WEBVTT

00:03.100 --> 00:05.710
Ja, schönen guten Tag nochmal von mir.

00:05.990 --> 00:09.010
Also machen wir weiter mit Grundbegriffe der Informatik.

00:09.750 --> 00:12.250
Und das erste ist, dass wir jetzt noch dieses Kapitel über

00:12.250 --> 00:14.210
Aussagenlogik fertig machen.

00:15.370 --> 00:20.890
Und danach kommen wir zu einem ganz, ganz wichtigen Beweisprinzip, das

00:20.890 --> 00:24.630
Sie vielleicht, wahrscheinlich zum Teil schon in der Schule gesehen

00:24.630 --> 00:26.390
haben, vollständige Induktion.

00:29.850 --> 00:37.810
Ja, wir hatten das letzte Mal also erstens definiert, was sind

00:37.810 --> 00:39.410
aussagenlogische Formeln.

00:41.730 --> 00:47.510
Da unten, also das ganz unten ist natürlich keine aussagenlogische

00:47.510 --> 00:54.110
Formel, aber das, wo drüber steht sinnvolles Beispiel, ist ein

00:54.110 --> 00:55.010
sinnvolles Beispiel.

00:58.870 --> 01:01.730
Also wir haben Aussagevariablen, da schreiben wir irgendwelche

01:01.730 --> 01:05.510
Großbuchstaben aus der hinteren Hälfte des Alphabets, meistens so pqr

01:05.510 --> 01:07.470
oder p1, p2, p3, p...

01:07.470 --> 01:09.110
Ich weiß nicht, wie viel, wenn man viele braucht.

01:10.470 --> 01:15.390
Und die darf man dann halbwegs plausibel zusammensetzen mit Hilfe...

01:15.390 --> 01:18.690
Zum einen darf man vor eine Formel, die man schon hat, so ein

01:18.690 --> 01:21.390
Negationszeichen schreiben und dann immer noch schön Klammern

01:21.390 --> 01:21.930
außenrum.

01:21.930 --> 01:26.250
Oder man nimmt zwei Formeln und schreibt so ein kleines Dach, das ist

01:26.250 --> 01:29.690
das Zeichen für das logische und oder das umgedrehte für das logische

01:29.690 --> 01:32.830
oder oder so ein Pfeil für die Implikation dazwischen.

01:35.110 --> 01:38.490
Und dann hat man festgelegt, was sind Formeln, aber man hat noch

01:38.490 --> 01:40.210
überhaupt nicht festgelegt, was soll das alles.

01:41.470 --> 01:45.710
Und worauf man hinaus will, ist, dass jede Formel eine boolische

01:45.710 --> 01:49.870
Funktion beschreibt, das ist also eine Abbildung...

01:52.030 --> 01:55.910
Da stecke ich als Argumente ein oder mehr an Wahrheitswerte rein, also

01:55.910 --> 01:59.310
der Grundbereich ist irgendwie die Menge, die wahr und falsch, true

01:59.310 --> 02:01.870
und false und wie auch immer Sie das nennen wollen, enthält.

02:03.850 --> 02:09.370
Und boolische Funktionen nehmen also solche Argumente und liefern als

02:09.370 --> 02:11.730
Funktionswert auch wieder so einen Wahrheitswert.

02:13.370 --> 02:15.890
Und da hatten wir uns so ein bisschen was angeguckt.

02:16.870 --> 02:21.330
Das Wichtigste ist vielleicht aus diesem Bereich, dass Sie sich bitte

02:21.330 --> 02:25.710
daran erinnern oder nochmal klarmachen, wir haben dann hier so eine

02:25.710 --> 02:31.730
boolische Funktion für die Implikation sozusagen und das ist einfach

02:31.730 --> 02:34.970
die Definition von wann ist eine Implikation wahr.

02:37.610 --> 02:45.590
Nämlich genau dann, wenn x-Pfeil y sozusagen ist wahr, wenn x falsch

02:45.590 --> 02:48.790
ist oder y wahr.

02:48.950 --> 02:51.730
Also das ist nichts anderes, wenn Sie hier die Tabellen, die Spalten

02:51.730 --> 02:54.950
vergleichen, das ist nichts anderes wie nicht x oder y.

02:55.230 --> 02:59.710
Das ist die Definition dann von Implikation, also hier der boolischen

02:59.710 --> 03:00.990
Implikationsfunktion.

03:04.970 --> 03:08.050
Also auch boolische Funktionen und was man jetzt machen will, ist zu

03:08.050 --> 03:16.110
sagen, jede aussagenlogische Formel hat eine Bedeutung und die

03:16.110 --> 03:17.890
Bedeutung ist so eine boolische Funktion.

03:22.130 --> 03:28.610
Zu diesem Zwecke, also wir haben immer zugrunde liegend eine Menge von

03:28.610 --> 03:34.290
Aussagevariablen und dann als erstes, was ganz nützlich ist, ein

03:34.290 --> 03:38.330
Begriff, den man ständig benutzen will und deswegen führt man ihn ein,

03:38.950 --> 03:42.650
im alltäglichen Leben, auch bei Ihnen, wenn Sie irgendwas Größeres mal

03:42.650 --> 03:44.810
beweisen oder aufschreiben, werden Sie merken an irgendwelchen

03:44.810 --> 03:47.610
Stellen, jetzt schreibe ich zum dritten, vierten, fünften Mal

03:47.610 --> 03:51.890
irgendetwas Längeres, diesem Ding sollte ich vielleicht einen Namen

03:51.890 --> 03:54.830
geben, damit ich bequemer reden kann, kompakter.

03:56.110 --> 03:59.690
Und das ist hier so ein Fall und wir warten nicht darauf, dass wir

03:59.690 --> 04:01.930
merken, dass wir immer wieder über das Gleiche reden, sondern ich sage

04:01.930 --> 04:05.130
Ihnen gleich, was man brauchen kann, sind sogenannte Interpretationen,

04:05.650 --> 04:06.770
das sind einfach Abbildungen.

04:06.850 --> 04:09.890
Eine Interpretation ist eine Abbildung, die legt einfach für jede

04:09.890 --> 04:13.990
Aussagevariable einen Wahrheitswert fest, also P ist wahr, Q ist

04:13.990 --> 04:17.050
falsch, R ist falsch, S ist wahr oder so etwas.

04:17.990 --> 04:23.710
Und jede solche Abbildung oder wenn Sie P1, P2, P3 haben, jede solche

04:23.710 --> 04:27.650
Abbildung legt eben für jede Aussagevariable, die Sie gerade

04:27.650 --> 04:30.390
interessiert, das sind immer typischerweise nur endlich viele, weil

04:30.390 --> 04:33.290
jede Formel endlich ist, da können nur endlich viele Aussagevariablen

04:33.290 --> 04:37.250
auftauchen, legt für jede Variable fest, was soll Ihr Wahrheitswert

04:37.250 --> 04:37.590
sein.

04:38.150 --> 04:42.370
Also wenn Sie hier so für jede Aussagevariable eine Spalte machen,

04:44.810 --> 04:48.550
dann steht hier in jeder Zeile eine Interpretation der drei

04:48.550 --> 04:52.850
Aussagevariablen, P1, P2, P3 und das sind hier acht Zeilen für alle

04:52.850 --> 04:53.770
acht Möglichkeiten.

04:54.630 --> 04:57.550
Zwei Möglichkeiten für die erste, mal zwei Möglichkeiten für die

04:57.550 --> 05:00.210
zweite, mal zwei Möglichkeiten für die dritte Aussagevariable.

05:02.270 --> 05:05.830
Also eine Interpretation legt für jede Aussagevariable einen

05:05.830 --> 05:06.590
Wahrheitswert fest.

05:07.930 --> 05:11.030
Und ich weiß gar nicht, ob wir das schon irgendwo brauchen, aber für

05:11.030 --> 05:16.270
die Menge aller Abbildungen von V nach B, zum Beispiel schreibe ich B

05:16.270 --> 05:19.510
hoch V, nur mal so am Rande, falls das irgendwo auftaucht, ich glaube

05:19.510 --> 05:19.930
noch nicht.

05:20.250 --> 05:22.830
Wir reden da später nochmal in einem späteren Kapitel ausführlich

05:22.830 --> 05:23.110
drüber.

05:23.690 --> 05:26.510
Also der Punkt ist, jede Aussagevariable kriegt einen Wahrheitswert.

05:27.550 --> 05:30.890
So, und jetzt aussagenlogische Formeln, wie waren die definiert?

05:31.210 --> 05:34.430
Also da gab es erstens den Fall, dass man gesagt hat, eine einzelne

05:34.430 --> 05:38.190
Aussagevariable ist schon eine aussagenlogische Formel.

05:38.310 --> 05:40.410
Wenn Sie einfach P hinschreiben, dann ist das schon eine

05:40.410 --> 05:41.430
aussagenlogische Formel.

05:42.190 --> 05:46.590
Das sind die einfachsten und die komplizierteren sind so mithilfe von

05:46.590 --> 05:49.730
Konnektiven aus kleineren zusammengesetzt.

05:51.550 --> 05:55.090
Und für einzelne Aussagevariable, wenn man eine Interpretation hat,

05:55.150 --> 05:56.750
weiß man, sie ist wahr oder falsch.

05:57.430 --> 06:00.630
Die Interpretation sagt einem das, die sagt einem das ja für jede

06:00.630 --> 06:01.510
Aussagevariable.

06:02.810 --> 06:05.410
Und jetzt muss man das irgendwie hochziehen und sagen, ja, wenn die

06:05.410 --> 06:08.730
Formel komplizierter ist und aus einfacheren Teilen zusammengesetzt,

06:09.450 --> 06:12.650
wie setze ich denn dann aus den Wahrheitswerten für die einzelnen

06:12.650 --> 06:16.370
Teile, wie berechne ich daraus den Wahrheitswert für die ganze Formel?

06:19.270 --> 06:22.490
Also erstmal, man stellt sich auf den Standpunkt, das geht, wie

06:22.490 --> 06:27.410
gesagt, die Wahrheit einer Aussage soll nur abhängen von den

06:27.410 --> 06:31.310
Wahrheitswerten der Teilaussagen und von nichts anderem.

06:32.430 --> 06:33.730
Und wie zieht man das jetzt hoch?

06:33.850 --> 06:38.610
Na ja, also wir wollen jetzt für jede Aussagenlogische Formel groß F

06:38.610 --> 06:44.370
definieren, was kommt daraus, wenn ich die auswerte und zugrunde lege

06:44.370 --> 06:46.110
eine bestimmte Interpretation I.

06:46.890 --> 06:49.910
Also wenn Sie irgendeine Interpretation I haben, dann die Abbildung

06:49.910 --> 06:55.610
Wall und ein I, soll für jede Formel sagen, ist die jetzt wahr oder

06:55.610 --> 06:56.010
falsch.

06:57.190 --> 07:01.310
Und dann muss man also Wall I von F für jede Möglichkeit, was F sein

07:01.310 --> 07:02.390
kann, irgendwie definieren.

07:03.650 --> 07:06.890
Und die Definition für die Formeln war, man nimmt Aussagevariablen

07:06.890 --> 07:09.190
oder setzt das aus kleineren Dingen zusammen.

07:09.910 --> 07:14.250
Und analog hangelt sich jetzt die Definition von, was ist Wall I von F

07:14.250 --> 07:15.230
auch hoch.

07:16.250 --> 07:19.350
Und man fängt also an, bei einer einzelnen Aussagevariable, also wenn

07:19.350 --> 07:23.510
Groß X jetzt hier irgendeine Aussagevariable ist, dann was bedeutet

07:23.510 --> 07:24.910
es, X auszuwerten?

07:25.230 --> 07:28.090
Na ja, man schaut einfach in der Interpretation nach, welchen

07:28.090 --> 07:33.210
Wahrheitswert, welcher Wahrheitswert wird in der Interpretation für

07:33.210 --> 07:35.130
die Aussagevariable X vorgegeben.

07:35.950 --> 07:40.110
Also für jedes X soll die Auswertung von X einfach der Wert in der

07:40.110 --> 07:41.090
Interpretation sein.

07:41.950 --> 07:46.150
Was soll es bedeuten, die Negation einer Formel auszuwerten?

07:46.850 --> 07:50.310
Na ja, da wertet man erstmal die Originalformel aus und dann negiert

07:50.310 --> 07:51.270
man den Wahrheitswert.

07:53.090 --> 07:56.890
Was bedeutet es, eine Formel der Formel G und H auszuwerten?

07:56.950 --> 08:00.950
Da wertet man erstmal G und H aus und dann wendet man die Buhl'sche

08:00.950 --> 08:02.550
Funktion für das logische UND aus.

08:03.090 --> 08:08.510
Mit der Konsequenz, G und H ist genau dann wahr, wenn sowohl G wahr

08:08.510 --> 08:13.590
ist zu wahr ausgewertet wird bei der Interpretation als auch H.

08:14.490 --> 08:19.730
Und G oder H ist wahr, wenn mindestens eine der Formeln G oder H wahr

08:19.730 --> 08:20.090
ist.

08:20.770 --> 08:26.270
Und die Implikation G-Pfeil H ist wahr genau dann, wenn die Buhl'sche

08:26.270 --> 08:31.610
Funktion, die wir da gerade hatten für den Pfeil, eben wahr liefert

08:31.610 --> 08:36.470
und das heißt, G muss zu falsch ausgewertet werden oder H zu wahr.

08:36.810 --> 08:37.410
Oder beides.

08:39.690 --> 08:42.850
Und ich hatte ja das letzte Mal schon gesagt, dass statt dieser

08:42.850 --> 08:48.270
Buhl'schen Funktionen hier B unten Dach, B unten irgendwas, manche

08:48.270 --> 08:51.030
Leute schreiben dann auch einfach eben für die Buhl'sche Funktion auch

08:51.030 --> 08:54.250
wieder in Fixnotationen so ein UND oder ein ODER oder NICHT.

08:55.130 --> 09:01.430
Und dann sieht die Definition von dieser, was ist aus Wall I einer

09:01.430 --> 09:04.270
Formel F noch viel plausibler aus sozusagen.

09:04.430 --> 09:08.970
Auswertung von G und H ist Auswertung von G, Buhl'sche Funktion und

09:08.970 --> 09:09.910
Auswertung von H.

09:10.170 --> 09:13.530
Und genauso für das ODER und sozusagen analog für das NICHT.

09:14.090 --> 09:18.170
Also in Anführungszeichen, ja man zieht das Auswerten einfach zu den

09:18.170 --> 09:19.210
Teilformeln rein.

09:20.290 --> 09:23.510
Aber bitte dann, wenn Sie es reingezogen haben, hier auf der rechten

09:23.510 --> 09:26.770
Seite das DACH, das ODER, das NICHT, das sind jetzt nicht mehr die

09:26.770 --> 09:30.410
Symbole aus aussagenlogischen Formeln, sondern das sind diese

09:30.410 --> 09:32.110
Buhl'schen Funktionen.

09:32.910 --> 09:35.770
Und für Implikationen gibt es keine gängige Schreibweise, deswegen

09:35.770 --> 09:37.250
habe ich da nicht nochmal was hingeschrieben.

09:39.350 --> 09:42.650
Und da kann man sich jetzt hier natürlich auch wieder fragen, das

09:42.650 --> 09:44.790
werden wir jetzt an der Stelle aber noch nicht ausführlich

09:44.790 --> 09:49.310
diskutieren, warum ist das denn wirklich so, dass jetzt tatsächlich

09:49.310 --> 09:54.330
aufgrund dieser fünf Gleichungen, die da auf der linken Seite hier

09:54.330 --> 09:59.790
stehen, wirklich erstens für jede Formel ein Wahrheitswert festgelegt

09:59.790 --> 10:03.910
wird und zweitens für keine Formel, wo möglich auf unterschiedlichen

10:03.910 --> 10:07.530
Wegen verschiedene Wahrheitswerte festgelegt werden, dass das Ganze

10:07.530 --> 10:09.490
widersprüchlich wäre, das will man natürlich auch nicht.

10:09.830 --> 10:13.050
Also man will, dass für alle Fälle was festgelegt wird und dass es

10:13.050 --> 10:14.630
immer eindeutig ist, was rauskommt.

10:14.630 --> 10:15.490
So.

10:17.370 --> 10:17.890
Gut.

10:20.710 --> 10:23.650
Ganz einfaches Beispiel, einfach, dass Sie sehen, dass das alles

10:23.650 --> 10:25.050
anscheinend irgendwie sinnvoll ist.

10:25.410 --> 10:29.110
Nehmen Sie an, wir haben eine Interpretation, wo P denn wahr ist und Q

10:29.110 --> 10:33.990
falsch und wir fragen uns jetzt, was kommt raus, wenn ich die Formel

10:33.990 --> 10:35.990
nicht P und Q auswerte?

10:36.170 --> 10:41.910
Also was ist der Fall I von G für diese Formel G hier, nicht P und Q?

10:42.610 --> 10:45.630
Und da muss man, das ist jetzt wirklich eine Stelle, da muss man

10:45.630 --> 10:47.470
sozusagen gar nicht groß nachdenken.

10:50.350 --> 10:54.190
Manchmal mit Nachdenken kann man irgendwelche Dinge vereinfachen,

10:54.270 --> 10:59.050
abkürzen, das ist nicht verboten, aber hier können wir es nicht,

10:59.110 --> 10:59.710
brauchen wir es nicht.

11:00.070 --> 11:02.250
Was ist Auswertung von nicht P und Q?

11:02.750 --> 11:06.150
Die Definition sagt, wenn das im Großen und Ganzen der Formel ist von

11:06.150 --> 11:11.130
der Bauart Negation von irgendetwas, dann werte man erst mal das

11:11.130 --> 11:14.910
Irgendetwas aus, was hinterher noch negiert wird und darauf wende man

11:14.910 --> 11:16.610
die Negationsfunktion an.

11:17.270 --> 11:21.150
Und dann müssen Sie hier drin P und Q, diese Formel P und Q auswerten,

11:21.250 --> 11:25.210
die Definition sagt, da wertet man erst mal P und Q aus und wendet

11:25.210 --> 11:27.210
dann die Buhlschuhfunktion fürs logische Und an.

11:28.290 --> 11:32.130
Und dann steht hier, man werte P beziehungsweise Q aus, was heißt das?

11:32.390 --> 11:35.530
Laut Definition einfach nachgucken, was die Interpretation

11:35.530 --> 11:36.190
vorschreibt.

11:37.610 --> 11:41.530
Also für einzelne Aussagevariable, das ist die Interpretation von P

11:41.530 --> 11:44.010
und der Wert von Q ist die Interpretation von Q.

11:44.550 --> 11:48.170
Und dann können Sie hier einfach einsetzen, P ist wahr, Q ist falsch

11:48.170 --> 11:52.610
und logisches Und von wahr und falsch ist falsch und Negation von

11:52.610 --> 11:53.250
falsch ist wahr.

11:53.950 --> 11:54.370
Fertig.

11:55.050 --> 11:55.730
Das ist alles.

11:56.690 --> 12:00.630
Und auf diese Art und Weise, das klappt immer, für jede

12:00.630 --> 12:03.650
Interpretation, für jede Formel können Sie im Prinzip so rechnen, wenn

12:03.650 --> 12:07.050
Sie hinreichend geduldig sind und am Ende kommt wahr oder falsch raus.

12:08.750 --> 12:12.630
Und da haben wir jetzt also gegeben eine Interpretation, immer

12:12.630 --> 12:16.370
festgelegt, für diese Interpretation irgendeine Formel, was ist der

12:16.370 --> 12:17.450
Wahrheitswert insgesamt.

12:19.710 --> 12:21.950
Achso, und hier ist dann nochmal das Gleiche hingeschrieben, aber

12:21.950 --> 12:24.650
nicht mit diesen komischen burschen Funktionen, sondern so, wie man es

12:24.650 --> 12:25.830
dann üblicherweise macht.

12:28.130 --> 12:32.170
Also Negation von Wahl P und Q, das ist Wahl P, logisches Und, Wahl Q,

12:32.410 --> 12:35.570
das ist I von P und I von Q, wahr und falsch, falsch nicht, falsch ist

12:35.570 --> 12:35.790
wahr.

12:37.610 --> 12:37.890
Gut.

12:41.850 --> 12:46.210
Und dann kommt man manchmal in die Situation, zum Beispiel auf der

12:46.210 --> 12:48.950
nächsten oder übernächsten Folie, da will man eine Formel nicht nur

12:48.950 --> 12:51.550
für eine Interpretation auswerten, sondern für alle.

12:54.130 --> 12:56.990
Na ja, dann macht man das im Prinzip genauso.

12:57.990 --> 13:01.310
Da fängt man an, also man schreibt sich dann erstmal in so einer

13:01.310 --> 13:04.970
Tabelle Spalten hin für alle Aussagen, Variablen, die vorkommen.

13:05.450 --> 13:09.050
Also meinetwegen bei unserer Formel nicht P und Q, eben eine Spalte

13:09.050 --> 13:12.390
für P, eine Spalte für Q und schreibt dann darunter alle

13:12.390 --> 13:14.510
Interpretationen, die überhaupt möglich sind.

13:14.850 --> 13:18.950
Beide falsch, nur die P falsch, nur Q falsch, beide wahr.

13:20.530 --> 13:24.790
Und dann hangelt man sich so langsam hoch, so wie die Formel aufgebaut

13:24.790 --> 13:32.350
ist und wertet irgendwelche Dinge aus, zum Beispiel hier in der

13:32.350 --> 13:35.730
vorletzten Spalte ignorieren Sie jetzt mal die Spalten 3, 4 und 5 für

13:35.730 --> 13:36.190
den Moment.

13:37.150 --> 13:42.090
P und Q, können Sie jetzt für jede Interpretation von P und Q hier

13:42.090 --> 13:45.130
vorne, stehen die alle, können Sie mal hinschreiben, was gibt jetzt

13:45.130 --> 13:46.690
die Auswertung von P und Q.

13:46.870 --> 13:50.610
Also erste Zeile falsch und falsch gibt falsch, zweite Zeile falsch

13:50.610 --> 13:53.570
und wahr gibt falsch, dritte Zeile wahr und falsch gibt falsch, wahr

13:53.570 --> 13:54.250
und wahr gibt wahr.

13:56.010 --> 13:59.190
Und dann die Negation davon, da müssen Sie diese Werte hier alle noch

13:59.190 --> 14:00.730
umkippen, wahr, wahr, wahr, falsch.

14:02.770 --> 14:05.810
Und jetzt habe ich hier spaßhalber nochmal Spalten hingeschrieben für

14:05.810 --> 14:08.970
nicht P und nicht Q, die kriegt man ganz leicht, Sie nehmen die Spalte

14:08.970 --> 14:12.070
für W, drehen alles um, Sie nehmen die Spalte für Q, drehen alles um

14:12.070 --> 14:18.010
und dann das oder von nicht P und nicht Q und dann war oder war ist

14:18.010 --> 14:21.030
wahr, war oder falsch ist wahr, falsch oder war ist wahr, falsch oder

14:21.030 --> 14:21.810
falsch ist falsch.

14:22.810 --> 14:27.070
Und dann sehen Sie hier in der drittletzten Spalte jetzt für alle

14:27.070 --> 14:29.990
Interpretationen, die denkbar sind, für die Formel nicht P oder nicht

14:29.990 --> 14:34.750
Q, kommt raus war, war, war falsch und für die andere Formel, die wir

14:34.750 --> 14:37.690
gerade schon hatten, kommt auch raus, war, war, war falsch.

14:41.700 --> 14:45.160
Da steht also in der drittletzten Spalte und in der letzten Spalte für

14:45.160 --> 14:47.700
jede Interpretation das Gleiche.

14:48.240 --> 14:53.180
Also diese beiden Formeln nicht P oder nicht Q und nicht P und Q sind

14:53.180 --> 14:56.620
so, egal welche Interpretation Sie nehmen, da kommt immer das Gleiche

14:56.620 --> 14:57.680
raus bei beiden Formeln.

14:57.740 --> 15:01.660
Das sind verschiedene Formeln, syntaktisch, in der einen kommt ein

15:01.660 --> 15:05.080
oder vor, aber kein und, in der anderen kommt ein und vor, aber kein

15:05.080 --> 15:08.480
oder, das sind syntaktisch unterschiedliche Gebilde, die sind sogar

15:08.480 --> 15:13.060
unterschiedlich lang, in der einen, ach so, wegen der Klammern sieht

15:13.060 --> 15:14.580
es jetzt gleich aus, na gut.

15:16.580 --> 15:19.900
Also das sind syntaktisch verschiedene Gebilde, aber für jede

15:19.900 --> 15:26.140
Interpretation der Wahrheitswert ist immer der Gleiche.

15:26.300 --> 15:27.520
Sowas kommt vor.

15:28.160 --> 15:33.120
Genauso wie zweimal X das Gleiche, wenn Sie in Zahlen, in irgendeinem

15:33.120 --> 15:36.420
Zahlenbereich rechnen, zweimal X, da kommt immer das Gleiche raus wie

15:36.420 --> 15:37.360
bei X plus X.

15:39.880 --> 15:43.180
Es gibt verschiedene Ausdrücke, die irgendwie immer das Gleiche

15:43.180 --> 15:45.000
bedeuten, in Anführungszeichen.

15:47.180 --> 15:50.820
So, und das ist ein wichtiges Konzept, deswegen kriegt das auch

15:50.820 --> 15:54.160
gleichen Namen und zwei Formeln, G und H, wollen wir Äquivalent

15:54.160 --> 15:59.300
nennen, wenn gilt, egal welche Interpretation man hernimmt, wenn man

15:59.300 --> 16:01.900
die eine Formel auswertet, wenn man die andere Formel auswertet, in

16:01.900 --> 16:04.700
der gleichen Interpretation, es kommt der gleiche Wahrheitswert raus.

16:05.320 --> 16:07.600
Für alle Interpretationen.

16:09.100 --> 16:10.120
Das ist das, was hier steht.

16:10.280 --> 16:13.040
Für jede Interpretation, Auswertung der einen Formel liefert das

16:13.040 --> 16:14.500
Gleiche wie Auswertung der anderen Formel.

16:14.800 --> 16:17.620
Und dafür schreiben wir jetzt dann im Folgenden vielleicht mal so G

16:17.620 --> 16:22.380
und drei waagerechte Striche H, so für Kurzform, Umgangssprache, für

16:22.380 --> 16:23.400
diesen Äquivalent.

16:24.080 --> 16:26.540
Und Äquivalent hat aber eine präzise Bedeutung.

16:27.980 --> 16:31.080
Und das erste Beispiel haben wir also gerade gesehen, Nicht-P oder

16:31.080 --> 16:33.740
Nicht -Q ist Äquivalent zu Nicht-P und Q.

16:34.920 --> 16:39.800
Man kann sich auch überlegen, Nicht-Nicht-P ist Äquivalent zu P. Man

16:39.800 --> 16:44.220
kann sich auch überlegen, das ist das, was wir in einer der Tabellen

16:44.220 --> 16:48.240
bei den burschen Funktionen gesehen haben, P-Pfeil-Q ist Äquivalent zu

16:48.240 --> 16:49.660
Nicht -P oder Q.

16:51.800 --> 16:57.940
Und das ist irgendwie die einzige Stelle bei der Implikation, wo man

16:57.940 --> 17:00.620
sich vielleicht, je nachdem, wie viel Sie schon in der Schule gesehen

17:00.620 --> 17:04.520
haben, noch ein bisschen an etwas gewöhnen muss, dass das so gesehen

17:04.520 --> 17:04.840
wird.

17:06.120 --> 17:11.080
P -Pfeil-Q ist unter anderem immer dann wahr, wenn P falsch ist.

17:13.960 --> 17:17.680
Egal, ob Sie daraus etwas folgern, was wahr oder falsch ist.

17:18.580 --> 17:22.120
Wenn die Voraussetzung falsch ist, die Implikation stimmt immer.

17:27.180 --> 17:31.440
Um vielleicht ein etwas besseres Gefühl dafür zu kriegen, fragen Sie

17:31.440 --> 17:36.060
sich mal, was ist denn das Gegenteil von P-Pfeil-Q, also jetzt mal

17:36.060 --> 17:39.340
umgangssprachlich, aus P folgt Q.

17:40.740 --> 17:50.160
Was würden Sie so anschaulich, das Gegenteil wäre, wenn Nicht aus P Q

17:50.160 --> 17:57.200
folgt, dass es also irgendwie geht, dass P wahr ist, aber Q nicht.

17:57.620 --> 17:59.540
Und das heißt, Nicht-Q ist wahr.

18:00.840 --> 18:09.260
Also P und Nicht-Q ist sozusagen das Gegenteil von P-Pfeil-Q.

18:09.620 --> 18:14.040
Das heißt, P-Pfeil-Q ist irgendwie äquivalent zu der Negation von P

18:14.040 --> 18:14.860
und Nicht-Q.

18:15.500 --> 18:19.880
Und jetzt können Sie zum Beispiel diese Äquivalenz von hier oben, die

18:19.880 --> 18:25.140
erste, ausnutzen und sagen, ja, Nicht-P und Nicht-Q ist äquivalent zu

18:25.140 --> 18:31.240
Nicht -das-erste, Nicht-P, oder Nicht-das-zweite, also Nicht-Nicht-Q.

18:31.980 --> 18:36.660
Und Nicht-Nicht-Q ist äquivalent zu Q und dann haben Sie Nicht-P oder

18:36.660 --> 18:43.440
Q als äquivalent zu P-Pfeil-Q in Anführungszeichen erkannt.

18:45.960 --> 18:49.480
Also das ist unsere Definition von Implikation.

18:50.700 --> 18:54.700
Das findet man manchmal in einigen Extremfällen etwas kurios, aber so

18:54.700 --> 18:55.120
ist sie.

18:55.860 --> 18:58.020
Und sie hat sich bewährt, diese Festlegung.

18:58.280 --> 18:59.300
Und deswegen nimmt man die.

18:59.900 --> 19:03.840
Jetzt würde man ja vielleicht gerne, also wenn Sie jetzt eine

19:03.840 --> 19:09.800
aussagenlogische Formel haben, für jede Interpretation, es kommt beim

19:09.800 --> 19:11.220
Auswerten ein Wahrheitswert raus.

19:11.320 --> 19:14.520
Das heißt, jede Formel legt irgendwie so eine Abbildung fest von

19:14.520 --> 19:18.040
Interpretation zu Gesamtwahrheitswert.

19:18.960 --> 19:22.120
Das gibt dann also, jede Formel legt dann also so eine Abbildung fest

19:22.120 --> 19:26.120
von BHV, Menge aller Interpretationen, nach Buhlscher Wert, der bei

19:26.120 --> 19:27.400
der Auswertung rauskommt.

19:29.120 --> 19:34.900
Und jetzt, wenn Sie die beiden Formeln nehmen, P0 und P0 einerseits

19:34.900 --> 19:39.880
und P2 und P2 andererseits, dann sind jetzt nach allem, was wir

19:39.880 --> 19:42.760
definiert haben, diese beiden Formeln nicht äquivalent.

19:44.080 --> 19:47.780
Wenn Sie nämlich eine Interpretation nehmen, wo P0 wahr ist und P2

19:47.780 --> 19:54.940
falsch, ist das der Fall, ja, dann P0 und P0 ist wahr, P2 und P2 ist

19:54.940 --> 19:55.420
falsch.

19:56.260 --> 19:57.180
Aber irgendwie,

20:00.800 --> 20:04.540
Hände wedeln, so richtig unterschiedlich sind die Formeln ja nicht, da

20:04.540 --> 20:06.200
ist ja nur die Variable umbenannt.

20:06.400 --> 20:10.180
Das ist doch in irgendeinem plausiblen Sinne das Gleiche.

20:11.820 --> 20:18.020
Und deswegen, was man dann machen kann, ist, man sagt, ja okay, also

20:18.020 --> 20:26.360
wir wollen jetzt einer Formel eine Buhlsche Funktion zuordnen, also

20:26.360 --> 20:30.780
nicht eine Abbildung aus jeder Interpretation ergibt sich ein

20:30.780 --> 20:36.460
Buhlscher Wert dann, sondern wirklich, man hat k-Buhlsche Werte und

20:36.460 --> 20:40.820
die werden durch die Formel auf einen Buhlschen Wert abgebildet und ob

20:40.820 --> 20:46.580
in der Formel die Variablen jetzt P1, P2, P3 oder P100, P101, P102

20:46.580 --> 20:47.580
heißen, ganz egal.

20:48.860 --> 20:50.900
Und was man dann machen kann, ist, man sagt, naja,

20:54.020 --> 21:00.400
wenn man die k-Wahrheitswerte hat, dann soll halt der erste

21:00.400 --> 21:04.260
Wahrheitswert für die Aussagevariable mit dem kleinsten Index sein,

21:04.480 --> 21:08.160
der zweite Wahrheitswert für die Aussagevariable mit dem zweitgrößten,

21:08.420 --> 21:11.200
die dritte der Wahrheitswert für die Aussagevariable mit dem

21:11.200 --> 21:14.140
drittgrößten Index und so weiter.

21:15.160 --> 21:18.780
Also Sie ignorieren dann die Nummerierung und interessieren sich nur

21:18.780 --> 21:22.120
für kleinster Index, zweitkleinster, drittkleinster.

21:22.620 --> 21:26.980
Und da stellt man sich jetzt wirklich, wir haben immer P0, P1, P2 und

21:26.980 --> 21:27.920
nicht so PQR.

21:34.690 --> 21:39.650
Also in einem plausiblen Sinne, wenn Sie eine Formel haben, Sie können

21:39.650 --> 21:43.790
sich so eine Tabelle machen für jede Interpretation, eine Zeile und

21:43.790 --> 21:46.250
die Formel auswerten, was kommt insgesamt raus.

21:47.090 --> 21:48.510
Das ist das Wesentliche.

21:49.330 --> 21:54.010
So, und jetzt kommen wir an eine Stelle, da werden jetzt noch zwei,

21:54.110 --> 22:00.950
drei Begriffe festgelegt und dann kommen ein paar Aussagen, die wir

22:00.950 --> 22:07.930
gar nicht beweisen werden, weil das irgendwie dann doch, in einem Fall

22:07.930 --> 22:09.970
eine Andeutung gebe ich Ihnen noch, aber ansonsten führt das

22:09.970 --> 22:14.990
vielleicht ein bisschen weit, aber ich möchte doch die wesentlichen

22:14.990 --> 22:16.290
Dinge gesagt haben.

22:18.910 --> 22:22.470
Später in dem Kapitel über Prädikatenlogik werden Sie sehen, das

22:22.470 --> 22:25.330
gleiche Programm taucht wieder auf, da sind die Beweise natürlich noch

22:25.330 --> 22:28.570
schwieriger, die werden wir erst recht nicht machen, aber einfach,

22:28.710 --> 22:33.170
dass Sie schon mal ein Gefühl dafür kriegen, was man da anstellt und

22:33.170 --> 22:36.570
warum das vielleicht ganz schön ist, was man da hinkriegt.

22:43.410 --> 22:47.030
Wenn Sie eine Aussagenlogische Formel G haben und eine Interpretation,

22:47.170 --> 22:49.910
dann gibt es zwei Möglichkeiten, wenn Sie die Formel auswerten mit der

22:49.910 --> 22:52.690
Interpretation, dann kommt da wahr oder falsch raus.

22:53.710 --> 22:56.430
Und jetzt stellen wir uns mal, oder jetzt sagt man, eine

22:56.430 --> 23:00.510
Interpretation ist ein Modell für eine Formel, wenn bei der Auswertung

23:00.510 --> 23:01.410
wahr rauskommt.

23:01.930 --> 23:03.470
Das ist sozusagen der schöne Fall.

23:06.690 --> 23:09.630
Und wenn man gleich mehrere Formeln hat, dann sagt man, eine

23:09.630 --> 23:14.530
Interpretation ist ein Modell für die ganze Menge von Formeln, wenn

23:14.530 --> 23:19.230
halt jede der Formeln aus der ganzen Menge immer ausgewertet war, gibt

23:19.230 --> 23:20.790
für diese Interpretation I.

23:25.780 --> 23:31.860
Und jetzt kann es sein, Sie haben eine Menge Großgamma von Formeln und

23:31.860 --> 23:38.440
eine Interpretation ist ein Modell für jede Formel in dieser

23:38.440 --> 23:39.880
Formelmenge Großgamma.

23:43.160 --> 23:48.100
Und jetzt kann es sein, dass für jede dieser Interpretationen, die ein

23:48.100 --> 23:52.660
Modell von Großgamma ist, auch ein Modell ist für irgendeine Formel

23:52.660 --> 23:53.080
GroßG.

23:54.460 --> 23:58.320
Also Sie haben so eine Formelmenge Gamma, vielleicht mehrere Formeln,

23:58.400 --> 24:01.040
vielleicht auch nur eine, vielleicht gar keine, wer weiß.

24:02.440 --> 24:07.120
Und Sie haben eine Formel GroßG, auf jeden Fall eine, und jetzt kann

24:07.120 --> 24:10.740
es sein, dass jede Interpretation, die alle Formeln aus Gamma

24:10.740 --> 24:13.500
wahrmacht, immer auch die Formel G wahrmacht.

24:14.620 --> 24:16.460
Egal, welche Interpretation Sie nehmen.

24:16.640 --> 24:19.380
Jede, die alle Formeln aus Gamma wahrmacht, macht auch G wahr.

24:20.360 --> 24:23.880
Und dann schreibt man da sowas hin, auf der linken Seite die

24:23.880 --> 24:28.180
Formelmenge Gamma, auf der rechten Seite die Formelmenge G und

24:28.180 --> 24:31.680
dazwischen so ein Zeichen, ein senkrechter Strich und daran kleben

24:31.680 --> 24:32.860
zwei waagerechte Striche.

24:37.150 --> 24:41.670
Also das bedeutet, jede Interpretation, die alle Formeln aus Gamma

24:41.670 --> 24:43.890
wahrmacht, macht auch die Formel G wahr.

24:48.720 --> 24:53.880
Und wenn die Formelmenge Gamma nur eine Formel enthält, dann schreibt

24:53.880 --> 24:57.880
man meistens nicht die Formel mit geschweiften Klammern außenrum hin,

24:57.920 --> 25:00.080
damit es eine ganze Menge ist, sondern man spart sich die Klammern,

25:00.080 --> 25:03.040
dann schreibt man nur die Formel hin und wenn die Formelmenge Gamma

25:03.040 --> 25:06.340
leer ist, dann schreibt man da nicht die leere Menge hin, sondern gar

25:06.340 --> 25:09.120
nichts, dann steht da nur dieses Zeichen, senkrechter Strich mit zwei

25:09.120 --> 25:12.700
waagerechten und dahinter die Formel G und wenn man das hinschreibt,

25:12.820 --> 25:13.300
was heißt das?

25:14.020 --> 25:17.700
Jede Interpretation, in der alle Formeln aus der leeren Menge wahr

25:17.700 --> 25:23.300
sind, und das sind alle Interpretationen, es gibt in der leeren Menge

25:23.300 --> 25:27.440
keine Formel, die falsch werden könnte, also das heißt dann, alle

25:27.440 --> 25:33.520
Interpretationen sind so, dass G in dieser Interpretation wahr wird.

25:33.620 --> 25:35.900
Also jede Interpretation macht die Formel G wahr.

25:36.460 --> 25:39.320
Die Formel G, da können Sie auswerten, mit jeder x-beliebigen

25:39.320 --> 25:41.560
Interpretation, da wird immer wahr rauskommen.

25:42.400 --> 25:44.900
Das ist ein besonders interessanter Fall, behaupte ich.

25:46.040 --> 25:47.480
Also da schreibt man dann so was.

25:49.360 --> 25:53.440
Und wir sind hier bei Interpretationen und das ist alles so

25:53.440 --> 25:57.720
semantisch, wir gucken an, was ist denn die Bedeutung der Formeln.

25:59.880 --> 26:06.480
Und so eine Formel, die in allen Interpretationen ausgewertet immer

26:06.480 --> 26:11.300
wahr gibt, wo jede Interpretation ein Modell ist, also wo gilt,

26:11.500 --> 26:16.220
senkrechter Strich mit zwei waagerechten G, eine solche Formel nennt

26:16.220 --> 26:17.520
man allgemeingültig.

26:17.660 --> 26:21.160
Die liefert immer wahr, da können Sie einsetzen für die Aussage

26:21.160 --> 26:23.120
variablen, was Sie wollen, liefert immer wahr.

26:24.100 --> 26:27.140
Oder man sagt dann auch, das ist eine sogenannte Tautologie.

26:32.200 --> 26:36.220
Hier zwei kleine Beispiele, ja, P oder nicht P, da können Sie für P

26:36.220 --> 26:40.240
einsetzen, was Sie wollen, als Beendeinterpretation wahr oder falsch.

26:40.660 --> 26:43.800
Da steht entweder wahr oder falsch oder es steht falsch oder wahr.

26:44.540 --> 26:47.020
P oder nicht P, da kommt immer wahr raus.

26:47.860 --> 26:51.860
Und genauso die zweite Formel hier, P-Pfeil in runden Klammern, Q

26:51.860 --> 26:55.440
-Pfeil, P, können Sie auch mal spaßhalber für P und Q alle

26:55.440 --> 26:58.580
Möglichkeiten durchprobieren, was man da einsetzen kann, da wird immer

26:58.580 --> 26:59.420
wahr rauskommen.

27:00.200 --> 27:00.500
Wieso?

27:02.260 --> 27:06.720
Wenn Sie für P falsch einsetzen, dann kommt da immer wahr raus.

27:06.860 --> 27:10.500
Sie erinnern sich, Definition von Auswertung vom Pfeil ist, wenn das

27:10.500 --> 27:12.040
vordere falsch ist, stimmt es sowieso.

27:13.500 --> 27:17.380
Also wenn Sie für P falsch einsetzen, ist das garantiert wahr, die

27:17.380 --> 27:18.340
ganze Implikation?

27:18.520 --> 27:18.720
Okay.

27:19.320 --> 27:24.220
Andere Möglichkeit, wir setzen für P wahr ein, also für P setzen wir

27:24.220 --> 27:27.780
wahr ein, dann ist das vordere wahr, dann muss laut Definition

27:27.780 --> 27:30.600
Bedeutung von Pfeil das hintere auch wahr sein.

27:31.360 --> 27:35.100
Da steht Q-Pfeil P, also wieder so eine Implikation und P ist jetzt

27:35.100 --> 27:38.140
wahr und da haben wir gesehen, ja, wenn P wahr ist, dann ist die

27:38.140 --> 27:39.360
Implikation sowieso immer wahr.

27:40.140 --> 27:43.060
Auch aus wahr folgt wahr und aus falsch folgt wahr.

27:43.520 --> 27:45.800
Also wenn vorne das wahr ist, ist das da hinten auch immer wahr.

27:45.800 --> 27:47.920
Da können Sie tun, was Sie wollen, es kommt immer wahr raus.

27:49.380 --> 27:51.680
So, solche Formeln heißen allgemeingültig.

27:56.880 --> 27:58.700
Alle Interpretationen sind Modelle.

27:59.320 --> 28:02.960
Und dann gibt es noch einen anderen interessanten Fall, nämlich

28:02.960 --> 28:07.420
Formeln, wo es wenigstens eine Interpretation gibt, für die Sie wahr

28:07.420 --> 28:07.860
liefern.

28:08.520 --> 28:16.820
Solche Formeln heißen erfüllbar und erfüllbare Formeln sind an

28:16.820 --> 28:20.900
diversen Stellen in der Informatik wichtig, also insbesondere das

28:20.900 --> 28:25.980
Problem von einer Formel herauszufinden, ist die jetzt erfüllbar oder

28:25.980 --> 28:26.300
nicht?

28:26.420 --> 28:29.600
Also kann ich Wahrheitswerte für die Aussagevariablen finden, so dass

28:29.600 --> 28:31.620
wahr rauskommt, ja oder nein?

28:32.860 --> 28:36.400
Und das ist für manche Formeln, da sieht man sozusagen sofort, ob es

28:36.400 --> 28:39.200
so eine Interpretation gibt.

28:39.460 --> 28:45.360
Wenn Sie so ein großes oder haben, von linksem und rechtsem und, ja da

28:45.360 --> 28:48.420
müssen Sie einfach nur bei dem oder, es reicht, wenn Sie das linke

28:48.420 --> 28:50.260
wahr machen und wie machen Sie so ein und wahr?

28:50.360 --> 28:53.320
Na ja, p ist wahr und nicht q ist wahr, also q falsch.

28:53.620 --> 28:54.500
Das ist ganz einfach.

28:54.960 --> 28:58.780
Wenn Sie so ein und, so eine Konjunktion sagt man auch von zwei

28:58.780 --> 29:03.300
Ausdrücken haben, wo oder vorkommt, da sieht man das jetzt erstmal

29:03.300 --> 29:06.280
jedenfalls in diesem Mickey-Maus-Beispiel irgendwie nicht ganz so

29:06.280 --> 29:06.920
schnell.

29:07.740 --> 29:09.460
Da muss man sich vielleicht auch was überlegen.

29:09.520 --> 29:12.840
Dass man sich nicht ganz so schnell sieht, liegt daran, dass ja in

29:12.840 --> 29:16.300
beiden Teilen irgendwie die gleiche Aussagevariable vorkommen kann.

29:16.940 --> 29:19.700
Und wenn Sie einen Teil wahr machen, weil Sie für p irgendetwas

29:19.700 --> 29:22.940
bestimmtes wählen, dann im anderen Teil haben Sie vielleicht nicht p

29:22.940 --> 29:23.960
und das ist dann falsch.

29:24.220 --> 29:30.980
Und hier ist es jetzt auch noch nicht schwierig, aber im Allgemeinen

29:30.980 --> 29:34.860
von einer aussagenlogischen Formel herauszufinden, ob sie erfüllbar

29:34.860 --> 29:41.720
ist, ist anscheinend nicht so ganz einfach.

29:43.360 --> 29:48.100
Also man kennt bis jetzt in einem präzisen Sinne keine Algorithmen,

29:49.220 --> 29:53.560
die das in einem präzisen Sinne für schnell schnell herausfinden.

29:55.640 --> 30:03.340
Es gibt ganze Firmen, die, ich will nicht sagen nur existieren, aber

30:03.340 --> 30:05.760
unter anderem existieren, weil sie auch für die schwierigen Fälle

30:05.760 --> 30:08.600
irgendwelche Tricks haben, um möglichst schnell herauszufinden, ob

30:08.600 --> 30:10.360
eine Formel erfüllbar ist oder nicht.

30:11.500 --> 30:14.800
Aber es ist im Allgemeinen etwas kniffliger, das taucht dann zum

30:14.800 --> 30:17.500
Beispiel in theoretische Grundlagen der Informatik, wird das nochmal

30:17.500 --> 30:20.220
genauer behandelt, was heißt hier anscheinend schwierig und so.

30:26.560 --> 30:29.180
Tautologien, ich habe ja behauptet, Tautologien sind auch wichtig, das

30:29.180 --> 30:30.740
sind also Formeln, die sind immer wahr.

30:31.540 --> 30:32.860
Wo kriegt man welche her?

30:36.400 --> 30:39.480
Sie erinnern sich, wenn Sie zwei Formeln G und H haben, dann haben wir

30:39.480 --> 30:43.800
so eine Abkürzung G Doppelpfeil H eingeführt, einfach als Abkürzung

30:43.800 --> 30:47.640
für G impliziert H und H impliziert G.

30:47.640 --> 30:52.080
Hier sind jetzt keine Klammern hingeschrieben und das ist ganz

30:52.080 --> 30:54.540
schlecht, denn so wie es da steht, ist es mit unseren Klammer

30:54.540 --> 30:56.280
-Einsparungsregeln falsch.

30:57.340 --> 30:59.900
Ich werde das dann mal in den Folien noch korrigieren.

31:00.340 --> 31:04.180
Also stellen Sie sich bitte vor, G-Pfeil H ist geklammert und H-Pfeil

31:04.180 --> 31:05.400
G ist auch geklammert.

31:08.980 --> 31:13.040
So, wenn Sie jetzt das auswerten, also was gemeint ist, ist das

31:13.040 --> 31:19.080
logische und der Auswertung von G-Pfeil H und H-Pfeil G, dann stellen

31:19.080 --> 31:28.240
Sie fest, wenn Sie jetzt zwei Formeln haben, die äquivalent sind, die

31:28.240 --> 31:33.380
also für die gleichen Interpretationen wahr und für die gleichen

31:33.380 --> 31:37.820
Interpretationen falsch sind, wenn Sie zwei Formeln G und H haben, die

31:37.820 --> 31:40.780
äquivalent sind, also Auswertung von G ist immer das Gleiche wie

31:40.780 --> 31:46.200
Auswertung von H, dann diese Formel liefert tatsächlich immer wahr,

31:51.960 --> 31:56.420
denn Auswertung von G, Implikation Auswertung von G steht dann da,

31:56.860 --> 32:00.940
weil ja Auswertung von H das Gleiche ist wie Auswertung von G und dann

32:00.940 --> 32:04.160
ist das immer wahr und das immer wahr und das logische und ist auch

32:04.160 --> 32:04.620
immer wahr.

32:05.160 --> 32:07.720
Also wenn Sie zwei äquivalente Formeln haben, ist es einfach

32:07.720 --> 32:10.620
Tautologien hinzuschreiben, schreiben Sie einfach die äquivalenten

32:10.620 --> 32:12.820
Formeln hin, mit einem Doppelpfeil dazwischen.

32:18.460 --> 32:21.200
Also was das eben zeigt, ist, wenn Sie zwei Formeln haben, die

32:21.200 --> 32:26.620
äquivalent sind, dann G-Doppelpfeil H ist eine Tautologie, das ist

32:26.620 --> 32:31.220
dann immer wahr, das haben wir gerade so mehr oder weniger

32:31.220 --> 32:32.500
händewedelnd uns überlegt.

32:33.820 --> 32:38.280
Also ich gehe nochmal zurück zu der vorigen Formelfolie, wir kommen

32:38.280 --> 32:41.620
hier beim Auswerten an eine Stelle, da steht manchmal Auswertung G,

32:41.720 --> 32:44.960
Auswertung von H und wenn die Formeln äquivalent sind, ist das das

32:44.960 --> 32:48.260
Gleiche und dann kommt da einfach wahr raus.

32:49.420 --> 32:52.720
Also wenn zwei Formeln äquivalent sind, dann ist G-Doppelpfeil H eine

32:52.720 --> 32:53.440
Tautologie.

32:54.980 --> 32:57.480
Und siehe da, das Umgekehrte gilt auch.

32:58.840 --> 33:05.800
Wenn G-Doppelpfeil H eine Tautologie ist, dann sind G und H

33:05.800 --> 33:06.900
äquivalente Formeln.

33:11.210 --> 33:14.010
Und das werden wir nicht beweisen, können Sie ja mal so ein bisschen

33:14.010 --> 33:16.330
drüber nachdenken, dass das vielleicht ganz plausibel ist.

33:17.230 --> 33:20.450
Aber bitte beachten Sie ja dieses Äquivalenzzeichen hier rechts, das

33:20.450 --> 33:23.990
ist so ein semantisches Zeichen aus der Umgangssprache, na ja,

33:24.030 --> 33:26.650
semantisches Zeichen ist Quatsch, aber das ist so was, das schreiben

33:26.650 --> 33:29.390
wir umgangssprachlich, um auszudrücken, die beiden Formeln sind

33:29.390 --> 33:32.710
äquivalent für alle Interpretationen, es kommt immer das Gleiche raus.

33:33.290 --> 33:36.290
Auf der linken Seite, das ist eine Abkürzung für eine aussagenlogische

33:36.290 --> 33:38.030
Formel, was Syntaktisches.

33:40.310 --> 33:44.310
Und seien Sie froh, dass ich hier wenn dann geschrieben habe und nicht

33:44.310 --> 33:47.250
auch noch für dieses Umgangssprachliche, wenn dann einen Pfeil, dann

33:47.250 --> 33:48.790
wäre das hier alles irgendwie nicht mehr so schön.

33:51.990 --> 33:56.990
Man kann einen Haufen Tautologien aufschreiben, ohne viel Mühe findet

33:56.990 --> 33:57.430
man die.

33:57.790 --> 34:01.790
Also eine Möglichkeit ist jetzt also, äquivalente Formeln

34:01.790 --> 34:04.630
hinzuschreiben mit einem Doppelpfeil dazwischen, nicht nicht G,

34:04.870 --> 34:05.730
Doppelpfeil G.

34:07.270 --> 34:13.710
G impliziert H, Doppelpfeil, nicht G oder H und und und und, G und G,

34:13.810 --> 34:17.610
Doppelpfeil G, lauter solche Sachen, ja, alles Tautologien.

34:22.570 --> 34:25.250
Hier haben Sie mal ein paar Tautologien, wo nicht überall ein

34:25.250 --> 34:30.190
Doppelpfeil vorkommt sozusagen, G im Pfeil G, für jede Formel G ist

34:30.190 --> 34:33.830
immer eine Tautologie, da können Sie für G wahr einsetzen, falsch,

34:34.690 --> 34:37.610
irgendeine Formel einsetzen, die Auswertung wird immer vorne und

34:37.610 --> 34:40.510
hinten das Gleiche liefern und dann ist die Implikation immer wahr.

34:41.490 --> 34:46.350
Nicht G oder G, genau das Gleiche, egal was die Auswertung von G

34:46.350 --> 34:50.230
liefert, wahr oder falsch, bei dem oder dann eins ist wahr, eins ist

34:50.230 --> 34:52.810
falsch, also eins ist auf jeden Fall wahr und dann ist das oder auch

34:52.810 --> 34:53.030
wahr.

34:53.710 --> 35:01.670
Und und und und und, also auch das hier unten, das Vorletzte, das ist

35:01.670 --> 35:07.910
eine verklausulierte Formulierung von, wenn aus G und H die Formel K

35:07.910 --> 35:12.290
folgt und wenn aus G sowieso schon H automatisch folgt, dann aus G

35:12.290 --> 35:13.150
folgt direkt K.

35:16.500 --> 35:19.640
Und der Beweis, dass das Tautologien sind, im Zweifelsfall große

35:19.640 --> 35:22.160
Tabellen malen, alle Fälle durchprobieren.

35:28.770 --> 35:35.690
Also, Semantik von aussagenlogischen Formeln ist, die legen für jede

35:35.690 --> 35:40.530
Interpretation insgesamt einen Wahrheitswert für die ganze Formel.

35:40.950 --> 35:44.270
Also so eine Formel legt so eine Abbildung fest von Wahrheitswerte

35:44.270 --> 35:47.870
rein nach insgesamt Wahrheitswert bei der Auswertung kommt raus.

35:49.190 --> 35:52.350
Das ist so was Inhaltliches, so semantisch irgendwie.

35:52.410 --> 35:55.410
Was bedeutet eine Formel, so eine Abbildung von Wahrheitswerten auf

35:55.410 --> 35:56.070
Wahrheitswerte?

36:00.190 --> 36:04.130
Und dem wird jetzt was anderes gegenübergestellt, wo wir überhaupt

36:04.130 --> 36:07.430
nicht mehr über Interpretationen reden, über wahr und falsch.

36:08.910 --> 36:09.470
Erstmal.

36:14.010 --> 36:17.530
Also, es stellt sich dann nur hinterher fest heraus, ja, wir haben da

36:17.530 --> 36:20.470
was Geschicktes gemacht, aber erstmal vergessen wir das mit den

36:20.470 --> 36:23.890
Wahrheitswerten komplett und machen was ganz anderes.

36:26.830 --> 36:31.150
Nämlich, wir reden über Beweisbarkeit, also wir wollen jetzt darauf

36:31.150 --> 36:36.150
hinaus, dass man in irgendeinem Sinne aussagenlogische Formen beweisen

36:36.150 --> 36:36.510
kann.

36:39.170 --> 36:43.950
Und die allgemeine Situation, wenn man in der Aussagenlogik oder dann

36:43.950 --> 36:47.650
später in der Prädikatenlogik erster Stufe oder in noch irgendwas

36:47.650 --> 36:52.170
anderem über Beweisbarkeit redet, ist, dass man einen sogenannten

36:52.170 --> 36:53.510
Kalkül festlegt.

36:55.530 --> 36:59.070
Das formalisiert jetzt so ein bisschen das, was Sie einfach auch aus

36:59.070 --> 37:00.810
dem Mathematikunterricht oder so kennen.

37:01.230 --> 37:02.290
Was macht man da immer?

37:02.890 --> 37:09.730
Da hat man so Aktionen, irgendwie so Grundannahmen, die werden nicht

37:09.730 --> 37:12.230
weiter hinterfragt, die darf man einfach benutzen.

37:13.370 --> 37:16.050
x plus y gleich y plus x.

37:17.450 --> 37:20.350
Das werden Sie nie bewiesen haben, weil Sie wahrscheinlich nie

37:20.350 --> 37:25.070
definiert haben, Addition von natürlichen Zahlen.

37:26.390 --> 37:30.430
Wenn man es geeignet definiert, kann man es tatsächlich beweisen, aber

37:30.430 --> 37:31.650
das ist einfach so.

37:31.870 --> 37:36.070
x plus y ist y plus x, das verwenden Sie ständig, ohne groß drauf

37:36.070 --> 37:36.770
rumzureiten.

37:37.710 --> 37:45.590
Also man hat so Aktionen, jetzt dann eben Formeln, die muss man nicht

37:45.590 --> 37:50.650
beweisen, die sind einfach da, die darf man jederzeit hinschreiben und

37:50.650 --> 37:51.090
fertig.

37:53.850 --> 37:58.730
Und jetzt bei uns dann, Aktionen sind aussagenlogische Formeln, also

37:58.730 --> 38:02.370
man hat allgemein bei jedem Kalkül irgendwie so irgendeine Art von

38:02.370 --> 38:03.130
Formeln festgelegt.

38:04.630 --> 38:08.670
Muss man als erstes machen, was ist eine syntaktisch korrekte Formel?

38:08.970 --> 38:11.130
Wir haben es gesehen für aussagenlogische Formeln.

38:12.670 --> 38:16.810
Und dann legt man eine Teilmenge und der interessante Fall ist

38:16.810 --> 38:21.130
wirklich eine, in Anführungszeichen, kleine Teilmenge aller Formeln

38:21.130 --> 38:24.530
fest, sagt, das sind Aktionen, die darf ich jederzeit benutzen, da

38:24.530 --> 38:26.570
muss ich mich nicht rechtfertigen, die kann ich in jedem Beweis

38:26.570 --> 38:29.610
hinschreiben, keiner wird sich beschweren.

38:30.350 --> 38:35.250
Und das andere, was Sie dann machen, wenn Sie rechnen oder irgendwas

38:35.250 --> 38:40.430
beweisen ist, Sie sagen, naja, ich weiß das, ich weiß das, deswegen

38:40.430 --> 38:44.070
habe ich jetzt auch bewiesen noch etwas, was folgt aus dem, was ich

38:44.070 --> 38:44.850
schon vorher hatte.

38:45.610 --> 38:51.190
Da wendet man sogenannte Schlussregeln an, wenn ich schon erstens,

38:51.270 --> 38:55.330
zweitens, drittens, viertens bewiesen habe, dann gibt es eine

38:55.330 --> 38:59.510
allgemeine Schlussregel, die sagt, auf jeden Fall, dann gilt auch das

38:59.510 --> 39:00.470
und das als bewiesen.

39:01.510 --> 39:05.530
Und in dem Kalkül hier für die Aussagenlogik benutzen wir überhaupt

39:05.530 --> 39:12.730
nur eine Schlussregel, die heißt Modus ponens und die ist ganz

39:12.730 --> 39:13.270
einfach.

39:13.270 --> 39:17.750
Das steht jetzt hier ganz unten auf der nächsten Folie, nämlich wenn

39:17.750 --> 39:23.310
Sie so etwas wie einen Beweis bauen und Sie wollen Modus ponens

39:23.310 --> 39:28.990
anwenden, dann geht das nur in der folgenden Situation, Sie haben

39:28.990 --> 39:34.330
schon irgendwo bewiesen, die Formel G impliziert H, G-Pfeil H, die

39:34.330 --> 39:37.670
Formel haben Sie schon irgendwo stehen, Sie wissen schon, die gilt,

39:38.770 --> 39:42.550
warum auch immer, und Sie müssen schon irgendwo stehen haben, ah, die

39:42.550 --> 39:47.550
Formel G, die ist auch bewiesen, und dann sagt Modus ponens, also wenn

39:47.550 --> 39:51.830
Sie G-Pfeil H schon haben als bewiesen gilt und wenn G auch schon als

39:51.830 --> 39:56.010
bewiesen gilt, dann in Zukunft ab sofort darf man auch davon ausgehen,

39:56.090 --> 39:56.910
H ist bewiesen.

39:59.030 --> 40:01.370
Das klingt hoffentlich für Sie plausibel.

40:02.370 --> 40:05.870
Wenn man G-Pfeil H bewiesen hat und man hat bewiesen, G übrigens

40:05.870 --> 40:07.870
sowieso, naja, dann H auch.

40:09.770 --> 40:13.810
Aber das ist also rein syntaktisches Ding, man guckt sich die Struktur

40:13.810 --> 40:17.630
von den Formeln an, ist eine von der Form G-Pfeil H, ist die andere

40:17.630 --> 40:21.630
von der Form genau das, was vor dem Pfeil steht, dann dürfen Sie jetzt

40:21.630 --> 40:24.670
im nächsten Schritt in Ihrem Beweis auch hinschreiben, H gilt jetzt

40:24.670 --> 40:25.510
auch als bewiesen.

40:25.510 --> 40:28.670
Weil, ja, Modus ponens aus den beiden anderen.

40:30.470 --> 40:36.250
Also das ist die einzige Schlussregel in dem Aussagenkalkül, die wir

40:36.250 --> 40:37.270
hier mal annehmen wollen.

40:38.390 --> 40:41.770
Man kann es sich bequemer machen, aber darum geht es uns jetzt nicht.

40:42.470 --> 40:45.710
Wir werden keine großen Beweise in diesem Kalkül machen, die sind alle

40:45.710 --> 40:49.370
unglaublich umständlich, es geht nur darum, dass Sie den Plan

40:49.370 --> 40:49.870
mitkriegen.

40:49.870 --> 40:55.190
Und als Axiome für den Aussagenkalkül nimmt man diese drei Mengen von

40:55.190 --> 41:02.490
Formeln, die haben wir gerade schon gesehen, G-Pfeil, H-Pfeil, G, G

41:02.490 --> 41:07.490
-Pfeil, H, H, blablabla, und nicht H folgt nicht G-Pfeil, das haben

41:07.490 --> 41:09.970
wir uns nicht angeguckt, nicht Pfeil folgt G, folgt H.

41:10.710 --> 41:13.570
Und wenn man sich das mal genauer unter die Lupe nimmt, dann stellt

41:13.570 --> 41:18.930
man fest, also für beliebige Formeln G, H, aber alle diese Axiome, die

41:18.930 --> 41:22.430
hier stehen, das sind alles Tautologien.

41:23.910 --> 41:25.390
Das sind alles Tautologien.

41:27.490 --> 41:31.090
Gut, im Allgemeinen, die Axiome können sich aussuchen.

41:32.810 --> 41:35.270
Je nachdem kriegen Sie halt dann einen sinnigen oder einen nicht so

41:35.270 --> 41:36.070
sinnigen Kalkül.

41:37.330 --> 41:41.150
Aber also hier sollen es diese drei Sorten von Formeln sein.

41:42.210 --> 41:50.230
So, also immer, man hat Axiome und Schlussregeln.

41:51.790 --> 41:58.870
Und jetzt, was ist ein Beweis oder etwas Allgemeiner, eine Ableitung

41:58.870 --> 42:05.890
einer Formel aus einer Menge von Formeln, die man als sogenannte

42:05.890 --> 42:08.390
Hypothesen oder so zur Verfügung hat?

42:13.890 --> 42:16.730
Ein Beweis ist einfach eine Folge von Formeln.

42:17.030 --> 42:19.490
Erste Formel, zweite, dritte, vierte, fünfte, sechste.

42:20.230 --> 42:23.190
Und für jede Formel muss es eine Rechtfertigung geben, dass man die in

42:23.190 --> 42:24.490
den Beweis hinschreiben darf.

42:25.410 --> 42:28.770
Und was Sie in jedem Beweis, in jeder Ableitung hinschreiben können,

42:29.050 --> 42:31.410
an jeder Stelle, ohne Rechtfertigung, sind Axiome.

42:32.030 --> 42:33.570
Sie können immer ein Axiom hinschreiben.

42:34.650 --> 42:36.670
Das ist einfach erlaubt per Definition.

42:36.670 --> 42:37.670
Punkt eins.

42:38.570 --> 42:39.210
Punkt zwei.

42:39.550 --> 42:44.130
Wenn Sie eine nicht leere Menge von Hypothesen oder Prämissen haben,

42:45.750 --> 42:48.890
so nach dem Motto, ich will jetzt nicht etwas x-beliebiges beweisen,

42:49.410 --> 42:54.190
sondern ich will jetzt nur etwas beweisen für beliebige Zahlen,

42:54.290 --> 42:58.430
sondern nur für Zweierpotenzen oder so, dann könnte vielleicht, also

42:58.430 --> 43:01.330
das ist jetzt nicht Aussagenlogik, aber dann könnte vielleicht die

43:01.330 --> 43:05.830
Prämisse sein, also jede Zahl ist eine Zweierpotenz oder so etwas.

43:08.010 --> 43:12.030
Also diese Formeln aus der Formelmenge Gamma, die nennt man dann

43:12.030 --> 43:15.130
Hypothesen oder Prämissen, das sind jetzt im Allgemeinen dann keine

43:15.130 --> 43:20.630
Axiome, aber man sagt, okay, also das soll auch noch mit einfließen

43:20.630 --> 43:21.910
dürfen in jeden Beweis.

43:22.690 --> 43:26.690
Und so eine Hypothese, so eine Formel aus der Formelmenge Gamma,

43:27.010 --> 43:30.450
dürfen Sie auch an jeder Stelle im Beweis, da stehen lauter Formeln,

43:30.890 --> 43:34.050
an jeder Stelle dürfen Sie eine Prämisse hinschreiben, sagt man halt

43:34.050 --> 43:36.970
noch dazu, das darf hier stehen, denn es ist ja eine Prämisse.

43:38.950 --> 43:41.790
So, also was darf man bis jetzt, Axiome darf man immer hinschreiben,

43:41.950 --> 43:46.150
sowieso, und wenn man Prämissen hat, Hypothesen, die darf man auch

43:46.150 --> 43:48.190
einfach hinschreiben, an jeder x-beliebigen Stelle.

43:50.390 --> 43:53.710
Und das einzige andere, was man jetzt noch tun darf, wenn man so ein

43:53.710 --> 43:58.930
Kalkül hat, ist, und bei uns ist das einfach nur Modus ponens, was

43:58.930 --> 44:03.290
anderes haben wir nicht, wenn Sie in Ihrer Liste, die ist ja

44:03.290 --> 44:08.290
durchnummeriert, 1, 2, 3, weiter vorne in Ihrer Liste zwei Formeln

44:08.290 --> 44:13.550
finden, die von der Bauart sind, G-Pfeil H und G, dann dürfen Sie

44:13.550 --> 44:16.790
jetzt weiter unten sagen, ja, jetzt darf ich hier H auch hinschreiben,

44:17.170 --> 44:20.150
das folgt mit Modus ponens aus den beiden Formeln da oben.

44:22.690 --> 44:23.190
Fertig.

44:24.210 --> 44:28.090
Also Sie dürfen Schlussregeln benutzen, um aus Formeln, aufgrund der

44:28.090 --> 44:32.130
Tatsache, dass schon manche Formeln in Ihrem Beweis stehen haben, eine

44:32.130 --> 44:35.810
unter Umständen neue Formel da auch noch unten anfügen zu dürfen, bei

44:35.810 --> 44:36.450
Ihrem Beweis.

44:40.090 --> 44:47.490
Das ist eine Ableitung einer Formel G aus einer Formelmenge Gamma, ist

44:47.490 --> 44:51.250
also eine Formel, eine Liste von endlich vielen Formeln, G1, G2 bis

44:51.250 --> 44:54.210
Gn, und jede Formel ist also...

44:57.870 --> 45:01.590
Die letzte Formel sollte die Formel G sein, bei der man rauskommen

45:01.590 --> 45:03.030
will, die möchte man beweisen.

45:03.710 --> 45:06.270
Gn sollte die Formel G sein, um die es einem geht.

45:08.470 --> 45:10.990
Und danach muss man nichts mehr hinschreiben, dann ist man ja fertig

45:10.990 --> 45:11.430
sozusagen.

45:12.710 --> 45:20.510
Und die anderen Formeln, G1 bis Gn-1, müssen alle so sein, es ist eine

45:20.510 --> 45:28.070
Aktion oder es ist eine Hypothese oder die Formel ergibt sich durch

45:28.070 --> 45:30.410
Modus Ponens aus Formeln weiter vorne in der Liste.

45:30.750 --> 45:34.550
Und die letzte Formel Gn muss sich dann auch irgendwie durch Modus

45:34.550 --> 45:36.650
Ponens im Zweifelsfall aus welchen weiter vorne geben.

45:37.330 --> 45:40.890
Und wenn man so eine Liste von Formeln hinschreiben kann, und bitte,

45:40.970 --> 45:43.890
haben Sie das gemerkt, wir reden überhaupt nicht über Wahrheitswerte.

45:44.730 --> 45:45.290
Gar nicht.

45:46.550 --> 45:49.530
Wir reden nur über, man darf Aktionen hinschreiben, man darf

45:49.530 --> 45:52.130
Hypothesen hinschreiben und da darf Modus Ponens anwenden.

45:53.670 --> 45:59.050
Wenn Sie sowas hinschreiben können, dann schreibt man wieder auf der

45:59.050 --> 46:02.350
linken Seite eine Formelmenge Gamma, auf der rechten Seite die Formel

46:02.350 --> 46:07.330
G, die man abgeleitet hat aus Gamma, und dazwischen ein Zeichen mit

46:07.330 --> 46:11.050
einem senkrechten Strich und an dem klebt nach rechts dran ein

46:11.050 --> 46:11.970
waagerechter Strich.

46:12.090 --> 46:13.410
Nicht zwei, sondern einer.

46:14.250 --> 46:18.350
Wir hatten vorhin bei jeder Interpretation, die Gamma erfüllt, erfüllt

46:18.350 --> 46:20.970
auch G, haben wir zwei waagerechte Striche, das war so ein

46:20.970 --> 46:21.830
semantisches Ding.

46:21.830 --> 46:23.730
Wir reden über Erfüllbarkeit.

46:24.350 --> 46:30.290
Hier mit einem Strich, das bedeutet, G ist beweisbar, aus den Aktionen

46:30.290 --> 46:34.850
mit Hilfe von Modus Ponens sitzt bei uns, aus der Formelmenge Gamma.

46:40.600 --> 46:45.280
Und ein Beweis ist eine Ableitung, für die Sie keine Hypothesen

46:45.280 --> 46:45.660
brauchen.

46:45.860 --> 46:49.060
Also dann bleibt nur übrig, Sie dürfen Aktionen hinschreiben und Sie

46:49.060 --> 46:50.440
dürfen Modus Ponens anwenden.

46:51.180 --> 46:52.300
Hypothesen gibt es nicht.

46:53.200 --> 46:57.740
Jede Formel muss Aktion sein oder sich durch Modus Ponens aus früheren

46:57.740 --> 46:58.100
ergeben.

46:59.440 --> 47:03.180
Und wenn Gamma leer ist, dann schreibt man da links von dem Zeichen

47:03.180 --> 47:04.000
gar nichts hin.

47:04.620 --> 47:07.300
Und in so einem Fall sagt man dann auch, die Formel G ist ein Theorem

47:07.300 --> 47:08.300
des Kalküls.

47:10.240 --> 47:10.720
Beweisbar.

47:11.780 --> 47:15.120
Theoreme sind das, was beweisbar ist in einem Kalkül.

47:19.080 --> 47:22.960
So, hier, damit Sie einmal ein Beispiel gesehen haben und gesehen

47:22.960 --> 47:27.100
haben, wie blöd das alles Hand zu haben ist, wenn man den Kalkül

47:27.100 --> 47:30.560
nimmt, den ich Ihnen hier gezeigt habe, es gibt bessere.

47:31.100 --> 47:33.300
Also bessere in dem Sinn, es geht schöner, ja.

47:34.500 --> 47:42.440
Aber, also, wir wollen beweisen P Pfeil P. Uns interessiert überhaupt

47:42.440 --> 47:46.460
nicht, ob das wahr oder falsch ist, wir wollen das beweisen in dem

47:46.460 --> 47:48.840
Kalkül für die Aussagenlogik, die wir gesehen haben.

47:49.560 --> 47:52.200
Da muss man also eine Liste von Formeln hinschreiben.

47:53.560 --> 47:57.680
Die letzte Formel sollte die sein, die man haben will, P Pfeil P. Und

47:57.680 --> 48:02.280
für jede Formel muss gelten, es ist ein Aktion oder die Formel ergibt

48:02.280 --> 48:04.040
sich durch Modus Ponens aus früheren.

48:04.180 --> 48:05.140
Was anderes gilt nicht.

48:06.940 --> 48:10.280
So, und dann habe ich Ihnen jetzt hier mal zum Beispiel als erste

48:10.280 --> 48:11.720
Formel eine hingeschrieben.

48:12.640 --> 48:16.540
Und wenn Sie nachgucken, was wir als Axiome definiert haben, stellen

48:16.540 --> 48:22.140
Sie fest, ja, diese Formel hat die Struktur, die ausreicht, damit das

48:22.140 --> 48:23.260
ein Axiom ist.

48:25.140 --> 48:27.560
Ich blätter jetzt nicht zurück, können Sie einfach nachgucken.

48:28.020 --> 48:30.360
Das war so eine Menge, drei Mengen von Axiomen.

48:30.880 --> 48:34.280
Und in der zweiten von den drei Mengen, was da steht, das erschlägt

48:34.280 --> 48:35.760
unter anderem diese Formel da.

48:36.060 --> 48:37.120
Das ist ein Axiom.

48:38.080 --> 48:41.620
Dann in der ersten von den drei Mengen, die war so definiert, dass

48:41.620 --> 48:46.120
das, was hier als zweite Formel steht, auch ein Axiom ist.

48:46.520 --> 48:47.440
Das ist einfach so.

48:48.440 --> 48:51.880
Und wenn etwas ein Axiom ist, ich darf es einfach hinschreiben in dem

48:51.880 --> 48:53.020
Beweis als eine Formel.

48:53.160 --> 48:55.540
Muss ich mir nicht rechtfertigen, ist ein Axiom fertig.

48:56.660 --> 48:59.460
Und das einzige andere, was wir hier noch tun dürfen, ist Modus Ponens

48:59.460 --> 48:59.940
anwenden.

49:01.140 --> 49:04.660
Und hurra, das funktioniert jetzt direkt ein erstes Mal.

49:04.660 --> 49:10.960
Die zweite Formel hier, da sehen Sie, die ist auch das Anfangsstück

49:10.960 --> 49:12.260
von der ersten Formel.

49:13.880 --> 49:16.300
Und dann kommt ein Pfeil und dann kommt irgendwas dahinter.

49:16.460 --> 49:19.520
Also die erste Formel ist von der Form G impliziert H.

49:20.120 --> 49:22.720
Die zweite Formel ist das G.

49:23.560 --> 49:27.700
Und dann sagt Modus Ponens, wenn ich schon G-Pfeil H bewiesen habe und

49:27.700 --> 49:30.900
G bewiesen habe, dann darf ich auch einfach H hinschreiben.

49:31.400 --> 49:34.940
Also der hintere Teil von der ersten Formel hier, das steht jetzt hier

49:34.940 --> 49:39.060
in der dritten Zeile als Formel, ergibt sich durch Modus Ponens aus

49:39.060 --> 49:39.780
den ersten beiden.

49:42.700 --> 49:45.060
Und immer, man kann hinschreiben, was ist die Rechtfertigung.

49:45.560 --> 49:47.780
Also hier jetzt Modus Ponens aus Zeilen 1 und 2.

49:48.480 --> 49:50.700
Dann habe ich hier nochmal was hingeschrieben, können Sie auch wieder

49:50.700 --> 49:55.440
nachgucken, ist ein Axiom gemäß dieser ersten Teilmenge von Axiomen.

49:56.040 --> 50:00.560
Und dann Hurra, das was hier steht, ist wieder der erste Teil dieser

50:00.560 --> 50:03.620
Formel in drittens, die von der Bauart ist.

50:03.720 --> 50:06.880
Da steht vorne eine Formel G und dann ein Pfeil und hinten eine Formel

50:06.880 --> 50:07.080
H.

50:08.760 --> 50:12.840
Und die Formel G ist genau das, was hier als Axiom in Zeile 4 steht.

50:13.100 --> 50:14.920
Können Sie wieder Modus Ponens anwenden.

50:15.020 --> 50:15.520
Was steht da?

50:15.640 --> 50:19.020
P, Pfeil, P. Und das ist das, was wir beweisen wollten.

50:19.780 --> 50:22.120
Und dann haben wir also dreimal ein Axiom hingeschrieben und zweimal

50:22.120 --> 50:25.820
Modus Ponens angewendet und sind rausgekommen ohne zusätzliche

50:25.820 --> 50:28.660
Hypothesen bei der Formel, die wir beweisen wollten.

50:30.840 --> 50:32.960
Das ist ein Beweis in diesem Kalkül.

50:34.840 --> 50:37.420
Man kann das durchgehen, man kann immer mit dem Kopf flicken und

50:37.420 --> 50:40.440
sagen, ja, das ist korrekt, ja, so war das definiert, ja, alles in

50:40.440 --> 50:40.800
Ordnung.

50:41.300 --> 50:43.120
Wirklich verstehen tut man das nicht, was da steht.

50:44.380 --> 50:47.000
Also man muss da länger drauf gucken, um überhaupt erstmal so ein

50:47.000 --> 50:50.700
Gefühl dafür zu kriegen und auch nach längerem Draufgucken denkt man

50:50.700 --> 50:53.680
immer noch, das ist ja alles ganz schön, aber wie komme ich denn zum

50:53.680 --> 50:56.800
Beispiel drauf, als erste Formel dieses lange Ding da hinzuschreiben,

50:57.200 --> 50:59.420
ausgerechnet das zu nehmen als Axiom.

51:01.600 --> 51:04.460
Naja, im Allgemeinen, man sieht es nicht.

51:06.800 --> 51:11.240
Und wir wollen die Fähigkeiten dann hier und da doch mal so etwas zu

51:11.240 --> 51:13.660
sehen, nicht vertiefen, das ist jetzt nichts, was man unbedingt lernen

51:13.660 --> 51:13.960
muss.

51:16.940 --> 51:18.180
Noch ein Beispiel.

51:20.040 --> 51:24.020
Wir wollen beweisen, Klammer auf, nicht P Pfeil P, Klammer zu P Pfeil

51:24.020 --> 51:27.220
P. Was ist ein Beweis?

51:27.400 --> 51:30.780
Eine Folge von Formeln und alles ist Axiom oder ergibt sich durch

51:30.780 --> 51:31.400
Modus ponens.

51:32.660 --> 51:35.860
So und meine Behauptung ist, da kann man mit etwas anfangen, was zu

51:35.860 --> 51:37.880
dem Axiom-Schema dritter Teil passt.

51:38.780 --> 51:42.720
Das schreibt man einfach hin, warum auch immer, es erweist sich als

51:42.720 --> 51:43.260
nützlich.

51:43.260 --> 51:48.560
So und dann habe ich hier als zweites hingeschrieben, nicht P Pfeil

51:48.560 --> 51:54.760
nicht P. Das ist kein Axiom, ergibt sich auch nicht durch Modus

51:54.760 --> 51:57.080
ponens, also eigentlich darf ich das gar nicht hinschreiben.

51:57.780 --> 52:01.840
Aber das ist im Prinzip genau von der Bauart, wie wir das gerade im

52:01.840 --> 52:03.520
ersten Beispiel bewiesen haben.

52:03.860 --> 52:07.660
Wenn Sie hier im ersten Beispiel statt P überall P durch nicht P

52:07.660 --> 52:09.260
ersetzen, funktioniert es immer noch.

52:10.140 --> 52:15.580
Das heißt, wenn Sie jetzt den so umbauen, statt P überall nicht P

52:15.580 --> 52:20.040
nehmen, dann haben Sie einen fünfzeiligen Beweis für nicht P Pfeil P.

52:21.260 --> 52:25.480
Den könnten Sie jetzt hier statt der zweiten Zeile hinschreiben, die

52:25.480 --> 52:26.260
fünf Zeilen.

52:26.860 --> 52:29.440
Das habe ich mir jetzt gespart, das haben wir vorher schon gemacht.

52:31.720 --> 52:35.220
Das packen wir jetzt sozusagen ein in ein kleines Schächtelchen,

52:35.620 --> 52:36.700
machen einen Aufkleber drauf.

52:36.700 --> 52:40.860
Wir haben schon bewiesen, nicht P Pfeil nicht P. Und benutzen das

52:40.860 --> 52:44.360
jetzt hier und sagen, naja, den Beweis haben wir schon gesehen, man

52:44.360 --> 52:48.180
könnte ihn hier reinschreiben, aber das sparen wir uns jetzt hier.

52:48.760 --> 52:51.960
Und dann können Sie wieder einmal Modus ponens noch anwenden und Sie

52:51.960 --> 52:54.460
landen bei der Formel, die Sie haben wollten.

52:55.060 --> 53:00.340
Also natürlich, und das bitte, wenn Sie mal später was Größeres

53:00.340 --> 53:03.440
beweisen oder Sie werden merken, wenn Sie was lesen, wenn man etwas

53:03.440 --> 53:08.420
beweist, das strukturiert man, man beweist erstmal so kleine Teile und

53:08.420 --> 53:10.720
aus den kleineren Teilen setzt man dann größere zusammen.

53:11.420 --> 53:14.740
Und das Zusammensetzen hier ist trivial, also man müsste nur die Zeile

53:14.740 --> 53:18.520
rausnehmen und stattdessen die Zeilen einsetzen, die wir auf der Folie

53:18.520 --> 53:19.480
vorher gesehen haben.

53:20.240 --> 53:23.100
Es ändern sich dann halt hier die Zeilennummern, naja gut.

53:25.260 --> 53:27.300
So, also sowas geht.

53:28.640 --> 53:31.300
Jetzt, wofür ist das alles gut oder was ist das Schöne?

53:33.960 --> 53:37.680
Um das zu sehen, gucken wir uns zwei Dinge an.

53:37.740 --> 53:42.120
Das Erste ist dieser Modus ponens, also wenn wir bewiesen haben,

53:42.400 --> 53:46.960
Formel G Pfeil Formel H und wenn wir bewiesen haben, Formel G, dann

53:46.960 --> 53:51.320
dürfen wir auch angeblich hinschreiben, Formel H gilt jetzt auch als

53:51.320 --> 53:51.760
bewiesen.

53:52.520 --> 53:55.260
Definieren kann man ja viel, wenn der Tag lang ist, warum ist das

53:55.260 --> 53:55.780
sinnvoll?

53:58.740 --> 54:02.380
Hier steht, warum das sinnvoll ist, wenn nämlich G Pfeil H eine

54:02.380 --> 54:07.280
Tautologie ist und wenn G eine Tautologie ist, dann ist H auch eine

54:07.280 --> 54:07.880
Tautologie.

54:08.800 --> 54:10.640
Sie erinnern sich, was ist eine Tautologie?

54:11.100 --> 54:14.860
Egal, welche Interpretation Sie nehmen, wenn Sie die Formel auswerten,

54:14.900 --> 54:16.040
es kommt immer wahr raus.

54:16.560 --> 54:19.060
Es geht hier um die Formeln, die immer wahr sind.

54:20.500 --> 54:24.800
Naja, also wenn G Pfeil H eine Tautologie ist, da kommt also immer

54:24.800 --> 54:30.060
wahr raus und das heißt entweder...

54:32.790 --> 54:34.850
Achso, gut, da kommt immer wahr raus.

54:34.990 --> 54:38.270
Wenn außerdem G Tautologie ist, dann weiß man, die Auswertung von G

54:38.270 --> 54:42.770
ist immer wahr und dann bedeutet das für die Auswertung von G Pfeil H,

54:42.890 --> 54:47.590
da steht immer vorne ein W und hinten die Auswertung von H und wenn

54:47.590 --> 54:51.470
Sie sich die Buhlsche Funktion für die Implikation angucken, wenn die

54:51.470 --> 54:56.350
Voraussetzung wahr ist, wenn das, was da als Konsequenz steht, auch

54:56.350 --> 54:59.590
wahr ist, ist die Implikation wahr und wenn das, was als Konsequenz da

54:59.590 --> 55:01.670
steht, falsch ist, ist die Implikation falsch.

55:02.370 --> 55:07.030
Also aus wahr folgt irgendetwas, das ist genau dieser Wahrheitswert

55:07.030 --> 55:07.890
von irgendetwas.

55:08.290 --> 55:14.190
Also immer wahr, Pfeil, Formel H, das ist der Wahrheitswert der Formel

55:14.190 --> 55:14.510
H.

55:14.510 --> 55:18.410
Wir hatten ja nur Interpretationen,

55:21.910 --> 55:27.410
diese ganze Argumentation war für jedes I und dann steht hier also für

55:27.410 --> 55:32.390
jedes I, Auswertung von H ist wahr.

55:33.970 --> 55:37.950
Also auch H, immer egal, welche Interpretation, wenn Sie H auswerten,

55:38.010 --> 55:39.410
es muss immer wahr rauskommen.

55:39.850 --> 55:42.050
Also H ist auch eine Tautologie.

55:42.050 --> 55:45.430
Also wenn Sie in Modus ponens zwei Formeln reinstrecken, die

55:45.430 --> 55:49.990
Tautologien sind, immer wahr, dann das, was Modus ponens rauspuckt als

55:49.990 --> 55:51.750
dritte Formel, ist auch immer wahr.

55:52.850 --> 55:54.790
Tautologien rein, Tautologie raus.

55:57.550 --> 56:02.210
Außerdem, wenn Sie sich diese Axiome angucken, die ich Ihnen hier

56:02.210 --> 56:07.450
hingeschrieben hatte, diese drei Mengen für Aussagenkalkül, dann sehen

56:07.450 --> 56:10.710
Sie, die Axiome sind alle Tautologien, hatte ich vorhin glaube ich

56:10.710 --> 56:13.950
auch schon mal erwähnt, dass das halt so ist, muss man halt alles mal

56:13.950 --> 56:17.450
ausprobieren, Tabellen malen, auswerten, man sieht, es kommt immer

56:17.450 --> 56:18.090
wahr raus.

56:22.870 --> 56:25.650
Also, die Axiome, die wir da hingeschrieben hatten, sind alle

56:25.650 --> 56:30.110
Tautologien und wenn Sie Modus ponens anwenden auf zwei Tautologien,

56:30.210 --> 56:32.030
was rauskommt, ist wieder eine Tautologie.

56:33.630 --> 56:38.810
Also, wenn Sie so einen Beweis haben in dem Aussagekalkül, eine Formel

56:38.810 --> 56:42.870
nach der anderen und jede ist Axiom oder ergibt sich durch Modus

56:42.870 --> 56:47.290
ponens, alle Formeln, die da stehen, werden immer alle Tautologien

56:47.290 --> 56:47.650
sein.

56:48.110 --> 56:52.130
Da kommen Sie gar nicht drum rum, weil die Axiome Tautologien sind und

56:52.130 --> 56:55.490
Modus ponens aus Tautologien auch immer wieder Tautologien macht.

56:59.640 --> 57:07.720
Also, alles, was Sie beweisen können, jedes Theorem des Aussagekalküls

57:07.720 --> 57:09.160
ist eine Tautologie.

57:09.780 --> 57:12.080
Alles, was Sie beweisen können, ist immer wahr.

57:13.640 --> 57:14.520
Salopp gesprochen.

57:17.220 --> 57:21.480
So, das ist relativ einfach zu sehen.

57:24.320 --> 57:28.220
Und Überraschung oder vielleicht so ein bisschen die umgekehrte

57:28.220 --> 57:29.280
Richtung gilt auch.

57:30.460 --> 57:35.840
Wenn Sie eine aussagenlogische Formel haben, die Tautologie ist, also

57:35.840 --> 57:40.220
in jeder Interpretation immer, wenn Sie es auswerten, es kommt wahr

57:40.220 --> 57:44.340
raus, wenn Sie so eine aussagenlogische Formel haben, die immer wahr

57:44.340 --> 57:50.680
ist, dann ist sie auch in dem Kalkül beweisbar.

57:50.680 --> 57:52.080
Dann ist sie Theorem.

57:55.780 --> 58:00.860
Und das heißt also, wenn Tautologie, dann beweisbar.

58:00.940 --> 58:02.560
Wenn beweisbar, dann Tautologie.

58:03.180 --> 58:08.440
Also für jede Formel, das eine gilt genau dann, wenn das andere gilt.

58:09.200 --> 58:13.580
Sie können in dem Kalkül genau das beweisen, die Formeln beweisen, die

58:13.580 --> 58:14.480
immer wahr sind.

58:15.460 --> 58:17.300
Und das passt irgendwie nett zusammen.

58:17.560 --> 58:19.480
Das klingt irgendwie so, als wollte man es haben.

58:19.560 --> 58:21.360
Man möchte das beweisen können, was immer wahr ist.

58:22.620 --> 58:25.060
Wir sind hier nur im Aussagekalkül, aber immerhin.

58:27.980 --> 58:31.520
Dass diese zweite Richtung auch gilt, ist ein bisschen mühsamer zu

58:31.520 --> 58:31.960
beweisen.

58:32.080 --> 58:33.900
Das wollen wir jetzt nicht im Detail veranstalten.

58:36.600 --> 58:38.120
Also genauer gesagt gar nicht.

58:39.080 --> 58:40.600
Das ist nicht so ganz banal.

58:40.680 --> 58:43.940
Also Sie haben eine Formel, da wissen Sie erstmal nur, wenn ich die

58:43.940 --> 58:47.100
Tabelle hinmale, Auswertung in allen Interpretationen, da kommt am

58:47.100 --> 58:48.300
Ende immer wahr raus.

58:49.540 --> 58:52.580
Und jetzt wissen Sie daraus, und das kann man hier tatsächlich noch

58:52.580 --> 58:57.260
machen, konstruktiv irgendwie einen Beweis basteln in diesem Kalkül.

58:57.520 --> 59:00.120
Das kriegt man hin, ist aber ein Haufen Arbeit.

59:01.780 --> 59:03.780
Aber wir merken uns, das geht.

59:04.320 --> 59:07.080
Und das Schöne ist, wir werden sehen in Prädikatenlogik erster Stufe,

59:07.200 --> 59:08.480
das kriegt man auch noch hin.

59:09.660 --> 59:13.060
Da macht man auch ein Kalkül und alles, was da beweisbar ist, ist auch

59:13.060 --> 59:17.700
genau das, was da bei den prädikatenlogischen Formeln immer wahr ist.

59:18.840 --> 59:21.880
Das ist schön, das möchte man haben, aber es ist natürlich auch kein

59:21.880 --> 59:22.580
Zufall.

59:23.860 --> 59:27.800
Man hat natürlich diesen Kalkül so gebaut, dass es klappt, also

59:27.800 --> 59:32.480
insbesondere erstmal, dass Sie da nur Tautologien ableiten können.

59:34.100 --> 59:36.520
Und dass die umgekehrte Richtung auch geht, ist schön.

59:40.920 --> 59:45.020
Und das wird auch bei Prädikatenlogik immer noch genauso sein.

59:47.240 --> 59:50.000
Etwas anderes ist hier auch noch ganz schön.

59:52.040 --> 59:55.100
Das wird bei Prädikatenlogik nicht mehr funktionieren.

59:57.020 --> 01:00:01.300
Und deswegen bitte Vorsicht, wenn das, was da steht, für Sie einen

01:00:01.300 --> 01:00:03.720
ganz plausiblen, naheliegenden Eindruck macht.

01:00:04.240 --> 01:00:08.780
Ist ja gut, für Aussagenlogische Formeln ist es auch plausibel, es ist

01:00:08.780 --> 01:00:09.420
einfach richtig.

01:00:09.420 --> 01:00:15.960
Aber Vorsicht, Vorsicht, Vorsicht, später, es geht auch mal schief.

01:00:17.600 --> 01:00:20.880
Und das ist ein Satz, den werden wir auch nicht im Detail beweisen,

01:00:21.540 --> 01:00:23.140
aber die Aussage ist die folgende.

01:00:24.760 --> 01:00:29.160
Stellen Sie sich vor, Sie haben zwei Aussagenlogische Formeln, G und

01:00:29.160 --> 01:00:29.440
H.

01:00:31.340 --> 01:00:37.000
Und Sie können einen Beweis für H hinschreiben, eine Ableitung für H

01:00:37.000 --> 01:00:43.040
hinschreiben und da brauchen Sie Axiome, Modus ponens und eine weitere

01:00:43.040 --> 01:00:43.580
Formel G.

01:00:45.180 --> 01:00:49.220
Also wenn Sie die Formel G als Hypothese, als Prämisse noch haben,

01:00:49.320 --> 01:00:51.320
dann können Sie ableiten H.

01:00:52.300 --> 01:00:58.040
Wenn das der Fall ist, können Sie in dem Kalkül auch ableiten, ohne

01:00:58.040 --> 01:01:00.560
Voraussetzungen, G-Pfeil H.

01:01:01.840 --> 01:01:06.080
Das klingt vernünftig, es funktioniert auch.

01:01:08.120 --> 01:01:14.420
Und die umgekehrte Richtung gilt auch, wenn Sie G-Pfeil H ableiten

01:01:14.420 --> 01:01:18.160
können, dann können Sie auch, wenn Sie als Prämisse G haben, H

01:01:18.160 --> 01:01:18.660
ableiten.

01:01:18.800 --> 01:01:19.840
Das ist ganz einfach.

01:01:20.460 --> 01:01:23.720
Stellen Sie sich vor, das ist der einfachere Fall, Sie können G-Pfeil

01:01:23.720 --> 01:01:28.240
H ableiten, also Sie können einen Beweis hinschreiben, keine

01:01:28.240 --> 01:01:30.920
Prämissen, einfach G-Pfeil H ist beweisbar.

01:01:31.640 --> 01:01:35.240
Axiome, Modus ponens, Axiome, Modus ponens, Axiome, Axiome, Modus

01:01:35.240 --> 01:01:36.260
ponens, G-Pfeil H.

01:01:37.580 --> 01:01:44.260
Wenn Sie das haben und Sie haben jetzt zusätzlich auch noch G als

01:01:44.260 --> 01:01:47.100
Prämisse, dann dürfen Sie als nächstes einfach G hinschreiben, weil es

01:01:47.100 --> 01:01:48.420
als Hypothese erlaubt ist.

01:01:49.160 --> 01:01:52.580
Und dann haben Sie G-Pfeil H und G, machen einmal Modus ponens, steht

01:01:52.580 --> 01:01:53.040
H da.

01:01:53.800 --> 01:01:57.500
Und dann sehen Sie sofort, wenn ich G als Hypothese beenden darf, dann

01:01:57.500 --> 01:01:58.360
folgt auch H.

01:01:58.900 --> 01:02:01.960
Sie machen einfach noch zwei Formeln an den Originalbeweis hinten

01:02:01.960 --> 01:02:02.260
dran.

01:02:03.960 --> 01:02:06.020
Die umgekehrte Richtung ist komplizierter.

01:02:09.680 --> 01:02:15.920
Sie haben einen Beweis, da steht am Ende H und was Sie vorher stehen

01:02:15.920 --> 01:02:20.100
haben, sind Axiome und wir machen Modus ponens und die Hypothese G.

01:02:21.200 --> 01:02:24.740
Und jetzt wollen Sie einen neuen Beweis haben, wo Sie die Hypothese G

01:02:24.740 --> 01:02:30.680
nicht mehr benutzen, nur noch Axiome und dafür muss rauskommen G-Pfeil

01:02:30.680 --> 01:02:30.920
H.

01:02:32.840 --> 01:02:39.920
Das kriegt man auch hin und das ist auch sozusagen noch konstruktiv,

01:02:41.400 --> 01:02:46.060
aber ehrlich gesagt, das überspringe ich jetzt einfach.

01:02:46.740 --> 01:02:50.820
Gucken Sie sich es mal an, da lernt man noch so ein bisschen umgehen

01:02:50.820 --> 01:02:55.000
mit Beweisen, aber es ist jetzt auch nicht so wahnsinnig wichtig für

01:02:55.000 --> 01:02:56.040
die Vorlesung.

01:02:58.780 --> 01:02:59.220
Gut.

01:02:59.220 --> 01:03:01.520
Und damit sind wir am Ende dieses Kapitels.

01:03:04.300 --> 01:03:04.740
Wichtig.

01:03:05.920 --> 01:03:08.660
Also erstens, wir haben definiert, was sind aussagenlogische Formeln

01:03:09.560 --> 01:03:14.560
und da muss man also erstmal sagen, syntaktisch, wie sehen die Dinge

01:03:14.560 --> 01:03:17.520
aus, was darf ich hinschreiben, damit es eine aussagenlogische Formel

01:03:17.520 --> 01:03:19.380
ist und was darf ich nicht hinschreiben.

01:03:20.100 --> 01:03:20.460
Gut.

01:03:22.600 --> 01:03:29.020
Und dann haben wir zum einen sozusagen eine Bedeutung von

01:03:29.020 --> 01:03:32.900
aussagenlogischen Formeln festgelegt, für jede Interpretation, es

01:03:32.900 --> 01:03:36.600
kommt ein Wahrheitswert raus, die legen irgendwie busche Funktionen

01:03:36.600 --> 01:03:37.000
fest.

01:03:37.860 --> 01:03:41.180
Und dann gibt es eben insbesondere solche aussagenlogischen Formeln,

01:03:41.300 --> 01:03:43.300
die immer wahr sind, Tautologien.

01:03:45.040 --> 01:03:46.360
Formeln, die sind immer wahr.

01:03:47.020 --> 01:03:49.580
Das ist das eine, also so ein semantischer Begriff.

01:03:50.480 --> 01:03:54.560
Und das andere ist, dass wir hier so ein erstes, einfaches, kleines

01:03:54.560 --> 01:03:58.500
Beispiel so mal oberflächlich angeguckt haben von einem Kalkül, da

01:03:58.500 --> 01:04:04.480
haben Sie Axiome und Sie haben eine Ableitungsregel, Modus ponens und

01:04:04.480 --> 01:04:09.000
ein Beweis ist dann einfach eine Liste von Formeln, ohne über

01:04:09.000 --> 01:04:12.040
Wahrheitswerte zu reden, einfach eine Liste von Formeln und da dürfen

01:04:12.040 --> 01:04:14.860
Sie Axiome hinschreiben und Formeln, die sich durch Modus ponens aus

01:04:14.860 --> 01:04:15.620
früheren ergeben.

01:04:16.480 --> 01:04:17.000
Fertig.

01:04:17.380 --> 01:04:22.420
Dieser Beweisbegriff ist völlig schematisch, völlig mechanisch.

01:04:23.140 --> 01:04:26.360
Genau das Richtige für blöde Rechner, immer stumpfsinnig irgendwas

01:04:26.360 --> 01:04:27.080
runternudeln.

01:04:27.800 --> 01:04:29.200
Das will man nicht als Mensch machen.

01:04:30.640 --> 01:04:34.740
Und die Beobachtung ist, da habe ich Ihnen so mitgeteilt, man hat das

01:04:34.740 --> 01:04:40.660
geschickt hingekriegt, der Kalkül ist so gebaut, es ist genau das

01:04:40.660 --> 01:04:42.360
beweisbar, was immer wahr ist.

01:04:42.700 --> 01:04:45.740
Genau die Tautologien sind beweisbar und nichts anderes.

01:04:47.300 --> 01:04:48.700
Passt irgendwie nett zusammen.

01:04:50.120 --> 01:04:54.180
Ja und naja, also rechnen Sie halt mal noch ein bisschen mit bulschen

01:04:54.180 --> 01:04:55.140
Funktionen rum

01:04:58.340 --> 01:05:03.120
und ich weiß nicht, schreiben Sie sich mal ein paar einfache bulsche

01:05:03.120 --> 01:05:06.900
Aussagen, logische Formeln hin und fragen Sie sich, ob die erfüllbar

01:05:06.900 --> 01:05:07.800
sind oder nicht.

01:05:08.700 --> 01:05:11.400
Und gucken Sie mal, ob das vielleicht manchmal schwierig wird, das

01:05:11.400 --> 01:05:12.160
rauszufinden.

01:05:12.980 --> 01:05:17.140
Also raus, ob eine Formel erfüllbar ist, rausfinden geht immer, man

01:05:17.140 --> 01:05:19.600
probiert einfach alle Interpretationen durch.

01:05:21.060 --> 01:05:24.880
Aber wenn Sie n Aussagevariablen haben, haben Sie halt zwei hoch n

01:05:24.880 --> 01:05:28.100
Interpretationen, das könnte etwas länger dauern.

01:05:30.360 --> 01:05:31.740
Das ist der Haken an der Sache.

01:05:31.740 --> 01:05:34.740
Deswegen die Frage ist, geht es irgendwie schneller?

01:05:35.720 --> 01:05:37.360
Für irgendeine Definition von schneller.

01:05:39.640 --> 01:05:44.340
Okay, damit sind wir am Ende dieses Kapitels und wir kommen jetzt zu

01:05:44.340 --> 01:05:49.840
etwas, das ist schon immer mal so ein bisschen angeklungen, nämlich

01:05:49.840 --> 01:05:52.340
insbesondere beweist durch vollständige Induktion.

01:05:54.140 --> 01:05:58.500
Und da blende ich jetzt hier kurz eine URL ein, denn ich bin mir nicht

01:05:58.500 --> 01:06:01.960
ganz sicher, die Vorlesung wird ja aufgezeichnet, ob das, was ich

01:06:01.960 --> 01:06:04.320
Ihnen jetzt gleich zeige, das schnipselige Video, ob das in der

01:06:04.320 --> 01:06:07.840
Aufzeichnung drin sein darf oder nicht, falls es rausgeschnitten wird,

01:06:08.260 --> 01:06:09.420
da ist es.

01:06:12.300 --> 01:06:16.120
Und das kennen Sie alle, manchmal macht man es auch zu Hause,

01:06:16.240 --> 01:06:18.940
vielleicht eher mit Dominosteinen auf dem Tisch als im Garten mit

01:06:18.940 --> 01:06:24.760
Steinen, aber wenn da so Steine hintereinander stehen und man schweißt

01:06:24.760 --> 01:06:30.800
dann den ersten um, dann so nach und nach fällt ein Stein nach dem

01:06:30.800 --> 01:06:31.360
anderen um.

01:06:32.060 --> 01:06:33.840
Das ist vollständige Induktion.

01:06:34.860 --> 01:06:35.140
Prima.

01:06:35.340 --> 01:06:36.320
Kommen wir zum nächsten Kapitel.

01:06:36.660 --> 01:06:42.740
Nein, also so nach und nach fallen die alle um.

01:06:43.900 --> 01:06:45.020
Wieso klappt das?

01:06:46.140 --> 01:06:51.940
Na, jemand schmeißt den ersten Stein um und dann steht der erste so

01:06:51.940 --> 01:06:55.420
nah beim zweiten, dass wenn der umfällt, er den zweiten anschubst und

01:06:55.420 --> 01:06:56.380
der fällt dann auch um.

01:06:56.860 --> 01:07:01.980
Und außerdem, wenn der zweite umfällt, dann steht der irgendwie so nah

01:07:01.980 --> 01:07:05.000
beim dritten, dass wenn der zweite umfällt, irgendwann schubst du den

01:07:05.000 --> 01:07:05.600
dritten an.

01:07:06.060 --> 01:07:09.680
Und dann steht der dritte so bei dem vierten, dass wenn er dann

01:07:09.680 --> 01:07:11.400
umfällt, er schubst den vierten an.

01:07:12.580 --> 01:07:16.500
Und wenn man sich sicher sein will, dass alle umfallen, ja, da muss

01:07:16.500 --> 01:07:18.820
man halt diese Stellen alle angucken im Zweifelsfall.

01:07:18.820 --> 01:07:22.960
Ja, also wenn da irgendjemand einfach wild Steine hintereinander

01:07:22.960 --> 01:07:26.460
hingestellt hat und Sie wollen sicher sein, dass die alle umfallen,

01:07:26.520 --> 01:07:27.720
müssen Sie sich alle Stellen angucken.

01:07:29.180 --> 01:07:32.460
Das ist viel Arbeit, das ist nicht so schön, ja.

01:07:34.240 --> 01:07:36.220
Wie kann man sich das vereinfachen?

01:07:36.720 --> 01:07:39.600
Na, der, der die Steine aufgestellt hat, war vielleicht nett und hat

01:07:39.600 --> 01:07:43.140
gesagt, hier, ich habe so eine Schablone, ich habe mir das überlegt,

01:07:43.320 --> 01:07:47.960
ein gewisser Abstand ist passend und das benutze ich überall, ich

01:07:47.960 --> 01:07:51.460
mache genau den gleichen Abstand zwischen 1 und 2, zwischen 2 und 3,

01:07:51.620 --> 01:07:54.780
zwischen 3 und 4, 4 und 5, das ist überall das Gleiche.

01:07:55.660 --> 01:07:59.540
Und wenn du dir klar machen willst, dass der siebte Stein den achten

01:07:59.540 --> 01:08:03.280
umschmeißt oder dass der neunzehnte den zwanzigsten umschmeißt, das

01:08:03.280 --> 01:08:06.260
muss man sich nicht alles getrennt angucken, das ist immer der gleiche

01:08:06.260 --> 01:08:10.320
Abstand, überlegst dir einmal allgemein, ja, wenn Stein Nummer N

01:08:10.320 --> 01:08:13.060
umfällt, er schubst auf Stein Nummer N plus 1 an.

01:08:15.620 --> 01:08:19.120
Und dann muss man nicht mehr alle Stellen angucken, sondern einmal das

01:08:19.120 --> 01:08:22.540
Schema angucken und schauen, es klappt immer, es klappt in diesem Fall

01:08:22.540 --> 01:08:27.160
und wenn das für beliebiges N sozusagen funktioniert, ja, dann

01:08:27.160 --> 01:08:28.140
überall.

01:08:29.720 --> 01:08:34.160
So, jetzt für mich mal, wer hat denn in der Schule schon mal

01:08:34.160 --> 01:08:35.640
vollständige Induktion gemacht?

01:08:36.880 --> 01:08:38.060
Wer noch nicht?

01:08:39.460 --> 01:08:43.420
Okay, gut, also zumindest für die Hälfte oder so ist das irgendwie

01:08:43.420 --> 01:08:43.740
neu.

01:08:46.960 --> 01:08:48.540
Als einführendes Beispiel,

01:08:52.380 --> 01:08:56.240
also ich weiß ja, dass es bald Essen in der Mensa gibt, aber

01:08:56.240 --> 01:08:59.960
vielleicht nur so als Hinweis, wir gucken uns das gleich nochmal so

01:08:59.960 --> 01:09:03.660
ein bisschen an und Sie verpassen was, wenn Sie jetzt gehen.

01:09:09.530 --> 01:09:13.290
Nehmen wir als Beispiel etwas aus einem früheren Kapitel, da hat man

01:09:13.290 --> 01:09:16.810
mal definiert, was sind Potenzen eines Wortes, beliebiges Wort W, ja,

01:09:17.330 --> 01:09:19.930
hat man so gemacht, W hoch 0, haben wir gesagt, ist immer das leere

01:09:19.930 --> 01:09:24.590
Wort und W hoch N plus 1 ist immer W hoch N, konkateniert mit W, für

01:09:24.590 --> 01:09:25.650
jedes N aus N0.

01:09:29.610 --> 01:09:34.230
Behauptung, egal welches Wort man da hat, egal welches Alphabet, die

01:09:34.230 --> 01:09:37.210
Länge von W hoch N ist immer N mal die Länge von W.

01:09:40.110 --> 01:09:41.410
Wie beweist man das?

01:09:41.550 --> 01:09:44.090
Na ja, man kann es ja erstmal für ein paar einfache Fälle ausrechnen,

01:09:44.210 --> 01:09:47.290
für W hoch 0 ist es einfach.

01:09:53.790 --> 01:09:58.290
Wir hatten erstmal gesehen, mit den Dingern kann man rechnen, also W

01:09:58.290 --> 01:10:02.230
hoch 0 ist leere Wort, ist Definition, W hoch 1 können Sie einsetzen,

01:10:02.590 --> 01:10:05.450
nehmen Sie die zweite Zahl in der Definition, es gibt W hoch 0,

01:10:05.570 --> 01:10:09.710
konkateniert mit W, kommt W raus, W hoch 2 ist W, konkateniert mit W

01:10:09.710 --> 01:10:11.350
und so weiter, haben wir schon mal gesehen.

01:10:14.070 --> 01:10:16.890
Jetzt, der Beweis, dass das mit den Wortlängen immer stimmt.

01:10:18.610 --> 01:10:21.090
Ja, fangen wir doch mal an mit dem einfachsten Fall, die Länge des

01:10:21.090 --> 01:10:25.370
Wortes, das N ist gleich 0, also für irgendein Wort W, was ist die

01:10:25.370 --> 01:10:26.590
Länge von W hoch 0?

01:10:27.950 --> 01:10:30.270
Ja, da muss man halt nachgucken, was die Definition von W hoch 0 ist,

01:10:30.310 --> 01:10:32.890
das ist das leere Wort, was ist die Länge des leeren Wortes, das ist

01:10:32.890 --> 01:10:33.170
0.

01:10:33.850 --> 01:10:38.850
Und in der Tat 0 ist 0 mal die Länge von W, egal wie lang W ist.

01:10:39.530 --> 01:10:43.010
Also die Länge von W hoch 0 ist immer gleich 0 mal Länge von W.

01:10:44.130 --> 01:10:46.950
Nehmen wir den Fall N gleich 1, da können Sie genauso rechnen.

01:10:48.390 --> 01:10:50.210
Was ist die Länge von W hoch 1?

01:10:50.370 --> 01:10:54.330
Das ist Definition von W hoch 1, ist W hoch 0, konkateniert mit W.

01:10:55.010 --> 01:10:56.190
Was ist die Länge davon?

01:10:56.770 --> 01:10:59.630
Das haben wir gesehen bei der Definition von Konkatenation, das ist

01:10:59.630 --> 01:11:02.370
einfach Summe der Längen der beteiligten Faktoren.

01:11:03.170 --> 01:11:04.530
Länge von W hoch 0 und W.

01:11:05.170 --> 01:11:08.630
Und Länge von W hoch 0, das haben wir uns ja gerade überlegt, das ist

01:11:08.630 --> 01:11:15.410
0 mal Länge von W plus Länge von W und gibt zusammen einmal Länge von

01:11:15.410 --> 01:11:15.650
W.

01:11:16.790 --> 01:11:19.570
Also für N gleich 1 hat das jetzt geklappt, weil wir sozusagen

01:11:19.570 --> 01:11:22.870
wussten, ja für N gleich 0 stimmt das, Länge von W hoch 0 ist nun mal

01:11:22.870 --> 01:11:23.410
Länge von W.

01:11:24.130 --> 01:11:28.450
Länge von W hoch 2 ist Länge von W hoch 1 plus Länge von W.

01:11:29.350 --> 01:11:31.790
Und da haben wir auch wieder den Fall, oh, Länge von W hoch 1, das

01:11:31.790 --> 01:11:35.390
hatten wir uns gerade überlegt, ist einmal Länge von W und einmal

01:11:35.390 --> 01:11:37.550
Länge von W plus W ist zweimal Länge von W.

01:11:38.690 --> 01:11:41.890
Ja und dann kann man das für 3 und für 4 und für 5 immer wieder

01:11:41.890 --> 01:11:45.950
hinschreiben, hinschreiben, hinschreiben und irgendwann merkt man ja

01:11:45.950 --> 01:11:49.010
offensichtlich, das geht immer, das ist immer das gleiche Schema,

01:11:49.210 --> 01:11:50.430
immer das gleiche Schema.

01:11:51.630 --> 01:11:55.170
Ja, man weiß es schon für W hoch N und dann kann man es auch für W

01:11:55.170 --> 01:11:56.150
hoch N plus 1.

01:11:57.630 --> 01:12:01.590
Und das ist dann sozusagen die vollständige Induktion und dass

01:12:01.590 --> 01:12:06.330
vollständige Induktion funktioniert, liegt an einer Eigenschaft der

01:12:06.330 --> 01:12:12.610
natürlichen Zahlen und natürliche Zahlen nehmen wir einfach so hin und

01:12:12.610 --> 01:12:15.130
dann müssen wir auch die Eigenschaft, die wir ausnutzen, einfach so

01:12:15.130 --> 01:12:18.430
hinnehmen, aber wenn Sie natürliche Zahlen definieren, dann ist das,

01:12:18.510 --> 01:12:21.570
was wir ausnutzen, tatsächlich Bestandteil der Definition von

01:12:21.570 --> 01:12:27.190
natürlichen Zahlen, nämlich, wenn Sie eine Menge haben, die, sagen wir

01:12:27.190 --> 01:12:33.350
mal, nur Zahlen aus N0 enthält und wenn Sie wissen, erstens, die 0 ist

01:12:33.350 --> 01:12:39.110
drin und zweitens, wenn irgendeine Zahl N, eine natürliche Zahl N in

01:12:39.110 --> 01:12:42.430
dieser Menge drin ist, dann N plus 1 ist garantiert auch drin.

01:12:43.890 --> 01:12:48.710
Wenn Sie eine Menge haben mit dieser Eigenschaft, die 0 ist drin und

01:12:48.710 --> 01:12:55.190
für jede Zahl auch ihr Nachfolger, dann versprochen, garantiert, diese

01:12:55.190 --> 01:12:58.730
Menge enthält alle Zahlen aus N0.

01:13:00.050 --> 01:13:03.310
Und wenn sie nur solche Zahlen enthält, dann ist eben M gleich N0.

01:13:04.150 --> 01:13:09.130
Also wenn 0 drin ist und wenn gilt, wenn eine Zahl drin ist, dann auch

01:13:09.130 --> 01:13:11.490
die 1 größere, dann sind alle Zahlen drin.

01:13:16.360 --> 01:13:18.760
Ich kann Ihnen auch Mengen hinschreiben...

01:13:20.660 --> 01:13:22.560
Also nein, lassen wir das.

01:13:23.200 --> 01:13:28.220
Also das gehört wirklich zur Definition von natürlichen Zahlen.

01:13:29.020 --> 01:13:32.340
Das können Sie nicht einfach so aus heiterem Himmel beweisen.

01:13:34.120 --> 01:13:38.560
Und das benutzt man bei Beweisen mit vollständiger Induktion.

01:13:39.100 --> 01:13:42.380
Da hat man für jedes N aus N0, sagen wir mal jetzt im einfachsten

01:13:42.380 --> 01:13:52.190
Fall, so eine Aussage, A N, und man möchte gerne beweisen, für jedes N

01:13:52.190 --> 01:13:54.510
die Aussage A N ist wahr.

01:13:54.930 --> 01:13:58.070
Also man möchte beweisen, nicht nur A 0 ist wahr und A 1 ist wahr und

01:13:58.070 --> 01:14:01.630
A 2, sondern auch 3, 4, 5, jedes A N.

01:14:03.050 --> 01:14:04.410
Und wie macht man das?

01:14:05.250 --> 01:14:08.850
Na, man guckt sich die Menge, M habe ich die hier mal genannt, aller

01:14:08.850 --> 01:14:12.010
Zahlen N an mit der Eigenschaft A N ist wahr.

01:14:12.430 --> 01:14:14.190
Also diese Menge kann man erstmal definieren.

01:14:16.690 --> 01:14:21.450
Und was man gerne beweisen möchte ist, diese Menge ist ganz N0.

01:14:22.530 --> 01:14:25.410
Für alle N aus N0 soll die Aussage A N wahr sein.

01:14:26.090 --> 01:14:29.030
Also man ist hier gerade in der Situation, dass man zeigen will, eine

01:14:29.030 --> 01:14:30.330
Menge ist gleich N0.

01:14:31.070 --> 01:14:34.790
Und da macht man genau das, was gerade eben Bestandteil der Definition

01:14:34.790 --> 01:14:34.990
ist.

01:14:35.070 --> 01:14:37.370
Man zeigt erstens, die 0 ist da drin.

01:14:38.770 --> 01:14:42.710
Und man zeigt zweitens, wenn eine Zahl N da drin ist, dann auch N plus

01:14:42.710 --> 01:14:43.050
1.

01:14:44.190 --> 01:14:47.790
Und dann nach dieser Eigenschaft der natürlichen Zahlen, wenn das

01:14:47.790 --> 01:14:50.410
klappt, dann weiß man, M ist gleich N0.

01:14:51.890 --> 01:14:54.490
Das ist einfach diese Eigenschaft, die man da ausnutzt.

01:14:55.290 --> 01:14:56.330
So, was muss man da tun?

01:14:56.730 --> 01:15:00.910
Also man muss zeigen, 0 ist in M, das heißt A 0 ist wahr.

01:15:01.770 --> 01:15:02.710
Das muss man zeigen.

01:15:04.790 --> 01:15:06.090
Und was muss man noch zeigen?

01:15:06.150 --> 01:15:09.210
Man muss zeigen, wenn N drin ist, dann auch N plus 1.

01:15:09.210 --> 01:15:12.170
N in M heißt, A N ist wahr.

01:15:13.390 --> 01:15:16.370
N plus 1 in M heißt, A N plus 1 ist wahr.

01:15:16.810 --> 01:15:20.530
Also man muss zeigen, wenn A N wahr ist, dann ist auch A N plus 1

01:15:20.530 --> 01:15:20.810
wahr.

01:15:22.750 --> 01:15:24.910
Wohlgemerkt, man muss hier eine Implikation zeigen.

01:15:25.010 --> 01:15:28.030
Man muss nicht zeigen, A N ist wahr oder so etwas.

01:15:28.130 --> 01:15:31.130
Man muss zeigen, wenn das eine wahr ist, dann auch das nächste.

01:15:33.070 --> 01:15:33.950
Ja, so.

01:15:40.610 --> 01:15:43.330
Also das macht man dann bei so einer vollständigen Induktion.

01:15:43.450 --> 01:15:47.530
Man zeigt, A 0 ist wahr und man zeigt, wenn A N wahr ist, dann auch A

01:15:47.530 --> 01:15:50.330
N plus 1 für jedes N aus N 0.

01:15:53.030 --> 01:15:56.470
Und das erste nennt man dann typischerweise den Induktionsanfang.

01:15:58.230 --> 01:16:03.650
Und dieses zweite für jedes N gilt, wenn A N wahr ist, dann auch A N

01:16:03.650 --> 01:16:05.650
plus 1, das nennt man den Induktionsschritt.

01:16:08.590 --> 01:16:11.750
Und dieses A N, da muss man also so eine Implikation beweisen.

01:16:12.110 --> 01:16:14.350
Wenn A N wahr ist, dann auch A N plus 1.

01:16:14.970 --> 01:16:18.030
Und was man dann tut, ist, man verwendet die sogenannte

01:16:18.030 --> 01:16:19.190
Induktionsvoraussetzung.

01:16:19.770 --> 01:16:23.030
A N ist schon wahr für ein beliebiges N.

01:16:23.130 --> 01:16:25.290
Also wie beweist man, dass das für jedes N gilt?

01:16:25.390 --> 01:16:27.010
Man sagt, na, ich nehme einfach irgendeins.

01:16:27.550 --> 01:16:28.650
Ich weiß nicht welches.

01:16:29.290 --> 01:16:31.970
Alles, was ich jetzt tue, soll für jedes funktionieren.

01:16:31.970 --> 01:16:34.770
Und wenn das so ist, dann funktioniert es eben für jedes.

01:16:36.430 --> 01:16:38.590
Also A N heißt Induktionsvoraussetzung.

01:16:39.510 --> 01:16:44.330
Und man benutzt dann die Annahme, A N ist wahr, und muss dann folgern,

01:16:44.510 --> 01:16:45.830
A N plus 1 ist auch wahr.

01:16:47.010 --> 01:16:50.970
Also hier bei unserer Aussage, Länge von W hoch N ist N mal Länge von

01:16:50.970 --> 01:16:51.230
W.

01:16:53.870 --> 01:16:55.090
Induktionsanfang N gleich 0.

01:16:55.170 --> 01:16:58.590
Wir müssen zeigen, Länge von W hoch 0 ist gleich 0 mal Länge von W.

01:16:59.790 --> 01:17:02.530
Naja, dann nehmen Sie eben die Definition, wie gerade schon gesehen.

01:17:02.630 --> 01:17:05.370
Das ist 0 und dann schreibt man es vielleicht nochmal in der Form, wie

01:17:05.370 --> 01:17:06.190
man es haben möchte.

01:17:06.430 --> 01:17:07.530
0 mal Länge von W.

01:17:08.050 --> 01:17:08.810
N ist ja 0.

01:17:10.650 --> 01:17:12.410
Und dann kommt der Induktionsschritt.

01:17:13.890 --> 01:17:15.670
Und nochmal, was müssen wir tun?

01:17:15.750 --> 01:17:17.350
Wir müssen so eine Implikation zeigen.

01:17:17.430 --> 01:17:22.490
Wir müssen zeigen, wenn die Länge von W hoch N, N mal Länge von W ist,

01:17:22.650 --> 01:17:26.690
dann die Länge von W hoch N plus 1 ist N plus 1 mal Länge von W.

01:17:29.290 --> 01:17:31.570
Gut, also tun wir das.

01:17:33.470 --> 01:17:35.530
Also Induktionsvoraussetzung, AN ist wahr.

01:17:35.890 --> 01:17:38.430
Und wie zeigen wir, dass das für jedes N gilt?

01:17:38.510 --> 01:17:39.910
Wir nehmen einfach irgendeins.

01:17:40.590 --> 01:17:44.510
Keine weiteren Annahmen, N ist gerade oder eine Primzahl oder

01:17:44.510 --> 01:17:44.870
irgendwas.

01:17:45.110 --> 01:17:46.490
Einfach irgendeins.

01:17:47.490 --> 01:17:48.730
Ohne weitere Einschränkungen.

01:17:48.810 --> 01:17:50.630
Wenn es für irgendeins gilt, dann gilt es für jedes.

01:17:52.190 --> 01:17:54.030
Und wir nehmen an, AN ist wahr.

01:17:54.210 --> 01:17:56.510
Also Länge von W hoch N ist N mal Länge von W.

01:17:56.510 --> 01:17:58.190
Und was müssen wir jetzt zeigen?

01:17:58.330 --> 01:18:00.070
Ja, dann ist auch AN plus 1 wahr.

01:18:00.250 --> 01:18:02.650
Also Länge von W hoch N plus 1 ist N plus 1 mal Länge von W.

01:18:03.030 --> 01:18:06.550
Und dann schreibt man eben diese Induktion, diese Rechnung hin von

01:18:06.550 --> 01:18:06.870
eben.

01:18:07.310 --> 01:18:10.970
Und dann gibt es eben diese eine Stelle, wenn man das so macht, da

01:18:10.970 --> 01:18:13.830
steht, kommt vor in der Rechnung die Länge von W hoch N.

01:18:14.410 --> 01:18:17.070
Und dann ist man an der Stelle, wo man die Induktionsvoraussetzung

01:18:17.070 --> 01:18:21.170
anwenden kann und weiß, ah, für N weiß ich das.

01:18:21.230 --> 01:18:23.790
Die Länge von W hoch N ist N mal die Länge von W.

01:18:23.790 --> 01:18:25.970
Das darf ich hier ersetzen.

01:18:27.030 --> 01:18:30.010
Und dann rechnet man fröhlich weiter und landet genau da, wo man

01:18:30.010 --> 01:18:30.650
hinkommen will.

01:18:31.270 --> 01:18:32.090
Und ist fertig.

01:18:38.710 --> 01:18:44.730
Und das wird in Grundbegriffe immer wieder auftauchen und das wird

01:18:44.730 --> 01:18:48.090
auch später in Vorlesungen an allen möglichen und unmöglichen Stellen,

01:18:48.350 --> 01:18:51.710
wo Sie es jetzt noch nicht vermuten, auch wieder auftauchen.

01:18:52.650 --> 01:18:55.550
Zum Beispiel im Programmieren bei While-Schleifen.

01:18:58.850 --> 01:18:59.490
So.

01:19:00.070 --> 01:19:01.690
Und das ist der einfachste Fall.

01:19:01.950 --> 01:19:06.170
Hier so Null und für jede Zahl, auch die nächstgrößere, gibt ganz N

01:19:06.170 --> 01:19:06.430
Null.

01:19:07.590 --> 01:19:09.010
Davon gibt es jetzt Varianten.

01:19:11.210 --> 01:19:14.150
Ich habe Ihnen hier mal drei hingeschrieben.

01:19:14.610 --> 01:19:18.370
Die einfachste, gucken wir uns jetzt vielleicht gerade noch an.

01:19:21.990 --> 01:19:25.150
Manchmal ist es irgendwie natürlich, nicht bei Null anzufangen,

01:19:25.290 --> 01:19:27.230
sondern man hat irgendwas nur ab Eins.

01:19:28.730 --> 01:19:30.550
Ja, dann macht man es halt ab Eins.

01:19:30.790 --> 01:19:33.530
Also dann ist der Induktionsanfang im einfachen Fall einfach für N

01:19:33.530 --> 01:19:34.290
gleich Eins.

01:19:35.830 --> 01:19:40.890
Und dann auch wieder für jede Zahl N, wenn N dazugehört.

01:19:40.990 --> 01:19:43.150
Wenn es für N klappt, dann auch für N plus Eins.

01:19:44.670 --> 01:19:48.350
Das passt ins Originalschema, wenn Sie sozusagen aus diesen Aussagen,

01:19:48.410 --> 01:19:52.450
die für N gleich Eins vorhanden sind, durch Umnummerieren Aussagen

01:19:52.450 --> 01:19:53.970
machen, wo ab Null nummeriert wird.

01:19:54.110 --> 01:19:59.950
B Null ist A Eins, B Eins ist A Zwei, B I ist A I plus Eins.

01:20:00.690 --> 01:20:04.710
Und dann die normale vollständige Induktion für die Bs ab Null liefert

01:20:04.710 --> 01:20:08.290
Ihnen die Korrektheit der As ab Eins.

01:20:08.830 --> 01:20:10.130
Das ist ganz harmlos.

01:20:12.110 --> 01:20:12.670
So.

01:20:13.730 --> 01:20:17.410
Und wir gucken gleich noch ein Schnipselchen Video.

01:20:17.410 --> 01:20:20.810
Und vorher vielleicht schon mal als Ausblick.

01:20:24.150 --> 01:20:28.510
Bei dem Induktionsschritt, was wir bisher haben, ist, na ja, man muss

01:20:28.510 --> 01:20:31.070
zeigen, wenn A N gilt, dann auch A N plus Eins.

01:20:31.810 --> 01:20:35.290
Anders gesagt, um zu beweisen, dass A N plus Eins wahr ist, was Sie

01:20:35.290 --> 01:20:37.510
haben, ist, Sie können A N benutzen.

01:20:39.410 --> 01:20:43.810
Aber jetzt so anschaulich, also man hat sich da ja ab Null so langsam

01:20:43.810 --> 01:20:45.010
vorgearbeitet.

01:20:45.010 --> 01:20:48.750
Es sollte eigentlich auch okay sein, nicht nur A N, sondern auch noch

01:20:48.750 --> 01:20:52.810
früher andere Aussagen mit kleineren Indizien zu benutzen.

01:20:53.210 --> 01:20:55.050
Die sind ja auch schon irgendwie...

01:20:55.050 --> 01:20:57.090
Für die kann man ja auch beweisen, dass sie wahr sind.

01:20:58.330 --> 01:21:02.110
Also manchmal ist es bequemer, wenn man nicht nur ein bisschen

01:21:02.110 --> 01:21:03.810
zurückgucken kann, sondern ein bisschen weiter.

01:21:03.930 --> 01:21:06.370
Und das werden wir uns das nächste Mal angucken, dass das völlig legal

01:21:06.370 --> 01:21:06.630
ist.

01:21:06.710 --> 01:21:07.450
Das dürfen Sie machen.

01:21:08.570 --> 01:21:09.910
Hat keiner was dagegen.

01:21:10.710 --> 01:21:17.110
Das zweite Hinweis, es gibt etwas, das ist etwas verblüffend.

01:21:19.130 --> 01:21:25.010
Manchmal, wichtig, aufgemerkt, manchmal wird vollständige Induktion

01:21:25.010 --> 01:21:31.310
leichter, wenn das, was Sie beweisen, sozusagen mehr ist, schwieriger

01:21:31.310 --> 01:21:31.650
ist.

01:21:34.050 --> 01:21:38.650
Vollständige Induktionen werden manchmal einfacher zu führen, wenn Sie

01:21:38.650 --> 01:21:41.510
nicht nur das beweisen, was Sie beweisen wollen, sondern ein bisschen

01:21:41.510 --> 01:21:41.870
mehr.

01:21:42.890 --> 01:21:46.250
Dann muss man zwar immer ein bisschen mehr beweisen, aber beim

01:21:46.250 --> 01:21:50.770
Induktionsschritt, in der Induktionsvoraussetzung steht halt auch ein

01:21:50.770 --> 01:21:51.550
bisschen mehr.

01:21:51.910 --> 01:21:53.370
Und das hilft einem dann manchmal.

01:21:54.510 --> 01:21:57.390
Also wundern Sie sich nicht, wenn Sie irgendwann mal über sowas

01:21:57.390 --> 01:21:58.010
stolpern.

01:21:58.870 --> 01:22:01.930
So, so weit zu dem Stoff heute.

01:22:02.590 --> 01:22:06.170
Und jetzt kommen wir zu dem zweiten Schnipselchen aus dem Video.

01:22:06.170 --> 01:22:09.790
Und Sie können dann auf dem Weg in die nächste Lehrveranstaltung oder

01:22:09.790 --> 01:22:14.390
in die Mensa oder wohin auch immer ja mal überlegen, was da passiert.

01:22:17.580 --> 01:22:21.700
Es gibt einen Unterschied zwischen den natürlichen Zahlen und dieser

01:22:21.700 --> 01:22:22.420
Gartenmauer.

01:22:22.500 --> 01:22:23.680
Die Gartenmauer ist endlich.

01:22:26.140 --> 01:22:29.120
Und Sie können jetzt mal überlegen kurz, was passiert.

01:22:30.620 --> 01:22:32.560
Und dann gucken wir uns das mal an.

01:22:34.560 --> 01:22:36.100
Viel Spaß beim Nachdenken.

01:22:37.440 --> 01:22:38.320
Los geht's.

01:22:43.360 --> 01:22:44.420
So, Achtung jetzt.

01:22:53.350 --> 01:22:53.790
Ups.

01:22:55.290 --> 01:22:56.830
Ja, überlegen Sie mal, was da los ist.

01:22:57.330 --> 01:22:58.390
Machen Sie es gut, bis Freitag.

