WEBVTT

00:01.300 --> 00:02.400
Ja, schönen guten Morgen.

00:02.520 --> 00:05.520
Sie merken, dass Sie viele Kommilitonen haben, die aktiv sind in den

00:05.520 --> 00:06.100
Hochschulgruppen.

00:07.000 --> 00:10.140
Fast jedes Mal war jetzt jemand da, der irgendeine schöne Aktivität

00:10.140 --> 00:10.920
vorgestellt hat.

00:11.980 --> 00:16.460
Und ja, damit sind wir jetzt beim Beginn der Vorlesung wieder

00:16.460 --> 00:17.680
Grundlagen der Informatik II.

00:19.920 --> 00:26.400
Und wir hatten uns letztes Mal angeschaut, die endlichen Automaten

00:26.400 --> 00:29.840
hatten damit begonnen, beziehungsweise hatten weitergemacht.

00:29.940 --> 00:31.760
Ich hatte Ihnen schon einige Dinge erzählt.

00:32.040 --> 00:36.740
Ich hatte Ihnen letztes Mal den Warenautomaten vorgestellt, dann habe

00:36.740 --> 00:40.260
ich noch weitere Dinge gemacht.

00:40.660 --> 00:42.680
Wir haben den dann genauer uns angeschaut.

00:42.840 --> 00:45.980
Wir haben dann bitzerielle Additionen betrachtet.

00:46.300 --> 00:50.460
Ich habe Ihnen gezeigt, dass ein einfacher PC oder jeder PC, jeder

00:50.460 --> 00:53.700
Rechner im Prinzip zunächst mal ein endlicher Automat ist.

00:53.700 --> 00:56.300
Wir hatten uns dann mit Größenordnung beschäftigt.

00:56.320 --> 01:01.420
Ich habe Ihnen den Muautomaten vorgestellt, bei dem halt die Ausgabe

01:01.420 --> 01:02.640
aus den Zuständen kommt.

01:02.960 --> 01:07.800
Dann haben wir uns die Ampelsteuerung angeschaut und kamen schließlich

01:07.800 --> 01:11.720
zu den Akzeptoren und damit wieder zurück zur Charakterisierung von

01:11.720 --> 01:12.520
Sprachen.

01:13.100 --> 01:16.960
Wir haben gesehen, wir können damit also definieren, wann ein Wort

01:16.960 --> 01:24.180
akzeptiert wird und haben damit dann, nachdem wir die Konfiguration

01:24.180 --> 01:31.080
definiert hatten, auch die Sprache eines Automaten definieren können.

01:31.260 --> 01:33.900
Hier unten steht es nochmal, die Sprache des Automaten.

01:34.280 --> 01:39.040
Die Menge aller Wörter, die wir akzeptieren können, wenn wir vom

01:39.040 --> 01:43.100
Anfangszustand starten und dann eben am Ende in einen Endzustand

01:43.100 --> 01:43.600
geraten.

01:43.700 --> 01:46.320
Das ist ein akzeptiertes Wort und damit haben wir die Sprache

01:46.320 --> 01:46.620
charakterisiert.

01:46.620 --> 01:51.820
Wir hatten dann gesehen, dass man viele Sprachen erkennen kann auf

01:51.820 --> 01:52.940
diese Art und Weise.

01:53.680 --> 01:57.900
Insbesondere habe ich Ihnen hier ein paar Fragen gestellt zu endlichen

01:57.900 --> 01:58.460
Sprachen.

01:58.780 --> 02:00.900
Das ist klar, dass die alle akzeptiert werden können.

02:01.920 --> 02:06.700
Und dann kamen wir zu der Frage bei dieser Sprache A hoch N, B hoch N,

02:07.100 --> 02:11.300
wo ich also genauso viele Bs haben möchte, wie ich vorher As gesehen

02:11.300 --> 02:11.600
habe.

02:11.700 --> 02:15.440
Das heißt, ich muss zählen können und wir sahen schon, das ist

02:15.440 --> 02:15.880
schwierig.

02:15.880 --> 02:22.380
Und wir hatten dann gesehen auf dieser Folie, dass es offensichtlich

02:22.380 --> 02:26.760
so ist, wenn wir eben bei so einem endlichen Automaten eine Folge von

02:26.760 --> 02:30.380
Zuständen haben, die länger ist als die Anzahl der unterschiedlichen

02:30.380 --> 02:33.660
Zustände, dann muss halt mindestens ein Zustand doppelt vorkommen.

02:34.160 --> 02:36.200
Und das führte dann zu diesem Pumping Lemma.

02:37.420 --> 02:41.900
Das heißt, wenn ich ein Wort in der Sprache eines Automaten habe, das

02:41.900 --> 02:45.340
länger ist oder mindestens so lang ist wie die Anzahl der Zustände,

02:46.060 --> 02:49.780
dann muss ja in der Folge der Zustände, die ich erreiche, wenn ich das

02:49.780 --> 02:52.780
Wort eingebe, mindestens ein Zustand doppelt vorkommen.

02:52.900 --> 02:57.240
Und das heißt eben, wir haben dann genau bei einem Wort E1 bis EM ein

02:57.240 --> 03:02.520
solches Anfangsstück E1 bis EJ, das zum Zustand SJ führt, das sei also

03:02.520 --> 03:04.040
der Zustand, der doppelt auftaucht.

03:05.060 --> 03:08.820
Das zweite Vorkommen erreiche ich durch ein weiteres Teilwort Y,

03:08.820 --> 03:10.300
danach kommt ein Teilwort Z.

03:10.800 --> 03:14.020
Und was dann zwischen diesen beiden Vorkommen des gleichen Zustands

03:14.020 --> 03:18.780
passiert, das kann halt beliebig oft wiederholt werden, sodass ich

03:18.780 --> 03:22.680
dann eben diese Aussage habe, dass ich für jedes solche Wort eine

03:22.680 --> 03:27.540
Zerlegung kriege in XYZ, sodass das XY nicht zu lang ist.

03:27.620 --> 03:31.300
Ich brauche nur die ersten N-Zeichen mir anzuschauen, dann muss ich

03:31.300 --> 03:37.500
die kürzeste Folge vorne anzuschauen, bei der ich eine Wiederholung

03:37.500 --> 03:38.040
bekomme.

03:38.040 --> 03:40.900
Ich muss nicht zu weit gucken, das kann ich beschränken durch die

03:40.900 --> 03:41.720
Anzahl der Zustände.

03:42.420 --> 03:46.120
Dann brauche ich mindestens ein Zeichen, um zu dem zweiten Auftauchen

03:46.120 --> 03:47.220
des Zustands zu kommen.

03:47.780 --> 03:51.940
Und ich kann eben diese Folge von Zeichen zwischen den beiden

03:51.940 --> 03:56.280
Auftauchen eines gleichen Zustands, kann ich beliebig oft wiederholen

03:56.280 --> 04:00.040
und ich bin immer noch am Ende in einem Endzustand, akzeptiere also

04:00.040 --> 04:00.540
das Wort.

04:01.120 --> 04:04.800
Das heißt, wir haben hiermit eine Strukturaussage über die Struktur

04:04.800 --> 04:09.100
von Wörtern einer Sprache, die von endlichen Automaten akzeptiert

04:09.100 --> 04:09.680
wird.

04:10.080 --> 04:13.940
Wir haben immer ein solches Stück da drin bei den Wörtern ab einer

04:13.940 --> 04:18.480
gewissen Länge, das ich beliebig häufig wiederholen kann und alle

04:18.480 --> 04:20.100
diese Wörter sind in der Sprache.

04:20.200 --> 04:21.420
Deswegen eben Pumping Lemma.

04:21.800 --> 04:25.600
Ich kann ein solches Stück mittendrin im Wort beliebig oft

04:25.600 --> 04:26.180
wiederholen.

04:26.620 --> 04:28.340
Hochpumpen, deswegen Pumping Lemma.

04:28.340 --> 04:38.420
So, und das machen wir jetzt hier nochmal als Beweis, der hier auf der

04:38.420 --> 04:39.820
Folie auch schon vorbereitet war.

04:39.980 --> 04:45.880
Nochmal also, wir haben dieses Wort aus der Sprache, Länge M, und wir

04:45.880 --> 04:52.740
wissen, da das eine Sprache ist, dass wir von der Anfangskonfiguration

04:52.740 --> 04:57.400
in eine Endkonfiguration kommen, bei der der Zustand in der Menge der

04:57.400 --> 05:01.540
Endzustände ist, deswegen ist es ja ein Wort, das akzeptiert wird.

05:02.340 --> 05:05.460
Und das heißt, wir haben also dann eine solche Zustandsfolge, die

05:05.460 --> 05:10.220
durchlaufen wird, und in dieser Zustandsfolge, die erreichen wir halt,

05:10.320 --> 05:16.500
indem wir hier das E1 eingeben, dann das E2, dann E3 und so weiter,

05:16.640 --> 05:21.840
hier ein EJ, und dann hier, da an der Stelle ist es ein EK, da kommen

05:21.840 --> 05:26.940
wir zu wieder einem neuen Zustand, hier am Ende da ein EN und hier ein

05:26.940 --> 05:27.480
EM.

05:28.240 --> 05:31.620
Das ist also unser Wort und dazwischen sind die ganzen weiteren

05:31.620 --> 05:34.280
Zeichen unseres Wortes.

05:36.200 --> 05:39.300
Und das dient eben nur nochmal dazu, um das zu veranschaulichen, was

05:39.300 --> 05:40.740
ich gerade eben schon mal gesagt habe.

05:41.280 --> 05:44.780
Ich mache das so ausführlich, weil das so eine wichtige erste

05:44.780 --> 05:45.660
Erkenntnis ist.

05:45.660 --> 05:51.420
In dieser Folge, die wir nur betrachten müssen bis hierhin maximal,

05:52.040 --> 05:57.100
wenn wir die ersten Endzeichen eingegeben haben, dann wissen wir, da

05:57.100 --> 06:00.680
muss ein Zustand doppelt vorgekommen sein, weil wir ja N plus 1

06:00.680 --> 06:03.020
Zustände haben, Gamma 0 bis Gamma N.

06:03.900 --> 06:06.760
Das sind N plus 1 Zustände, also taucht ein Zustand doppelt auf.

06:06.920 --> 06:11.880
Das sei ein Zustand, der an den Positionen J und K gerade auftaucht,

06:11.880 --> 06:19.840
deswegen diese Einteilung in dieses erste Wort E1 bis EJ, dann EJ plus

06:19.840 --> 06:24.400
1 bis EK und EK plus 1 bis EM.

06:25.240 --> 06:30.720
Und damit haben wir also X, Y und Z.

06:31.580 --> 06:35.460
Das steht hier drunter, das ist also gerade diese Einteilung.

06:35.460 --> 06:41.760
Und wir wissen, dass wir dann eben diesen Teil Y beliebig oft dort

06:41.760 --> 06:42.780
wiederholen können.

06:42.940 --> 06:50.920
Also nochmal, wir haben hier X, danach das Y und danach ein Wort Z.

06:51.400 --> 06:56.320
Und wir wissen, wir sind am Ende garantiert in einem Zustand, der in

06:56.320 --> 06:57.580
der Endzustandsmenge liegt.

06:57.840 --> 07:01.860
Damit haben wir alle solchen Wörter, die wir damit erreichen können,

07:03.000 --> 07:03.720
akzeptiert.

07:04.720 --> 07:09.280
Also das ist die wesentliche Erkenntnis nochmal, wenn Sie ein

07:09.280 --> 07:12.700
endliches System haben und Sie wollen Eigenschaften eines endlichen

07:12.700 --> 07:17.120
Systems untersuchen, dann nutzen Sie die Eigenschaft aus, dass Sie nur

07:17.120 --> 07:19.360
endlich viele Situationen unterscheiden können.

07:19.880 --> 07:23.300
Also wenn Sie ein Verhalten über einen längeren Zeitraum betrachten,

07:23.860 --> 07:27.600
der länger ist als die Anzahl der unterschiedlichen Situationen, die

07:27.600 --> 07:31.360
Sie betrachten können, muss eine Situation doppelt aufgetreten sein.

07:31.360 --> 07:35.480
Das heißt, alles, was zwischen diesem doppelten Auftreten passiert,

07:35.820 --> 07:37.220
können Sie beliebig oft machen.

07:37.680 --> 07:40.800
Und das heißt, das weitere Verhalten ist nur bestimmt dadurch, was in

07:40.800 --> 07:43.480
diesem vorderen Teil eigentlich schon passiert ist.

07:43.560 --> 07:46.760
Das heißt, Sie können Aussagen machen, indem Sie nur eine begrenzte

07:46.760 --> 07:52.280
Länge von Wörtern untersuchen, der Rest ist damit auch abgedeckt.

07:53.860 --> 07:57.100
Also das ist eine ganz wichtige Erkenntnis und wir werden noch ein

07:57.100 --> 08:01.380
weiteres Pumping Lemma kennenlernen, wenn wir nachher zu den

08:01.380 --> 08:02.820
kontextfreien Sprachen kommen.

08:04.440 --> 08:08.360
Dort wird es eine etwas andere Situation sein, aber im Prinzip ist es

08:08.360 --> 08:09.300
genau das Gleiche.

08:09.840 --> 08:15.400
Und was Sie sich merken müssen, ist wirklich diese Schleifenbildung,

08:15.940 --> 08:20.460
dass Sie eben einen Zustand haben, der halt hier mehrfach vorkommt und

08:20.460 --> 08:23.940
deswegen können Sie eben hier diese Strukturaussage machen.

08:23.940 --> 08:28.620
Okay, hier steht es nochmal, dass Sie dann eben für eine beliebige

08:28.620 --> 08:33.240
Wiederholung dieses Stückes Y immer wieder auf den gleichen Zustand

08:33.240 --> 08:35.940
zurückkommen, sodass wir dann das Wort akzeptieren können.

08:36.560 --> 08:40.200
Das ist das, was wir hier zeigen müssen zum Beweis dieses Lemmas und

08:40.200 --> 08:42.140
damit können wir das jetzt anwenden.

08:42.940 --> 08:46.140
Wir haben verschiedene Sprachen hier betrachtet, ich komme zurück zu

08:46.140 --> 08:50.720
dem Beispiel, wo alle Wörter auf zwei Zeichen enden sollten.

08:50.720 --> 08:54.400
Wir wissen, dass es eine Sprache, die von einem endlichen Automaten

08:54.400 --> 08:55.260
akzeptiert wird.

08:55.340 --> 08:57.800
Wir hatten uns den Automaten dazu aufgemalt.

08:58.680 --> 09:01.560
Also, bei dem Automaten, der hier oben nochmal angedeutet ist, da

09:01.560 --> 09:04.780
haben wir drei Zustände.

09:05.760 --> 09:11.180
Und drei Zustände heißt, wenn wir jetzt genauso vorgehen wollen, wir

09:11.180 --> 09:17.580
schauen also mal, bis wir drei Zeichen eingegeben haben, A, B, A, dann

09:17.580 --> 09:20.320
muss ja mindestens ein Zustand doppelt aufgetaucht sein.

09:20.400 --> 09:23.400
Wir sehen, wir haben sogar einen Zustand, der dreimal auftaucht,

09:23.480 --> 09:24.140
nämlich S0.

09:25.160 --> 09:28.060
Wir haben also mehrere Möglichkeiten, solche Aufteilungen zu machen.

09:28.980 --> 09:32.940
Wir wissen, es muss hier so eine Zerlegung geben, also ein X und ein

09:32.940 --> 09:35.120
Y, das können wir hier mehrere Sachen machen.

09:35.600 --> 09:39.120
Wir können also sagen, das X könnte in diesem Fall das leere Wort

09:39.120 --> 09:43.520
sein, denn wir haben ja hier bereits der Zustand S0 taucht doppelt

09:43.520 --> 09:43.840
auf.

09:43.840 --> 09:48.680
Also wäre dieser Teil zwischen dem ersten und zweiten Auftauchen von

09:48.680 --> 09:55.660
S0, wäre der Teil Y, der Teil X muss davor sein, deswegen wäre das das

09:55.660 --> 10:00.820
Lambda, das leere Wort, das Y wäre das A und das, was dahinter kommt,

10:00.940 --> 10:04.700
ist dann Z, also B, A, A, B, B, B, der ganze Rest.

10:05.560 --> 10:09.420
Ich könnte auch anders aufteilen, ich könnte, wenn also X Lambda ist,

10:09.460 --> 10:13.040
ich könnte auch sagen, das S0 taucht ja hier auch nochmal auf.

10:13.040 --> 10:17.680
Ich könnte also auch sagen, ich nehme einfach das Wort A, B, A hier,

10:17.780 --> 10:23.040
das könnte ich hier nehmen als Y und Z wäre dann A, B, B, B.

10:24.100 --> 10:25.340
Es gibt noch eine Möglichkeit.

10:26.120 --> 10:29.460
Ich könnte sagen, ich radiere das hier mal wieder weg, was ich gerade

10:29.460 --> 10:33.060
gemacht habe, das kann ich ja so mal das hier wegnehmen.

10:33.740 --> 10:36.300
Ich könnte noch anders aufteilen, das steht hier gar nicht auf der

10:36.300 --> 10:37.880
Folie, aber kann man natürlich auch machen.

10:37.880 --> 10:42.300
Ich könnte natürlich auch sagen, naja, hier taucht das S0 doppelt auf,

10:42.780 --> 10:46.460
also könnte ich auch sagen, das könnte ich auch so aufteilen, dass das

10:46.460 --> 10:51.120
hier X ist, das Y und dann hier hinten das Z.

10:51.800 --> 10:54.800
Also es ist keineswegs so, dass diese Aufteilung eindeutig ist.

10:55.960 --> 10:58.660
Es gibt hier, wie Sie an diesem Beispiel sehen, da gibt es mehrere

10:58.660 --> 11:01.920
Möglichkeiten, eine solche Aufteilung zu machen, aber Sie brauchen

11:01.920 --> 11:10.380
nicht weiterzuschauen bis zu dem Wort, das aus drei Zeichen besteht,

11:10.460 --> 11:11.900
weil wir drei Zustände haben.

11:12.280 --> 11:15.280
Wenn Sie drei Zeichen eingelesen haben, wissen Sie, mindestens ein

11:15.280 --> 11:17.660
Zustand muss doppelt aufgetaucht sein.

11:17.860 --> 11:19.280
Genau das sehen Sie hier in diesem Beispiel.

11:19.480 --> 11:23.380
Also es gibt viele Möglichkeiten, eine solche Aufteilung zu machen und

11:23.380 --> 11:27.760
egal, wie Sie die Aufteilung machen, Sie wissen, wenn Sie das Y, in

11:27.760 --> 11:32.600
dem Fall das A, in dem Fall das ABA oder auch nur das BA, wenn Sie das

11:32.600 --> 11:35.940
beliebig oft reinschreiben, alle diese Wörter sind garantiert in der

11:35.940 --> 11:36.500
Sprache drin.

11:38.420 --> 11:42.820
Und damit haben wir also das einmal gesehen, wie das tatsächlich

11:42.820 --> 11:43.400
aussieht.

11:43.960 --> 11:46.380
Und jetzt schreibe ich Ihnen eine Folgerung auf und ich schreibe

11:46.380 --> 11:49.520
gleich zum Vergleich nochmal das Pumping Lemma unten drunter.

11:50.820 --> 11:54.120
Und ich schreibe, ich fange jetzt an, das Pumping Lemma nochmal Ihnen

11:54.120 --> 11:55.560
darzulegen.

11:56.700 --> 11:59.460
Und zwar ist es so, hier steht, ist L die Sprache eines endlichen

11:59.460 --> 12:02.180
Automaten, dann gilt irgendwas.

12:02.900 --> 12:08.900
Wir haben also eine Aussage A, Groß A, das sei mal diese Aussage, L

12:08.900 --> 12:13.120
ist die Sprache eines endlichen Automaten, das sei die Aussage A.

12:13.560 --> 12:15.660
Und dann gilt irgendwas anderes.

12:16.340 --> 12:17.980
Und das ist die Aussage B.

12:18.800 --> 12:20.640
Wir sagen, aus A folgt B.

12:22.460 --> 12:25.140
So, einfache Folgerung.

12:26.780 --> 12:27.940
Was ist die Aussage B?

12:28.480 --> 12:33.240
Es gibt ein N aus N, sodass es für jedes Wort W aus L mit Betracht von

12:33.240 --> 12:37.540
W größer gleich N eine Zerlegung W gleich XYZ gibt, für die gilt 1, 2,

12:37.600 --> 12:37.800
3.

12:39.360 --> 12:45.560
Sie wissen, jede Aussage A folgt B kann man äquivalent aufschreiben

12:45.560 --> 12:51.340
als nicht B folgt nicht A.

12:51.660 --> 12:55.460
Das ist logisch die gleiche Aussage, die äquivalente Aussage, die

12:55.460 --> 12:58.100
Kontraposition der gleichen Aussage.

12:58.200 --> 13:02.240
Wenn A folgt B gilt, dann gilt auch nicht B folgt A, einfache

13:02.240 --> 13:02.960
Kontraposition.

13:03.580 --> 13:05.420
Und genau das steht hier oben in der Folgerung.

13:06.420 --> 13:07.820
Das ist die gleiche Aussage.

13:08.640 --> 13:10.800
Was ist nicht B?

13:11.880 --> 13:14.120
Wir haben also eine beliebige Sprache gegeben.

13:15.620 --> 13:21.480
Und nicht B muss, also hier steht, es gibt ein N, sodass für jedes

13:21.480 --> 13:27.280
Wort, wenn wir das negieren, muss da also stehen, für jedes N, bei der

13:27.280 --> 13:33.080
Negation wird aus dem Existenzquantor ein Alquantor, also für jedes N,

13:33.940 --> 13:35.300
gibt es ein Wort.

13:36.080 --> 13:39.280
Hier unten stand, es gibt.

13:40.880 --> 13:46.120
Und da steht, für alle, mit irgendeiner Eigenschaft.

13:46.600 --> 13:52.320
Und hier oben steht, für alle, für jedes N, gibt es ein Wort.

13:52.700 --> 13:54.020
Das ist eine einfache Negation.

13:55.940 --> 14:00.280
Gibt es ein Wort, sodass es für jede Zerlegung, X, Y, Z, hier unten

14:00.280 --> 14:05.840
stand, es gibt eine Zerlegung, also nochmal ein Existenzquantor hier

14:05.840 --> 14:06.180
unten.

14:07.180 --> 14:09.680
Und da steht jetzt, für jede, da steht also der Alquantor.

14:11.320 --> 14:12.400
Das ist genau die Negation.

14:12.900 --> 14:17.620
Für jede Zerlegung gibt es ein I aus N.

14:18.380 --> 14:20.400
Da steht, für alle I aus N.

14:20.400 --> 14:22.840
Hier steht, es gibt ein I aus N.

14:22.900 --> 14:28.940
Für jede Zerlegung, für jede Zerlegung mit diesen Eigenschaften, X, Y

14:28.940 --> 14:33.180
kleiner gleich N und Betrag von Y größer gleich 1, gibt es ein I aus

14:33.180 --> 14:39.060
N0, sodass X, Y, Y hoch I, Z nicht aus L ist.

14:39.580 --> 14:41.560
Da stand, es ist aus L von A.

14:43.140 --> 14:45.160
Also, das ist nicht B.

14:47.900 --> 14:50.880
Dann ist L nicht Sprache eines endlichen Automaten.

14:51.120 --> 14:52.000
Das ist nicht A.

14:53.220 --> 14:56.000
Hier unten stand, ist L die Sprache eines endlichen Automaten?

14:56.440 --> 14:58.020
Hier oben steht jetzt, nicht A.

14:59.120 --> 15:01.540
L ist nicht Sprache eines endlichen Automaten.

15:02.160 --> 15:04.140
Also, was hier oben steht als Folgerung, ist eine einfache

15:04.140 --> 15:06.540
Kontraposition der Aussage des Pumping Lemmas.

15:06.940 --> 15:08.120
Und warum mache ich das?

15:08.120 --> 15:13.620
Weil wir in dieser Folgerung jetzt sehen, wie wir dieses Pumping Lemma

15:13.620 --> 15:17.560
einsetzen können, um uns zu helfen bei der Charakterisierung von

15:17.560 --> 15:18.080
Sprache.

15:18.660 --> 15:23.040
Das Problem ist nämlich, ich kann mit dem Pumping Lemma nicht sagen,

15:24.180 --> 15:27.940
wenn eine Sprache diese Eigenschaft hat, dann wird sie von einem

15:27.940 --> 15:29.300
endlichen Automaten akzeptiert.

15:29.400 --> 15:32.520
Hier steht nur, wenn sie von einem endlichen Automaten akzeptiert

15:32.520 --> 15:37.700
wird, dann hat sie diese Eigenschaft, dass ich immer so eine Zerlegung

15:37.700 --> 15:42.340
finde, bei den Wörtern, die akzeptiert werden, sodass ich eine

15:42.340 --> 15:44.740
Pumpstelle finden kann, die ich beliebig oft hochpumpen kann.

15:45.240 --> 15:47.820
Das ist nur eine notwendige Aussage.

15:48.940 --> 15:50.820
Also eine notwendige Folgerung.

15:50.940 --> 15:52.420
Das ist nicht eine hinreichende.

15:53.380 --> 15:58.400
Und das heißt, wir können das also so einsetzen, dass wir feststellen,

15:58.520 --> 16:06.400
bei bestimmten Sprachen gilt nicht B, also gilt für diese Sprachen

16:06.400 --> 16:07.060
nicht A.

16:08.460 --> 16:11.300
Das heißt, sie sind nicht akzeptiert vom endlichen Automaten.

16:12.820 --> 16:14.780
Und so werden wir das Pumping Lemma einsetzen.

16:15.300 --> 16:19.600
Für gewisse Sprachen zu zeigen, diese Sprachen können auf keinen Fall

16:19.600 --> 16:22.160
von einem endlichen Automaten akzeptiert werden.

16:22.600 --> 16:25.540
Das war ja das, was wir eigentlich herausfinden wollten, als ich Ihnen

16:25.540 --> 16:28.680
das Beispiel gezeigt habe von der Sprache A auch N, B auch N.

16:28.980 --> 16:31.860
Da war die Vermutung, irgendwie reicht die Eigenschaft der endlichen

16:31.860 --> 16:32.900
Automaten nicht aus.

16:32.960 --> 16:34.200
Wir können nicht wirklich zählen.

16:34.960 --> 16:37.940
Und wir vermuten, wir können keinen endlichen Automaten finden, der

16:37.940 --> 16:39.920
diese Sprache A auch N, B auch N akzeptiert.

16:40.780 --> 16:46.380
Wenn wir also zeigen können, dass dieses nicht B gilt für die Sprache

16:46.380 --> 16:50.620
A auch N, B auch N, dann haben wir bewiesen, dass diese Sprache nicht

16:50.620 --> 16:52.600
vom endlichen Automaten akzeptiert werden kann.

16:52.700 --> 16:53.700
So setzen wir das ein.

16:53.700 --> 16:56.040
Und genau das machen wir auf der nächsten Folie.

16:57.860 --> 17:01.880
Also, Sprache, hier noch A hoch I, B hoch I genannt jetzt, die

17:01.880 --> 17:02.760
betrachte ich jetzt.

17:03.480 --> 17:11.580
Ich nehme ein beliebiges N aus N und betrachte ein Wort, W, das in der

17:11.580 --> 17:12.460
Sprache ist.

17:13.700 --> 17:17.780
A hoch N, B hoch N ist in der Sprache, also das N ist beliebig.

17:17.780 --> 17:23.540
A hoch N, B hoch N ist ein Wort, das länger ist als dieses N.

17:24.620 --> 17:31.540
Also, es gibt ein Wort, ich suche mir ein Wort, das die ausreichend

17:31.540 --> 17:34.540
Länge hat und betrachte eine beliebige Aufteilung.

17:34.580 --> 17:38.640
Ich muss jetzt für beliebige Aufteilungen zeigen, dass ich dann eine

17:38.640 --> 17:41.740
Potenz finde von so einem Y, sodass das Wort nicht drin ist.

17:41.740 --> 17:45.940
Also, ich betrachte eine beliebige Aufteilung mit diesen beiden

17:45.940 --> 17:53.000
Eigenschaften, dass das Anfangsstück XY kürzer ist oder maximal die

17:53.000 --> 17:56.940
Länge N hat und das Stück Y nicht leer ist.

17:58.480 --> 18:02.100
Also, A hoch N, B hoch N heißt doch, ich habe hier ein solches Wort,

18:03.360 --> 18:04.340
das ist mein Wort.

18:04.340 --> 18:11.340
Hier stehen nur A's und da stehen nur B's.

18:14.100 --> 18:19.500
Na gut, jetzt sage ich, ich habe hier das XY ist kleiner gleich N.

18:20.720 --> 18:31.380
Das heißt, XY sind irgendwo kürzer, also maximal so lang, wie ich hier

18:31.380 --> 18:32.600
vorne A's stehen habe.

18:33.460 --> 18:40.700
Und das heißt doch, XY muss ein Wort sein, das nur aus A's besteht.

18:43.040 --> 18:47.980
Ich brauche ja nur ein Anfangsstück zu betrachten, das maximal die

18:47.980 --> 18:50.540
Länge N hat für dieses Wort.

18:51.220 --> 18:54.900
Irgendeine beliebige Aufteilung, aber so, dass dieses Anfangsstück XY

18:54.900 --> 18:57.060
kleiner gleich N ist in der Länge.

18:57.060 --> 18:59.020
Das heißt, da sind nur A's drin.

18:59.620 --> 19:06.400
Und wenn ich jetzt das Y mehrfach reinschreibe oder auch gar nicht

19:06.400 --> 19:13.740
reinschreibe, dann ist, also das Z ist natürlich hier der Rest, das

19:13.740 --> 19:14.200
ist Z.

19:15.880 --> 19:20.440
Dann weiß ich natürlich, wenn ich jetzt XY hoch 0Z betrachte, ich

19:20.440 --> 19:26.060
streiche einfach dieses Y raus, dann müsste es ja eigentlich drin

19:26.060 --> 19:26.320
sein.

19:26.400 --> 19:31.880
Hier in diesem Fall sehe ich, aha, das XZ enthält weniger A's als B's.

19:32.860 --> 19:37.420
Das ist A hoch N minus J gefolgt von B hoch N.

19:38.160 --> 19:40.200
Das ist nicht in L, nicht in der Sprache.

19:41.940 --> 19:49.940
Also folgt daraus nach unserer gerade gezeigten Folgerung, dass dann

19:49.940 --> 19:54.800
diese Sprache nicht von einem endlichen Automaten akzeptiert werden

19:54.800 --> 19:55.060
kann.

19:55.400 --> 20:00.980
Wir haben gezeigt, wir nehmen ein beliebiges N her, ein Wort, das

20:00.980 --> 20:05.280
mindestens diese Länge hat, konnten eine beliebige Aufteilung nehmen

20:05.280 --> 20:10.940
mit den Eigenschaften XY kleiner gleich N und Y ist nicht leer, und

20:10.940 --> 20:13.840
konnten dann zeigen, dann gibt es eine Potenz, es gibt sogar viele

20:13.840 --> 20:20.820
Potenzen, aber mindestens eine Potenz von dem Y, sodass das XY hoch IZ

20:20.820 --> 20:22.940
dann nicht in der Sprache ist.

20:23.200 --> 20:26.240
Also kann das keine Sprache sein, die von einem endlichen Automaten

20:26.240 --> 20:26.980
akzeptiert wird.

20:28.640 --> 20:34.920
Und da steht es nochmal hier fettgedruckt, so können wir das Lemma

20:34.920 --> 20:35.500
einsetzen.

20:36.740 --> 20:40.700
Das ist also eine ganz einfache Art, das werden Sie mehrfach machen

20:40.700 --> 20:43.720
für eine ganze Reihe von Sprachen in den Übungen.

20:44.700 --> 20:46.500
Das ist die Art, wie wir es einsetzen.

20:46.600 --> 20:50.500
Wir wollen für Sprachen zeigen können, dass sie nicht von einem

20:50.500 --> 20:54.380
endlichen Automaten akzeptiert werden, oder genauso können Sie es eben

20:54.380 --> 20:57.760
für andere Systeme machen, für die Sie ähnliche Strukturen zeigen, Sie

20:57.760 --> 21:01.180
können das dann so einsetzen, dass Sie zeigen können, gewisse

21:01.180 --> 21:05.560
Strukturen können nicht von dem System tatsächlich beschrieben werden.

21:07.960 --> 21:12.820
Folgerung zwei ist natürlich, es gibt mindestens eine Sprache, die ich

21:12.820 --> 21:16.340
nicht mit einem endlichen Automaten akzeptieren kann, also ist die

21:16.340 --> 21:21.240
Menge der von einem endlichen Automaten akzeptierten Sprachen eine

21:21.240 --> 21:23.380
Teilmenge der Menge aller Sprachen.

21:24.040 --> 21:28.600
Weiteres Beispiel, ich könnte also A hoch I Quadrat nehmen,

21:28.880 --> 21:32.000
irgendwelche Quadratzahlen als Potenz.

21:33.360 --> 21:36.940
Man kann sich leicht überlegen, dass wenn Sie nur Quadratzahlen als

21:36.940 --> 21:39.240
Potenzen haben, also hier eine Sprache, die sieht ja eigentlich ganz

21:39.240 --> 21:43.920
einfach aus, Sie haben nur einen Buchstaben da drin, aber dieses

21:43.920 --> 21:51.320
Pumpen hat was mit Linearität zu tun, hier haben Sie ein quadratisches

21:51.320 --> 21:53.500
Verhalten, funktioniert natürlich auch nicht.

21:53.560 --> 21:59.360
Eine andere Sprache, die haben wir im Buch übrigens mehrfach drin, das

21:59.360 --> 22:04.120
wäre die Sprache A hoch P und P Primzahl.

22:07.890 --> 22:10.490
Nur um die nochmal der Vollständigkeit halber hier aufzuschreiben.

22:10.490 --> 22:13.950
Wäre also auch so eine Sprache, von der Sie zeigen können, können Sie

22:13.950 --> 22:20.530
sich leicht überlegen, mit dem Pumping Lemma, warum eben dann auch

22:20.530 --> 22:26.550
hier diese Eigenschaft gezeigt werden kann, dass es eben keinen

22:26.550 --> 22:30.330
Automaten geben kann, der diese Sprache akzeptiert.

22:31.510 --> 22:32.710
Ist das eine Frage?

22:33.490 --> 22:38.470
Naja, es gibt einige interessante Ereignisse, die manchmal einen auch

22:38.470 --> 22:41.050
bewegen, aber heute nicht unbedingt.

22:44.870 --> 22:49.550
Also, es ist immer schon schlecht, wenn man so von Underdogs besiegt

22:49.550 --> 22:49.790
wird.

22:49.790 --> 22:57.970
Okay, das zu diesen Sprachen, also eine wichtige Erkenntnis.

22:58.650 --> 23:04.210
Und damit kommen wir, dass es nicht sprachähnlich mit Automaten ist,

23:04.410 --> 23:05.670
können Sie sich in den Übungen nochmal anschauen.

23:05.770 --> 23:07.830
Sie werden viele Sprachen in den Übungen anschauen.

23:08.370 --> 23:12.790
Das ist etwas, was auf jeden Fall auch an mehreren Stellen Ihnen

23:12.790 --> 23:17.430
nochmal begegnen wird, wenn Sie danach gefragt werden, ob Sie etwas

23:17.430 --> 23:19.190
gelernt haben in dieser Vorlesung.

23:20.010 --> 23:22.670
Ja, das ist also eine wichtige Erkenntnis.

23:23.930 --> 23:27.410
Und dann kommt das Nächste, was Ihnen auch öfter begegnen wird, was

23:27.410 --> 23:30.030
auch eine wichtige Aufgabe ist für Wirtschaftsingenieure.

23:30.450 --> 23:34.150
Ein Wirtschaftsingenieur versucht immer, Systeme möglichst

23:34.150 --> 23:35.630
kostengünstig zu bauen.

23:37.030 --> 23:40.150
Und die Frage ist, wenn ich also jetzt einen Automaten bauen soll, der

23:40.150 --> 23:44.310
eine Sprache akzeptiert, oder einen Automaten für irgendein anderes

23:44.310 --> 23:47.850
System, wie kann ich den denn möglichst kostengünstig bauen?

23:47.850 --> 23:50.630
Also alles, was ich nicht brauche, werfe ich raus.

23:50.970 --> 23:53.270
Aber woher weiß ich, was ich nicht brauche?

23:54.830 --> 23:57.110
Und das wollen wir jetzt genauer anschauen.

23:57.250 --> 23:59.990
Also die Äquivalenz und Minimierung endlicher Automaten betrachten.

24:01.450 --> 24:06.830
Also die Frage ist, gibt es einen Automaten, zu einem vorgegebenen

24:06.830 --> 24:10.850
Automaten, der dieselbe Sprache akzeptiert und mit weniger Zuständen

24:10.850 --> 24:11.270
auskommt?

24:11.350 --> 24:12.150
Warum ist das wichtig?

24:12.930 --> 24:15.010
Sie wollen ja solche Systeme bauen.

24:15.010 --> 24:18.710
Und für jede Situation, die Sie unterscheiden müssen, brauchen Sie

24:18.710 --> 24:21.650
irgendeine Möglichkeit, das im Rechner darzustellen.

24:22.170 --> 24:24.390
Wenn Sie es also mit Software machen, brauchen Sie dafür entsprechend

24:24.390 --> 24:28.930
Variablen mit einem gewissen Wertebereich.

24:29.330 --> 24:32.910
Oder wenn Sie einen Automaten in Hardware bauen, dann brauchen Sie

24:32.910 --> 24:36.250
dafür entsprechend Speicherelemente, die diese unterschiedlichen

24:36.250 --> 24:37.810
Zustände alle darstellen können.

24:38.010 --> 24:41.590
Das sind Kosten, reale Kosten in der Realisierung von Automaten.

24:42.610 --> 24:46.290
Und dann fragt man sich, kann ich sogar von gewissen Automaten zeigen,

24:46.770 --> 24:49.710
dass sie bestmöglich sind, dass es nicht besser geht.

24:50.390 --> 24:54.630
Das möchte ich natürlich am liebsten haben, dass mir nicht mein Chef

24:54.630 --> 24:59.310
sagt, hier der Automaten muss aber nochmal um die Hälfte reduziert

24:59.310 --> 24:59.730
werden.

25:00.410 --> 25:03.190
Und Sie können ihm sagen, das geht nicht, der ist bereits

25:03.190 --> 25:04.910
kleinstmöglich.

25:05.330 --> 25:06.650
Das wollen Sie nachweisen können.

25:06.950 --> 25:09.690
Und das können Sie mit gewissen Verfahren, die Sie gleich kennenlernen

25:09.690 --> 25:09.950
werden.

25:09.950 --> 25:13.250
Dann ist die Frage in diesem Fall, ist der eindeutig bestimmt?

25:14.270 --> 25:17.210
Und das ist tatsächlich der Fall.

25:17.310 --> 25:22.150
Man kann also bis auf Isomorphie, bis auf Umbenennung der Zustände,

25:22.550 --> 25:26.990
können Sie eindeutig einen sogenannten minimalen oder auch reduzierten

25:26.990 --> 25:29.370
Automaten konstruieren.

25:29.530 --> 25:31.650
Und das Verfahren dafür ist relativ einfach.

25:32.210 --> 25:34.650
Hier steht also, gibt es ein effektives, abbrechendes Verfahren.

25:34.650 --> 25:38.370
Und das hatte ich schon angedeutet, bei solchen endlichen Systemen

25:38.370 --> 25:40.950
braucht man eigentlich nur Anfangsstücke zu betrachten.

25:41.470 --> 25:44.790
Und Sie werden sehen, dass eigentlich die Eigenschaft, die man

25:44.790 --> 25:49.990
betrachtet, eine Aussage ist über alle Wörter, die ein solcher Automat

25:49.990 --> 25:50.530
akzeptiert.

25:50.590 --> 25:54.110
Sie müssen zeigen, dass alle Wörter, die ein Automat akzeptiert, auch

25:54.110 --> 25:56.450
von einem anderen Automaten akzeptiert werden können.

25:56.450 --> 25:59.990
Das ist eine Aussage über unendlich viele Wörter und trotzdem können

25:59.990 --> 26:03.090
Sie sich auf die Betrachtung endlich vieler Situationen beschränken,

26:03.430 --> 26:08.390
um tatsächlich festzustellen, welche Zustände überflüssig sind.

26:09.390 --> 26:12.430
Also zunächst mal, wann nennen wir Automaten äquivalent?

26:13.290 --> 26:14.990
Das ist naheliegend, das so zu machen.

26:15.250 --> 26:19.230
Wir haben zwei endliche Automaten mit demselben Eingabealphabet und

26:19.230 --> 26:24.450
die nennen wir äquivalent, wenn die beiden Automaten die gleiche

26:24.450 --> 26:30.170
Sprache enthalten oder die gleiche Sprache charakterisieren.

26:30.470 --> 26:34.070
L von A1 ist L von A2, dann sind sie äquivalent.

26:35.050 --> 26:36.810
Das ist naheliegend, das so zu machen.

26:37.130 --> 26:40.450
Ist eine Äquivalenzrelation, ist natürlich reflexiv, ist transitiv,

26:41.250 --> 26:47.470
symmetrisch, kann man sofort einsehen, dass das der Fall ist, dann

26:47.470 --> 26:48.970
sind Automaten äquivalent.

26:51.290 --> 26:53.330
Also ist eine Äquivalenzrelation.

26:54.210 --> 26:58.050
Und jetzt schauen wir, wie wir also unsere Automaten kleiner machen

26:58.050 --> 26:58.390
können.

26:58.730 --> 27:02.050
Das erste ist, dass wir uns überlegen, wir brauchen natürlich nur

27:02.050 --> 27:03.510
solche Zustände zu betrachten.

27:03.610 --> 27:05.170
Also schauen Sie sich mal hier einen Automaten an.

27:05.570 --> 27:06.730
Ich male hier mal einen auf.

27:06.850 --> 27:13.710
Der hat hier also irgendwelche schönen Zustände, die man erreichen

27:13.710 --> 27:14.170
kann.

27:14.730 --> 27:18.030
Und hier haben wir noch einen Zustand, von dem wir da und da

27:18.030 --> 27:18.530
hinkommen.

27:18.770 --> 27:22.970
Und das ist meinetwegen ein Endzustand und hier vielleicht noch

27:22.970 --> 27:25.230
irgendein Endzustand und sowas.

27:26.250 --> 27:31.210
Und jetzt überlegt man sich, ist das eigentlich sinnvoll, den

27:31.210 --> 27:32.630
Automaten so zu betrachten?

27:33.890 --> 27:38.490
Was war denn das Wesentliche, um festzustellen, dass ein Wort von

27:38.490 --> 27:40.290
einem Automaten akzeptiert wird?

27:40.290 --> 27:47.410
Das Wesentliche ist doch, kann ich bei Eingabe dieses Wortes in den

27:47.410 --> 27:52.170
Automaten, der sich im Anfangszustand befindet, sukzessive durch

27:52.170 --> 27:56.330
Einlesen der einzelnen Zeichen des Wortes zu einem Zustand kommen, am

27:56.330 --> 27:58.390
Ende, der ein Endzustand ist.

27:59.110 --> 28:03.230
Das heißt, ich starte immer hier, bei diesem Anfangszustand, der mit

28:03.230 --> 28:04.850
diesem Pfeil gekennzeichnet ist.

28:06.730 --> 28:09.610
Das heißt, ich brauche eigentlich nur die Zustände zu betrachten, die

28:09.610 --> 28:11.590
ich von diesem Anfangszustand aus erreiche.

28:12.250 --> 28:16.570
Also diesen Zustand hier, den kann ich getrost wegstreichen.

28:17.290 --> 28:18.930
Den kann ich ja gar nicht erreichen.

28:19.570 --> 28:23.830
Genauso diesen Zustand kann ich auch nicht erreichen, von dem

28:23.830 --> 28:25.070
Anfangszustand aus.

28:25.370 --> 28:26.490
Die brauche ich gar nicht.

28:27.030 --> 28:30.830
Wenn ich die beiden wegstreiche, ändert sich das

28:30.830 --> 28:33.630
Akzeptierungsverhalten meines Automaten nicht.

28:33.630 --> 28:35.750
Und nur das interessiert mich.

28:37.070 --> 28:39.070
Das ist ja für die Äquivalenz von Automaten relevant.

28:39.890 --> 28:43.910
Also, wenn ich einen Automaten finden möchte, der die gleiche Sprache

28:43.910 --> 28:47.170
akzeptiert, streiche ich erstmal alles raus, was ich nicht erreichen

28:47.170 --> 28:47.570
kann.

28:48.810 --> 28:52.630
Dann habe ich einen Automaten, den wir vereinfachten Automaten nennen,

28:53.210 --> 28:57.250
bei dem alles rausgestrichen ist, was nicht erreichbar ist, vom

28:57.250 --> 28:58.450
Anfangszustand aus.

28:59.170 --> 29:03.310
Und wir können natürlich auch die Endzustände rausschmeißen, die nicht

29:03.310 --> 29:04.950
vom Anfangszustand aus erreichbar sind.

29:05.010 --> 29:06.650
Das hatte ich hier dargestellt.

29:07.410 --> 29:11.970
Und damit haben wir dann einen Automaten, der vereinfacht ist und eben

29:11.970 --> 29:15.910
nur noch das enthält, was relevant ist für das Betrachten der

29:15.910 --> 29:17.270
Äquivalenz von Automaten.

29:17.630 --> 29:20.950
Nämlich nur das, was ich vom Anfangszustand aus erreichen kann und

29:20.950 --> 29:22.410
alles andere ist weg.

29:23.810 --> 29:28.950
Und der Automat selbst heißt also vereinfacht, falls er bereits gleich

29:28.950 --> 29:33.090
dem vereinfachten Automaten ist, wenn also alle Zustände erreichbar

29:33.090 --> 29:33.390
sind.

29:33.550 --> 29:34.550
Das ist der erste Schritt.

29:35.570 --> 29:38.470
Das ist noch ganz einfach, das alles rauszuwerfen.

29:38.870 --> 29:45.710
Und jetzt müssen wir betrachten, sind irgendwelche Zustände in dem

29:45.710 --> 29:56.530
Sinne unnötig, dass egal, von welchem Zustand ich starte, ich immer

29:56.530 --> 29:59.370
auf die gleiche Situation komme.

30:00.130 --> 30:01.370
Das schauen wir uns gleich an.

30:02.930 --> 30:06.610
Das ist erstmal die Betrachtung hier mit dem vereinfachten Automaten.

30:11.230 --> 30:16.290
Wenn wir den vereinfachten Automaten aus Strich betrachten, dass dann

30:16.290 --> 30:20.230
natürlich das S0 erreichbar ist und das A und A' äquivalent sind.

30:20.570 --> 30:22.530
Ich glaube, das ist eine Aussage, die brauchen wir nicht extra zu

30:22.530 --> 30:22.950
beweisen.

30:23.550 --> 30:26.430
Das ist offensichtlich, der Beweis steht ja sogar nochmal drin.

30:27.030 --> 30:28.550
Dass S0 erreichbar ist, ist klar.

30:28.630 --> 30:33.210
Die Definition war, dass es ein Wort gibt, sodass ich vom

30:33.210 --> 30:35.730
Anfangszustand aus diesen Zustand erreichen kann.

30:36.370 --> 30:39.530
Es gibt ein Wort, sodass ich vom Anfangszustand aus den Anfangszustand

30:39.530 --> 30:41.410
erreichen kann, nämlich das leere Wort.

30:42.470 --> 30:47.910
Und das andere, dass die äquivalent sind, ist eben klar, weil nicht

30:47.910 --> 30:51.990
erreichbare Zustände nicht für das Akzeptieren benötigt werden.

30:52.390 --> 30:54.190
Also sind die äquivalent.

30:54.950 --> 30:58.210
Und jetzt haben wir uns zunächst einmal mit der Äquivalenz von

30:58.210 --> 31:00.010
Automaten ganz kurz beschäftigt.

31:00.270 --> 31:03.430
Der vereinfachte und der Originalautomat sind äquivalent.

31:03.990 --> 31:07.150
Und jetzt wollen wir die Äquivalenz von Zuständen betrachten.

31:07.770 --> 31:13.170
Wir haben also zwei Zustände, betrachten zwei Zustände und betrachten

31:13.170 --> 31:21.170
ein Wort, das uns irgendwie zu, oder irgendwelche Wörter, die uns

31:21.170 --> 31:23.730
irgendwie zu einem Folgezustand führen.

31:24.570 --> 31:28.450
Hier meinetwegen im Automaten A und da im Automaten A'.

31:29.390 --> 31:32.190
Wir starten in irgendeinem Zustand.

31:33.110 --> 31:34.490
Das hier ist also S.

31:35.330 --> 31:36.750
Das hier ist S'.

31:38.130 --> 31:43.290
Und wenn jetzt für jedes Wort folgendes gilt.

31:48.170 --> 31:51.650
Hier steht jetzt nicht für jedes Wort, sondern zunächst mal für jedes

31:51.650 --> 31:53.350
Wort bis zu einer gewissen Länge K.

31:54.350 --> 31:56.650
Also wie habe maximal K Zeichen.

31:56.650 --> 32:02.630
Wenn das für jedes solche Wort der Länge maximal K zu Zuständen führt,

32:03.210 --> 32:12.170
die entweder beide Endzustände sind oder beide keine Endzustände, dann

32:12.170 --> 32:16.210
kann ich ja deren Verhalten in Bezug auf das Akzeptieren von Wörtern

32:16.210 --> 32:17.730
nicht unterscheiden.

32:17.730 --> 32:22.890
Weil egal, in welchem ich starte, für dieses Wort, das ich hier

32:22.890 --> 32:26.070
betrachte, oder in dem Fall für alle Wörter bis zur Länge kleiner

32:26.070 --> 32:31.710
gleich K, werden entweder Akzeptierungsentscheidungen getroffen,

32:31.970 --> 32:34.770
positive, oder in beiden Fällen negative.

32:35.910 --> 32:40.450
Das heißt, ich kann die beiden nicht unterscheiden bei Wörtern bis zur

32:40.450 --> 32:40.990
Länge K.

32:41.110 --> 32:43.750
Da nennen wir die Zustände K-Äquivalent.

32:43.750 --> 32:47.890
Und wenn das für beliebige Wörter gilt, beliebiger Länge, dann nennen

32:47.890 --> 32:48.890
wir sie Äquivalent.

32:49.190 --> 32:53.430
Wenn also für alle K die Zustände K-Äquivalent sind.

32:53.530 --> 33:00.250
Das heißt, für beliebige Wörter ist das Verhalten des Automaten in

33:00.250 --> 33:03.390
Bezug auf das, was mich nach außen interessiert, nämlich das

33:03.390 --> 33:06.250
Akzeptierungsverhalten, nicht unterscheidbar.

33:07.130 --> 33:08.370
Dann sind sie Äquivalent.

33:09.250 --> 33:13.430
Das heißt, ob ich den einen oder anderen nehme, interessiert mich

33:13.430 --> 33:13.710
nicht.

33:14.370 --> 33:17.650
Und jetzt betrachte ich das Ganze nicht in zwei verschiedenen

33:17.650 --> 33:22.290
Automaten, sondern innerhalb eines Automaten, schaue ich mir zwei

33:22.290 --> 33:26.130
Zustände innerhalb eines Automaten an und schaue mir an, was bei

33:26.130 --> 33:31.030
diesen Wörtern passiert, bis zur Länge K oder auch dann beliebiger

33:31.030 --> 33:31.330
Länge.

33:31.330 --> 33:37.010
Und wenn ich von denen aus immer zu einem Endzustand komme oder gerade

33:37.010 --> 33:39.950
nicht, dann sind sie Äquivalent.

33:40.130 --> 33:43.010
Und genau das müssen wir uns genauer anschauen, denn solche

33:43.010 --> 33:48.650
Äquivalenten -Zustände, die können wir eigentlich zusammenfassen zu

33:48.650 --> 33:49.010
einem.

33:49.310 --> 33:51.690
Ist ja egal, ob ich den einen oder anderen nehme, dann kann ich den

33:51.690 --> 33:52.950
einen von denen auch wegstreichen.

33:55.710 --> 33:58.770
Ich kann es also anwenden auf die Zustände eines Automaten.

33:58.770 --> 34:01.370
Und jetzt schauen wir uns ein bisschen Eigenschaften an.

34:01.950 --> 34:05.870
Die brauchen wir gleich noch, um zu einem Verfahren zu kommen, mit dem

34:05.870 --> 34:10.810
wir systematisch feststellen können, welche Zustände K-Äquivalent oder

34:10.810 --> 34:11.710
auch Äquivalent sind.

34:14.170 --> 34:20.110
Also, wir haben zwei Zustände S und S' und die sind Null-Äquivalent.

34:22.790 --> 34:24.470
Wann sind die Null-Äquivalent?

34:26.250 --> 34:30.170
Null-Äquivalent müssen die sein, das war ja K-Äquivalent, das war so,

34:30.270 --> 34:33.510
dass alle Wörter bis zur Länge K, für alle Wörter bis zur Länge K,

34:33.750 --> 34:41.690
musste gelten, dass sie beim Eingeben des Wortes W im Zustand S oder

34:41.690 --> 34:45.910
Zustand S', beide auf einen Endzustand oder beide nicht auf einen

34:45.910 --> 34:46.770
Endzustand führen.

34:47.870 --> 34:50.970
Wenn ich hier die Null-Äquivalent betrachte, kann ich ja nur das leere

34:50.970 --> 34:51.850
Wort eingeben.

34:53.090 --> 35:00.850
Und Delta von S, Lambda ist natürlich gerade gleich S, Delta Strich

35:00.850 --> 35:05.430
von S Strich, Lambda ist auch gleich S Strich, also muss dann gelten,

35:05.610 --> 35:11.490
dass entweder beide S und S Strich Endzustände sind, oder beide keine

35:11.490 --> 35:12.230
Endzustände.

35:14.230 --> 35:21.030
Nochmal zur vorigen Folie, hier stand ja, Delta SW ist aus F, genau

35:21.030 --> 35:23.790
dann, wenn Delta Strich von S Strich W aus F Strich ist.

35:25.110 --> 35:30.010
Also, genau das steht hier, beide sind Endzustände oder beide sind

35:30.010 --> 35:30.970
keine Endzustände.

35:31.050 --> 35:32.230
Das ist ja sehr einfach.

35:33.530 --> 35:35.070
Nächste Aussage, B und C.

35:36.570 --> 35:38.090
Wann sind die K-Äquivalent?

35:39.970 --> 35:44.210
Wir hatten gesehen, die sind K-Äquivalent, wenn die Zustände, die ich

35:44.210 --> 35:49.630
erreiche, also wenn Delta von SW und Delta Strich von S Strich W

35:49.630 --> 35:52.530
beides Endzustände sind, oder beides keine.

35:53.990 --> 36:01.350
Und jetzt verwende ich die Aussage A, und sage, die sind also K

36:01.350 --> 36:06.030
-Äquivalent, genau dann, wenn die Zustände, die ich erreiche, bei

36:06.030 --> 36:11.610
Eingabe von W, ausgehend von S oder S Strich, Null-Äquivalent sind.

36:12.450 --> 36:16.770
Jetzt werden Sie sagen, ist das eine umständliche Formulierung dessen,

36:16.830 --> 36:18.830
was wir gerade vorgesagt haben.

36:19.270 --> 36:23.030
Hier oben steht ja nur Null-Äquivalent, naja, S und S Strich sind

36:23.030 --> 36:25.830
jeweils Endzustände, oder beides keine Endzustände.

36:26.130 --> 36:29.610
Das ist ja nur nochmal die Aussage etwas anders formuliert, jetzt für

36:29.610 --> 36:30.770
K -Äquivalent.

36:32.130 --> 36:36.170
Und natürlich, wenn S Null-Äquivalent zu S Null Strich ist, wenn die

36:36.170 --> 36:40.350
beiden Anfangszustände der beiden Automaten A und A Strich-Äquivalent

36:40.350 --> 36:47.030
sind, dann haben wir ja gerade die Aussage, dass für jedes Wort W,

36:48.830 --> 36:53.350
Delta von S Null W ein Endzustand ist, genau dann, wenn Delta Strich

36:53.350 --> 36:56.550
von S Null Strich, W ein Endzustand ist.

36:56.550 --> 37:02.270
Das heißt, die beiden Sprachen sind gleich, die beiden Automaten sind

37:02.270 --> 37:02.830
äquivalent.

37:03.830 --> 37:07.570
Das ist also sehr einfach einzusehen und dann sind das

37:07.570 --> 37:11.970
Äquivalenzrelationen, das ist also wirklich sehr einfach einzusehen

37:11.970 --> 37:19.830
und wir betrachten im Folgen also wirklich nur noch die Äquivalenz von

37:19.830 --> 37:24.910
Zuständen innerhalb eines Automaten und werden sehen, was wir damit

37:24.910 --> 37:25.990
jetzt weitermachen können.

37:26.550 --> 37:30.850
Wir wollen gerne unsere Automaten oder die Unterzustandsmenge eines

37:30.850 --> 37:35.270
Automaten, das ist unsere Zustandsmenge eines Automaten, die wollen

37:35.270 --> 37:40.210
wir gerne unterteilen in Mengen äquivalenter Zustände.

37:43.260 --> 37:47.840
Wie können wir die jetzt einteilen in Äquivalenzklassen?

37:47.840 --> 37:52.440
Diejenigen, die meinetwegen Nulläquivalent sind,

37:55.620 --> 38:00.100
Nulläquivalent, das steht hier oben, die sind Nulläquivalent, wenn sie

38:00.100 --> 38:01.880
beide Endzustände sind.

38:02.560 --> 38:10.020
Also, wenn ich hier die Menge meiner Endzustände habe, F, dann sind

38:10.020 --> 38:15.520
die alle Nulläquivalent und die, die nicht Endzustände sind, sind auch

38:15.520 --> 38:16.400
Nulläquivalent.

38:17.840 --> 38:20.140
Das heißt, das wäre die erste Aufteilung, die wir machen können

38:20.140 --> 38:21.400
bezüglich Nulläquivalenz.

38:24.390 --> 38:27.650
Und jetzt wollen wir die aufteilen in Bezug auf 1-Äquivalenz.

38:28.390 --> 38:32.730
Dann wird das so sein, dass wir irgendwie hier eine weitere Aufteilung

38:32.730 --> 38:33.750
hinbekommen werden.

38:35.710 --> 38:38.930
Und dann vielleicht noch eine Aufteilung, wenn wir 2-Äquivalenz

38:38.930 --> 38:42.750
betrachten und 3-Äquivalenz und 4-Äquivalenz usw.

38:43.590 --> 38:49.030
Wir werden also unsere Zustandsmenge immer feiner aufteilen, bis wir

38:49.030 --> 38:53.570
am Ende wissen, wie sehen die Klassen der äquivalenten Zustände aus.

38:56.030 --> 39:01.770
Und ich möchte also für jeden Zustand die Menge aller Zustände kennen,

39:01.890 --> 39:03.370
mit denen er äquivalent ist.

39:04.170 --> 39:07.270
Und wenn wir das sukzessive machen, erst die Nulläquivalenten

39:07.270 --> 39:10.530
betrachten, dann die 1-Äquivalenten, dann die 2-Äquivalenten, dann

39:10.530 --> 39:13.370
haben wir sukzessive eine immer feinere Zerlegung unserer

39:13.370 --> 39:14.170
Zustandsmenge.

39:15.090 --> 39:21.750
Und diese nennen wir Pi für Partitionierung unserer Zustandsmenge.

39:23.130 --> 39:28.530
Und das Pi-K ist dann die Zerlegung bezüglich der K-Äquivalenz.

39:30.830 --> 39:36.150
Damit haben wir diese Aufteilung definiert und jetzt ist es natürlich

39:36.150 --> 39:46.370
klar, dass für jedes K diese Zerlegung in die Mengen äquivalenter

39:46.370 --> 39:54.270
Zustände eine feinere Zerlegung ist, als die Partitionierung

39:54.270 --> 39:56.090
prinzipiell irgendeines Ks.

39:56.910 --> 39:59.970
Wir werden das immer kleiner, immer feiner machen.

39:59.970 --> 40:05.770
Das heißt, wenn wir irgendeine K-Äquivalenz betrachten, dann sind

40:05.770 --> 40:13.870
natürlich mindestens so viele K-Äquivalent wie Äquivalent sind.

40:15.750 --> 40:21.590
Es wird aber K-Äquivalente geben, die nicht K plus 1-Äquivalent sind,

40:22.610 --> 40:27.250
deren Verhalten Sie unterscheiden können, wenn Sie längere Wörter

40:27.250 --> 40:27.850
betrachten.

40:28.530 --> 40:32.170
Nur diejenigen, die für jedes Wort dann das gleiche Verhalten zeigen,

40:32.310 --> 40:33.450
sind nachher Äquivalent.

40:36.110 --> 40:40.030
Und natürlich ist hier, wenn Sie K1 kleiner gleich K2, wenn Sie

40:40.030 --> 40:43.290
längere Wörter betrachten, dann wird die Einteilung feiner.

40:43.570 --> 40:45.550
Auch das ist sehr einfach einzusehen.

40:45.590 --> 40:47.790
Das habe ich eigentlich gerade bei diesem Bild, das ich gemacht hatte,

40:48.270 --> 40:48.910
angedeutet.

40:49.810 --> 40:53.050
Das Beweis ist hier wirklich offensichtlich, das ist sehr einfache

40:53.050 --> 40:54.210
Mathematik.

40:54.970 --> 41:00.470
Und dann haben wir hier noch einen Satz, und der ist jetzt, gehen wir

41:00.470 --> 41:07.650
an die Animation zurück, für alle Zustände S1 und S2 und für jedes K

41:07.650 --> 41:09.910
aus N0 gilt jetzt folgendes.

41:11.470 --> 41:20.790
Wenn, oder nicht wenn, S1 und S2 sind, dieser elende Strich, der hier

41:20.790 --> 41:33.710
immer entsteht, also S1 und S2 sind K plus 1 Äquivalent, wenn, genau

41:33.710 --> 41:38.810
dann wenn, die beiden Nulläquivalent sind, das müssen sie ja

41:38.810 --> 41:48.330
mindestens sein, und für jeden Folgezustand von S1 oder von S2, das

41:48.330 --> 41:57.970
heißt, wir haben hier unsere beiden Zustände, S1 und S2, und wir

41:57.970 --> 42:02.570
betrachten irgendeinen Folgezustand, den wir mit irgendeinem E

42:02.570 --> 42:10.510
erreichen können, das ist unser Delta S1 E und Delta S2 E, wir

42:10.510 --> 42:15.810
betrachten jetzt diese beiden Zustände, dann müssen die beiden K

42:15.810 --> 42:19.770
-Äquivalent sein, also die beiden Zustände S1 und S2 sind

42:19.770 --> 42:26.010
Nulläquivalent, und für alle Folgezustände wissen wir, die sind K

42:26.010 --> 42:30.690
-Äquivalent, dann sind die beiden Zustände S1 und S2 K plus 1

42:30.690 --> 42:31.410
Äquivalent.

42:32.330 --> 42:35.650
Das ist eine wichtige Erkenntnis, die wir auch beweisen müssen.

42:37.210 --> 42:43.130
Also, wenn S1 und S2 K plus 1 Äquivalent sind, dann heißt das doch,

42:44.330 --> 42:53.950
für jedes Wort der Länge maximal K plus 1 sind die beiden erreichten

42:53.950 --> 42:58.870
Folgezustände, entweder beide aus F oder beide nicht aus F, oder wir

42:58.870 --> 43:02.010
hatten das vorhin gerade gesehen, ich kann auch sagen, die erreichten

43:02.010 --> 43:07.890
Folgezustände bei Eingabe des Wortes V sind beide Nulläquivalent.

43:09.050 --> 43:11.230
Das hatten wir gerade auf der vorigen Folie gesehen.

43:11.730 --> 43:12.970
Das war diese Erkenntnis.

43:14.750 --> 43:24.220
Und das heißt, das gilt ja für alle Wörter bis zur Länge K plus 1,

43:24.300 --> 43:26.060
gilt also auch für das leere Wort.

43:27.480 --> 43:32.820
Wenn das für das leere Wort gilt, heißt das S1, also von S1 und S2

43:32.820 --> 43:39.300
erreiche ich mit dem leeren Wort gerade S1 und S2, das heißt, S1 und

43:39.300 --> 43:46.360
S2 sind Nulläquivalent, das ist die Aussage für das leere Wort.

43:47.640 --> 43:53.360
Und für alle nicht leeren Wörter, die also mindestens ein Zeichen

43:53.360 --> 44:02.980
enthalten, weiß ich, dass Delta S1 EU Nulläquivalent zu Delta...

44:03.900 --> 44:07.400
Ach, das wollte ich jetzt gar nicht.

44:07.980 --> 44:09.200
Was habe ich denn jetzt gemacht?

44:10.160 --> 44:10.900
Da wollte ich hin.

44:11.800 --> 44:20.920
Ich wollte hier oben mit dem Radierer das hier wegstreichen.

44:23.280 --> 44:24.320
So, nochmal.

44:25.460 --> 44:28.800
Die beiden Folgezustände sind dann Nulläquivalent.

44:28.860 --> 44:30.360
Das ist das, was hier oben drüber stand.

44:31.320 --> 44:34.080
Das sind die nicht leeren Wörter, die haben mindestens ein Zeichen

44:34.080 --> 44:34.480
vorne.

44:35.280 --> 44:40.500
Und wenn ich mir jetzt das anschaue, Delta S1 EU Nulläquivalent Delta

44:40.500 --> 44:45.600
S2 EU, dann kann ich natürlich, ich weiß ja, dass ich das aufteilen

44:45.600 --> 44:51.520
kann, ich kann zunächst mal den Folgezustand von S1 bei Eingabe von E

44:51.520 --> 44:55.820
betrachten und den Folgezustand von S2 bei Eingabe von E.

44:56.360 --> 44:59.880
Danach muss ich noch U eingeben, dann sind die Nulläquivalent.

45:02.180 --> 45:06.440
Aber wenn ich mir das jetzt betrachte, dann ist das doch gerade die

45:06.440 --> 45:12.740
Aussage, das was hier steht, dass die beiden Folgezustände K

45:12.740 --> 45:13.500
-Äquivalent sind.

45:14.520 --> 45:17.940
Das hatten wir gerade uns überlegt, dass diese Aussage, das gilt hier

45:17.940 --> 45:22.780
für alle Wörter U, die Wörter U sind Wörter bis zur Länge K, also sind

45:22.780 --> 45:28.400
die beiden Folgezustände Delta S1 EU und Delta S2 EU K-Äquivalent.

45:28.900 --> 45:31.460
Und damit haben wir genau die Aussage, die hier oben stand.

45:32.120 --> 45:38.260
Zwei Zustände sind S1 und S2 sind K plus 1 Äquivalent, wenn sie

45:38.260 --> 45:43.680
Nulläquivalent sind und für alle Folgezustände gilt, dass sie K

45:43.680 --> 45:44.440
-Äquivalent sind.

45:45.500 --> 45:47.640
Was haben wir davon, von dieser Aussage?

45:47.700 --> 45:48.840
Sieht sehr formal aus.

45:49.360 --> 45:52.880
Wir nähern uns jetzt dem Verfahren, das wir anwenden wollen, um

45:52.880 --> 45:55.260
festzustellen, welche Zustände Äquivalent sind.

45:56.200 --> 46:00.380
Wir können nämlich diese Aussage mal wieder umkehren.

46:01.480 --> 46:11.320
Hier oben steht A-Äquivalent B und hier unten schreibe ich hin, nicht

46:11.320 --> 46:15.540
A -Äquivalent nicht B.

46:16.380 --> 46:17.580
Was steht hier unten?

46:20.480 --> 46:22.520
Hier steht es andersrum.

46:22.520 --> 46:30.540
Damit es genau passt zueinander, muss ich das anders aufschreiben.

46:34.160 --> 46:35.280
Was steht hier unten?

46:35.840 --> 46:42.380
Hier steht jetzt erstmal nicht B-Äquivalent nicht A.

46:42.840 --> 46:47.220
A war die Aussage, S1 ist K plus 1 Äquivalent zu S2.

46:47.220 --> 46:53.800
Hier unten steht nicht A, S1 nicht K plus 1 Äquivalent S2.

46:55.020 --> 46:56.920
Und vorne steht nicht B.

46:57.840 --> 47:02.840
B war die Aussage, S1 ist Null-Äquivalent zu S2 und für jeden

47:02.840 --> 47:07.860
Folgezustand sind also die Folgezustände K-Äquivalent.

47:07.940 --> 47:16.380
Und hier steht S1 ist nicht Null-Äquivalent zu S2 oder es gibt ein

47:16.380 --> 47:22.740
Folgezustand, also es gibt ein Zeichen E, sodass die Folgezustände

47:22.740 --> 47:27.740
Delta S1 E und Delta S2 E nicht K-Äquivalent sind.

47:28.440 --> 47:30.180
Das ist die Aussage nicht B.

47:31.680 --> 47:36.480
Das heißt, genau das Korollar ergibt sich durch Kontraposition dieser

47:36.480 --> 47:37.920
Aussage des Satzes.

47:38.860 --> 47:40.440
Und warum ist das interessant?

47:41.340 --> 47:44.160
Weil ich jetzt Folgendes machen kann.

47:44.560 --> 47:52.200
Ich möchte feststellen, welche Zustände sind nicht Null-Äquivalent.

47:52.940 --> 47:54.420
Das weiß ich ja sofort.

47:55.100 --> 48:01.000
Das sind diejenigen, der eine muss Endzustand sein, der andere nicht

48:01.000 --> 48:01.680
Endzustand.

48:01.940 --> 48:03.620
Dann sind sie nicht Null-Äquivalent.

48:05.940 --> 48:08.200
Wann sind sie nicht Eins-Äquivalent?

48:09.080 --> 48:13.860
Entweder sind sie nicht Null-Äquivalent, das steht hier, oder ich

48:13.860 --> 48:17.500
betrachte die Folgezustände und die dürfen dann nicht Null-Äquivalent

48:17.500 --> 48:17.840
sein.

48:18.320 --> 48:21.700
Oder zumindest muss ich Folgezustände finden können, die nicht Null

48:21.700 --> 48:22.520
-Äquivalent sind.

48:23.680 --> 48:26.940
Dann habe ich alle diejenigen, die nicht Eins-Äquivalent sind.

48:28.100 --> 48:29.060
Jetzt gehe ich weiter.

48:29.680 --> 48:33.220
Ich suche diejenigen, die nicht Zwei-Äquivalent sind, indem ich

48:33.220 --> 48:37.280
einfach schaue, sind sie nicht Null-Äquivalent.

48:37.640 --> 48:43.560
Oder gibt es einen Folgezustand, sodass die Folgezustände nicht Eins

48:43.560 --> 48:44.340
-Äquivalent sind.

48:45.080 --> 48:49.860
Und so hangeln wir uns sukzessive hoch, indem wir immer mehr zeigen,

48:50.000 --> 48:53.120
es gibt Zustände, die sind nicht Null-Äquivalent, nicht Eins

48:53.120 --> 48:55.160
-Äquivalent, nicht Zwei-Äquivalent und so weiter.

48:55.600 --> 48:59.860
Und dann wissen wir, die sind dann entsprechend auch nicht K plus Eins

48:59.860 --> 49:00.160
-Äquivalent.

49:00.920 --> 49:02.940
Und genau das wenden wir jetzt also an.

49:03.040 --> 49:07.860
Das ist hier die Grundlage für das Verfahren, das wir einsetzen, um

49:07.860 --> 49:12.560
festzustellen, ob Zustände Äquivalent sind am Ende.

49:14.160 --> 49:18.360
Also, es gibt noch vorher einen weiteren Satz, der ist wirklich sehr

49:18.360 --> 49:18.860
einfach.

49:19.840 --> 49:26.060
Der sagt folgendes aus, für alle K aus N-Null, wenn wir irgendwann

49:26.060 --> 49:31.560
hier bei dem Übergang von K-Äquivalent zu K plus Eins-Äquivalent keine

49:31.560 --> 49:34.480
Veränderung mehr haben, dann sind wir fertig.

49:36.940 --> 49:40.880
Dann kann es nicht sein, dass es noch weitere Unterteilungen gibt für

49:40.880 --> 49:41.660
größeres K.

49:44.740 --> 49:51.640
Und wenn das S also maximal N Zustände hat, dann wissen wir auch, dass

49:51.640 --> 49:57.380
wir spätestens, wenn wir N-1-Äquivalenz betrachtet haben, fertig sind,

49:57.980 --> 50:00.000
kann man sich auch leicht überlegen.

50:00.540 --> 50:01.900
Hier gibt es aber noch eine Frage.

50:03.100 --> 50:10.400
Was bedeutet das Zeichen zwischen Pi und Pi-K?

50:13.300 --> 50:15.280
Was meinen Sie denn jetzt?

50:16.020 --> 50:18.320
Die Frage verstehe ich überhaupt nicht.

50:18.320 --> 50:21.380
Beim Lexmark?

50:22.560 --> 50:24.240
Also, die Frage verstehe ich nicht.

50:24.920 --> 50:26.480
Auf welche Folie beziehen Sie sich?

50:26.600 --> 50:30.060
Auf die Folie davor, wer hat die Frage gestellt?

50:30.460 --> 50:32.240
Also, ich verstehe Sie nicht.

50:36.480 --> 50:37.560
Sie meinten...

50:37.560 --> 50:39.280
Ich gehe nochmal kurz hier zurück.

50:41.980 --> 50:43.840
Hier habe ich...

50:46.360 --> 50:49.300
Ich weiß nicht, worauf Sie sich hier beziehen könnten.

50:49.300 --> 50:52.500
Müssen Sie Ihre Frage nochmal anders formulieren, dann kann ich darauf

50:52.500 --> 50:53.640
eingehen.

50:54.360 --> 50:58.700
Also, das ist dieser kleine Satz.

51:00.480 --> 51:05.520
Diese erste Aussage, wenn wir die beweisen wollen, wenn also zwei

51:05.520 --> 51:11.040
Zustände K-Äquivalent sind, dann wissen wir, das ist genau dann der

51:11.040 --> 51:15.060
Fall, wenn die Folgezustände dann Null-Äquivalent sind, bei Eingabe an

51:15.060 --> 51:16.440
Wörter in der Länge maximal K.

51:17.320 --> 51:24.500
Und wenn wir jetzt, also die Behauptung ist, wenn wir für K und K plus

51:24.500 --> 51:31.460
1 keinen Unterschied festgestellt haben, dann gilt für jedes größere J

51:31.460 --> 51:37.000
auch, dass PJ identisch ist zu PJ plus 1.

51:37.320 --> 51:39.500
Das heißt, danach gibt es auch keine Unterscheidungen mehr.

51:40.240 --> 51:42.080
Machen wir einfach einen Induktionsbeweis.

51:42.160 --> 51:43.760
Sie wissen, wie Induktionsbeweise gehen.

51:43.760 --> 51:47.100
Man macht eine Aussage für den Induktionsanfang.

51:47.620 --> 51:53.640
Der Induktionsanfang wäre J gleich K in dem Fall.

51:54.420 --> 51:56.260
Dafür gilt es nach Voraussetzung.

51:56.980 --> 52:01.080
Und dann betrachten wir die Aussage für J plus...

52:01.080 --> 52:02.700
Also, wir müssen von J auf J plus 1 schließen.

52:02.900 --> 52:09.260
Also, wir schauen uns an die J plus 1-Äquivalenz und müssen zeigen,

52:09.420 --> 52:14.880
dass die dann gleich der J-Äquivalenz ist, also die J plus 1

52:14.880 --> 52:19.000
-Äquivalenz ist gleich der J plus 2-Äquivalenz.

52:19.240 --> 52:22.320
Dann wissen wir, dass das für alle gilt.

52:22.900 --> 52:29.120
Also, J plus 1-Äquivalenz von zwei Zuständen gilt, wenn Sie für alle

52:29.120 --> 52:34.940
Wörter der Länge kleiner gleich J plus 1 zu Folgezuständen führen, die

52:34.940 --> 52:37.400
null -Äquivalent sind.

52:37.860 --> 52:39.380
Das können wir wieder aufspalten.

52:40.020 --> 52:45.600
Dann haben wir für jedes, wenn wir irgendein Zeichen betrachten und

52:45.600 --> 52:55.220
darauf irgendein weiteres Wort der Länge maximal J betrachten, dann

52:55.220 --> 53:03.340
folgt daraus, dass also S null-Äquivalent zu S-Strich ist und außerdem

53:03.340 --> 53:08.420
Delta von SEW null-Äquivalent zu Delta S-Strich EW.

53:08.420 --> 53:11.340
Was habe ich hier gemacht bei diesem Schritt?

53:11.840 --> 53:16.100
Ich habe nur diese Aussage, die für alle Wörter aus E-Stern formuliert

53:16.100 --> 53:22.820
war, aufgeteilt auf die Wörter, die eine nicht leere Länge haben und

53:22.820 --> 53:23.680
das leere Wort.

53:25.640 --> 53:29.820
Und das leere Wort, das ist die Aussage hier, S null-Äquivalent S

53:29.820 --> 53:35.380
-Strich und das sind die nicht leeren Wörter der Länge J plus 1, das

53:35.380 --> 53:39.480
beginne mit einem Zeichen und werden gefolgt von einem Wort der Länge

53:39.480 --> 53:39.800
J.

53:41.400 --> 53:46.520
Und wenn ich jetzt mir das rausziehe, kann ich sagen, das ist S null

53:46.520 --> 53:54.560
-Äquivalent zu S-Strich und Delta von SE ist J-Äquivalent zu Delta von

53:54.560 --> 53:55.360
S -Strich E.

53:56.520 --> 53:59.100
Das ist das, was wir hier oben stehen haben.

53:59.100 --> 54:03.920
Und wenn das der Fall ist, dann setze ich jetzt unsere

54:03.920 --> 54:07.080
Induktionsannahme ein, Induktionsvoraussetzung.

54:07.740 --> 54:11.380
Ich weiß, für J gilt die Aussage bereits, für J plus 1 soll sie jetzt

54:11.380 --> 54:12.020
auch gelten.

54:12.500 --> 54:15.460
Die Aussage war, dass PJ gleich PJ plus 1 ist.

54:16.860 --> 54:21.320
Also sind Zustände, die J-Äquivalent sind, demnach auch J plus 1

54:21.320 --> 54:22.060
-Äquivalent.

54:23.200 --> 54:30.280
Und wenn das der Fall ist, sie sind null-Äquivalent und für jedes

54:30.280 --> 54:34.880
Zeichen E sind die Folgezustände J plus 1-Äquivalent, dann sind sie

54:34.880 --> 54:37.180
natürlich insgesamt J plus 2-Äquivalent.

54:38.020 --> 54:40.820
Auch hier wieder dieser dumme senkrechte Strich, tut mir leid, den

54:40.820 --> 54:41.640
mache ich jetzt nicht weg.

54:42.400 --> 54:48.560
Also, das ist genau die einfache Aussage und damit wissen wir, dass

54:48.560 --> 54:52.480
diese Aussage A hier oben gilt, die Aussage B ist wirklich sehr

54:52.480 --> 54:52.960
einfach.

54:53.340 --> 54:58.400
Wenn ich meine Menge habe hier, die ich irgendwie aufteilen will durch

54:58.400 --> 55:03.980
die Partitionierung in klassenäquivalenter Zustände, dann kann ich das

55:03.980 --> 55:09.280
ja maximal N-1 mal machen, dass ich einen Zustand rausnehme aus einer

55:09.280 --> 55:09.540
Menge.

55:10.220 --> 55:13.780
Und danach habe ich, wenn ich jetzt N-1 mal aus einer Menge einen

55:13.780 --> 55:17.820
Zustand rausgenommen habe und ich habe insgesamt nur N Elemente,

55:17.880 --> 55:19.220
bleibt ein Zustand übrig.

55:19.220 --> 55:22.060
Das heißt, mehr kann ich nicht aufteilen.

55:23.520 --> 55:28.040
Das heißt, spätestens bei der N-1-Äquivalenz bin ich fertig.

55:28.820 --> 55:36.200
So, und jetzt ist die Frage, wie wir einen Automaten reduzieren können

55:36.200 --> 55:38.660
und bevor wir das betrachten, machen wir eine kleine Pause.

55:40.000 --> 55:42.020
Hat keiner aufgepasst, dass wir eine Pause machen müssen?

55:42.060 --> 55:42.960
Wurde nicht erinnert heute.

56:58.500 --> 56:59.560
Auch zu viel.

57:07.060 --> 57:07.880
Auch zu viel.

58:10.320 --> 58:11.520
Das geht nicht.

58:15.240 --> 58:16.280
Ich lasse es.

58:34.780 --> 58:35.860
Ah, okay.

59:27.190 --> 59:28.990
So, ich denke, die Pause ist lang genug.

59:29.090 --> 59:31.430
Ich will mal die Frage beantworten, die gerade noch da war.

59:31.430 --> 59:33.590
Das ist eine berechtigte Frage.

59:34.230 --> 59:38.550
Die Frage bezog sich darauf, was dieses Zeichen bedeutet.

59:39.450 --> 59:44.390
Das habe ich Ihnen etwas so nebenbei angedeutet.

59:45.360 --> 59:50.890
Ich habe also zwei Partitionen, Pi und PiK.

59:52.770 --> 59:59.410
Und das ist eine Relation, eine feine Relation zwischen solchen

59:59.410 --> 01:00:01.810
Relationen.

01:00:01.830 --> 01:00:03.470
Und hier steht, was es bedeuten soll.

01:00:05.670 --> 01:00:06.870
Das ist die Aussage.

01:00:07.010 --> 01:00:09.530
Ich habe das hier verkürzt hingeschrieben.

01:00:09.910 --> 01:00:12.630
Gleichwertig sind das jeweils diese beiden Aussagen.

01:00:12.630 --> 01:00:20.530
Es ist wirklich zum Verrücktwerden mit diesem Strich, der da entsteht.

01:00:22.810 --> 01:00:32.970
Also, die Eigenschaft, die durch dieses feine Symbol ausgedrückt wird,

01:00:32.970 --> 01:00:40.690
ist einfach nur, dass jede Klasse der Partition Pi eine Teilmenge ist,

01:00:41.890 --> 01:00:46.950
einer Klasse der Partition PiK.

01:00:48.910 --> 01:00:53.810
Das heißt, es ist eine Verfeinerung der Partitionierung.

01:00:53.810 --> 01:00:58.390
Wenn wir uns also die eine Partition betrachten, hier haben wir

01:00:58.390 --> 01:01:02.310
irgendwelche Einteilungen in diese 1, 2, 3, 4 Mengen.

01:01:03.210 --> 01:01:06.570
Dann ist eine Partition, die feiner ist, sieht so aus, dass wir dann

01:01:06.570 --> 01:01:11.110
hier irgendwo noch eine Menge abteilen oder irgendetwas feiner machen.

01:01:11.570 --> 01:01:16.690
Und dann ist jede Menge hier eine Teilmenge der Mengen der gröberen

01:01:16.690 --> 01:01:17.230
Partition.

01:01:17.750 --> 01:01:19.330
Das ist das, was damit gemeint war.

01:01:19.330 --> 01:01:23.890
Hatte ich hier verkürzend so hingeschrieben, hatte aber auch die

01:01:23.890 --> 01:01:25.470
Bedeutung rechts daneben geschrieben.

01:01:25.630 --> 01:01:28.190
Das ist also genau die Bedeutung dieser feineren Relation.

01:01:30.630 --> 01:01:34.610
Die Aussage, die wir beweisen, jeweils ist genau die Aussage.

01:01:34.630 --> 01:01:37.010
Sie sehen, der Strich, der kommt immer wieder.

01:01:38.490 --> 01:01:42.650
Das sind die Aussagen, die wir beweisen müssen, genau das habe ich

01:01:42.650 --> 01:01:43.810
hier unten getan.

01:01:44.770 --> 01:01:48.590
So, dann mache ich weiter, wir waren da schon durch.

01:01:49.130 --> 01:01:51.550
Und jetzt ist die Frage, wie reduziert man wirklich Automaten?

01:01:51.590 --> 01:01:54.850
Das kriegen wir heute noch gut hin, Automaten zu reduzieren.

01:01:55.590 --> 01:01:58.530
Wir müssen alle in nicht erreichbaren Zustände rauswerfen, haben dann

01:01:58.530 --> 01:01:59.710
vereinfachten Automaten.

01:02:00.330 --> 01:02:02.610
Dann bestimmen wir die Klassen-Äquivalente der Zustände.

01:02:04.190 --> 01:02:05.490
Wie wir das machen, sehen wir gleich.

01:02:05.830 --> 01:02:09.290
Hatte ich schon angedeutet, welche Eigenschaften wir ausnutzen können.

01:02:09.290 --> 01:02:14.370
Und dann müssen wir drittens die Klassen-Äquivalente der Zustände

01:02:14.370 --> 01:02:17.590
praktisch nehmen, als neue Zustände unseres Automaten.

01:02:17.910 --> 01:02:21.930
Wir nehmen im Prinzip aus jeder Klasse einen Zustand raus und werfen

01:02:21.930 --> 01:02:23.690
alle anderen Zustände weg.

01:02:26.250 --> 01:02:28.490
Und dann bekommen wir einen reduzierten Automaten.

01:02:29.050 --> 01:02:34.890
Und da heißt reduziert, genau dann, wenn A vereinfacht ist und alle

01:02:34.890 --> 01:02:38.110
Zustände paarweise nicht äquivalent zueinander sind.

01:02:39.290 --> 01:02:42.410
Dann kann ich nicht weiter vereinfachen.

01:02:43.130 --> 01:02:46.310
Und ich sagte es schon, man kann zeigen, dass der eindeutig bestimmt

01:02:46.310 --> 01:02:48.770
ist, bis auf Umbenennungen der Zustände.

01:02:50.230 --> 01:02:52.530
Das ist also ein reduzierter Automaten und den wollen wir jetzt

01:02:52.530 --> 01:02:52.910
bestimmen.

01:02:53.590 --> 01:02:57.030
Dazu brauchen wir jetzt einen Algorithmus, der die äquivalenten

01:02:57.030 --> 01:02:58.450
Zustände ermittelt.

01:02:59.410 --> 01:03:02.490
Und das macht er jetzt genauso, wie ich das gerade eben angedeutet

01:03:02.490 --> 01:03:02.910
habe.

01:03:03.490 --> 01:03:05.910
Zunächst mal wird alles vereinfacht, das ist klar, das ist der

01:03:05.910 --> 01:03:06.650
einfachste Schritt.

01:03:06.650 --> 01:03:11.970
Und dann wollen wir bestimmen, welche Zustände äquivalent sind.

01:03:12.030 --> 01:03:15.810
Wir machen das so, dass wir feststellen, welche nicht äquivalent sind.

01:03:16.890 --> 01:03:17.850
Das ist der Ansatz.

01:03:18.470 --> 01:03:23.070
Wir versuchen nicht direkt jetzt zu sagen, wenn wir zwei Zustände

01:03:23.070 --> 01:03:26.210
betrachten, sind die äquivalent, sondern wir fragen, sind die nicht

01:03:26.210 --> 01:03:26.930
äquivalent.

01:03:27.470 --> 01:03:31.050
Und wir betrachten zunächst die gröbste Unterteilung, nämlich die

01:03:31.050 --> 01:03:31.910
Nulläquivalenz.

01:03:31.910 --> 01:03:39.430
Also für K gleich Null, zunächst mal schauen wir an, für jedes Paar S

01:03:39.430 --> 01:03:46.230
und S' und von verschiedenen Zuständen schauen wir, ob sie beide N

01:03:46.230 --> 01:03:49.430
-Zustände sind oder beide keine N-Zustände.

01:03:54.410 --> 01:04:01.250
Wenn also der eine Zustand aus F ist und der andere nicht aus F, es

01:04:01.250 --> 01:04:06.990
kann also sein, S ist aus F, S' nicht aus F oder S' ist aus F und S

01:04:06.990 --> 01:04:11.290
ist nicht aus F, das sind die beiden Möglichkeiten, der eine ist in N

01:04:11.290 --> 01:04:16.190
-Zustand, der andere nicht, dann sind die beiden nicht N-Zustände.

01:04:16.190 --> 01:04:23.850
Das heißt, wir betrachten im Prinzip so eine Matrix und haben hier

01:04:23.850 --> 01:04:31.030
unsere Zustände S0 und so weiter bis S'

01:04:34.970 --> 01:04:44.890
Quatsch, hier steht S' und hier haben wir entsprechend auch S0 bis S'

01:04:45.150 --> 01:04:50.630
betrachten hier irgendein Feld und wir sagen, hier ist also unser

01:04:50.630 --> 01:04:52.610
Zustand S, da ist der Zustand S'.

01:04:52.610 --> 01:04:57.190
Wenn wir ein solches Feld betrachten, dann machen wir da ein Kreuz

01:04:57.190 --> 01:05:03.530
rein und sagen, die beiden sind nicht Nulläquivalent, damit auch

01:05:03.530 --> 01:05:04.390
nichtäquivalent.

01:05:05.430 --> 01:05:07.090
Dann wissen wir, die sind nichtäquivalent.

01:05:08.050 --> 01:05:12.130
Und dann wissen wir also alle, die nicht markiert sind, alle nicht

01:05:12.130 --> 01:05:19.050
markierten Felder, da wissen wir, die sind vielleicht einsäquivalent.

01:05:19.050 --> 01:05:25.830
Wir wissen, sie könnten einsäquivalent sein, wir wissen nur von diesem

01:05:25.830 --> 01:05:27.670
hier, könnten auch Nulläquivalent sein.

01:05:28.690 --> 01:05:33.610
Also die, die nicht Nulläquivalent sind, die haben wir schon mal

01:05:33.610 --> 01:05:34.090
markiert.

01:05:34.850 --> 01:05:40.750
Und dann machen wir halt weiter, indem wir sukzessive das K erhöhen

01:05:41.680 --> 01:05:49.410
und ein unmarkiertes Paar hernehmen, SS', also ein anderes Feld

01:05:49.410 --> 01:05:54.290
hernehmen, das noch nicht markiert war.

01:05:56.070 --> 01:06:02.590
Und schauen uns jetzt an, Folgezustände, für jeden Folgezustand

01:06:02.590 --> 01:06:09.790
schauen wir nach, gibt es ein Paar von Folgezuständen, das markiert

01:06:09.790 --> 01:06:10.230
ist.

01:06:11.990 --> 01:06:17.090
Wenn wir ein Folgezustandspaar finden von diesem unmarkierten Paar,

01:06:17.710 --> 01:06:23.290
das markiert ist, dann wissen wir, aha, in diesem Fall, die beiden

01:06:23.290 --> 01:06:28.370
Folgezustände waren Nulläquivalent, oder nicht Nulläquivalent, also da

01:06:28.370 --> 01:06:32.370
die Folgezustände nicht Nulläquivalent sind, sind die beiden bisher

01:06:32.370 --> 01:06:34.450
nicht markierten nicht Einzäquivalent.

01:06:34.890 --> 01:06:39.710
Oder, wenn ich das eben für beliebiges K hier schon mache, wenn ich

01:06:39.710 --> 01:06:44.110
ein nicht markiertes Feld habe, habe ich also bisher nicht feststellen

01:06:44.110 --> 01:06:48.850
können, dass die nicht Null, nicht Eins, nicht Zwei oder nicht K-1

01:06:48.850 --> 01:06:49.650
-äquivalent sind.

01:06:50.070 --> 01:06:55.530
Und jetzt schaue ich mir an den Fall K und stelle fest, die beiden

01:06:55.530 --> 01:07:00.150
Folgezustände für irgendeine Eingabe sind markiert, dann waren die

01:07:00.150 --> 01:07:04.630
nicht K-1-äquivalent, also sind die Zustände S und das Strich nicht K

01:07:04.630 --> 01:07:05.270
-äquivalent.

01:07:06.290 --> 01:07:07.370
Und genau das steht hier.

01:07:08.270 --> 01:07:11.710
Wenn wir ein solches Folgezustandspaar finden, das bereits markiert

01:07:11.710 --> 01:07:15.710
ist, dann muss ich das Ausgangspaar auch markieren und das mache ich

01:07:15.710 --> 01:07:19.230
so lange, bis ich keine Veränderungen mehr bekomme, bis ich kein

01:07:19.230 --> 01:07:23.970
bisher noch nicht markiertes Feld neu markieren muss, denn dann kann

01:07:23.970 --> 01:07:25.750
ich meine Partition nicht weiter verfeinern.

01:07:25.750 --> 01:07:29.770
Das war der Satz, es reicht so lange zu schauen, bis ich keine

01:07:29.770 --> 01:07:31.810
Veränderungen bekomme, dann bin ich fertig.

01:07:32.430 --> 01:07:35.450
Und das, was wir hier als Algorithmus sehen, das machen wir jetzt

01:07:35.450 --> 01:07:38.110
etwas schöner gemalt auf der nächsten Folie.

01:07:39.810 --> 01:07:42.110
Oder erstmal, ich mache das an einem Beispiel.

01:07:42.710 --> 01:07:47.410
Also es ist klar, wenn wir fertig sind mit dem Algorithmus und es

01:07:47.410 --> 01:07:51.650
bleiben Felder übrig, die nicht markiert sind, dann wissen wir, wir

01:07:51.650 --> 01:07:56.110
haben nicht zeigen können, dass sie für irgendeinen K nicht K

01:07:56.110 --> 01:07:56.950
-Äquivalent sind.

01:07:57.550 --> 01:07:59.110
Also müssen sie äquivalent sein.

01:08:00.850 --> 01:08:04.330
Ansonsten hätten wir ja zeigen können, dass es ein Paar gibt, oder

01:08:04.330 --> 01:08:09.490
dass sie für irgendeinen Folgezustand, dass die bereits markiert sind.

01:08:09.830 --> 01:08:13.490
Also die, die wir nicht markieren können, die Paare, die müssen

01:08:13.490 --> 01:08:16.730
äquivalent sein, weil sie nicht 0, nicht 1, wir konnten nicht zeigen,

01:08:16.870 --> 01:08:21.590
dass sie nicht 0, nicht 1 oder nicht 2 äquivalent sind, sondern sie

01:08:21.590 --> 01:08:22.610
müssen halt äquivalent sein.

01:08:22.990 --> 01:08:25.790
Jetzt machen wir hier ein Beispiel, an dem wir das genauer dann zeigen

01:08:25.790 --> 01:08:26.250
wollen.

01:08:27.210 --> 01:08:32.390
Und das ist hier die Struktur des Automaten und wir sehen also, der

01:08:32.390 --> 01:08:35.430
hat hier einen Anfangszustand, hat zwei Endzustände, noch ein paar

01:08:35.430 --> 01:08:39.250
weitere Zustände und wir wollen jetzt feststellen im Weiteren, welche

01:08:39.250 --> 01:08:42.110
dieser Zustände dieses Automaten sind äquivalent.

01:08:43.870 --> 01:08:48.410
Also S4 und S5 sind die beiden Endzustände und jetzt müssen wir

01:08:48.410 --> 01:08:51.910
schauen, wie können wir hier den Algorithmus anwenden.

01:08:52.010 --> 01:08:54.270
Und da sehen wir jetzt genau die Art, wie wir das machen.

01:08:54.950 --> 01:09:00.610
Wir haben hier eine solche untere Dreiecksmatrix, wir betrachten alle

01:09:00.610 --> 01:09:06.490
Paare von Zuständen, wir haben also hier S1 bis S5 in dem Fall und

01:09:06.490 --> 01:09:09.350
hier S0 bis S4, dann haben wir alle Paare genau drin.

01:09:09.790 --> 01:09:12.890
Wir brauchen die Diagonale ja nicht zu betrachten, die Hauptdiagonale,

01:09:13.470 --> 01:09:17.310
weil wir ja nicht einen Zustand mit sich selbst vergleichen, das macht

01:09:17.310 --> 01:09:17.850
ja keinen Sinn.

01:09:19.150 --> 01:09:23.870
Also hier nur S1 bis S5 und da ist S0 bis S4, die Hauptdiagonale oben

01:09:23.870 --> 01:09:24.230
ist weg.

01:09:25.290 --> 01:09:34.010
Und das ist hier unten nochmal die Automatentabelle und jetzt können

01:09:34.010 --> 01:09:34.670
wir anfangen.

01:09:34.670 --> 01:09:39.690
Erster Schritt, markiere alle Paare von Zuständen, von denen einer ein

01:09:39.690 --> 01:09:42.410
Endzustand ist und der andere nicht.

01:09:43.230 --> 01:09:45.410
Und die markieren wir mit X0.

01:09:46.090 --> 01:09:52.310
Die Endzustände sind hier unten S4 und S5, also müssen wir alle Paare

01:09:52.310 --> 01:09:58.950
von Zuständen, also wenn wir S4 betrachten, alle Paare, meinetwegen

01:09:58.950 --> 01:10:04.890
S0, S0, S5 zum Beispiel, müssen wir natürlich markieren, S1, S5 auch,

01:10:05.010 --> 01:10:07.070
genauso S0, S4, also das ist sehr einfach.

01:10:07.910 --> 01:10:15.350
Diese ganzen Paare von Zuständen hier sind nicht nulläquivalent, weil

01:10:15.350 --> 01:10:18.910
das eine Element aus F ist und das andere nicht.

01:10:19.750 --> 01:10:24.610
Da haben wir schon sehr viele Kreuze hier drin, X mit einer Null dran

01:10:24.610 --> 01:10:26.470
heißt, die sind nicht nulläquivalent.

01:10:26.470 --> 01:10:31.330
Und jetzt schauen wir im nächsten Schritt, im zweiten Schritt, Felder

01:10:31.330 --> 01:10:33.410
an, die nicht markiert sind.

01:10:33.810 --> 01:10:37.930
Zum Beispiel das Feld hier oben S1, S1, S0.

01:10:38.790 --> 01:10:43.430
Schauen wir uns S1, S0 an oder S0, S1, das ist nicht markiert.

01:10:43.510 --> 01:10:48.590
S0, S1, da gehen wir mit 0 über auf S1, S4.

01:10:49.090 --> 01:10:51.170
Schauen wir uns S1, S4 an.

01:10:52.110 --> 01:10:57.430
S1, S4 ist markiert mit X0, das heißt, dieses hier müssen wir

01:10:57.430 --> 01:10:58.830
markieren mit X1.

01:11:00.010 --> 01:11:03.770
Entsprechend machen wir das weiter und kommen auf diese Markierungen,

01:11:03.850 --> 01:11:08.070
die ich hier im grünen Schritt 2 markiert habe.

01:11:09.350 --> 01:11:12.310
Für diese bisher nicht markierten Felder haben wir jeweils

01:11:12.310 --> 01:11:16.170
Folgezustände gefunden, die bereits mit X0 markiert waren.

01:11:16.920 --> 01:11:22.670
Und jetzt, im dritten Schritt, schauen wir weiter, gibt es ausgehend

01:11:22.670 --> 01:11:28.070
von nicht markierten Feldern, Folgezustandspaare, also Folgefelder,

01:11:28.170 --> 01:11:29.370
die bereits markiert sind.

01:11:30.410 --> 01:11:33.990
Und Sie können sich das anschauen, Sie werden feststellen, Sie finden

01:11:33.990 --> 01:11:34.430
keine.

01:11:35.750 --> 01:11:40.270
Das heißt, doch, hier ein, den haben wir noch gefunden,

01:11:40.350 --> 01:11:40.670
Entschuldigung.

01:11:41.190 --> 01:11:44.730
Das Feld hier oben, die sind nicht zweiquivalent.

01:11:46.190 --> 01:11:50.530
Das eine Paar hier oben, das war S2, S0, schauen wir uns das nochmal

01:11:50.530 --> 01:11:50.830
an.

01:11:50.970 --> 01:11:58.350
S2, S0, das sind diese hier, da kommen wir mit 0 auf S1, S0 und S1, S0

01:11:58.350 --> 01:12:03.450
war bereits mit X1 markiert, deswegen muss dieses Feld S2, S0 mit X2

01:12:03.450 --> 01:12:04.190
markiert werden.

01:12:05.450 --> 01:12:09.690
Und jetzt schauen wir wieder weiter und wir werden feststellen, jetzt

01:12:09.690 --> 01:12:13.170
haben wir hier zwei Felder, die noch nicht markiert waren und die

01:12:13.170 --> 01:12:15.710
werden auch in diesem vierten Schritt nicht markiert.

01:12:16.170 --> 01:12:17.270
Und damit sind wir fertig.

01:12:18.630 --> 01:12:27.150
Wir brauchten also gar nicht alle 6, also alle Folgen bis zu K gleich

01:12:27.150 --> 01:12:30.690
6 anzuschauen, sondern wir sind jetzt schon fertig.

01:12:31.910 --> 01:12:36.270
Im vierten Schritt stellen wir keine Veränderung fest, deswegen wissen

01:12:36.270 --> 01:12:41.470
wir jetzt, welche Zustände äquivalent sind, nämlich S3 und das sind

01:12:41.470 --> 01:12:43.030
hier die äquivalenten Zustände.

01:12:43.850 --> 01:12:50.470
S3, S1 sind äquivalent und S5 und S4 sind äquivalent.

01:12:51.110 --> 01:12:55.990
Die beiden Endzustände sind äquivalent und die beiden Zustände S3 und

01:12:55.990 --> 01:12:56.870
S1.

01:12:57.790 --> 01:13:00.690
Und jetzt können wir den reduzierten Automaten konstruieren.

01:13:00.830 --> 01:13:05.470
Also das ist ein ganz systematisches Verfahren, anfangend mit

01:13:05.470 --> 01:13:09.910
denjenigen, die nicht Null-äquivalent sind, dann die, die nicht Eins

01:13:09.910 --> 01:13:11.030
-äquivalent sind usw.

01:13:11.630 --> 01:13:14.450
Dann nutzen wir diese Eigenschaft aus, die wir vorher gerade gezeigt

01:13:14.450 --> 01:13:14.690
hatten.

01:13:16.130 --> 01:13:18.590
Damit haben wir dann genau das gemacht.

01:13:19.010 --> 01:13:22.190
Das können Sie sich im X-Visit auch anschauen, da gibt es dann

01:13:22.190 --> 01:13:27.570
entsprechend Möglichkeiten, sich auch genau die Reduktion vorzunehmen.

01:13:28.530 --> 01:13:32.250
Will ich jetzt aber hier gar nicht machen, das können Sie gerne sich

01:13:32.250 --> 01:13:33.570
selbst nochmal anschauen.

01:13:34.730 --> 01:13:37.990
Und jetzt können wir also den Automaten reduzieren.

01:13:38.910 --> 01:13:43.730
Und ich hatte gesagt, wir müssen dann im Prinzip die Klassen

01:13:43.730 --> 01:13:47.310
äquivalenter Zustände nehmen und daraus den neuen Automaten bauen.

01:13:47.310 --> 01:13:52.830
Das heißt, wir haben zunächst mal den vereinfachten Automaten gegeben

01:13:52.830 --> 01:13:57.870
und dann definieren wir die neuen Automaten so, dass die neue

01:13:57.870 --> 01:14:02.790
Zustandsmenge gerade aus den Äquivalenzklassen besteht des alten

01:14:02.790 --> 01:14:03.990
Automaten.

01:14:05.190 --> 01:14:10.490
Das heißt, der neue Anfangszustand ist die Äquivalenzklasse des alten

01:14:10.490 --> 01:14:11.710
Anfangszustandes.

01:14:12.460 --> 01:14:17.910
Die neue Endzustandsmenge ist die Menge aller Äquivalenzklassen, die

01:14:17.910 --> 01:14:21.930
man bekommt, wenn man die alten Endzustände betrachtet.

01:14:22.870 --> 01:14:28.250
Und die Übergangsfunktion wird gerade so definiert, dass der Übergang

01:14:28.250 --> 01:14:33.890
von der Äquivalenzklasse des Zustands S gerade die Äquivalenzklasse

01:14:33.890 --> 01:14:39.190
ist, die ich von dem Zustand S aus, also die Äquivalenzklasse des

01:14:39.190 --> 01:14:44.250
Zustandes, den ich von S aus bei Eingabe von E erreicht habe.

01:14:45.310 --> 01:14:48.630
Das heißt, das Delta SE ist der Folgezustand von S.

01:14:49.170 --> 01:14:50.870
Und dann betrachte ich dessen Äquivalenzklasse.

01:14:52.650 --> 01:14:56.770
Hier muss man zeigen, dass das hier wohl definiert ist, dass das

01:14:56.770 --> 01:15:00.990
unabhängig ist von dem Zustand, den ich gerade rausgenommen habe.

01:15:00.990 --> 01:15:05.550
Das ist aber eine sehr einfache Überlegung, dass ich also hier

01:15:05.550 --> 01:15:09.690
irgendeinen Zustand rausnehmen kann aus einer Äquivalenzklasse und

01:15:09.690 --> 01:15:14.350
dessen Folgezustand betrachte bei Eingabe von E und dann ist das die

01:15:14.350 --> 01:15:16.430
entsprechende Folgeäquivalenzklasse.

01:15:17.190 --> 01:15:19.950
Wenn ich einen anderen Zustand aus der Äquivalenzklasse nehmen würde,

01:15:20.310 --> 01:15:25.470
würde ich die gleiche Folgeäquivalenzklasse bekommen.

01:15:26.730 --> 01:15:33.170
Mit dieser Definition haben wir einen reduzierten Automaten und das

01:15:33.170 --> 01:15:35.230
ist also dann dieses einfache Verfahren.

01:15:35.310 --> 01:15:36.730
Auch das machen wir gleich an dem Beispiel.

01:15:37.550 --> 01:15:45.110
Wir haben also hier unseren alten Automaten und das Delta war

01:15:45.110 --> 01:15:51.290
definiert wie hier und jetzt müssen wir daraus einen reduzierten

01:15:51.290 --> 01:15:52.190
Automaten machen.

01:15:52.190 --> 01:15:58.770
Wir haben unsere Paare äquivalenter Zustände gefunden, S1, S3 und S4,

01:15:58.850 --> 01:15:59.330
S5.

01:16:00.070 --> 01:16:05.510
Das heißt, unser reduzierter Automat bekommt jetzt diese neuen

01:16:05.510 --> 01:16:10.710
Zustände, nämlich die Klasse von S0, Klasse von S1, Klasse von S2,

01:16:11.270 --> 01:16:12.530
Klasse von S4.

01:16:14.190 --> 01:16:19.990
Das sind alle Äquivalenzklassen, weil ja S1 und S3 äquivalent sind und

01:16:19.990 --> 01:16:20.790
S4 und S5.

01:16:24.490 --> 01:16:30.670
Und dieser F-Strich, wir haben nur noch einen Endzustand, das ist die

01:16:30.670 --> 01:16:33.750
Klasse von S4 oder Klasse von S5, das ist egal.

01:16:35.150 --> 01:16:38.590
Und damit können wir jetzt den Automaten uns hinmalen.

01:16:38.890 --> 01:16:42.510
Das ist also dann unsere Zustandstabelle von dem neuen Automaten.

01:16:43.130 --> 01:16:49.290
Wir betrachten jeweils die Klassen S0', S1', S2', S4'.

01:16:50.550 --> 01:16:54.210
Und haben dann entsprechend die Übergänge.

01:16:54.690 --> 01:17:00.050
Das sind gerade die Folgeklassen, die wir erreichen, wenn wir von den

01:17:00.050 --> 01:17:01.450
Klassen jeweils ausgehen.

01:17:01.610 --> 01:17:07.310
Also von der Klasse S1' von S1, S3 kommen wir dann entsprechend nach

01:17:07.310 --> 01:17:09.710
S4' und so weiter.

01:17:10.270 --> 01:17:14.710
Und von dem S4' kommen wir nach S1' oder nach S4', je nachdem ob wir 0

01:17:14.710 --> 01:17:15.590
oder 1 eingehen.

01:17:16.410 --> 01:17:21.230
Das ist also einfach abgeleitet dann aus dieser Tabelle, bekommen wir

01:17:21.230 --> 01:17:25.930
dann die Tabelle, dadurch, dass wir diese Einteilung gemacht haben,

01:17:26.030 --> 01:17:29.810
entsprechend der Äquivalenz der Zustände, die wir gerade vorher

01:17:29.810 --> 01:17:30.690
festgestellt haben.

01:17:33.710 --> 01:17:38.930
Also S4 und S1 weglassen, selbstverständlich können Sie das, anstatt

01:17:38.930 --> 01:17:39.830
S3 und S5.

01:17:39.950 --> 01:17:42.210
Das ist ja völlig egal, wir haben ja nicht einen Zustand weggelassen.

01:17:43.000 --> 01:17:47.790
Wir haben die Zustände zusammengefasst zu einem neuen Zustand.

01:17:48.530 --> 01:17:51.150
Sie können sagen, das ist doch das Gleiche.

01:17:51.550 --> 01:17:55.310
Abstrakt ist es so, dass wir eben nicht einen Zustand weglassen,

01:17:55.450 --> 01:17:59.430
sondern wir fassen die Zustände zusammen zu einer Klasse von

01:17:59.430 --> 01:18:01.570
Zuständen, zu einer Menge von Zuständen.

01:18:02.250 --> 01:18:09.930
Und genau das steht hier, das sind die Klassen der Zustände.

01:18:10.730 --> 01:18:15.650
Wir lassen also keinen weg, die sind alle da, aber stecken eben in

01:18:15.650 --> 01:18:17.570
diesen neuen Bezeichnungen mit drin.

01:18:18.230 --> 01:18:20.990
Das ist ein Automat, der auf Zustandsmengen operiert, im Prinzip.

01:18:21.710 --> 01:18:24.710
Sie können auch sagen, wir werfen einfach einen Zustand weg, das ist

01:18:24.710 --> 01:18:25.570
ein bisschen Geschmackssache.

01:18:26.050 --> 01:18:31.610
Aber es ist so formal, dass wir jetzt einen Zustand definieren, durch

01:18:31.610 --> 01:18:33.710
die Äquivalenzklassen, die wir haben.

01:18:53.790 --> 01:19:03.370
Also, S1' kann man nicht weglassen, weil ja Sie kommen von S1' mit 0

01:19:03.370 --> 01:19:05.170
und mit 1 auf S4'.

01:19:05.170 --> 01:19:09.190
Aber Sie kommen zum Beispiel von S4' kommen Sie nach S1' oder nach

01:19:09.190 --> 01:19:09.750
S4'.

01:19:09.750 --> 01:19:12.730
Das heißt, Sie brauchen diesen Zustand S1, das haben wir gerade

01:19:12.730 --> 01:19:13.090
gesehen.

01:19:13.190 --> 01:19:16.230
S1 und S4 sind nicht äquivalent.

01:19:17.470 --> 01:19:20.230
Die haben wir markiert, dieses Paar, S1, S4.

01:19:20.230 --> 01:19:22.130
Warum sind die nicht äquivalent?

01:19:22.230 --> 01:19:25.610
S1 ist kein Endzustand, S4 ist ein Endzustand.

01:19:26.290 --> 01:19:28.610
Das heißt, die sind nicht nulläquivalent.

01:19:30.230 --> 01:19:34.370
Und wenn Zustände nicht äquivalent sind, dann heißt das, Sie haben ein

01:19:34.370 --> 01:19:35.590
unterschiedliches Verhalten.

01:19:36.210 --> 01:19:40.470
Wenn ich von denen aus jetzt irgendwelche Zeichen eingebe, komme ich

01:19:40.470 --> 01:19:43.850
in Situationen, wo ich halt ein unterschiedliches

01:19:43.850 --> 01:19:45.130
Akzeptierungsverhalten habe.

01:19:46.290 --> 01:19:47.850
Deswegen, die kann ich gerade nicht weglassen.

01:19:48.910 --> 01:19:49.910
Noch eine Frage?

01:19:52.890 --> 01:19:54.530
Achso, die hatte ich ja gerade beantwortet.

01:19:55.370 --> 01:19:58.110
Okay, und den Automaten malen wir jetzt auch noch auf.

01:19:58.810 --> 01:20:00.990
Das ist auf der nächsten Folie der Fall, hier nochmal.

01:20:01.670 --> 01:20:03.370
Das ist also der alte Automat.

01:20:03.590 --> 01:20:05.570
Die beiden Zustände fassen wir zusammen.

01:20:07.370 --> 01:20:11.000
Und außerdem fassen wir...

01:20:11.690 --> 01:20:16.310
Achso, das S1, S3 wird auch zusammengefasst.

01:20:17.250 --> 01:20:19.510
S4, S5 wird zusammengefasst.

01:20:21.230 --> 01:20:28.070
Also wir haben hier S1 und S3 zusammengefasst.

01:20:28.390 --> 01:20:31.750
Das sind die beiden Zustände, die sind hier blau markiert, rot

01:20:31.750 --> 01:20:33.950
markiert sind die anderen beiden, die äquivalent waren.

01:20:34.530 --> 01:20:37.430
Die sind jeweils zusammengefasst worden und dann kommt eben dabei

01:20:37.430 --> 01:20:42.170
dieser Automat raus als Zustandsdiagramm, der durch diese Tabelle

01:20:42.170 --> 01:20:43.050
beschrieben wird.

01:20:43.050 --> 01:20:47.250
Und der hat das gleiche Verhalten wie der Automat, der links daneben

01:20:47.250 --> 01:20:47.610
steht.

01:20:48.990 --> 01:20:53.710
Auf die Art und Weise wissen wir jetzt, wie wir Automaten vereinfachen

01:20:53.710 --> 01:20:55.290
können und wie wir sie reduzieren können.

01:20:56.870 --> 01:21:01.430
Jetzt können Sie also auf einfache Art und Weise mit diesem Ansatz,

01:21:01.490 --> 01:21:04.770
das ist übrigens ein Ansatz, der dem dynamischen Programmieren

01:21:04.770 --> 01:21:08.550
entspricht, denn dynamisches Programmieren geht immer so vor, dass Sie

01:21:08.550 --> 01:21:14.910
tabellarisch von einfachen Eigenschaften sukzessive schließen auf

01:21:14.910 --> 01:21:16.370
kompliziertere Eigenschaften.

01:21:16.690 --> 01:21:17.830
Genau das haben wir hier gemacht.

01:21:17.950 --> 01:21:21.350
Sie können die Tabelle sukzessive ausfüllen, indem Sie einfache

01:21:21.350 --> 01:21:26.570
Eigenschaften bereits gezeigt haben und daraus auf kompliziertere

01:21:26.570 --> 01:21:27.470
Eigenschaften schließen.

01:21:28.050 --> 01:21:32.190
Das war das, was wir hier gemacht haben.

01:21:32.510 --> 01:21:36.470
Wir hatten angefangen mit der Nicht-X0-Äquivalenz, dann Nicht-X1

01:21:36.470 --> 01:21:37.570
-Äquivalenz usw.

01:21:37.570 --> 01:21:41.810
Wir schließen sukzessive, hangeln uns so hoch, bis wir dann die

01:21:41.810 --> 01:21:45.570
komplexeste Eigenschaft am Ende ermittelt haben, nämlich, dass

01:21:45.570 --> 01:21:47.630
Zustände äquivalent sind.

01:21:49.230 --> 01:21:53.590
Wir konnten eben nicht zeigen, dass sie Nicht-1, Nicht-2, Nicht-3 oder

01:21:53.590 --> 01:21:55.830
Nicht -irgendein-K-Äquivalent sind.

01:21:56.550 --> 01:22:02.350
Okay, und dadurch habe ich Ihnen gezeigt, wie man reduzieren kann.

01:22:04.070 --> 01:22:08.690
Es gibt also zu jedem endlichen Automaten einen äquivalenten minimalen

01:22:08.690 --> 01:22:09.730
endlichen Automaten.

01:22:10.270 --> 01:22:13.270
Das ist der vereinfachte und reduzierte Automat.

01:22:14.810 --> 01:22:18.610
Und diesen nennt man auch den Äquivalenzklassenautomat, weil er halt

01:22:18.610 --> 01:22:20.950
als Zustände jetzt die Äquivalenzklassen hat.

01:22:21.810 --> 01:22:23.830
Man nennt ihn auch manchmal Faktorautomat.

01:22:23.970 --> 01:22:28.010
Also wenn ich einen Automaten A habe, dann faktorisiere ich diesen

01:22:28.010 --> 01:22:31.850
Automaten nach dieser Äquivalenzrelation oder nach der Partition Pi.

01:22:32.550 --> 01:22:33.730
So schreibt man das auch hin.

01:22:34.850 --> 01:22:36.810
Und dann ist das ein Faktorautomat.

01:22:37.290 --> 01:22:40.590
Man kann auch sehr viele Dinge überlegen bezüglich solcher

01:22:40.590 --> 01:22:41.930
Faktorisierungen von Automaten.

01:22:42.750 --> 01:22:45.610
Welche Eigenschaften, welche Struktureigenschaften solche Automaten

01:22:45.610 --> 01:22:45.950
haben.

01:22:46.330 --> 01:22:47.390
Das alles lassen wir hier weg.

01:22:47.490 --> 01:22:51.330
Da kann man also viele Doppelstunden drauf verwenden, die Struktur von

01:22:51.330 --> 01:22:55.670
Automaten zu charakterisieren, wie man die aus einfachen Bauteilen

01:22:55.670 --> 01:22:56.590
aufbauen kann.

01:22:56.590 --> 01:23:00.150
Das entspricht dann sehr stark der tatsächlichen Realisierung von

01:23:00.150 --> 01:23:01.350
Automaten in Hardware.

01:23:02.110 --> 01:23:06.910
Aber das geht über den möglichen Inhalt dieser Vorlesung hinaus.

01:23:07.670 --> 01:23:11.010
Ich belasse es dabei, dass wir jetzt wissen, wie wir Automaten

01:23:11.010 --> 01:23:11.970
reduzieren können.

01:23:12.710 --> 01:23:14.090
Und jetzt kommt ein nächster Begriff.

01:23:14.530 --> 01:23:17.590
Wenn Sie sich das Buch angeschaut haben, da wird ziemlich schnell

01:23:17.590 --> 01:23:22.210
erstmal verwiesen, da haben wir die verschiedenen Automatentypen

01:23:22.210 --> 01:23:25.590
deterministisch zunächst definiert und dann sagen wir, was Nicht

01:23:25.590 --> 01:23:26.690
-Determinismus ist.

01:23:27.470 --> 01:23:30.130
Und das werden wir jetzt machen für die endlichen Automaten.

01:23:31.250 --> 01:23:34.210
Und die Frage ist, was Nicht-Determinismus heißen soll.

01:23:34.290 --> 01:23:38.850
Nicht-Determinismus soll heißen, ich habe eine gewisse Unsicherheit

01:23:38.850 --> 01:23:41.870
bezüglich des nächsten Zustandes.

01:23:42.670 --> 01:23:46.690
Ich habe also einen Zustand und eine Eingabe und danach kommt eine

01:23:46.690 --> 01:23:48.530
Menge von Folgezuständen.

01:23:50.070 --> 01:23:52.870
Der Folgezustand ist dann nicht eindeutig.

01:23:53.970 --> 01:23:56.270
Die Menge von Folgezuständen kann auch leer sein.

01:23:57.330 --> 01:24:01.490
Und das wäre dann ein nicht-deterministischer Automat, bei dem wir für

01:24:01.490 --> 01:24:05.350
jeden Zustand und jede Eingabe eine Menge von Folgezuständen angeben.

01:24:06.350 --> 01:24:07.530
Welchen Sinn macht das?

01:24:07.590 --> 01:24:08.970
Schauen Sie sich dieses Beispiel an.

01:24:10.630 --> 01:24:16.150
Wir haben einen Automaten, der fängt an bei S0 und mit A oder B kann

01:24:16.150 --> 01:24:17.470
er in S0 bleiben.

01:24:19.050 --> 01:24:24.730
Er kann aber mit A, das taucht jetzt nochmal auf, mit A könnte er auch

01:24:24.730 --> 01:24:25.710
nach S1 gehen.

01:24:26.750 --> 01:24:31.410
Mit B könnte er auch nach S2 gehen.

01:24:33.430 --> 01:24:38.790
Und wenn er in S1 oder S2 ist, dann kann er entweder in S1 oder S2

01:24:38.790 --> 01:24:39.890
bleiben mit A und B.

01:24:39.970 --> 01:24:45.050
Er könnte aber auch mit A auf das S3 gehen oder könnte hier mit B auf

01:24:45.050 --> 01:24:45.970
das S3 gehen.

01:24:46.730 --> 01:24:51.910
Und was sehen wir an diesem Automaten sofort oder sehr, sehr schnell?

01:24:52.750 --> 01:24:56.550
Welche Wörter sind in dieser Sprache, die der Automat akzeptiert?

01:24:57.190 --> 01:25:00.930
Das ist ja kein Automat, wie wir ihn bisher beschrieben haben, weil

01:25:00.930 --> 01:25:04.690
wir hier auf einmal mehrere Möglichkeiten haben, in Folgezustände zu

01:25:04.690 --> 01:25:04.930
gehen.

01:25:05.870 --> 01:25:10.430
Bei diesem Automaten kommen wir in diesen Endzustand S3, doch nur

01:25:10.430 --> 01:25:16.590
dadurch, dass wir einmal auf ein A gegangen sein müssen und dann

01:25:16.590 --> 01:25:20.090
nochmal mit einem A zu dem S3.

01:25:20.190 --> 01:25:25.530
Das heißt, diese Wörter, die hier drin sind, die enden mit einem A,

01:25:26.090 --> 01:25:28.930
wenn vorher schon mal ein A da gewesen ist.

01:25:30.430 --> 01:25:33.490
Zwischendrin kann irgendwas gewesen sein und davor auch irgendwas

01:25:33.490 --> 01:25:33.950
anderes.

01:25:34.570 --> 01:25:39.650
Oder sie enden mit einem B, wenn davor schon mal ein B gewesen ist.

01:25:40.970 --> 01:25:42.870
Das haben wir hier ganz einfach ausgedrückt.

01:25:44.390 --> 01:25:46.770
Das heißt, wir können auf einmal mit so einem nicht deterministischen

01:25:46.770 --> 01:25:51.050
Automaten die Struktur einer Sprache ein bisschen einfacher darstellen

01:25:51.050 --> 01:25:52.850
als mit einem deterministischen Automaten.

01:25:53.330 --> 01:25:55.670
Ich werde Ihnen nächstes Mal dann auch zeigen, wie der

01:25:55.670 --> 01:25:59.830
deterministische dazu äquivalente Automat aussieht.

01:26:00.230 --> 01:26:01.510
Der wird komplizierter aussehen.

01:26:01.510 --> 01:26:03.250
Also welche Sprache ist das?

01:26:03.330 --> 01:26:07.970
Das ist die Sprache aller Wörter, die auf irgendein Zeichen X enden,

01:26:08.490 --> 01:26:10.830
das vorher schon mal aufgetaucht ist.

01:26:10.930 --> 01:26:12.510
Das ist durch den Automaten angegeben.

01:26:13.190 --> 01:26:18.170
Und wir werden dann das nächste Mal noch weiter vertiefen und kommen

01:26:18.170 --> 01:26:22.010
dann zu der Betrachtung der nicht deterministischen Automaten, den

01:26:22.010 --> 01:26:23.270
Sprachen, die wir akzeptieren.

01:26:23.410 --> 01:26:26.450
Wir werden sehen, dass das zunächst mal so aussieht, dass wenn das

01:26:26.450 --> 01:26:30.290
eine Erweiterung der Möglichkeiten ist, tatsächlich sind die

01:26:30.290 --> 01:26:31.410
äquivalent.

01:26:31.830 --> 01:26:34.250
Das heißt, wir können keine weiteren Sprachen erkennen.

01:26:34.870 --> 01:26:36.830
Das ist eine nicht triviale Erkenntnis.

01:26:37.230 --> 01:26:39.810
Ich danke Ihnen für die Aufmerksamkeit, wünsche Ihnen noch einen

01:26:39.810 --> 01:26:41.070
schönen Tag, das war es für heute.

