WEBVTT

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Der Sommer 2016 geht in die Zielgerade.

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Trotz der kleinen Hitzewelle Ende August, glicher über lange Strecken,

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einem Monsun, wie er sonst nur in tropischen Gebieten zu finden ist.

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Insbesondere im Mai und Juli wurde Baden-Württemberg von schweren

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Gewittern und heftigen Regenfällen heimgesucht.

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Mancherorts fielen bis zu 200 Liter Regen pro Quadratmeter.

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Sturzfluten mit Schlammlawinen und Überschwemmungen waren die Folge.

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Im Juli 2016 werden auf der Alb und dem Oberallgäu als

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Katastrophenmonate in die Geschichte eingehen.

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Ortsfeste Tiefdruckgebiete und tropisch feuchte Luft aus dem Osten

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erwiesen sich als eine unheilvolle Kombination.

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Wir hatten über zwei Wochen fast die gleiche Wetterlage mit einem Tief

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über Deutschland.

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Und wir hatten relativ geringe Strömungsgeschwindigkeiten.

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Diese Kombination sorgte dafür, dass lokal in einigen Regionen

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die Strömungsgeschwindigkeit erhöht wurde.

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Michael Kunz arbeitet am Institut für Meteorologie und Klimaforschung

01:03.360 --> 01:05.940
des Karlsruher Instituts für Technologie.

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Er sieht in einer ungewöhnlichen Windstille die Hauptursache für die

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schweren Regenfälle.

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In 5 Kilometer Höhe beispielsweise 5 Meter pro Sekunde, das sind 18

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Kilometer pro Stunde.

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Jeder, der schon mal auf einen hohen Berg gestiegen ist, weiß, da oben

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bläst es einen häufig fast fort.

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Das hat sich am 1.

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Mai durch Gewitter in Reinformation ausgelöst.

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Da war maßgeblich ein großräumiges Niederschlagsgebiet, ungefähr 100

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auf 200 Quadratkilometer, eingelagert kräftige Gewitter.

01:43.020 --> 01:45.160
Und diese Gewitter hatten so eine linienhafte Anordnung.

01:45.300 --> 01:48.560
Und diese Linie ist direkt über die Region um Braunsbach gezogen, was

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dafür sorgte, dass lokal eng begrenzte hohe

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Niederschlagsakkumulationen dann aufgetreten sind, um die 200

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Millimeter.

01:55.660 --> 01:59.440
200 Millimeter fällt normalerweise bei uns innerhalb von 3 bis 4

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Monaten.

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Braunsbach zeigte auch, dass Sturzfluten überall möglich sind, wo es

02:04.680 --> 02:05.920
steile Hänge gibt.

02:06.120 --> 02:08.640
Man denkt vielleicht, okay, ich bin jetzt weit entfernt von einem Bach

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oder von einem größeren Fluss und bin da vor Hochwasser geschützt,

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aber das ist tatsächlich nicht der Fall.

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Solche Sturzfluten brauchen natürlich eine Hangneigung, möglichst

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einen engen Taleinschnitt, und dort können solche Ereignisse quasi

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dann letztlich überall auftreten.

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Stefan Fuchs, Karlsruher Institut für Technologie.

