WEBVTT

00:08.020 --> 00:12.500
Ich möchte fortfahren, hier mit einer wichtigen Regel, die

00:12.500 --> 00:18.160
Substitutionsregel, die ist so einfach, wir werden gleich den Beweis

00:18.160 --> 00:22.440
sehen, das ist also fast eine Trivialität, wie man so gerne sagt in

00:22.440 --> 00:24.400
der Mathematik, die besagt folgendes.

00:24.920 --> 00:27.000
Ich habe einen diskreten Wahrscheinlichkeitsraum.

00:29.220 --> 00:32.100
Ich setze jetzt das Omega, Sie werden später sehen, es kommt kein

00:32.100 --> 00:34.300
Omega -Null-Vergleich als abzehbar voraus.

00:34.300 --> 00:37.040
Wenn das nicht der Fall ist, dann müssen Sie später summieren über

00:37.040 --> 00:37.700
Omega -Null.

00:38.500 --> 00:41.780
Sie haben hier einen Zufallsvektor, Sie sehen, das X geht hier in den

00:41.780 --> 00:45.480
R auf N, was anderes als vorher, kann allgemein sein, N muss nicht

00:45.480 --> 00:46.440
notwendig 1 sein.

00:46.820 --> 00:49.720
Und Sie haben einen zweiten Zufallsvektor Z, wie eben, der geht in den

00:49.720 --> 00:50.260
R auf K.

00:50.740 --> 00:55.880
Das Entscheidende ist, wir reden gleich über Erwartungswerte, ich muss

00:55.880 --> 00:57.320
das Ganze realwertig machen.

00:57.480 --> 01:00.300
Sie sehen, Sie haben jetzt eine Funktion G, die ist definiert aus dem

01:00.300 --> 01:05.060
R auf N, kreuz R auf K in R, und Sie sehen, was ich hier mache.

01:05.200 --> 01:07.740
Ich kann natürlich hier die Zufallsvektoren einsetzen.

01:09.620 --> 01:13.400
Das ist jetzt insgesamt ein N plus K-dimensionaler Zufallsvektor, und

01:13.400 --> 01:16.520
auf dessen Realisierung kann ich die Funktion G schalten.

01:16.960 --> 01:20.560
Dann bekomme ich etwas Reellwertiges, also G von X, Z ist eine

01:20.560 --> 01:25.380
reellwertige Zufallsvariable, und davon der Betrag, davon muss der

01:25.380 --> 01:26.700
Erwartungswert existieren.

01:27.320 --> 01:28.920
Das ist die Grundvoraussetzung hier.

01:28.920 --> 01:34.160
Dann gilt, das ist jetzt hier die Regel, für jedes feste Z, was von

01:34.160 --> 01:38.000
dem Zufallsvektor Groß-Z mit positiver Wahrscheinlichkeit angenommen

01:38.000 --> 01:43.740
wird, ist der bedingte Erwartungswert von dieser Zufallsvariable G von

01:43.740 --> 01:47.420
X, Z unter dieser Bedingung Groß-Z gleich Klein-Z, und schauen Sie auf

01:47.420 --> 01:51.380
die rechte Seite, da hat sich nicht viel getan, da ist nur vor dem

01:51.380 --> 01:57.080
Bedingungsstrich das große Z durch das kleine Z ersetzt worden, mehr

01:57.080 --> 01:57.780
ist nicht passiert.

02:00.700 --> 02:04.760
Die Botschaft soll einfach die sein, wenn hier die Bedingung ist Groß

02:04.760 --> 02:08.480
-Z gleich Klein-Z, dann kann ich, wenn links irgendwo das Groß-Z

02:08.480 --> 02:11.580
auftritt, dieses Groß-Z links durch Klein-Z ersetzen.

02:12.360 --> 02:12.920
Substitution.

02:14.060 --> 02:14.900
Das ist die Botschaft.

02:15.840 --> 02:20.200
So, der Beweis, wir sehen uns den Beweis an, wir sehen uns konkret

02:20.200 --> 02:21.540
diesen Erwartungswert an.

02:21.660 --> 02:25.340
Da steht der Erwartungswert von einer Zufallsvariable unter einem

02:25.340 --> 02:28.660
Ereignis, und das ist 1 durch die Wahrscheinlichkeit des Ereignisses,

02:29.760 --> 02:32.320
die Wahrscheinlichkeit Groß-Z gleich Klein-Z, und jetzt kommt die

02:32.320 --> 02:35.700
Summe, und was war das, die Summe ist jetzt nur über die kleinen

02:35.700 --> 02:39.460
Omegan, die in A sind, das Ereignis A ist natürlich hier Groß-Z gleich

02:39.460 --> 02:43.660
Klein -Z, das muss also gelten für so ein Omega, Groß-Z von Omega ist

02:43.660 --> 02:47.500
Klein -Z, das ist die Bedingung.

02:48.200 --> 02:50.960
Sie sehen, ich setze hier voraus, dass Omega abzehrbar ist, sonst

02:50.960 --> 02:52.140
müsste ich Omega 0 schreiben.

02:53.420 --> 02:57.840
Aber ansonsten ist das, und jetzt steht da eben G von, das ist also

02:57.840 --> 03:02.300
unsere Zufallsvariable, das ist G von X, Z, also G von X von Omega, Z

03:02.300 --> 03:05.000
von Omega mal die Wahrscheinlichkeit von Omega.

03:05.880 --> 03:09.220
Also nach Definition direkt des bedingten Erwartungswertes.

03:11.160 --> 03:14.960
So, Sie sehen aber jetzt, es wird summiert über die kleinen Omega mit

03:14.960 --> 03:16.440
Z von Omega gleich Klein-Z.

03:16.580 --> 03:20.700
Ich kann also rechts in der Summe das Z von Omega durch Klein-Z

03:20.700 --> 03:21.180
ersetzen.

03:22.140 --> 03:25.260
Weil das ja in der Bedingung steht, das heißt, ich mache das Ganze

03:25.260 --> 03:28.960
genauso und jetzt ersetze ich nur das Groß-Z von Omega durch das Klein

03:28.960 --> 03:29.240
-Z.

03:30.320 --> 03:34.580
Aber wenn Sie das jetzt wieder sehen, das ist nach Definition der

03:34.580 --> 03:40.360
bedingte Erwartungswert von G von Groß-X, Klein-Z unter der Bedingung

03:40.360 --> 03:41.720
Groß -Z gleich Klein-Z.

03:42.560 --> 03:46.600
Das heißt, wenn Sie jetzt von unten eine Etage höher gehen, das letzte

03:46.600 --> 03:51.340
Gleichheitszeichen, fangen Sie unten an, nach der gleichen Regel, ich

03:51.340 --> 03:54.740
muss teilen durch die Wahrscheinlichkeit des Ereignisses, dann muss

03:54.740 --> 03:59.420
ich diese Zufallsvariable neben G von Groß-X, Klein-Z, das ist aber an

03:59.420 --> 04:04.120
der Stelle Omega, ist gerade G von X von Omega, Klein-Z und das steht

04:04.120 --> 04:05.960
da, mal der Wahrscheinlichkeit.

04:08.320 --> 04:12.340
Das heißt, diese Substitutionsregel ist unmittelbar einzusehen und wir

04:12.340 --> 04:14.660
wollen sie mal direkt in Aktion sehen.

04:15.520 --> 04:16.840
Sehen wir uns das an.

04:17.940 --> 04:23.420
Und zwar, wir werden die Augensumme bei einer zufälligen Wurfanzahl

04:23.420 --> 04:23.960
betrachten.

04:24.060 --> 04:28.100
Wir werden jetzt mit etwas konfrontiert werden, zum ersten Mal, was

04:28.100 --> 04:31.180
oft vorkommt, mit einer sogenannten randomisierten Summe.

04:31.620 --> 04:32.260
Was wird gemacht?

04:32.360 --> 04:34.180
Ich werfe einen echten Würfel einmal.

04:35.260 --> 04:40.520
So in Abhängigkeit von dessen Augenzahl, tritt dort J auf, werfe ich

04:40.520 --> 04:45.080
danach noch J echte Würfel oder Sie können sagen, einen echten Würfel

04:45.080 --> 04:47.240
nach gutem Schüttel J mal hintereinander.

04:49.600 --> 04:54.440
Dann betrachten wir als Zufallsvariable die insgesamt geworfene

04:54.440 --> 04:55.160
Augensumme.

04:55.940 --> 04:59.480
Die Extremfälle sind die, ich werfe nur eins beim ersten Wurf, dann

04:59.480 --> 05:03.060
werfe ich noch einmal danach, werfe ich eine sechs, werfe ich noch

05:03.060 --> 05:03.980
sechsmal danach.

05:04.820 --> 05:08.280
Also maximal habe ich insgesamt sieben Würfe, minimal habe ich zwei

05:08.280 --> 05:11.820
Würfe und die Anzahl der Würfe insgesamt wird bestimmt durch den

05:11.820 --> 05:16.840
ersten Wurf Wir fragen uns, was ist der Erwartungswert von X?

05:19.400 --> 05:20.860
Von dieser Zufallsvariable.

05:23.680 --> 05:27.880
So, wenn jetzt jemand von Stochastik so gut wie keine Ahnung hat,

05:28.100 --> 05:30.480
versetzen Sie sich mal in die Schule und vergessen Sie alles, was Sie

05:30.480 --> 05:33.100
gelernt haben, dann sieht man sofort, was rauskommen muss.

05:34.620 --> 05:35.860
Nämlich, was muss rauskommen?

05:37.320 --> 05:39.860
Man fragt sich, wie oft wird denn im Schnitt geworfen?

05:39.860 --> 05:44.600
Pro Wurf habe ich 3,5 im Schnitt, der Erwartungswert, das wissen wir.

05:45.680 --> 05:51.480
Im Schnitt wird geworfen einmal, ja und dieser erste Würfel zeigt er

05:51.480 --> 05:52.720
im Schnitt 3,5.

05:53.440 --> 05:56.160
Also wird im Schnitt 4,5 mal geworfen.

05:58.600 --> 06:03.100
Und jedes Mal ergibt sich im Schnitt 3,5, also muss rauskommen 4,5 mal

06:03.100 --> 06:03.940
3,5.

06:04.300 --> 06:10.640
4,5 ist 4 plus ein halb, 3,5 ist 4 minus ein halb, also 4 plus ein

06:10.640 --> 06:14.420
halb mal 4 minus ein halb, dritte binomische Formel, ist 4 Quadrat

06:14.420 --> 06:18.200
minus ein Halbquadrat, 4 Quadrat ist 16, ein Halbquadrat ist ein

06:18.200 --> 06:20.800
Viertel, es muss rauskommen 15,75.

06:21.500 --> 06:24.660
So, die Frage ist natürlich, ob wir das auch mit höherer Stochastik

06:24.660 --> 06:25.240
rausbekommen.

06:25.820 --> 06:26.960
Das muss rauskommen.

06:27.280 --> 06:30.020
Also vergessen Sie nie, den gesunden Menschenverstand auszuschalten.

06:32.670 --> 06:33.770
Wir modellieren das.

06:35.150 --> 06:37.530
Nun, wir werfen ja maximal sieben Mal.

06:39.190 --> 06:44.290
Es ist ein Modell, bei dem wir sieben Tupel haben, die wir vielleicht

06:44.290 --> 06:45.430
gar nicht ganz brauchen.

06:47.570 --> 06:51.130
Das heißt, die kleinen Omegas sind hier sieben Tupel, Sie sehen, ich

06:51.130 --> 06:56.170
fange hier mit Omega 0 an, und es sind alles Zahlen von 1 bis 6, ich

06:56.170 --> 06:58.510
modelliere so einen siebenfachen Würfelwurf.

07:00.830 --> 07:04.490
Mit der Gleichverteilung auf Omega, also alle sieben Tupel sind

07:04.490 --> 07:04.770
gleichwahrscheinlich.

07:06.190 --> 07:09.830
Und ich setze jetzt Zufallsvariablen an, wenn Sie wollen, Koordinaten,

07:09.910 --> 07:13.610
Abbildung oder Projektion, Xi von Omega ist einfach Omega i.

07:14.670 --> 07:18.070
Und das Entscheidende ist, diese Zufallsvariablen, wir haben ein

07:18.070 --> 07:21.710
Produktexperiment, Produktrahmen sind stochastisch unabhängig, weil

07:21.710 --> 07:25.170
sie sich auf verschiedene Komponenten des Tupels beziehen.

07:25.570 --> 07:28.330
Stochastisch unabhängige Zufallsvariablen haben wir gehabt.

07:29.210 --> 07:32.670
So, jetzt modellieren wir die insgesamt geworfene Augensumme.

07:33.690 --> 07:37.630
Für so einen Tupel ist natürlich klar, es ist erstmal X0 von Omega,

07:37.730 --> 07:39.770
das soll unser allererster Wurf sein.

07:41.130 --> 07:45.450
Und in Abhängigkeit von diesem X0 von Omega, die Realisierung ist das

07:45.450 --> 07:49.110
klein j, was ich eben sagte, zeigt ja die Zahl j, werden j weitere

07:49.110 --> 07:50.010
Würfel geworfen.

07:50.310 --> 07:53.390
Das heißt, jetzt kommt noch eine Summe dazu mit einem oberen

07:53.390 --> 07:56.690
Summationsindex, der eben von diesem kleinen Omega abhängt.

07:57.170 --> 08:01.450
Summe i von 1 bis X0 von Omega und dann Xi von Omega.

08:03.090 --> 08:08.450
Also unter Umständen, je nachdem wie das X0 von Omega ausfällt,

08:08.710 --> 08:14.930
brauche ich gar nicht alle Komponenten, sondern im extremen Fall

08:14.930 --> 08:18.410
brauche ich vielleicht nur noch den nächsten Wurf, also das kleine

08:18.410 --> 08:19.090
Omega 1.

08:20.610 --> 08:21.750
Also das wäre die Modellierung.

08:21.750 --> 08:24.350
Wir sehen hier eine randomisierte Summe.

08:24.450 --> 08:27.830
Das Entscheidende ist, der obere Summationsindex hängt vom Zufall ab

08:27.830 --> 08:29.110
in dieser zweiten Summe.

08:31.230 --> 08:34.370
Ich schreibe das jetzt mal kurz, ich lasse jetzt mal die Argumente

08:34.370 --> 08:38.410
Omega alle weg und schreibe nur ganz kurz, also das kann ich machen

08:38.410 --> 08:42.930
für jedes Omega natürlich, schreibe kurz, dass X ist einfach X0 plus

08:42.930 --> 08:46.230
diese Summe i von 1 bis X0 von Xi.

08:50.080 --> 08:51.160
Jetzt rechnen wir aus.

08:52.180 --> 08:55.740
Was ist der bedingte Erwartungswert von X unter der Bedingung X0

08:55.740 --> 08:56.040
gleich J?

08:56.160 --> 08:58.660
Es ist natürlich klar, dass wir so rangehen werden, denn die

08:58.660 --> 09:01.820
Schwierigkeit liegt ja nur darin, dass wir nicht wissen, wie oft

09:01.820 --> 09:03.020
insgesamt geworfen wird.

09:03.100 --> 09:06.680
Also müssen wir den Zufall insofern bändigen, als wir sagen, okay,

09:07.160 --> 09:10.180
bitte teil mir doch mit, was beim ersten Mal rauskommt, dann bin ich

09:10.180 --> 09:10.520
schlauer.

09:10.980 --> 09:15.300
Also die Bedingung ist jetzt X0 gleich J, erster Wurf ergibt Augenzahl

09:15.300 --> 09:15.500
J.

09:15.500 --> 09:20.000
Nun, jetzt setze ich ein, das ist diese Zufallsvariable unter der

09:20.000 --> 09:21.000
Bedingung X0 gleich J.

09:21.120 --> 09:24.380
Ich habe nur für das X diesen Ausdruck eingesetzt.

09:26.380 --> 09:28.500
Jetzt kommt die berühmte Substitutionsregel.

09:29.180 --> 09:32.140
Das X0 da oben ist das, was bei uns eben Z war.

09:33.180 --> 09:37.360
Die Regel sagte, alles, wo jetzt links X0 steht, darfst du J

09:37.360 --> 09:38.120
einsetzen.

09:38.920 --> 09:39.820
Machen wir das.

09:39.820 --> 09:44.480
Da darf ich J einsetzen für das X0 und da oben darf ich auch für das

09:44.480 --> 09:46.420
X0 das J einsetzen.

09:46.660 --> 09:50.080
Die Bedingung bleibt, das ist die Substitutionsregel in Aktion.

09:53.550 --> 09:58.070
So jetzt ist der Zufall wirklich teilweise gebändigt, natürlich habe

09:58.070 --> 10:02.570
ich noch diese XI da stehen, aber jetzt nutze ich aus die Linearität

10:02.570 --> 10:04.690
des bedingten Erwartungswertes.

10:04.970 --> 10:07.310
Das heißt, ich habe einmal eine Konstante, das ist also der

10:07.310 --> 10:11.430
Erwartungswert von diesem J da unter der Bedingung X0 gleich J, plus,

10:11.890 --> 10:14.410
jetzt habe ich die Summe, da kann ich die Summe nach vorne ziehen, I

10:14.410 --> 10:17.890
von 1 bis J, Erwartungswert XI unter der Bedingung X0 gleich J.

10:17.990 --> 10:21.910
Das heißt, ich habe nur die Additivität ausgenutzt, auch des bedingten

10:21.910 --> 10:22.970
Erwartungswertes.

10:23.470 --> 10:24.290
Mehr habe ich nicht gemacht.

10:25.090 --> 10:31.270
So, der Erwartungswert dieser konstanten Zufallsvariablen, das ist

10:31.270 --> 10:32.590
immer die Konstante selbst,

10:48.380 --> 10:53.800
also das ist immer die Konstante selbst, das heißt, das ist J und

10:53.800 --> 10:56.400
jetzt sehen Sie, die Summe kann ich nach vorne ziehen und jetzt kommt

10:56.400 --> 11:01.680
es, dieser bedingte Erwartungswert von XI unter der Bedingung X0

11:01.680 --> 11:09.660
gleich J ist der Erwartungswert von XI und wir haben gesehen, XI, I

11:09.660 --> 11:14.340
ist ja größer als 1, ist von X0 stochastisch unabhängig und deshalb

11:14.340 --> 11:17.500
kann ich die Bedingung weglassen bei dem bedingten Erwartungswert,

11:17.560 --> 11:19.460
wenn stochastische Unabhängigkeit besteht.

11:20.080 --> 11:23.100
So, und jetzt, diese Erwartungswerte kenne ich alle, die sind alle 3

11:23.100 --> 11:23.700
,5.

11:24.280 --> 11:27.540
Also kommt daraus J plus J mal 3,5.

11:28.000 --> 11:30.580
Ich habe also diesen bedingten Erwartungswert, wenn Sie so wollen, ist

11:30.580 --> 11:32.260
das 4,5 mal J.

11:33.600 --> 11:37.100
So, und jetzt kann ich einsetzen, iterierte Erwartungswertbildung oder

11:37.100 --> 11:41.580
Formel vom totalen Erwartungswert besagt, okay, der Erwartungswert von

11:41.580 --> 11:46.360
X ist jetzt diese Summe dieser bedingten Erwartungswerte mal die

11:46.360 --> 11:47.820
Wahrscheinlichkeit X0 gleich J.

11:47.820 --> 11:50.420
Und die Wahrscheinlichkeit X0 gleich J ist ein Sechstel.

11:51.120 --> 11:52.620
Das ist konstant, das kann ich rausziehen.

11:53.860 --> 11:56.840
Und dann habe ich jetzt diese bedingten Erwartungswerte, da haben wir

11:56.840 --> 12:01.460
sie, das ist immer 4,5 und jetzt kann ich das 4,5 rausziehen mal J und

12:01.460 --> 12:02.600
jetzt muss ich die Summe bilden.

12:02.860 --> 12:08.300
Und die Summe der Zahlen J von 1 bis 6 ist 21, 21 durch 6 können Sie

12:08.300 --> 12:14.560
teilen, also 3,5, also kommt daraus 4,5 mal 3,5 und das ist 15,75, was

12:14.560 --> 12:17.920
unser gesunder Menschenverstand uns schon am Anfang gesagt hat.

12:18.900 --> 12:23.840
Also keine Hexerei, aber Sie sehen einfach hier, wie man vorgeht, wenn

12:23.840 --> 12:29.260
eine Situation kompliziert ist, man bedingt geeignet, man kommt

12:29.260 --> 12:33.180
vielleicht leicht an die bedingten Erwartungswerte und so kann man

12:33.180 --> 12:37.040
dann den Erwartungswert über unsere Formel vom totalen Erwartungswert

12:37.040 --> 12:37.660
ausrechnen.

12:38.280 --> 12:38.880
Okay?

12:43.100 --> 12:48.020
Gut, jetzt kommt ein Begriff, der sich unmittelbar anschließt, die

12:48.020 --> 12:49.180
bedingte Verteilung.

12:49.520 --> 12:53.040
Wir haben schon gesprochen von der bedingten Verteilung von P, eines

12:53.040 --> 12:56.300
Wahrscheinlichkeitsmaßes, unter der Bedingung A, wenn A ein Ereignis

12:56.300 --> 12:56.560
ist.

12:57.460 --> 13:01.080
So, wir heben das einfach nur auf die Ebene der Zufallsvariablen oder

13:01.080 --> 13:02.160
Zufallsvektoren.

13:02.880 --> 13:06.800
Wir brauchen einen diskreten Wahrscheinlichkeitsraum, wir benötigen

13:06.800 --> 13:10.980
zwei Zufallsvektoren, X und Z, X ist n-dimensional, Z ist k

13:10.980 --> 13:14.960
-dimensional, es muss also weder n noch k gleich 1 sein in diesem

13:14.960 --> 13:15.260
Fall.

13:16.240 --> 13:19.020
Wir reden nämlich nicht über Erwartungswerte, sondern über

13:19.020 --> 13:21.840
Verteilungen, die haben was mit Wahrscheinlichkeiten zu tun.

13:22.080 --> 13:25.900
Wir nehmen ein kleines Z her, was angenommen wird mit positiver

13:25.900 --> 13:31.180
Wahrscheinlichkeit von Z und jetzt definieren wir etwas, nämlich, ich

13:31.180 --> 13:34.600
möchte diese Schreibweise verwenden, also wenn Sie dieses Groß-Z

13:34.600 --> 13:38.480
-gleich -Klein-Z da nicht stehen sehen würden, dann ist es genau die

13:38.480 --> 13:42.020
Wahrscheinlichkeit, dass der Vektor X in die Menge B fällt, also P

13:42.020 --> 13:46.160
oben X von B, und ich möchte gern den Bedingungsstrich vermeiden,

13:46.340 --> 13:50.120
insofern schreibe ich die Bedingung jetzt dran als Index, Groß-Z

13:50.120 --> 13:53.060
-gleich -Klein-Z, das ist nichts anderes als die bedingte

13:53.060 --> 13:56.680
Wahrscheinlichkeit, dass der Zufallsvektor X in die Menge B fällt,

13:56.820 --> 14:01.320
unter der Bedingung, dass Groß-Z-gleich-Klein-Z ist, also im Sinne der

14:01.320 --> 14:03.620
bedingten Wahrscheinlichkeit, die Wahrscheinlichkeit des Schnittes

14:03.620 --> 14:07.620
beider Ereignisse, dividiert durch die Wahrscheinlichkeit von Groß-Z

14:07.620 --> 14:08.360
-gleich -Klein-Z.

14:08.760 --> 14:10.900
Das ist also nur eine normale bedingte Wahrscheinlichkeit.

14:11.220 --> 14:14.900
Das Entscheidende ist, wir betrachten das als Funktion B, der

14:14.900 --> 14:16.480
Teilmengen des R hoch N.

14:18.440 --> 14:22.900
Und wir wissen, bedingte Wahrscheinlichkeiten als Funktion der

14:22.900 --> 14:26.440
Ereignisse sind Wahrscheinlichkeitsmaße, das heißt, dieses

14:26.440 --> 14:30.440
Wahrscheinlichkeitsmaß, P oben X und die Bedingung steht unten dran,

14:30.840 --> 14:34.680
auf den Teilmengen des R hoch N nennt man die bedingte Verteilung von

14:34.680 --> 14:37.680
X unter dieser Bedingung Groß-Z-gleich-Klein-Z.

14:39.940 --> 14:43.320
Das ist also erstmal die Bedingte Verteilung.

14:43.440 --> 14:45.280
Wir werden gleich zwei Beispiele sehen.

14:45.780 --> 14:48.440
Wir werden auch noch weitere Beispiele in den Übungsaufgaben haben.

14:48.940 --> 14:50.280
Folgendes sollte man beachten.

14:51.140 --> 14:56.420
Wenn der Zufallsvektor X nur diese Werte Klein-X1, X2 und so weiter

14:56.420 --> 14:59.880
annehmen kann mit positiven Wahrscheinlichkeiten, also die sollen auch

14:59.880 --> 15:02.980
alle, das heißt hier brauche ich gar nicht, dass die alle positiv

15:02.980 --> 15:06.680
sind, wichtig ist, es können nur die Werte vorkommen mit positiven

15:06.680 --> 15:07.520
Wahrscheinlichkeiten.

15:08.060 --> 15:10.840
So gilt natürlich Folgendes, jetzt kommt die Additivität.

15:10.840 --> 15:14.720
Diese bedingte Wahrscheinlichkeit ist natürlich die Summe der

15:14.720 --> 15:18.800
Einzelwahrscheinlichkeiten Groß-X-gleich-Klein-X-J unter dieser

15:18.800 --> 15:22.300
Bedingung, über die J summiert mit der Eigenschaft X-J aus B.

15:23.540 --> 15:25.900
Das ist nichts anderes als die Sigma-Additivität.

15:26.220 --> 15:28.700
Das heißt, Sie sehen, Sie brauchen eigentlich nur diese

15:28.700 --> 15:31.280
Einzelwahrscheinlichkeiten zu haben und können dann die

15:31.280 --> 15:34.340
Wahrscheinlichkeit, dass X in eine Menge B fällt, unter dieser

15:34.340 --> 15:36.340
Bedingung durch Summation erhalten.

15:37.060 --> 15:40.000
So, letztlich kommt es bei der bedingten Verteilung also nur auf

15:40.000 --> 15:43.860
dieses System an, der Wahrscheinlichkeiten Groß-X-gleich-Klein-X-J

15:43.860 --> 15:47.800
unter der Bedingung Groß-Z-gleich-Klein-Z durch dieses System ist die

15:47.800 --> 15:49.860
bedingte Verteilung eindeutig bestimmt.

15:50.480 --> 15:53.180
Wir werden uns also nur mit solchen Wahrscheinlichkeiten beschäftigen,

15:53.260 --> 15:55.560
ganz elementare bedingte Wahrscheinlichkeiten.

15:56.260 --> 16:00.940
Und wir werden jetzt ein sehr instruktives Beispiel haben aus meiner

16:00.940 --> 16:06.140
Sicht, was auch wichtig ist, sogar für die Statistik, nämlich die

16:06.140 --> 16:10.320
hypergeometrische Verteilung, die wir kennengelernt haben, als

16:10.320 --> 16:15.820
Verteilung der Anzahl der roten Kugeln beim Ziehen aus einer Urne mit

16:15.820 --> 16:19.680
roten und schwarzen Kugeln rein zufällig, und zwar ohne Zurücklegen.

16:20.040 --> 16:23.480
N-mal ziehen, so entstand die hypergeometrische Verteilung.

16:23.980 --> 16:27.400
Wir werden Sie jetzt sehen, die entsteht als bedingte Verteilung im

16:27.400 --> 16:31.680
Zusammenhang mit zwei Zufallsvariablen, nennen wir sie x und y, die

16:31.680 --> 16:35.740
unabhängig sind, ist die Voraussetzung, und x ist binomial verteilt

16:35.740 --> 16:44.260
mit m und p, und y ist auch binomial verteilt mit n und p, das gleiche

16:44.260 --> 16:49.300
p, p' zwischen 0 und 1, und dann wird behauptet, die bedingte

16:49.300 --> 16:55.620
Verteilung von x unter der Bedingung, dass die Summe x plus y den Wert

16:55.620 --> 16:59.500
k annimmt, diese bedingte Verteilung ist die hypergeometrische

16:59.500 --> 17:04.840
Verteilung mit den Parametern k, m und n, die hängt also überhaupt

17:04.840 --> 17:05.920
nicht von p ab.

17:08.120 --> 17:10.440
Das ist überraschend auf den ersten Blick.

17:11.080 --> 17:14.700
Also nochmal die Situation, zwei unabhängige binomial verteilte

17:14.700 --> 17:19.020
Zufallsvariablen mit dem gleichen p, ich bekomme die Information, die

17:19.020 --> 17:25.230
Summe nimmt den Wert k an, und dann ist die bedingte Verteilung von x

17:25.230 --> 17:29.630
unter dieser Information, diese hypergeometrische Verteilung, die wir

17:29.630 --> 17:30.930
so kennengelernt haben.

17:31.570 --> 17:37.370
Wir werden erstmal rechnen und werden dann später sehen, dass man das

17:37.370 --> 17:43.370
auch so einsehen kann ohne Rechnen, nur durch Erzeugungsweise der

17:43.370 --> 17:46.330
Verteilung, auch der Binomialverteilung, also Beweis.

17:47.130 --> 17:51.010
Nun, wir müssen ausrechnen, die bedingte Wahrscheinlichkeit, dass x

17:51.010 --> 17:54.870
den Wert j annimmt, unter der Bedingung x plus y gleich k, das ist

17:54.870 --> 17:57.550
also unsere Bedingung, und hier muss rauskommen, es muss eine

17:57.550 --> 17:59.590
hypergeometrische Wahrscheinlichkeit sein.

18:00.330 --> 18:02.630
Insbesondere soll sie eben nicht abhängen von dem p.

18:03.010 --> 18:08.030
Die Definition besagt, es ist die Wahrscheinlichkeit des ersten

18:08.030 --> 18:11.530
Ereignisses unzugleich des zweiten, dividiert durch die

18:11.530 --> 18:12.830
Wahrscheinlichkeit der Bedingung.

18:13.670 --> 18:16.510
Das ist nur die Definition der bedingten Wahrscheinlichkeit.

18:17.690 --> 18:19.230
Jetzt schauen Sie sich oben das Ereignis an.

18:19.330 --> 18:22.650
Hier ist die Wahrscheinlichkeit der Menge aller kleinen Omega, mit x

18:22.650 --> 18:26.210
von Omega ist j und x von Omega plus y Omega ist k.

18:26.670 --> 18:30.050
Da können Sie messerscharf schließen, für diejenigen Omega gilt x von

18:30.050 --> 18:33.190
Omega gleich j und y von Omega ist k minus j.

18:33.690 --> 18:35.350
Und umgekehrt können Sie genauso schließen.

18:35.670 --> 18:38.950
Das heißt, die Schnitte dieser beiden Ereignisse, x gleich j und x

18:38.950 --> 18:43.750
plus y gleich k und auf der anderen Seite x gleich j und y gleich k

18:43.750 --> 18:45.070
minus j sind gleich.

18:45.250 --> 18:46.250
Gleiche Ereignisse.

18:47.130 --> 18:49.710
Ich teile nochmal durch die Wahrscheinlichkeit der Bedingung.

18:50.570 --> 18:54.410
So, jetzt nutze ich aus, dass x und y stochastisch unabhängig sind.

18:54.510 --> 18:55.510
Schauen Sie sich den Zähler an.

18:55.910 --> 18:59.110
Aus dem Grunde ist die Wahrscheinlichkeit im Zähler das Produkt der

18:59.110 --> 19:00.170
beiden Wahrscheinlichkeiten.

19:00.830 --> 19:03.830
Das heißt, ich habe die Wahrscheinlichkeit x gleich j mal die

19:03.830 --> 19:07.150
Wahrscheinlichkeit, dass y gleich k minus j ist, dividiert durch die

19:07.150 --> 19:10.270
Wahrscheinlichkeit, dass x plus y gleich k ist.

19:11.530 --> 19:13.850
Bislang habe ich nur die Unabhängigkeit ausgenutzt.

19:14.830 --> 19:16.490
Jetzt kommt die Binomialverteilung.

19:17.250 --> 19:20.310
Wir sehen, alle Wahrscheinlichkeiten, die da stehen, die drei, sind

19:20.310 --> 19:21.530
Binomialwahrscheinlichkeiten.

19:21.790 --> 19:25.170
x ist binomialverteilt mit m und p, also die Wahrscheinlichkeit, dass

19:25.170 --> 19:30.010
x gleich j ist, ist m über j mal p hoch j mal 1 minus p hoch m minus

19:30.010 --> 19:30.350
j.

19:31.310 --> 19:35.130
Und y ist auch binomialverteilt mit n und p, also die

19:35.130 --> 19:40.230
Wahrscheinlichkeit, dass y gleich k minus j ist, ist n über k minus j

19:40.230 --> 19:45.590
mal p hoch k minus j mal 1 minus p hoch n minus, Klammer auf, k minus

19:45.590 --> 19:46.370
j, Klammer zu.

19:47.850 --> 19:51.070
Jetzt wissen wir aber, wenn ich zwei unabhängige binomialverteilte

19:51.070 --> 19:54.650
Zufallsvariablen habe mit gleichem p, dann ist die Summe auch

19:54.650 --> 19:56.990
binomialverteilt und es addieren sich m und n.

19:57.650 --> 20:00.970
Das bedeutet im Nenner die Wahrscheinlichkeit, dass die Summe den Wert

20:00.970 --> 20:06.690
k annimmt, ist m plus n über k mal p hoch k mal 1 minus p hoch m plus

20:06.690 --> 20:07.490
n minus k.

20:09.710 --> 20:10.910
Jetzt sehen Sie sich das an.

20:13.170 --> 20:16.870
Das Entscheidende ist, Sie finden hier p hoch j, Sie finden p hoch k

20:16.870 --> 20:20.370
minus j und wenn Sie die Exponenten addieren, kommen Sie auf k, das

20:20.370 --> 20:22.710
kürzt sich wunderbar weg, gegen p hoch k.

20:23.830 --> 20:25.030
Was finden Sie noch?

20:25.450 --> 20:30.190
Sie finden 1 minus p hoch m minus j, 1 minus p hoch n minus k minus j

20:30.190 --> 20:34.730
und wenn Sie die Exponenten addieren, dann addieren sich m und n minus

20:34.730 --> 20:36.370
k, aber das j hebt sich weg.

20:37.150 --> 20:40.810
Das heißt, es bleibt über 1 minus p hoch m plus n minus k.

20:40.810 --> 20:46.690
Alles, was mit p zu tun hat, geht komplett raus und was bleibt über?

20:46.830 --> 20:52.810
Es bleibt über m über j mal n über k minus j dividiert durch m plus n

20:52.810 --> 20:53.190
über n.

20:53.650 --> 20:56.090
Und das ist eine hypergeometrische Wahrscheinlichkeit.

20:57.650 --> 20:58.550
Das war zu zeigen.

21:01.230 --> 21:02.870
Und schon sind wir beim Ohrenmodell.

21:03.110 --> 21:05.590
Man fragt sich natürlich begrifflich, also wir haben jetzt gerechnet,

21:05.770 --> 21:08.930
ganz brav, alles ausgenutzt, kann ich das irgendwie einsehen?

21:09.770 --> 21:12.470
Also hier können wir auf jeden Fall einen Haken dran machen.

21:12.570 --> 21:14.270
Nun kann ich es einsehen, ich kann es einsehen.

21:15.130 --> 21:19.610
Also das Memo nochmal, x und y unabhängige Zufallsvariable, x

21:19.610 --> 21:24.710
binomialverteilt mit m und p und y mit n und p, p zwischen 0 und 1,

21:24.810 --> 21:27.490
das ist also hier unsere Voraussetzung, die wir haben.

21:28.190 --> 21:32.750
Und das haben wir gerade bewiesen, die bedingte Verteilung von x bei

21:32.750 --> 21:35.990
gegebener Summe, Summe gleich k, ist diese hypergeometrische

21:35.990 --> 21:36.810
Verteilung.

21:36.810 --> 21:41.090
Die Frage ist, erhält man hier das Ganze auch durch scharfes

21:41.090 --> 21:42.390
Hingucken, ohne Rechnen?

21:42.510 --> 21:43.630
Warum muss das so sein?

21:43.790 --> 21:47.670
Und das muss so sein aus dem ganz einfachen Grunde, wir können die

21:47.670 --> 21:51.350
Binomialverteilung erzeugen als Trefferanzahl in der Bernoulli-Kette,

21:52.050 --> 21:52.770
Trefferwahrscheinlichkeit p.

21:53.050 --> 21:56.430
Wir gehen wieder zurück ins deutsche Gymnasium, 10.

21:56.570 --> 21:56.890
Klasse.

21:58.390 --> 22:01.990
Bernoulli-Kette, wir machen jetzt mal eine der Länge m plus n mit

22:01.990 --> 22:03.170
Trefferwahrscheinlichkeit p.

22:05.250 --> 22:09.090
Das seien insgesamt m plus n Kästchen, in jedes könnten wir

22:09.090 --> 22:10.810
reinschreiben, Treffer oder Niete.

22:10.970 --> 22:11.850
Wir fangen links an.

22:12.830 --> 22:15.350
Die ersten m Kästchen, das sind die, und das sind die restlichen.

22:16.310 --> 22:21.330
Das Entscheidende ist, das x beschreibt mir die Trefferanzahl aus den

22:21.330 --> 22:25.010
ersten m Versuchen, das ist dann binomialverteilt mit m und p, und das

22:25.010 --> 22:29.030
y beschreibt mir die Trefferanzahl aus den letzten Versuchen, dann ist

22:29.030 --> 22:32.570
natürlich die Summe x plus y binomialverteilt mit m plus n und p.

22:32.570 --> 22:35.650
Das heißt, wir haben die Situation konkret erzeugt in so einer

22:35.650 --> 22:37.690
Bernoulli -Kette der Länge m plus n.

22:38.090 --> 22:39.570
Was wir jetzt machen, ist Folgendes.

22:40.070 --> 22:41.230
Jetzt kommt diese Info.

22:42.570 --> 22:48.210
Wir bekommen aus dem Nachbarraum die Information, es sind insgesamt k

22:48.210 --> 22:49.350
Treffer aufgetreten.

22:50.910 --> 22:53.470
Die Versuche sind alle gleichberechtigt, unabhängig,

22:53.510 --> 22:54.530
Trefferwahrscheinlichkeit p.

22:54.630 --> 22:58.890
Unter dieser Information soll ich gerne mal diese k Treffer platzieren

22:58.890 --> 23:00.690
auf die m plus n Versuche.

23:00.690 --> 23:03.990
Nun, hier regiert der reine Zufall, das heißt, unter dieser

23:03.990 --> 23:10.390
Information ist die Auswahl von insgesamt k Plätzen für die Treffer,

23:11.110 --> 23:13.430
auf die anderen landen dann die Mieten, gleichwahrscheinlich.

23:14.390 --> 23:15.690
Das ist das Entscheidende hier.

23:16.050 --> 23:20.610
Das bedeutet, das ist die Information, x plus y gleich k, dann und nur

23:20.610 --> 23:22.530
dann, wenn genau k Treffer auftreten.

23:22.530 --> 23:27.130
Und das ist das, was ich gerade sagte, jede Auswahl von k dieser

23:27.130 --> 23:30.290
insgesamt m plus n Versuche für die Treffer ist gleichwahrscheinlich.

23:31.210 --> 23:34.630
Jetzt mache ich Folgendes, ich will zum Urnenmodell, ich will zu roten

23:34.630 --> 23:35.550
und schwarzen Kugeln.

23:36.090 --> 23:39.450
Nun, ich interpretiere die Versuche als Kugeln, die durchnummeriert

23:39.450 --> 23:42.190
sind von 1 bis m plus n in der Urne.

23:43.090 --> 23:48.410
So, die ersten m Kugeln, die seien rot, das sind die roten, und die

23:48.410 --> 23:49.310
anderen seien schwarz.

23:49.310 --> 23:52.470
Jetzt habe ich meine Urne mit roten und schwarzen Kugeln.

23:53.690 --> 23:54.530
Was mache ich jetzt?

23:57.690 --> 24:00.390
Rein zufällig wähle ich k aus.

24:02.230 --> 24:04.150
Da sollen die Treffer sein.

24:04.230 --> 24:05.930
Was heißt rein zufällig k auswählen?

24:06.230 --> 24:10.210
Das heißt, in diese Urne greifen und k rausziehen, blind,

24:10.490 --> 24:11.030
nacheinander.

24:15.400 --> 24:20.500
Das heißt, ich ziehe k Kugeln rein zufällig, ohne zurücklegen, und das

24:20.500 --> 24:22.740
Entscheidende ist, die Kugelnummern entsprechen natürlich den

24:22.740 --> 24:23.980
Versuchsnummern mit Treffern.

24:24.600 --> 24:25.200
Das ist klar.

24:26.040 --> 24:27.580
Und das Entscheidende ist, ich zähle.

24:27.880 --> 24:30.220
Ich will da sehen, was ist die bedingte Verteilung von x.

24:30.580 --> 24:31.680
Wie viele Treffer habe ich vorne?

24:31.760 --> 24:32.900
Das sind dabei die roten Kugeln.

24:32.980 --> 24:34.600
Ich zähle jetzt genau die roten Kugeln.

24:35.620 --> 24:37.700
Und schon habe ich die begriffliche Einsicht.

24:38.980 --> 24:43.700
Das ist nichts anderes als unser Urnenmodell unter dieser Bedingung,

24:44.060 --> 24:44.780
das wir haben.

24:44.780 --> 24:49.620
Wir interpretieren einfach die ersten M-Versuche als Nummern von roten

24:49.620 --> 24:54.360
Kugeln, und die anderen sind eben dann Nummern von Versuchen mit

24:54.360 --> 24:55.120
schwarzen Kugeln.

24:55.980 --> 24:59.560
Das ist die begriffliche Einsicht in diese Verteilung.

25:02.060 --> 25:04.160
Entscheidend ist, dass p verschwindet komplett.

25:04.280 --> 25:05.260
Es hängt nicht davon ab.

25:06.120 --> 25:09.080
Natürlich ist klar, wenn das p klein ist, werde ich wahrscheinlich

25:09.080 --> 25:10.180
wenige Treffer haben.

25:10.240 --> 25:11.780
Wenn p groß ist, habe ich mehr Treffer.

25:15.320 --> 25:19.980
Aber es dreht sich dann nur darum, wie viele Kugeln ich dann insgesamt

25:19.980 --> 25:20.300
ziehe.

25:24.880 --> 25:25.840
Zweites Beispiel.

25:27.520 --> 25:31.060
Wir haben hier Verteilung gehabt, und zwar die Gleichverteilung auf

25:31.060 --> 25:34.240
einer endlichen Menge zunächst mal, und die geometrische Verteilung.

25:34.800 --> 25:39.620
Die entstand beim Warten auf den ersten Treffer in der Bernoulli

25:39.620 --> 25:39.940
-Kette.

25:39.940 --> 25:42.580
Hier zählte die Zahl der Nieten vor dem ersten Treffer.

25:44.300 --> 25:47.360
Zwei Zufallsvariablen, die seien stochastisch unabhängig und je

25:47.360 --> 25:49.440
geometrisch verteilt mit Parameter p.

25:51.700 --> 25:53.480
p wieder strikt zwischen 0 und 1.

25:54.520 --> 25:59.960
Und allgemein sei dieses u, u steht für uniform, also gleichmäßig, die

25:59.960 --> 26:02.100
Gleichverteilung auf einer endlichen Menge m.

26:03.500 --> 26:07.960
Jetzt wird behauptet, für jedes K aus N0 gilt die bedingte Verteilung

26:07.960 --> 26:12.560
von x beigegebener Summe x plus y gleich k ist die Gleichverteilung

26:12.560 --> 26:14.060
auf den Werten von 0 bis k.

26:14.920 --> 26:15.960
Hier rechne ich mal nicht.

26:17.100 --> 26:18.780
Die Frage ist, sieht man das direkt ein?

26:19.340 --> 26:21.580
Wir sollten das direkt einsehen, aber wir sollten es auch durch

26:21.580 --> 26:22.540
Rechnen rausbekommen.

26:23.520 --> 26:25.700
Wir sollten auch noch etwas Allgemeineres rausbekommen.

26:26.760 --> 26:29.960
Jetzt kommt die Erzeugungsweise der geometrischen Verteilung.

26:30.700 --> 26:31.900
Was ist x plus y?

26:33.440 --> 26:36.400
Zwei unabhängige geometrisch verteilte Zufallsvariablen.

26:36.400 --> 26:39.600
Sie können sagen, x beschreibt die Anzahl der Nieten vor dem ersten

26:39.600 --> 26:42.820
Treffer in der Bernoulli-Kette, dann kommt der erste Treffer und

26:42.820 --> 26:47.260
danach warte ich auf den nächsten Treffer, y ist dann die Zahl der

26:47.260 --> 26:49.240
Nieten, die ich habe, bis ich den zweiten Treffer habe.

26:49.460 --> 26:52.220
Wir wissen, so entsteht auch eine negative Binomialverteilung.

26:52.540 --> 26:56.580
Das heißt, x plus y gibt mir an, die Zahl der Nieten vor dem zweiten

26:56.580 --> 26:58.280
Treffer in der Bernoulli-Kette.

27:01.180 --> 27:05.700
Jetzt kommt die Info, du hast genau k Nieten vor dem zweiten Treffer.

27:05.700 --> 27:07.160
Das ist die Information.

27:08.700 --> 27:12.700
Unter dieser Bedingung ist die Frage, wie viele Nieten habe ich denn

27:12.700 --> 27:13.660
vor dem ersten Treffer.

27:16.040 --> 27:18.620
Also ich habe jetzt k Nieten vor dem zweiten Treffer.

27:19.080 --> 27:22.020
Natürlich, irgendwo ist jetzt dieser eine Treffer.

27:23.240 --> 27:26.240
Es kommt auch die Gedächtnislosigkeit der geometrischen Verteilung.

27:26.300 --> 27:30.540
Dieser erste Treffer kann genauso ganz vorne sein wie an der zweiten

27:30.540 --> 27:33.180
Stelle, an der dritten Stelle und so weiter.

27:33.180 --> 27:37.160
Es muss die Gleichverteilung entstehen auf den Werten von 0 bis k.

27:38.060 --> 27:40.800
Es ist genauso wahrscheinlich, dass unter dieser Bedingung der erste

27:40.800 --> 27:44.520
Treffer ganz vorne ist, an der zweiten Stelle, oder direkt vor dem

27:44.520 --> 27:45.260
zweiten Treffer.

27:48.480 --> 27:50.120
Sie können das auch sofort verallgemeinern.

27:50.260 --> 27:54.360
Sie können sagen, stellen Sie sich vor, wir warten auf den

27:54.360 --> 27:56.280
Ertentreffer in der Bernoulli-Kette.

27:56.980 --> 27:57.700
Auf den Erten.

27:59.180 --> 28:02.140
Und ich würde Ihnen sagen, der Ertentreffer in so einer Bernoulli

28:02.140 --> 28:03.840
-Kette tritt im 28.

28:04.240 --> 28:04.980
Versuch auf.

28:06.220 --> 28:09.240
Dann soll ich Sie fragen, unter dieser Bedingung, wie sind denn die r

28:09.240 --> 28:13.040
-1 Treffer vorher verteilt unter den 27 Versuchen?

28:13.540 --> 28:15.180
Ich habe ja vorher 27 Versuche.

28:15.740 --> 28:18.940
Davon sind r-1 Treffer und die anderen sind Nieten.

28:19.060 --> 28:23.620
Wie ist denn die gemeinsame Verteilung der Position dieser Treffer?

28:23.620 --> 28:28.800
Und Sie sollten intuitiv sofort einsehen, naja, jede Auswahl von

28:28.800 --> 28:32.420
insgesamt r-1 Versuchen vorher, wo die Treffer sind, ist

28:32.420 --> 28:33.240
gleichwahrscheinlich.

28:34.000 --> 28:35.440
Das ist hier nur ein Spezialfall.

28:38.160 --> 28:40.400
Das heißt, hier ist es wichtig, dass Sie auch die stochastische

28:40.400 --> 28:44.060
Intuition mittrainieren, aber Sie sollten natürlich auch in der Lage

28:44.060 --> 28:47.800
sein, das genauso über bedingte Wahrscheinlichkeiten auszurechnen, wie

28:47.800 --> 28:48.780
wir das eben gemacht haben.

28:48.780 --> 28:52.720
Aber das ist jetzt kein großer Akt, da wenden wir nur die Formel von

28:52.720 --> 28:55.560
der bedingten Wahrscheinlichkeit an und setzen eben die geometrische

28:55.560 --> 28:56.320
Verteilung ein.

28:56.700 --> 28:58.940
Und da wird sich auch das p wegheben.

28:59.660 --> 29:00.480
Bitte machen Sie das.

29:04.280 --> 29:06.760
Aber Sie sollten es begrifflich auch verstanden haben, das ist mir

29:06.760 --> 29:07.080
wichtig.

29:12.140 --> 29:15.360
Ich komme zu einem neuen Kapitel, erzeugende Funktionen.

29:16.020 --> 29:19.960
Sie haben das sicherlich schon im ersten Studienjahr kennengelernt,

29:20.060 --> 29:21.360
vielleicht nicht unter dem Begriff.

29:21.360 --> 29:24.960
Kam der Begriff erzeugende Funktionen vor im ersten Studienjahr?

29:25.340 --> 29:26.000
Ja oder nein?

29:27.440 --> 29:28.080
Kam er vor?

29:29.780 --> 29:30.500
Irgendwann mal?

29:30.620 --> 29:32.880
Kann überhaupt nur in der Analyse vorgekommen sein.

29:33.700 --> 29:35.200
Also das scheint nicht der Fall zu sein.

29:35.440 --> 29:37.800
Gut, dann definieren wir das, aber Sie kennen das.

29:38.220 --> 29:40.140
Erzeugende Funktion einer Zahlenfolge.

29:40.640 --> 29:44.280
So, A sei eine reelle Zahlenfolge, ich beginne hier die Nummerierung

29:44.280 --> 29:49.880
der Komponenten bei 0 und jetzt kommt eine Funktion, G-Index A von T,

29:50.000 --> 29:53.160
die hängt also von dieser Folge ab, das ist nichts anderes als eine

29:53.160 --> 29:57.120
Potenzreihe, Summe K von 0 bis unendlich, AK, T hoch K, diese

29:57.120 --> 30:01.760
Potenzreihe A nennt man die erzeugende Funktion dieser Folge.

30:03.720 --> 30:04.240
Potenzreihe.

30:04.320 --> 30:05.140
Analysis 1.

30:05.800 --> 30:10.620
Ich setze voraus, dass der Konvergenzradius positiv ist.

30:11.120 --> 30:12.220
Wie rechnet man den aus?

30:12.220 --> 30:16.400
Der Rho nenne ich den 1 durch Limit Superior, K gegen unendlich,

30:16.780 --> 30:18.660
Katewurzel aus AK-Betracht.

30:18.880 --> 30:22.400
So, das sei positiv, eventuell unendlich.

30:23.680 --> 30:25.640
Das ist die Grundvoraussetzung hierbei.

30:26.200 --> 30:29.920
Okay, Konvergenzradius ist positiv, eventuell unendlich und das

30:29.920 --> 30:33.860
bedeutet, jetzt sehen Sie oben, das T ist auf jeden Fall zwischen

30:33.860 --> 30:35.000
Minus -Rho und Rho.

30:35.960 --> 30:36.960
Rho ist positiv.

30:36.960 --> 30:39.160
Dann sollten Sie Folgendes gelernt haben.

30:40.540 --> 30:42.160
Also machen wir erst ein Beispiel.

30:42.240 --> 30:43.640
Beispiel, eine sehr einfache Folge.

30:44.280 --> 30:48.440
Für ein positives Q kann ich nehmen, AK ist Q hoch K.

30:49.060 --> 30:52.420
Jetzt sieht man sofort, das harmoniert natürlich mit dem T hoch K.

30:52.820 --> 30:56.800
Das heißt, wenn ich das einsetze, GA von T, setze ich jetzt ein, Summe

30:56.800 --> 31:01.700
K von 0 bis unendlich, Q hoch K mal T hoch K ist also Q mal T hoch K.

31:01.700 --> 31:05.640
Und es kommt darauf an, wenn Q mal T den Betrag nach kleiner 1 ist,

31:05.880 --> 31:07.440
komme ich auf die geometrische Reihe.

31:07.720 --> 31:10.440
Das heißt, ich kann das so schreiben und das ist dann natürlich 1

31:10.440 --> 31:12.020
durch 1 minus Q mal T.

31:12.300 --> 31:16.620
Wenn Q mal T den Betrag nach kleiner 1 ist, was gleichbedeutend ist, T

31:16.620 --> 31:18.300
-Betrag kleiner 1 durch Q.

31:18.440 --> 31:22.000
Jedenfalls ein positiver Konvergenzradius, also führt auf die

31:22.000 --> 31:22.940
geometrische Reihe.

31:23.380 --> 31:24.100
Das kennt man.

31:24.620 --> 31:28.600
Jetzt kommt das, was ich sagte, was man vielleicht ein bisschen in

31:28.600 --> 31:30.640
Erinnerung rufen sollte, mit Potenz rein.

31:31.340 --> 31:35.040
Das ist das MEO, die erzeugende Funktion so einer Folge.

31:36.000 --> 31:40.040
Erstens, so eine Potenzreihe ist beliebig oft differenzierbar im

31:40.040 --> 31:43.500
Innern des Konvergenzintervalls.

31:44.740 --> 31:45.600
Das ist wichtig.

31:45.800 --> 31:48.280
Ich kann beliebig oft, und zwar dann unter dem Summenzeichen,

31:48.820 --> 31:49.340
differenzieren.

31:49.800 --> 31:53.660
Das heißt zum Beispiel, wenn ich die erste Ableitung bilde, dann habe

31:53.660 --> 31:56.720
ich hier die Summe, die geht von K dann de facto los, weil der Faktor

31:56.720 --> 31:57.700
K nach unten kommt.

31:57.700 --> 32:00.260
Wir sehen K gleich 0, könnte ich auch schreiben, aber es würde nichts

32:00.260 --> 32:00.660
ändern.

32:01.180 --> 32:03.080
Mal AK mal T hoch K minus 1.

32:03.180 --> 32:04.740
Ich kann aber beliebig oft differenzieren.

32:04.860 --> 32:06.720
Ich kann eben auch die zweite Ableitung bilden.

32:07.020 --> 32:10.260
Dann kommt noch mal K minus 1 runter vom Exponenten und die Summe geht

32:10.260 --> 32:11.060
ab 2 los.

32:11.520 --> 32:15.480
Das heißt K mal K minus 1 mal AK mal T hoch K minus 2.

32:15.780 --> 32:17.160
Und ich kann es gleich allgemein machen.

32:17.560 --> 32:21.400
Ich kann sagen, die erste Ableitung dieser Potenzreihe ist eben eine

32:21.400 --> 32:23.280
Summe, die erst bei R losgeht.

32:23.280 --> 32:27.480
Dann habe ich diese absteigenden Faktoren K mal K minus 1 mal K minus

32:27.480 --> 32:27.840
2.

32:28.140 --> 32:30.100
Am Ende habe ich K minus R plus 1.

32:30.440 --> 32:32.820
Dann habe ich AK und dann habe ich T hoch K minus R.

32:33.420 --> 32:37.020
Das sind also die Regeln, die man kennt von Potenzreihen.

32:37.740 --> 32:39.240
Okay, T-Betrag kleinero.

32:39.900 --> 32:44.320
Und hieraus ergibt sich sofort, diese erzeugende Funktion legt die

32:44.320 --> 32:45.040
Folge fest.

32:45.180 --> 32:47.660
Wenn ich also die Funktion kenne, kenne ich auch die Koeffizienten.

32:47.720 --> 32:50.540
Ich muss nur ableiten und die Ableitung im Nullpunkt betrachten.

32:50.540 --> 32:54.540
Das bedeutet, die R-Ableitung an der Stelle T gleich 0 ist nichts

32:54.540 --> 32:56.340
anderes als R-Fakultät mal AR.

32:56.800 --> 32:59.480
Das gilt auch für R gleich 0, da leiten Sie nicht ab, da haben Sie

32:59.480 --> 33:03.660
gleich die Funktion g. Das heißt, das ist der Identitätssatz.

33:05.000 --> 33:06.700
Das haben Sie alles gehabt in der Analyse.

33:07.180 --> 33:10.420
Und Sie haben noch folgenden Satz gehabt, den sogenannten Abelschen

33:10.420 --> 33:13.100
Grenzwertsatz, wenn Rho endlich ist.

33:13.840 --> 33:16.800
Der Abelsche Grenzwertsatz besagt folgendes, den brauchen wir auch

33:16.800 --> 33:17.180
nachher.

33:17.800 --> 33:20.880
Konvergiert die Potenzreihe im rechten Randpunkt des

33:20.880 --> 33:26.320
Konvergenzintervalls, dann ist die Funktion, das ist jetzt auf jeden

33:26.320 --> 33:29.820
Fall in dem Bereich erklärt, sie ist im Punkt Rho stetig.

33:30.760 --> 33:34.280
Das heißt, wenn wir uns von links annähern, im Limes, bekomme ich auch

33:34.280 --> 33:35.140
den Funktionswert.

33:35.260 --> 33:39.540
Das heißt, es gilt, wenn ich jetzt für T gleich Rho setze, das ist

33:39.540 --> 33:43.620
nichts anderes als der Grenzwert, wenn T von unten, von links, gegen

33:43.620 --> 33:45.220
Rho geht, GA von T.

33:45.320 --> 33:47.840
Das ist der Abelsche Grenzwertsatz für Potenzreihe.

33:49.460 --> 33:52.920
Der war auf jeden Fall dran, ich habe mich da schlau gemacht.

33:54.800 --> 33:57.900
Gut, also das sind erstmal so ein paar technische Dinge, die man hier

33:57.900 --> 33:58.200
braucht.

33:58.820 --> 34:02.140
Und jetzt fragen Sie sich natürlich, was hat das überhaupt mit

34:02.140 --> 34:03.100
Stochastik zu tun?

34:03.480 --> 34:07.160
Ich meine, ich wiederhole gerne Analyse 1 und freue mich, dass ich

34:07.160 --> 34:10.760
mich an gewisse Dinge erinnere, die mal dran waren, aber in der

34:10.760 --> 34:15.560
Stochastik kann man das brauchen, aber Sie sehen, ich war schon

34:15.560 --> 34:19.320
gedanklich bei Zufallsvariablen, ich mache noch ein Beispiel.

34:19.420 --> 34:21.760
Das Beispiel sollten Sie auch kennen, Fibonacci-Zahlen.

34:23.400 --> 34:27.400
Eine der berühmtesten Zahlenfolgen, die eben mit 1 und 1 losgeht, das

34:27.400 --> 34:30.180
sind die ersten beiden Folgen, und das nächste ist dann immer die

34:30.180 --> 34:32.860
Summe der beiden davor, das ist die Rekursionsformel.

34:34.020 --> 34:38.420
Man sieht dann sofort ein, durch scharfes Hingucken, AK kann höchstens

34:38.420 --> 34:41.600
2 hoch K sein, sodass, wenn wir jetzt die Potenzreihe bilden, hat die

34:41.600 --> 34:43.700
mindestens den Konvergenzradius ein Halb.

34:45.960 --> 34:48.960
Also auf jeden Fall einen positiven Konvergenzradius, das ist wichtig.

34:49.760 --> 34:54.460
Das heißt, ich schreibe das mal hin, ich fange jetzt an, K gleich 0

34:54.460 --> 35:00.040
ist A0, ziehe ich raus, ich ziehe auch A1 mal T raus, und jetzt ab K

35:00.040 --> 35:02.400
gleich 2 nutze ich die Rekursionsformel aus.

35:02.460 --> 35:06.820
Das heißt, hier schreibe ich AK minus 1 plus AK minus 2 mal T hoch K.

35:08.320 --> 35:15.000
Und jetzt setze ich ein, A0 ist 1, A1 ist 1, also 1 plus T, und die

35:15.000 --> 35:18.600
beiden Summen ziehe ich auseinander, was ich immer darf im

35:18.600 --> 35:18.840
Konvergenzintervall.

35:20.080 --> 35:23.200
Das heißt, ich habe hier einmal diese Summe und dann die letzte mit

35:23.200 --> 35:24.320
dem AK minus 2.

35:25.460 --> 35:29.760
Und jetzt erkennt man, wenn ich bei der Summe von K von 2 bis unten,

35:29.780 --> 35:33.800
wenn ich bei dieser ersten einmal T ausklammer, mache ich das mal, ich

35:33.800 --> 35:39.020
klammern T aus, dann habe ich jetzt noch die Summe AK minus 1 T hoch K

35:39.020 --> 35:39.640
minus 1.

35:39.760 --> 35:42.440
Das harmoniert natürlich wunderbar mit der erzeugenden Funktion.

35:42.840 --> 35:44.320
Da fehlt nur das allererste Glied.

35:44.480 --> 35:47.500
Das ist also nichts anderes als die erzeugende Funktion minus, ich

35:47.500 --> 35:48.920
muss das erste Glied subtrahieren.

35:49.360 --> 35:52.600
Und bei der zweiten Summe klammere ich mal T quadrat aus, wenn ich das

35:52.600 --> 35:57.120
mache, dann entsteht da die Summe, jetzt habe ich AK minus 2 T hoch K

35:57.120 --> 36:01.660
minus 2, aber wenn K von 2 bis unten endlich geht, läuft K minus 2 von

36:01.660 --> 36:02.280
0 bis unten hin.

36:02.280 --> 36:04.080
Ich habe nichts anderes als die erzeugende Funktion.

36:04.420 --> 36:05.720
Dahinten steht die erzeugende Funktion.

36:05.980 --> 36:10.200
Das bedeutet, ich habe 1 plus T plus T mal und Sie sehen, das ist

36:10.200 --> 36:13.580
nichts anderes als die erzeugende Funktion GA von T minus, das

36:13.580 --> 36:16.880
Anfangsglied des 1 und dahinten steht die erzeugende Funktion

36:16.880 --> 36:18.680
multipliziert mit T quadrat.

36:19.340 --> 36:22.020
Sie sehen, diese Gleichung können Sie wunderbar auflösen nach der

36:22.020 --> 36:23.860
erzeugenden Funktion, das ist jetzt hier der Witz.

36:24.260 --> 36:27.180
Das heißt, Sie bekommen die erzeugende Funktion dieser Folge

36:27.180 --> 36:31.880
unmittelbar, indem Sie die Anfangsbedingungen und die Rekursionsformel

36:31.880 --> 36:32.500
ausnutzen.

36:33.540 --> 36:35.860
Das Entscheidende ist nur noch, wir müssen das jetzt in der

36:35.860 --> 36:38.820
Potenzreihe entwickeln und dann können wir die Koeffizienten direkt

36:38.820 --> 36:40.280
ablesen, Identitätssatz.

36:41.720 --> 36:43.680
Wie entwickle ich das in der Potenzreihe?

36:44.140 --> 36:47.400
Sie sehen, dort unten haben Sie ein quadratisches Polynom, bestimmen

36:47.400 --> 36:50.180
Sie die Nullstellen, dann haben Sie Linearfaktoren, dann machen Sie

36:50.180 --> 36:51.560
Partialbruchzerlegung.

36:52.100 --> 36:52.980
Analysis 1.

36:54.080 --> 36:57.160
Das bedeutet, und dann können Sie mit der geometrischen Reihe

36:57.160 --> 36:59.040
arbeiten, ich gebe Ihnen das Ergebnis an.

37:00.100 --> 37:03.040
Es kommt Folgendes raus, Sie sehen, Summe K von 0 bis unendlich,

37:03.120 --> 37:07.540
hinten steht T hoch K, und es kommt ein komplizierter Ausdruck raus,

37:07.780 --> 37:08.720
nämlich das kommt raus.

37:08.880 --> 37:10.400
Das ist nichts anderes als das AK.

37:11.060 --> 37:13.560
Sie erkennen also hier Wurzel 5 drin.

37:14.000 --> 37:14.880
Machen Sie das mal.

37:15.680 --> 37:18.880
Sie haben ja gesagt, die Fibonacci-Zahlen waren dran, also irgendwie

37:18.880 --> 37:20.460
müssen Sie sich mit denen beschäftigt haben.

37:20.460 --> 37:23.420
Vielleicht kam das sogar alles dran, was ich gerade gemacht habe.

37:23.500 --> 37:26.480
Insofern ist das dann auch eine schöne Wiederholung nochmal gewesen.

37:26.660 --> 37:29.180
Also wir haben hier wirklich eine ganz berühmte Folge.

37:29.680 --> 37:32.260
Sie können sich so selbst überlegen, was ist, wenn ich ein bisschen

37:32.260 --> 37:32.470
modifiziere.

37:33.120 --> 37:35.940
Ich könnte zum Beispiel die Anfangsbedingungen lassen, und bei der

37:35.940 --> 37:41.600
Rekursionsformel könnte ich sagen, AK ist AK-1 plus 2 mal AK-2.

37:41.820 --> 37:42.960
Ich ändere das ein bisschen ab.

37:43.940 --> 37:46.340
Da wäre ja die Frage, bekomme ich dann auch was raus.

37:49.280 --> 37:50.560
Okay, gut.

37:50.840 --> 37:51.880
Jetzt kommt die Stochastik.

37:52.800 --> 37:54.380
Das ist das, was ich eben schon sagte.

37:54.920 --> 37:57.480
Die erzeugende Funktion einer ernullwertigen Zufallsvariable.

37:58.220 --> 38:02.100
Wenn X ernullwertig ist, also nur die Werte 0, 1, 2, 3 annimmt, das

38:02.100 --> 38:05.960
darf abbrechen, das heißt, das ist die Voraussetzung, die

38:05.960 --> 38:09.600
Wahrscheinlichkeit, dass X einen nicht-negativen ganzzahligen Wert

38:09.600 --> 38:10.620
annimmt, ist 1.

38:11.800 --> 38:15.620
Dann nennt man eine Potenzreihe, jetzt haben wir das X dran als

38:15.620 --> 38:20.780
Zufallsvariable, wir sehen Summe K von 0 bis unendlich und die

38:20.780 --> 38:23.720
Koeffizienten sind P von X gleich K mal T hoch K.

38:24.320 --> 38:28.740
Das nennt man die erzeugende Funktion der Verteilung von X.

38:29.000 --> 38:31.900
Hier habe ich sogar dran geschrieben, T-Betrag kleiner gleich 1.

38:32.500 --> 38:36.100
Auf jeden Fall sehen wir, der Mindestkonvergenzradius ist 1, denn Sie

38:36.100 --> 38:39.380
können für das T sofort 1 einsetzen, dann steht da die Summe der

38:39.380 --> 38:40.700
Wahrscheinlichkeiten und die ist 1.

38:41.140 --> 38:44.360
Das heißt, jede erzeugende Funktion einer ernullwertigen

38:44.360 --> 38:47.540
Zufallsvariable hat den Konvergenzradius mindestens 1.

38:48.820 --> 38:53.640
So, beachte, dieses GX ist nichts anderes als die erzeugende Funktion

38:53.640 --> 38:55.840
dieser Folge der Wahrscheinlichkeiten.

38:56.140 --> 38:59.200
Die AKs sind hier einfach nur die Wahrscheinlichkeiten X gleich K.

39:02.820 --> 39:06.080
Und GX von 1, das ist das, was ich eben schon sagte, ist die Summe der

39:06.080 --> 39:09.580
Wahrscheinlichkeiten, ist 1 und insofern ist der Konvergenzradius

39:09.580 --> 39:13.080
mindestens 1, das ist oben schon in der Definition mit drin.

39:16.040 --> 39:19.620
Die Verteilung wird festgelegt durch das GX, das ist genau dieser

39:19.620 --> 39:23.200
Identitätssatz, ich werde das gleich sogar nochmal formulieren, wenn

39:23.200 --> 39:27.460
ich die erzeugende Funktion kenne, kann ich durch Differentiation an

39:27.460 --> 39:29.640
diese Wahrscheinlichkeiten kommen, X gleich K.

39:31.500 --> 39:36.460
Und Folgendes sollte man beachten, X ist eine Zufallsvariable,

39:36.740 --> 39:39.500
mathematisch eine Abbildung, da steckt ein Omega hinter,

39:40.180 --> 39:42.820
Definitionsbereich, aber das taucht hier gar nicht auf.

39:43.660 --> 39:47.040
Nämlich, das Entscheidende ist, das taucht implizit nur hier auf, das

39:47.040 --> 39:49.960
ist ja die Wahrscheinlichkeit der Menge aller kleinen Omega aus Omega

39:49.960 --> 39:54.980
mit Groß X von Omega gleich klein K, unsere Abkürzung.

39:55.440 --> 40:00.640
Aber der Grundraum selbst, wie der aussieht, da kommt es nicht darauf

40:00.640 --> 40:02.880
an, sondern es kommt nur auf die Verteilung an.

40:03.600 --> 40:08.280
So, letzte Eigenschaft, die ist auch wichtig für späte Überlegungen.

40:08.920 --> 40:11.920
Diese erzeugende Funktion ist nichts anderes als der Erwartungswert

40:11.920 --> 40:15.220
von T hoch X, denn schauen Sie in die Definition, da steht ja gerade T

40:15.220 --> 40:18.740
hoch K mal Wahrscheinlichkeit X gleich K.

40:19.500 --> 40:23.760
Wir haben allgemein gelernt, der Erwartungswert einer Funktion G von X

40:23.760 --> 40:29.780
ist gerade Summe der G von Wert mal Wahrscheinlichkeit des Wertes.

40:29.780 --> 40:32.360
Also G von K mal Wahrscheinlichkeit X gleich K.

40:32.600 --> 40:36.960
Und G ist hier nichts anderes als diese Potenzbildung, das heißt, Sie

40:36.960 --> 40:40.680
sehen hier T hoch X, also sind es die Werte T hoch K, die

40:40.680 --> 40:41.720
multipliziert werden.

40:42.040 --> 40:46.820
Die erzeugende Funktion ist deutbar als so ein Erwartungswert.

40:47.360 --> 40:51.420
Wir werden das gleich sofort benötigen, diese Deutung ist wichtig.

40:55.280 --> 40:55.760
Beispiel.

40:58.480 --> 41:02.860
Binomialverteilung, im Fall dieser Binomialverteilung ist das sehr

41:02.860 --> 41:08.540
schön, nämlich in dem Fall ist die erzeugende Funktion gar keine echte

41:08.540 --> 41:11.740
Potenzreihe, sondern nur ein Polynom, denn die Binomialverteilung

41:11.740 --> 41:15.040
nimmt nur endlich viele Werte an, mit positiver Wahrscheinlichkeit.

41:15.140 --> 41:18.620
Das heißt, ich habe Summe, die Werte gehen hier von 0 bis N, die

41:18.620 --> 41:21.240
Wahrscheinlichkeit, dass der Wert angenommen wird, wissen wir, ist N

41:21.240 --> 41:25.520
über K mal P hoch K mal 1 minus P hoch N minus K und dann steht noch T

41:25.520 --> 41:26.820
hoch K.

41:27.080 --> 41:29.800
Und hier sehen Sie natürlich, dass Sie wunderbar mit Exponenten

41:29.800 --> 41:33.220
spielen können, nämlich vorne steht P hoch K, hinten steht T hoch K,

41:33.340 --> 41:38.040
das ist P mal T hoch K, also steht da Summe N über K mal P mal T hoch

41:38.040 --> 41:41.880
K mal 1 minus P hoch N minus K und jetzt verwenden Sie einfach die

41:41.880 --> 41:45.480
binomische Formel, die sagt Ihnen, und das ist nichts anderes als 1

41:45.480 --> 41:48.640
minus P plus P mal T in Klammern hoch N.

41:50.140 --> 41:55.180
X plus Y in Klammern hoch N ist eben Summe N über K mal X hoch K mal Y

41:55.180 --> 41:56.300
hoch N minus K.

41:57.020 --> 42:01.560
Also das bedeutet, wir haben hier eine sehr schöne, einfache Formel

42:01.560 --> 42:05.520
für die erzeugende Funktion einer binomialverteilten Zufallserhöhung.

42:06.220 --> 42:09.620
So, wie sieht das aus bei einer zweiten wichtigen Verteilung,

42:09.700 --> 42:11.500
Poissonverteilung mit Parameter Lambda?

42:12.760 --> 42:17.180
Die Poissonverteilung nimmt jede nicht negative ganze Zahl mit

42:17.180 --> 42:20.100
positiver Wahrscheinlichkeit an, also haben wir hier eine echte

42:20.100 --> 42:20.500
Potenzreihe.

42:21.860 --> 42:25.140
Also Gx von T, Summe K von 0 bis N endlich.

42:25.420 --> 42:26.420
Echte Potenzreihe.

42:26.740 --> 42:28.820
Jetzt kommen die Wahrscheinlichkeiten, X gleich K.

42:29.080 --> 42:31.240
Was war das bei der Poissonverteilung?

42:31.660 --> 42:36.520
Das war E hoch minus Lambda mal Lambda hoch K durch K-Fakultät, also

42:36.520 --> 42:40.580
das ist die Wahrscheinlichkeit, dass X den Wert K annimmt, mal T hoch

42:40.580 --> 42:41.560
K, nicht vergessen.

42:42.920 --> 42:46.940
Auch hier ist es natürlich wunderbar, nämlich E hoch minus Lambda

42:46.940 --> 42:50.440
können Sie gleich vor die Summe ziehen und dahinter können Sie

42:50.440 --> 42:53.640
natürlich Lambda hoch K mal T hoch K zusammenpacken, Lambda mal T in

42:53.640 --> 42:56.540
Klammern hoch K durch K-Fakultät und schon kommen Sie auf die

42:56.540 --> 42:57.480
Exponentialreihe.

42:57.920 --> 43:01.400
Das heißt, wir haben E hoch minus Lambda, das ist von vorne, können

43:01.400 --> 43:04.920
wir ausklammern, und dann haben wir noch E hoch Lambda mal T.

43:06.280 --> 43:10.240
Und jetzt können wir wieder mit Exponenten arbeiten, Produkt von

43:10.240 --> 43:14.080
solchen Ausdrücken ist E hoch, Summe der Exponenten, was haben wir?

43:14.140 --> 43:17.400
Lambda T minus Lambda, da können Sie Lambda ausklammern und da bleibt

43:17.400 --> 43:20.160
nichts anderes über als E hoch Lambda mal T minus 1.

43:20.780 --> 43:23.860
Und schon haben wir eine wunderbare Darstellung der erzeugenden

43:23.860 --> 43:26.740
Funktion einer Poissonverteilten Zufallsvariante.

43:27.080 --> 43:29.500
Machen wir noch ein drittes Beispiel, aber das würde ich Ihnen

43:29.500 --> 43:34.020
empfehlen als Übungsaufgabe, nämlich die negative Binomialverteilung,

43:34.060 --> 43:37.020
die enthält ja speziell die geometrische, wie wir wissen, für R gleich

43:37.020 --> 43:37.420
1.

43:38.180 --> 43:42.160
So, da kommt folgendes raus, das Gx von T ist hier dieser Ausdruck,

43:42.340 --> 43:46.280
Sie sehen P dividiert durch 1 minus, 1 minus P in Klammern mal T, das

43:46.280 --> 43:48.880
Ganze in Klammern hoch R, also in dem Bereich.

43:49.840 --> 43:54.120
Wenn Sie das machen wollen, ist einfach ein Stichwort, ist eine

43:54.120 --> 43:58.400
Übungsaufgabe, Stichwort, verwenden Sie die Binomialreihe, die hilft

43:58.400 --> 43:58.660
hier.

43:58.660 --> 44:02.400
Wir haben ja gesehen, die negative Binomialverteilung heißt negative

44:02.400 --> 44:06.040
Binomialverteilung, wie wir schreiben können, mit minus R über K mal

44:06.040 --> 44:06.520
irgendwas.

44:08.320 --> 44:10.980
Und die müssen wir aufsummieren über die Ks.

44:12.000 --> 44:14.940
Stichwort Binomialreihe, und dann sieht man auch sehr schnell, dass

44:14.940 --> 44:17.660
das die Gestalt ist dieser erzeugenden Funktion.

44:21.540 --> 44:24.340
Der Eindeutigkeitssatz, das ist das, was ich eben schon sagte, folgt

44:24.340 --> 44:26.820
direkt aus dem Identitätssatz für Potenzreihen.

44:26.820 --> 44:31.220
Wenn ich zwei Nullwertige Zufallsvariablen habe, nennen wir sie X und

44:31.220 --> 44:36.280
Y, und die erzeugende Funktion sei G-Index X und G-Index Y, dann gilt,

44:36.640 --> 44:39.720
nun, die beiden erzeugenden Funktionen sind gleich, genau dann, wenn

44:39.720 --> 44:42.800
die Verteilungen gleich sind, dafür haben wir so geschrieben, X

44:42.800 --> 44:45.680
-Schlange Y, das heißt mit anderen Worten, die Wahrscheinlichkeit,

44:45.780 --> 44:49.280
dass X den Wert K annimmt, ist die Wahrscheinlichkeit, dass Y den Wert

44:49.280 --> 44:51.140
K annimmt für jedes K größer gleich 0.

44:51.780 --> 44:52.260
Identitätssatz.

44:53.000 --> 44:55.440
Also erzeugende Funktion bestimmt die Verteilung.

44:56.060 --> 45:00.540
Ein zweiter Satz, Multiplikationsformel, die ist auch wichtig für

45:00.540 --> 45:02.220
erzeugende Funktionen, was besagt die?

45:03.160 --> 45:06.760
Ich habe wieder Zufallsvariablen, nennen wir sie X und Y, die seien

45:06.760 --> 45:08.460
unabhängig, das ist wichtig.

45:08.640 --> 45:13.000
Voraussetzung, unabhängige Zufallsvariablen, Nullwertig, und die

45:13.000 --> 45:16.880
erzeugenden Funktionen seien wieder G-X und G-Y, und jetzt kommt die

45:16.880 --> 45:22.380
Behauptung, dann gilt, die erzeugende Funktion der Summe X plus Y ist

45:22.380 --> 45:26.300
nichts anderes als das Produkt der erzeugenden Funktionen dieser

45:26.300 --> 45:28.920
beiden einzelnen Zufallsvariablen.

45:29.360 --> 45:31.160
Das ist die Multiplikationsformel.

45:32.440 --> 45:34.400
Woran liegt die Multiplikationsformel?

45:34.460 --> 45:35.960
Ich habe oben ein bisschen Platz gelassen.

45:36.600 --> 45:39.720
Ich kann mal ein Memo zeigen, an das wir uns jetzt erinnern sollten,

45:39.800 --> 45:40.560
für den Beweis.

45:41.060 --> 45:44.980
Nämlich, wenn X und Y unabhängig sind, sind auch Funktionen U von X

45:44.980 --> 45:47.120
und V von Y stochastisch unabhängig.

45:47.200 --> 45:49.260
Das haben wir früher gehabt bei der Unabhängigkeit.

45:49.260 --> 45:53.440
Und zur Erinnerung, die erzeugende Funktion lässt sich schreiben als

45:53.440 --> 45:56.160
Erwartungswert von T hoch X.

45:57.500 --> 45:58.580
Und wir haben noch was gehabt.

45:58.740 --> 46:01.940
Nämlich, wenn ich zwei unabhängige Zufallsvariablen habe, aus

46:01.940 --> 46:05.280
didaktischen Gründen sind das jetzt andere Buchstaben, S und T, dann

46:05.280 --> 46:07.840
ist der Erwartungswert des Produktes gleich dem Produkt der

46:07.840 --> 46:08.580
Erwartungswerte.

46:08.640 --> 46:11.360
Wir setzen natürlich immer voraus, dass die Erwartungswerte alle

46:11.360 --> 46:11.920
existieren.

46:12.180 --> 46:13.000
Das haben wir auch gehabt.

46:13.980 --> 46:15.800
Multiplikationsformel für Erwartungswerte.

46:15.800 --> 46:16.740
Das ist alles.

46:17.400 --> 46:19.100
Der Beweis ist jetzt in einer Zeile.

46:19.300 --> 46:20.740
T betracht kleiner gleich eins.

46:21.200 --> 46:25.040
Dann kann ich sagen, die erzeugende Funktion von X plus Y an der

46:25.040 --> 46:28.940
Stelle T ist ja nichts anderes als der Erwartungswert von T hoch X

46:28.940 --> 46:29.480
plus Y.

46:29.940 --> 46:33.240
Das ist die Darstellung im obersten Memo ganz rechts.

46:34.320 --> 46:37.400
T hoch X plus Y ist T hoch X mal T hoch Y.

46:38.060 --> 46:41.060
Also ist das der Erwartungswert T hoch X mal T hoch Y.

46:41.060 --> 46:44.960
Mit X und Y sind auch Funktionen von denen unabhängig, also sind auch

46:44.960 --> 46:47.320
T hoch X und T hoch Y unabhängig.

46:47.580 --> 46:50.540
Und der Erwartungswert des Produktes dieser Unabhängigen ist Produkt

46:50.540 --> 46:51.500
der Erwartungswerte.

46:52.140 --> 46:54.660
Das ist die Multiplikationsformel für Erwartungswerte.

46:55.100 --> 46:58.820
Und der erste Faktor ist die erzeugende Funktion von X und der zweite

46:58.820 --> 47:00.340
ist die erzeugende Funktion von Y.

47:00.600 --> 47:03.060
Das heißt, wir haben GX von T mal GY von T.

47:03.360 --> 47:05.200
Das war die Multiplikationsformel.

47:05.200 --> 47:09.440
Da muss ich nur im richtigen Augenblick an das erinnern, was man

47:09.440 --> 47:10.340
vorher schon mal hatte.

47:12.160 --> 47:14.840
Okay, also die werden wir gleich auch brauchen.

47:16.380 --> 47:19.680
Sie sehen, ich starte mal mit einer Binomialverteilung und ich habe

47:19.680 --> 47:21.400
das N hier so hervorgehoben.

47:21.840 --> 47:23.500
X habe diese Binomialverteilung.

47:24.560 --> 47:27.700
Dann wissen wir, das ist genau dann der Fall, wenn die erzeugende

47:27.700 --> 47:29.460
Funktion dieser Ausdruck ist.

47:29.700 --> 47:32.440
In dem Fall kann ich sogar sagen für alle T, denn es sind Polynomen.

47:33.920 --> 47:37.340
Die Umkehrung von rechts nach links ist eben der Eindeutigkeitssatz.

47:37.560 --> 47:41.640
Wenn ich das hier vorliegen habe, eine erzeugende Funktion, 1-P plus P

47:41.640 --> 47:44.740
mal T hoch N, dann bekomme ich einfach durch Differentiation auch die

47:44.740 --> 47:45.960
Wahrscheinlichkeiten alle raus.

47:46.100 --> 47:47.960
Es ist so eine Binomialverteilung.

47:48.560 --> 47:52.380
Genauso, Sie sehen ein Y, hier habe ich ein potenziell anderes M

47:52.380 --> 47:56.940
hervorgehoben, hat die erzeugende Funktion auch diese Richtung mit

47:56.940 --> 47:57.920
Satz 18.5.

47:57.920 --> 48:01.780
Stellen Sie sich vor, die beiden seien stochastisch unabhängig, X und

48:01.780 --> 48:02.020
Y.

48:02.500 --> 48:05.280
Dann haben wir eben gesehen, die erzeugende Funktion der Summe ist das

48:05.280 --> 48:05.720
Produkt.

48:07.000 --> 48:11.380
Das heißt, wir wissen, G von X plus Y, T ist nichts anderes als das

48:11.380 --> 48:11.800
Produkt.

48:12.040 --> 48:15.180
Und jetzt schauen Sie sich die beiden erzeugenden Funktionen an, die

48:15.180 --> 48:18.120
unterscheiden sich nur um diesen Exponenten.

48:18.280 --> 48:20.980
Und wenn ich die multipliziere, addieren sich die Exponenten.

48:21.140 --> 48:25.500
Das heißt, es kommt hier raus, 1-P plus P mal T in Klammern hoch M

48:25.500 --> 48:26.200
plus N.

48:27.280 --> 48:30.980
Aber das ist wieder nach dem Eindeutigkeitssatz die erzeugende

48:30.980 --> 48:37.220
Funktion einer Binomialverteilung mit M plus N und P. Das ist jetzt

48:37.220 --> 48:41.200
der Satz 18.6, das war die Multiplikationsregel, und Satz 18.5 ist der

48:41.200 --> 48:45.440
Eindeutigkeitssatz, der besagt, X plus Y ist binomialverteilt mit M

48:45.440 --> 48:49.180
plus N und P. Wir haben also mit Hilfe erzeugender Funktionen das

48:49.180 --> 48:52.960
Additionsgesetz hergeleitet für die Binomialverteilung, was wir schon

48:52.960 --> 48:56.660
mit der Faltungsformel hergeleitet hatten, und auch rein begrifflich

48:56.660 --> 48:57.660
über Bernoulli-Ketten.

48:58.480 --> 49:00.520
Wenn Sie so wollen, ist das jetzt der dritte Beweis.

49:03.400 --> 49:05.520
Schauen Sie sich das mal an bei einer Poissonverteilung.

49:05.600 --> 49:08.740
Da haben wir eben gesehen, wenn X Poissonverteilt ist, ist die

49:08.740 --> 49:12.980
erzeugende Funktion von dieser Bauart E hoch, Parameter Lambda steht

49:12.980 --> 49:15.260
im Exponenten, mal T minus 1.

49:16.120 --> 49:20.840
Und wenn X negativ binomialverteilt ist mit R und P, ich erzähle das R

49:20.840 --> 49:23.800
hervor, dann haben wir auch eine Darstellung, die sieht so aus, da

49:23.800 --> 49:25.640
steht das R auch im Exponenten.

49:26.000 --> 49:28.840
Stellen Sie sich vor, bei der Poissonverteilung, Sie hätten ein Y, was

49:28.840 --> 49:31.820
unabhängig wäre von X, und eine Poissonverteilung mit µ hätte.

49:32.480 --> 49:35.420
Nach der gleichen Regel oben, die erzeugende Funktion der Summe ist

49:35.420 --> 49:36.020
das Produkt.

49:36.860 --> 49:40.960
Sie haben hier einmal E hoch Lambda mal T minus 1 mal E hoch µ mal T

49:40.960 --> 49:43.740
minus 1, das ist E hoch Lambda plus µ mal T minus 1.

49:44.180 --> 49:46.900
Und das ist wieder die erzeugende Funktion einer Poissonverteilung mit

49:46.900 --> 49:47.720
Lambda plus µ.

49:48.320 --> 49:51.640
Also haben wir genauso das Additionsgesetz für die Poissonverteilung.

49:52.220 --> 49:54.900
Schauen Sie auf die negative binomialverteilung, da steht das R im

49:54.900 --> 49:55.860
Exponenten.

49:56.040 --> 50:00.520
Wenn Sie ein anderes Y hätten, was auch negativ binomialverteilt wäre

50:00.520 --> 50:04.340
und unabhängig von X mit S und P, dann würden Sie ja diese beiden

50:04.340 --> 50:08.420
erzeugenden Funktionen multiplizieren und R und S addieren sich.

50:08.740 --> 50:11.920
Und nach dem Eindeutigkeitssatz haben Sie sofort wieder eine negative

50:11.920 --> 50:16.200
binomialverteilung mit R plus S und P. Das bedeutet, wir haben die

50:16.200 --> 50:19.560
drei Additionsgesetze, die wir vorher schon hatten, für diese

50:19.560 --> 50:23.400
Verteilung nämlich einmal, wenn X und Y unabhängig sind, einmal wenn

50:23.400 --> 50:27.480
sie binomialverteilt sind, dann ist die Summe auch binomialverteilt

50:27.480 --> 50:32.000
bei gleichem P, die anderen Parameter addieren sich, M und N.

50:32.400 --> 50:34.860
Bei der Poissonverteilung, wenn wir X haben mit dieser

50:34.860 --> 50:39.440
Poissonverteilung, Y mit der, unabhängig wieder, dann addieren sich

50:39.440 --> 50:43.280
auch die Parameter bei der negativen Binomialverteilung genauso.

50:43.720 --> 50:47.120
R und P und S und P, dann hat die Summe auch wieder eine negative

50:47.120 --> 50:51.840
Binomialverteilung mit R plus S und P. Das heißt, die drei

50:51.840 --> 50:54.700
Additionsgesetze, die wir vorher hatten, die wir auch begrifflich

50:54.700 --> 50:58.380
eingesehen haben, zumindest bei der negativen Binomialverteilung haben

50:58.380 --> 51:00.920
wir es auch begrifflich eingesehen, weil wir gesagt haben, einmal, das

51:00.920 --> 51:03.780
ist die Zahl der Nieten vom Erdentreffer, einmal die Zahl der Nieten

51:03.780 --> 51:06.360
vom S-Treffer, ich kann aber sagen, ich nehme die Zahl der Nieten vom

51:06.360 --> 51:09.760
Erdentreffer, dann habe ich den Erdentreffer und dann warte ich

51:09.760 --> 51:14.720
weiter, S weiteren Nieten, dann betrachte ich das insgesamt.

51:15.140 --> 51:16.160
Das haben wir auch eingesehen.

51:19.020 --> 51:24.560
So, jetzt kommt das Glanzlicht bei erzeugenden Funktionen, nämlich

51:24.560 --> 51:27.100
Augensummenverteilung beim mehrfachen Würfelwurf.

51:27.840 --> 51:31.820
Sie kennen die Augensummenverteilung beim zweifachen Würfelwurf, die

51:31.820 --> 51:34.740
haben wir mal gesehen, das Stabdiagramm war so eine

51:34.740 --> 51:39.080
Dreiecksverteilung, 7 war am wahrscheinlichsten, und vielleicht hatten

51:39.080 --> 51:42.240
Sie sich mal beschäftigt mit der Augensummenverteilung beim dreifachen

51:42.240 --> 51:44.540
Würfelwurf, das ist schon komplizierter.

51:44.980 --> 51:48.160
Wir werden jetzt mit Hilfe erzeugender Funktionen eine geschlossene

51:48.160 --> 51:52.680
Formel herleiten, für die Wahrscheinlichkeit, dass Sie beim N-maligen

51:52.680 --> 51:55.560
Werfen eines Würfels eine ganz bestimmte Augensumme haben.

51:55.620 --> 51:59.400
Also Sie werfen einen echten Würfel 124 Mal, wie groß ist die

51:59.400 --> 52:01.860
Wahrscheinlichkeit, dass die Augensumme 218 ist?

52:01.860 --> 52:02.940
Exakte Formel.

52:05.000 --> 52:09.020
Oder Sie haben keinen echten Würfel, Sie nehmen vielleicht so etwas

52:09.020 --> 52:12.160
wie einen Tetraeder, der hat also vier gleichwahrscheinliche Seiten,

52:12.840 --> 52:16.700
eine landet immer unten, das heißt, Sie haben einen vierseitigen

52:16.700 --> 52:18.120
Würfel in Gänsefüßchen.

52:18.880 --> 52:20.520
Das heißt, wir machen das sogar allgemeiner.

52:21.120 --> 52:26.180
Das bedeutet, x1 bis xn seien unabhängig und jeweils gleich verteilt

52:26.180 --> 52:30.920
auf den Werten von 1 bis s, s ist mindestens 2, beim Würfel ist s

52:30.920 --> 52:33.580
gleich 6, beim Tetraeder wäre s gleich 4.

52:35.160 --> 52:38.800
Sie können geometrisch auch zum Beispiel einen Dodekaeder betrachten,

52:38.900 --> 52:42.260
das ist so ein Zwölfflächner, also Sie schreiben die Zahlen von 1 bis

52:42.260 --> 52:43.360
12 drauf und werfen.

52:44.480 --> 52:46.260
Alles gleich wahrscheinlich, wäre s gleich 12.

52:46.440 --> 52:49.460
Also Sie sehen schon hier einen Grad von Allgemeinart, der über den

52:49.460 --> 52:50.640
Würfel weit hinausgeht.

52:52.620 --> 52:55.720
Welche Verteilung besitzt sn und sn ist die Augensumme?

52:55.720 --> 52:59.660
Wir werden Sie jetzt herleiten, und zwar mit erzeugenden Funktionen.

53:00.020 --> 53:04.040
Das, was wir brauchen, ist nur die geometrische Reihe und die

53:04.040 --> 53:05.840
binomiale Reihe, sonst brauchen wir nichts.

53:07.200 --> 53:08.020
Wie gehen wir vor?

53:09.620 --> 53:13.980
G von t sei die erzeugende Funktion von x1.

53:16.180 --> 53:20.980
Also ein Wurf, da sind die Zahlen von 1 bis s gleich wahrscheinlich.

53:21.940 --> 53:25.160
Die erzeugende Funktion heißt immer Summe, die Wahrscheinlichkeit,

53:25.300 --> 53:27.900
dass der Wert angenommen wird, das ist immer 1 durch s, ich kann 1

53:27.900 --> 53:33.180
durch s nach vorne ziehen, mal t hoch k, k läuft hier von 1 bis s.

53:33.280 --> 53:36.960
Das bedeutet, ich kann 1 durch s rausziehen und dann habe ich t plus

53:36.960 --> 53:38.780
t² und so weiter plus t hoch s.

53:40.180 --> 53:43.500
Der Wert 1 kann angenommen werden, t hoch 1, t hoch 2 und so weiter

53:43.500 --> 53:43.960
bis s.

53:44.300 --> 53:47.860
Das heißt, die erzeugende Funktion eines einzelnen Summan ist dieser

53:47.860 --> 53:48.400
Ausdruck.

53:48.400 --> 53:51.440
Wenn man das erst mal eingesehen hat, sieht man, ich kann den t

53:51.440 --> 53:54.980
ausklammern, das heißt, ich habe 1, also nach der Multiplik...

53:54.980 --> 53:57.100
Entschuldigung, wir machen erst mal was anderes.

53:57.500 --> 54:02.000
Jetzt kommt die Multiplikationsformel, die besagt, ok, das Sn ist eine

54:02.000 --> 54:05.440
Summe von n unabhängigen Zufallsvariablen und die

54:05.440 --> 54:08.000
Multiplikationsformel gilt natürlich nicht nur für zwei Summanen,

54:08.040 --> 54:09.840
sondern induktiv für endlich viele.

54:10.460 --> 54:13.520
Das heißt, die erzeugende Funktion von Sn ist nichts anderes als das

54:13.520 --> 54:15.940
Produkt dieser erzeugenden Funktion.

54:17.340 --> 54:21.760
Das ist immer die gleiche, das heißt, es ist nichts anderes als die n

54:21.760 --> 54:23.940
-fache Potenz, Multiplikationsregel.

54:24.620 --> 54:29.140
Also, ich habe GSn von t, das ist nichts anderes als dieses G von t in

54:29.140 --> 54:29.900
Klammern hoch n.

54:31.760 --> 54:34.620
Jetzt setze ich ein, das habe ich, s ist da, das heißt, ich habe 1

54:34.620 --> 54:37.840
durch s hoch n und jetzt muss ich das andere noch hoch n nehmen, das

54:37.840 --> 54:40.520
heißt, ich habe t plus t² und so weiter plus t hoch s hoch n.

54:40.520 --> 54:42.600
Das heißt, ich habe schon die erzeugende Funktion.

54:43.140 --> 54:46.580
Leider habe ich noch nicht die richtige Darstellung.

54:46.680 --> 54:51.260
Ich möchte eine Summe haben, Summe K von allgemein 0 bis unendlich,

54:51.320 --> 54:54.020
geht natürlich nicht von 0 bis unendlich, denn die Augensumme beim n

54:54.020 --> 54:59.680
-fachen Würfelwurf ist mindestens n und höchstens s mal n.

55:01.140 --> 55:02.760
Das heißt, nur die Werte können angenommen werden.

55:02.760 --> 55:06.860
Aber ich möchte gerne ein Polynom haben, wobei hinten steht t hoch K.

55:07.580 --> 55:10.220
Und dann lese ich den Vorfaktor ab, darauf will ich hinaus.

55:10.840 --> 55:14.080
Das heißt, alles dreht sich jetzt darum, rein analytisch dies

55:14.080 --> 55:14.760
umzuformen.

55:16.800 --> 55:17.740
So, wie machen wir das?

55:17.860 --> 55:19.780
Nun, 1 durch s hoch n kann ich nach vorne ziehen.

55:20.140 --> 55:21.920
Jetzt sehen Sie, ich kann ein t ausklammern.

55:22.920 --> 55:25.580
Aus dieser Klammer und dann habe ich hoch n, das heißt, ich habe ein t

55:25.580 --> 55:26.700
hoch n ausgeklammert.

55:26.700 --> 55:31.160
Was dann überbleibt ist 1 plus t und so weiter plus t hoch s minus 1,

55:31.320 --> 55:33.340
also diese Summe in Klammern hoch n.

55:36.810 --> 55:38.990
Das ist der allererste Schritt.

55:39.630 --> 55:43.310
So, diese endliche Summe, da gibt es aber einen geschlossenen Ausdruck

55:43.310 --> 55:47.390
für, wenn t ungleich 1 ist, das ist also t hoch n durch s hoch n, Sie

55:47.390 --> 55:50.470
sehen, ich habe das t hoch n über den Bruch geschrieben, und dann ist

55:50.470 --> 55:54.370
das nichts anderes als t hoch s minus 1 dividiert durch t minus 1,

55:54.430 --> 55:57.470
natürlich hoch n muss ich das nehmen, wenn t ungleich 1 ist.

55:58.150 --> 56:01.610
Auf die Stelle 1 kommt es nicht an, das Entscheidende ist ja nur, ich

56:01.610 --> 56:05.930
muss es in der Umgebung von 0 haben, denken Sie an potenzfrei, in dem

56:05.930 --> 56:07.070
Fall ist es nur ein Polynom.

56:08.690 --> 56:10.210
Das ist das Erste.

56:11.470 --> 56:15.450
Wir haben hier eine Summenformel ausgenutzt, die Sie kennen vom ersten

56:15.450 --> 56:16.270
Studienjahr her.

56:16.650 --> 56:17.710
Nun, was machen wir jetzt?

56:17.830 --> 56:21.330
Wir nehmen t hoch n, dividiert durch s hoch n, und jetzt sehen Sie,

56:21.350 --> 56:24.190
haben Sie t minus 1 hoch n, das schreibe ich mal, also ich schreibe es

56:24.190 --> 56:28.170
als t minus 1 hoch minus n, und dann haben wir eben t hoch s minus 1

56:28.170 --> 56:28.530
hoch n.

56:31.110 --> 56:34.890
Das Letzte müsste ich mit der binomischen Formel ausrechnen, das mache

56:34.890 --> 56:39.010
ich gleich, und das Erste führt auf die Binomialreihe.

56:39.270 --> 56:42.690
Das heißt, ich habe t hoch n durch s hoch n, und hier klammere ich mal

56:42.690 --> 56:47.330
minus 1 aus, also ist das 1 minus t hoch minus n, ich habe aus dem t

56:47.330 --> 56:51.770
minus 1 ein 1 minus t gemacht, also muss ich multiplizieren mit minus

56:51.770 --> 56:53.210
1 hoch n, damit das wieder stimmt.

56:53.770 --> 56:54.990
Und was mache ich hinten?

56:55.130 --> 56:59.950
Aus dem t hoch s minus 1 mache ich ein 1 minus t hoch s hoch n, also

56:59.950 --> 57:03.110
muss ich wieder den Faktor minus 1 hoch n haben, um das wieder

57:03.110 --> 57:03.330
auszugleichen.

57:04.150 --> 57:07.630
Sie sehen, minus 1 hoch n mal minus 1 hoch n ist jetzt minus 1 hoch 2,

57:07.730 --> 57:08.450
und das ist 1.

57:08.650 --> 57:11.370
Also die minus 1 kann ich jetzt vergessen.

57:12.550 --> 57:13.570
Okay, t hoch n.

57:14.090 --> 57:17.450
Nun, das Erste ist natürlich die Binomialreihe.

57:17.730 --> 57:20.790
1 minus t hoch n ist genau dieser Ausdruck, ich habe ihn gleich so

57:20.790 --> 57:26.570
hingeschrieben, also nicht mit dem Minus in dem Binomialkoeffizient,

57:26.650 --> 57:30.650
sondern so, wie wir ihn auch zuerst kennengelernt haben, als wir die

57:30.650 --> 57:33.810
negative Binomialverteilung eingeführt haben.

57:34.270 --> 57:35.630
Also das ist die Binomialreihe.

57:37.010 --> 57:41.350
Und bei dem letzten 1 minus t hoch s in Klammern hoch n habe ich

57:41.350 --> 57:45.270
einfach die binomische Formel, Summe i von 0 bis n, minus 1 hoch i mal

57:45.270 --> 57:47.190
n über i mal t hoch i mal s.

57:48.950 --> 57:50.810
Also t hoch s hoch i.

57:51.510 --> 57:52.310
t hoch i mal s.

57:52.470 --> 57:53.530
Nur die binomische Formel.

57:54.050 --> 57:58.770
Sie sehen, der Vorteil dieser Darstellung ist schon, ich habe Potenzen

57:58.770 --> 57:59.170
von t.

57:59.290 --> 58:02.570
Ganz vorne steht t hoch n, in der Mitte steht t hoch j, hinten steht t

58:02.570 --> 58:03.170
hoch i mal s.

58:04.030 --> 58:06.930
Und jetzt muss ich das Ganze nur noch ein bisschen bearbeiten und bin

58:06.930 --> 58:07.350
fertig.

58:08.310 --> 58:11.110
Ich schreibe das mal als Memo hin, diese letzte Darstellung.

58:11.670 --> 58:14.770
Das heißt, das ist nichts anderes als dieser Ausdruck, den wir gerade

58:14.770 --> 58:15.070
hatten.

58:15.850 --> 58:17.830
Okay, und was mache ich jetzt?

58:18.690 --> 58:21.070
Ich nehme mal das 1 durch s hoch n, das bleibt.

58:21.550 --> 58:24.150
Dann nehme ich diese Summe, j von 0 bis unendlich.

58:24.710 --> 58:28.450
Und dann nehme ich diese zweite Summe, i von 0 bis n, minus 1 hoch i,

58:28.530 --> 58:29.090
n über i.

58:29.330 --> 58:31.270
Und Sie sehen, die t fasse ich alle zusammen.

58:31.570 --> 58:35.230
Vorne habe ich t hoch n, dann t hoch j, dann t hoch i mal s.

58:35.370 --> 58:38.490
Also ist das t hoch n plus i mal s plus j.

58:38.790 --> 58:39.910
Ich schreibe es also in dieser Form.

58:41.350 --> 58:42.870
Und das ist schon fast, was ich haben will.

58:42.870 --> 58:45.630
Es ist natürlich jetzt noch ein bisschen blöd mit der Doppelsumme.

58:45.930 --> 58:48.690
Ich möchte gerne dort oben den Exponenten k haben.

58:49.450 --> 58:51.670
Also führe ich einfach mal den Exponenten k ein.

58:52.590 --> 58:57.190
Das heißt, der Wunsch ist natürlich, das soll sein, Summe k von 0 bis

58:57.190 --> 59:01.330
unendlich, Wahrscheinlichkeit s n gleich k mal t hoch k, das ist das

59:01.330 --> 59:01.650
Ziel.

59:02.430 --> 59:04.530
Und dann lese ich natürlich vor dem t hoch k ab.

59:05.510 --> 59:07.830
Und das sind genau meine Wahrscheinlichkeiten, die ich suche.

59:08.670 --> 59:10.570
Ich muss wissen, wo ich hin will.

59:11.810 --> 59:15.710
Ich setze einfach mal k gleich n plus i mal s plus j.

59:16.070 --> 59:19.230
Dieser Exponent da in der zweiten Zeile ganz rechts.

59:19.790 --> 59:23.670
Nun, ich kann auf die Art und Weise die Summe über j jetzt anders

59:23.670 --> 59:24.130
schreiben.

59:24.350 --> 59:26.830
Nämlich, das ist genau dann der Fall, ich löse mal nach dem j auf.

59:26.930 --> 59:31.450
Genau dann der Fall, wenn j gleich k minus n minus i mal s ist.

59:33.750 --> 59:35.210
Wo taucht das j auf?

59:35.290 --> 59:39.970
Das j taucht auf in dem Binomial-Koeffizient n plus j minus 1 über j.

59:41.770 --> 59:44.470
Also insbesondere, ich ersetze jetzt das j.

59:44.690 --> 59:50.670
Dieses n plus j minus 1 über j ist dann k minus i s minus 1.

59:51.070 --> 59:54.390
Setzen Sie einfach für das j ein, dann hebt sich das n weg.

59:54.590 --> 59:57.930
Ist ja k minus n, vorne steht n, hebt sich das n weg.

59:58.250 --> 01:00:02.170
Bleibt über k minus i s minus 1 und für das j direkt eingesetzt haben

01:00:02.170 --> 01:00:04.150
Sie k minus i s minus n.

01:00:05.010 --> 01:00:08.070
Das Entscheidende ist, aufgrund der Symmetrie der Binomial

01:00:08.070 --> 01:00:11.510
-Koeffizienten, Stichwort paschalsches Dreieck, ist das nichts anderes

01:00:11.510 --> 01:00:15.650
als k minus i s minus 1 über n minus 1.

01:00:16.610 --> 01:00:19.850
Wie man unschwer sieht, Sie müssen also die beiden unteren Teile der

01:00:19.850 --> 01:00:23.350
beiden Binomial-Koeffizienten addieren, dann kommen Sie genau auf das,

01:00:23.470 --> 01:00:24.950
was da oben steht.

01:00:25.610 --> 01:00:27.810
Man kann ja beim Binomial-Koeffizienten nicht von Zähler und Nenner

01:00:27.810 --> 01:00:30.130
sprechen, aber es gibt was oben und es gibt was unten.

01:00:32.410 --> 01:00:35.850
Jetzt schauen Sie sich den Binomial-Koeffizienten an.

01:00:35.850 --> 01:00:40.390
Der ist natürlich null, wenn das, was oben steht, kleiner ist als das,

01:00:40.570 --> 01:00:41.330
was unten steht.

01:00:42.610 --> 01:00:47.930
Das heißt, das k minus i s minus 1 muss mindestens n minus 1 sein,

01:00:48.250 --> 01:00:50.410
damit da was Positives rauskommen kann.

01:00:51.110 --> 01:00:54.550
Und das können Sie auflösen, das ist genau dann der Fall, wenn i mal s

01:00:54.550 --> 01:00:56.970
kleiner gleich k minus n ist.

01:00:57.550 --> 01:01:00.690
Dann bringen wir das n rüber, die minus 1, die heben Sie schon weg.

01:01:01.430 --> 01:01:04.630
Und das Entscheidende ist, ich möchte hier eine Ungleichung für i

01:01:04.630 --> 01:01:05.090
haben.

01:01:05.350 --> 01:01:09.330
Das i ist dann kleiner gleich k minus n durch s, genau dann, wenn...

01:01:09.330 --> 01:01:12.630
und da i ganzzahlig ist, kann ich sagen kleiner gleich Gauss-Klammer.

01:01:13.470 --> 01:01:17.910
Also wenn k minus n durch s keine ganze Zahl ist, ist ja kleiner

01:01:17.910 --> 01:01:21.030
gleich und es ist nur ganzzahlig, also kann ich Gauss-Klammer

01:01:21.030 --> 01:01:21.450
schreiben.

01:01:21.930 --> 01:01:25.370
Wir sehen, das i ist dann höchstens so groß, damit dieser letzte

01:01:25.370 --> 01:01:27.830
Binomial -Koeffizient auf jeden Fall positiv sein kann.

01:01:27.830 --> 01:01:29.750
Jetzt sollte man Folgendes noch beachten.

01:01:30.290 --> 01:01:35.090
Das k als mögliche Augensumme ist immer größer gleich n.

01:01:35.870 --> 01:01:38.470
Das ist der Extremfall, wenn jeder Würfel die 1 zeigt.

01:01:39.630 --> 01:01:43.090
Und maximal n mal s, wenn jeder Würfel die s zeigt.

01:01:43.190 --> 01:01:45.410
Die Seiten sind ja von 1 bis s beschriftet.

01:01:47.510 --> 01:01:49.310
Andernfalls ist eben die Wahrscheinlichkeit 0.

01:01:49.670 --> 01:01:52.890
Das heißt, Sie sehen, das k läuft gar nicht von 0 bis unendlich in der

01:01:52.890 --> 01:01:55.950
dritten Zeile, sondern nur von n bis n mal s.

01:01:55.950 --> 01:01:58.350
Das heißt, wir erhalten Folgendes.

01:01:58.510 --> 01:02:02.330
Gsn von t ist eine Summe, die geht von n bis n mal s.

01:02:03.730 --> 01:02:04.750
So, jetzt setzen wir ein.

01:02:05.710 --> 01:02:08.650
Dieses n plus j minus 1 über j haben wir ersetzt.

01:02:09.070 --> 01:02:12.330
Also die zweite Summe noch von i, die geht jetzt von 0 bis dahin.

01:02:12.770 --> 01:02:14.270
Haben wir gesehen, weiter kann die nicht gehen.

01:02:15.050 --> 01:02:15.970
Jetzt setzen wir ein.

01:02:16.330 --> 01:02:20.890
Dieser Binomial-Koeffizient ist jetzt k minus is minus 1 über n minus

01:02:20.890 --> 01:02:21.610
1 geworden.

01:02:21.990 --> 01:02:23.970
Was haben wir noch in dieser zweiten Zeile?

01:02:23.970 --> 01:02:26.150
Wir haben noch ein minus 1 hoch i.

01:02:26.610 --> 01:02:29.250
Dann haben wir noch den Binomial-Koeffizienten n über i, den dürfen

01:02:29.250 --> 01:02:29.950
wir nicht vergessen.

01:02:30.530 --> 01:02:34.170
Und dann haben wir 1 durch s hoch n, das habe ich von ganz vorne, vor

01:02:34.170 --> 01:02:36.290
der ersten Summe, das habe ich jetzt nach hinten gezogen.

01:02:36.730 --> 01:02:38.410
Und dann habe ich noch ein t hoch k.

01:02:39.810 --> 01:02:43.610
Und Sie sehen jetzt wunderbar, wir haben eine Summe k von n bis n mal

01:02:43.610 --> 01:02:46.030
s und jetzt haben wir so einen komischen Ausdruck, so eine Summe.

01:02:47.030 --> 01:02:49.150
Der hört also irgendwann vor t hoch k auf.

01:02:49.250 --> 01:02:50.710
Das ist unsere Wahrscheinlichkeit.

01:02:52.010 --> 01:02:55.690
Wir haben den Koeffizienten identifiziert und wir sehen sofort, dieser

01:02:55.690 --> 01:02:58.790
Koeffizientenvergleich besagt, wir können zeigen,

01:02:58.910 --> 01:03:02.970
Augensummenverteilung beim einfachen Würfelwurf, wenn die stochastisch

01:03:02.970 --> 01:03:06.830
unabhängig sind und jeweils gleich verteilt auf diesen Werten von 1

01:03:06.830 --> 01:03:07.430
bis s.

01:03:08.630 --> 01:03:11.530
Und sn ist die Augensumme, ich wiederhole das, was wir am Anfang

01:03:11.530 --> 01:03:11.830
hatten.

01:03:12.310 --> 01:03:16.410
Dann gilt, die Wahrscheinlichkeit, dass sn den Wert k annimmt, ist

01:03:16.410 --> 01:03:18.390
exakt dieser Ausdruck.

01:03:18.390 --> 01:03:22.430
Und hier läuft k von n bis n mal s, ansonsten ist die

01:03:22.430 --> 01:03:23.270
Wahrscheinlichkeit null.

01:03:23.830 --> 01:03:27.630
Sie sehen also, über erzeugende Funktionen haben wir für etwas, wo Sie

01:03:27.630 --> 01:03:30.950
von Anfang an gesagt hätten, wie soll ich die Verteilung der

01:03:30.950 --> 01:03:35.350
Augensumme beim 124-maligen Werfen eines echten Würfels überhaupt

01:03:35.350 --> 01:03:38.350
rauskriegen, wenn ich mich schon angestrengt habe, überhaupt für den

01:03:38.350 --> 01:03:41.090
dreifachen Würfelwurf irgendwas rauszubekommen.

01:03:42.730 --> 01:03:43.550
Erzeugende Funktion.

01:03:45.070 --> 01:03:47.610
Sie können jetzt, wenn Sie wollen, Maple anwerfen.

01:03:48.530 --> 01:03:49.510
Ich zeige Ihnen mal ein Bild.

01:03:50.570 --> 01:03:54.450
Das wäre die Verteilung der Augensumme beim 5-fachen Würfelwurf, jetzt

01:03:54.450 --> 01:03:55.590
ganz normaler Würfel.

01:03:57.190 --> 01:04:00.110
Das heißt, es kann theoretisch der Wert 5 rauskommen, aber das ist so

01:04:00.110 --> 01:04:02.490
unwahrscheinlich, dass man hier kaum was sieht.

01:04:02.670 --> 01:04:05.270
Ich glaube, bei 5 sieht man jetzt, hier ist ein bisschen was blau

01:04:05.270 --> 01:04:05.730
aufgepeppt.

01:04:05.810 --> 01:04:07.590
Bei 6, Augensumme 6, auch noch nichts.

01:04:07.690 --> 01:04:09.170
Bei 7 geht es so langsam los.

01:04:09.490 --> 01:04:10.790
8, 9, 10.

01:04:10.790 --> 01:04:14.970
Also erstmal sollte man sagen, 5-facher Würfelwurf pro Wurf, 3,5, der

01:04:14.970 --> 01:04:15.670
Erwartungswert.

01:04:15.890 --> 01:04:19.970
Der Erwartungswert der Augensumme ist 5 mal 3,5, das ist 17,5.

01:04:20.370 --> 01:04:22.410
Das würde ich als Erwartungswert haben.

01:04:23.070 --> 01:04:24.650
Das heißt, es steigt natürlich an.

01:04:25.150 --> 01:04:26.850
15, 16, 17, 18.

01:04:27.330 --> 01:04:29.450
Oh, Sie sehen auch eine Symmetrie, da fällt es ab.

01:04:29.890 --> 01:04:32.530
Der Erwartungswert ist genau der Schwerpunkt 17,5.

01:04:33.910 --> 01:04:36.450
Die Werte 17 und 18 sind gleich wahrscheinlich.

01:04:36.450 --> 01:04:39.390
Wir sehen ein glockenförmiges Diagramm.

01:04:39.470 --> 01:04:43.130
Wir werden später einen Satz kennenlernen, der im Grenzwert

01:04:43.130 --> 01:04:46.850
endgegenunendlich, wenn wir hier standardisieren, wir ziehen den

01:04:46.850 --> 01:04:51.890
Erwartungswert ab und teilen durch die Standardabweichung, dann sehen

01:04:51.890 --> 01:04:55.070
wir im Limes eine ganz berühmte Verteilung, nämlich die

01:04:55.070 --> 01:04:56.650
Standardnormalverteilung.

01:04:57.010 --> 01:04:58.510
Das ist ein ganz berühmter Grenzwertsatz.

01:04:59.510 --> 01:05:02.430
Das heißt, Sie sehen hier eine konkrete Darstellung der

01:05:02.430 --> 01:05:05.350
Augensummenverteilung beim 5-fachen Würfelwurf.

01:05:07.050 --> 01:05:10.070
Ich möchte noch Folgendes thematisieren, kurz.

01:05:11.510 --> 01:05:13.270
Erzeugende Funktionen und Momente.

01:05:13.950 --> 01:05:15.170
Was meine ich damit?

01:05:16.070 --> 01:05:18.290
Sie können mit erzeugenden Funktionen sehr einfach

01:05:18.290 --> 01:05:22.050
Erwartungswertvarianz, aber auch sowas wie e von x hoch 3, e von x

01:05:22.050 --> 01:05:23.510
hoch 4 bestimmen, wie folgt.

01:05:23.990 --> 01:05:27.710
Wenn ich eine Nullwertige Zufallsvariable habe und habe eine

01:05:27.710 --> 01:05:32.230
natürliche Zahl r, dann sind folgende Aussagen äquivalent, das ist

01:05:32.230 --> 01:05:35.990
erstmal wichtig, dieser Erwartungswert existiert, Sie sehen x mal x

01:05:35.990 --> 01:05:38.270
minus 1, bis Sie r Faktoren haben.

01:05:38.610 --> 01:05:43.430
Für r gleich 1 wäre das e von x, für r gleich 2 wäre das e von x mal x

01:05:43.430 --> 01:05:44.110
minus 1.

01:05:44.550 --> 01:05:50.570
Genau dann, wenn die linksseitige r-te Ableitung der erzeugenden

01:05:50.570 --> 01:05:54.790
Funktion an der Stelle 1 existiert, die linksseitige Ableitung.

01:05:55.950 --> 01:05:57.350
Wir nähern uns also von links.

01:05:57.350 --> 01:06:02.170
Im Fall der Existenz ist eben dieser Erwartungswert genau diese

01:06:02.170 --> 01:06:03.410
linksseitige Ableitung.

01:06:04.390 --> 01:06:08.030
Der Beweis ist nichts anderes als der abelsche Grenzwertsatz aus der

01:06:08.030 --> 01:06:08.490
Analyse.

01:06:09.010 --> 01:06:12.930
Nämlich der Beweis läuft so ab, dieser Erwartungswert existiert da

01:06:12.930 --> 01:06:16.630
oben, genau dann, wenn die Summe, Sie sehen Sie müssen jetzt die Werte

01:06:16.630 --> 01:06:21.210
nehmen, k mal k minus 1, bis k minus r plus 1, mal diese

01:06:21.210 --> 01:06:23.890
Wahrscheinlichkeit, das muss ein endlicher Wert sein.

01:06:24.010 --> 01:06:26.170
Das ist genau die Existenz des Erwartungswertes.

01:06:28.310 --> 01:06:32.070
Das Erwartungswert einer Funktion einer Zufallsvariante existiert.

01:06:32.390 --> 01:06:33.910
Das ist also Teil A.

01:06:34.410 --> 01:06:37.710
Das ist genau dann der Fall, jetzt führen Sie, ich habe das Gleiche

01:06:37.710 --> 01:06:40.590
hingeschrieben, ich führe nur t hoch k minus r ein, insofern habe ich

01:06:40.590 --> 01:06:44.310
jetzt die r-te Ableitung der erzeugenden Funktion an der Stelle t.

01:06:46.170 --> 01:06:48.850
Diese Potenzreihe konvergiert für t gleich 1.

01:06:49.430 --> 01:06:52.150
Nämlich wenn ich t gleich 1 einsetze, habe ich genau das, was oben

01:06:52.150 --> 01:06:52.330
ist.

01:06:52.630 --> 01:06:55.750
Das heißt sie konvergiert im rechten Endpunkt des

01:06:55.750 --> 01:06:56.710
Konvergenzintervalls.

01:06:57.510 --> 01:07:02.230
Und das ist hier nichts anderes als die r-te Ableitung der erzeugenden

01:07:02.230 --> 01:07:03.690
Funktion an der Stelle t.

01:07:04.610 --> 01:07:08.730
Und das ist eben gleichbedeutend mit b und das ist der abelsche

01:07:08.730 --> 01:07:09.430
Grenzwertsatz.

01:07:09.810 --> 01:07:13.530
Das heißt, Sie sehen, Sie können mit erzeugenden Funktionen solche

01:07:13.530 --> 01:07:17.890
Erwartungswerte ausrechnen, und wenn wir uns das im Spezialfall mal

01:07:17.890 --> 01:07:22.670
ansehen, das ist hier die Formel, das ist also wichtig, der

01:07:22.670 --> 01:07:25.810
Erwartungswert, da haben Sie r gleich 1, ist nichts anderes als die

01:07:25.810 --> 01:07:27.070
linksseitige Ableitung.

01:07:28.110 --> 01:07:31.770
Wenn ich r gleich 2 setze, habe ich das, das ist die zweite Ableitung.

01:07:32.950 --> 01:07:35.770
Aus den beiden kann ich aber auch die Varianz ausrechnen.

01:07:36.010 --> 01:07:40.110
Zum Beispiel die Varianz wissen wir, ist e von x² minus e von x in

01:07:40.110 --> 01:07:41.190
Klammern zum Quadrat.

01:07:42.270 --> 01:07:46.230
Und diesen Trick hatten wir auch schon, e von x mal x minus 1 plus e

01:07:46.230 --> 01:07:48.570
von x minus e von x in Klammern zum Quadrat.

01:07:48.570 --> 01:07:52.370
Und die drei Größen drücken sich aus mit den Ableitungen.

01:07:52.510 --> 01:07:56.030
Also habe ich zweite Ableitung an der Stelle 1, ich spreche nicht mehr

01:07:56.030 --> 01:07:59.050
von linksseitig, in den Beispielen, die wir haben, ist die Funktion

01:07:59.050 --> 01:08:01.950
auch differenzierbar, sodass ich das linksseitig weglassen kann.

01:08:02.790 --> 01:08:06.610
Plus erste Ableitung, minus erste Ableitung zum Quadrat.

01:08:06.970 --> 01:08:08.490
Das wäre dann die Varianz.

01:08:08.930 --> 01:08:11.250
Und das wäre zum Beispiel dann der nächste Fall, und das ist nichts

01:08:11.250 --> 01:08:13.250
anderes als die dritte Ableitung an der Stelle 1.

01:08:13.250 --> 01:08:16.530
Hieraus kann ich dann zum Beispiel auch e hoch x hoch 3 ausrechnen,

01:08:16.690 --> 01:08:19.950
indem ich hier die Linearität des Erwartungswertes ausnutze.

01:08:20.370 --> 01:08:24.690
Sie kommen also auch an höhere Momente mithilfe der erzeugenden

01:08:24.690 --> 01:08:26.310
Funktion und so weiter.

01:08:28.030 --> 01:08:28.470
Gut.

01:08:29.910 --> 01:08:31.950
Ja, machen wir an dieser Stelle Schluss.

01:08:32.110 --> 01:08:34.150
Ich bedanke mich für die Aufmerksamkeit.

