WEBVTT

00:08.090 --> 00:11.990
Ja meine sehr verehrten Damen und Herren, mein Name ist Sascha Ott,

00:12.070 --> 00:15.950
ich spreche hier heute als Vertreter der Ingenieure.

00:16.390 --> 00:20.470
Wir haben ja bislang den Gesamtblick gehabt auf die

00:20.470 --> 00:25.990
Mobilitätsentwicklungen, auf die Dynamik und was damit auch

00:25.990 --> 00:27.450
gesellschaftlich ein Stück weit einhergeht.

00:28.130 --> 00:31.830
Ich selber möchte den Blick darauf jetzt mit Ihnen zusammenrichten,

00:31.930 --> 00:33.810
was bedeutet das denn jetzt für den klassischen

00:33.810 --> 00:38.530
Produktentwicklungsingenieur, der jetzt mit diesen, aus diesen

00:38.530 --> 00:42.250
Entwicklungen resultierenden Anforderungen in der Entwicklung neuer

00:42.250 --> 00:43.650
Antriebssysteme umgehen muss?

00:44.170 --> 00:45.250
Was folgt daraus?

00:45.910 --> 00:51.490
Und wenn man da einfach mal die Perspektive zunächst mal der deutschen

00:51.490 --> 00:54.930
Fahrzeugindustrie und das ist nun mal ein wichtiger Faktor in dem

00:54.930 --> 00:59.850
ganzen, Play-i ist nun mal die Fahrzeugindustrie nach wie vor, dann

00:59.850 --> 01:02.950
gibt es da gewisse Motivatoren, die letztendlich die

01:02.950 --> 01:06.530
Antriebssystementwicklung massiv beeinflussen.

01:06.670 --> 01:11.570
Der wichtigste Motivator im Moment aus dieser Sicht ist ganz klar die

01:11.570 --> 01:12.770
CO2 -Entwicklung.

01:13.330 --> 01:18.030
CO2 kostet einfach massiv Geld, damit muss man umgehen, das ist eine

01:18.030 --> 01:20.630
gesetzliche Vorgabe und das erzeugt also einen gewissen

01:20.630 --> 01:21.510
Innovationsdruck.

01:22.310 --> 01:27.370
Auf der anderen Seite ist es klar, haben wir so Long-Term-Themen wie

01:27.370 --> 01:32.670
Verfügbarkeit der Energieträger, Verfügbarkeit der Kraftstoffe, die

01:32.670 --> 01:36.610
natürlich immer, wurde schon angesprochen, seit den 70er-Jahren

01:36.610 --> 01:41.350
zumindest im Bewusstsein sind, aber es kommen ganz viele andere Themen

01:41.350 --> 01:45.150
dazu, wie eben neue Nutzwerte, die ich eben auch mit neuen

01:45.150 --> 01:50.550
Antriebstechnologien schaffen muss, wenn ich entsprechende Angebote,

01:52.670 --> 01:54.370
Services darstellen will.

01:55.650 --> 01:57.570
Darauf möchte ich jetzt in Folge eingehen.

01:58.090 --> 02:01.490
Herausforderung CO2 hier ein Ausschnitt aus dem viel zitierten Kyoto

02:01.490 --> 02:06.410
-Protokoll, ohne jetzt auf die Details einzugehen, auch mit Blick ein

02:06.410 --> 02:10.830
bisschen auf die Uhr, es folgt aber sehr schnell die Ableitung für

02:10.830 --> 02:13.710
unsere Situation in der Antriebsentwicklung.

02:14.090 --> 02:18.730
Wir sind letztendlich in der Pflicht, hier letztendlich europaweit

02:18.730 --> 02:25.370
gesehen, weltweit mit 95 Gramm CO2, die wir für 2020 vorgegeben sind,

02:25.770 --> 02:27.490
als Flottenverbrauch voranzugehen.

02:28.210 --> 02:31.410
Ich weiß, dass diese Zahlen natürlich ein Stück weit diskutabel sind,

02:31.750 --> 02:35.010
einfach weil sie sich auf Zyklen beziehen und nicht auf den Real-World

02:35.010 --> 02:39.610
-Verbrauch, aber es ist letztendlich mal ein Zielkorridor, mit dem man

02:39.610 --> 02:42.030
arbeiten kann, auf den man hinarbeiten kann.

02:42.790 --> 02:46.490
Stellt sich die Frage, was sind denn die Antriebstechnologien, die

02:46.490 --> 02:47.490
dazu jetzt führen.

02:47.870 --> 02:50.050
Wir haben in den Vorgängervorträgen schon immer wieder mal

02:50.050 --> 02:52.730
Elektromobilität gehört, der Wasserstoff in Toyota wurde schon

02:52.730 --> 02:53.170
zitiert.

02:53.690 --> 02:57.670
Ich habe mal so einen kleinen Überblick gebracht dessen, was der Stand

02:57.670 --> 03:01.770
der Technik verfügbar ist und die Frage gestellt, welches ist denn der

03:01.770 --> 03:03.250
CO2 -minimale Antrieb.

03:04.110 --> 03:08.930
Der Toyota sagt ganz klar in der neueren Strategie, Wasserstoff mit

03:08.930 --> 03:09.690
Brennstoffzelle.

03:09.870 --> 03:13.670
Also ich stelle quasi elektrische Antriebsleistung zur Verfügung,

03:13.830 --> 03:19.070
indem ich Wasserstoff als Energieträger mit hineinnehme und damit eben

03:19.070 --> 03:23.030
nicht mehr auf batterieelektrische Fahrzeuge in der Elektromobilität

03:23.030 --> 03:23.390
setze.

03:25.050 --> 03:30.030
Das hat im Übrigen neben der Reichweitendiskussion auch ganz klar

03:30.030 --> 03:33.430
leistungsdichte Elemente, komme später noch darauf zurück.

03:34.470 --> 03:39.350
Vollbatterieelektrische Fahrzeuge, wie vor einigen Jahren als die

03:39.350 --> 03:44.290
Substitutionslösung für den konventionellen Verkehr quasi definiert

03:44.290 --> 03:47.850
und angepriesen, sind Range-Extender-Fahrzeuge, wie wir es heute bei

03:47.850 --> 03:51.510
BMW zum Beispiel sehr stark sehen, also sprich Fahrzeuge, die

03:51.510 --> 03:57.130
batterieelektrisch dargestellt sind von der Antriebsseite her, aber

03:57.130 --> 04:01.350
deren begrenzte Reichweite durch ein zusätzliches Notstromaggregat an

04:01.350 --> 04:04.290
Bord, also wenn die Batterie leer ist, ich entsprechend über einen

04:04.290 --> 04:09.710
Verbrennungsmotor und einen Generator dann zusätzlich Strom erzeuge,

04:10.310 --> 04:11.410
um dort voranzukommen.

04:11.470 --> 04:13.770
Das klingt vielleicht mit Blick auf die Mehrfachenergiewandlung

04:13.770 --> 04:17.110
zunächst mal total unsinnig, aber es ermöglicht komplett neue

04:17.110 --> 04:20.570
verbrennungsmotorische Konzepte, die dann in der CO2-Bilanz wieder

04:20.570 --> 04:24.330
sehr viel besser sind, wie jetzt so ein Verbrennungsmotor, der die

04:24.330 --> 04:29.330
komplette Reichweite und Antriebsleistungsspektren eines Fahrzeugs

04:29.330 --> 04:29.970
abdecken muss.

04:30.570 --> 04:34.870
Sind es Hybridantriebe, wo ich beides an Bord habe, klar ist der Range

04:34.870 --> 04:39.010
-Extender auch ein Hybridantrieb, der Hybrid ist letztendlich nur so

04:39.010 --> 04:43.110
definiert, dass ich zwei unterschiedliche Energiequellen und

04:43.110 --> 04:47.890
Kraftmaschinen an Bord habe, der Hybridantrieb ermöglicht mir

04:47.890 --> 04:52.970
funktional betrachtet vor allen Dingen eins, ich kann sehr viel mehr

04:52.970 --> 04:57.830
Funktionen sehr viel präziser darstellen, ich kann Getriebe mit

04:57.830 --> 05:01.170
faktisch unendlich vielen Gängen bei gleichzeitig sehr hohem

05:01.170 --> 05:05.210
Wirkungsgrad realisieren, so dass ich meine Verbrennungskraftmaschine

05:05.210 --> 05:08.730
immer in einem sehr guten, wenn nicht sogar in einem optimalen

05:08.730 --> 05:13.270
Betriebspunkt betreiben kann, was ich mit konventionellen Systemen

05:13.270 --> 05:19.650
zumindest nicht in dem Wirkungsgrad-Bereich darstellen kann.

05:20.290 --> 05:25.510
Oder ist es, wenn man die gesamte Energiekette betrachtet, nicht

05:25.510 --> 05:29.910
letztendlich doch wieder der klassische Verbrennungsmotor, der dann

05:29.910 --> 05:33.430
irgendwann am Ende dieser momentan in Richtung Vielfalt gehenden

05:33.430 --> 05:36.310
Entwicklung dann widerstehen wird.

05:37.290 --> 05:40.010
Das wissen wir nicht ganz genau, aber vielleicht wundert es, dass ich

05:40.010 --> 05:43.590
jetzt den Verbrennungsmotor so darlege, aber denken Sie daran, auch

05:43.590 --> 05:48.090
ein Verbrennungsmotor kann CO2-neutral sein, sofern der Kraftstoff,

05:48.170 --> 05:52.350
den ich da drin verbrenne, eben nicht fossil ist und eine Wandlung

05:52.350 --> 05:56.350
über viele Millionen Jahre entsprechender Theorien, wie eben das Erdöl

05:56.350 --> 06:00.310
entsteht, dargestellt wird, sondern voll synthetisch, also auf

06:00.310 --> 06:04.430
chemischem Wege, auf Basis von regenerativen Energien dargestellt,

06:04.730 --> 06:10.350
habe ich hier durchaus Möglichkeiten, eine Antriebsleistung zur

06:10.350 --> 06:14.610
Verfügung zu stellen, die über die gesamte Energiekette betrachtet,

06:14.750 --> 06:18.230
über den gesamten Zyklus betrachtet CO2-neutral sein kann.

06:18.450 --> 06:21.750
Aber, klar, nicht lokal emissionsfrei.

06:22.410 --> 06:27.030
So, die Frage, welches ist der CO2-minimale Antrieb, kann ich also

06:27.030 --> 06:30.990
folglich nicht beantworten, genau wie die Kollegen auch jetzt nicht

06:30.990 --> 06:34.550
final beantworten können, was in der Dynamik des entsprechenden

06:34.550 --> 06:38.770
Mobilitätsszenarios ist, aber ich kann eins schon mal darstellen und

06:38.770 --> 06:43.530
Ihnen dann auch aufzeigen an dem Beispiel, wie wir als KIT dann doch

06:43.530 --> 06:45.490
einen wertvollen Beitrag leisten können.

06:47.970 --> 06:52.370
Als Zwischenfazit, wir haben einen sehr großen Lösungsraum an

06:52.370 --> 06:55.770
antriebstechnischen Möglichkeiten jetzt auf einmal.

06:56.150 --> 06:59.870
Während Sie in der Vergangenheit mit wenigen 100

06:59.870 --> 07:02.870
Kombinationsmöglichkeiten in der Antriebstechnik leben mussten, also

07:02.870 --> 07:05.870
jeder kennt das, Benzin, Diesel, Vorderrad, Hinterradantrieb,

07:06.010 --> 07:09.070
verschiedene Getriebekonzepte und, und, und, haben Sie jetzt auf

07:09.070 --> 07:13.950
einmal einen Lösungsraum, wir haben das mal für einen ganz klassischen

07:13.950 --> 07:21.730
PKW, einfach mal ermittelt, durchschnittliche Funktionalität im Sinne

07:21.730 --> 07:26.370
von Verbrauch, Reichweite, etc., so wie man das heute nach einer Euro

07:26.370 --> 07:31.530
-6 -Norm dann darstellen würde, da kommen Sie auf eine

07:31.530 --> 07:35.170
Realisierungsanzahl von ungefähr 100 Millionen Varianten, die

07:35.170 --> 07:35.870
darstellbar sind.

07:36.250 --> 07:40.590
Da stellt sich die Frage, wie erkenne ich jetzt als Produktentwickler,

07:40.590 --> 07:44.970
was ist denn eigentlich überhaupt der Antriebsstrang, der wirklich

07:44.970 --> 07:45.750
optimal ist?

07:46.150 --> 07:53.510
Die Industrie hat das entscheidende Problem damit, das zu erkennen, da

07:53.510 --> 07:56.650
die gesamten industriellen Entwicklungsprozesse an der Stelle auf

07:56.650 --> 07:57.490
Erfahrung basieren.

07:57.910 --> 08:03.550
125 Jahre noch länger Erfahrung in dem Bereich sorgen dafür, dass man

08:03.550 --> 08:08.650
ein Stück weit auf diese Erfahrung aufbauen muss, ganz klar, die kann

08:08.650 --> 08:12.410
man nicht über Bord werfen, um Gottes Willen, aber man muss, um diese

08:12.410 --> 08:15.850
Pfade zu verlassen, ganz neue Modellvorstellungen in die Köpfe der

08:15.850 --> 08:19.010
Menschen bringen, Sie müssen ganz neue Entwicklungsmethoden darlegen,

08:19.370 --> 08:24.750
damit Sie überhaupt diese Rekombinationsvielfalt so fokussieren, dass

08:24.750 --> 08:28.870
Sie dann auch das erkennen, was Ihnen das beste Potenzial bietet.

08:29.290 --> 08:32.550
So, das ist der eine Strang, da werde ich gleich nochmal darauf

08:32.550 --> 08:35.330
zurückkommen, dann gibt es aber ganz kurz eingeschoben nochmal einen

08:35.330 --> 08:39.490
zweiten Strang, der jetzt bei den Vorrednern sehr stark dargelegt

08:39.490 --> 08:39.730
wird.

08:40.090 --> 08:45.890
Nämlich die Mobilität als Trend im Sinne, es gibt eine Entwicklung hin

08:45.890 --> 08:50.430
von, ich nutze Mobilität, ich bin Mobilitätsnutzer, ich bin

08:50.430 --> 08:52.990
Fahrzeugnutzer und nicht mehr Fahrzeugbesitzer.

08:53.610 --> 08:57.010
Es gab eine ganze Reihe von Mobilitätsdienstleistungen, Carsharing

08:57.010 --> 09:00.530
wurde sehr intensiv angesprochen, Intermodale Systeme wurden

09:00.530 --> 09:05.410
angesprochen, all diese Dinge sind Services, wie ich es hier genannt

09:05.410 --> 09:09.670
habe, die also im Widerspruch ein Stück weit stehen zum klassischen

09:09.670 --> 09:10.510
Fahrzeugkonsum.

09:10.590 --> 09:11.410
Wieso stehen die im Widerspruch?

09:11.890 --> 09:14.510
Naja, sie verändern auf jeden Fall was.

09:15.010 --> 09:17.390
Ich habe auf einmal nicht mehr einen Fahrer, wenn Sie sich ein

09:17.390 --> 09:20.730
klassisches Carsharing-Modell, wie jetzt hier in Karlsruhe sehr schön

09:20.730 --> 09:23.610
etabliert anschauen, Sie haben viele Fahrer.

09:23.610 --> 09:28.270
Viele Fahrer bedeutet aber auch, das hat technologische Konsequenzen

09:28.270 --> 09:29.630
für meinen Triebstrang.

09:31.090 --> 09:32.790
Ich möchte jetzt ein paar Beispiele machen.

09:32.890 --> 09:35.210
Ich habe hier hingeschrieben, Zeitvariante Menschkalibrierung.

09:35.530 --> 09:38.310
Das klingt etwas merkwürdig, der Begriff, ist aber ein Fachausdruck

09:38.310 --> 09:39.070
aus der Psychologie.

09:39.550 --> 09:44.530
Die Zeitvariante Menschkalibrierung sagt nichts anderes aus, als wenn

09:44.530 --> 09:48.510
Sie als Fahrer ein Fahrzeug benutzen, Sie sich an dessen Eigenschaften

09:48.510 --> 09:50.550
ein Stück weit gewöhnen, Sie haben eine Erwartungshaltung, wenn Sie

09:50.550 --> 09:51.730
wieder in das Auto einsteigen.

09:52.870 --> 09:55.910
Und ich kann jetzt mal ein konkretes Beispiel machen, wie das bei

09:55.910 --> 09:57.430
Carsharing auf einmal anders ist.

09:58.830 --> 10:02.550
Auch das ist ein plakatives Beispiel, aber live erlebt hier in

10:02.550 --> 10:07.130
Karlsruhe, nagelneue Kleinwagen, ich sage, die mag man nicht, man

10:07.130 --> 10:10.070
steigt ein und als jemand, der es gewohnt ist, Antriebsstränge auch

10:10.070 --> 10:13.890
unter Schwingungskomfortaspekten zu bewerten, fährt man damit und

10:13.890 --> 10:18.390
sagt, oh, das ist ein toller Triebstrang, haben Sie schön gemacht, die

10:18.390 --> 10:18.690
Kollegen.

10:19.190 --> 10:24.190
Zwei Wochen später, gleiches Fahrzeug, sehr viel mehr Fahrleistung,

10:24.270 --> 10:28.530
also im Sinne von Kilometer, auf dem war es entsprechend schon

10:28.530 --> 10:31.830
abgefahren, klar, das Fahrzeug ist ständig in Betrieb, wieder ins

10:31.830 --> 10:36.930
gleiche Auto hinein, man fährt und denkt, um Gottes Willen, das ist ja

10:36.930 --> 10:38.630
ganz anders als vor zwei Wochen noch.

10:39.470 --> 10:44.310
Das fällt Ihnen als Normannutzer in Ihrem privaten Pkw gar nicht auf,

10:44.470 --> 10:47.550
weil das ein schleichender Vorgang ist, das hat was mit irgendwelchen

10:47.550 --> 10:52.130
Veränderungen in den Kunststoffen zu tun, bei den Veränderungen bei

10:52.130 --> 10:53.210
den Motorlagern etc.

10:53.370 --> 10:54.850
Das Geräuschverhalten ist auf einmal ein anderes.

10:55.250 --> 10:59.810
Aber aufgrund der großen Kilometerleistung, die dazugekommen ist

10:59.810 --> 11:03.050
zwischen Ihrer ersten Fahrt und der zweiten Fahrt und die noch nicht

11:03.050 --> 11:05.110
vergessen Erwartungshaltung, bemerken Sie das auf einmal.

11:05.530 --> 11:08.050
Das ist den Fahrzeugherstellern, wir haben da auch entsprechende

11:08.050 --> 11:10.430
Erhebungen gemacht, wir haben mit den Fahrzeugherstellern gesprochen,

11:10.950 --> 11:16.210
ist das durchaus bewusst das Problem, aber dadurch, dass diese

11:16.210 --> 11:20.790
Fahrzeuge für Carsharing-Applikationen noch nicht den Marktimpact

11:20.790 --> 11:24.290
haben, wir reden über wenige tausend Fahrzeuge im Moment noch, ist das

11:24.290 --> 11:26.290
natürlich noch kein Entwicklungsziel an der Stelle.

11:26.830 --> 11:30.990
Gleichzeitig will man natürlich auch nicht eine Carsharing-spezifische

11:30.990 --> 11:33.970
Variante auf den Markt bringen, der eine oder andere erinnert sich

11:33.970 --> 11:36.770
vielleicht an die Taxi-Variante vom Daimler, das will man heute nicht

11:36.770 --> 11:40.170
mehr, weil man ja natürlich damit suggeriert, dass der Normalkunde

11:40.170 --> 11:43.650
eigentlich ein schlechteres Auto kauft, was natürlich nicht wahr ist,

11:43.910 --> 11:46.590
das ist nur ein anderes Nutzerprofil, ein anderes Anforderungsprofil.

11:47.530 --> 11:49.830
So, damit muss man aber lernen umzugehen und das hat einen weiteren

11:49.830 --> 11:52.830
Impact, also wenn Sie zum Beispiel an die Premium-Hersteller, wir

11:52.830 --> 11:56.390
haben ja gesehen, da gibt es ja auch einige Carsharing-Angebote aus

11:56.390 --> 12:01.230
deren Reihen direkt, dann hat das natürlich sofort Image-Auswirkungen.

12:02.090 --> 12:04.570
Denen begegnet man, und das ist mit ein Grund, warum die Premium

12:04.570 --> 12:10.350
-Hersteller zum Beispiel keine oder bevorzugt diese flexiblen Modelle

12:10.350 --> 12:13.650
betreiben, denen begegnen die momentan mit einem verstärkten Service

12:13.650 --> 12:14.030
-Einsatz.

12:14.150 --> 12:17.450
Das heißt, man hat also sehr viel Aufwand mit Technikern, mit

12:17.450 --> 12:21.110
Mechanikern, die ständig am Nachbessern sind, damit letztendlich die

12:21.110 --> 12:26.090
Fahrzeuge kein schlechtes Image erzeugen vor Kunden, der ja potenziell

12:26.090 --> 12:28.770
in einer anderen Lebenssituation, beim Herrn Kagerbauer hat man das ja

12:28.770 --> 12:32.190
schön gesehen, dann irgendwann vielleicht auch wieder Fahrzeugbesitzer

12:32.190 --> 12:32.450
wird.

12:33.710 --> 12:37.010
Gut, und dann gibt es natürlich ganz einfache Nutzerthemen, wie die

12:37.010 --> 12:38.230
informatorische Rückkopplung.

12:38.630 --> 12:41.590
Damit ist gemeint, der Nutzer im Fahrzeug, der reagiert auf sein

12:41.590 --> 12:45.230
Fahrzeug, aber wenn er das Fahrzeug ständig wechselt, dann muss er

12:45.230 --> 12:48.750
sich natürlich auch immer an das Fahrzeug neu gewöhnen, das kennt

12:48.750 --> 12:52.210
jeder, der ab und zu mal zwischen einem Automatgetriebe und einem

12:52.210 --> 12:56.050
Handschalter gewechselt hat, das ist natürlich auch rein granulare

12:56.050 --> 12:57.370
Effekte, die da eine Rolle spielen.

12:58.070 --> 13:00.810
Vereinfachte Bedienbarkeit, ganz wichtig, man muss reinsetzen und

13:00.810 --> 13:03.530
sofort losfahren können, ohne Handbücher zu lesen.

13:03.910 --> 13:07.110
Die Sicherheit, die Zuverlässigkeit bei veränderten Nutzerprofilen,

13:07.210 --> 13:09.890
ein ganz großes Thema, aber auch Dinge wie Reinigungs- und

13:09.890 --> 13:13.430
Wartungsfreundlichkeit, die Intermodalitätsaspekte, das Image, aber

13:13.430 --> 13:16.730
auch die Flächen- und Raumbedarfe in den Städten, die damit

13:16.730 --> 13:17.710
superponieren.

13:18.590 --> 13:23.990
Dazu kommen Themen wie die Demografie, natürlich ist es hip, heute

13:23.990 --> 13:28.690
zumindest nicht, als junger, agiler Mensch ein Stadtmobil, ein

13:28.690 --> 13:32.950
Carsharing -Fahrzeug zu nutzen, aber da gibt es natürlich Grenzen im

13:32.950 --> 13:36.910
Sinne von dem, was ich auch körperlich darstellen kann, wenn ich halt

13:36.910 --> 13:39.770
einfach mal älter werde, wie gehe ich damit um, es gibt Anforderungen

13:39.770 --> 13:44.450
an die lokale Emissionsfreiheit, also sprich, wie komme ich in die

13:44.450 --> 13:47.850
Großstädte, wo ich eben nichts emittieren darf an Schadstoffen hinein,

13:47.950 --> 13:51.590
auch Geräusche spielen da eine Rolle, und auch ganz wichtig, die

13:51.590 --> 13:54.470
Energieprozesskette, die mehr und mehr als Bewertungsmaßstab

13:54.470 --> 13:59.530
herangezogen wird, sodass eben mein gesamter, kompletter Produkt

13:59.530 --> 14:00.770
-Lebenszyklus relevant wird.

14:01.510 --> 14:04.590
Allein aus diesem kurzen Abgriff wird es klar, es wird wahrscheinlich

14:04.590 --> 14:07.730
keine One-Fits-All-Lösung geben, auch das haben wir heute schon

14:07.730 --> 14:12.350
gehört, wir haben also auch hier eine Vielfalt, die wir erzeugen an

14:12.350 --> 14:17.930
Lösungen, und eben nicht eine Konzentration auf die allheilende eine

14:17.930 --> 14:18.270
Lösung.

14:18.810 --> 14:23.290
So, was sind jetzt also aber in diesem Sinne Innovationshemmer, und

14:23.290 --> 14:27.190
wie können wir durch unsere Forschung im KIT-Zentrum Mobilitätssysteme

14:27.190 --> 14:29.390
diesen Innovationshemmern ein Stück weit begegnen?

14:30.190 --> 14:33.370
Da gibt es natürlich ganz klassische Ansätze, an die Sie da sofort

14:33.370 --> 14:36.950
denken, wo wir im Übersichtsvortrag von Herrn Cottereu ja schon ein

14:36.950 --> 14:40.570
paar Beispiele gesehen haben, man schaut sich neue Maschinenkonzepte

14:40.570 --> 14:43.490
an, man schaut sich neue Werkstoffe an, etc., aber es gibt auch

14:43.490 --> 14:47.250
einige, auf den ersten Blick etwas weichere Themen, die dann aber sehr

14:47.250 --> 14:52.550
sehr wichtig werden, nämlich, wie finde ich denn, wie schon

14:52.550 --> 14:55.670
angedeutet, die richtige Antriebssystem-Topologie, wie mache ich die

14:55.670 --> 14:58.330
Eigenschaftsabsicherung und Validierung, also im Sinne der

14:58.330 --> 15:03.710
Zuverlässigkeit, wie erzeuge ich das Wissen über das Verhalten des

15:03.710 --> 15:07.770
Antriebssystems, bereits in frühen Phasen, wenn ich erste Ideen, erste

15:07.770 --> 15:11.290
Vorstellungen habe, wie das Antriebssystem auszusehen hat, wie das

15:11.290 --> 15:16.930
Antriebssystem aussehen wird, und nicht erst in einer sehr späten

15:16.930 --> 15:22.170
Lernkurve am Markt, und wie optimiere ich die einzelnen Subsysteme auf

15:22.170 --> 15:24.830
die Bedarfe des antriebstechnischen Gesamtsystems.

15:25.050 --> 15:30.610
In aller Kürze derzeit so ein paar Beispiele hier zur Identifizierung

15:30.610 --> 15:33.810
eben der Antriebssystem-Topologien.

15:34.790 --> 15:37.690
Wir sehen bei der Synthese, also bitte erst gar nicht versuchen, das

15:37.690 --> 15:41.030
im Detail zu lesen, das ist gar nicht der Anspruch, das sind nur

15:41.030 --> 15:43.150
einfach mal Wechselwirkungen, die innerhalb von so einem

15:43.150 --> 15:46.570
Antriebssystem wirken, die hier in einem speziellen

15:46.570 --> 15:49.370
Modellierungsverfahren einfach mal dargestellt sind, als Diagramm

15:49.370 --> 15:53.910
dann, drinnen sind, auf Basis von diesen Wechselwirkungen werden jetzt

15:53.910 --> 15:59.070
hier bei uns zum Beispiel einzelne Modelle erstellt, die das Verhalten

15:59.070 --> 16:04.770
von antriebssystemtechnischen Komponenten im Wechselspiel mit den

16:04.770 --> 16:08.130
genannten Randbedingungen darstellen, also zum Beispiel das

16:08.130 --> 16:11.930
Verbrauchsverhalten, das dynamische Verhalten der Kraftmaschine, die

16:11.930 --> 16:15.450
Kennfelder der jeweiligen Kraftmaschine, aber halt auch

16:15.450 --> 16:19.070
Anpassungsmöglichkeiten über verschiedene Getriebekonzepte,

16:19.150 --> 16:22.650
Hybridkonzepte der Drehmoment- und Drehzahlkurven an den tatsächlichen

16:22.650 --> 16:27.010
Bedarf, den ich habe im Sinne der Fortbewegung des Fahrzeugs.

16:27.930 --> 16:33.610
In dieser simulationsgestützten Welt habe ich jetzt alle

16:33.610 --> 16:38.670
Variationsmöglichkeiten und ich kann mir jetzt unter dem Aspekt CO2

16:38.670 --> 16:43.290
-Emissionen, aber unter dem Aspekt Nutzwerte, Schaltungen etc., die

16:43.290 --> 16:49.390
entsprechenden optimalen Lösungen dann genauer anschauen.

16:52.230 --> 16:54.590
Eigenschaftsabsicherung und Validierung, also woher weiß ich

16:54.590 --> 16:58.430
letztendlich, dass mein Fahrzeug dann später im realen System ist.

16:58.550 --> 17:01.490
Die Eigenschaften hängen natürlich sehr stark jetzt wieder ab, ich

17:01.490 --> 17:04.330
habe versucht, das schon so ein bisschen auszuführen, von dem

17:04.330 --> 17:07.210
Verhalten des Fahrers, der da drinnen ist, aber natürlich auch von den

17:07.210 --> 17:08.150
Umwelt -Randbedingungen.

17:08.250 --> 17:11.270
Sie sehen hier, das ist eine Originalaufnahme von einer unserer

17:11.270 --> 17:17.210
Untersuchungseinrichtungen, einen Rollenprüfstand, bei dem

17:17.210 --> 17:22.570
letztendlich Umgebungssituationen hinein projiziert werden, Sie sehen

17:22.570 --> 17:29.450
da vorne, das ist ein Videobild, was jetzt der Prüfstandsfahrer, also

17:29.450 --> 17:33.710
hier sitzt noch ein Mensch drin, dann sieht und wir können jetzt quasi

17:33.710 --> 17:37.010
die Interaktion mit dem Menschen auf dem Rollenprüfstand selber schon

17:37.010 --> 17:38.130
untersuchen.

17:38.230 --> 17:40.470
Das ist deswegen wichtig, weil ich das in einer sehr viel früheren

17:40.470 --> 17:43.350
Phase machen kann, als ich jetzt zum Beispiel später in einem

17:43.350 --> 17:47.430
Flottenversuch auf der Straße das durchführen kann und ich kann Dinge

17:47.430 --> 17:50.790
unter definierten Randbedingungen und reproduzierbar darstellen.

17:51.070 --> 17:54.850
Das ist also etwas, was in einem Framework hier, wir nennen das so,

17:54.990 --> 18:01.390
entstanden ist im KIT, das ist das sogenannte X-in-the-Loop-Framework,

18:02.090 --> 18:07.310
also X-in-the-Loop-Ansatz, das bedeutet, man hat das X, das ist also

18:07.310 --> 18:11.250
das, was ich eigentlich entwickeln möchte und untersucht das unter den

18:11.250 --> 18:15.210
Randbedingungen, die der Fahrer vorgibt, die die Umgebung, die Umwelt

18:15.210 --> 18:21.290
vorgibt, für verschiedene Testszenarien und Fahrmanöver so, dass diese

18:21.290 --> 18:25.870
Komponente quasi ihre spätere Realität vorweggenommen zieht.

18:25.870 --> 18:31.590
Ja, und das kann man also dann auch runterbrechen, eben nicht nur für

18:31.590 --> 18:35.210
das Gesamtfahrzeug, sondern für jede einzelne Antriebssystemtechnische

18:35.210 --> 18:40.210
Komponente, also hier jetzt ein Getriebesystem für die elektrischen

18:40.210 --> 18:44.450
Systeme und wir bauen im KIT, also dieses Framework quasi auch

18:44.450 --> 18:48.530
institutsübergreifend im KIT-Zentrum Mobilitätssysteme in Baden

18:48.530 --> 18:51.350
-Württemberg durch eine neuerliche Initiative sogar über die

18:51.350 --> 18:55.970
verschiedenen Forschungsstandorte bis in die Uni Stuttgart, Ulm und

18:55.970 --> 18:59.890
verschiedene Hochschulen weiter aus.

19:00.290 --> 19:04.170
Ja, ein sehr etablierter Ansatz, der hier aus dem KIT doch maßgeblich

19:04.170 --> 19:07.490
mit vorangetrieben wurde und in der Zwischenzeit auch in die Industrie

19:07.490 --> 19:09.730
massiv Einzug gehalten hat.

19:10.390 --> 19:14.470
Die Modellierung von Wissen, das ist eine ganz wichtige Geschichte,

19:14.910 --> 19:18.310
also wie modelliere ich jetzt mein antriebssystemtechnisches Verhalten

19:18.310 --> 19:20.330
und das erzeugt einen ganz neuen Trend.

19:20.810 --> 19:23.190
Früher hat man quasi einen Antriebstechniker, das war oft ein

19:23.190 --> 19:28.090
Maschinendynamiker, das war vielleicht auf der Antriebsseite ein

19:28.090 --> 19:31.070
Verbrennungskraftmaschinenmann oder Elektrotechniker, das geht bei

19:31.070 --> 19:33.070
dieser Komplexität nicht mehr, das ist eine ganz klare

19:33.070 --> 19:34.090
transdisziplinäre Aufgabe.

19:34.250 --> 19:38.370
Wir haben ganz neue Modellvorstellungen, die wir dort einbringen

19:38.370 --> 19:39.630
müssen, an denen wir arbeiten.

19:39.990 --> 19:43.110
Aber das Ganze geht natürlich nicht, wenn gleichzeitig die

19:43.110 --> 19:46.930
fachspezifischen Experten in ihren Komponentenoptimierungen auch

19:46.930 --> 19:51.230
vorankommen und auch das ist etwas, was Sie quasi in der Form

19:51.230 --> 19:54.730
sicherlich nur im KIT-Zentrum Mobilitätssysteme deutschlandweit

19:54.730 --> 19:58.390
finden, dass wir quasi für fast alle antriebssystemtechnischen

19:58.390 --> 20:03.030
Komponenten auch wirklich Fachexpertise im Haus haben, also hier von

20:03.030 --> 20:07.230
Professor Koch für die Verbrennungskraftmaschinen, Herr Doppelbauer

20:07.230 --> 20:10.930
für die Elektromaschinen, aber halt auch hier Dinge wie die

20:10.930 --> 20:17.170
Batteriesystementwicklung oder eben Getriebe, Kupplungskomponenten, um

20:17.170 --> 20:20.570
diese dann wiederum an die Spezialitäten, die sich aus den neuen

20:20.570 --> 20:24.170
Antriebskonzepten ergeben, dann adäquat anzupassen.

20:27.010 --> 20:30.830
Und dann bin ich auch an der Stelle schon wieder an einer Folie, die

20:30.830 --> 20:34.050
Sie bei Herrn Prof. Cotteroy schon gesehen haben, da wechsle ich auch

20:34.050 --> 20:37.170
kurz den Hut und berichte nicht als Antriebssystemtechniker, sondern

20:37.170 --> 20:40.210
als Geschäftsführer vom KIT-Zentrum Mobilitätssysteme und möchte Sie

20:40.210 --> 20:42.870
auch nochmal an der Stelle ganz herzlich einladen, das, was Sie jetzt

20:42.870 --> 20:45.930
hier im Vortrag und in den Vorgängervorträgen gesehen haben, bei uns

20:45.930 --> 20:47.610
am 27.

20:48.030 --> 20:50.730
dann auch live zu erleben, also die Prüfstände werden wir auch Ihnen

20:50.730 --> 20:56.810
öffnen, sodass Sie dort auch live diese Untersuchungen verfolgen

20:56.810 --> 20:57.050
können.

20:57.170 --> 20:59.810
Sie sind dazu also herzlich eingeladen.

20:59.990 --> 21:00.350
Dankeschön.

