WEBVTT

00:01.060 --> 00:04.840
In diesem Video geht es um sogenannte äußere Maße.

00:05.780 --> 00:09.560
Diese treten unter anderem bei einem der wichtigsten Sätze der

00:09.560 --> 00:15.660
Maßtheorie auf, dem Maßfortsetzungssatz oder Maßerweiterungssatz.

00:16.620 --> 00:19.740
Dieser Fortsetzungssatz ist auch für die Stochastik von großer

00:19.740 --> 00:24.280
Bedeutung, um die Existenz von Wahrscheinlichkeitsverteilungen zu

00:24.280 --> 00:24.880
garantieren.

00:25.880 --> 00:30.800
In diesem Video möchte ich zunächst eine kurze Motivation geben, dann

00:30.800 --> 00:36.840
das äußere Maß definieren und dann zeigen, auf welche Weise in einem

00:36.840 --> 00:40.400
Fortsetzungssatz ein äußeres Maß auftritt.

00:41.060 --> 00:42.980
Zunächst zur Motivation.

00:43.960 --> 00:49.500
Gegeben sei eine beliebige nicht leere Menge Omega und ein

00:49.500 --> 00:54.860
Mengensystem über Omega, das heißt ein System von Teilmengen von

00:54.860 --> 00:55.300
Omega.

00:55.980 --> 00:59.720
Wir fordern nur, dass die leere Menge in diesem System ist.

01:00.460 --> 01:06.000
Und weiter sei gegeben eine Funktion µ, die sei auf m definiert und

01:06.000 --> 01:10.180
nehme nicht negative reelle Zahlen als Werte an, darf aber auch den

01:10.180 --> 01:11.600
Wert unendlich annehmen.

01:12.380 --> 01:16.660
Und wir setzen voraus, dass µ von der leeren Menge gleich 0 ist.

01:16.660 --> 01:21.820
Wenn man sich mit dem Fortsetzungssatz beschäftigt, setzt man voraus,

01:22.040 --> 01:26.900
dass diese Mengenfunktion auch noch eine Eigenschaft hat, eine ganz

01:26.900 --> 01:30.040
wichtige für ein Maß, nämlich die Sigma-Additivität.

01:30.160 --> 01:34.500
Sie soll auf m Sigma-Additiv sein, das heißt, wenn ich paarweise

01:34.500 --> 01:39.300
disjunkte Mengen in m habe, abzählbar unendlich viele, deren

01:39.300 --> 01:44.380
Vereinigung auch in m liegt, dann ist µ von der Vereinigung dieser

01:44.380 --> 01:47.780
Mengen gleich Summe der µ der einzelnen Mengen.

01:48.480 --> 01:53.140
Die Frage, die sich dann stellt, ist, gibt es ein Maß, ich nenne es

01:53.140 --> 01:58.360
einmal µ-Schlange, auf der von m erzeugten Sigma-Algebra Sigma von m,

01:59.080 --> 02:01.660
das die Mengenfunktion µ fortsetzt.

02:03.020 --> 02:08.360
Das bedeutet, dass die Restriktion dann von µ-Schlange auf m mit dem µ

02:08.360 --> 02:09.380
übereinstimmt.

02:09.380 --> 02:17.860
Die Antwort ist, ja, das geht, es existiert, falls das m ein

02:17.860 --> 02:23.240
sogenannter Halbring ist, das m muss also gewisse Eigenschaften haben,

02:23.360 --> 02:25.700
auf die möchte ich aber hier nicht weiter eingehen.

02:26.420 --> 02:30.640
Das Entscheidende ist, die Fortsetzung geschieht über ein sogenanntes

02:30.640 --> 02:35.000
äußeres Maß in einem Zwischenschritt, in einem ersten Schritt.

02:35.680 --> 02:38.960
Ich definiere hier, was ein äußeres Maß ist.

02:40.580 --> 02:44.840
Eine Mengenfunktion, ich nenne sie µ-Stern, und jetzt kommt es, sie

02:44.840 --> 02:50.180
ist definiert auf der Potenzmenge von Omega, auf jeder Teilmenge von

02:50.180 --> 02:53.260
Omega, das ist hier das Besondere bei einem äußeren Maß.

02:54.200 --> 02:58.140
Sie nimmt auch nicht negative reelle Zahlen als Werte an und

02:58.140 --> 03:00.180
möglicherweise den Wert unendlich.

03:00.180 --> 03:05.220
Und man nennt solch eine Mengenfunktion ein äußeres Maß, falls gilt.

03:06.300 --> 03:07.980
Jetzt kommen drei Eigenschaften.

03:08.060 --> 03:11.700
Die erste Eigenschaft besagt, µ-Stern von der leeren Menge ist 0.

03:13.280 --> 03:16.420
Eine solche Eigenschaft fordert man auch von einem Maß.

03:17.060 --> 03:22.240
Die zweite Eigenschaft ist die, wenn eine Menge a in einer Menge b

03:22.240 --> 03:26.860
enthalten ist, dann soll folgen µ-Stern von a kleinergleich µ-Stern

03:26.860 --> 03:31.000
von b, diese Eigenschaft nennt man die Monotonie dieser

03:31.000 --> 03:31.980
Mengenfunktion.

03:33.700 --> 03:39.900
Und die dritte Eigenschaft c besagt, es gilt µ-Stern von einer

03:39.900 --> 03:44.900
Vereinigung von abzählbar unendlich vielen Mengen ist kleiner oder

03:44.900 --> 03:50.280
gleich Summe der µ-Stern der einzelnen Mengen, diese Eigenschaft nennt

03:50.280 --> 03:55.340
man Sigma-Subadditivität, das ist hier wichtig, Subadditivität.

03:56.140 --> 04:00.480
Ein äußeres Maß ist also eine auf allen Teilmengen von Omega

04:00.480 --> 04:05.840
definierte, nicht negative Mengenfunktion, die monoton und Sigma

04:05.840 --> 04:10.680
-Subadditiv ist und der leeren Menge den Wert 0 zuweist.

04:11.960 --> 04:14.900
Ich nehme das auf die nächste Folie auf als Memo.

04:15.820 --> 04:20.520
µ-Stern ist also definiert auf der Potenzmenge, µ-Stern von der leeren

04:20.520 --> 04:25.700
Menge ist 0 und µ-Stern ist monoton und Sigma-Subadditiv.

04:26.320 --> 04:30.580
Ich möchte Beispiele angeben, das heißt zwei Beispiele und ein

04:30.580 --> 04:31.520
Gegenbeispiel.

04:32.300 --> 04:37.460
Das erste Beispiel, wenn wir ein Maß haben, das auf der Potenzmenge

04:37.460 --> 04:42.280
von Omega definiert ist, dann ist das natürlich auch ein äußeres Maß,

04:42.920 --> 04:47.800
denn aus der Sigma-Additivität folgt die Monotonie und die Sigma

04:47.800 --> 04:49.040
-Subadditivität.

04:50.040 --> 04:50.780
b.

04:51.660 --> 04:56.280
Ich definiere auf einer beliebigen Menge Omega für eine Teilmenge A

04:56.280 --> 05:02.060
von Omega µ-Stern von A gleich 0, falls dieses A eine abzählbare

05:02.060 --> 05:08.320
Teilmenge von Omega ist und ich setze µ-Stern von A gleich 1 sonst,

05:08.740 --> 05:11.200
das heißt wenn die Teilmenge überabzählbar ist.

05:12.220 --> 05:16.740
Es wird behauptet, dass die Funktion µ-Stern ein äußeres Maß ist.

05:18.280 --> 05:24.360
Offenbar ist µ-Stern identisch 0, wenn Omega abzählbar ist und dann

05:24.360 --> 05:25.340
ist nichts zu zeigen.

05:26.000 --> 05:29.080
Wir können also annehmen, dass Omega überabzählbar ist.

05:29.880 --> 05:34.320
Da die leere Menge abzählbar ist, gilt µ-Stern von der leeren Menge

05:34.320 --> 05:34.920
gleich 0.

05:36.420 --> 05:43.340
Ist A Teilmenge von b, so gilt µ-Stern von A kleiner gleich µ-Stern

05:43.340 --> 05:48.240
von b, falls A abzählbar ist, denn dann ist µ-Stern von A gleich 0.

05:49.780 --> 05:54.800
Ist A überabzählbar, so gilt µ-Stern von A gleich 1, aber wegen A

05:54.800 --> 06:00.520
Teilmenge b ist auch b überabzählbar und damit µ-Stern von b gleich 1.

06:01.600 --> 06:04.260
Die Funktion µ-Stern ist also monoton.

06:05.680 --> 06:11.620
Um die Sigma-Subadditivität zu zeigen, seien A1, A2 und so weiter

06:11.620 --> 06:17.280
Teilmengen von Omega, sind alle Mengen abzählbar, so ist auch die

06:17.280 --> 06:21.760
Vereinigung abzählbar und µ-Stern von der Vereinigung gleich 0.

06:22.880 --> 06:29.480
Ist aber mindestens ein aj überabzählbar, so ist µ-Stern von aj gleich

06:29.480 --> 06:34.020
1, aber auch µ-Stern von der unendlichen Vereinigung der an.

06:35.080 --> 06:40.680
Die Funktion µ-Stern ist also Sigma-Subadditiv und damit ein äußeres

06:40.680 --> 06:41.100
Maß.

06:42.280 --> 06:45.320
Ein drittes Beispiel...

06:45.320 --> 06:49.940
Hier werde ich konkret Omega sei die Menge der reellen Zahlen und ich

06:49.940 --> 06:57.500
setze an µ-Stern von A als 0, falls die Teilmenge A beschränkt ist,

06:58.080 --> 07:01.000
ansonsten setze ich µ-Stern von A gleich 1.

07:02.140 --> 07:05.580
Ich behaupte µ-Stern ist kein äußeres Maß.

07:06.540 --> 07:11.560
Und zwar liegt das daran, dass µ-Stern nicht Sigma-Subadditiv ist.

07:12.420 --> 07:17.420
Folgendes sollte man beachten, µ-Stern von der Menge der rationalen

07:17.420 --> 07:21.580
Zahlen ist 1, denn die Menge der rationalen Zahlen ist unbeschränkt.

07:22.500 --> 07:28.200
Auf der anderen Seite ist aber µ-Stern von jeder ein-elementigen Menge

07:28.200 --> 07:32.160
gleich 0, insbesondere für jede rationale Zahl q.

07:33.480 --> 07:38.520
Die Menge q der rationalen Zahlen ist aber die abzählbare Vereinigung

07:38.520 --> 07:40.380
dieser ein-elementigen Mengen.

07:41.200 --> 07:45.960
Man erkennt die Summe der µ-Stern der ein-elementigen Mengen, da kommt

07:45.960 --> 07:50.500
0 raus, aber µ-Stern von der abzählbar unendlichen Vereinigung, das

07:50.500 --> 07:52.260
ist µ-Stern von q, ist 1.

07:52.980 --> 07:56.920
Wir sehen also, diese Funktion ist nicht Sigma-Subadditiv.

07:58.780 --> 08:04.680
Ich möchte jetzt auf Aspekte des Maß-Fortsetzung-Satzes eingehen, wie

08:04.680 --> 08:06.800
man hier zu einem äußeren Maß kommt.

08:08.140 --> 08:12.640
Das ist eine Teilmenge, eine beschränkte Teilmenge, der Ebene nennen

08:12.640 --> 08:13.640
wir die Menge A.

08:13.640 --> 08:18.520
Ich möchte die Fläche dieser Menge bestimmen, bin aber nur in der

08:18.520 --> 08:22.380
Lage, die Fläche achsenparalleler Rechtecke angeben zu können.

08:23.020 --> 08:27.480
Eine obere Schranke für die Fläche von A erhalte ich offenbar, wenn

08:27.480 --> 08:31.300
ich die Menge A mit endlich vielen achsenparallelen Rechtecken

08:31.300 --> 08:33.460
überdecke, also z.B.

08:33.640 --> 08:38.520
ein erstes Rechteck nehme, hier z.B., hier ein zweites, hier ein

08:38.520 --> 08:44.580
drittes usw., hier ein viertes, ein fünftes, ein sechstes und auch den

08:44.580 --> 08:45.420
Rest überdecke.

08:46.160 --> 08:51.180
Man erkennt, dass A jetzt Teilmenge ist der Vereinigung von endlich

08:51.180 --> 08:56.420
vielen Rechtecken und die Summe der Flächen dieser Rechtecke ist

08:56.420 --> 08:59.340
natürlich eine obere Schranke der Fläche von A.

09:00.720 --> 09:05.380
Der Kern dieses Vorgehens, auch in einer ganz allgemeinen Situation,

09:06.080 --> 09:10.640
ist der, dass ich eine komplizierte Menge habe, in einer Grundmenge

09:10.640 --> 09:16.340
Omega, ich habe aber ein System von einfachen Mengen und diese Mengen

09:16.340 --> 09:17.340
kann ich messen.

09:18.880 --> 09:23.860
Die Idee ist die, mit einer abzählbar unendlichen Vereinigung von

09:23.860 --> 09:28.660
einfachen Mengen diese komplizierte Menge zu überdecken und als obere

09:28.660 --> 09:33.600
Schranke für das Maß der komplizierten Menge die Summe der Maße der

09:33.600 --> 09:35.240
einfachen Mengen zu nehmen.

09:36.160 --> 09:41.320
Der Ansatz ist dann der, alle solchen Überdeckungssummen, nenne ich

09:41.320 --> 09:46.580
sie mal, zuzulassen und möglichst fein von außen zu approximieren.

09:47.540 --> 09:51.620
Dieser allgemeine schlagkräftige Ansatz führt zum Begriff des von

09:51.620 --> 09:54.860
einer Mengenfunktion induzierten äußeren Maßes.

09:56.260 --> 09:59.440
Jetzt kommt eine Definition und zugleich ein Satz.

10:00.200 --> 10:04.220
Der Ausgangspunkt ist hier ein Mengensystem, calligrafisch M, als

10:04.220 --> 10:06.820
Teilsystem der Potenzmenge einer Menge Omega.

10:08.160 --> 10:12.220
Wir setzen wieder voraus, dass die leere Menge in diesem System liegt

10:12.220 --> 10:17.320
und dass es eine Funktion µ gibt, die auf M definiert ist, in die

10:17.320 --> 10:21.780
nicht negativen reellen Zahlen geht, aber auch den Wert unendlich

10:21.780 --> 10:22.820
annehmen darf.

10:23.740 --> 10:27.180
Die nächste Eigenschaft ist µ von der leeren Menge ist 0.

10:28.760 --> 10:31.860
Und jetzt kommt der Aspekt dieser Überdeckung.

10:32.780 --> 10:37.280
Ich nehme eine beliebige Teilmenge A von Omega her und definiere

10:37.280 --> 10:40.660
etwas, das ist ein calligrafisches U von A.

10:41.320 --> 10:47.120
Das ist definiert als Menge aller Folgen, man sieht hier eine Folge

10:47.120 --> 10:48.260
von Mengen AN.

10:48.260 --> 10:51.520
Ich muss sagen, was diese Mengen AN sind.

10:52.040 --> 10:56.140
Alle Mengen AN liegen in diesem System calligrafisch M.

10:57.640 --> 11:02.300
Und jetzt kommt es, die Menge A wird durch die Vereinigung, durch die

11:02.300 --> 11:06.300
absehbar unendliche Vereinigung dieser Mengen AN überdeckt.

11:07.180 --> 11:12.340
Und jetzt behaupte ich, definiert, und bei dieser Definition sollte

11:12.340 --> 11:13.540
man Folgendes beachten.

11:14.500 --> 11:20.100
Es könnte sein, dass es zu einer Teilmenge A von Omega eine solche

11:20.100 --> 11:24.120
Folge, die das A überdeckt, überhaupt nicht gibt.

11:24.780 --> 11:29.120
Das bedeutet, die Menge dieser Folgen ist die leere Menge und die

11:29.120 --> 11:33.640
Definition des Infimums über die leere Menge ist plusunendlich.

11:34.980 --> 11:37.200
Das sollte man jetzt im Hinterkopf behalten.

11:37.200 --> 11:42.400
Ich definiere nämlich jetzt µ-Stern von dieser Teilmenge A als das

11:42.400 --> 11:49.280
Infimum aller Summen, n von 1 bis unendlich der µ von AN, mit der

11:49.280 --> 11:54.320
Eigenschaft, dass die Folge AN eine Überdeckungsfolge für die Menge A

11:54.320 --> 11:55.100
bildet.

11:56.320 --> 11:59.700
Ich nenne eine solche Summe eine Überdeckungssumme.

12:00.640 --> 12:05.360
Man versucht also hier bestmöglich zu überdecken, es ist ein Infimum

12:05.360 --> 12:07.840
über alle solchen Überdeckungssummen.

12:09.340 --> 12:15.160
Es wird behauptet, dass diese Funktion µ-Stern ein äußeres Maß ist und

12:15.160 --> 12:19.720
man nennt sie das von µ induzierte äußere Maß.

12:21.200 --> 12:25.320
Bevor wir uns dem Beweis des Satzes zuwenden, sollte man sich klar

12:25.320 --> 12:29.820
machen, dass die Antwort auf die Frage, ob eine durchobige

12:29.820 --> 12:34.680
Approximation von außen gewonnenes äußeres Maß überhaupt interessant

12:34.680 --> 12:39.780
ist, entscheidend von der Reichhaltigkeit des Mängelsystems M abhängt.

12:41.020 --> 12:45.960
Besteht M zum Beispiel nur aus der leeren Menge, so gibt es für jede

12:45.960 --> 12:51.100
Teilmenge A von Omega, die von der leeren Menge verschieden ist, gar

12:51.100 --> 12:54.340
keine Überdeckungsfolge von A durch Mengen aus M.

12:55.600 --> 12:58.520
Und es wäre dann µ-Stern von A gleich unendlich.

12:59.840 --> 13:02.000
Doch nun zum Beweis des Satzes.

13:02.720 --> 13:06.700
Zunächst überlegen wir uns, dass µ-Stern von der leeren Menge gleich

13:06.700 --> 13:07.260
Null ist.

13:07.260 --> 13:09.260
Warum ist das der Fall?

13:10.300 --> 13:15.300
Nun, da das System M die leere Menge enthält, gibt es eine

13:15.300 --> 13:21.820
Überdeckungsfolge An der leeren Menge, deren Folgenglieder An sämtlich

13:21.820 --> 13:23.420
aus der leeren Menge bestehen.

13:24.940 --> 13:30.620
Dann gilt µ von An gleich Null für jedes N und das Infimum in der

13:30.620 --> 13:35.440
Definition von µ-Stern von der leeren Menge ist gleich Null, denn

13:35.440 --> 13:37.100
negativ kann es nicht sein.

13:39.500 --> 13:43.500
Die zweite Eigenschaft, die wir bei einem äußeren Maß nachweisen

13:43.500 --> 13:45.200
müssen, ist die Monotonie.

13:46.980 --> 13:51.420
Seien hierzu A und B Teilmengen von Omega mit der Eigenschaft, dass A

13:51.420 --> 13:53.060
Teilmenge von B ist.

13:54.060 --> 13:59.920
Diese Teilmengenbeziehung bedeutet aber, dass jede Überdeckungsfolge

13:59.920 --> 14:05.640
von B durch Mengen aus M auch eine Überdeckungsfolge von A ist.

14:06.860 --> 14:13.420
Es gilt also die Inklusion, u von B ist Teilmenge von u von A.

14:14.900 --> 14:19.440
Da in der Definition von µ-Stern das Infimum über alle

14:19.440 --> 14:25.340
Überdeckungssummen gebildet wird und u von A eine Obermenge von u von

14:25.340 --> 14:32.680
B ist, folgt µ-Stern von A kleinergleich µ-Stern von B und damit die

14:32.680 --> 14:34.260
Monotonie von µ-Stern.

14:37.190 --> 14:41.090
Die letzte Eigenschaft ist die Sigma-Subadditivität.

14:42.650 --> 14:48.050
Hierzu seien A1, A2 und so weiter abzählbar unendlich viele Teilmengen

14:48.050 --> 14:48.650
von Omega.

14:49.550 --> 14:55.630
Und, das ist oft ein kleiner Trick, Epsilon eine beliebige positive

14:55.630 --> 14:56.150
Zahl.

14:56.610 --> 15:00.490
Wir werden nachher sehen, da Epsilon beliebig war, können wir Epsilon

15:00.490 --> 15:03.990
gegen 0 gehen lassen und erhalten dann die gewünschte Ungleichung.

15:04.790 --> 15:11.090
Zu jedem n größer gleich 1 gibt es nun Mengen b, n, k, jetzt sieht man

15:11.090 --> 15:15.850
eine Doppelindizierung, die alle in m liegen, für jedes k größer

15:15.850 --> 15:21.610
gleich 1, mit der Eigenschaft, dass das an überdeckt wird von der

15:21.610 --> 15:25.650
Vereinigung dieser b, n, k, k von 1 bis unendlich.

15:26.370 --> 15:29.050
Und jetzt kommt die Definition des Infimums.

15:31.470 --> 15:34.950
Epsilon dividiert durch 2 hoch n ist eine positive Zahl.

15:35.970 --> 15:43.150
Wir können die Folge b, n, k so wählen, dass die Summe der µ der b, n,

15:43.230 --> 15:49.850
k kleiner oder gleich µ-Stern von a, n plus Epsilon durch 2 hoch n

15:49.850 --> 15:50.190
ist.

15:50.730 --> 15:54.990
Denn µ-Stern von a, n ist das Infimum über alle möglichen

15:54.990 --> 15:55.990
Überdeckungssummen.

15:57.330 --> 15:59.150
Wir sind jetzt fast fertig.

15:59.930 --> 16:04.710
Für den Nachweis der Sigma-Subadditivität müssen wir die Vereinigung

16:04.710 --> 16:06.350
aller a, n betrachten.

16:08.150 --> 16:13.750
Da ein einzelnes a, n in der Vereinigung der b, n, k enthalten ist,

16:14.010 --> 16:18.990
das sieht man eine Zeile drüber, ist die Vereinigung aller a, n

16:18.990 --> 16:24.870
enthalten in der Vereinigung der b, n, k über alle n und alle k.

16:24.870 --> 16:30.490
Wir haben also eine mit n und k doppelt indizierte Überdeckungsfolge

16:30.490 --> 16:33.870
der Vereinigung der a, n mit Mengen aus m.

16:35.010 --> 16:41.590
Nach Definition von µ-Stern als Infimum aller Überdeckungssummen gilt

16:41.590 --> 16:48.410
µ -Stern von der Vereinigung aller a, n ist kleiner oder gleich der

16:48.410 --> 16:52.890
Summe über alle n und alle k der µ von b, n, k.

16:54.430 --> 17:00.350
Was wir jetzt machen, wir schätzen diese zweite Summe über alle k nach

17:00.350 --> 17:01.030
oben ab.

17:01.250 --> 17:06.030
Zwei Zeilen drüber sieht man, dass diese Summe beschränkt ist nach

17:06.030 --> 17:10.350
oben durch µ-Stern von a, n plus epsilon durch 2 hoch n.

17:11.010 --> 17:12.830
Hinterher müssen wir noch über n summieren.

17:12.930 --> 17:17.710
Auf jeden Fall ist das kleiner oder gleich der Summe über alle n von 1

17:17.710 --> 17:22.810
bis unendlich der µ-Stern von a, n und die Summe der epsilon durch 2

17:22.810 --> 17:25.830
hoch n über alle n ist epsilon.

17:28.110 --> 17:33.450
Da epsilon beliebig ist, gilt diese Ungleichungskette auch für epsilon

17:33.450 --> 17:40.070
gleich 0 und das ist die noch zu zeigende Sigma-Subadditivität von µ-Stern.

