WEBVTT

00:07.580 --> 00:09.560
Ja, guten Tag meine Damen und Herren.

00:11.320 --> 00:13.640
Ich darf Sie zur Vorlesung herzlich begrüßen.

00:15.960 --> 00:21.980
Ich wollte eigentlich am Ende des derzeitigen Kapitels mal was kurz

00:21.980 --> 00:27.590
vorführen, was ein Student im Rahmen einer Studienarbeit in einer

00:27.590 --> 00:28.550
Firma gemacht hat.

00:29.590 --> 00:37.870
Da ging es nämlich gerade um die räumliche dreidimensionale Bewegung

00:37.870 --> 00:39.030
eines starren Körpers.

00:39.770 --> 00:44.890
Und sein Fazit am Ende der Studienarbeit war, wenn er sowas in TM 3-4

00:44.890 --> 00:48.510
gehabt hätte, dann hätte er das richtig spaßig gefunden.

00:49.450 --> 00:52.810
So dem normalen Studenten oder der normalen Studentin, die finden das,

00:52.990 --> 00:59.450
was wir jetzt hier machen, immer so ein bisschen ätzend, sehen

00:59.450 --> 01:01.070
vielleicht gar nicht so die Anwendung.

01:01.190 --> 01:05.170
Und wenn man das dann mal so in wirklichen Anwendungen sieht und wofür

01:05.170 --> 01:08.890
das dann ist, dann macht es an der einen oder anderen Stelle

01:08.890 --> 01:09.930
vielleicht doch mehr Spaß.

01:11.030 --> 01:18.630
Jetzt habe ich leider einen neuen Rechner, der schon etwas älter ist,

01:18.750 --> 01:21.610
aber trotzdem nur HDMI-Anschluss hat.

01:22.070 --> 01:26.470
Und ich musste jetzt gerade feststellen, es gibt hier keinen HDMI

01:26.470 --> 01:30.830
-Anschluss und auf die Schnelle konnte ich auch keinen Adapter am

01:30.830 --> 01:31.930
Institut loseißen.

01:32.090 --> 01:37.230
Also wir werden das Ganze dann hoffentlich in der nächsten Woche

01:37.230 --> 01:37.590
sehen.

01:38.330 --> 01:40.870
Da sind wir schon beim nächsten Thema.

01:42.310 --> 01:47.130
Sie in den ersten vier Semestern sind ja noch nicht auf Exkursionen,

01:48.590 --> 01:53.330
sodass auf jeden Fall die Vorlesung stattfindet.

01:53.590 --> 02:02.310
Allerdings sind unsere Hiwis in höheren Semestern und gehen auch

02:02.310 --> 02:07.190
fleißig auf Exkursionen, was ich Ihnen in den zukünftigen Jahren

02:07.190 --> 02:08.150
durchaus empfehle.

02:09.090 --> 02:14.650
Da aber wir dann mangels Hiwis keine Übung machen können, ist die

02:14.650 --> 02:18.590
schlechte Nachricht, lassen wir gleich eine gute Nachricht darauf

02:18.590 --> 02:18.990
folgen.

02:19.630 --> 02:23.890
Machen wir entsprechend am nächsten Dienstag zwei Blöcke Vorlesung.

02:28.670 --> 02:30.970
Sie lachen alle, für mich ist das nicht zum Lachen.

02:32.470 --> 02:36.750
Das ist durchaus anstrengend, fordert mich mittlerweile sogar

02:36.750 --> 02:39.390
physikalisch ein wenig, wenn man hier vorne rumturnt.

02:40.210 --> 02:42.810
Früher hat mir das alles nichts ausgemacht, aber mit fortschreitendem

02:42.810 --> 02:47.210
Alter, da setzt man sich zwischendurch vielleicht doch lieber.

02:47.390 --> 02:50.330
Also ob wir dann im zweiten Block wirklich die eineinhalb Stunden voll

02:50.330 --> 02:53.050
machen, können wir uns dann auch überlegen, aber ich darf Ihnen

02:53.050 --> 02:56.130
versichern, lieber machen wir jetzt schon ein bisschen weiter und

02:56.130 --> 03:02.850
haben am Ende der Vorlesung dann ein bisschen Luft, sodass wir, wenn

03:02.850 --> 03:05.090
das klappt, dann vielleicht eher eine Woche früher aufhören.

03:05.890 --> 03:11.530
Es zeigt sich immer wieder, dass gerade im Juli doch tropische

03:11.530 --> 03:15.770
Temperaturen herrschen können und gerade Vorlesungen, insbesondere

03:15.770 --> 03:18.750
wenn man die halten muss, dann doch anstrengend sind.

03:20.510 --> 03:24.950
So, also wie gesagt, nächste Woche anstatt Übung auch noch Vorlesung.

03:25.030 --> 03:26.390
Es gibt also einen doppelten Grund zu kommen.

03:28.230 --> 03:32.870
Und ansonsten wenden wir uns wieder der räumlichen Bewegung, in dem

03:32.870 --> 03:35.250
Falle eines Mehrkörpersystems zu.

03:35.250 --> 03:50.390
Wir hatten in der letzten Vorlesung gesagt, wir haben ein

03:50.390 --> 03:53.910
Mehrkörpersystem, das aus vielen Körpern besteht.

03:57.390 --> 04:01.510
Wir greifen uns mal einen der Körper heraus.

04:04.790 --> 04:14.950
Das sei der Körper J und dann ist der über ein Gelenk oder über

04:14.950 --> 04:19.250
mehrere Gelenke mit einem Vorgängerkörper oder nachholenden Körpern

04:19.250 --> 04:19.750
verbunden.

04:20.950 --> 04:29.390
Das heißt, wir haben ein Gelenk, haben dann im Grunde genommen den

04:29.390 --> 04:30.090
nächsten Körper.

04:30.350 --> 04:33.610
Nun, wie die Körper aussehen, das ist ja zunächst mal egal, uns kommt

04:33.610 --> 04:34.110
es drauf an.

04:34.230 --> 04:38.410
Wir haben Körper, die können wir einfach mal so schemenhaft als

04:38.410 --> 04:39.330
Kartoffel darstellen.

04:40.010 --> 04:41.030
Das sei der Körper I.

04:42.330 --> 04:47.530
Wir haben vielleicht einen nachfolgenden Körper, ebenfalls wieder über

04:47.530 --> 04:51.890
ein Gelenk, den Körper K.

04:55.980 --> 04:59.180
Unter Umständen sind noch weitere Gelenkpunkte am Körper vorhanden,

04:59.320 --> 05:01.820
die interessieren uns aber in dem Moment jetzt nicht.

05:03.440 --> 05:18.660
Und wir haben also einen Gelenkpunkt G-I-J und einen Gelenkpunkt G-J

05:18.660 --> 05:19.140
-K.

05:21.200 --> 05:24.760
Ich hatte in der letzten Vorlesung schon darauf hingewiesen, dass wir

05:24.760 --> 05:30.040
da aufpassen müssen, denn der Gelenkpunkt G-I-J bzw.

05:30.440 --> 05:35.920
der Gelenkpunkt G-J-K, das könnte jetzt ein Punkt im Einfall vom

05:35.920 --> 05:38.700
Körper I oder ein Punkt von Körper J sein.

05:39.860 --> 05:43.520
Genauso wie hier ein Punkt von Körper J oder ein Punkt von Körper K.

05:46.600 --> 05:49.360
Und die beiden Punkte unterscheiden sich dann jeweils.

05:49.740 --> 05:49.900
Warum?

05:50.340 --> 05:54.240
Weil eine Relativbewegung zwischen den Körpern auftreten kann.

05:54.360 --> 06:00.460
Also müssen wir eigentlich genau unterscheiden zwischen Gelenkpunkt G

06:00.460 --> 06:06.980
-I -J, ich nenne das mal quer, das sei jetzt als Punkt des

06:06.980 --> 06:15.060
vorhergehenden Körpers und dann hätten wir noch den Punkt G-I-J, deren

06:15.060 --> 06:18.800
Position ist zwar im Augenblick dieselbe, aber wie gesagt, die

06:18.800 --> 06:20.000
Bewegung kann eine andere sein.

06:20.660 --> 06:26.180
Entsprechend gibt es dann hier den Gelenkpunkt G-J-K als Punkt von

06:26.180 --> 06:28.740
Körper J bzw.

06:29.180 --> 06:35.700
G-J-K quer als Punkt von Körper J bzw.

06:36.060 --> 06:38.780
G-J-K als Punkt von Körper K.

06:41.160 --> 06:49.120
Und wenn eben mal angegeben, haben wir an der Stelle den Ortsvektor

06:50.540 --> 06:57.020
zum Punkt G-I

07:02.130 --> 07:03.190
-J quer.

07:08.180 --> 07:11.540
Ne, da muss ich aufpassen, zum Punkt G-I-J.

07:12.280 --> 07:21.360
Wir haben gegeben, die Geschwindigkeit des Punktes G-I-J, also alles

07:21.360 --> 07:37.400
Punkt des Körpers J und Beschleunigung A von G-I-J bzw.

07:38.000 --> 07:43.760
auch die Winkelgeschwindigkeit von Körper J im

07:47.240 --> 07:59.740
Inertialsystem und gesucht ist dann der Ortsvektor zu dem beliebigen

07:59.740 --> 08:11.280
Punkt auf Körper J, also irgendein Punkt, nennen wir den mal P-I-J,

08:12.700 --> 08:22.560
die Geschwindigkeit des entsprechenden Punktes, die Beschleunigung des

08:22.560 --> 08:29.360
Punktes, eventuell natürlich auch die Winkelbeschleunigung von Körper

08:29.360 --> 08:37.440
J, das wäre dann Alpha von Körper J.

08:40.280 --> 08:48.060
Und da wissen wir, ja gut, der Vektor zum Punkt P-I-J, der ergibt sich

08:48.060 --> 09:03.840
aus dem Vektor zum Punkt in G-I-J plus eben den Vektor von G-I-J nach

09:03.840 --> 09:04.500
P -J.

09:10.590 --> 09:12.990
Also wenn wir das mal ein bisschen hier skizzieren,

09:16.680 --> 09:24.800
haben wir irgendwo das Inertialsystem, dann haben wir zunächst mal den

09:24.800 --> 09:27.860
Vektor zum Gelenk.

09:29.560 --> 09:52.630
R-G-I-J, dann haben wir den Vektor R-G-I-J-P-J und gesucht ist

09:52.630 --> 10:00.550
natürlich der Vektor R-P-J.

10:04.320 --> 10:07.380
Wie gesagt, aus einer Vektoraddition.

10:08.720 --> 10:13.420
Und da wissen wir natürlich die Geschwindigkeit des Punktes P-J.

10:14.000 --> 10:19.820
Dann nehmen wir die bekannte Geschwindigkeit des Punktes G-I-J plus

10:21.860 --> 10:27.840
eben, das wissen wir aus der kinematischen Grundgleichung, Omega von

10:27.840 --> 10:36.340
Körper J kreuz dem Vektor R-G-I-J-P-J.

10:37.340 --> 10:42.420
Das war gerade die Bewegung des Punktes P-J um den Gelenkpunkt.

10:55.270 --> 11:00.490
Die Beschleunigung des Punktes, auch das müssten Sie jetzt

11:00.490 --> 11:04.450
mittlerweile fast allein kennen, ist natürlich die Zeitableitung der

11:04.450 --> 11:09.930
Geschwindigkeit, das ist die Beschleunigung des Punktes G-I-J plus.

11:09.930 --> 11:22.210
Und jetzt haben wir eben Produktregel Omega-J-Punkt, das war gerade

11:22.210 --> 11:36.330
Alpha -J, Kreuz R-G-I-J-P-J plus Omega-J mal der Zeitableitung des

11:36.330 --> 11:38.970
Vektors R-G-I-J-P-J im Inertialsystem.

11:38.970 --> 11:47.770
Das war aber gerade wieder das Kreuzprodukt von Omega-J Kreuz R-G-I-J

11:47.770 --> 11:51.390
-P -J.

11:54.370 --> 12:00.390
Und wie gesagt, die Beschleunigung Alpha-J, die Winkelbeschleunigung

12:00.390 --> 12:04.510
war dann einfach Omega-J-Punkt.

12:06.410 --> 12:15.490
Wobei für das Omega eines Körpers, dieses Körpers, die

12:15.490 --> 12:18.450
Winkelbeschleunigung dadurch erhält, dass man die

12:18.450 --> 12:24.370
Winkelgeschwindigkeit entweder im Inertialsystem ableitet oder in dem

12:24.370 --> 12:29.130
körperfesten Bezugssystem, dessen Winkelgeschwindigkeit man hat.

12:29.690 --> 12:31.010
Das haben wir schon mal gezeigt.

12:32.590 --> 12:37.370
Weil beim Zeitableiten dann Omega Kreuz den Vektor selbst, ja Omega-J

12:37.370 --> 12:41.290
Kreuz Omega-J auftritt, also das ist dann der Nullvektor, wenn Sie

12:41.290 --> 12:42.070
sich zurückerinnern.

12:43.250 --> 12:46.550
So, das war für einen allgemeinen Punkt auf dem Körper J.

12:47.270 --> 12:51.350
Jetzt gibt es natürlich in unserem Falle zwei ausgezeichnete Punkte.

12:51.610 --> 12:53.850
Einen habe ich eingezeichnet, nämlich den Gelenkpunkt.

12:53.850 --> 12:57.450
Wichtig für die Kinetik ist jedoch zunächst der Schwerpunkt.

12:58.430 --> 13:12.110
Also für PJ gerade Schwerpunkt von Körper J ergibt sich die Kinematik

13:12.110 --> 13:25.710
des J-Schwerpunkts.

13:32.690 --> 13:36.610
Das brauchen wir, um eben den Impulssatz auszuwerten.

13:37.330 --> 13:52.970
Und als nächstes, wenn PJ gerade dem Gelenkpunkt GJK entspricht, das

13:52.970 --> 13:56.870
müssen wir aber aufpassen, dann geht das Ganze natürlich nur, wenn der

13:56.870 --> 14:00.270
Punkt GJK ein Punkt des Körpers J ist.

14:00.270 --> 14:03.430
Das war bei uns das GJK quer.

14:05.850 --> 14:19.750
Dann haben wir die Kinematik des auf Körper J liegenden

14:25.340 --> 14:26.740
Gelenkpunkts.

14:44.350 --> 14:50.590
Und jetzt müssen wir eben beachten, was für ein Gelenk wir haben.

14:50.770 --> 14:54.490
Unter Umständen ergibt sich dann eine Relativbewegung zwischen dem

14:54.490 --> 14:57.910
Gelenkpunkt GJK und dem Gelenkpunkt GJK quer.

14:57.910 --> 15:03.550
Und es ergibt sich eine Relativverdrehung im Gelenk.

15:04.050 --> 15:13.390
Also dann Relativkinematik im

15:22.430 --> 15:23.210
Gelenk.

15:26.690 --> 15:34.850
Das heißt, von GJK quer gehen wir dann auf GJK.

15:38.190 --> 15:45.050
Dann haben wir zunächst mal die Relativgeschwindigkeit VJK, die das

15:45.050 --> 15:45.780
Gelenk zulässt.

15:45.780 --> 15:49.500
Und das wären dann solche Gelenkfreiheitsgrade, die wir an der Stelle

15:49.500 --> 15:50.260
einführen würden.

15:52.740 --> 15:59.900
Und auch das Omega von Körper K in Körper J, das ist die

15:59.900 --> 16:03.780
Relativwinkelgeschwindigkeit zwischen beiden Körpern.

16:17.780 --> 16:19.740
Das heißt, wenn wir das auswerten,

16:24.230 --> 16:35.670
dann haben wir nach wie vor RGJK quer ist RGJK, also den Ortsvektor

16:35.670 --> 16:37.390
zum Gelenkpunkt.

16:37.850 --> 16:39.330
Das stimmt ja überein, den kennen wir.

16:39.330 --> 16:46.090
Dann wissen wir, dass VGJK, das ergibt sich aus der Geschwindigkeit

16:46.090 --> 16:59.650
des Bekannten des Gelenkpunktes GJK quer, plus eben das VJK und das

16:59.650 --> 17:06.410
Omega K, sollten wir das an der Stelle benennen, der Bekannte

17:06.410 --> 17:13.530
entspricht dann gerade dem Omega J plus Omega von K bezüglich J.

17:17.350 --> 17:21.370
Wenn wir die Geschwindigkeit haben, dann müssen wir entsprechend noch

17:21.370 --> 17:24.650
die Beschleunigung bestimmen.

17:25.650 --> 17:33.630
Also Beschleunigung aus einer Differentiation,

17:54.450 --> 18:01.430
da wäre dann die Beschleunigung des Gelenkpunktes GJK gleich der

18:01.430 --> 18:07.270
Beschleunigung des Gelenkpunktes GJK quer plus eben der Zeitableitung

18:07.270 --> 18:10.250
im Inertialsystem VJK.

18:12.850 --> 18:18.950
Und da muss man dann unter Umständen ein bisschen aufpassen, dass man

18:18.950 --> 18:20.990
das im Inertialsystem richtig differenziert.

18:23.110 --> 18:28.490
Und wenn wir das alles gemacht haben, dann haben wir eigentlich wieder

18:28.490 --> 18:31.790
das, was wir als Ausgangspunkt vorausgesetzt haben.

18:31.790 --> 18:36.270
Nämlich bekannte Größen für den Gelenkpunkt, allerdings nicht für

18:36.270 --> 18:37.910
Körper J, sondern für Körper K.

18:43.180 --> 18:48.000
Also damit Ausgangspunkt erreicht

18:51.860 --> 18:58.550
für Körper K.

19:03.020 --> 19:05.420
Das heißt, jetzt können wir das Ganze irgendwo so rekursiv

19:05.420 --> 19:08.440
formulieren, haben dann als Größen dann drin immer so die

19:08.440 --> 19:09.400
Gelenkvariablen.

19:10.560 --> 19:15.540
Das ist eigentlich eine adäquate Sache, kann man sehr systematisch

19:15.540 --> 19:15.820
machen.

19:17.060 --> 19:24.240
Wir in der TM3, TM4 beschränken uns natürlich immer nur auf Systeme,

19:24.280 --> 19:27.820
die so einfach sind, dass man das nicht so systematisch machen muss.

19:28.880 --> 19:33.520
Sondern, dass man das auch so ein bisschen kämpfärmlich angehen kann.

19:34.020 --> 19:38.920
Aber wie gesagt, wenn Sie mehrere und viele Freiheitsgrade haben, dann

19:38.920 --> 19:42.600
tut man doch gut daran, das in einer systematischen Art und Weise zu

19:42.600 --> 19:42.820
machen.

19:42.820 --> 19:47.780
Und wenn Sie räumliche Probleme haben mit vielen Freiheitsgraden, auch

19:47.780 --> 19:52.280
räumlichen Drehungen, dann zeigt es sich, dass die entsprechenden

19:52.280 --> 19:56.620
Rechnungen sehr schnell aufwendig werden und man gut daran tut, das

19:56.620 --> 19:58.500
möglichst auf dem Rechner auszulagern.

20:01.160 --> 20:03.080
Gibt es noch Fragen zur Kinematik?

20:05.100 --> 20:08.120
Dann kommen wir jetzt zur Kinetik.

20:31.810 --> 20:37.250
Bei der Kinetik, da müssen natürlich für jeden einzelnen Körper des

20:37.250 --> 20:40.470
Gesamtsystems Impuls und Rallsatz gelten.

21:10.850 --> 21:14.990
Das heißt, unter Umständen müssen wir eben auch in den Gelenken dann

21:14.990 --> 21:20.630
entsprechende Zwangskräfte oder Zwangsmomente einführen, die natürlich

21:20.630 --> 21:23.770
dann an beiden Körpern wirken, gemäß Aktion-Gleich-Reaktion,

21:23.890 --> 21:24.850
entgegengesetzt gerichtet.

21:24.850 --> 21:29.330
Und wenn

21:36.080 --> 21:39.080
das für jeden Körper gelten muss, dann greifen wir uns einfach mal

21:39.080 --> 21:40.640
beliebig den Körper J heraus.

21:44.850 --> 21:50.690
Da haben wir zunächst mal den Rallsatz, der besagt, dass die Masse von

21:50.690 --> 21:56.410
Körper J multipliziert mit der Schwerpunktsbeschleunigung, das war R

21:56.410 --> 22:01.030
von SJ, zwei Punkt, gerade ergeben muss.

22:07.720 --> 22:18.610
FJ plus eine Summe von Kräften, nämlich von den anderen Körpern auf

22:18.610 --> 22:23.670
Körper J wirkenden Kräften, deshalb machen wir hier mal K gleich 1 bis

22:23.670 --> 22:24.010
N.

22:25.550 --> 22:36.480
FJK, das Ganze muss gelten für J gleich 1 bis N.

22:39.720 --> 22:46.120
Wie gesagt, links Massenmalbeschleunigung von Körper J, das wären

22:46.120 --> 22:49.840
jetzt alle äußeren am Körper J angreifenden Kräfte.

22:58.460 --> 23:02.840
Alle äußeren Kräfte am

23:06.420 --> 23:06.980
Körper J.

23:08.940 --> 23:13.820
Und das wären eben die zwischen den einzelnen Körpern wirkenden

23:13.820 --> 23:18.680
Kräfte, und zwar die Kräfte aller anderen Körper auf Körper J.

23:19.960 --> 23:23.680
Das heißt, wenn wir an der Stelle wieder die Kraft haben, FJJ, die

23:23.680 --> 23:26.360
theoretisch auftritt, machen wir das wie schon zuvor bei

23:26.360 --> 23:26.720
Massenpunktsystemen.

23:26.720 --> 23:31.340
Das ist eben vom Körper J weg keine Kraft auf sich selbst, die ist

23:31.340 --> 23:32.060
dann einfach Null.

23:32.380 --> 23:35.100
Dann können wir das aber so schön als Summe schreiben.

23:37.520 --> 23:57.790
Also von den anderen Körpern auf Körper J wirkende Kräfte.

24:05.990 --> 24:08.070
Das nächste ist dann der Drall-Satz.

24:10.050 --> 24:11.870
Und den können wir ganz einfach schreiben.

24:12.730 --> 24:21.630
Der Drall von Körper J bezüglich Schwerpunkt SJ muss gerade sein,

24:23.610 --> 24:28.570
Ableitung nach der Zeit, und wir müssen uns erinnern, das ist die

24:28.570 --> 24:34.270
Ableitung nach der Zeit im Inertialsystem, entspricht gerade der Summe

24:34.270 --> 24:35.550
aller Momente.

24:39.490 --> 24:42.810
Bezüglich des J-Schwerpunktes,

24:46.350 --> 24:52.290
und auch da können äußere Momente vorhanden sein, infolge Kräften oder

24:52.290 --> 24:54.110
freien Momenten, also Kräfte fahren.

24:55.350 --> 25:04.190
Oder auch Momente von Zwangskräften oder Zwangsmomenten der anderen

25:04.190 --> 25:05.650
Körper auf Körper J.

25:06.570 --> 25:08.570
Das muss man dann entsprechend richtig aufstellen.

25:09.070 --> 25:15.210
Wichtig an der Stelle die Ableitung des Dralls bezüglich SJ im

25:15.210 --> 25:16.230
Inertialsystem.

25:18.450 --> 25:24.450
Im körperfesten Bezugssystem hätten wir da die Spellkeitsmatrix oder

25:24.450 --> 25:29.810
Tensor, der eine Konstante ist im körperfesten Bezugssystem.

25:34.050 --> 25:40.630
Mal der Winkelbeschleunigung, also Phi bezüglich SJ.

25:41.470 --> 25:49.330
Mal der Ableitung der Winkelgeschwindigkeit von Körper J nach der

25:49.330 --> 25:49.670
Zeit.

25:51.030 --> 25:59.600
Plus eben dann der Termin im Kreuzprodukt, das war Omega J.

26:00.260 --> 26:05.180
Kreuz dem Drall und der Drall, das war ja gerade wieder das Phi,

26:06.200 --> 26:11.180
bezüglich SJ multipliziert mit Omega J.

26:18.920 --> 26:20.640
Und die konkrete Auswertung,

26:27.160 --> 26:31.320
die kann man natürlich auch machen im Sinne d'Alembert's,

26:54.860 --> 27:04.320
mit Spellkeitskräften und Momenten in

27:07.600 --> 27:13.520
Form von Kräfte- und Momentenbilanzen.

27:41.340 --> 27:46.820
Und man sieht, das gibt jetzt insgesamt für jeden Körper, wenn man ein

27:46.820 --> 27:50.980
räumliches Problem hat, sechs skalare Gleichungen oder zwei

27:50.980 --> 27:51.880
Vektorgleichungen.

27:51.880 --> 27:56.580
Das heißt, wenn wir ein System von N Körpern haben, haben wir zunächst

27:56.580 --> 27:58.500
mal sechs N Gleichungen.

27:59.660 --> 28:04.020
Allerdings nicht nur mit den gesuchten Koordinaten, in dem Falle wären

28:04.020 --> 28:07.020
das die Gelenkkoordinaten, welche die Bewegungen in den Gelenken

28:07.020 --> 28:14.700
beschreiben, sondern auch noch eventuell auftretende Zwangskräfte und

28:14.700 --> 28:15.380
Zwangsmomente.

28:15.380 --> 28:19.640
Um dann letztendlich auf die Bewegungsgleichungen zu kommen, müssen

28:19.640 --> 28:32.180
diese Zwangskräfte und Zwangsmomente entsprechend eliminiert werden.

28:58.760 --> 29:03.360
Das ergibt dann unter Umständen die Bewegungsgleichungen.

29:07.320 --> 29:12.020
Unter Umständen, je nachdem, gibt es aber auch noch

29:12.020 --> 29:20.040
Bindungsgleichungen zwischen den Gelenkgrößen.

29:25.110 --> 29:35.260
Also plus R Bindungsgleichungen,

29:51.240 --> 29:57.020
sodass, wenn wir jetzt irgendwelche Zwangskräfte und Zwangsmomente

29:57.020 --> 30:02.180
einsetzen, dann haben wir natürlich insgesamt bei R

30:02.180 --> 30:07.760
Bindungsgleichungen auch R Zwangskräfte und Zwangsmomente.

30:10.980 --> 30:25.680
Das heißt, wir haben insgesamt 6 N minus R Bewegungsgleichungen.

30:37.190 --> 30:40.290
So ein bisschen vorstellen kann man es sich vielleicht, ich mache mal

30:40.290 --> 30:42.330
ein ganz einfaches Beispiel hin.

30:43.970 --> 30:45.350
So ein Koppelfiereck,

30:56.500 --> 31:03.380
wenn wir jetzt dieses Lager mal nicht betrachten, dann hätten wir was,

31:03.460 --> 31:05.640
was wir so behandeln könnten, wie wir das vorher hatten.

31:06.180 --> 31:09.980
Da haben wir eine Gelenkkoordinate, nämlich den Verdrehwinkel, eine

31:09.980 --> 31:13.240
weitere Gelenkkoordinate, das wäre wieder ein Verdrehwinkel und einen

31:13.240 --> 31:14.300
dritten Verdrehwinkel.

31:15.680 --> 31:19.200
Aus Erfahrung wissen wir, so ein Koppelfiereck, das hat aber nur einen

31:19.200 --> 31:19.980
Freiheitsgrad.

31:21.200 --> 31:25.280
Das heißt, zunächst mal hätten wir, wenn wir das hier mal außer Acht

31:25.280 --> 31:29.720
lassen, drei Freiheitsgrade.

31:31.480 --> 31:35.440
Jetzt sehen wir aber, ja gut, der letzte Punkt, der muss natürlich

31:35.440 --> 31:40.600
zwei Zwangsbedingungen erfüllen, nämlich die Koordinaten dieses

31:40.600 --> 31:45.140
Punktes als Punkt vom letzten Körper, die müssen gerade den

31:45.140 --> 31:46.660
Lagerkoordinaten entsprechen.

31:46.660 --> 31:49.800
Da sieht man, das sind zwei Zwangsbedingungen, eine für die X

31:49.800 --> 31:54.120
-Koordinate, eine für die Y-Koordinate, so dass letztendlich, wenn man

31:54.120 --> 31:58.920
das noch berücksichtigt, an der Stelle ein Freiheitsgrad bleibt.

32:00.280 --> 32:04.740
Wenn die Zwangsbedingungen nur jetzt hier in den Gelenken vorliegen,

32:04.840 --> 32:07.540
dann ist das einfach, aber hier hat man zum Beispiel eine kinematische

32:07.540 --> 32:12.600
Schleife, also man geht praktisch von der Umgebung aus, vom nullten

32:12.600 --> 32:16.180
Körper, dann zum ersten Körper, zum zweiten, zum dritten, und dann

32:16.180 --> 32:20.740
gibt es aber eine Zwangsbedingung wieder, nicht zum nächsten Körper,

32:20.900 --> 32:22.880
sondern praktisch zu einem vorhergehenden Körper.

32:23.120 --> 32:24.440
Das wäre dann ein bisschen komplizierter.

32:25.140 --> 32:26.520
Gibt es soweit Fragen?

32:32.110 --> 32:32.210
Ja?

32:43.260 --> 32:44.520
Das habe ich jetzt nicht kapiert.

32:45.420 --> 32:46.560
Wenn Sie was verdrehen?

32:49.020 --> 32:49.660
Den?

32:53.140 --> 32:55.340
Ja, Sie kommen dann in eine singuläre Lage.

32:55.680 --> 32:59.240
Wenn es praktisch so weit dreht, dass hier das gestreckt ist, das

32:59.240 --> 33:00.620
meinen Sie, dann wird es durchfallen.

33:03.360 --> 33:08.840
Ja, das ist einfach eine, im Prinzip, für den vorgegebenen Winkel, den

33:08.840 --> 33:11.600
wir jetzt an der Stelle hätten, gibt es zwei mögliche Lösungen.

33:12.120 --> 33:16.200
Da gäbe es die hier, oder es gäbe natürlich auch die hier.

33:20.160 --> 33:23.700
Das beantwortet wahrscheinlich Ihre Frage nicht ganz, weil Sie immer

33:23.700 --> 33:26.940
von der Vorstellung leben, da wirkt ein Gewicht, und wenn ich den in

33:26.940 --> 33:31.420
der ausgestreckten Lage habe, dann fällt das irgendwie runter.

33:42.400 --> 33:44.880
Ich habe es gesagt, das ist eine singuläre Stellung.

33:46.420 --> 33:48.220
Die ist ein bisschen schwieriger zu behandeln.

33:49.660 --> 33:54.460
In der Stellung ist alles ganz klar, da hängt der Winkel und der

33:54.460 --> 33:56.960
Winkel, also alle drei Winkel hängen zusammen.

33:58.020 --> 33:59.160
Ich kann nur einen vorgeben.

34:00.340 --> 34:06.560
Und in der singulären Stellung, da könnte ich theoretisch auch, wenn

34:06.560 --> 34:11.580
ich das hier festhalte, in der Querrichtung keine Last aufbringen.

34:11.720 --> 34:13.660
Das könnte das nicht halten, so kann man es sich merken.

34:14.120 --> 34:15.580
Das ist ein bisschen ein ausgearteter Fall.

34:16.480 --> 34:18.660
Solche Stellungen können natürlich auftreten.

34:20.100 --> 34:21.820
Da muss man aber ein bisschen vorsichtig sein.

34:27.800 --> 34:29.560
So, was bleibt sonst noch anzumerken?

34:29.700 --> 34:33.260
Nun gut, Arbeits- und Energiesatz, das brauchen wir nicht anschreiben,

34:33.340 --> 34:34.720
das gilt natürlich nach wie vor.

34:38.300 --> 34:42.520
Und wenn jetzt in so einem Mehrkörpersystem noch Stöße auftreten, dann

34:42.520 --> 34:44.100
behandeln wir das an der Stelle auch nicht.

34:44.160 --> 34:46.780
Das haben wir im zweidimensionalen Fall gemacht.

34:46.920 --> 34:49.880
Das kann natürlich im dreidimensionalen Fall ganz ähnlich auftreten,

34:49.980 --> 34:52.460
mit all den Schwierigkeiten, die man dabei hat.

34:56.640 --> 35:04.660
So, wenn wir jetzt gerade mal betrachten, die Zahl der

35:04.660 --> 35:08.700
Bewegungsgleichungen und die Zahl der Gleichungen, die wir aufgrund

35:08.700 --> 35:13.440
von Impuls- und Rallsatz bei einer räumlichen Bewegung erhalten, dann

35:13.440 --> 35:19.800
liegt es natürlich nahe, irgendwann zu sagen, wenn ich zum Beispiel

35:19.800 --> 35:27.140
einen Mehrzylinder-Motor habe und den als Starkörpersystem modelliere,

35:27.960 --> 35:30.780
dann habe ich im Grunde genommen sehr viele Körper.

35:31.340 --> 35:35.800
Ich habe die Motorwelle, rein theoretisch habe ich noch die

35:35.800 --> 35:36.320
Nockenwelle.

35:37.560 --> 35:46.110
Dann habe ich die Kurbeln an jedem Zylinder, ich habe die Bleuelstange

35:46.110 --> 35:49.110
an jedem Zylinder und dann habe ich noch den Kolben, der hoch und

35:49.110 --> 35:49.710
runter geht.

35:51.330 --> 35:53.230
Das sind also wirklich sehr viele Körper.

35:53.410 --> 35:55.450
Das würde auf sehr viele Gleichungen führen.

35:56.490 --> 36:00.830
Aber letztendlich, als Starkörpersystem modelliert, hat das Ganze nur

36:00.830 --> 36:01.810
einen Freiheitsgrad.

36:03.030 --> 36:07.150
Und da kann man sich natürlich fragen, wenn solche Systeme vorliegen,

36:07.810 --> 36:11.850
ich habe viele Körper, aber nur wenige Freiheitsgrade, gibt es da

36:11.850 --> 36:15.250
nichts Besseres, um Bewegungsgleichungen herleiten zu können?

36:16.550 --> 36:18.470
Und das ist das, was wir jetzt dann im Folgenden machen.

36:19.390 --> 36:23.630
Man muss sich aber immer natürlich im Hinterkopf behalten, wenn wir

36:23.630 --> 36:28.550
dann die Bewegungsgleichungen hergeleitet haben, dann können wir

36:28.550 --> 36:32.890
zunächst einmal simulieren, was unser System macht.

36:33.750 --> 36:40.570
Ich denke, im Dynamics Lab, da wird es mit einem Einzylindermotor ein

36:40.570 --> 36:41.310
bisschen gemacht.

36:44.630 --> 36:47.630
Das ist schon schwer genug.

36:49.050 --> 36:52.090
Man versuchte das dann auch so runterzubrechen, dass Sie das mit Ihren

36:52.090 --> 36:55.010
Methoden, die Sie aus CN3 kennen, schon machen können.

36:56.550 --> 36:57.170
Das ist das eine.

36:59.010 --> 37:04.030
Ich kann dann zum Beispiel simulieren, wenn die und die Last anliegt,

37:04.030 --> 37:08.250
dann führt es zu der Beschleunigung oder zu den Effekten der Bewegung.

37:09.050 --> 37:12.130
Das ist eine wichtige Aussage.

37:13.030 --> 37:19.970
Wenn man jetzt hergehen will und Lager bemessen zum Beispiel, da muss

37:19.970 --> 37:21.990
man natürlich wissen, wie groß ist die Lagerbelastung.

37:23.190 --> 37:26.490
Wenn ich jetzt nur die Bewegungsgleichung löse, dann kenne ich die

37:26.490 --> 37:27.530
Lagerbelastung nicht.

37:28.550 --> 37:34.670
Weil die Lagerbelastung ist letztendlich dann gegeben und die

37:34.670 --> 37:34.670
Lagerbelastung ist dann gegeben.

37:34.670 --> 37:38.130
Also für solche Arten von Aufgaben, Dimensionierung und so weiter,

37:38.530 --> 37:43.210
sind unter Umständen natürlich die Kenntnisse der Zwangsreaktionen

37:43.210 --> 37:43.870
schon wichtig.

37:45.050 --> 37:47.970
Aber die hängen unter Umständen natürlich auch wieder ab von der

37:47.970 --> 37:48.450
Bewegung.

37:49.710 --> 37:53.690
Also ich muss sowohl die Bewegung dann einig können, ich muss das

37:53.690 --> 37:56.870
simulieren können, wie auch die Abhängigkeit der Zwangskräfte

38:04.030 --> 38:05.270
von Bewegungsgleichungen herzuleiten.

38:05.390 --> 38:09.010
Wie gesagt, sind die aber vielleicht gar nicht notwendig.

38:09.090 --> 38:14.850
Und das ist das, was wir jetzt machen mit Hilfe der Energiemethoden

38:14.850 --> 38:16.630
und den Prinzipien der Mechanik.

38:51.710 --> 38:56.510
Das heißt, unser Ziel ist Herleitung von Bewegungsgleichungen

39:09.710 --> 39:22.240
analytisch aus Energie auszudrücken.

39:36.470 --> 39:39.190
Und da zunächst mal das Prinzip von d'Alembert

39:51.680 --> 39:53.280
in Lagrange-Erfassung.

40:11.350 --> 40:16.950
Und Sie alle kennen die virtuelle Arbeit von der Statik her.

40:18.450 --> 40:21.010
Wer kennt die virtuelle Arbeit aus der Statik?

40:22.370 --> 40:23.330
Wer kennt die nicht?

40:24.590 --> 40:26.310
Keiner traut sich zu strecken.

40:26.310 --> 40:29.770
Also, können wir jetzt an der Stelle fast schon wieder aufhören.

40:30.910 --> 40:31.230
Warum?

40:33.310 --> 40:39.470
In der Statik hat man virtuelle Arbeit, indem man eine Kraft virtuell

40:39.470 --> 40:40.070
verschiebt.

40:41.290 --> 40:45.490
Wenn man jetzt ein System hat, und in der Statik ist es meistens

40:45.490 --> 40:49.890
statisch bestimmt, und man nimmt eine der Lagerwertigkeiten weg, dann

40:49.890 --> 40:51.530
wird das System verschieblich.

40:52.850 --> 40:57.550
Und wenn ich das System jetzt virtuell verrücke, dann machen alle

40:57.550 --> 41:02.310
Kraftangriffspunkte und auch da, wo Momente angreifen, da machen

41:02.310 --> 41:05.870
Systemteile irgendwelche virtuellen Verdrehungen, also die

41:05.870 --> 41:09.350
Kraftangriffspunkte machen virtuelle Verschiebungen, die letztendlich

41:09.350 --> 41:14.190
dann von irgendeiner vorgegebenen virtuellen Verschiebung abhängt.

41:15.690 --> 41:20.330
Das führt bei jeder Kraft zu einer sogenannten virtuellen Arbeit.

41:22.070 --> 41:24.710
Und in der Statik, wenn es statisch bestimmt war, und man z.B.

41:24.830 --> 41:29.650
eine Lagerreaktion auswerten will, dann heißt das, naja gut, die

41:29.650 --> 41:31.310
virtuelle Arbeit muss nun sein.

41:32.870 --> 41:36.330
Man muss das System also so verschieben virtuell, wie es die

41:36.330 --> 41:43.390
restlichen Lager- und Gelenkvorgaben erlauben.

41:45.830 --> 41:49.690
Nun hier haben wir a priori ja irgendwelche Freiheitsgrade.

41:49.690 --> 41:54.090
Das heißt, wir können jeden der Freiheitsgrade mal virtuell verändern.

41:55.450 --> 41:56.390
Und das steckt so dahinter.

41:57.770 --> 42:06.270
Nur muss bei uns das System nicht im Gleichgewicht sein, sondern es

42:06.270 --> 42:09.490
wird verschoben unter Umständen, infolge der wirkenden Kräfte und

42:09.490 --> 42:10.970
Momente auch beschleunigt.

42:11.530 --> 42:14.270
Und dann wissen wir, na gut, in der Statik, da hatten wir

42:14.270 --> 42:17.430
Kräftegleichgewicht und momentigen Gleichgewicht, das haben wir

42:17.430 --> 42:18.770
natürlich in der Dynamik.

42:18.830 --> 42:22.690
Genau dann, wenn wir das Prinzip von D'Alembert nehmen und

42:22.690 --> 42:26.070
entsprechende Trägheitskräfte und Trägheitsmomente einführen, dann

42:26.070 --> 42:30.830
könnten wir ja Impuls und Rallsatz letztendlich auf Kräfte- und

42:30.830 --> 42:32.230
Momentenbilanzen zurückführen.

42:33.230 --> 42:34.750
Also das ist die Idee dahinter.

42:56.010 --> 43:01.070
Nun wenn wir jetzt Kräfte haben, die am System angreifen, dann können

43:01.070 --> 43:01.990
wir die unterteilen.

43:02.970 --> 43:10.710
Nämlich, im Sinne von D'Alembert, zunächst mal Trägheitskräfte und

43:10.710 --> 43:14.370
andere Kräfte, und die anderen Kräfte, die können wir noch unterteilen

43:14.790 --> 43:19.030
in sogenannte Zwangskräfte und die eingeprägten Kräfte.

43:20.430 --> 43:20.810
Also,

43:26.570 --> 43:31.410
Einteilung der Kräfte.

43:33.830 --> 43:38.430
Und wenn wir zunächst mal nur Massenpunkte wieder der Einfachheit

43:38.430 --> 43:41.970
halber betrachten, dann können im Grunde genommen auch nur Kräfte

43:41.970 --> 43:42.610
auftreten.

43:43.350 --> 43:44.750
Oder dann Kräftepaare.

43:46.450 --> 43:51.390
Beim starren Körper könnten dann entsprechend auch freie Momente

43:51.390 --> 43:51.730
auftreten.

43:52.090 --> 43:54.270
Da gilt es dann natürlich ganz analog.

43:55.450 --> 43:59.330
Also, sinngemäß auch für Momente.

44:12.190 --> 44:15.950
Zum einen, wie gesagt, eingeprägte Kräfte.

44:30.950 --> 44:33.990
Zum Beispiel eine Gewichtskraft, irgendeine Antriebskraft.

44:35.090 --> 44:42.330
Das könnte auch, je nachdem, eine Reibkraft sein, wenn praktisch da

44:42.330 --> 44:44.450
eine Relativverschiebung erfolgt.

44:45.410 --> 44:46.990
Dann gibt es Zwangskräfte

44:52.570 --> 44:57.670
infolge von Führungen, wo also praktisch die Bewegung zwangsweise

44:57.670 --> 45:00.550
irgendwie erfolgt, entlang einer gegebenen Bahn.

45:01.810 --> 45:05.550
Wir wissen natürlich, dass es unter Umständen auch Fälle gibt, bei

45:05.550 --> 45:09.790
denen die eingeprägten Kräfte von der Zwangskraft abhängen.

45:10.530 --> 45:13.890
Einen Fall hatten wir mal, wo so ein Massenpunkt auf einer Kreisbahn

45:13.890 --> 45:15.350
gleitet.

45:15.670 --> 45:20.510
Wenn da die Kreisbahn mit Reibung behaftet ist, dann hängt natürlich

45:20.510 --> 45:21.310
die Reibkraft

45:24.530 --> 45:27.670
und der Massenpunkt bei einer Kreisbahn immer nach innen beschleunigt

45:27.670 --> 45:29.110
wird, das führt zu einer Normalkraft.

45:29.810 --> 45:33.410
Letztendlich zu einer Erhöhung der Normalkraft und damit auch zu einer

45:33.410 --> 45:34.330
Erhöhung der Reibkraft.

45:35.970 --> 45:39.450
Aber wie gesagt, wichtig wäre dann die eingeprägte Kraft.

45:40.430 --> 45:41.990
Und dann haben wir noch die Trägheitskräfte.

45:58.140 --> 46:01.760
So, wenn wir jetzt einen einzigen Massenpunkt haben,

46:05.610 --> 46:16.970
also bei einem Massenpunkt, nun nehmen wir mal an, zunächst mal, wir

46:16.970 --> 46:20.710
haben einen Massenpunkt, der sich auf so einer Ebene bewegt.

46:22.650 --> 46:25.070
In welche Richtung wirkt die Zwangskraft?

46:27.010 --> 46:29.630
Und die Zwangskraft wirkt senkrecht

46:32.720 --> 46:34.040
zur Ebene.

46:35.560 --> 46:40.540
Die Bewegung selbst, die erfolgt in der Ebene.

46:41.560 --> 46:48.640
Das heißt, in diesem Beispiel ist die Zwangskraft senkrecht auf der

46:48.640 --> 46:49.160
Bewegung.

46:51.560 --> 46:55.080
Wenn ich jetzt eine gekrümmte Ebene habe, denken Sie an einen Berg,

47:00.490 --> 47:07.070
dann wirkt zunächst mal die Zwangskraft wieder senkrecht auf die

47:07.070 --> 47:07.450
Ebene.

47:12.890 --> 47:15.750
Wenn wir über einen Berg gehen, muss man ein bisschen vorsichtig sein.

47:15.850 --> 47:16.030
Warum?

47:17.050 --> 47:19.430
Weil wenn wir auf einem Berg stehen, dann haben wir eigentlich gar

47:19.430 --> 47:22.490
keinen Freiheitsgrad mehr, sondern nur noch Zwangskräfte.

47:23.490 --> 47:29.350
Und man sieht, in dem Falle sind dann die Reibkräfte, dass wir nicht

47:29.350 --> 47:32.110
den Berg runterrutschen, die sind Zwangskräfte.

47:32.650 --> 47:36.910
Nämlich, die stellen sich ein, je nachdem wie die Neigung des Berges

47:36.910 --> 47:37.210
ist.

47:37.920 --> 47:43.370
Wenn wir eine glatte, also eine Eisfläche haben, dann sehen Sie genau,

47:44.490 --> 47:47.970
dann wird man sich nicht am Berg halten können.

47:48.090 --> 47:51.890
Höchstens, man hat eine zusätzliche Kraft, die praktisch einen selbst

47:51.890 --> 47:52.110
hält.

47:52.710 --> 47:54.290
Ansonsten rutscht man an den Berg runter.

47:54.830 --> 47:58.090
Das heißt, die entsprechende Zwangskraft wirkt dann wirklich senkrecht

47:58.090 --> 47:58.870
zur Oberfläche.

48:02.710 --> 48:07.510
Also auch da würde die Zwangskraft senkrecht auf der Bewegung stehen.

48:08.730 --> 48:11.810
So, und jetzt kann man das Ganze nochmal ein bisschen verkomplizieren.

48:12.590 --> 48:17.970
Nämlich, was passiert, wenn wir diese Ebene noch zeitabhängig machen?

48:18.570 --> 48:19.150
Was weiß ich?

48:19.590 --> 48:23.130
Dass die irgendeine vorgegebene Bewegung macht.

48:30.790 --> 48:33.590
Nehmen wir an, der Tisch, der macht eine Auf- und Abbewegung.

48:36.430 --> 48:40.990
Dann macht der Massenpunkt, der sich auf dem Tisch bewegt, der macht

48:40.990 --> 48:44.770
nicht nur eine Bewegung in der Tischebene, sondern aufgrund der

48:44.770 --> 48:48.590
vorgegebenen Bewegung des Tisches bewegt sich der Massenpunkt auch auf

48:48.590 --> 48:48.990
und ab.

48:51.550 --> 48:56.030
Die Zwangskraft, würden wir jetzt sagen, die wirkt ja immer noch

48:56.030 --> 48:58.750
senkrecht auf die Tischebene.

49:00.090 --> 49:06.270
Also, die Zwangskraft wirkt in dem Falle nicht senkrecht auf die

49:06.270 --> 49:12.090
Bewegung, aber, und jetzt kommt der Unterschied, senkrecht auf einer

49:12.090 --> 49:13.190
virtuellen Bewegung.

49:13.390 --> 49:14.810
Was heißt da die virtuelle Bewegung?

49:16.130 --> 49:20.570
Virtuelle Bewegung heißt in dem Falle, ich verändere die Zeit nicht,

49:20.990 --> 49:22.950
also ich verändere die Zeit virtuell nicht.

49:23.370 --> 49:26.590
In der Variationsrechnung würde man sagen, die Variation der Zeit ist

49:26.590 --> 49:26.830
null.

49:28.110 --> 49:29.790
Den Ort variieren wir ein bisschen.

49:31.050 --> 49:32.650
Wenn ich aber die Zeit festhalte,

49:36.970 --> 49:39.350
halte ich der Ebene nicht aus, weil ich mache das zu einem festen

49:39.350 --> 49:41.410
Zeitpunkt, halte das Ganze dann fest.

49:42.750 --> 49:45.630
Mein Vorvorgänger hat immer gesagt, alle Uhren stehen still.

49:47.170 --> 49:53.830
Und jetzt mache ich eine virtuelle Verschiebung bei festgehaltener

49:53.830 --> 49:56.190
Zeit, und das ist dann gerade eine virtuelle Verschiebung.

49:56.610 --> 50:00.370
Und dann sieht man, jetzt ist die virtuelle Verschiebung wieder

50:00.370 --> 50:02.270
senkrecht zur Zwangskraft.

50:06.970 --> 50:08.550
Da haben wir gerade

50:20.810 --> 50:29.970
Zwangskraft senkrecht zu virtueller Verschiebung.

50:44.730 --> 50:51.510
Das heißt, fz, skalar multipliziert, mit der virtuellen Verschiebung

50:51.510 --> 50:53.670
muss dann gerade null sein.

50:57.760 --> 51:04.520
Wie gesagt, bei einem Massenpunkt kann man das relativ leicht zeigen.

51:05.580 --> 51:09.860
Bei Körpern im Prinzip ganz ähnlich.

51:10.080 --> 51:11.740
Da müssen wir noch die Rotation vielleicht mitbringen.

51:12.880 --> 51:15.080
Wenn wir jetzt mal etwas Komplizierteres betrachten.

51:21.390 --> 51:23.290
Ich versuche mal, das zu skizzieren.

51:29.180 --> 51:30.220
Wir haben so eine Kurbel.

51:33.200 --> 51:35.520
Dann haben wir eine Ploylstange.

51:38.320 --> 51:42.940
Und dann haben wir hier angedeutet noch den Zylinder irgendwo.

51:46.320 --> 51:47.320
Ne, den Kolben.

51:48.120 --> 51:49.680
Dann haben wir hier eine Führung.

51:56.750 --> 51:58.230
Wenn wir jetzt an der Stelle mal schauen.

52:01.310 --> 52:04.930
Ich zeichne mal die Zwangskraft.

52:06.590 --> 52:10.450
Zunächst mal haben wir im Gelenk eine Zwangskraft.

52:11.710 --> 52:12.630
Die hat irgendeine Richtung.

52:16.940 --> 52:21.240
Dann haben wir im Gelenk irgendwo eine Zwangskraft.

52:21.320 --> 52:23.140
Die hängt auch von der Bewegung ab.

52:23.200 --> 52:25.720
Vielleicht aufgrund der Beschleunigung.

52:26.500 --> 52:29.100
Ich zeichne mal so an.

52:31.200 --> 52:34.540
Die kann auch eine Richtung haben, die ich jetzt gar nicht weiß.

52:35.380 --> 52:37.320
Dann haben wir an der Stelle eine Zwangskraft.

52:44.830 --> 52:47.030
Und wir haben an der Stelle eine Zwangskraft.

52:50.210 --> 52:51.590
Hier eine Zwangskraft.

52:55.090 --> 52:58.090
Im Prinzip auf die Stange von den Lagern.

52:58.250 --> 53:02.030
Also jetzt nicht von der Stange auf die Lager, sondern immer praktisch

53:02.030 --> 53:04.170
bezogen auf das sich bewegende Teil.

53:07.510 --> 53:11.850
Nun man sieht die entsprechenden virtuellen Verschiebungen.

53:13.590 --> 53:19.390
Die sind natürlich an der Stelle Delta R2.

53:20.230 --> 53:27.050
An der Stelle haben wir Delta R1 gleich 0, weil das Lager verschiebt

53:27.050 --> 53:27.610
sich ja nicht.

53:31.430 --> 53:37.770
An der Stelle haben wir eine Verschiebung in Kolbenlängsrichtung Delta

53:37.770 --> 53:38.370
R3.

53:40.850 --> 53:44.890
Und an der Stelle haben wir eine Verschiebung Delta R4.

53:45.430 --> 53:49.210
An der Stelle haben wir eine Verschiebung Delta R5.

53:53.110 --> 53:58.450
Und jetzt sehen wir bei Punkt 4 und Punkt 5, da haben wir es einfach.

53:58.990 --> 54:01.870
Da steht nämlich die virtuelle Verschiebung wieder senkrecht auf der

54:01.870 --> 54:02.930
entsprechenden Zwangskraft.

54:03.450 --> 54:06.470
Also da wird die virtuelle Arbeit der Zwangskräfte 0 sein.

54:08.190 --> 54:09.310
Jetzt, wie sieht es aus?

54:11.350 --> 54:13.830
Genauso hier, da haben wir keine virtuelle Verschiebung, gibt auch

54:13.830 --> 54:15.790
keine virtuelle Arbeit.

54:16.150 --> 54:18.410
Aber wie sieht es aus in den Punkten 2 und 3?

54:24.740 --> 54:28.280
Nun, wenn wir das ein bisschen genauer herauszeichnen.

54:31.200 --> 54:32.920
Und ich unterteile das mal.

54:43.070 --> 54:47.830
Dann sehen wir, ich habe jetzt hier mal zwar Zwangskräfte F2 und F3

54:47.830 --> 54:48.150
eingezeichnet.

54:49.730 --> 54:53.410
Aber diese Zwangskräfte, die treten natürlich nicht so auf, wie ich

54:53.410 --> 54:57.950
das eingezeichnet habe, sondern die treten gleichzeitig an jedem

54:57.950 --> 55:02.570
Systemteil auf, über Paarweise, gleich groß, aber entgegengesetzt

55:02.570 --> 55:02.970
gerichtet.

55:03.930 --> 55:11.850
Das heißt, wenn meinetwegen an dem Systemteil eine Zwangskraft F2

55:13.070 --> 55:21.670
wirkt, dann wirkt an dem Systemteil die gleiche Kraft entgegengesetzt

55:21.670 --> 55:22.490
gerichtet ein,

55:26.870 --> 55:29.550
also F2 quer, nenne ich die mal.

55:30.350 --> 55:36.430
Genauso, wenn wir an der Stelle F3 haben, dann haben wir natürlich an

55:36.430 --> 55:42.870
dem Systemteil F3 quer, was gerade minus F3 ist.

55:44.530 --> 55:50.470
Bei den virtuellen Verschiebungen, da haben wir an der Stelle

55:50.470 --> 55:55.090
senkrecht auf der Kurbel die Verschiebung Delta R2.

55:55.910 --> 56:01.130
Nun der Punkt, der verschiebt sich jetzt aufgrund des Gelenkes

56:01.130 --> 56:02.530
natürlich genauso virtuell.

56:03.650 --> 56:07.010
Also Delta R2.

56:08.630 --> 56:11.790
Entsprechend haben wir an der Stelle Delta R3.

56:13.570 --> 56:16.350
An der Stelle Delta R3.

56:17.670 --> 56:23.290
Und jetzt sehen wir, das Skalarprodukt von Zwangskraft und virtueller

56:23.290 --> 56:31.070
Verschiebung ist nicht unbedingt Null, aber wenn wir die virtuelle

56:31.070 --> 56:37.410
Arbeit von F2 infolge einer Verschiebung Delta R2 vergleichen mit der

56:37.410 --> 56:42.250
virtuellen Arbeit der virtuellen Verschiebung Delta R2, dann sehen

56:42.250 --> 56:47.850
wir, quer war das Negative von F2, gibt also gerade das Negative der

56:47.850 --> 56:50.870
virtuellen Arbeit der Kraft.

56:51.350 --> 56:52.890
Und genauso verhält sich es an der Stelle.

56:53.530 --> 56:56.190
Auch da haben wir die jeweilige virtuelle Arbeit einmal positiv,

56:56.350 --> 57:02.110
einmal negativ, sodass letztendlich sich nicht aus dem Skalarprodukt

57:02.110 --> 57:05.010
die Null ergibt, sondern aus der Summe der Skalarprodukte.

57:05.710 --> 57:12.850
Also letztendlich die virtuellen Arbeiten ist Null.

57:20.650 --> 57:23.890
Und zwar die virtuellen Arbeiten der Zwangskräfte.

57:27.510 --> 57:29.010
Gibt es dazu Fragen?

57:48.530 --> 57:50.810
Ich schaue mal meine Tafelwischer an.

57:52.150 --> 57:55.990
Könnte jemand prophylaktisch die mittlere Tafel wischen?

58:01.370 --> 58:02.570
Ich merke gerade die mittlere da.

58:03.830 --> 58:05.970
Ein bisschen schöner als beim letzten Mal.

58:10.300 --> 58:11.560
Ja, das muss man üben.

58:11.760 --> 58:14.900
Ich sage immer, wenn ich mal als Professor gekündigt bekomme, dann

58:14.900 --> 58:17.100
kann ich wahrscheinlich immer noch als Fensterputzer gehen.

58:19.640 --> 58:20.080
So.

58:21.220 --> 58:22.160
Was haben wir jetzt?

58:23.480 --> 58:26.160
Nun zunächst mal gilt für einen...

58:26.160 --> 58:31.160
und wir machen das hier zunächst mal nur für...

58:32.760 --> 58:35.520
Einmal einen Trennungsstrich hätten Sie lassen können, so sparsam bin

58:35.520 --> 58:35.740
ich.

58:43.430 --> 58:47.510
Also wir machen das Ganze jetzt mal für Massenpunkte.

58:48.490 --> 58:50.470
Da lässt sich es ein bisschen einfacher schreiben.

58:51.510 --> 58:53.870
Das Ganze gilt natürlich sinngemäß auch für Körper.

58:54.010 --> 58:57.010
Bloß beim Körper müssen wir für jeden Körper noch den Rallsatz mit

58:57.010 --> 58:57.610
hinzunehmen.

58:57.890 --> 59:00.410
Wenn wir Massenpunkte haben, dann greifen wir uns einen Massenpunkt

59:00.410 --> 59:00.850
heraus.

59:01.850 --> 59:04.710
Und bei Massenpunkten reicht ja dann der Impulssatz.

59:05.610 --> 59:10.470
Deshalb für einen Massenpunkt haben wir zunächst mal die Summe der

59:10.470 --> 59:22.030
eingeprägten Kräfte plus die Summe der Zwangskräfte plus die Summe der

59:22.030 --> 59:26.870
Trägheitskräfte gleich 0.

59:29.710 --> 59:34.130
Ich schreibe mal für Massenpunkt j.

59:36.930 --> 59:44.890
Also fej plus fzj plus ftj dann wissen wir

01:00:00.710 --> 01:00:07.010
ftj ist dann minus mj mal rj.

01:00:07.270 --> 01:00:08.370
Zwei Punkt.

01:00:13.910 --> 01:00:21.550
So, und jetzt multiplizieren wir mal diese Gleichung mit der

01:00:21.970 --> 01:00:24.990
virtuellen Verrückung von Massenpunkt j.

01:00:25.510 --> 01:00:39.710
Dann haben wir also fej Skala mit Delta rj multipliziert plus

01:00:43.490 --> 01:00:53.430
fzj Skala mit Delta rj multipliziert plus

01:00:58.730 --> 01:01:05.530
ftj -Skalar mit Δrj multipliziert gleich 0.

01:01:07.190 --> 01:01:10.210
Na, da haben wir zunächst mal noch nicht so viel gewonnen.

01:01:12.530 --> 01:01:18.490
Allerdings, wenn wir jetzt hergehen und summieren über alle

01:01:18.490 --> 01:01:31.350
Massenpunkte, dann sehen wir, jetzt tritt auf, Summe j gleich 1 bis n

01:01:31.350 --> 01:01:36.190
aller Zwangskräfte multipliziert mit der zugehörigen virtuellen

01:01:36.190 --> 01:01:36.670
Verrückung.

01:01:37.990 --> 01:01:44.570
Und das bedeutet, gemäß dem ganz rechts, dieser Term ist 0.

01:01:45.390 --> 01:01:47.950
Der fällt also in der Summe aus der Gleichung raus.

01:01:51.150 --> 01:01:54.930
Deshalb, ich schreibe es nochmal vielleicht hier an, wenn wir den

01:01:54.930 --> 01:02:06.150
betrachten, Summe f Zwangskräfte j, j gleich 1 bis n, war ja gerade 0,

01:02:06.390 --> 01:02:11.410
ähm, Entschuldigung, multipliziert mit Δrj, war 0.

01:02:14.370 --> 01:02:15.910
Sodass übrig bleibt,

01:02:23.490 --> 01:02:51.190
Summe j gleich 1 bis n, f ej Δrj plus f tj, Skala mit Δrj

01:02:51.190 --> 01:02:53.730
multipliziert, gleich 0.

01:02:53.730 --> 01:02:58.850
Man sieht, ich habe es jetzt mal gleich für mehrere Massenpunkte

01:02:58.850 --> 01:03:02.270
hergeleitet, wenn wir nur einen Massenpunkt im System hätten, dann

01:03:02.270 --> 01:03:05.610
gilt das natürlich für den einen Massenpunkt genauso, dann wird

01:03:05.610 --> 01:03:13.410
natürlich nur Summe der eingeprägten Kräfte plus, oder, ja,

01:03:13.810 --> 01:03:19.110
eingeprägte Kraft am Massenpunkt plus Trägheitskraft des Massenpunktes

01:03:19.110 --> 01:03:23.750
Skala multipliziert mit der virtuellen Verschiebung des Massenpunktes

01:03:23.750 --> 01:03:24.250
gleich 0.

01:03:25.230 --> 01:03:33.350
Das fangen wir dann als einfache Gleichung an.

01:03:38.560 --> 01:03:46.580
Also, wenn wir, ich sag mal,

01:03:49.930 --> 01:03:58.670
das hier als Δw, also virtuelle Arbeit der eingeprägten Kräfte

01:03:58.670 --> 01:04:09.350
bezeichnen und entsprechend das f tj, Skala mit Δrj multipliziert als

01:04:09.350 --> 01:04:19.990
die virtuelle Arbeit der Trägheitskräfte, dann heißt dies Δwe plus Δwt

01:04:19.990 --> 01:04:20.550
gleich 0.

01:04:27.610 --> 01:04:32.790
Und man sieht, in den Gleichungen treten die Zwangskräfte wirklich

01:04:32.790 --> 01:04:39.730
nicht mehr auf, aber wenn wir jetzt mal zurückdenken an das Prinzip

01:04:39.730 --> 01:04:41.410
der virtuellen Arbeit der Statik,

01:04:46.030 --> 01:04:51.550
greifen wir uns gerade mal so ein Beispiel heraus.

01:04:52.110 --> 01:04:56.050
Das wäre jetzt gerade ja ein Beispiel, bei dem das System einen

01:04:56.050 --> 01:04:57.030
Freiheitsgrad hat.

01:04:58.510 --> 01:05:02.690
Wir haben sehr viele Zwangskräfte und Zwangsmomente haben wir in dem

01:05:02.690 --> 01:05:08.870
Fall keine, aber man sieht, wenn wir jetzt entsprechende Gleichungen

01:05:08.870 --> 01:05:12.270
aufstellen müssten für die einzelnen Körper, das wäre natürlich sehr

01:05:12.270 --> 01:05:12.610
viel.

01:05:13.590 --> 01:05:19.170
In dem Falle, wenn ich die Gleichung da drüben betrachte, dann fallen

01:05:19.170 --> 01:05:25.570
alle Zwangskräfte raus und die virtuellen Verschiebungen, und in dem

01:05:25.570 --> 01:05:29.130
Beispiel haben wir auch Starkörper, also nicht nur Massenpunkte,

01:05:29.250 --> 01:05:32.070
sondern Starkörper kommen wir gleich noch drauf, für die brauche ich

01:05:32.070 --> 01:05:37.450
noch virtuelle Verdrehungen, um praktisch den Dreisatz mit ins Spiel

01:05:37.450 --> 01:05:37.930
zu bringen.

01:05:39.110 --> 01:05:44.330
All diese virtuellen Größen kann ich ausdrücken in Abhängigkeit einer

01:05:44.330 --> 01:05:45.790
einzigen virtuellen Größe.

01:05:46.670 --> 01:05:51.090
Ich könnte zum Beispiel nehmen eine virtuelle Verdrehung der Kurbel.

01:05:52.330 --> 01:05:56.990
Oder ich bestimme alles als Funktion von einer virtuellen Verschiebung

01:05:56.990 --> 01:05:57.650
des Kolbens.

01:05:57.650 --> 01:06:01.450
Aber wie gesagt, alle anderen virtuellen Größen hängen von dieser

01:06:01.450 --> 01:06:02.490
einen Größe ab.

01:06:14.140 --> 01:06:21.580
Das heißt, wir haben es mal für Massenpunktsysteme formuliert, wenn

01:06:21.580 --> 01:06:24.740
wir das

01:06:28.990 --> 01:06:31.430
zunächst mal für einen Einzelkörper machen,

01:06:36.860 --> 01:06:40.120
dann werden, wie gesagt, auch virtuelle Verdrehungen wichtig.

01:06:41.900 --> 01:06:47.260
Jetzt hatte ich bei den Verdrehungen mal gesagt, Verdrehungen haben

01:06:47.260 --> 01:06:48.440
keine Vektoreigenschaft.

01:06:49.900 --> 01:06:51.660
Winkelgeschwindigkeiten haben Vektoreigenschaft.

01:06:53.480 --> 01:06:56.420
Virtuelle Verdrehungen, ähnlich wie virtuelle Verschiebungen, sind

01:06:56.420 --> 01:06:58.660
aber kleine gedachte Größen.

01:07:00.180 --> 01:07:00.320
Warum?

01:07:00.620 --> 01:07:03.200
Nun, bei den virtuellen Verrückungen wissen wir, wenn wir eine

01:07:03.200 --> 01:07:06.320
virtuelle Winkelverrückung nehmen, die sehr groß ist, dann verändern

01:07:06.320 --> 01:07:07.500
wir ja die Systemstellung.

01:07:08.280 --> 01:07:10.760
Dann wären da nicht lineare Abhängigkeiten.

01:07:10.940 --> 01:07:13.480
Also bei virtuellen Verschiebungen geht man immer davon aus, dass die

01:07:13.480 --> 01:07:14.900
beliebig klein sind.

01:07:15.040 --> 01:07:17.080
Genauso natürlich auch die virtuellen Verdrehungen.

01:07:17.720 --> 01:07:22.360
Und ich hatte aber gesagt, bei Verdrehungen, die wieder beliebig klein

01:07:22.360 --> 01:07:28.580
sind, infinitesimal, und das sind die virtuellen, da haben auch die

01:07:28.580 --> 01:07:30.340
Verdrehungen wieder Vektoreigenschaft.

01:07:30.800 --> 01:07:37.100
Deshalb gilt beim Einzelkörper dann letztendlich, dass eingeprägte

01:07:37.100 --> 01:07:47.820
Kraft plus Trägheitskraft, skalar multipliziert mit der virtuellen

01:07:47.820 --> 01:07:56.580
Verrückung des Schwerpunktes, plus, und dann haben wir eben

01:07:56.580 --> 01:08:03.780
eingeprägtes Moment bezüglich dem Schwerpunkt, plus Trägheitsmoment

01:08:03.780 --> 01:08:11.580
bezüglich des Schwerpunktes, mal der virtuellen Winkelverdrehung

01:08:11.580 --> 01:08:12.980
gleich 0.

01:08:16.120 --> 01:08:23.300
Gehen wir es vielleicht nochmal an, die Trägheitskraft war minus M mal

01:08:23.300 --> 01:08:34.460
Schwerpunktsbeschleunigung, und das Trägheitsmoment bezüglich dem

01:08:34.460 --> 01:08:41.760
Schwerpunkt war natürlich, wie schon zuvor, minus, und dann haben wir

01:08:41.760 --> 01:08:47.900
Phi bezüglich dem Schwerpunkt, mal Omega Punkt, der

01:08:47.900 --> 01:08:52.280
Winkelbeschleunigung des Körpers, plus eben Omega Kreuz,

01:08:56.570 --> 01:09:01.110
und da haben wir dann stehen das Phi bezüglich S, mal Omega.

01:09:04.650 --> 01:09:10.670
Wenn wir jetzt mehrere Körper haben, und dann müssen wir, wie schon

01:09:10.670 --> 01:09:14.110
bei den Einzelkörpern, bei den Massenpunkten natürlich summieren.

01:09:44.000 --> 01:09:56.100
Also bei mehreren Körpern entsprechend

01:10:04.760 --> 01:10:07.760
Summation.

01:10:10.000 --> 01:10:13.320
Wir wissen auch, wenn wir einen Einzelkörper haben, der um einen

01:10:13.320 --> 01:10:18.560
festen Punkt sich dreht, dann liegt es natürlich nahe, diesen festen

01:10:18.560 --> 01:10:21.540
Punkt als Bezugspunkt zu nehmen, dann hat man nur noch den Trallsatz.

01:10:23.740 --> 01:10:29.320
Dann muss praktisch der zweite Term entsprechend verändert werden, das

01:10:29.320 --> 01:10:34.920
Trägheitsmoment und die eingeprägten Momente bezüglich dem Punkt O.

01:10:39.850 --> 01:10:43.710
Und jetzt ist es natürlich so, ich habe zunächst mal erklärt, wie das

01:10:43.710 --> 01:10:45.850
ist, wenn wir nur einen Freiheitsgrad haben.

01:10:46.030 --> 01:10:50.290
Dann können wir alle virtuellen Verrückungen und Verdrehungen

01:10:50.290 --> 01:10:56.410
ausdrücken, über die virtuelle Änderung dieses Freiheitsgrades.

01:10:59.970 --> 01:11:02.450
Wenn wir mehrere Freiheitsgrade haben,

01:11:15.570 --> 01:11:19.230
dann können wir auch die virtuellen Verrückungen und Verdrehungen

01:11:19.230 --> 01:11:25.210
allgemeiner machen.

01:11:25.390 --> 01:11:29.550
Das heißt, die hängen dann von mehreren virtuellen Änderungen ab.

01:11:30.670 --> 01:11:33.770
Jeden Freiheitsgrad für sich kann ich virtuell ändern.

01:11:34.470 --> 01:11:41.830
Also bei mehreren Freiheitsgraden

01:11:45.880 --> 01:11:52.960
Zahl der unabhängigen virtuellen Verrückungen

01:12:13.410 --> 01:12:17.170
gleich Zahl der Freiheitsgrade.

01:12:18.010 --> 01:12:22.510
Weil ich eben jeden Freiheitsgrad für sich virtuell ändern kann.

01:12:28.110 --> 01:12:29.510
So,

01:12:35.670 --> 01:12:38.270
ich schreibe jetzt mal das Prinzip.

01:12:43.410 --> 01:12:55.350
Der virtuellen Arbeit liefert dann

01:13:07.470 --> 01:13:14.050
gerade so viele Bewegungsgleichungen,

01:13:25.570 --> 01:13:36.450
wie das System Freiheitsgrade hat.

01:13:49.040 --> 01:13:50.480
Wie kann man sich das vorstellen?

01:13:51.560 --> 01:13:55.600
Und ich habe gesagt, für den Einzelkörper, da müssen wir im Prinzip

01:13:55.600 --> 01:14:02.060
berücksichtigen, Krallsatz und Impulssatz, da haben wir jetzt

01:14:02.060 --> 01:14:04.860
entsprechende Trägheitsgrößen eingeführt, entsprechende virtuelle

01:14:04.860 --> 01:14:06.600
Verrückungen und Verdrehungen.

01:14:07.740 --> 01:14:10.940
Wenn wir mehrere Körper haben, müssen wir das für alle Körper machen

01:14:10.940 --> 01:14:12.200
und entsprechend aufsummieren.

01:14:12.680 --> 01:14:17.440
Nur dann entfällt wieder die virtuelle Arbeit der Zwangskräfte.

01:14:19.020 --> 01:14:21.500
Dann haben wir also was ähnliches dastehen wie oben für das

01:14:21.500 --> 01:14:24.380
Massenpunktsystem, nur dass wir noch den zweiten Termin, den Momenten,

01:14:24.400 --> 01:14:24.860
drin haben.

01:14:27.360 --> 01:14:29.400
Und jetzt muss man sich das so vorstellen.

01:14:37.670 --> 01:14:47.990
Bei M Freiheitsgraden, also nicht Zahl der Körper, sondern Zahl der

01:14:47.990 --> 01:14:51.530
Freiheitsgrade, das ist im Allgemeinen eine kleine Zahl.

01:14:52.190 --> 01:14:53.590
Wie gesagt, da drüben wäre das 1.

01:15:00.190 --> 01:15:09.030
Dann nennen wir die mal, ich greife schon mal ein bisschen vor, Q1 bis

01:15:09.030 --> 01:15:09.750
Qn.

01:15:10.130 --> 01:15:11.790
Ich habe das mal ein bisschen verallgemeinert.

01:15:14.450 --> 01:15:20.870
Das können Winkel sein, das können irgendwelche Längskoordinaten sein,

01:15:21.150 --> 01:15:21.730
je nachdem.

01:15:22.730 --> 01:15:25.010
Dann wissen wir,

01:15:32.390 --> 01:15:48.650
rSj ist rSj abhängig von Q1 bis Qn.

01:15:50.370 --> 01:15:56.130
Unter Umständen hängt der Ortsvektor auch noch explizit von der Zeit

01:15:56.130 --> 01:15:56.430
ab.

01:15:57.710 --> 01:16:02.770
Wenn ich irgendwelche Zwangsbewegungen noch mit vorgebe, dann kann das

01:16:02.770 --> 01:16:03.690
durchaus auftreten.

01:16:04.590 --> 01:16:06.330
Also eventuell auch von der Zeit.

01:16:11.870 --> 01:16:16.290
Genauso Delta Vj.

01:16:24.520 --> 01:16:30.340
Also, wir haben rSj als Funktion der einzelnen Freiheitsgrade und der

01:16:30.340 --> 01:16:30.660
Zeit.

01:16:30.960 --> 01:16:34.540
Und jetzt haben wir gesehen, die einzelnen Freiheitsgrade, die kann

01:16:34.540 --> 01:16:35.600
ich virtuell verändern.

01:16:35.600 --> 01:16:38.100
Die Zeit, die steht still.

01:16:38.840 --> 01:16:40.140
Die verändere ich nicht virtuell.

01:16:41.560 --> 01:16:55.280
Also ist dann Delta rSj gerade drSj nach dQ1 mal der virtuellen

01:16:55.280 --> 01:16:58.520
Änderung von Q1.

01:17:00.160 --> 01:17:07.040
Wenn ich Q1 virtuell ändere, dann sind die Änderungen der

01:17:07.040 --> 01:17:09.900
Ortsvektoren, die hängen dann davon ab.

01:17:10.060 --> 01:17:14.180
Und wie die davon abhängen, das sagt ja gerade die Abhängigkeit von

01:17:14.180 --> 01:17:15.920
rSj von Q1.

01:17:17.740 --> 01:17:23.100
Plus, jetzt kann ich aber gleichzeitig auch das Q2 ein bisschen

01:17:23.100 --> 01:17:23.980
virtuell verändern.

01:17:24.980 --> 01:17:27.900
In der Mathematik wird man sagen, variieren.

01:17:29.480 --> 01:17:38.820
Es geht genauso, drSj nach dQ2, Delta Q2.

01:17:40.060 --> 01:17:49.600
Bis letztendlich drSj nach dQn mal Delta Qn.

01:17:50.600 --> 01:17:58.200
Bei den virtuellen Verrückungen kann ich das ähnlich machen.

01:17:59.320 --> 01:18:12.260
Also Delta Vj ist dann irgendwas mal Delta Q1 plus irgendwas mal Delta

01:18:12.260 --> 01:18:18.760
Q2 plus bis irgendwas mal Delta Qn.

01:18:18.760 --> 01:18:23.960
Also ich drücke alle virtuellen Änderungen von Winkeln und

01:18:23.960 --> 01:18:29.120
Schwerpunktverrückungen aus über die virtuellen Änderungen der

01:18:29.120 --> 01:18:30.300
Freiheitsgrade.

01:18:32.520 --> 01:18:37.180
Und jetzt kann ich das, wie gesagt, bei mehreren Körpern müssen wir

01:18:37.180 --> 01:18:39.900
hier noch summieren, an der Stelle einsetzen.

01:18:40.680 --> 01:18:46.280
Und jetzt sieht man, wenn ich das einsetze, dann kann ich das formal

01:18:46.280 --> 01:18:47.160
sortieren.

01:18:47.160 --> 01:18:51.920
Also einsetzen und

01:18:55.780 --> 01:18:59.200
sortieren ergibt

01:19:04.220 --> 01:19:16.020
dann, ich sortiere alles, was das Delta Q1 beinhaltet.

01:19:19.300 --> 01:19:25.080
Plus und dann habe ich alles, was das Delta Q2 beinhaltet.

01:19:33.320 --> 01:19:36.840
Bis alles, was das Delta Qn beinhaltet.

01:19:37.500 --> 01:19:39.840
Nun rechts habe ich die Null stehen, auch wenn ich summiere.

01:19:40.800 --> 01:19:42.300
Also rechts steht nach wie vor die Null.

01:19:45.460 --> 01:19:49.040
Und jetzt kommt der gleiche Schluss, wie beim Prinzip der virtuellen

01:19:49.040 --> 01:19:50.040
Arbeit, das Sie kennen.

01:19:50.660 --> 01:19:52.940
Ich weiß nicht, wie Sie es ausgewertet haben, ob Sie es immer nur für

01:19:52.940 --> 01:19:57.100
eine Lagerreaktion bestimmt haben.

01:19:58.340 --> 01:20:04.460
Dann hat man praktisch das alles nicht, hat nur ein Delta Q, das

01:20:04.460 --> 01:20:05.940
praktisch zugelassen ist.

01:20:06.460 --> 01:20:09.140
Hat dann den Vorfaktor, wenn das Null sein muss.

01:20:09.140 --> 01:20:12.080
Dann kommt jetzt die Schlussweise, wenn man nur eine Größe hat, dann

01:20:12.080 --> 01:20:13.520
hat man all das hier nicht.

01:20:14.440 --> 01:20:18.420
Dann folgert man, das ist zwar klein, aber ungleich Null.

01:20:18.980 --> 01:20:22.400
Das heißt, die Null wird nur erreicht, wenn der Vorfaktor

01:20:22.400 --> 01:20:23.020
verschwindet.

01:20:24.660 --> 01:20:29.100
Bei uns wird es jetzt ein bisschen anspruchsvoller, weil wir haben ja

01:20:29.100 --> 01:20:31.300
mehrere Größen, die wir ändern können.

01:20:32.180 --> 01:20:37.740
Jetzt sind aber die Änderungen der Freiheitsgrade, die virtuellen, die

01:20:37.740 --> 01:20:38.540
sind ja beliebig.

01:20:38.540 --> 01:20:39.920
Die hängen nicht voneinander ab.

01:20:41.860 --> 01:20:47.440
Das heißt, wenn diese Gleichung gelten soll, für alle möglichen

01:20:47.440 --> 01:20:52.420
Kombinationen der Delta Qs und alle möglichen Größen der Delta Qs,

01:20:53.480 --> 01:20:54.920
dann geht das nur,

01:21:02.180 --> 01:21:06.940
also nur möglich,

01:21:10.790 --> 01:21:22.290
wenn der Vorfaktor für sich gleich Null ist, der Vorfaktor für sich

01:21:22.290 --> 01:21:25.850
gleich Null und so weiter bis hin zu dem hier.

01:21:28.170 --> 01:21:34.790
Also all die Vorfaktoren der Änderungen der virtuellen, unserer

01:21:34.790 --> 01:21:36.670
Freiheitsgrade, die müssen Null sein.

01:21:37.510 --> 01:21:39.270
Man sieht, wir haben N Freiheitsgrade.

01:21:39.830 --> 01:21:50.370
Das gibt natürlich dann gerade N Bewegungsgleichungen.

01:21:54.010 --> 01:21:57.550
Gibt es soweit Fragen?

01:22:04.210 --> 01:22:05.850
Das scheint nicht der Fall zu sein.

01:22:05.950 --> 01:22:06.550
Also wie gesagt,

01:22:10.320 --> 01:22:15.660
wir haben jetzt heute zunächst mal die räumliche Bewegung des starren

01:22:15.660 --> 01:22:19.620
Körpers auch im Sinne von Mehrkörpersystemen abgeschlossen.

01:22:20.380 --> 01:22:24.080
Man muss praktisch zunächst mal für jeden Einzelkörper die

01:22:24.080 --> 01:22:27.120
entsprechende Kinematik bestimmen, man muss dann die Kinetik anwenden.

01:22:27.660 --> 01:22:31.820
Das ergibt für jeden Körper bei einer räumlichen Bewegung sechs

01:22:31.820 --> 01:22:33.220
skalare Gleichungen.

01:22:33.800 --> 01:22:36.300
Das heißt, wenn wir ein entsprechendes Mehrkörpersystem haben,

01:22:36.460 --> 01:22:38.060
erhalten wir sehr viele Gleichungen.

01:22:39.820 --> 01:22:44.480
Jedem Studenten oder jeder Studentin wäre dann wahrscheinlich klar, da

01:22:44.480 --> 01:22:47.760
noch irgendwelche Informationen rauszuziehen.

01:22:47.760 --> 01:22:51.280
Dann müssen wir numerisch integrieren im Allgemeinen, weil ja die

01:22:51.280 --> 01:22:52.620
Gleichungen auch gekoppelt sind.

01:22:55.440 --> 01:22:59.460
Wenn wir die Gleichungen mit Bleistift und Papier herleiten, wie wir

01:22:59.460 --> 01:23:02.260
das machen, dann ist es gut, um die Mechanik zu verstehen.

01:23:02.420 --> 01:23:06.400
Das ist aber bei einem etwas komplizierteren Mehrkörpersystem durchaus

01:23:06.400 --> 01:23:08.380
sehr anstrengend und aufwendig.

01:23:08.920 --> 01:23:12.000
Dann müssten wir die Gleichungen auch noch übertragen auf den Rechner

01:23:12.000 --> 01:23:14.940
und die entsprechenden Differenzialgleichungen programmieren.

01:23:16.000 --> 01:23:19.180
Das macht man heutzutage alles dann praktisch automatisch.

01:23:19.340 --> 01:23:23.620
Man sollte aber immer wissen, wenn man solche Programme anwendet, was

01:23:23.620 --> 01:23:24.100
man macht.

01:23:26.000 --> 01:23:31.540
Dann haben wir gesehen, die Zahl der Bewegungsgleichungen, die stimmt

01:23:31.540 --> 01:23:39.340
nicht unbedingt mit der Zahl der Körper, beziehungsweise sechsmal Zahl

01:23:39.340 --> 01:23:43.080
der Körper überein, sondern ist im Allgemeinen sehr viel kleiner, weil

01:23:43.080 --> 01:23:44.160
Zwangsbedingungen vorliegen.

01:23:44.160 --> 01:23:48.160
Und entsprechende Zwangskräfte und Zwangsmomente auftreten, die wir

01:23:48.160 --> 01:23:53.460
bei der Newton-Euler'schen Vorgehensweise, wenn wir Impuls und

01:23:53.460 --> 01:23:56.280
Realsatz auswerten, eliminieren müssen.

01:23:57.300 --> 01:24:00.880
Und wir haben jetzt mal begonnen, wie sieht es aus, gibt es Methoden,

01:24:01.540 --> 01:24:05.620
bei denen man diese Zwangskräfte und Zwangsmomente zunächst mal gar

01:24:05.620 --> 01:24:09.260
nicht berücksichtigen muss, um eben gleich auf die entsprechenden

01:24:09.260 --> 01:24:10.720
Bewegungsgleichungen zu kommen.

01:24:11.340 --> 01:24:14.040
Das erste, was wir jetzt hatten, ist eng verwandt mit dem Prinzip der

01:24:14.040 --> 01:24:18.020
virtuellen Arbeit, dass wir nämlich virtuelle Verrückungen anbringen,

01:24:18.140 --> 01:24:19.980
so wie das System das zulässt.

01:24:23.320 --> 01:24:26.400
Die Schwierigkeit, die man dann noch hat, ist, na gut, was ist eine

01:24:26.400 --> 01:24:27.200
virtuelle Verrückung?

01:24:27.280 --> 01:24:28.580
Ich habe es versucht zu erklären.

01:24:29.380 --> 01:24:34.840
Wenn irgendwelche Zwangsbedingungen noch zeitabhängig sind, dann

01:24:34.840 --> 01:24:39.720
bedeutet dies für festgehaltene Zeit, diejenigen, die schon mal was

01:24:39.720 --> 01:24:43.840
von Variationsrechnung gehört haben, solche virtuellen Änderungen, das

01:24:43.840 --> 01:24:48.220
sind ja Variationen, dann bedeutet das bei uns, die Zeit wird nicht

01:24:48.220 --> 01:24:53.280
variiert, die wird festgehalten, nur die Freiheitsgrade werden

01:24:53.280 --> 01:24:57.460
variiert und werden dann gesehen, wenn wir das konsequent anwenden,

01:24:58.180 --> 01:25:04.400
dann leisten die Zwangskräfte und Zwangsmomente in der Summe bei der

01:25:04.400 --> 01:25:07.980
virtuellen Arbeit keinen Beitrag, die entfallen also aus den

01:25:07.980 --> 01:25:08.460
Gleichungen.

01:25:09.480 --> 01:25:12.080
Und wenn wir dann noch hergehen und die einzelnen virtuellen

01:25:12.080 --> 01:25:15.640
Verrückungen und Verdrehungen ausdrücken über die virtuellen

01:25:15.640 --> 01:25:19.380
Änderungen der Freiheitsgrade, die dann unabhängig voneinander sind,

01:25:19.800 --> 01:25:23.940
dann gelingt es uns wirklich, wenn wir das alles sortieren, direkt n

01:25:23.940 --> 01:25:29.300
Bewegungsgleichungen herzuleiten, wobei dann n natürlich die Zahl der

01:25:29.300 --> 01:25:30.760
Freiheitsgrade des Systems ist.

01:25:30.760 --> 01:25:35.640
Wenn es keine Fragen mehr gibt, dann sind wir heute eine Minute

01:25:35.640 --> 01:25:38.400
früher, am Ende der Vorlesung, ich wollte jetzt aber nichts Neues

01:25:38.400 --> 01:25:38.800
anfangen.

01:25:39.540 --> 01:25:44.980
Wir sehen uns nächsten Dienstag wieder, dann bei zwei

01:25:44.980 --> 01:25:45.820
Vorlesungsblöcken.

01:25:46.080 --> 01:25:46.460
Vielen Dank.

