WEBVTT

00:08.570 --> 00:15.190
So, wir springen jetzt in die Höhe, denn ich will Ihnen was über die

00:15.190 --> 00:16.690
Fernerkundung der Atmosphäre erzählen.

00:17.750 --> 00:20.250
Ein weiteres Kompartment, eines der Elemente, wir haben jetzt viel

00:20.250 --> 00:21.010
über Wasser gehört.

00:21.730 --> 00:24.290
Die Atmosphäre ist auch eine Ressource, natürlich.

00:24.750 --> 00:26.910
Wir brauchen die Luft, wir brauchen saubere Luft.

00:27.090 --> 00:30.030
Das ist immer noch ein großes Thema in Europa, da komme ich auch dazu.

00:30.830 --> 00:32.270
Es ist aber auch eine Art Müllkippe.

00:32.490 --> 00:35.890
Also alles, was wir in die Atmosphäre tun, wird dort irgendeinen

00:35.890 --> 00:38.250
Einfluss haben, bleibt zum Teil auch darin.

00:38.770 --> 00:42.470
Und das zu verstehen, das ist halt die Hauptaufgabe unserer Forschung.

00:42.910 --> 00:45.430
Ich habe den Vortrag vom Wetter zum Klima genannt.

00:45.890 --> 00:49.170
Nicht nur, weil es so viele Diskussionen gibt über Wetter derzeit, da

00:49.170 --> 00:51.790
gehe ich auch kurz drauf ein, sondern weil es auch eine sehr wichtige

00:51.790 --> 00:52.490
Frage ist.

00:52.650 --> 00:55.450
Das Wetter können wir nicht beeinflussen, jedenfalls nicht so direkt.

00:55.770 --> 00:59.270
Also es sei denn, wir ändern jetzt ganz grundlegend durch Bebauung

00:59.270 --> 01:01.510
oder Landwirtschaft bestimmte größere Regionen.

01:01.510 --> 01:03.430
Das Klima beeinflussen wir.

01:04.010 --> 01:06.870
Und das will ich eigentlich auch noch in unser Bewusstsein rufen an

01:06.870 --> 01:07.270
der Stelle.

01:07.910 --> 01:09.830
Und es ist auch etwas, was uns besorgt.

01:10.710 --> 01:15.070
Und wie immer, wir haben auch über Stillstand und Inhalten gehört,

01:15.190 --> 01:16.130
wenn es um Wandel geht.

01:16.490 --> 01:18.850
Das ist etwas, das halten wir nicht einfach so auf, weil wir alle

01:18.850 --> 01:22.530
daran beteiligt sind, dadurch, dass wir Leben und Ressourcen

01:22.530 --> 01:23.070
verbrauchen.

01:23.890 --> 01:26.450
Und deswegen ist es wichtig, dass wir als Forscher daran arbeiten.

01:26.570 --> 01:30.090
Und deswegen ist es auch wichtig, dass wir kommunizieren, was wir dort

01:30.090 --> 01:30.330
sehen.

01:31.690 --> 01:33.010
Jetzt zum Vortrag.

01:33.170 --> 01:36.270
Auf der ersten Folie habe ich dasselbe Bild, was Sie in Ihren

01:36.270 --> 01:37.610
Programmen auch mithaben.

01:37.710 --> 01:41.250
Das ist ein Satellit, den hat die Europäische Raumfahrtbehörde ESA

01:41.250 --> 01:41.670
gebaut.

01:42.270 --> 01:46.570
Der ist schon vor fast 20 Jahren gebaut worden, ist dann 2002

01:46.570 --> 01:47.210
gestartet.

01:47.530 --> 01:50.990
Eine Ariane 5, ein ganz toller Start, der erste Start der Ariane 5,

01:51.090 --> 01:52.810
der gut funktioniert hat damals.

01:53.510 --> 01:57.070
Und darauf war ein Gerät, was von Wissenschaftlern aus Karlsruhe

01:57.070 --> 01:58.430
entwickelt worden ist.

01:58.430 --> 02:01.130
Und dann von der ESA zusammen mit der europäischen Industrie gebaut

02:01.130 --> 02:01.630
worden ist.

02:01.750 --> 02:04.870
Sehr teuer, die Zahl kann ich nachher vielleicht beim Cocktail

02:04.870 --> 02:06.830
erzählen, aber es hat sich gelohnt.

02:06.910 --> 02:09.990
Der Satellit hat eben 10 Jahre lang funktioniert, was sehr viel ist

02:09.990 --> 02:10.710
für einen Satelliten.

02:11.250 --> 02:14.890
Und hat einzigartige Daten über die Atmosphäre und auch über andere

02:14.890 --> 02:18.650
Dinge, über die Landoberfläche, über das Meer, über das Eis geliefert.

02:19.190 --> 02:22.530
Und deswegen bringe ich das immer noch sehr gerne auf der Titelseite.

02:22.650 --> 02:24.390
Zum einen, weil es so ein großer Erfolg war.

02:24.390 --> 02:27.550
Und zum anderen, weil eben die Daten, die wir daraus gewinnen, immer

02:27.550 --> 02:29.330
noch wichtig sind, auch jetzt.

02:30.190 --> 02:32.870
Und letztlich, Sie sehen ja, der hat 10 Jahre funktioniert.

02:33.010 --> 02:35.290
Ich habe gesagt, der ist vor über 20 Jahren entwickelt und gebaut

02:35.290 --> 02:35.550
worden.

02:35.870 --> 02:38.650
Das übersteigt auch Generationen von Wissenschaftlern.

02:38.950 --> 02:41.630
Ich bin seit 2009 in Karlsruhe, ich war vorher in Paris.

02:41.990 --> 02:44.730
Ich hatte seinerzeit auch schon einen Envisat mitgebaut, als ich in

02:44.730 --> 02:45.170
Bremen war.

02:45.630 --> 02:48.370
Aber mein Vorgänger, der Professor Fischer, der jetzt heute nicht hier

02:48.370 --> 02:51.530
ist, der hat eigentlich sein ganzes Leben daran gebaut, dass dieses

02:51.530 --> 02:53.390
Gerät auf dem Satelliten funktioniert.

02:53.390 --> 02:55.090
Das sind die Zeiträume, um die es geht.

02:56.070 --> 02:59.230
Und im Endeffekt bringt uns das dann auch in die Zeiträume des Klimas.

02:59.330 --> 03:00.250
Und dazu komme ich dann noch.

03:01.550 --> 03:03.650
Ein Beispiel, das wollte ich Ihnen eben jetzt auch zeigen.

03:04.130 --> 03:06.090
Was hat denn dieser Satellit so Tolles gemessen?

03:06.590 --> 03:10.030
Und er war eigentlich entwickelt worden in den 90er Jahren, Ende der

03:10.030 --> 03:13.290
80er, Anfang der 90er, um die Ozonschicht zu überwachen.

03:13.370 --> 03:15.950
Die Ozonschicht, darüber redet man heutzutage gar nicht mehr so viel.

03:16.410 --> 03:18.490
Sie erinnern sich vielleicht, das Ozonloch.

03:18.590 --> 03:20.290
Und ab und zu liest man es ja auch in der Presse.

03:20.370 --> 03:22.110
Da ist wieder ein Ozonloch und dann geht es wieder zu.

03:22.110 --> 03:24.250
Und manchmal fragen mich die Leute auch, was ist denn eigentlich mit

03:24.250 --> 03:24.870
der Ozonschicht?

03:25.490 --> 03:27.210
Das ist eine tolle Geschichte.

03:28.170 --> 03:31.490
Die Menschen haben es tatsächlich geschafft, die Politiker, in einem

03:31.490 --> 03:34.810
großen Abkommen, in den 80er Jahren und dann mit Amendments in den

03:34.810 --> 03:39.450
90er Jahren, sich zu einigen, diese chlorhaltigen Substanzen so stark

03:39.450 --> 03:43.290
zu reduzieren, dass man eben nicht mit einem so signifikanten Abbau

03:43.290 --> 03:44.470
der Ozonschicht rechnen muss.

03:44.930 --> 03:47.170
Aber es gibt jedes Jahr eben noch wieder ein Ozonloch.

03:47.370 --> 03:50.690
Und das hat dieser Envisa-Satellit gesehen und MIPAS auch.

03:50.690 --> 03:53.730
Und MIPAS ist das Gerät hier aus Karlsruhe.

03:54.390 --> 03:57.350
Und was Sie auf diesem Bild sehen, es gibt dann auch Überraschungen.

03:57.550 --> 04:02.490
Zum Beispiel 2011 haben wir im März über dem Nordpol, also nicht dort,

04:02.630 --> 04:06.290
wo normalerweise das Ozonloch ist, über Südhemisphäre, Südpol im

04:06.290 --> 04:09.450
September, Oktober, sondern über dem Nordpol im März, also hier im

04:09.450 --> 04:11.750
Frühjahr, auch eine Art Ozonloch gesehen.

04:12.570 --> 04:14.790
Und wir verstehen das auch teilweise.

04:15.110 --> 04:18.230
Ich sage jetzt auch nicht, ich komme noch zum Thema Vorhersagen, dass

04:18.230 --> 04:19.710
das alles schlimmer wird und so weiter.

04:19.810 --> 04:21.410
Aber es ist eben sehr wichtig, das zu überwachen.

04:22.230 --> 04:25.270
Der Satellit insbesondere liefert uns, und das illustriert das auch

04:25.270 --> 04:26.770
gut, einen Überblick.

04:26.950 --> 04:30.370
Also Sie können eine große Region geografisch abdecken, wie wir auch

04:30.370 --> 04:31.230
nachher sehen beim Wetter.

04:31.870 --> 04:34.630
Und wir können eben auch verschiedene Gase messen vom Weltraum aus.

04:34.790 --> 04:38.650
Sie sehen hier links, das ist Ozon, also die Substanz, die abgebaut

04:38.650 --> 04:38.850
wird.

04:38.950 --> 04:42.530
Blau, das ist dort, wo dieses Loch in Anführungsstrichelchen ist.

04:42.910 --> 04:44.490
Und rechts sehen Sie eine andere Substanz.

04:44.490 --> 04:48.710
Das ist eine aggressive chemische Substanz, CLO, die genau dort, wo

04:48.710 --> 04:51.410
das Ozon abgebaut wird, eben sehr stark vorkommt.

04:51.890 --> 04:55.450
Und unsere Modelle können uns dann eben auch helfen, zu verstehen, wie

04:55.450 --> 04:59.350
dieses CLO, was eben aus menschengemachten Substanzen kommt, das Ozon

04:59.350 --> 04:59.990
dort abbaut.

05:00.910 --> 05:02.550
Letzte Bemerkung noch zu der Folie.

05:02.690 --> 05:05.730
März 2011, da denken natürlich viele Leute auch an ganz andere

05:05.730 --> 05:06.550
Ereignisse.

05:06.670 --> 05:08.450
Das war nämlich Fukushima 2011.

05:08.850 --> 05:13.150
Da ist damals in Japan dieses Kernkraftwerk durch einen Tsunami

05:13.150 --> 05:13.910
beschädigt worden.

05:13.910 --> 05:15.950
Und dann eben anschließend explodiert.

05:16.770 --> 05:18.690
Ich will dann nur sagen, wir untersuchen wichtige Dinge.

05:18.870 --> 05:20.350
Aber es gibt natürlich auch andere wichtige Dinge.

05:20.490 --> 05:22.870
Und wir haben uns damals sehr zurückgehalten, auch nicht irgendeinen

05:22.870 --> 05:23.770
Alarmismus zu machen.

05:23.910 --> 05:26.650
Ein Ozonloch, Fukushima, war einfach wichtiger.

05:28.610 --> 05:30.350
Wir haben natürlich auch andere Technologien.

05:30.470 --> 05:32.930
Und Sie haben eben gesehen, das war eine Messung aus 18 Kilometern

05:32.930 --> 05:33.190
Höhe.

05:33.550 --> 05:34.610
Das ist gar nicht so leicht.

05:34.750 --> 05:38.930
Also 18 Kilometer kann man relativ leicht rennen, hier beim Baden

05:38.930 --> 05:40.010
-Marathon zum Beispiel oder so.

05:40.110 --> 05:43.910
Aber 18 Kilometer oder 40 Kilometer in die Höhe, da kommt man

05:43.910 --> 05:46.190
eigentlich nicht mal mehr mit Flugzeugen.

05:46.310 --> 05:48.270
Und deswegen, wenn wir in diese Schichten wollen, machen wir eben auch

05:48.270 --> 05:49.470
andere Messungen.

05:49.970 --> 05:52.110
Hier zum Beispiel sehen Sie ein Bild von einem Höhenballon.

05:52.310 --> 05:54.630
Das ist im Sommer 2014 in Kanada.

05:54.910 --> 05:57.030
Gemeinsam mit der französischen Raumfahrtbehörde CNES.

05:57.370 --> 05:58.590
Denn das sind riesige Ballons.

05:58.830 --> 06:00.930
Vielleicht erinnern Sie sich an den Österreicher, der da mal

06:00.930 --> 06:03.170
runtergesprungen ist, Felix Baumgartner.

06:03.530 --> 06:04.590
Hier war niemand an Bord.

06:04.710 --> 06:07.290
Aber Sie können eben sehen, wie es von dort oben aussieht.

06:07.450 --> 06:10.350
Und ich zeige dieses Bild immer gerne an der Stelle, damit Sie auch

06:10.350 --> 06:12.370
mal sehen, wie dünn die Atmosphäre ist.

06:12.370 --> 06:14.750
Sie wissen es ja, wenn Sie mal im Flugzeug aus dem Fenster schauen.

06:15.090 --> 06:17.890
In 40 Kilometern Höhe ist es eigentlich schon ganz schwarz, weil da

06:17.890 --> 06:18.930
eben keine Lichtstreuung mehr ist.

06:18.990 --> 06:21.850
Und diese kleine Schicht, die man dort hat, das ist eben diese

06:21.850 --> 06:25.410
Müllhalde, wo wir das ganze CO2 und auch alle möglichen anderen

06:25.410 --> 06:26.350
Substanzen reinpumpen.

06:26.610 --> 06:27.850
Man kann das natürlich messen.

06:27.970 --> 06:31.370
Und die Atmosphäre ändert sich seit dem Anfang des industriellen

06:31.370 --> 06:32.790
Zeitalters ganz enorm.

06:33.650 --> 06:36.450
Schwierig wird es, wenn man eben versucht, vorher zu sagen, was die

06:36.450 --> 06:38.470
Konsequenzen davon sind.

06:39.330 --> 06:41.430
Wir haben auch noch andere Plattformen.

06:41.430 --> 06:43.750
Ich mache mal einen kleinen Rundumschlag, was wir benutzen.

06:44.110 --> 06:48.670
Das ist ein eigentlich für Millionäre, Milliardäre, Stars und so

06:48.670 --> 06:51.610
weiter vorgesehener Business Jet, eine Gulfstream.

06:52.150 --> 06:55.870
Die haben wir aber gekauft unter Unterstützung des KIT-Präsidiums und

06:55.870 --> 06:58.550
auch des DLR und anderer Partner, Max-Planck-Gesellschaft.

06:59.010 --> 07:01.030
Davon gehört dem KIT 10 Prozent.

07:01.510 --> 07:03.390
Das ist also schön zu wissen.

07:03.570 --> 07:06.670
Aber insbesondere, was Sie sehen sollten, ist das unten drunter, das

07:06.670 --> 07:07.630
Ding ist ja komplett umgebaut.

07:08.470 --> 07:09.830
Ich versuche es Ihnen mal zu zeigen.

07:09.830 --> 07:12.150
Da ist etwas, was normalerweise dort nicht dran ist.

07:12.670 --> 07:16.910
Und in diesem Bauch des Flugzeugs ist ein Gerät, welches wir gebaut

07:16.910 --> 07:20.850
haben bei unserem Institut, mit dem wir auch die Atmosphäre vermessen.

07:21.170 --> 07:26.750
HALO heißt High Altitude, also große Höhe, Long Distance, große

07:26.750 --> 07:27.030
Strecken.

07:27.690 --> 07:32.170
Wir fliegen mit diesem Flugzeug bis zu 10.000 Kilometer am Stück, in

07:32.170 --> 07:35.250
Höhen zwischen 10 und 14 Kilometern und hatten auch gerade jetzt im

07:35.250 --> 07:39.930
letzten Winter eine ganz ausgiebige Kampagne über der Arkte, über der

07:39.930 --> 07:43.070
Nordhalbkugel, wo wir die Arktis in den Höhen vermessen haben.

07:43.650 --> 07:46.330
Und damit Sie mir auch glauben, dass das kein Luxusgerät ist, habe ich

07:46.330 --> 07:47.390
ein Bild von innen mitgebracht.

07:47.490 --> 07:50.430
Das Ding ist vollgestopft mit Technik und Elektronik.

07:50.950 --> 07:54.750
Und wenn dann eben unsere jungen Kollegen dort acht bis zehn Stunden

07:54.750 --> 07:57.970
mitfliegen und messen, ist das auch durchaus anstrengend.

07:58.050 --> 07:58.850
Aber so ist Wissenschaft.

08:00.330 --> 08:04.170
Letztes Beispiel von Plattformen, die wir nutzen, um die Atmosphäre zu

08:04.170 --> 08:04.590
vermessen.

08:05.050 --> 08:06.450
Wir benutzen auch Schiffe.

08:06.550 --> 08:09.110
Und natürlich haben wir in Karlsruhe kein Schiff, jedenfalls nicht in

08:09.110 --> 08:09.710
der Größenordnung.

08:09.830 --> 08:12.370
Aber wir haben Kollegen vom Alfred-Wegner-Institut in Bremerhaven.

08:13.010 --> 08:17.090
Und die haben uns einfach erlaubt, freundlicherweise, aber das ist ja

08:17.090 --> 08:20.170
auch ein Forschungsschiff, dass wir dort einen Doktoranden und seine

08:20.170 --> 08:21.130
Geräte unterbringen.

08:21.670 --> 08:24.670
Und der ist dann einfach mal mitgefahren von Kapstadt in Südafrika bis

08:24.670 --> 08:27.630
eben nach Bremerhaven auf dem Schiff und hat dann eben auch Messungen

08:27.630 --> 08:30.630
gemacht, wo wir also eins unserer Messgeräte, was die Atmosphäre dann

08:30.630 --> 08:33.090
misst, und zwar nicht nur die unterste Schicht, sondern auch bis weit

08:33.090 --> 08:36.670
oben, in diesem großen Süd-Nord-Schnitt hatten.

08:36.670 --> 08:40.110
Und auch das war nicht ganz einfach für Geräte und Wissenschaftler.

08:40.250 --> 08:43.230
Ich habe ein Foto, wo man eben sieht, wie es auf dem Schiff zugeht.

08:43.310 --> 08:45.530
Er hat natürlich auch seine Äquator-Taufe bekommen, aber ich glaube,

08:45.630 --> 08:49.370
am anstrengendsten war einfach der ganze Wellengang für so einen

08:49.370 --> 08:50.070
Schwaben.

08:50.430 --> 08:51.850
Das ist natürlich schon ein Erlebnis.

08:52.490 --> 08:54.490
Ja, jetzt möchte ich aber ein bisschen auf die aktuellen Themen

08:54.490 --> 08:56.570
kommen, nachdem Sie gesehen haben, was wir so alles benutzen.

08:56.930 --> 09:00.650
Und das ist also jetzt kein Schiff, sondern ein Auto, hier in der

09:00.650 --> 09:02.570
Rhein -Neckar-Gegend, und das noch gar nicht so lange her.

09:03.050 --> 09:06.030
Und ich konnte natürlich nicht diesen Vortrag halten, ohne ein

09:06.030 --> 09:08.710
bisschen auf die Frage mit Wetter und Klima einzugehen.

09:08.850 --> 09:10.990
Denn die Frage stellt natürlich jeder immer wieder.

09:11.370 --> 09:14.510
Was ist denn mit diesen ganzen extremen Niederschlägen gewesen dieses

09:14.510 --> 09:14.670
Jahr?

09:14.750 --> 09:16.410
Ist das jetzt Klimawandel oder nicht?

09:16.930 --> 09:19.570
Es ist natürlich extrem, das ist unbestritten.

09:19.890 --> 09:22.970
Es hat auch natürlich eine Menge Schaden verursacht.

09:24.030 --> 09:26.410
Ich habe jetzt ein relativ harmloses Bild rausgesucht.

09:27.450 --> 09:31.070
Aber die Frage, ob das Klimawandel ist, da mache ich einen ganz weiten

09:31.070 --> 09:33.390
Sprung zurück in der Geschichte und auch geografisch.

09:33.390 --> 09:37.210
Zum einen, selbst die Sintflut ist aus Klimaforschungssicht kein

09:37.210 --> 09:38.330
Klimawandel gewesen.

09:38.530 --> 09:41.450
Ich habe das mal rausgesucht, also das ist ja in verschiedenen

09:41.450 --> 09:44.550
orientalischen Mythen beschrieben, hier Gilgamesch usw.

09:44.670 --> 09:47.790
Und die Sintflut hat, wenn man die Bibel nimmt, ungefähr ein Jahr

09:47.790 --> 09:48.190
gedauert.

09:48.310 --> 09:52.410
Also es hat 40 Tage lang geregnet, dann waren die Wasser hoch, dann

09:52.410 --> 09:54.670
sind sie 150 Tage lang wieder abgegangen.

09:54.990 --> 09:56.470
Das macht ungefähr ein Jahr.

09:56.950 --> 10:01.570
Und Klimawandel beginnt bei Perioden von etwa 30 Jahren.

10:01.570 --> 10:05.410
Also wir versuchen zu mitteln über 30 Jahre und schauen, was sich da

10:05.410 --> 10:05.750
ändert.

10:06.310 --> 10:07.850
Und das macht es dann eben auch sehr schwierig.

10:08.190 --> 10:11.670
Überlegen Sie, 30 Jahre in Ihrem Leben, können wir das überhaupt so

10:11.670 --> 10:12.150
abschätzen?

10:12.330 --> 10:14.030
Wie war denn das Wetter vor 30 Jahren?

10:14.170 --> 10:15.810
Und deswegen brauchen wir auch die Untersuchung.

10:16.490 --> 10:20.610
Und geografisch, auch wenn wir über Klimawandel reden, normalerweise

10:20.610 --> 10:24.890
ist natürlich für uns so ein Wetter ein ganz extremes Ereignis.

10:24.950 --> 10:26.290
Wir sagen auch ein Jahrhundertereignis.

10:26.690 --> 10:29.770
Aber die Menschen, die tatsächlich eben mit Klimawandel schon zu tun

10:29.770 --> 10:32.390
haben, das sind eben welche, wie Franz Nestmann sagte, in Regionen,

10:32.790 --> 10:36.790
die so küstennah sind, dass dort ein Anstieg des Meeresspiegels von

10:36.790 --> 10:39.930
einem halben Meter zum Beispiel wirklich zu dramatischen Veränderungen

10:39.930 --> 10:40.170
führt.

10:40.290 --> 10:43.670
Und wenn Sie das dann noch mit Extremwetter und Sturmfluten und so

10:43.670 --> 10:46.270
weiter koppeln, dann passieren halt solche Sachen, wie wir sie rechts

10:46.270 --> 10:49.270
sehen, in Asien, eben auf den Philippinen, Indonesien und so weiter,

10:49.610 --> 10:53.890
oder auch dann unten am Zusammenkommen mehrerer Flüsse, wo dann eben

10:53.890 --> 10:57.170
große Überschwemmungen oder auch Dürren in anderen Regionen aufstehen.

10:57.170 --> 10:59.190
Das ist das, was wir als Klimawandel bezeichnen.

10:59.770 --> 11:02.170
Soviel zu der Größenordnung, über die wir reden.

11:02.590 --> 11:06.110
Und das andere ist eben, ich hatte das unvorbereitet mitgebracht, aber

11:06.110 --> 11:10.270
Franz Nestmann hat ja darüber gesprochen, die Satelliten, das sind

11:10.270 --> 11:12.890
nicht unsere Atmosphären-Satelliten, sondern das sind Radarsatelliten,

11:12.950 --> 11:16.310
die jetzt seit etwa 20 Jahren fliegen, zeigen eben einen Anstieg des

11:16.310 --> 11:18.670
Meeresspiegels von etwa 3 mm pro Jahr.

11:18.890 --> 11:22.270
Das ist also ziemlich konstant und ist übrigens auch am oberen Ende

11:22.270 --> 11:25.810
dessen, was der IPCC seinerzeit vorhergesagt hatte.

11:25.810 --> 11:28.810
Also das heißt, der Meeresspiegelanstieg ist wirklich groß.

11:29.470 --> 11:31.810
Es werden nicht zwei Meter am Ende des Jahrhunderts sein, wenn Sie

11:31.810 --> 11:32.690
einfach mal weiterrechnen.

11:32.770 --> 11:35.790
Es wird über einen halben Meter vielleicht sein, aber das macht für

11:35.790 --> 11:37.670
viele Menschen schon sehr, sehr viel aus.

11:37.830 --> 11:41.170
Also das wollte ich einfach nochmal zum Thema Klimawandel und Sintflut

11:41.170 --> 11:41.970
und so weiter sagen.

11:42.630 --> 11:47.130
Und zuletzt, aber auch sehr wichtig ist, wir haben ja Messungen und

11:47.130 --> 11:49.870
wir können ja gucken, ob das jetzt ein so ungewöhnliches Eigen ist.

11:49.950 --> 11:52.710
Und Sie haben hier 2016 nicht mit dabei.

11:52.710 --> 11:57.450
Diese Sorte Diagramme finden Sie auf klimadiagramme.de, die von einem

11:57.450 --> 12:01.830
Wissenschaftler aus dem IMK aus der Abteilung Troposphäre Bernhard

12:01.830 --> 12:02.770
Mühr betrieben wird.

12:03.210 --> 12:04.110
Und das ist zugänglich.

12:04.270 --> 12:09.070
Und da sehen Sie den Jahresniederschlag in Karlsruhe von über 100

12:09.070 --> 12:09.370
Jahren.

12:10.010 --> 12:11.250
Und Sie sehen die rote Kurve.

12:11.350 --> 12:13.310
Das ist der gleitende Mittelwert über 11 Jahre.

12:13.450 --> 12:15.510
Und dann sehen Sie vielleicht kaum eine braune Kurve.

12:15.590 --> 12:16.730
Das ist dann der Trend.

12:16.990 --> 12:17.930
Und da ist kein Trend.

12:18.210 --> 12:21.970
Also auf klimatologischer Zeitskala sehen wir derzeit in Karlsruhe

12:21.970 --> 12:24.330
keine Zunahme des Niederschlags.

12:24.490 --> 12:26.910
Und das heißt, diese extremen Ereignisse, die wir hatten dieses Jahr,

12:27.170 --> 12:30.170
sind extreme Ereignisse, aber sind eben nicht Klimawandel.

12:31.050 --> 12:35.830
Und ich sage das auch deswegen nochmal ganz bewusst, weil wir haben ja

12:35.830 --> 12:36.790
eine globale Erwärmung.

12:36.890 --> 12:37.530
Das ist auch wichtig.

12:38.250 --> 12:40.070
Ich zeige Ihnen jetzt die Daten nicht extra.

12:40.450 --> 12:44.310
Aber es ist nicht so einfach, Vorhersagen für den Niederschlag daraus

12:44.310 --> 12:44.990
abzuleiten.

12:45.150 --> 12:46.990
Es gibt Gegenden, da wird es trockener.

12:47.150 --> 12:48.690
Es gibt Gegenden, da wird es feuchter.

12:48.810 --> 12:51.490
Es gibt Gegenden, da ändert es sich gar nicht.

12:51.490 --> 12:54.190
Und diese Sorte Forschung machen wir ja derzeit noch.

12:54.330 --> 12:57.850
Wir können die Änderung des Niederschlags regional nur sehr, sehr

12:57.850 --> 12:58.650
schwer vorhersagen.

12:58.750 --> 13:00.890
Und zwar nicht nur beim Wetter, auch beim Klima.

13:00.990 --> 13:01.310
Ist ja klar.

13:02.790 --> 13:05.630
So, und als letztes zu diesem Teil meines Vortrags.

13:05.910 --> 13:11.010
Wir haben am KIT ein Zentrum für Disaster Management und

13:11.010 --> 13:13.450
Risikoreduktionstechnologie, das CDIM.

13:13.810 --> 13:17.310
Da finden Sie auch Informationen drüber, draußen auf den Postern und

13:17.310 --> 13:18.570
in dem Material, was liegt.

13:18.570 --> 13:21.550
Wir haben auch ein Klimabüro, das Süddeutsche Klimabüro.

13:22.010 --> 13:25.010
Geben Sie das mal ein oder klicken Sie sich durch oder sprechen Sie

13:25.010 --> 13:25.430
Leute an.

13:25.470 --> 13:26.430
Ich habe Hans Schipper gesehen.

13:27.590 --> 13:30.470
Das ist hier von wieder Bernhard Mühr und dem Kollegen und Michael

13:30.470 --> 13:31.750
Kunz vorbereitet worden.

13:32.350 --> 13:33.670
Das ist gerade zwei Tage alt.

13:33.790 --> 13:34.150
Am 20.

13:34.390 --> 13:35.730
Juni ist das veröffentlicht worden.

13:35.810 --> 13:39.930
Eine ganz ausführliche Analyse inklusive der Kosten dieser

13:39.930 --> 13:42.030
Extremereignisse jetzt im Mai und Juni.

13:42.370 --> 13:44.630
Wollte ich einmal kurz Werbung dafür machen, weil das ist eben auch

13:44.630 --> 13:45.510
angewandte Wissenschaft.

13:46.030 --> 13:47.310
Soll Ihrem Verständnis dienen.

13:47.310 --> 13:51.530
Aber natürlich auch einfach erst mal informieren, was sind die

13:51.530 --> 13:52.070
Auswirkungen.

13:53.570 --> 13:55.390
So, jetzt möchte ich zu einem anderen Punkt noch kommen.

13:55.750 --> 13:59.270
Ich habe ja über Klimawandel und Wetter schon geredet.

13:59.570 --> 14:03.430
Aber ein Aspekt, den wir viel zu oft vernachlässigen und deswegen will

14:03.430 --> 14:05.450
ich ihn wieder in unser Gedächtnis bringen, sind die Hitzewellen.

14:05.650 --> 14:07.750
Das habe ich letztes Jahr bei den Jahrestagen schon mal gemacht.

14:08.050 --> 14:09.170
Da war gerade eine Hitzewelle.

14:09.590 --> 14:11.490
Jetzt beginnt gerade so eine kleine Hitzewelle.

14:11.870 --> 14:13.550
Es wird wahrscheinlich nicht die letzte sein.

14:13.930 --> 14:15.470
Wir haben hier verschiedene Artikel.

14:15.470 --> 14:16.730
Sie können es wahrscheinlich kaum lesen.

14:16.870 --> 14:20.770
Aber in der Fachliteratur seit Jahrzehnten sagen alle Modelle vorher,

14:21.190 --> 14:25.890
dass wir mit der globalen Erwärmung in Europa auch mehr Hitzewellen

14:25.890 --> 14:26.410
haben werden.

14:26.550 --> 14:28.010
Und zwar heftigere Hitzewellen.

14:28.090 --> 14:29.490
Also die Temperaturen werden höher sein.

14:29.570 --> 14:30.790
Sie werden länger dauern.

14:31.250 --> 14:32.990
Und sie werden auch häufiger passieren.

14:33.230 --> 14:36.290
Das ist der Titel dieses englischen Artikels hier rechts.

14:36.770 --> 14:38.790
Und um Ihnen das noch einmal zu zeigen, weil die Leute haben natürlich

14:38.790 --> 14:40.330
immer viel Fragen auch.

14:40.390 --> 14:42.670
Und die Modelle sind natürlich immer nur so gut wie das, was man

14:42.670 --> 14:43.130
reinsteckt.

14:43.130 --> 14:45.410
Aber die Modelle basieren ja auf unseren Beobachtungen.

14:45.830 --> 14:47.750
Wir validieren die mit existierenden Daten.

14:47.930 --> 14:49.670
Und dann versuchen wir, Vorhersagen zu machen.

14:49.770 --> 14:52.170
Hier haben Sie von der ETH in Zürich als ein Beispiel.

14:52.290 --> 14:54.690
Die hatten eine Studie koordiniert, wo sie zehn verschiedene Modelle

14:54.690 --> 14:55.790
mal verglichen haben.

14:56.070 --> 14:58.910
Und die Farben drücken aus, um wie viel sich die Hitzewellen am Ende

14:58.910 --> 14:59.610
des 21.

14:59.870 --> 15:00.930
Jahrhunderts verlängern werden.

15:01.010 --> 15:01.570
Um wie viele Tage.

15:01.910 --> 15:05.110
Und dieses dunkle Violette, das sind halt 20 Tage.

15:05.470 --> 15:08.150
Das heißt, die Hitzewellen werden sich teilweise in Spanien um 20

15:08.150 --> 15:08.470
Tage.

15:08.690 --> 15:10.410
Vielleicht sind es ja auch nur 15 oder 10.

15:10.410 --> 15:15.130
Aber rein qualitativ, sie werden längere Hitzewellen haben, sagen die

15:15.130 --> 15:15.330
Modelle.

15:15.430 --> 15:16.350
Und sie werden auch häufiger haben.

15:16.390 --> 15:18.210
Wir werden uns an die Hitzewellen gewöhnen müssen.

15:18.470 --> 15:19.790
Mit all den ganzen Auswirkungen.

15:19.910 --> 15:22.070
Und das hat natürlich sehr viele Auswirkungen, auch für die Städte.

15:24.710 --> 15:26.370
Letztes Wort zu diesem ganzen Thema.

15:27.350 --> 15:29.010
Ich gucke immer gerne in die Geschichte.

15:29.310 --> 15:31.590
Und der Perikles, das findet man ja auch immer wieder, war ein

15:31.590 --> 15:32.750
Feldherr aus Athen.

15:33.070 --> 15:34.250
Krieg mit Sparta, kennen Sie ja alles.

15:34.610 --> 15:37.390
Und er hat diesen Satz gemacht, es kommt nicht darauf an, die Zukunft

15:37.390 --> 15:41.830
vorherzusagen, sondern darauf, auf die Zukunft vorbereitet zu sein.

15:42.430 --> 15:44.910
Damit meint er natürlich nicht, dass es keinen Sinn macht, zu

15:44.910 --> 15:45.950
überlegen, was passiert.

15:46.310 --> 15:50.410
Aber ein ganz wichtiger Aspekt ist eben, auf die Zukunft vorbereitet

15:50.410 --> 15:50.850
zu sein.

15:51.150 --> 15:53.610
Und da arbeiten wir natürlich auch sehr eng zusammen, mit allen

15:53.610 --> 15:56.570
möglichen Behörden, mit dem Deutschen Wetterdienst, mit dem BMBF.

15:56.830 --> 15:59.890
Oder hier zum Beispiel ist auch gerade vor zwei Tagen jetzt ein

15:59.890 --> 16:02.550
Projekt rausgekommen, was wir gar nicht machen werden.

16:02.610 --> 16:05.150
Aber das geht direkt in die Bauwirtschaft, wo es eben dann darum geht,

16:05.150 --> 16:09.410
wie kann man denn die Folgen des Klimawandels im Bau entsprechend

16:09.410 --> 16:10.150
berücksichtigen.

16:10.490 --> 16:14.270
Also ich denke, wir brauchen eine große Zusammenarbeit.

16:14.590 --> 16:17.210
Nicht nur eben die Klima- und Wetterforschung, sondern eben auch die

16:17.210 --> 16:17.650
Behörden.

16:18.090 --> 16:20.430
Und dann eben in diesem Fall auch die Industrie und die Kollegen aus

16:20.430 --> 16:23.250
anderen Fakultäten, Architektur und so weiter.

16:24.170 --> 16:26.870
Ich habe jetzt noch ein letztes, schnelles Thema.

16:26.990 --> 16:29.230
Ich wollte Ihnen ein bisschen zeigen, was wir an Technologie

16:29.230 --> 16:32.010
entwickeln, für die zukünftigen Beobachtungen.

16:32.010 --> 16:35.350
Und ich hatte ja darauf hingewiesen, Satelliten haben eine Lebensdauer

16:35.350 --> 16:36.970
von vielleicht zehn Jahren oder so.

16:37.710 --> 16:39.730
Und Wissenschaftler arbeiten Jahrzehnte dran.

16:40.090 --> 16:43.950
Wir kommen jetzt allmählich in Zeiträume, wo man Klimaforschung auch

16:43.950 --> 16:46.890
mit Satelliten machen kann, einfach weil wir schon so lange

16:46.890 --> 16:48.150
Satellitenbeobachtungen haben.

16:48.630 --> 16:51.450
Das hier ist der Satellit, der Ihnen jeden Abend die Wetterkarten

16:51.450 --> 16:51.810
liefert.

16:52.150 --> 16:53.930
Der heißt Meteosat Second Generation.

16:54.130 --> 16:55.250
Sieht aus wie eine Tonne.

16:55.750 --> 16:58.970
Die Dinger gibt es jetzt etwa auch seit 15 Jahren und werden derzeit

16:58.970 --> 17:00.190
komplett revolutioniert.

17:00.190 --> 17:03.170
Und deswegen werden Sie also in etwa fünf, sechs Jahren auch einen

17:03.170 --> 17:08.350
viel besseren und genaueren Wetterbericht oder Wettervorhersage haben.

17:09.670 --> 17:12.370
Die Bilder, die Sie jetzt so kennen, die sehen also so aus.

17:12.430 --> 17:14.170
Ich wollte Ihnen nur noch kurz das Prinzip erklären.

17:14.590 --> 17:19.370
Der Satellit misst von 36.000 Kilometern Höhe aus in verschiedenen

17:19.370 --> 17:23.750
Farben das Licht, welches ihm von der Erde zurückgeschickt wird.

17:23.810 --> 17:26.270
Man kann dann Wolken sehen oder wenn Sie ein bisschen schauen, das

17:26.270 --> 17:29.030
liegt nicht am Beamer oder so, sondern Sie sehen dann auch

17:29.030 --> 17:32.110
verschiedene andere Bänder, die man durch geschickte Kombination der

17:32.110 --> 17:32.910
Farben sehen kann.

17:33.390 --> 17:35.870
Und wenn man dann in einen ganz anderen Bereich geht, andere Farben

17:35.870 --> 17:38.050
nimmt, dann kann man zum Beispiel auch Wasserdampf sehen.

17:38.870 --> 17:40.970
Wasserdampf, Sie werden jetzt sagen, das ist irgendwie alles

17:40.970 --> 17:41.570
gleichfarbig.

17:41.650 --> 17:43.750
Wenn Sie genau hinschauen, sehen Sie auch wieder diese Bänder.

17:44.130 --> 17:46.330
Der Wasserdampf ist ja schließlich das, was dann nachher zu den

17:46.330 --> 17:47.210
Niederschlägen führt.

17:47.610 --> 17:50.410
Und das sind die Dinge, die wir derzeit versuchen zu verbessern, dass

17:50.410 --> 17:51.950
wir diese Messung noch genau machen.

17:52.010 --> 17:52.890
Das ist übrigens von heute früh.

17:52.970 --> 17:55.910
Das können Sie sich auch direkt bei Eumelsat auf dem Internet mal

17:55.910 --> 17:57.210
anschauen, wenn Sie das interessiert.

17:59.130 --> 18:03.050
Die erste Satellitenmessung überhaupt der Atmosphäre war übrigens

18:03.050 --> 18:03.790
1960.

18:04.070 --> 18:04.990
Da war ich noch nicht geboren.

18:05.510 --> 18:08.350
Aber das ist auch noch nicht so lange her, für klimatologische

18:08.350 --> 18:08.850
Zeiträume.

18:08.970 --> 18:10.550
Das sind jetzt 56 Jahre.

18:10.810 --> 18:13.130
Ich hatte Ihnen ja gesagt, Klima fängt bei 30 Jahren an.

18:13.850 --> 18:16.990
Das war damals einfach nur ein Foto, im Infraroten übrigens.

18:18.050 --> 18:20.830
Und der Satellit hat auch nur 78 Tage lang funktioniert damals.

18:21.050 --> 18:22.790
Also heutzutage hat man ganz andere Zeiträume.

18:22.910 --> 18:24.630
Aber das zeige ich Ihnen jetzt gleich noch ganz kurz.

18:25.210 --> 18:28.250
Woran also jetzt gebaut wird, ist die dritte Generation, die Third

18:28.250 --> 18:31.210
Generation, wo wir eben auch beteiligt sind an der

18:31.210 --> 18:33.170
Instrumententwicklung und an verschiedenen Produkten.

18:33.730 --> 18:36.210
Die fliegen entweder in 36.000 Kilometern Höhe.

18:36.330 --> 18:40.450
Das sind sechs Satelliten, die also bis 2040 funktionieren sollen.

18:40.630 --> 18:42.010
So lange geht die Planung voraus.

18:42.390 --> 18:47.530
Und genauso diese wir sagen Low Earth Orbits in etwa 800 Kilometern

18:47.530 --> 18:51.030
Höhe, die Metop-Satelliten, die eben auch von Eumelsat gebaut werden

18:51.030 --> 18:53.350
und dann auch teilweise in europäischen Projekten benutzt werden, wie

18:53.350 --> 18:53.850
Copernicus.

18:54.210 --> 18:56.330
Da geht jetzt schon die Planung bis 2040.

18:56.710 --> 18:59.430
Das heißt also, man muss als Wissenschaftler rechtzeitig seine Ideen

18:59.430 --> 19:02.230
dort einbringen, damit diese operationellen Satelliten auch die

19:02.230 --> 19:04.450
Produkte liefern, die wir dann haben möchten.

19:04.570 --> 19:06.890
Ich habe Ihnen das hier nochmal als Zeitskala mitgebracht.

19:07.030 --> 19:10.050
Da sehen Sie also, das ist diese Generation, die derzeit fliegt.

19:10.330 --> 19:11.830
Das ist die, die jetzt vorbereitet wird.

19:12.090 --> 19:14.230
Das sind diese Polaren-Satelliten und dann gibt es noch ein paar

19:14.230 --> 19:14.990
Forschungssatelliten.

19:15.410 --> 19:17.730
Da kann man auch nicht einfach mal schnell was dran ändern.

19:17.870 --> 19:20.290
Und deswegen, wir als Forscher versuchen eben mit diesen

19:20.290 --> 19:24.310
Organisationen diese langfristigen Beobachtungen, die dann eben zum

19:24.310 --> 19:28.090
Klima auch führen werden, weltweit zu der Klimabeobachtung zu

19:28.090 --> 19:28.530
begleiten.

19:29.830 --> 19:31.550
Ich habe hier nur ein Beispiel.

19:31.690 --> 19:32.870
Ich hatte Hitzewellen erwähnt.

19:33.130 --> 19:36.190
Da sehen Sie aus dem Jahr 2003 mal eine ganz ungewöhnliche Messung.

19:36.270 --> 19:39.050
Das ist nicht die Temperatur an der Oberfläche, sondern das ist das

19:39.050 --> 19:41.970
Ozon an der Oberfläche, also der Schadstoffozon, der auch

19:41.970 --> 19:42.830
reglementiert ist.

19:43.230 --> 19:45.870
Und wo man eben sieht, dass während einer Hitzewelle sich riesige

19:45.870 --> 19:50.690
Gebiete ausbilden, hier in Südwesteuropa oder auch im Osten, wo eben

19:50.690 --> 19:56.170
das Ozon langanhaltend über sehr, sehr große Bereiche sehr hohe Werte

19:56.170 --> 19:56.590
annimmt.

19:56.890 --> 19:58.930
Und auch das müssen wir eben berücksichtigen in Zukunft mit den

19:58.930 --> 19:59.550
Hitzewellen.

20:00.890 --> 20:03.970
Meine zwei, drei letzten Slides gehen jetzt nochmal zu den

20:03.970 --> 20:05.590
Treibhausgasen.

20:05.930 --> 20:08.450
Wir arbeiten sehr viel mit der Industrie zusammen, auch mit dem DLR

20:08.450 --> 20:12.070
hier, oder hier ist Airbus in Friedrichshafen am Bodensee dabei.

20:12.990 --> 20:17.150
Weil wir natürlich überlegen, wie können wir denn jetzt diese CO2 und

20:17.150 --> 20:20.430
Methan und anderen Emissionen, die also reglementiert werden, damit

20:20.430 --> 20:22.670
wir das Zwei-Grad-Ziel vielleicht einhalten, wie können wir die

20:22.670 --> 20:22.950
messen.

20:23.370 --> 20:26.370
Und da haben wir also auch ein Satelliten- Instrument vorgeschlagen,

20:26.470 --> 20:30.370
was man auf einem anderen Satellit mitfliegen kann, zum Beispiel einem

20:30.370 --> 20:34.530
Fernsehsatelliten oder so, mit dem man dann die Treibhausgase misst.

20:34.630 --> 20:36.630
Wir sind auch an einem ähnlichen, das sieht jetzt alles sehr einfach

20:36.630 --> 20:38.310
aus, wir sind an einem ähnlichen Projekt beteiligt.

20:38.730 --> 20:40.590
Hier sehen Sie mal, wie das dann tatsächlich aussieht.

20:40.910 --> 20:44.010
Also das ist jetzt so die erste Skizze, die man nach einem Jahr dann

20:44.010 --> 20:46.430
entwickelt hat, wo man schon weiß, wie groß und wie schwer das ist.

20:46.830 --> 20:50.310
Und das ist jetzt hier ein Gerät, was die Holländer derzeit für die

20:50.310 --> 20:53.470
ESA bauen, TROP-OMI für den Sentinel, der eben in zwei, drei Jahren

20:53.470 --> 20:57.430
startet und auch Methan und CO2 aber eben nicht vom geostationären

20:57.430 --> 20:58.250
Orbit aus misst.

20:59.730 --> 21:02.210
Ich hatte Ihnen was über HALO gesagt, deswegen habe ich Ihnen auch so

21:02.210 --> 21:05.270
wie der Franz Lesper noch einen Film mitgebracht und dann komme ich

21:05.270 --> 21:05.730
zum Schluss.

21:06.070 --> 21:08.630
Da sehen Sie nochmal, was das Ding eigentlich genau misst und wie es

21:08.630 --> 21:09.110
funktioniert.

21:09.330 --> 21:12.330
Also das ist dieser Bauch unter dem Flugzeug, da drin sitzt unser

21:12.330 --> 21:16.770
Gerät, das kann sich drehen, das misst das Licht, welches aus der

21:16.770 --> 21:21.470
Atmosphäre kommt, in so einer speziellen Geometrie und gleicht also

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diese Flugzeugbewegung aus.

21:22.590 --> 21:25.990
Das ist das T im KIT, wie Frank Schilling auch schon sagte.

21:26.070 --> 21:28.550
Das ist Technologie von morgen, hier sehen Sie jetzt mal einfach nur

21:28.550 --> 21:29.970
ein Beispiel, wie sich das so bewegt.

21:30.350 --> 21:32.870
So was machen wir und Sie sind natürlich jederzeit auch beim Tag der

21:32.870 --> 21:35.750
offenen Türen so eingeladen, sich diese Geräte mal anzuschauen.

21:35.830 --> 21:38.930
Die Zeit reicht natürlich überhaupt nicht, um Ihnen nur ansatzweise zu

21:38.930 --> 21:40.490
erklären, was das alles genau macht.

21:40.990 --> 21:44.450
Übrigens in Zusammenarbeit auch mit dem Forschungszentrum Jülich, auch

21:44.450 --> 21:47.830
ein ehemaliges Kernforschungszentrum, was jetzt sehr stark auch in der

21:47.830 --> 21:49.230
Umweltforschung sich engagiert.

21:49.790 --> 21:52.270
So und ganz zum Schluss, wir haben ein neues Satellitenprojekt,

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Atmosat, da gehe ich jetzt nicht groß drauf ein, aber ich möchte Ihnen

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noch diese Webseite empfehlen, das ist mein letzter Slide.

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Und zwar, weil ich dort im wissenschaftlichen Beirat bin und weil auch

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dort die Aufgabe ist, die Leute zu informieren über Dinge, die also in

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der Klimadiskussion laufen.

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Und wir haben gerade, ich bin hier im Rathaus und deswegen darf ich

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mir auch eine politische Bemerkung erlauben, wir haben also gerade das

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AfD -Programm mal auf seine Aussagen zum Klimawandel gecheckt.

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Und ich werde die jetzt nicht wiederholen, aber ich würde Ihnen

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empfehlen, dass Sie mal reinschauen.

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Wir haben als Wissenschaftler geguckt, es ist eine der Parteien, die

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sich am allermeisten zum Klimawandel äußert.

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Und was da drin steht, sollten Sie sich dann mal auf dieser Webseite

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durchlesen.

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Vielen Dank.

