hier hingeschrieben habe.

42:38.400 --> 42:42.500
Es sollte klar sein, dass das konzeptionell nichts Neues wäre.

42:44.760 --> 42:48.920
Dann ist eben bj hier eine Teilmenge eines r hoch kj, die Dimension.

42:49.580 --> 42:52.260
Das steckt damit drin in dieser Definition.

42:52.960 --> 42:53.900
Hier nochmal das Memo.

42:54.800 --> 42:58.520
Wir haben die Unabhängigkeit so definiert, genau dann, wenn für jede

42:58.520 --> 43:02.760
Wahl von b1 und so weiter bis bn diese Ereignisse unabhängig sind.

43:03.540 --> 43:05.240
Und jetzt kommt schon eine kleine Erkenntnis.

43:05.340 --> 43:10.520
Ich könnte natürlich auch zum Beispiel für b1, könnte ich mal

43:10.520 --> 43:11.760
einsetzen, ganz r.

43:12.780 --> 43:13.680
Ist ja nicht verboten.

43:14.180 --> 43:15.680
Für b1 setze ich ein ganz r.

43:15.920 --> 43:21.480
Dann ist aber das Ereignis, dass x1 in b1 fällt, in r fällt, ist ganz

43:21.480 --> 43:21.820
Omega.

43:22.000 --> 43:25.700
Denn für jedes kleine Omega aus Großomega gilt x1 von Omega Element r.

43:26.060 --> 43:31.600
Das heißt, ich kann durch gewisse Wahl der bs, wenn ich gewisse bj

43:31.600 --> 43:36.640
gleich ganz r setze, kann ich sozusagen triviale Ereignisse erzeugen,

43:36.680 --> 43:37.540
nämlich immer Omega.

43:38.420 --> 43:40.740
Und Omega geschnitten, irgendwas ändert nichts.

43:42.000 --> 43:43.980
Und die Wahrscheinlichkeit von Omega ist 1.

43:45.580 --> 43:48.480
Das wird gleich eine wichtige Erkenntnis sein für Kriterien für

43:48.480 --> 43:49.280
Unabhängigkeit.

43:50.160 --> 43:52.020
Das ist eben hier, steckt für alle drin.

43:52.180 --> 43:53.580
Für alle b1 bis bn.

43:53.840 --> 43:56.140
Jetzt kommen nämlich die Kriterien für Unabhängigkeit.

43:57.640 --> 44:00.960
Also folgende Aussagen sind jetzt äquivalent in der Situation von

44:00.960 --> 44:01.200
eben.

44:01.280 --> 44:04.920
Die erste Aussage ist die stochastische Unabhängigkeit von x1 bis xn,

44:05.220 --> 44:07.780
wie sie dort oben definiert ist im Memo.

44:08.060 --> 44:09.100
So, zweite Eigenschaft.

44:10.340 --> 44:14.340
Es gilt für jede Wahl von b1 bis bn Teilmenge von r, dass die

44:14.340 --> 44:18.620
Wahrscheinlichkeit, dass x1 in b1 fällt und so weiter, xn in bn, ist

44:18.620 --> 44:20.540
das Produkt der einzelnen Wahrscheinlichkeit.

44:21.700 --> 44:26.200
So, das ist weniger auf den ersten Blick wie die Unabhängigkeit, denn

44:26.200 --> 44:29.120
bei der Unabhängigkeit immer dran denken von n-Ereignissen.

44:29.260 --> 44:33.560
Das heißt ja, ganz egal wie viele ich rausgreife, es müssen eben auch

44:33.560 --> 44:35.000
weniger sein als alle.

44:35.460 --> 44:37.840
Die Wahrscheinlichkeit des Schnittes ist immer das Produkt.

44:38.240 --> 44:40.400
Hier in b greife ich alle n raus.

44:42.180 --> 44:45.840
Sie erinnern sich an die Sache, dass ich sagte, drei Ereignisse, es

44:45.840 --> 44:48.760
reicht nicht zu zeigen, p von a geschnitten, b geschnitten, c ist p

44:48.760 --> 44:50.320
von a mal p von b mal p von c.

44:52.880 --> 44:54.640
Sie sollten hier sensibel sein.

44:55.220 --> 45:00.360
In der Unabhängigkeit da oben steckt mehr drin auf den ersten Blick

45:00.360 --> 45:02.920
als in b, aber nur auf den ersten Blick.

45:04.420 --> 45:09.140
So, und c besagt die Wahrscheinlichkeit, dass die Zufallszahlen xj

45:09.140 --> 45:14.580
einzelne Werte annehmen, klein xj, und das wieder simultan für j von 1

45:14.580 --> 45:15.640
bis n linke Seite.

45:15.740 --> 45:17.280
Schnitt von Ereignissen ist Produkt.

45:17.780 --> 45:21.440
Hier breche ich das runter auf einzelne Werte.

45:21.660 --> 45:24.640
Das heißt, wenn Sie so wollen, die Mengen b, die da oben stehen, sind

45:24.640 --> 45:26.080
hier einelementige Mengen.

45:26.240 --> 45:29.320
Daran erkennt man schon, dass c ein Spezialfall von b ist.

45:30.940 --> 45:32.840
Das heißt, gewisse Dinge sind jetzt hier einfach.

45:34.720 --> 45:38.460
Nämlich der Beweis, wenn Sie von a nach b schließen wollen aus der

45:38.460 --> 45:42.880
stochastischen Unabhängigkeit, dann steckt diese Gleichung unmittelbar

45:42.880 --> 45:43.880
in der Definition.

45:44.920 --> 45:45.800
Denn die muss gelten.

45:45.900 --> 45:49.220
Die Wahrscheinlichkeit des Schnittes über alle muss das Produkt der

45:49.220 --> 45:50.480
einzelnen Wahrscheinlichkeiten sein.

45:50.580 --> 45:53.760
Das heißt, b ist spezieller als a.

45:54.360 --> 45:56.160
Wir wollen gleich sehen, dass es gleichwertig ist.

45:57.860 --> 46:02.300
So, wenn Sie jetzt von b nach a schließen wollen, jetzt kommt das, was

46:02.300 --> 46:03.060
ich eben sagte.

46:04.100 --> 46:06.120
Auf wenige Ereignisse kommen Sie immer.

46:06.560 --> 46:08.960
Sie können für ein bj gleich r setzen.

46:09.760 --> 46:11.720
Das können Sie für jedes j machen, theoretisch.

46:12.080 --> 46:14.660
Dann ist natürlich das Ereignis immer gleich omega.

46:14.860 --> 46:15.980
Das ist die Menge a la kleinen omega.

46:16.100 --> 46:18.320
xj von omega in r ist omega.

46:19.260 --> 46:20.500
Und p von omega ist 1.

46:21.300 --> 46:25.260
Das heißt, Sie können dort auf der rechten Seite im Produkt Einsen

46:25.260 --> 46:29.740
erzeugen, als Faktoren, die nichts ändern, indem Sie gewisse bj gleich

46:29.740 --> 46:30.300
r setzen.

46:30.880 --> 46:34.640
Und auf der linken Seite schneiden Sie, Komma heißt ja hier Schnitt,

46:35.220 --> 46:37.400
immer mit omega, wenn Sie das machen.

46:37.520 --> 46:41.540
Das heißt, Sie kommen hier auf jeden Fall, wenn Sie b wissen, Sie

46:41.540 --> 46:47.020
wissen für alle b1 bis bn, können Sie dort auch auf weniger Faktoren

46:47.020 --> 46:51.800
kommen und auch auf weniger Ereignisse, die Sie schneiden, wenn Sie

46:51.800 --> 46:54.820
speziell dann für gewisse j das so einsetzen.

46:54.920 --> 46:58.860
Und somit erhalten Sie auch weniger Mengen.

46:58.960 --> 47:01.320
Das brauchen wir für die stochastische Unabhängigkeit.

47:01.440 --> 47:03.720
Nochmal, a1 bis an sind unabhängig.

47:03.820 --> 47:06.820
Genau dann, wenn für jede Teilmenge t mindestens zwei Elemente

47:06.820 --> 47:10.100
Teilmenge t der Indizes von 1 bis n gilt.

47:10.680 --> 47:13.860
Wahrscheinlichkeitsschnitt der ajj aus t ist Produkt der

47:13.860 --> 47:15.020
entsprechenden Wahrscheinlichkeit.

47:15.540 --> 47:17.680
Ich komme auf weniger durch diesen Trick.

47:18.680 --> 47:21.380
Insofern ist a auch nicht allgemeiner als b.

47:22.220 --> 47:24.600
Das steht eben für alle b1 bis b.

47:26.200 --> 47:30.220
Und das b nach c habe ich eben schon gesagt, ich brauche nur in b

47:30.220 --> 47:30.700
setzen.

47:30.820 --> 47:35.720
Das bj ist eine einelementige Menge xj und dann ist c ein Spezialfall

47:35.720 --> 47:36.180
von b.

47:36.420 --> 47:39.700
Für jedes j als einelementige Menge, dann habe ich das.

47:40.700 --> 47:44.740
Und sehen wir uns noch an, wie ich von c dann schließlich auch nach b

47:44.740 --> 47:45.040
komme.

47:45.240 --> 47:46.620
Das wäre jetzt noch zu zeigen.

47:47.280 --> 47:49.400
Ich gebe das jetzt nochmal als Memo an.

47:49.800 --> 47:50.320
Das war b.

47:52.480 --> 47:56.220
Und c war das Spezielle, wenn ich jetzt die xj einsetze.

47:56.580 --> 47:59.400
Sie sehen, ich muss also jetzt von c schließen auf das da oben.

47:59.980 --> 48:02.360
Und das geht natürlich letztlich durch addieren.

48:03.540 --> 48:05.780
Das Entscheidende ist, die Wahrscheinlichkeit, die da links oben

48:05.780 --> 48:08.800
drüber steht, bekomme ich durch Addition von solchen

48:08.800 --> 48:10.060
Einzelwahrscheinlichkeiten.

48:10.140 --> 48:12.100
Da steckt nur die Additivität drin in unserer

48:12.100 --> 48:13.300
Wahrscheinlichkeitsverteilung.

48:13.840 --> 48:19.540
Das heißt, wenn ich jetzt definiere eine Menge mj, das seien alle t's,

48:20.200 --> 48:24.240
die die Zufallsvariable xj mit positiver Wahrscheinlichkeit annimmt,

48:24.400 --> 48:27.420
also der Rest interessiert nicht, es dreht sich um

48:27.420 --> 48:30.620
Wahrscheinlichkeiten, dann ist das hier, das kann ich machen für jedes

48:30.620 --> 48:32.780
j, dann ist das jeweils eine abzählbare Menge.

48:33.520 --> 48:37.940
Jede einzelne Zufallsvariable kann nur abzählbar viele Werte annehmen,

48:38.020 --> 48:40.900
mit positiven Wahrscheinlichkeiten, damit auch der ganze Vektor.

48:41.600 --> 48:43.380
Das ist also hier erstmal wichtig.

48:44.040 --> 48:46.080
Diese Menge mj hat die Wahrscheinlichkeit 1.

48:48.180 --> 48:53.820
Es sind alle t's, die mit positiver Wahrscheinlichkeit angenommen

48:53.820 --> 48:54.960
werden, wenn Sie die aufsummieren.

48:55.620 --> 48:57.440
Die Wahrscheinlichkeit ist 1 von dem mj.

48:57.800 --> 49:01.520
Wenn ich jetzt Mengen habe, b1 bis bn aus r, ich muss ja auf das Memo

49:01.520 --> 49:04.560
kommen, auf die erste Zeile, die muss ich mir vorgeben, dann kann ich

49:04.560 --> 49:07.500
erstmal folgendes machen, ich kann diese Mengen jeweils schneiden mit

49:07.500 --> 49:08.060
mj.

49:08.440 --> 49:10.100
Ich nenne die Mengen mal bj-Stern.

49:10.640 --> 49:15.360
Weil das mj die Wahrscheinlichkeit 1 hat, hat das bj-Stern die gleiche

49:15.360 --> 49:16.660
Wahrscheinlichkeit wie bj.

49:17.220 --> 49:22.040
Denn Sie müssten ja sonst noch rechts hinzufügen bj-geschnitten mj

49:22.040 --> 49:27.100
-Komplement, um auf das bj zu kommen.

49:27.420 --> 49:30.000
Und mj-Komplement hat die Wahrscheinlichkeit 0.

49:30.540 --> 49:31.720
Den Trick hatten wir auch schon mal.

49:31.820 --> 49:33.540
Das heißt, das ist hier eine wichtige Erkenntnis.

49:34.140 --> 49:37.140
Die Wahrscheinlichkeit, dass xj in bj-Stern fällt, ist die gleiche

49:37.140 --> 49:40.380
Wahrscheinlichkeit wie in bj, weil mj die Wahrscheinlichkeit 1 hat.

49:43.120 --> 49:45.960
Und das Entscheidende ist, bj-Stern ist eine abzählbare Menge.

49:46.380 --> 49:48.040
Ich schreibe jetzt abzählbare Summen hin.

49:48.580 --> 49:49.660
Das ist hier das Schöne.

49:50.640 --> 49:51.180
Und fangen wir mal an.

49:51.280 --> 49:55.700
Die Wahrscheinlichkeit ist jetzt, Sie sehen, ich brauche nur über

49:55.700 --> 50:01.440
diese Kombination x1, xn zu summieren, derart, dass x1 in die Menge b1

50:01.440 --> 50:04.180
-Stern fällt usw., xn in die Menge bn-Stern.

50:04.680 --> 50:08.440
Das ist hier die Erkenntnis von darüber und habe die gemeinsamen

50:08.440 --> 50:09.080
Wahrscheinlichkeiten.

50:09.220 --> 50:11.140
So bekomme ich die Wahrscheinlichkeit raus.

50:11.320 --> 50:13.880
Und jetzt sehen Sie schon auf der rechten Seite, über diese

50:13.880 --> 50:16.480
Wahrscheinlichkeiten haben wir in C eine Voraussetzung.

50:17.380 --> 50:18.660
Wegen der Unabhängigkeit.

50:18.980 --> 50:21.420
Die Voraussetzung ist, ich kann dafür Produkt schreiben.

50:21.900 --> 50:25.120
Das bedeutet, in der nächsten Zeile lasse ich die Summe so oder ich

50:25.120 --> 50:26.380
schreibe sie noch ausführlicher hin.

50:26.460 --> 50:28.000
Das ist jetzt eine Mehrfach-Summation.

50:28.300 --> 50:30.120
x1 aus b1-Stern usw.

50:30.840 --> 50:33.420
xn Element b1-Stern ist die gleiche Summe wie drüber.

50:34.360 --> 50:36.060
Und dann darf ich aber jetzt Produkt schreiben.

50:38.700 --> 50:39.900
Wegen der Unabhängigkeit.

50:40.060 --> 50:41.460
Also C ist ja die Voraussetzung.

50:42.320 --> 50:44.760
Und jetzt sehen Sie, habe ich dort ein Produkt und ich habe getrennte

50:44.760 --> 50:45.120
Summen.

50:46.220 --> 50:49.520
Wenn das endliche Summen sind, ist das ganz normale Distributivgesetz,

50:49.600 --> 50:50.780
was ich jetzt anwenden kann.

50:51.200 --> 50:53.760
Wenn ich unendliche Summen habe, brauche ich wieder einen Satz aus der

50:53.760 --> 50:55.820
Analyse, diesen großen Umordnungssatz.

50:56.440 --> 50:58.180
Das heißt, hier kann ich getrennt summieren.

50:58.380 --> 51:02.680
Sie sehen, das ist x1 Element b1-Stern, diese Wahrscheinlichkeit usw.

51:03.300 --> 51:06.420
Ich habe also hier ein Produkt aus solchen Summen.

51:07.500 --> 51:10.580
Und die erste Summe ist nichts anderes als die Wahrscheinlichkeit,

51:10.740 --> 51:13.080
dass x1 in die Menge b1-Stern fällt.

51:13.540 --> 51:16.340
Aber da oben, blau sehen Sie, dass die gleiche Wahrscheinlichkeit,

51:16.440 --> 51:18.080
dass x1 in die Menge b1 fällt.

51:18.820 --> 51:20.300
So geht das weiter mit den Faktoren.

51:20.420 --> 51:23.460
Und hinten haben wir noch den letzten Faktor, xn fällt in die Menge

51:23.460 --> 51:23.880
bn.

51:23.960 --> 51:27.060
Das heißt, das ist auch die Gleichung, die wir nachweisen wollten.

51:28.140 --> 51:31.540
Also hier ist einfach nur die Botschaft, ich kann in diskreten

51:31.540 --> 51:35.580
Wahrscheinlichkeitsräumen immer Wahrscheinlichkeiten für Teilmengen

51:35.580 --> 51:40.160
durch Summation, endliche Summen oder Reihen ausrechnen, aus

51:40.160 --> 51:42.760
Einzelwahrscheinlichkeiten, die sich eben ergeben.

51:42.880 --> 51:47.980
Wenn ich einzelne Punkte, Elemente, hier des r auf n oder von r, dann

51:47.980 --> 51:50.100
habe die Wahrscheinlichkeiten werden aufsummiert.

51:50.240 --> 51:52.020
Die Verteilung ist bestimmt durch diese Werte.

51:52.180 --> 51:56.540
Insofern ist also c überhaupt nicht spezieller als b, sondern ich

51:56.540 --> 51:59.780
bekomme b wieder aus c durch Summation, das ist die Botschaft.

52:01.000 --> 52:03.040
Okay, ich möchte an dieser Stelle weitermachen.

52:03.520 --> 52:06.140
Sie sehen das Wort Blockungslemma.

52:07.320 --> 52:10.140
Wir hatten sowas schon gehabt bei Ereignissen.

52:11.200 --> 52:16.520
Also hier kommt jetzt was vor, was eigentlich selbstverständlich sein

52:16.520 --> 52:16.760
sollte.

52:16.860 --> 52:17.920
Ich beschreibe es erstmal in Worten.

52:17.980 --> 52:21.800
Wenn ich irgendwelche Zufallsvariablen habe, die unabhängig sind, und

52:21.800 --> 52:26.040
teile die auf in verschiedene Blöcke, das heißt ich betrachte, ich

52:26.040 --> 52:28.440
habe vielleicht acht Zufallsvariablen, ich betrachte die ersten drei

52:28.440 --> 52:32.420
und die nächsten fünf, zwei Blöcke, und betrachte dann Funktionen der

52:32.420 --> 52:37.360
ersten drei und eine zweite Funktion der letzten fünf, dass dann die

52:37.360 --> 52:43.840
entstehenden Zufallsvariablen Funktionen von disjunkten Blöcken der

52:43.840 --> 52:46.640
ursprünglichen unabhängigen Zufallsvariablen wieder unabhängig sind.

52:47.540 --> 52:48.660
So, ich beweise das jetzt.

52:49.240 --> 52:53.200
Wenn man etwas mehr Stochastik gelernt hat, wird der Beweis durchaus

52:53.200 --> 52:54.100
einfacher.

52:54.340 --> 52:59.280
Also insofern sollten Sie jetzt diesen Beweis nicht überbewerten.

52:59.740 --> 53:02.820
Das Ergebnis ist sowieso einfach, aber der Beweis ist natürlich auch

53:02.820 --> 53:04.420
instruktiv, wie man das jetzt machen kann.

53:04.960 --> 53:06.020
Das heißt, das ist die Botschaft.

53:06.100 --> 53:10.680
Sie haben unabhängige Zufallsvariablen und Sie greifen sich dort

53:10.680 --> 53:12.160
irgendwelche k raus.

53:12.360 --> 53:16.800
Sie sehen, k läuft von 1 bis n-1 und Sie schalten dann eine Funktion

53:16.800 --> 53:17.160
drauf.

53:17.340 --> 53:19.180
Sie sehen, g geht vom r hoch k nach r.

53:19.940 --> 53:24.020
Und eine zweite Funktion haben Sie, die geht vom r hoch n-k nach r.

53:24.980 --> 53:28.640
Und dann wird behauptet, die neuen Zufallsvariablen, Sie sehen, g wird

53:28.640 --> 53:32.780
geschaltet, die Hintereinanderausführung, auf x1 bis xk.

53:32.940 --> 53:37.980
x1 bis xk ist eine Abbildung, die geht von Omega in den r hoch k als

53:37.980 --> 53:38.720
Zufallsvektor.

53:39.040 --> 53:42.720
Dann kann ich die Funktion g draufschalten, weil g vom r hoch k nach r

53:42.720 --> 53:42.920
geht.

53:43.040 --> 53:44.440
Ich kriege wieder was Reellwertiges.

53:45.040 --> 53:47.080
Genauso bleibt noch über ein zweiter Block.

53:47.160 --> 53:49.760
Da bleiben noch die xk plus 1 bis xn über.

53:49.880 --> 53:51.120
Das sind n-k Stück.

53:51.860 --> 53:54.220
Das sind n-k dimensionaler Zufallsvektor.

53:54.380 --> 53:56.360
Bildet in den r hoch n-k ab.

53:56.620 --> 54:00.820
Da kann ich die Funktion h drauf schalten, weil h vom r hoch n-k nach

54:00.820 --> 54:01.560
r abbildet.

54:01.640 --> 54:04.060
Ich kriege zwei reellwertige Zufallsvariablen.

54:04.720 --> 54:07.600
Behauptet wird, wenn die ursprünglichen xn unabhängig sind, sind es

54:07.600 --> 54:07.940
auch die.

54:08.560 --> 54:14.520
Und der Beweis, ich setze kurz y1 als diese Funktion an und y2 als

54:14.520 --> 54:16.700
diese Funktion an, dann wissen wir, was wir zeigen müssen.

54:17.020 --> 54:20.320
Wir wollen die Unabhängigkeit von y1 und y2 zeigen.

54:21.820 --> 54:22.720
Was muss ich zeigen?

54:22.940 --> 54:24.360
Eben hatten wir die dritte Bedingung.

54:24.860 --> 54:29.780
Ich muss mir y1, y2 beliebig aus r hernehmen und muss diese

54:29.780 --> 54:31.000
Wahrscheinlichkeit betrachten.

54:31.260 --> 54:34.020
Und wenn ich zeigen kann, das ist das Produkt der beiden einzelnen

54:34.020 --> 54:35.380
Wahrscheinlichkeiten, bin ich fertig.

54:35.920 --> 54:37.140
Dann sind die beiden unabhängig.

54:38.180 --> 54:38.620
Das ist alles.

54:40.040 --> 54:44.980
Das heißt, ich muss jetzt dieses Ereignis darstellen mit Hilfe der x1

54:44.980 --> 54:45.620
bis xn.

54:47.880 --> 54:48.940
Was ist das?

54:49.340 --> 54:55.460
Nun, wann nimmt Groß-y1 den Wert Klein-y1 an und Groß-y2 den Wert

54:55.460 --> 54:56.520
Klein -y2 an?

54:57.060 --> 55:00.580
Nun, ich muss das zurückführen auf Realisierung des ganzen

55:00.580 --> 55:02.640
Zufallsvektors x1 bis xn.

55:02.760 --> 55:05.720
Die Realisierung sind die Klein-x1 bis Klein-xn.

55:06.520 --> 55:14.240
Und offenbar muss dann gelten, die Funktion g von x1 bis xk muss Klein

55:14.240 --> 55:21.300
-y1 sein und die Funktion h von xk plus 1 bis xn muss Klein-y2 sein.

55:21.360 --> 55:22.580
Das ist eine Nebenbedingung.

55:22.580 --> 55:25.600
Und Sie sehen, es ist nichts anderes als eine Summation.

55:25.940 --> 55:32.060
Hier wird summiert über alle Realisierungen des Zufallsvektors Groß-x1

55:32.060 --> 55:33.000
bis Groß-xn.

55:33.100 --> 55:35.160
Das sind die Klein-x1 bis Klein-xn.

55:35.360 --> 55:39.260
Mit der Eigenschaft, jetzt kommt die Nebenbedingung, die Funktion g

55:39.260 --> 55:45.560
der ersten k-Komponenten muss Klein-y1 sein und die Funktion h der

55:45.560 --> 55:49.520
letzten n-k-Komponenten in dem Vektor muss y2 sein.

55:49.520 --> 55:52.200
Dann muss ich über diese Einzelwahrscheinlichkeiten summieren.

55:52.400 --> 55:53.720
Ich habe nur das Ereignis zerlegt.

55:55.620 --> 55:59.060
Das muss erstmal klar sein, dass die Wahrscheinlichkeit sich so

55:59.060 --> 55:59.660
ausdrückt.

56:01.020 --> 56:03.400
Wir haben nur die Additivität benutzt.

56:04.260 --> 56:06.480
Das Ereignis wurde zerlegt.

56:06.840 --> 56:16.020
Dass y1 den Wert Klein-y1 annimmt und y2 den Wert Klein-y2, die

56:16.020 --> 56:18.000
Wahrscheinlichkeit ist nichts anderes als die Summe dieser

56:18.000 --> 56:18.820
Wahrscheinlichkeiten.

56:19.140 --> 56:20.920
Was ich jetzt machen kann ist folgendes.

56:21.360 --> 56:23.180
Ich lasse mal die Summe so wie sie ist.

56:23.700 --> 56:25.540
Jetzt nutze ich die Unabhängigkeit aus.

56:25.620 --> 56:29.460
Sie sehen, da oben steht P von Groß-x1 gleich Klein-x1, Komma, Komma,

56:29.520 --> 56:31.440
Komma, Groß-xn gleich Klein-xn.

56:31.580 --> 56:34.980
Wegen der Unabhängigkeit darf ich das jetzt als Produkt schreiben.

56:35.480 --> 56:36.240
Das geht hier ein.

56:37.800 --> 56:38.300
Das ist ein Produkt.

56:40.760 --> 56:44.180
Insbesondere steht hier das Produkt der ersten k-Faktoren.

56:44.360 --> 56:50.220
Produkt xj gleich kjj von 1 bis k mal das Produkt der letzten.

56:50.620 --> 56:53.820
Sie sehen aber diese Summe, die da vorne steht, spaltet sich auf in

56:53.820 --> 56:55.040
zwei Teilbedingungen.

56:55.440 --> 56:58.740
Die erste ist, die ist nur an x1 bis xk.

56:59.020 --> 57:01.660
G von x1 bis xk ist Klein-y1.

57:03.340 --> 57:06.240
Und dann habe ich eine zweite Bedingung an die restlichen Komponenten,

57:06.300 --> 57:08.820
die getrennt ist von den ersten x1 bis xk.

57:08.960 --> 57:12.040
Aus dem Grunde kann ich das als zwei Summen schreiben.

57:13.040 --> 57:15.160
Und wegen der Produktdarstellung darf ich das so machen.

57:15.240 --> 57:18.260
Sie sehen, das ist nur die erste Bedingung und ich habe von dem

57:18.260 --> 57:21.260
Produkt, was da oben steht, nur die ersten k-Faktoren genommen.

57:23.620 --> 57:25.760
Und dann geht es weiter mit dem zweiten Produkt.

57:25.960 --> 57:29.540
Sie sehen, die zweite Bedingung bezieht sich nur auf xk plus 1 bis xn.

57:29.860 --> 57:33.260
Und da habe ich auch nur von dem Produkt, was drüber steht, die

57:33.260 --> 57:35.380
letzten n-k-Faktoren genommen.

57:35.760 --> 57:36.680
Das ist hier das Schöne.

57:36.840 --> 57:38.120
Ich kann es eben trennen.

57:39.040 --> 57:40.960
Ich könnte natürlich jetzt, eigentlich müsste ich noch Klammern drum

57:40.960 --> 57:43.300
rum machen über die Summen.

57:44.240 --> 57:47.200
Aber die erste Summe, die hier steht, ist nichts anderes als die

57:47.200 --> 57:50.040
Wahrscheinlichkeit, dass y1 gleich Klein-y1 ist.

57:51.320 --> 57:55.200
Da brauche ich natürlich auch nur die ersten x1 bis xk zu.

57:55.620 --> 57:57.940
Das sind die Realisierungen, die drüber stehen in der Summe.

57:58.240 --> 57:59.180
Und das ist die Bedingung.

57:59.420 --> 58:02.120
G von Klein-x1 bis Klein-xk ist y1.

58:02.640 --> 58:06.360
Und das Produkt dieser Wahrscheinlichkeiten, was da drüber steht, von

58:06.360 --> 58:09.760
1 bis k, ist die Wahrscheinlichkeit, dass x1 gleich Klein-x1 ist und

58:09.760 --> 58:11.280
so weiter xk gleich Klein-xk.

58:12.580 --> 58:17.200
Hier brauche ich nur die triviale Erkenntnis, wenn n Zufallsvariablen

58:17.200 --> 58:21.840
unabhängig sind, x1 bis xn, sind auch x1 bis xk unabhängig.

58:22.240 --> 58:24.640
Das folgt unmittelbar aus der Definition.

58:25.760 --> 58:29.740
Aus dem Grunde ist also diese erste Summe das und die zweite Summe ist

58:29.740 --> 58:29.980
das.

58:30.280 --> 58:31.200
Und damit bin ich fertig.

58:31.560 --> 58:35.940
Ich muss nur zeigen, dass für jede Wahl von y1 bis y2 diese

58:35.940 --> 58:38.940
Wahrscheinlichkeit, die dort oben links steht, beim Beginn des

58:38.940 --> 58:41.740
Beweises gleich dem Produkt ist.

58:41.920 --> 58:43.080
Das ist die Unabhängigkeit.

58:47.940 --> 58:51.300
Also nochmal, man strengt sich hier eigentlich unnötig an.

58:51.700 --> 58:56.720
Mit höherer Erkenntnis wird das durchaus einfacher.

58:57.120 --> 58:59.820
Aber wir haben hier nicht mehr technische Möglichkeiten.

59:00.280 --> 59:02.920
Aus dem Grunde läuft der Beweis jetzt so ab.

59:04.180 --> 59:05.760
Okay, also ich mache da einen Haken dran.

59:06.220 --> 59:07.420
Das wäre damit gezeigt.

59:09.120 --> 59:10.660
So eine Botschaft.

59:11.400 --> 59:16.560
Mit nur mehr Schreibaufwand bleibt diese Aussage des Blockungslemmers

59:16.560 --> 59:22.480
erhalten, wenn Sie Blöcke haben, sozusagen nicht nur zwei Blöcke wie

59:22.480 --> 59:24.040
eben, sondern drei oder vier.

59:24.280 --> 59:27.060
Ganz allgemein mehr als zwei Blöcke bleibt erhalten.

59:27.560 --> 59:29.640
Es ist wirklich nur der Schreibaufwand größer.

59:30.740 --> 59:33.560
So typische Anwendungen, über die man dann später nicht mehr

59:33.560 --> 59:34.660
nachdenkt, sind jetzt die.

59:34.840 --> 59:37.300
Stellen Sie sich vor, Sie haben vier unabhängige Zufallsverjahende.

59:37.420 --> 59:38.360
Jetzt machen Sie zwei Blöcke.

59:38.500 --> 59:41.340
Sie nehmen x1, x2 und x3, x4.

59:41.420 --> 59:44.300
Das sind die beiden Blöcke und schalten auf den ersten Block eine

59:44.300 --> 59:44.620
Funktion.

59:44.700 --> 59:48.460
Da können Sie sagen, ich nehme mal dann x1 plus x2 und schalte noch

59:48.460 --> 59:49.160
ein Sinus dran.

59:49.480 --> 59:51.440
Das ist eine Funktion von x1, x2.

59:52.460 --> 59:57.560
Und x3 minus 2x4 ist eine Funktion von x3, x4 und jetzt sind die

59:58.020 --> 59:58.380
unabhängig.

59:58.600 --> 01:00:01.200
Das ist so eine typische Anwendung, über die man später nie mehr

01:00:01.200 --> 01:00:01.800
nachdenkt.

01:00:02.840 --> 01:00:04.160
Wir haben es eben allgemein erwähnt.

01:00:04.300 --> 01:00:06.300
Stellen Sie sich vor, Sie haben fünf Zufallsvariablen.

01:00:06.920 --> 01:00:10.700
Dann können Sie sagen, okay, ich nehme hier eine Funktion mal von x1,

01:00:10.740 --> 01:00:11.700
x3, x5.

01:00:11.940 --> 01:00:15.340
Stellen Sie sich vor, x3, x5 sind positive Zufallsvariablen, sodass

01:00:15.340 --> 01:00:16.540
Sie auch die Wurzel ziehen können.

01:00:16.880 --> 01:00:20.240
Dann haben Sie nichts anderes als eine Funktion des Blocks, der

01:00:20.240 --> 01:00:22.060
besteht aus x1, x3, x5.

01:00:22.660 --> 01:00:24.100
Und dann haben Sie noch x2, x4.

01:00:24.180 --> 01:00:25.780
Sie nehmen x2 durch x4.

01:00:25.960 --> 01:00:28.460
Stellen Sie sich vor, x4 nimmt eben auch nie den Wert 0 an.

01:00:28.900 --> 01:00:31.380
Solche Fälle kommen vor bei Zufallsvariablen und können Sie auch den

01:00:31.380 --> 01:00:32.460
Quotienten bilden.

01:00:32.740 --> 01:00:36.560
Das heißt, hier haben Sie wieder eine Funktion von zwei Funktionen,

01:00:36.580 --> 01:00:38.160
wieder von disjunkten Blöcken.

01:00:39.500 --> 01:00:41.380
Darüber denkt man später nicht mehr nach.

01:00:43.940 --> 01:00:46.220
Das sind Anwendungen dann dieses Blockungslemmas.

01:00:46.700 --> 01:00:51.780
Es sollte auch intuitiv klar sein, dass das unabhängig sein muss, wenn

01:00:51.780 --> 01:00:54.140
ursprünglich alle N-Zufallsvariablen unabhängig waren.

01:01:00.250 --> 01:01:06.870
Jetzt kommt etwas, was wir brauchen, auch für das nächste Kapitel, was

01:01:06.870 --> 01:01:13.270
uns Erwartungswerte zu berechnen gestattet, wenn wir Zufallsvektoren

01:01:13.270 --> 01:01:15.830
haben und dann reelle Funktionen draufschalten.

01:01:16.130 --> 01:01:17.750
Ich formuliere das erstmal.

01:01:17.870 --> 01:01:19.570
Das ist die allgemeine Transformationsform.

01:01:20.050 --> 01:01:21.870
Wir haben einen diskreten Wahrscheinlichkeitsraum.

01:01:22.190 --> 01:01:24.370
Immer daran denken, diese Menge wird gleich vorkommen.

01:01:24.490 --> 01:01:27.130
Omega 0, da gibt es eine absehbare Teilmenge.

01:01:27.290 --> 01:01:29.570
Ich wiederhole mich, die hat die Wahrscheinlichkeit 1.

01:01:30.590 --> 01:01:33.830
Natürlich ist p von Omega auch 1, aber ist schon p von Omega 0 gleich

01:01:33.830 --> 01:01:35.370
1 für eine absehbare Teilmenge.

01:01:37.310 --> 01:01:40.570
Sie erinnern sich vielleicht an die Definition des Erwartungswertes.

01:01:40.610 --> 01:01:45.810
Einer Zufallsvariant x, dann war Summe klein Omega aus Omega 0, x von

01:01:45.810 --> 01:01:49.230
Omega mal p von 1 elementiger Teilmenge Omega.

01:01:49.510 --> 01:01:52.750
Und die Reihe musste absolut konvergieren, damit der Erwartungswert

01:01:52.750 --> 01:01:53.270
existiert.

01:01:53.350 --> 01:01:56.530
Das war vor einiger Zeit, vor einigen Kapiteln.

01:01:57.150 --> 01:01:59.890
Also stellen Sie sich vor, Sie haben einen n-dimensionalen

01:01:59.890 --> 01:02:00.670
Zufallsvektor.

01:02:01.670 --> 01:02:06.610
Wir müssen aber jetzt zu etwas Reellem kommen, denn wir wollen einen

01:02:06.610 --> 01:02:08.070
Erwartungswert ausrechnen.

01:02:09.470 --> 01:02:11.770
Zunächst mal definiere ich eine Menge M0.

01:02:11.950 --> 01:02:15.850
Das seien alle diese Z im Rho n, die mit positiver Wahrscheinlichkeit

01:02:15.850 --> 01:02:17.990
angenommen werden von dem Zufallsvektor z.

01:02:18.730 --> 01:02:23.010
Eine endliche Menge oder eine höchstens absehbar unendliche Menge.

01:02:23.010 --> 01:02:27.950
Nachher kommen Summen vielleicht vor, wo über Elemente aus M0 über

01:02:27.950 --> 01:02:29.150
gewisse summiert wird.

01:02:29.390 --> 01:02:32.550
Das sind eben keine überabsehbaren Summen, sondern höchstens absehbare

01:02:32.550 --> 01:02:32.850
Summen.

01:02:32.930 --> 01:02:33.610
Das ist hier wichtig.

01:02:34.490 --> 01:02:38.210
Jetzt sehen Sie, das Z bildet in den Rho n ab und ich kann dann eine

01:02:38.210 --> 01:02:42.110
Funktion draufschalten, die wieder von dem Rho n nach R abbildet.

01:02:42.170 --> 01:02:45.950
Ich kriege jetzt was Reelles, indem ich die Verknüpfung G verknüpfe

01:02:45.950 --> 01:02:46.430
mit Z.

01:02:47.810 --> 01:02:50.090
Dann habe ich eine reelle Zufallsverjahung auf Omega.

01:02:54.740 --> 01:02:59.100
Dann gilt, ich kann mir Gedanken machen über den Erwartungswert von G

01:02:59.100 --> 01:03:01.960
von Z, denn G von Z ist eine reelle Zufallsverjahung, behauptet wird,

01:03:02.040 --> 01:03:05.420
der existiert genau dann, wenn, jetzt sehen Sie hier eine Summe,

01:03:05.580 --> 01:03:12.620
endliche Summe oder eine Reihe, G von Z Betrag, das ist wichtig, alles

01:03:12.620 --> 01:03:15.540
muss nicht negativ sein, mal die Wahrscheinlichkeit, dass Z, den Wert

01:03:15.540 --> 01:03:16.980
Z annimmt, endlich ist.

01:03:17.280 --> 01:03:20.360
Sie sehen wieder, diese Bedingung ist gegenstandslos, wenn M0 eine

01:03:20.360 --> 01:03:21.120
endliche Menge ist.

01:03:21.200 --> 01:03:24.580
Wenn der Zufallsvektor nur endlich viele Werte annehmen kann, mit

01:03:24.580 --> 01:03:28.040
positiven Wahrscheinlichkeiten, existiert der Erwartungswert immer von

01:03:28.040 --> 01:03:28.580
G von Z.

01:03:29.720 --> 01:03:33.260
Also die Bedingung macht nur dann Sinn, wenn das M0 wirklich absehbar

01:03:33.260 --> 01:03:36.680
unendlich ist, dann muss ich es irgendwie durchnummerieren und habe

01:03:36.680 --> 01:03:40.920
hier einen Grenzwert einer unendlichen Reihe und der muss dann

01:03:40.920 --> 01:03:41.500
existieren.

01:03:42.140 --> 01:03:44.280
Das ist die gleiche Bedingung, die wir hatten zu Beginn beim

01:03:44.280 --> 01:03:44.980
Erwartungswert.

01:03:45.280 --> 01:03:49.260
So, wenn das der Fall ist aber, dann gilt, ich kann den Erwartungswert

01:03:49.260 --> 01:03:52.720
ausrechnen, indem ich jetzt den Betrag weglasse und das einfach so

01:03:52.720 --> 01:03:53.100
mache.

01:03:55.380 --> 01:03:58.500
So, wir hatten diese Formel schon beim normalen Erwartungswert.

01:03:58.720 --> 01:04:02.860
Stellen Sie sich vor, das Z ist eindimensional eine Zufallsvariable

01:04:02.860 --> 01:04:04.860
und nennen wir sie X, jetzt nicht Z.

01:04:06.900 --> 01:04:10.740
So, stellen Sie sich vor, die Funktion G ist die Identität auf R.

01:04:11.920 --> 01:04:15.480
Dann steht da nichts anderes als der Erwartungswert, der Z ist jetzt X

01:04:15.480 --> 01:04:16.000
von X.

01:04:17.620 --> 01:04:22.300
Das war Summe, jetzt die Z haben wir damals X genannt, über alle

01:04:22.300 --> 01:04:25.760
Werte, die angenommen werden mit positiven Wahrscheinlichkeiten, dann

01:04:25.760 --> 01:04:28.400
steht da X mal P von Groß-X gleich Klein-X.

01:04:28.500 --> 01:04:30.040
Diese Darstellungsformel hatten wir schon.

01:04:31.600 --> 01:04:34.260
Spezialfall, das heißt, diese Formel ist eine direkte

01:04:34.260 --> 01:04:35.240
Verallgemeinerung.

01:04:36.040 --> 01:04:40.040
Wir werden sie aber gleich brauchen in dieser Verallgemeinerung.

01:04:40.120 --> 01:04:41.100
So, Beweis.

01:04:42.360 --> 01:04:47.920
Sie sehen, dieser Beweis beginnt mit diesem stillschweigend

01:04:47.920 --> 01:04:49.460
vorausgesetzten Omega-Null.

01:04:49.560 --> 01:04:52.540
Das ist die Teilmenge, die abzehlbare Teilmenge von Omega, die die

01:04:52.540 --> 01:04:53.700
Wahrscheinlichkeit 1 hat.

01:04:54.100 --> 01:04:57.120
Und um die Existenz dieses Erwartungswertes, der drüber steht,

01:04:57.220 --> 01:05:02.020
nachzuprüfen, muss ich nehmen Zufallsvariable G von Z an der Stelle

01:05:02.020 --> 01:05:06.820
Omega, muss sie in den Betrag erheben, mal P von Omega.

01:05:06.940 --> 01:05:12.420
Ich muss zeigen, dass das einen endlichen Wert liefert und ich muss es

01:05:12.420 --> 01:05:15.220
nur zeigen, wenn Omega-Null abzehlbar unendlich ist.

01:05:15.520 --> 01:05:17.480
Dann habe ich hier eine Reihe und die muss konvergieren.

01:05:17.580 --> 01:05:21.140
Dann existiert der Erwartungswert der Zufallsvariable G von Z, die ich

01:05:21.140 --> 01:05:22.940
gedanklich X nennen kann.

01:05:23.760 --> 01:05:25.800
Das ist unsere Bedingung, die wir haben.

01:05:27.440 --> 01:05:30.440
Das war ganz zu Beginn, als wir den Erwartungswert eingeführt haben.

01:05:31.560 --> 01:05:34.040
Ich habe eine reelle Zufallsvariable, die heißt G von Z.

01:05:34.880 --> 01:05:36.180
Damit haben wir es nur X genannt.

01:05:36.280 --> 01:05:40.600
X von Omega-Betrag mal P von 1-Elementiger-Mengen-Omega.

01:05:40.740 --> 01:05:45.360
So, die Idee ist jetzt hier die, bei dieser Summation, ich sortiere

01:05:45.360 --> 01:05:45.900
das um.

01:05:46.240 --> 01:05:49.740
Ich brauche dafür schlimmstenfalls den großen Umordnungssatz aus der

01:05:49.740 --> 01:05:50.200
Analyse.

01:05:50.600 --> 01:05:54.780
Nämlich, ich sortiere das um nach gleichen Werten von Z von Omega.

01:05:55.160 --> 01:05:56.820
Also was nimmt der Zufallsvektor an?

01:05:56.820 --> 01:05:58.500
Sie sehen dort, das sind die Werte klein Z.

01:05:58.940 --> 01:06:02.180
Es kann also für verschiedene Omegas aus Omega-Null, was wir links

01:06:02.180 --> 01:06:05.240
sehen, könnte der gleiche Wert Z von Omega herauskommen.

01:06:05.620 --> 01:06:06.780
Und den nennen wir klein Z.

01:06:07.000 --> 01:06:08.100
Jetzt kommt eine Umsortierung.

01:06:08.760 --> 01:06:12.640
Das heißt, wir haben hier eine äußere Summe über diejenigen Z aus dem

01:06:12.640 --> 01:06:15.740
R auf N, die überhaupt mit positiver Wahrscheinlichkeit vorkommen

01:06:15.740 --> 01:06:15.940
können.

01:06:16.080 --> 01:06:17.340
Das ist unsere Menge m0.

01:06:18.260 --> 01:06:20.640
Ich hätte auch kurz schreiben können, Z-Element m0.

01:06:21.460 --> 01:06:22.780
Und dann haben wir eine innere Summe.

01:06:22.920 --> 01:06:26.580
Und jetzt summieren wir über alle die Omega aus Omega-Null mit der

01:06:26.580 --> 01:06:28.960
Eigenschaft Z von Omega gleich klein Z.

01:06:29.360 --> 01:06:32.880
Und ich schreibe noch mal hin, G von Z von Omega-Betrag mal P von

01:06:32.880 --> 01:06:33.600
Omega -Betrag.

01:06:34.320 --> 01:06:35.260
P von Omega.

01:06:36.320 --> 01:06:40.140
So, Sie sehen in der zweiten Summe, da steht immer die Bedingung Z von

01:06:40.140 --> 01:06:41.400
Omega gleich klein Z.

01:06:42.180 --> 01:06:45.620
Das heißt, ich darf für Z von Omega immer gleich klein Z einsetzen.

01:06:45.780 --> 01:06:49.400
Das heißt, dieser Vorfaktor vor P von Omega ist immer der gleiche,

01:06:49.460 --> 01:06:51.620
nämlich G von klein Z-Betrag.

01:06:52.260 --> 01:06:54.600
Das darf ich also vor die zweite Summe schreiben.

01:06:57.620 --> 01:06:58.280
Ich ziehe das raus.

01:06:59.760 --> 01:07:03.320
Sie sehen, bei der ersten Summe schreibe ich jetzt kurz Summe Z

01:07:03.320 --> 01:07:04.120
-Element m0.

01:07:04.200 --> 01:07:06.040
Die Bedingung ist die gleiche, die darunter stand.

01:07:06.620 --> 01:07:09.080
Und jetzt ziehe ich das G von Z raus.

01:07:09.320 --> 01:07:10.240
G von Z-Betrag.

01:07:11.360 --> 01:07:13.320
Was bleibt jetzt über bei der zweiten Summe?

01:07:13.400 --> 01:07:17.300
Da bleibt über die Summe a la Omega aus Omega 0 Z von Omega gleich Z

01:07:17.300 --> 01:07:18.560
mal P von Omega.

01:07:19.480 --> 01:07:22.400
Das heißt, ich summiere hier die Wahrscheinlichkeiten der

01:07:22.400 --> 01:07:24.100
Elementarereignisse.

01:07:25.740 --> 01:07:30.520
Nun, wir sehen aber die Bedingung, die sollen eben immer ergeben Z von

01:07:30.520 --> 01:07:31.440
Omega gleich klein Z.

01:07:31.540 --> 01:07:34.100
Das ist aber nichts anderes, die zweite Summe, wie die

01:07:34.100 --> 01:07:35.960
Wahrscheinlichkeit Groß-Z gleich Klein-Z.

01:07:38.520 --> 01:07:41.480
So, das heißt, wir haben diese Gleichheit festgestellt.

01:07:41.640 --> 01:07:45.220
Eventuell kann es sein, dass hier die Divergenz da ist bei einer

01:07:45.220 --> 01:07:47.540
unendlichen Reihe, aber dann divergieren beide Seiten.

01:07:48.060 --> 01:07:52.180
Der große Umordnungssatz gilt sozusagen auch für Divergenz.

01:07:52.300 --> 01:07:53.800
Dann steht auf beiden Seiten Divergenz.

01:07:54.160 --> 01:07:57.800
Wir haben umsortiert und das Entscheidende ist, Sie sehen, die

01:07:57.800 --> 01:08:01.920
Existenz des Erwartungswertes oben ist gleich bedeutend damit, dass

01:08:01.920 --> 01:08:06.780
das, was direkt nach dem Beweis steht, diese erste Summe eine

01:08:06.780 --> 01:08:10.440
konvergente Reihe ist, im Fall eines unendlichen Omega 0.

01:08:10.720 --> 01:08:13.080
Und dann bedeutet das, auch das muss konvergieren.

01:08:13.180 --> 01:08:15.760
Sie sehen, das ist genau dann, wenn, das heißt, diese Bedingung haben

01:08:15.760 --> 01:08:16.300
wir gezeigt.

01:08:16.840 --> 01:08:20.980
Wenn wir jetzt die Existenz haben, dann dürfen wir aber den Betrag

01:08:20.980 --> 01:08:21.720
weglassen.

01:08:22.160 --> 01:08:25.700
Das heißt, wir lassen jetzt überall den Betrag weg und dann sehen wir,

01:08:26.140 --> 01:08:30.420
dass was links steht, Summe Omega aus Omega 0 ohne Betrag, ist nichts

01:08:30.420 --> 01:08:32.500
anderes als der Erwartungswert von g von z.

01:08:33.840 --> 01:08:36.940
Und was am Ende steht, ohne Betrag, ist das, was da oben steht.

01:08:37.380 --> 01:08:39.120
Das heißt, wir haben auch diese Formel erhalten.

01:08:39.680 --> 01:08:42.080
Das heißt, danach dürfen wir den Betrag weglassen.

01:08:43.560 --> 01:08:46.700
Also auch hier ist die Botschaft eine ganz simple, wenn ich den

01:08:46.700 --> 01:08:50.680
Erwartungswert einer Funktion ausrechnen will, von irgendeinem

01:08:50.680 --> 01:08:55.460
Zufallsvektor, da muss ich summieren über die Werte, die der Vektor

01:08:55.460 --> 01:09:00.720
überhaupt annimmt, dann Wert der Funktion g von z mal

01:09:00.720 --> 01:09:03.400
Wahrscheinlichkeit, dass z den Wert klein z annimmt.

01:09:03.840 --> 01:09:06.960
Das ist also eine direkte Verallgemeinerung unserer Darstellungsformel

01:09:06.960 --> 01:09:09.040
für den normalen Erwartungswert.

01:09:10.900 --> 01:09:14.080
Wir werden das gleich brauchen bei zwei Zufallsvariablen oder heute

01:09:14.080 --> 01:09:14.600
noch nicht.

01:09:14.980 --> 01:09:17.600
Wir werden uns zum Beispiel unterhalten über Kovarianzen.

01:09:17.780 --> 01:09:19.480
Da sind immer zwei Zufallsvariablen beteiligt.

01:09:19.860 --> 01:09:21.620
Korrelation werden wir haben.

01:09:22.000 --> 01:09:24.060
Da müssen wir dann eben sowas verwenden.

01:09:24.060 --> 01:09:28.360
Korrelation ist auch ein wichtiger Begriff, der oft auch missgedeutet

01:09:28.360 --> 01:09:28.600
wird.

01:09:28.740 --> 01:09:30.560
Damit werden wir uns ausführlich beschäftigen.

01:09:31.280 --> 01:09:32.080
So, das ist das Memo.

01:09:33.140 --> 01:09:34.420
So rechnet man das aus.

01:09:35.700 --> 01:09:39.420
Jetzt kommt eine wichtige Formel, die Multiplikationsformel für

01:09:39.420 --> 01:09:40.180
Erwartungswerte.

01:09:41.220 --> 01:09:43.400
Stellen Sie sich vor, Sie haben unabhängige Zufallsvariablen.

01:09:43.440 --> 01:09:44.200
Ich betone das.

01:09:44.580 --> 01:09:45.580
Das ist die Voraussetzung.

01:09:45.700 --> 01:09:46.580
Sie sind unabhängig.

01:09:47.440 --> 01:09:50.040
Und stellen sich vor, die Erwartungswerte existieren beide.

01:09:50.720 --> 01:09:53.380
Wir haben gesehen, dass wir das kurz so schreiben können.

01:09:53.780 --> 01:09:55.400
Beide Erwartungswerte existieren.

01:09:55.800 --> 01:09:59.660
Dann wird behauptet, auch der Erwartungswert des Produktes x mal y

01:09:59.660 --> 01:10:00.400
existiert.

01:10:01.500 --> 01:10:05.040
Und der Erwartungswert des Produktes ist Produkt der einzelnen

01:10:05.040 --> 01:10:05.860
Erwartungswerte.

01:10:06.880 --> 01:10:07.660
Das ist die Botschaft.

01:10:07.740 --> 01:10:08.920
Bei unabhängigen Zufallsvariablen.

01:10:08.980 --> 01:10:11.420
Wir werden gleich ein Beispiel sehen, wenn die nicht unabhängig sind,

01:10:11.500 --> 01:10:12.020
gilt das nicht.

01:10:15.330 --> 01:10:19.410
Wir wissen, der Erwartungswert von x plus y, wenn ich die addiere, ist

01:10:19.410 --> 01:10:21.470
immer e von x plus e von y.

01:10:21.750 --> 01:10:23.810
Das heißt, der Erwartungswert ist additiv.

01:10:24.010 --> 01:10:24.590
Das gilt immer.

01:10:25.230 --> 01:10:27.710
Unabhängig davon, ob die Zufallsvariablen unabhängig sind oder nicht.

01:10:28.550 --> 01:10:31.730
Aber hier beim Produkt brauchen wir die Unabhängigkeit.

01:10:32.350 --> 01:10:34.330
Das ist auf jeden Fall eine hinreichende Bedingung.

01:10:34.550 --> 01:10:35.070
So, Beweis.

01:10:36.290 --> 01:10:37.770
Ich wende den Satz von eben an.

01:10:38.070 --> 01:10:40.710
Z ist jetzt ein zweidimensionaler Vektor.

01:10:40.790 --> 01:10:42.330
Die Komponenten sind x und y.

01:10:45.430 --> 01:10:46.870
Das ist unser Z von eben.

01:10:49.250 --> 01:10:51.050
Was wir aber hier haben, ist das Produkt.

01:10:51.230 --> 01:10:55.090
Das heißt, unsere Funktion des Vektors ist nichts anderes als Produkt

01:10:55.090 --> 01:10:56.010
der Komponenten.

01:10:56.150 --> 01:10:58.430
Das heißt, das g geht vom r2 in den r1.

01:10:59.930 --> 01:11:04.090
g von klein xy aus dem r2 ist Produkt.

01:11:04.190 --> 01:11:06.650
x mal y ist r-wertig.

01:11:06.990 --> 01:11:10.550
Das heißt, wir können uns ran machen, den Erwartungswert von dieser

01:11:10.550 --> 01:11:11.750
Funktion auszurechnen.

01:11:11.910 --> 01:11:15.150
Das heißt, das ist hier nochmal p von Großz gleich Kleinz.

01:11:15.210 --> 01:11:17.730
Das schreibe ich jetzt als p von Großx gleich Kleinx.

01:11:17.850 --> 01:11:19.130
y gleich Kleiny.

01:11:19.510 --> 01:11:20.970
xy ist natürlich dann Z.

01:11:21.830 --> 01:11:23.130
Z, das Zweidimensionale.

01:11:24.110 --> 01:11:25.610
So, was habe ich hier?

01:11:25.910 --> 01:11:32.330
Das wäre jetzt erstmal die Prüfung, ob der Erwartungswert des

01:11:32.330 --> 01:11:33.450
Produktes existiert.

01:11:33.510 --> 01:11:36.450
Sie sehen, unsere Zufallsvariable, die da steht, ist nichts anderes

01:11:36.450 --> 01:11:37.630
als x mal y.

01:11:37.870 --> 01:11:40.810
An der Stelle Omega ist x von Omega mal y von Omega.

01:11:40.910 --> 01:11:43.110
Ich muss das in Betrag erheben, multiplizieren, mit der

01:11:43.110 --> 01:11:44.370
Wahrscheinlichkeit aufsummieren.

01:11:44.830 --> 01:11:47.350
Wenn da ein endlicher Wert rauskommt, dann existiert der

01:11:47.350 --> 01:11:48.730
Erwartungswert des Produktes.

01:11:49.930 --> 01:11:52.250
Später lasse ich wieder die Betragsstriche weg, aber erstmal die

01:11:52.250 --> 01:11:52.730
Prüfung.

01:11:53.790 --> 01:11:57.510
Ich muss nur prüfen, wenn Omega null keine endliche Menge ist.

01:11:57.750 --> 01:11:59.410
Dann muss ich prüfen, weil ich hier eine Reihe habe.

01:12:00.270 --> 01:12:00.950
So, was wir machen?

01:12:01.530 --> 01:12:02.950
Wir sortieren das wieder um.

01:12:03.810 --> 01:12:09.190
Wir sortieren das nach den Wertepaaren, die sozusagen hier der Vektor

01:12:09.190 --> 01:12:13.050
mit den Komponenten Groß-X und Groß-Y annehmen kann.

01:12:14.130 --> 01:12:15.350
Und dann haben wir wieder eine innere Summe.

01:12:15.450 --> 01:12:17.610
Sie sehen, dann habe ich x-Betrag mal y-Betrag.

01:12:17.710 --> 01:12:19.450
Das ist genau das, was wir eben gemacht haben.

01:12:19.830 --> 01:12:23.390
Und dann bleibt außen über die Wahrscheinlichkeit x gleich klein x und

01:12:23.390 --> 01:12:24.310
y gleich klein y.

01:12:24.490 --> 01:12:27.390
Das haben wir eben allgemein gemacht, dass hier ein Spezialfall ist.

01:12:27.470 --> 01:12:28.830
Also hier steckt eine Umsortierung drin.

01:12:29.370 --> 01:12:31.650
Jetzt dürfen wir die Unabhängigkeit ausnutzen.

01:12:31.890 --> 01:12:34.850
Sie sehen, diese Wahrscheinlichkeit, die da steht, ist ein Produkt der

01:12:34.850 --> 01:12:38.690
Einzelwahrscheinlichkeiten Groß-X gleich klein x und y gleich klein y.

01:12:38.990 --> 01:12:39.490
Das lasse ich mal.

01:12:39.970 --> 01:12:40.590
Der Rest bleibt.

01:12:42.150 --> 01:12:48.930
Und auch hier erkennt man jetzt, ich habe zwei getrennte Summen.

01:12:49.330 --> 01:12:52.910
Das heißt, ich habe hier x-Betrag mal p von Groß-X gleich klein x.

01:12:53.450 --> 01:12:54.930
Das hängt nur von x ab.

01:12:55.350 --> 01:12:58.870
Das andere ist y-Betrag mal p von Groß-Y gleich klein y.

01:12:58.870 --> 01:13:01.970
Das hängt nur von y ab und kann das so schreiben.

01:13:02.970 --> 01:13:06.550
Hier verwende ich wieder letztlich das Distributivgesetz.

01:13:08.730 --> 01:13:14.690
Und zum Summieren kommen nur die x in Frage, derart, dass die

01:13:14.690 --> 01:13:18.410
Wahrscheinlichkeit positiv ist, dass Groß-X den Wert annimmt

01:13:18.410 --> 01:13:19.570
entsprechend bei y.

01:13:19.750 --> 01:13:21.190
Über andere brauche ich nicht summieren.

01:13:21.630 --> 01:13:24.030
Das sind endliche Summen oder unendliche Reihen.

01:13:24.030 --> 01:13:28.310
Und jetzt sollten Sie sich notieren, dieses erste Produkt, was da

01:13:28.310 --> 01:13:31.750
steht, ist nichts anderes als der Erwartungswert von x-Betrag.

01:13:31.950 --> 01:13:34.110
Das ist unsere Darstellungsformel für Erwartungswert.

01:13:35.490 --> 01:13:38.550
Und das zweite Produkt, was da steht, ist der Erwartungswert von y

01:13:38.550 --> 01:13:39.150
-Betrag.

01:13:40.650 --> 01:13:43.890
Und jetzt sehen Sie, die schauen sich in die Voraussetzung, die sind

01:13:43.890 --> 01:13:46.450
beide endlich in der Voraussetzung des Satzes.

01:13:46.450 --> 01:13:48.750
Das bedeutet, da kommt ein endlicher Wert raus.

01:13:50.190 --> 01:13:52.730
Das heißt, der Erwartungswert des Produktes existiert.

01:13:55.310 --> 01:13:58.410
So, jetzt dürfen wir wieder die Betragsstriche weglassen.

01:13:58.870 --> 01:14:01.010
Alles absolute Konvergenz.

01:14:02.190 --> 01:14:05.730
Das heißt, wenn wir die weglassen, dann steht wieder links nach dem

01:14:05.730 --> 01:14:08.750
Beweis, steht nichts anderes als der Erwartungswert von x mal y.

01:14:09.750 --> 01:14:12.570
Und auf der rechten Seite haben wir die beiden Produkte ohne

01:14:12.570 --> 01:14:14.150
Betragsstrich.

01:14:14.330 --> 01:14:17.070
Und dann ist natürlich beim ersten Produkt nichts anderes als der

01:14:17.070 --> 01:14:19.070
Erwartungswert von x, Darstellungsformel.

01:14:19.550 --> 01:14:21.770
Und das zweite Produkt ist der Erwartungswert von y.

01:14:22.430 --> 01:14:25.370
Aber erst war die Prüfung wichtig, dass er überhaupt existiert.

01:14:25.490 --> 01:14:27.470
Ich will Ihnen jetzt ein Gegenbeispiel angeben, wenn die nicht

01:14:27.470 --> 01:14:29.790
unabhängig sind, ist das nicht der Fall.

01:14:31.050 --> 01:14:32.770
Oder muss es nicht der Fall sein.

01:14:33.570 --> 01:14:37.750
Es gibt Fälle bei nicht unabhängigen Zufallsfeiern, für die die

01:14:37.750 --> 01:14:39.450
Multiplikationsformel auch gilt.

01:14:40.290 --> 01:14:42.090
Aber die bekommen noch einen eigenen Namen.

01:14:42.950 --> 01:14:44.470
Das machen wir dann das nächste Mal.

01:14:45.930 --> 01:14:51.070
Also, wenn sie unabhängig sind, wenn die beiden Erwartungswerte

01:14:51.070 --> 01:14:54.930
existieren, dann haben wir gesehen, existiert auch der Erwartungswert

01:14:54.930 --> 01:14:55.690
des Produktes.

01:14:55.750 --> 01:14:59.550
Und jetzt kommt die Frage, gilt das auch, wenn die nicht stochastisch

01:14:59.550 --> 01:15:00.170
unabhängig sind?

01:15:00.170 --> 01:15:02.670
Und die Antwort, die klare Botschaft ist nein.

01:15:03.790 --> 01:15:05.210
Jetzt kommt ein simples Gegenbeispiel.

01:15:05.670 --> 01:15:07.610
Ich könnte das direkt auch allgemeiner machen.

01:15:08.250 --> 01:15:10.210
Aber hier kommen Dinge vor, die Sie schon mal kennen.

01:15:10.330 --> 01:15:13.010
Ich definiere mal als c den Grenzwert dieser Reihe.

01:15:13.090 --> 01:15:14.610
Und Sie wissen, diese Reihe konvergiert.

01:15:15.670 --> 01:15:20.050
Es reicht, wenn Sie sowas haben wie 1 durch k hoch 1 plus epsilon.

01:15:20.190 --> 01:15:23.110
Epsilon muss nur positiv sein, dann konvergiert die Reihe.

01:15:23.490 --> 01:15:26.710
Also insbesondere konvergiert die Reihe der Grenzwert, wie immer der

01:15:26.710 --> 01:15:27.630
Aussiedlung in c.

01:15:27.630 --> 01:15:29.190
Wir nennen den Grenzwert so.

01:15:30.390 --> 01:15:35.430
Also definiert pk, definiere ich mal 1 durch c mal k hoch 3 für jedes

01:15:35.430 --> 01:15:38.390
k aus n, definiert eine Wahrscheinlichkeitsverteilung auf den

01:15:38.390 --> 01:15:39.150
natürlichen Zahlen.

01:15:39.250 --> 01:15:42.630
Denn die pk sind nicht negativ und wenn Sie die alle aufsummieren,

01:15:43.050 --> 01:15:45.410
nach Definition von dem c kommt da 1 raus.

01:15:45.730 --> 01:15:46.670
Ich habe das gerade so gemacht.

01:15:47.770 --> 01:15:49.230
Ich habe eine Wahrscheinlichkeitsverteilung.

01:15:49.510 --> 01:15:52.570
Wenn ich eine Wahrscheinlichkeitsverteilung auf den natürlichen Zahlen

01:15:52.570 --> 01:15:55.490
habe, dann habe ich sofort eine Zufallsvariable, die diese Werte

01:15:55.490 --> 01:15:57.450
annimmt mit den Wahrscheinlichkeiten pk.

01:15:57.970 --> 01:15:59.550
Wir haben unser kanonisches Modell.

01:15:59.630 --> 01:16:03.350
Ich brauche nur die Identität zu nehmen auf den natürlichen Zahlen.

01:16:03.430 --> 01:16:06.250
Ich habe eine Zufallsvariable, die diese Werte annimmt mit den

01:16:06.250 --> 01:16:06.930
Wahrscheinlichkeiten.

01:16:07.150 --> 01:16:09.690
Wir werden sofort sehen, dass der Erwartungswert existiert.

01:16:10.310 --> 01:16:12.970
Denn wenn ich den Erwartungswert ausrechnen will, also erstmal setze

01:16:12.970 --> 01:16:14.010
ich y gleich x.

01:16:14.550 --> 01:16:16.090
Das ist hier das Schöne.

01:16:16.330 --> 01:16:17.070
Das kann ich machen.

01:16:18.690 --> 01:16:19.490
E von x.

01:16:19.550 --> 01:16:20.610
Was ist E von x?

01:16:20.610 --> 01:16:25.710
Das heißt, unsere Darstellungsformel war, ich muss Wert mal

01:16:25.710 --> 01:16:26.730
Wahrscheinlichkeit nehmen.

01:16:26.810 --> 01:16:29.510
Ich muss also aufsummieren von k bis und endlich von 1 bis und

01:16:29.510 --> 01:16:29.730
endlich.

01:16:29.850 --> 01:16:32.270
Das war unsere Darstellungsformel für den Erwartungswert.

01:16:32.930 --> 01:16:34.710
Jetzt setze ich mal ein, was pk ist.

01:16:35.350 --> 01:16:36.230
Dann bleibt das über.

01:16:36.330 --> 01:16:37.730
1 durch c kann ich rausziehen.

01:16:37.850 --> 01:16:40.810
Es bleibt die Summe 1 durch k² über und die konvergiert.

01:16:41.370 --> 01:16:42.470
Nach dem, was ich eben sagte.

01:16:42.590 --> 01:16:44.190
Das heißt, der Erwartungswert existiert.

01:16:44.630 --> 01:16:47.790
Und wenn ich y gleich x setze, existiert natürlich automatisch der

01:16:47.790 --> 01:16:49.350
Erwartungswert von y auch.

01:16:49.350 --> 01:16:50.470
Denn y ist x.

01:16:51.070 --> 01:16:53.190
Aber was ist das Produkt x mal y?

01:16:53.690 --> 01:16:55.530
Wenn y gleich x ist, ist das x².

01:16:57.010 --> 01:16:59.570
Ich rechne mal den Erwartungswert von x² aus.

01:16:59.950 --> 01:17:02.930
Wenn ich den Erwartungswert von x² ausrechne, muss ich aber mit dem

01:17:02.930 --> 01:17:05.050
Faktor k² reingehen mal pk.

01:17:05.810 --> 01:17:07.670
Jetzt sehen Sie, 1 durch c kann ich wieder rausziehen.

01:17:07.750 --> 01:17:09.130
Es bleibt aber 1 durch k über.

01:17:09.410 --> 01:17:12.010
Und diese Reihe kennen Sie, die harmonische Reihe, die divergiert.

01:17:12.870 --> 01:17:17.350
Sie sehen also, Sie haben ein Beispiel für zwei Zufallsvariablen.

01:17:17.350 --> 01:17:20.230
Der hat, dass beide Erwartungswerte existieren.

01:17:20.750 --> 01:17:23.550
Aber das Produkt, der Erwartungswert des Produktes existiert nicht.

01:17:23.830 --> 01:17:25.470
Diese sind natürlich ganz stark abhängig.

01:17:25.530 --> 01:17:26.310
y ist x.

01:17:27.650 --> 01:17:31.370
Aber ich habe ein Beispiel für nichtunabhängige Zufallsvariablen, für

01:17:31.370 --> 01:17:35.230
die das, was wir eben für unabhängig geschlossen haben, verletzt ist.

01:17:37.650 --> 01:17:40.470
Also Sie sollten, für Sie ist einfach wichtig, das sollte auch noch

01:17:40.470 --> 01:17:42.790
mal eine Eselsbrücke sein, so ein Beispiel, Sie sagen, okay,

01:17:42.890 --> 01:17:44.410
Unabhängigkeit war vorausgesetzt.

01:17:44.410 --> 01:17:48.990
Wenn x und y unabhängig sind, dann ist, sofern die beiden

01:17:48.990 --> 01:17:52.270
Erwartungswerte existieren, der Erwartungswert des Produktes gleich

01:17:52.270 --> 01:17:53.570
Produkt der Erwartungswerte.

01:17:54.430 --> 01:17:56.670
Aber das ist hier ein einfaches Gegenbeispiel.

01:17:57.610 --> 01:18:00.030
Man erinnert sich vielleicht noch an die eine oder andere Reihe, die

01:18:00.030 --> 01:18:02.350
mal dran war in der Analyse.

01:18:04.890 --> 01:18:09.590
Jetzt eine wichtige Formel, die sogenannte diskrete Faltungsformel.

01:18:09.590 --> 01:18:14.570
Den Namen Faltung werde ich später erklären, das lässt sich jetzt

01:18:14.570 --> 01:18:16.790
nicht so gut machen.

01:18:17.330 --> 01:18:20.570
Wenn ich unabhängige Zufallsvariablen habe wieder, also Faltung hat

01:18:20.570 --> 01:18:24.070
immer was mit Unabhängigkeit zu tun, dann gilt, und jetzt ist das

01:18:24.070 --> 01:18:27.990
Entscheidende, ich möchte gern die Verteilung der Summe bestimmen.

01:18:29.350 --> 01:18:35.470
Das ist oft wirklich von Wichtigkeit, wenn ich Zufallsvariablen habe,

01:18:35.510 --> 01:18:37.730
die unabhängig sind, die ist die Verteilung der Summe.

01:18:37.810 --> 01:18:41.110
Ich habe jetzt hier zwei Summanden, man kann das induktiv dann auf N

01:18:41.110 --> 01:18:44.270
-Summanden immer erweitern, also zwei Summanden.

01:18:44.510 --> 01:18:47.330
Dann steht da, die Wahrscheinlichkeit, dass x plus y einen Wert

01:18:47.330 --> 01:18:52.050
annimmt, ist Summe, ich summiere wieder über alle x aus R, die von der

01:18:52.050 --> 01:18:55.470
Zufallssumme x mit positiver Wahrscheinlichkeit angenommen werden, und

01:18:55.470 --> 01:18:59.230
dann habe ich die Wahrscheinlichkeit, dass x diesen Wert annimmt, mal

01:18:59.230 --> 01:19:03.430
die Wahrscheinlichkeit, dass y den Wert t minus x annimmt für t aus R.

01:19:04.210 --> 01:19:09.170
Die Formel sollte intuitiv klar sein, denn das Ereignis, dass x plus y

01:19:09.170 --> 01:19:14.290
den Wert t annimmt, geht nur in gewissen Kombinationen von x zu y.

01:19:14.530 --> 01:19:18.370
Wenn x eben den Wert klein x annimmt, muss y den Wert t minus x

01:19:18.370 --> 01:19:20.150
annehmen, sonst kann die Summe nicht t sein.

01:19:21.970 --> 01:19:25.010
Und wenn die unabhängig sind, habe ich hier ein Produkt von zwei

01:19:25.010 --> 01:19:25.750
Wahrscheinlichkeiten.

01:19:25.870 --> 01:19:28.010
Groß x, den Wert klein x, eigentlich hätte ich schreiben müssen,

01:19:28.130 --> 01:19:30.310
Komma, y den Wert t minus x.

01:19:30.310 --> 01:19:32.350
Aber wegen der Unabhängigkeit ist es ein Produkt.

01:19:34.530 --> 01:19:38.150
Das heißt, x plus y gleich t ist ein Ereignis, x und y sind ja real.

01:19:38.870 --> 01:19:39.690
Was nehmen die an?

01:19:39.770 --> 01:19:43.150
Die nehmen Wertepaare an klein x, y in der Ebene, die könnte ich

01:19:43.150 --> 01:19:46.870
aufmalen, wo die positiven Wahrscheinlichkeiten sind.

01:19:47.250 --> 01:19:51.730
Und gleich x plus y gleich t mit klein x und klein y ist eine Gerade

01:19:51.730 --> 01:19:54.390
im R2, Steigung minus 1.

01:19:56.010 --> 01:19:59.630
Das heißt, es ist das Ereignis, dass dieser Punkt, der zufällige

01:19:59.630 --> 01:20:05.550
Punkt, Groß x, Groß y, dieser Vektor, einen Wert annimmt auf dieser

01:20:05.550 --> 01:20:06.010
Geraden.

01:20:06.810 --> 01:20:10.210
Und das zerlegen wir jetzt einfach danach, was die x-Koordinate ist.

01:20:10.250 --> 01:20:13.090
Und die andere ist automatisch bestimmt, weil die klein x ist, muss

01:20:13.090 --> 01:20:14.890
der andere Wert sein, t minus x.

01:20:16.150 --> 01:20:16.730
Das ist alles.

01:20:19.530 --> 01:20:21.990
Beweis, dieses Ereignis wird zerlegt.

01:20:21.990 --> 01:20:28.710
Sie sehen, das wären jetzt die Punktepaare, die Ereignisse, die liegen

01:20:28.710 --> 01:20:35.310
alle auf dieser Diagonalen, die von links oben nach rechts unten geht,

01:20:35.390 --> 01:20:36.350
Steigung minus 1.

01:20:36.930 --> 01:20:40.390
Derart, dass x den Wert klein x mit positiver Wahrscheinlichkeit

01:20:40.390 --> 01:20:43.530
annimmt und der Rest, der jetzt noch kommt, das ist formal eine

01:20:43.530 --> 01:20:46.750
überabzehbare Vereinigung, diese Menge hat die Wahrscheinlichkeit 0.

01:20:46.750 --> 01:20:51.430
Das sind sozusagen die restlichen Punkte auf der Diagonalen, die

01:20:51.430 --> 01:20:52.790
können nicht angenommen werden.

01:20:54.910 --> 01:20:56.690
Diagonale heißt jetzt, sie geht nicht durch Nullpunkte.

01:20:57.230 --> 01:20:58.110
Das ist hier wichtig.

01:21:00.330 --> 01:21:03.730
Das heißt, die Wahrscheinlichkeit x plus y gleich t ist die

01:21:03.730 --> 01:21:07.610
Wahrscheinlichkeit von diesem ersten Ereignis, und das sind höchstens

01:21:07.610 --> 01:21:10.730
abzählbar viele, das heißt, ich habe die Summe dieser einzelnen

01:21:10.730 --> 01:21:11.530
Wahrscheinlichkeiten.

01:21:12.470 --> 01:21:12.950
Das ist alles.

01:21:13.110 --> 01:21:15.270
Den Rest brauche ich nicht betrachten, der hat die Wahrscheinlichkeit

01:21:15.270 --> 01:21:15.490
0.

01:21:16.870 --> 01:21:17.810
Das bleibt über.

01:21:18.070 --> 01:21:20.870
Und wegen der Unabhängigkeit darf ich jetzt schreiben, Produkt.

01:21:21.170 --> 01:21:22.530
Und das war schon der ganze Beweis.

01:21:26.180 --> 01:21:27.760
Wir können das mal direkt anwenden.

01:21:28.240 --> 01:21:29.000
Machen wir das mal.

01:21:30.120 --> 01:21:32.600
Diese Faltungsformel, die ist manchmal nützlich.

01:21:33.020 --> 01:21:34.840
Faltung von Gleichverteilungen.

01:21:35.280 --> 01:21:37.980
Das heißt, hier habe ich zwei unabhängige Zufallszahlen, die sind

01:21:37.980 --> 01:21:40.180
jeweils gleichverteilt auf den Werten von 1 bis N.

01:21:40.480 --> 01:21:44.560
Denken Sie an den Wert N gleich 6, das bedeutet zweifacher Würfelwurf.

01:21:44.560 --> 01:21:48.900
x ist die Augenzahl des ersten Wurfs, y die des zweiten Wurfs, N ist

01:21:48.900 --> 01:21:51.160
6, Gleichverteilung auf den Werten von 1 bis 6.

01:21:51.520 --> 01:21:55.980
Oder basteln Sie sich ein Dodecaeder, Geometrie, 12 Seiten, 12

01:21:55.980 --> 01:21:58.880
-seitiger Würfel in Gänsefüßchen, dann wäre N gleich 12.

01:22:02.840 --> 01:22:06.520
Also P von x gleich j ist in dem Fall, da Sie die gleiche Verteilung

01:22:06.520 --> 01:22:08.920
haben, immer 1 durch N, für jedes j von 1 bis N.

01:22:09.620 --> 01:22:10.980
Jetzt wenden wir die Formel an.

01:22:11.720 --> 01:22:13.720
Und die Faltungsformel liefert jetzt...

01:22:13.720 --> 01:22:16.840
Jetzt muss ich sehen, was kann die Summe nur sein?

01:22:17.480 --> 01:22:20.340
Die Summe ist mindestens 2, denn der Wert, der jeweils angenommen

01:22:20.340 --> 01:22:21.280
wird, ist mindestens 1.

01:22:21.980 --> 01:22:25.000
Und jede Zufallszahl kann maximal den Wert N annehmen, es geht also

01:22:25.000 --> 01:22:26.040
höchstens bis 2N.

01:22:26.140 --> 01:22:28.000
Das heißt, diese Werte können angenommen werden.

01:22:29.400 --> 01:22:31.400
Und anstelle von t schreibe ich jetzt k.

01:22:32.120 --> 01:22:33.800
Das heißt, x plus y gleich k.

01:22:34.360 --> 01:22:39.680
Konkret, also Augensumme nimmt den Wert k an, wenn N gleich 6 ist.

01:22:39.680 --> 01:22:42.480
Die Faltungsformel sagt, okay, ich muss summieren.

01:22:43.520 --> 01:22:44.680
Das sind also hier die Kombinationen.

01:22:45.380 --> 01:22:47.800
Die habe ich jetzt, die nenne ich jetzt i und k minus i.

01:22:48.560 --> 01:22:51.280
Und Sie sehen, das i kann nur laufen von 1 bis k.

01:22:51.860 --> 01:22:53.080
Wir müssen flexibel sein.

01:22:53.260 --> 01:22:56.680
t ist eine allgemeine reelle Zahl, i ist eben eine natürliche Zahl.

01:22:57.620 --> 01:22:58.320
Und k auch.

01:22:59.400 --> 01:23:02.100
Die sind jeweils, sind die 1 durch N.

01:23:02.340 --> 01:23:03.160
Und nochmal 1 durch N.

01:23:03.160 --> 01:23:05.380
Ich kann also 1 durch N² rausziehen erstmal.

01:23:05.720 --> 01:23:07.780
Das heißt, ich kann 1 durch N² rausziehen.

01:23:08.040 --> 01:23:09.140
Und was bleibt dann über?

01:23:09.140 --> 01:23:11.380
Dann muss ich nur noch eine Anzahl bestimmen.

01:23:11.540 --> 01:23:16.180
Nämlich die Anzahl dieser Paare i, j mit der Eigenschaft i plus j ist

01:23:16.180 --> 01:23:16.420
k.

01:23:16.580 --> 01:23:19.200
Ich muss also irgendwelche Punkte abzählen.

01:23:19.840 --> 01:23:24.080
Diskrete Punkte, die auf dem ganzzahligen Gitter sind, zähle ich ab.

01:23:24.680 --> 01:23:26.880
Das ist ein rein kombinatorisches Problem.

01:23:27.220 --> 01:23:31.020
Wenn Sie das abzählen, malen Sie sich das auf, dann kommt da raus, das

01:23:31.020 --> 01:23:31.540
kommt raus.

01:23:31.640 --> 01:23:33.780
Ich kann es wirklich explizit angeben.

01:23:34.540 --> 01:23:37.180
Und wir haben die Verteilung schon gehabt im Fall N gleich 6.

01:23:37.180 --> 01:23:40.260
Ich nannte sie aus gewissen Gründen die Siedler-Verteilung.

01:23:41.100 --> 01:23:43.440
Augensumme, das geht so hoch wie so ein Dreieck und geht wieder

01:23:43.440 --> 01:23:44.180
runter.

01:23:46.240 --> 01:23:49.800
Vorher aus zwei solchen Gleichverteilungen, gleichermaßen, ist sowas

01:23:49.800 --> 01:23:50.140
geworden.

01:23:50.360 --> 01:23:52.140
Jetzt können Sie schon ein bisschen an Faltung denken.

01:23:52.260 --> 01:23:53.900
Eine Gleichverteilung heißt platt wie so ein Blatt.

01:23:54.360 --> 01:23:56.420
Und dann, wenn Sie das falten, entsteht hier so eine

01:23:56.420 --> 01:23:57.640
Dreiecksverteilung.

01:23:58.080 --> 01:23:59.660
Das ergibt sich hier in diesem Fall.

01:23:59.660 --> 01:24:04.160
Und das wäre dann für N gleich 6 speziell die Augensumme beim

01:24:04.160 --> 01:24:07.640
zweifachen Würfelwurf als Ergebnis.

01:24:09.900 --> 01:24:15.100
Okay, ich glaube wir haben hier eine gute natürliche Grenze erreicht.

01:24:15.240 --> 01:24:17.300
Es lohnt sich nicht noch irgendwas anzufangen.

01:24:18.320 --> 01:24:20.840
Und dann wünsche ich Ihnen eine schöne Woche.

