WEBVTT

00:05.790 --> 00:08.820
In meiner Doktorarbeit habe ich ein weltweites

00:08.820 --> 00:10.720
Erdbebenschadenschätzungsmodell entwickelt.

00:11.040 --> 00:16.080
Anhand empirischer Daten von über 8000 Erdbeben seit 1900 schätze ich

00:16.080 --> 00:22.360
dann die wirtschaftliche Schäden und die Todesopferzahl an großes

00:22.360 --> 00:22.940
Erdbeben.

00:23.300 --> 00:28.640
Dies hilft Regierungen und auch Hilfsorganisationen, um das Ausmaß

00:28.640 --> 00:33.560
einer Katastrophe zu erfassen und auch Finanzmittel und Hilfsmittel zu

00:33.560 --> 00:33.980
planen.

00:33.980 --> 00:38.400
Nun arbeite ich an der Erweiterung dieses Modells auf andere

00:38.400 --> 00:43.000
Katastrophenasen, wie Taifune, Hochwasser und Terroranschläge.

00:49.620 --> 00:52.600
In meiner Promotion habe ich mich mit der Herstellung von

00:52.600 --> 00:55.640
Doppelemulsionen für die Verwendung in Lebensmitteln beschäftigt.

00:56.320 --> 00:59.600
Von einer Doppelemulsion spricht man, wenn zwei Emulsionen ineinander

00:59.600 --> 01:03.820
vorliegen, also Tropfen in Tropfen in einer weiteren Flüssigkeit.

01:04.620 --> 01:07.920
Diese Systeme ermöglichen zum Beispiel die Reduktion des Fettgehalts

01:07.920 --> 01:08.720
in Lebensmitteln.

01:08.720 --> 01:12.300
Dafür wird ein Teil des Fetts durch kleine Wassertropfen ersetzt,

01:12.680 --> 01:16.140
wobei Anzahl und Größe der Fetttropfen gleich bleibt und dadurch auch

01:16.140 --> 01:17.800
der sensorische Eindruck der Geschmack.

01:18.360 --> 01:22.180
Nun arbeite ich als Verfahrenstechnikerin in der Genussmolkerei Zott.

01:29.040 --> 01:32.200
Ich habe mich während meiner Promotion mit flüssig prozessierten

01:32.200 --> 01:34.140
organischen Tandemleuchtdioden beschäftigt.

01:34.660 --> 01:39.120
Der Vorteil dabei ist, dass wir bei einem konstanten Strom eben das

01:39.120 --> 01:41.700
doppelte Licht aus unserem Bauteil herausbekommen.

01:41.700 --> 01:45.340
Nach der Promotion habe ich hier im Lichttechnischen Institut die

01:45.340 --> 01:48.420
Leitung der Gruppe für die organischen Leuchtdioden übernommen.

01:49.360 --> 01:52.800
Und im Wesentlichen beschäftigen wir uns im Moment damit, weiter

01:52.800 --> 01:55.440
neuartige Bauteilerarchitekturen zu entwickeln.

01:56.040 --> 01:59.680
Des Weiteren haben wir jetzt gerade ein Projekt gefördert bekommen, wo

01:59.680 --> 02:03.800
es eben darum geht, solche leuchtenden Fensterscheiben zu realisieren

02:03.800 --> 02:08.080
beziehungsweise Konzepte zu entwickeln, wie die Industrie nachher in

02:08.080 --> 02:12.320
der Lage ist, Fensterscheiben mit großflächigen, transparenten

02:12.320 --> 02:14.200
organischen Leuchtdioden zu beschichten.

02:20.530 --> 02:23.650
Ich bin mittlerweile Entwicklungsingenieur bei der Robert-Bosch GmbH

02:23.650 --> 02:27.470
im Zentralbereich Forschung und Vorausentwicklung oder eben Corporate

02:27.470 --> 02:27.970
Research.

02:28.510 --> 02:32.530
In meiner Doktorarbeit ging es darum, ein neues Materialsystem zu

02:32.530 --> 02:35.910
charakterisieren für die Verwendung in Dünnschicht-Solarzellen.

02:36.530 --> 02:40.390
Mit dem Ziel natürlich, eine günstige Alternative zu schaffen zu

02:40.390 --> 02:44.370
Silizium -Solarzellen, die sich im Prinzip jeder auf das Dach

02:44.370 --> 02:45.030
pflastern kann.

02:45.550 --> 02:49.330
Es ging darum, die Bandlücke der Absauberschichten der Solarzellen zu

02:49.330 --> 02:53.750
vermessen, denn diese Eigenschaft gibt an, in welchem Spektralbereich

02:53.750 --> 02:55.730
diese Solarzelle schlussendlich arbeitet.

02:55.970 --> 02:59.350
Und eine gut gewählte Bandlücke bei einer Solarzelle verspricht

02:59.350 --> 03:01.370
natürlich auch immer eine höhere Effizienz.

03:02.030 --> 03:06.270
Am Anfang stand der Aufbau eines optischen Labors, wirklich begonnen

03:06.270 --> 03:11.230
an der Zeichnung vom Raum, wie wir optische Tische positionieren, wie

03:11.230 --> 03:14.810
wir die Gerätschaften auf diesem Tisch positionieren, über die

03:14.810 --> 03:18.310
Bestellung der einzelnen Komponenten und dann natürlich die

03:18.310 --> 03:19.610
Inbetriebnahme des Labors.

03:19.790 --> 03:24.410
Wirklich von dem Aufstellen der Komponenten über die Ansteuerung der

03:24.410 --> 03:28.270
einzelnen Teile und schließlich dann natürlich den ersten Messungen,

03:28.530 --> 03:29.890
die dann erfolgreich verliefen.

03:35.790 --> 03:38.050
Ich habe hier in Mathematik promoviert.

03:38.810 --> 03:42.150
Dabei geht es in meiner Arbeit um sogenannte unendliche

03:42.150 --> 03:43.090
Transaktionsflächen.

03:43.090 --> 03:47.350
Das sind geometrische Objekte, die ich auf ihre algebraischen

03:47.350 --> 03:48.710
Eigenschaften untersucht habe.

03:49.810 --> 03:52.970
Und das ist dazu gut, dass man das große Ziel in ferner Zukunft

03:52.970 --> 03:57.730
erreicht, anhand von diesen Eigenschaften die geometrischen Objekte in

03:57.730 --> 03:59.070
verschiedene Klassen einzuteilen.

03:59.910 --> 04:02.810
Eines der einfachsten Beispiele, dass man für endliche

04:02.810 --> 04:06.650
Transaktionsflächen hat, ist, dass man so ein Quadrat nimmt und dann

04:06.650 --> 04:08.950
die obere und die untere Seite verklebt.

04:08.950 --> 04:14.310
Was man dann erhält, ist ein Zylinder und man sieht das Verklebestück

04:14.310 --> 04:14.830
hier noch.

04:15.630 --> 04:19.650
Und wenn wir da jetzt auch noch die linke Seite und die rechte Seite

04:19.650 --> 04:24.990
miteinander verkleben, ist das, was man erhält, ein Torus, also sieht

04:24.990 --> 04:28.490
aus wie so ein Donut oder ein Schwimmreifen und die Verklebung sieht

04:28.490 --> 04:28.830
man hier.

04:29.730 --> 04:33.050
Das ist das einfachste Beispiel für endliche Transaktionsflächen.

04:33.710 --> 04:37.010
Bei unendlichen Transaktionsflächen kann das viel komplizierter

04:37.010 --> 04:37.310
werden.

04:37.310 --> 04:41.470
Ich könnte da auch mit einem Quadrat anfangen, aber jetzt viel

04:41.470 --> 04:43.370
kompliziertere Verklebevorschriften nehmen.

04:43.770 --> 04:46.810
Also ich verklebe nicht mehr die ganze obere Seite, sondern nur noch

04:46.810 --> 04:51.550
die Hälfte, mit der anderen Hälfte hier unten und vom Rest nehme ich

04:51.550 --> 04:54.690
wieder die Hälfte und verklebe das mit der Hälfte hier unten.

04:54.950 --> 04:57.170
Sie brauchen gar nicht versuchen, sich das vorzustellen, das wird

04:57.170 --> 04:58.610
schon ziemlich kompliziert dann.

04:59.270 --> 05:02.270
Und ich mache das nicht mehr oben und unten nur, sondern auch rechts

05:02.270 --> 05:02.750
und links.

05:02.750 --> 05:08.230
Also ich teile das da auch immer in so halbe Stücke ein und verklebe

05:08.230 --> 05:11.750
zum Beispiel das hier mit dem hier und immer so weiter.

05:12.410 --> 05:14.770
Und da kann man sich nicht mehr so einfach vorstellen, wie bei dem

05:14.770 --> 05:18.190
Beispiel, wie das hinterher aussieht und da setzt dann eben die

05:18.190 --> 05:21.290
Forschung an, wie sieht das aus, wie kann ich das sehen und während

05:21.290 --> 05:24.630
das hier so ein Objekt ist, das ein Loch hat, habe ich hier jetzt ein

05:24.630 --> 05:26.850
Objekt, das hat unendlich viele Löcher.

05:26.850 --> 05:31.310
Also so in die eine Richtung hier geht es unendlich lange weiter und

05:31.310 --> 05:34.770
da kommen dann immer mehr solche Löcher rein und topologisch nennt man

05:34.770 --> 05:36.750
so ein Objekt dann Loch Nessmonster.

05:37.330 --> 05:40.550
Und weil das hier eine wilde Singularität hat, also der Punkt hier

05:40.550 --> 05:44.350
sich besonders interessant verhält, kann man auch sagen, das ist ein

05:44.350 --> 05:45.430
wildes Loch Nessmonster.

05:52.060 --> 05:56.320
Ich habe während meiner Promotion ein Verfahren entwickelt, das uns

05:56.320 --> 06:01.540
erlaubt, mit Hilfe von sogenannten molekularen Scheren pflanzliche DNA

06:01.540 --> 06:05.840
zu schneiden und daraufhin an dem Ort, wo man den Schnitt induziert

06:05.840 --> 06:08.980
hat, die Sequenzinformation zu verändern.

06:09.420 --> 06:12.920
Die Landwirtschaft der letzten 10.000 Jahre basiert im Prinzip auf

06:12.920 --> 06:17.880
natürlicher Züchtung und in den nächsten 50 bis 100 Jahren werden aber

06:17.880 --> 06:22.220
sehr viele Veränderungen eintreten in Form von Temperaturänderungen

06:22.220 --> 06:23.200
auf der Welt.

06:23.200 --> 06:27.380
Wir nutzen Pflanzen nicht mehr ausschließlich, um Nahrungsmittel

06:27.380 --> 06:30.420
anzupflanzen oder zu produzieren, sondern wir möchten jetzt auch

06:30.420 --> 06:34.980
Medikamente in Pflanzen produzieren, wir möchten Biotreibstoff in

06:34.980 --> 06:39.160
Pflanzen produzieren letztendlich und dafür müssen wir die Pflanzen

06:39.160 --> 06:39.980
optimieren.

06:40.700 --> 06:43.540
Und Sie können die Modellpflanzen, aber auch Nutzpflanzen, nun

06:43.540 --> 06:46.260
innerhalb von einem halben Jahr bis Jahr gentechnisch so verändern,

06:46.540 --> 06:47.180
wie Sie das möchten.

06:47.320 --> 06:50.540
Und das war mit bisherigen Methoden entweder gar nicht möglich oder

06:50.540 --> 06:51.940
deutlich länger gebraucht.

06:51.940 --> 06:55.980
Aufgrund meiner Aktivitäten in der grünen Gentechnik sehe ich meine

06:55.980 --> 07:00.600
berufliche Perspektive hauptsächlich außerhalb Europas, weil die

07:00.600 --> 07:04.620
politische Situation einfach die gentechnischen Arbeiten in Europa

07:04.620 --> 07:07.960
äußerst erschwert, in der akademischen Forschung vor allem, aber auch

07:07.960 --> 07:08.640
in der Industrie.

07:10.240 --> 07:13.760
Von daher sind die Vereinigten Staaten sicher der erste Anlaufpunkt,

07:13.840 --> 07:16.880
aber vor allem der asiatische Markt, der aktuell sehr schnell wächst.

07:18.540 --> 07:21.740
Anwendungsbezogen geht es vor allem darum, Resistenzmechanismen zu

07:21.740 --> 07:22.220
entwickeln.

07:22.740 --> 07:26.140
Wenn ein bestimmtes Gen in einer Pflanze ausgeschaltet ist, kann es

07:26.140 --> 07:29.300
dazu führen, dass diese Pflanze zum Beispiel nun resistent ist gegen

07:29.300 --> 07:31.380
Phasfeinde oder gegen Herbizide.

07:31.860 --> 07:34.760
Eine Idee zum Beispiel ist, dass Sie, wenn Sie die Tomaten nehmen, die

07:34.760 --> 07:38.740
wir gerade gesehen haben, das sind Züchtungserfolge auf

07:38.740 --> 07:41.940
konventioneller Züchtung und es kann sein, dass bestimmte natürliche

07:41.940 --> 07:45.460
Gene dabei verloren gegangen sind, weil das Züchtungsziel nicht auf

07:45.460 --> 07:47.040
diese Gene abgezielt hat.

07:47.920 --> 07:51.560
Und nun sind diese Gene plötzlich wichtig, weil die Pflanzen in einer

07:51.560 --> 07:54.940
Zone angebaut werden, wo es wärmer ist, kälter ist oder was auch

07:54.940 --> 07:55.120
immer.

07:56.740 --> 08:01.600
Und wildtypische Gene von der Wildart nun auf diese Züchtungsart zu

08:01.600 --> 08:04.420
übertragen, ist eine der Anwendungen, die man sich hier vorstellen

08:04.420 --> 08:04.820
könnte.

08:05.060 --> 08:08.060
Das ist dann gar nicht wirklich Gentechnik im klassischen Sinne,

08:08.280 --> 08:11.200
sondern man überträgt ein Gen von einer Tomate, die die Eigenschaft

08:11.200 --> 08:14.280
hat, auf eine Tomate, die sie verloren hat.

