WEBVTT

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Mehr als bisher muss die industrielle Produktion sparsam mit

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Rohstoffen umgehen.

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Dass man Elektromotoren beispielsweise aufarbeiten und als Tauschteile

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wiederverwenden kann, ist bekannt, bisher geschieht das aber

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weitgehend von Hand und ist dementsprechend teuer.

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Sobald Roboter aber selbstständig lernen können, werden sie in nicht

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allzu ferner Zukunft auch mit Teilen vom Schrottplatz zurechtkommen.

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Damit eröffnen sich für das Recycling ganz neue Perspektiven.

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Dort, wo man die neuen Teile produziert, könnten auch die Altteile

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industriell aufbereitet werden.

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Das jedenfalls ist die Hoffnung eines Forschungsprojekts am Karlsruher

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Institut für Technologie, das von der Carl Zeiss Stiftung gefördert

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wird.

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Was den Robotern in Zukunft da abverlangt wird, ist eine

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Anpassungsfähigkeit, wie sie in der industriellen Massenfertigung

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bisher undenkbar war.

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Vom Schrottplatz kommen die unterschiedlichsten Varianten eines

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Bauteils zum Recycling.

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Es kann sein, ich sehe dem Produkt zwar an, dass es ein Generator oder

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dieser E-Motor ist, aber welche Variante ist es, wie lange war die im

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Feld, welche Materialien sind da drin.

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Das ist quasi alles ungewiss.

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Ich weiß zwar einiges über das Produkt, aber ich weiß es nicht genau.

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Das sind keine neuen Bauteile, die ich genau nach CAD gefertigt habe

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und die da schön unverbraucht, unverschmutzt vor mir liegen, sondern

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das sind ungewisse bis unbekannte Produkte, die eben reinkommen und

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mein Produktionssystem muss sich dem ganz schnell anpassen.

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Die Professorin Gisela Lanza leitet das Institut für

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Produktionssysteme am KIT.

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Sie ist Sprecherin des interdisziplinären AgiProBot-Projekts der Carl

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Zeiss Stiftung.

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Ziel bis 2024 der Aufbau einer Modellfabrik für das automatisierte

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Recycling von Elektromotoren.

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Damit Roboter das übernehmen können, müssen sie zuerst vom Menschen

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lernen.

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Wir haben sehr anspruchsvolle Tätigkeiten.

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Eine Verschraubung lösen klingt jetzt ganz einfach.

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Wir beschäftigen uns mit neuen Schrauben, neuen Fabriken, alles

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wunderbar, kann ich automatisieren.

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Jetzt ist aber blöderweise die Schraube nicht nur verrostet, sondern

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auch komplett verklemmt.

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Vielleicht brauche ich jetzt eine Bohrmaschine und muss diese Schraube

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rausdrehen.

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Die Entscheidung muss jemand treffen.

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Und dieses hybride System, den Roboter anzulernen, den Menschen zu

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assistieren, bis hin, dass Roboter sich gegenseitig assistieren

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können, diesen Prozess wollen wir in diesem komplexen System lernen.

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Die Wissenschaftler müssen besser verstehen, wie ein Mensch eigentlich

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lernt.

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Wir haben hier auch eine Arbeitspsychologin dabei, wo man wirklich

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auch untersucht, wie lernt ein Mensch und wie kann auch der Mensch

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nochmal unterstützt werden in seinen Lernprozessen.

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Auf der anderen Seite haben wir Roboter, die maschinell lernen.

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Diese verschiedenen Lernverfahren, die möchten wir hier einsetzen und

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punktuell funktionieren, die auch schon als ein Roboter zum Beispiel,

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kann sehr schön menschliche Bewegungen lernen.

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Aber die Interaktion der Lernalgorithmen, das ist absolutes Neuland

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für uns.

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In der Fabrik der Zukunft kann Produktion und Recycling dann unter dem

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gleichen Dach stattfinden.

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Ich habe zwar bestimmte Demontagelinien mit dieser ganzen Befundung

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und Sensorik, aber sobald ich weiß, um was es geht, was ich jetzt

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wieder aufbauen kann, dass ich das zusammenführen kann mit den

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Neuprodukten.

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Das will man heute nicht.

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Heute will man ganz klar diese Materialflüsse getrennt halten, aber

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das hat auch was mit der Wertigkeit der Produkte zu tun.

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Ich kann mir aber gut vorstellen, dass es in Zukunft sogar für einen

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Kunde wertvoll ist, so wie sie vielleicht viele Jahre gern recyceltes

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Papier gekauft haben, weil sie sich gut gefühlt haben damit.

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So glaube ich, dass auch die Wertigkeit dieser Second-Life-Produkte

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steigen und da damit natürlich auch die Synergien und die Effizienz

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wieder gesteigert wird, wenn das in einem Fabrik stattfinden kann.

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Stefan Fuchs Karlsruher Institut für Technologie

