WEBVTT

00:05.180 --> 00:08.580
Guten Morgen, dann begrüße Sie zum heutigen Vorlesungstermin.

00:09.480 --> 00:14.400
Und wie Sie hier schon auf der Projektion sehen, geht es jetzt in die

00:14.400 --> 00:19.980
drei von mir als didaktische Grundformen bezeichneten Instruktionen.

00:20.300 --> 00:23.920
Dann nächstes Mal hier Konstruktion, Konstruktivismus und

00:23.920 --> 00:24.840
Selbstorganisation.

00:25.720 --> 00:30.200
Bevor ich in dieses Thema hineingehe, würde ich noch mal gerne etwas

00:30.200 --> 00:38.820
zu dem Stand des Wikis sagen, weil dort ja zum Termin am vergangenen

00:38.820 --> 00:46.740
Sonntag das Stadium der ersten Artikelversion erreicht war, erreicht

00:46.740 --> 00:47.580
sein sollte.

00:48.580 --> 00:53.200
Und das habe ich jetzt dann als den Zeitpunkt genommen, einmal die

00:53.200 --> 00:58.000
gesamte Zahl der Artikel durchzugehen und sie zu gruppieren.

00:58.000 --> 01:02.480
Dabei habe ich das nicht mehr stark umgeformt, sondern habe es im

01:02.480 --> 01:08.100
Wesentlichen so gelassen, wie es sich beim ersten Zuordnungsvorgang

01:08.100 --> 01:09.220
ergeben hat.

01:10.440 --> 01:17.080
Sie sehen hier eine erste Gruppe, die ich mit dem Begriff Sport

01:17.080 --> 01:18.240
bezeichnet habe.

01:18.440 --> 01:20.900
Also das sind sozusagen sehr weite Begriffe, um überhaupt Gruppen

01:20.900 --> 01:22.060
möglich zu machen.

01:22.060 --> 01:26.420
Also das sollte sie auch in ihrer weiteren Ausformulierung nicht

01:26.420 --> 01:32.820
einschränken, sondern nur erst mal für die jetzt nächste Phase eine

01:32.820 --> 01:37.300
Untergliederung der ungefähr 50 Artikel möglich machen.

01:37.620 --> 01:42.300
Es ist einfach so, wenn ich jetzt in der nächsten Phase sie anrege,

01:42.460 --> 01:48.160
auffordere, einige der anderen Artikel sich anzusehen und zu

01:48.160 --> 01:54.180
kommentieren, dann ist das schwierig, wenn das so eine große Zahl ist.

01:54.280 --> 01:57.400
Deswegen wäre die Orientierung, dass sie erst mal innerhalb ihrer

01:57.400 --> 02:03.120
Gruppe sich umsehen, dort mal in die anderen Artikel hineinschauen und

02:03.120 --> 02:09.440
hier einen Kommentar oder gewünscht sind ja mindestens drei Kommentare

02:09.440 --> 02:09.960
verfassen.

02:10.540 --> 02:14.680
Also es ist die erste Gruppe mit dem Oberbegriff Sport.

02:15.580 --> 02:20.540
Es mag sein, dass die ein oder andere von ihnen sich nicht ganz exakt

02:20.540 --> 02:21.540
zugeordnet fühlt.

02:22.220 --> 02:25.220
Ich denke, das sollten sie jetzt nicht zu schwer nehmen, sondern dann

02:25.220 --> 02:27.220
erst mal auch innerhalb ihrer Gruppe verbleiben.

02:28.680 --> 02:33.400
Es geht also in erster Linie darum, dass sie nicht in der Gesamtheit

02:33.400 --> 02:37.520
der Artikel sich orientieren müssen, sondern innerhalb ihrer Gruppe

02:37.520 --> 02:38.260
zunächst mal.

02:38.760 --> 02:43.940
Die zweite Gruppe habe ich dann zusammengeführt aus kleineren Gruppen,

02:43.940 --> 02:47.980
die, meine ich, nicht zu wenig Mitglieder hatten, als dass sie sich

02:47.980 --> 02:49.840
dann untereinander sinnvoll austauschen könnten.

02:49.900 --> 02:52.660
Da habe ich jetzt eine Gruppe zwei, die habe ich mal Musik, Medien und

02:52.660 --> 02:53.420
Spiele genannt.

02:53.720 --> 02:57.760
Das ist auch ein bisschen herbeigenötigt, aber dadurch sind dort jetzt

02:57.760 --> 03:02.820
auch zumindest sieben bearbeitete Artikel enthalten.

03:03.140 --> 03:06.520
Nee, sind sogar zehn sehe ich da gerade, weil da kommen hier unten

03:06.520 --> 03:07.000
noch die weiteren.

03:07.160 --> 03:10.240
Dann habe ich eine Gruppe Kommunikation genannt.

03:10.240 --> 03:13.340
Und das ist vielleicht auch so ein bisschen willkürlich Überschrift,

03:13.740 --> 03:17.740
weil ich da die verschiedenen Artikel, die sich mit dem Umgang

03:17.740 --> 03:21.920
zwischen Menschen und Tieren beschäftigen, das ist sicherlich ein,

03:22.720 --> 03:26.640
wenn Sie hier unter der Überschrift Pädagogik eine Veranstaltung

03:26.640 --> 03:31.060
sehen, ein besonderer Bereich, weil es eben den Umgang zwischen

03:31.060 --> 03:32.320
Menschen und Tieren betrifft.

03:33.320 --> 03:36.160
Pädagogisch getrachtet würde es dabei eher um das Handeln des Menschen

03:36.160 --> 03:36.520
gehen.

03:36.520 --> 03:40.660
Also das, denke ich, wäre auch wichtig, das in den Beiträgen nochmal

03:40.660 --> 03:41.300
zu überlegen.

03:41.840 --> 03:45.040
Aber letztendlich ist auch die Begegnung zwischen Mensch und Tier

03:45.040 --> 03:47.280
etwas, was unter Kommunikation zu fassen wäre.

03:48.000 --> 03:52.620
Dann habe ich eine Gruppe, die jetzt in den Themen Überschriften

03:52.620 --> 03:57.760
erstmal allgemeinere Art, also Unterricht an sich oder Gestaltung von

03:57.760 --> 04:00.600
Lernumgebungen an sich gewählt hat.

04:01.060 --> 04:04.920
Und die sind sicherlich auch recht heterogen zunächst mal.

04:04.920 --> 04:09.160
Ja, und dann eine Gruppe 5, die im weitesten Sinne berufliche oder

04:09.160 --> 04:14.060
berufsbezogene oder auch in Berufen relevante Themen hier gewählt hat.

04:15.040 --> 04:19.840
Ja, also das wäre jetzt die Gruppeneinteilung, wie ich sie vorgenommen

04:19.840 --> 04:22.460
habe und die bitte in der jetzt nächsten Phase.

04:22.560 --> 04:27.560
Da gehe ich gerade mal nochmal wieder rüber in die Darstellung, die

04:27.560 --> 04:32.100
Sie ja auch in der Dokumentation zur ersten Veranstaltung der

04:32.100 --> 04:33.200
Vorlesung finden.

04:33.200 --> 04:37.680
Das ist ja dieser Ablauf, der für die Arbeit mit den Wikis vorgesehen

04:37.680 --> 04:37.960
ist.

04:38.360 --> 04:39.800
Da war jetzt der 26.5.

04:40.160 --> 04:41.660
erste Artikelversion.

04:42.440 --> 04:45.200
Da sollten Gestaltungsformen beachtet werden.

04:45.880 --> 04:47.460
Da sage ich gleich nochmal etwas dazu.

04:48.460 --> 04:53.500
Und es sollte jetzt eben eine Phase kommen, wo Sie innerhalb der

04:53.500 --> 05:01.740
Gruppe sich umschauen und zu mindestens drei anderen Artikeln jeweils

05:01.740 --> 05:04.000
einen Kommentar verfassen.

05:04.460 --> 05:07.680
Ich habe den hier genannt einen substanziellen Kommentar.

05:08.220 --> 05:10.880
Ich erkläre gleich noch, was ich mit substanziell meine.

05:12.880 --> 05:15.620
Und diese Phase würde bis zum 9.6.

05:16.440 --> 05:17.460
wiederum gehen.

05:18.620 --> 05:22.340
Danach wäre eine Phase, wo dann diese Kommentare in den Artikeln in

05:22.340 --> 05:26.520
irgendeiner Weise aufgegriffen werden könnten und sollten.

05:27.560 --> 05:29.540
Also das ist jetzt sozusagen der Stand.

05:30.200 --> 05:35.240
Und ich möchte da zwei Beispiele nennen, die diese Kommentare

05:35.240 --> 05:35.820
betreffen.

05:36.280 --> 05:42.280
Und da habe ich jetzt einfach willkürlich zwei Artikel herausgesucht.

05:43.200 --> 05:49.220
Einmal im Bereich des Musikalischen.

05:52.220 --> 05:57.440
Da ist zunächst mal eigentlich vom Stand der Artikel, es sollte eben

05:57.440 --> 05:58.900
eine erste Version sein.

05:59.540 --> 06:04.640
Und da wäre es so, dass es hier eine Gliederung zu dem Artikel geben

06:04.640 --> 06:04.900
soll.

06:05.040 --> 06:07.920
Das gehört sowohl zu den wissenschaftlichen Beiträgen als auch zu den

06:07.920 --> 06:13.780
Beiträgen, die in der Wikipedia zu finden sind, also in Wikis, auf die

06:13.780 --> 06:15.840
sich ja hier diese Art des Arbeitens bezieht.

06:16.340 --> 06:20.220
Und ich denke, das ist hier in einer nachvollziehbaren Weise auch

06:20.220 --> 06:20.680
geschehen.

06:20.680 --> 06:24.000
Und dann eben eine gewisse Ausführung in dem Artikel.

06:24.540 --> 06:27.800
Von der Länge hatte ich gesagt, es geht also nicht darum, dass der

06:27.800 --> 06:32.320
Artikel besonders lang ist, sondern dass er eben prägnant ist.

06:32.800 --> 06:37.340
Und da sehe ich eigentlich, dass der Artikel sehr guten Zugang auch

06:37.340 --> 06:39.120
erst mal zu der gewählten Thematik bietet.

06:39.280 --> 06:42.360
Also jemand, der das liest, kann nachvollziehen, was ist das Thema des

06:42.360 --> 06:42.860
Artikels?

06:43.080 --> 06:46.760
Was sind die sowohl allgemeinen Aspekte als auch die spezifischen?

06:46.760 --> 06:51.460
Ich nenne das mal originär, also was die Autorin selber hier als

06:51.460 --> 06:55.040
eigenen Beitrag in den Artikel eingefügt hat.

06:55.980 --> 07:00.540
Auch sprachlich denke ich, ist es so, dass es eine sachlich eher

07:00.540 --> 07:02.300
nüchterne Ausdrucksweise enthält.

07:02.420 --> 07:03.980
Das wäre also auch die Erwartung.

07:05.100 --> 07:07.560
Es wird immer wieder gefragt, soll man das in der ersten Person

07:07.560 --> 07:11.600
schreiben oder soll man es eher etwas neutraler schreiben?

07:11.780 --> 07:14.680
Ich rate eigentlich immer eher, nicht in der ersten Person zu

07:14.680 --> 07:15.020
schreiben.

07:15.020 --> 07:18.000
Also wenn Sie in die Wikipedia als Beispiel gucken, dann finden Sie

07:18.000 --> 07:21.840
selten oder gar nicht dort Formulierungen, die in der ersten Person,

07:21.980 --> 07:23.980
also in der Ich-Form geschrieben sind.

07:24.400 --> 07:28.580
Von daher mein Hinweis, also versuchen Sie es eher nicht in der Ich

07:28.580 --> 07:34.140
-Form zu formulieren, sondern in einer auch wissenschaftsüblichen

07:34.140 --> 07:35.360
neutralen Form.

07:35.920 --> 07:37.940
Wenn Sie jetzt wissenschaftliche Veröffentlichungen lesen, dann finden

07:37.940 --> 07:39.820
Sie trotzdem manchmal auch die erste Person da.

07:39.900 --> 07:41.420
Das kann also durchaus auch vorkommen.

07:41.520 --> 07:42.940
Das ist also nicht ausgeschlossen.

07:42.940 --> 07:47.100
Nur es macht es schwieriger, dann wiederum diese sachlich nüchterne

07:47.100 --> 07:49.720
Ausdrucksweise zu finden, um die es ja hier geht.

07:49.900 --> 07:52.780
Also es geht hier ja nicht nur um den Inhalt, sondern geht auch um die

07:52.780 --> 07:54.560
Art und Weise der Darstellung.

07:54.560 --> 08:00.380
Ja und jetzt habe ich hier mal als ein, für Sie vielleicht auch

08:00.380 --> 08:06.340
Orientierung, ein Kommentar eingefügt, wo ich jetzt sagen würde, der

08:06.340 --> 08:12.560
versucht, diesen Anspruch des Substantiellen zu erreichen.

08:13.240 --> 08:16.640
Also das heißt, ich schreibe nicht nur, der Artikel ist auch toll und

08:16.640 --> 08:18.460
du hast dir richtig Mühe gegeben und so weiter.

08:18.460 --> 08:20.940
Also ich habe in früheren Kommentierungen immer wieder mitbekommen,

08:21.040 --> 08:26.940
dass Sie da große, wie soll man sagen, großen Drang haben, Lob

08:26.940 --> 08:28.040
auszusprechen.

08:28.680 --> 08:31.360
Darum geht es eigentlich nicht unbedingt in diesen Artikeln.

08:31.480 --> 08:34.740
Also Substantiell meint, dass die Person, die liest, da irgendeine

08:34.740 --> 08:38.280
inhaltliche Anregung oder eine inhaltliche Rückmeldung erhält.

08:38.280 --> 08:44.580
Nach meiner Vorstellung von Substantiell wäre es so, dass Sie zunächst

08:44.580 --> 08:48.780
mal das, was Sie in dem Artikel als Wesentliches sehen, noch mal in

08:48.780 --> 08:50.140
eigenen Worten darstellen.

08:50.320 --> 08:54.760
Also von den zwei, drei Sätzen ausdrückt, wie man den Artikel gelesen

08:54.760 --> 08:58.080
hat, was aus einem dem eigenen Eindruck der wesentliche Gehalt ist.

08:58.460 --> 09:01.500
Ich habe hier geschrieben, der Beitrag thematisiert das Üben als ein

09:01.500 --> 09:04.960
wesentliches Element des Lehrens und Lernens im Einzelunterricht mit

09:04.960 --> 09:05.940
einem Musikinstrument.

09:05.940 --> 09:08.400
Also es geht um das Üben als solches.

09:09.040 --> 09:11.940
Dabei werden lernwissenschaftliche Grundlagen erwähnt und didaktische

09:11.940 --> 09:12.860
Ansätze benannt.

09:13.380 --> 09:17.140
Insbesondere das lösungsorientierte Üben in der konkreten Darstellung

09:17.140 --> 09:20.360
werden allerdings Einwirkungen des Lehrenden auf die Lernenden

09:20.360 --> 09:24.480
beschrieben, die eher Charakteristika der direkten Instruktionen

09:24.480 --> 09:24.840
aufweisen.

09:24.840 --> 09:28.820
Also da geht es sozusagen über von dem, dass ich versuche, noch mal in

09:28.820 --> 09:32.740
zwei, drei Sätzen darzustellen, wie ich den Artikel gelesen habe und

09:32.740 --> 09:36.520
dann sozusagen der Beginn meiner Kommentierung.

09:37.380 --> 09:41.720
Und hier nehme ich einen Punkt heraus, der mir aufgefallen ist, dass

09:41.720 --> 09:44.680
ich eigentlich sehe, es geht hier bei dem Üben offenbar mehr um die

09:44.680 --> 09:51.220
Instruktion, also die angeleitete Vermittlung von etwas, was zu

09:51.220 --> 09:53.120
erlernen, anzueignen ist.

09:53.120 --> 09:57.620
In Abschnitt zwei enthaltenen Merkmale des handlungsorientierten

09:57.620 --> 10:01.380
Lernens finden sich kaum in der unter vier erläuterten Abfolge.

10:01.520 --> 10:04.640
Also das wäre jetzt mein Eindruck zunächst mal, dass da in dem Artikel

10:04.640 --> 10:12.440
selber so für mich eine nicht ganz übereinstimmende Darstellung ist.

10:12.940 --> 10:15.400
Und dann schreibe ich, möglicherweise lassen sich die Inhalte des

10:15.400 --> 10:18.680
Artikels konsistenter formulieren, wenn spezifischere

10:18.680 --> 10:20.740
wissenschaftliche Literatur berücksichtigt wird.

10:21.340 --> 10:24.260
Beispielsweise das von Malert herausgebende Werk zum Thema

10:24.260 --> 10:28.440
Handbuchüben, das wäre so eins, wo man nochmal auch nachschlagen

10:28.440 --> 10:28.900
könnte.

10:29.400 --> 10:32.620
Darin enthaltene Zugänge geben sehr unterschiedliche Blicke auf das

10:32.620 --> 10:35.840
Üben aus musikwissenschaftlicher und musikdidaktischer Perspektive

10:35.840 --> 10:40.280
wider, aus denen sich dann eingeeigneter Zugang auch für den im

10:40.280 --> 10:42.280
Artikel behandelten Ansatz verwenden lassen sollte.

10:42.280 --> 10:44.760
Also das ist nochmal der Hinweis, den habe ich zu einigen Artikeln

10:44.760 --> 10:45.560
dann auch.

10:45.800 --> 10:47.460
Ich werde noch ein paar Kommentare schreiben.

10:47.960 --> 10:51.540
Ich überlege, dass sie doch nochmal auf stärker wissenschaftliche

10:51.540 --> 10:52.800
Literatur eingehen.

10:53.260 --> 10:56.120
Das heißt jetzt nicht, dass die Literatur, die in dem Artikel schon

10:56.120 --> 10:58.240
verwendet sind, nicht wissenschaftlich wäre.

10:59.480 --> 11:04.560
Es ist aber dennoch so, dass hier immer der Grat zwischen

11:04.560 --> 11:10.860
Ratgeberliteratur und dann wissenschaftliche Literatur so etwas zu

11:10.860 --> 11:11.860
betreten ist.

11:12.060 --> 11:16.820
Und als Beispiel ein Werk, das heißt richtig üben, los geht's oder so

11:16.820 --> 11:20.740
geht's, ist sicherlich zunächst mal eher der Ratgeberseite zuzuordnen

11:20.740 --> 11:23.400
und weniger der wissenschaftlichen Literatur.

11:23.400 --> 11:26.140
Was nicht heißt, dass sie das nicht in dem Artikel verwenden sollen,

11:26.240 --> 11:28.820
sondern sie sollten zumindest auch wissenschaftliche Literatur

11:28.820 --> 11:32.220
verwenden und im Wesentlichen ihre Darstellung über die

11:32.220 --> 11:39.020
wissenschaftliche Fundamentierung rechtfertigen und anlegen.

11:39.260 --> 11:43.220
Also dass wir ein Gedanke dazu, meine Kommentierung heißt jetzt nicht,

11:43.340 --> 11:46.640
dass die Autorin das vollständig übernehmen muss, sondern das ist

11:46.640 --> 11:47.620
einfach eine Anregung.

11:47.620 --> 11:50.780
Und so wären auch die anderen Kommentare, die Sie verfassen,

11:51.680 --> 11:55.920
einzuordnen, dass es also um Gedanken, Anregung beim Lesen des

11:55.920 --> 11:56.640
Artikels geht.

11:56.780 --> 12:00.340
Also nicht um Anweisungen oder Befehle, sondern eigentlich eher um

12:00.340 --> 12:02.220
Gedanken und Anregung dazu.

12:03.460 --> 12:07.660
Aus meiner Sicht ist auch eine gewisse kritische Auseinandersetzung

12:07.660 --> 12:09.380
mit den Artikeln immer hilfreich.

12:09.380 --> 12:12.520
Also nicht nur Lob und Anerkennung, sondern durchaus auch etwas, wo

12:12.520 --> 12:15.300
man sagt, da habe ich jetzt eigentlich einen Gedanken, der etwas

12:15.300 --> 12:18.600
kritisch in dem Artikel anspricht.

12:19.000 --> 12:21.720
Es sollte aber immer anerkennend sein, also dass man immer einen

12:21.720 --> 12:24.820
anerkennenden Grundton hat und sagt, so im Grunde die Überlegung ist,

12:24.900 --> 12:27.620
wir arbeiten gemeinsam an diesen Dokumenten.

12:27.720 --> 12:33.280
Und ich hoffe, dass es auch in meiner Art der Ausdrucksweise sich

12:33.280 --> 12:33.700
zeigt.

12:33.700 --> 12:37.400
Jetzt weiß ich nicht, ob sozusagen da nochmal eine Frage oder von

12:37.400 --> 12:40.480
Ihnen war ja, denke ich, der Artikelkommentar dazu.

12:43.600 --> 12:48.200
Ja, die Rückmeldung war, dass in dem Artikel schon auch das Bemühen

12:48.200 --> 12:52.240
enthalten ist, Wissenschaftsliteratur zu verwenden, dass aber sie

12:52.240 --> 12:53.440
manchmal schwer zu finden ist.

12:53.440 --> 12:57.600
Und die Überlegung wäre eben, dass diese Veröffentlichung von Norbert

12:57.600 --> 13:01.900
Vollkompass für die Bläserfachdidaktik, ein didaktisch-methodischer

13:01.900 --> 13:05.100
Wegweiser, dass das so in diese Richtung Wissenschaftsliteratur geht,

13:05.160 --> 13:05.980
würde ich auch zustimmen.

13:06.300 --> 13:10.720
Also das könnte sicherlich auch ein Zugang sein, hier mit

13:10.720 --> 13:12.580
Wissenschaftsliteratur auch zu arbeiten.

13:12.840 --> 13:15.940
Also das sollte das jetzt auch gar nicht aus dem Weg räumen, sondern

13:15.940 --> 13:18.380
da sehe ich durchaus auch eine Möglichkeit.

13:19.520 --> 13:25.900
Generell ist es so, zu Musikdidaktik-Unterricht im Bereich der Musik

13:25.900 --> 13:28.980
gibt es eine Unmenge von Literatur.

13:29.060 --> 13:32.120
Das ist ein riesiges Wissenschaftsgebiet und deswegen ist es

13:32.120 --> 13:35.340
eigentlich mehr eine Frage der Suche, hier entsprechendes zu finden.

13:35.420 --> 13:37.640
Da gibt es auch Fachzeitschriften, die sich ausschließlich mit den

13:37.640 --> 13:38.480
Themen beschäftigen.

13:39.060 --> 13:41.380
Und wenn Sie dann wiederum... es gibt auch Dissertationen zu den

13:41.380 --> 13:43.160
Themen, also es ist wirklich ein weites Feld.

13:43.160 --> 13:46.580
Und wenn Sie sich dort bewegen wollen, dann macht es auch Sinn, da

13:46.580 --> 13:47.460
ruhig mal reinzugucken.

13:47.640 --> 13:51.260
Also einen Moment mit der Recherche auch zu verwenden, um zu sehen,

13:51.600 --> 13:53.980
wie wird denn hier didaktisch übergearbeitet.

13:54.300 --> 13:56.900
Das Gleiche gilt übrigens auch für den ganzen Bereich des Sports.

13:57.540 --> 14:01.980
Es ist auch ein riesiges Feld, wo es eine Frage der Suche ist, dass

14:01.980 --> 14:03.180
man auf diese Dinge stößt.

14:03.700 --> 14:06.160
Der Hinweis auf Maler, das wäre jetzt von mir auch mehr oder weniger

14:06.160 --> 14:06.980
nur eine Literatur.

14:06.980 --> 14:09.780
Der Vorteil von solchen Handbüchern, die wissenschaftlich sind, ist,

14:09.840 --> 14:12.560
dass Sie in den Handbüchern auch wieder Hinweise auf andere Literatur

14:12.560 --> 14:16.120
finden und dann eben auch Verlage oder Fachzeitschriften.

14:16.600 --> 14:19.260
Also da kann man dann auch aus den Quellen, die dort verwendet werden,

14:19.360 --> 14:22.300
wiederum seine Suche ausrichten.

14:23.960 --> 14:27.260
Aber es müssen jetzt auch nicht unbedingt eine große Zahl von Werken

14:27.260 --> 14:30.340
sein, sondern es kann durchaus auch sein, dass Sie eines oder zwei

14:30.340 --> 14:33.880
sich wählen, die Ihnen gut geeignet scheinen, in Ihrem Artikel

14:33.880 --> 14:36.800
sozusagen als Hintergrund oder als Bezug zu dienen.

14:37.800 --> 14:42.400
Ich würde gerne noch einen zweiten Kommentar...

14:45.240 --> 14:51.280
der ist jetzt im Bereich dieser Arbeit oder dieses Lehren und Lernen

14:51.280 --> 14:52.380
zwischen Mensch und Tier.

14:54.320 --> 14:59.920
Da ist es so, das haben jetzt ungefähr so 10, 15 haben entweder Doc-

14:59.920 --> 15:01.740
oder PDF-Dokumente eingestellt.

15:01.860 --> 15:05.420
Das geht technisch, ist aber, wie Sie jetzt sehen, auch ein bisschen

15:05.420 --> 15:07.920
schwierig, wenn man es dann bearbeiten will oder lesen will.

15:08.480 --> 15:12.480
Anders als jetzt in dem Artikel eben sieht man den Beitrag nicht und

15:12.480 --> 15:16.160
ist dann eben in mehreren Versionen immer wieder enthalten.

15:16.540 --> 15:19.960
Also meine Empfehlung wäre eher, arbeiten Sie ruhig in dem Wiki

15:19.960 --> 15:20.380
direkt.

15:20.380 --> 15:26.960
Und ich möchte auch noch mal hier zu diesem jetzt kommenden Teil einer

15:26.960 --> 15:29.720
substanziellen Kommentierung gehen.

15:30.000 --> 15:37.560
Also in dem Beitrag wird das Training, das Hundetraining thematisiert

15:37.560 --> 15:44.680
und ein spezieller Vorgang, der zu trainieren ist, wird in den

15:44.680 --> 15:46.480
Mittelpunkt des Beitrags gestellt.

15:46.480 --> 15:49.820
Also vielleicht lesen Sie es, wenn Sie sich das Doc angucken.

15:49.960 --> 15:52.360
Ich möchte nochmal einfach erläutern, wie hier auch der Kommentar

15:52.360 --> 15:53.180
aufgebaut ist.

15:54.060 --> 15:58.120
Ich habe hier geschrieben, der Beitrag enthält in strukturierter Form

15:58.120 --> 16:01.160
die auf unmittelbar sichtbar werdende Erfahrung und Kompetenz

16:01.160 --> 16:03.360
beruhenden Überlegungen der Autorin zum Thema.

16:03.940 --> 16:07.880
Ein grundlegender Einstieg bildet die Basis für differenzierte und in

16:07.880 --> 16:09.660
die fachliche Tiefe gehende Erläuterungen.

16:09.820 --> 16:12.640
Also es wird zunächst sehr prinzipiell etwas dargestellt und dann wird

16:12.640 --> 16:15.820
es an einem konkreten Aspekt vertieft.

16:16.740 --> 16:20.000
Der direkte erzieherische Umgang des Menschen mit dem Hund wird

16:20.000 --> 16:21.700
anschaulich und plausibel dargestellt.

16:22.020 --> 16:24.860
Zudem fließen normative Anliegen in den Text ein.

16:25.200 --> 16:28.740
Das heißt, wenn eine Idee, eine Grundidee formuliert wird, also zum

16:28.740 --> 16:32.300
Beispiel der Mensch sollte fair und anerkennend mit dem Tier umgehen,

16:32.420 --> 16:37.000
dann ist das ein normatives Element, das über dann dem Konkreten, was

16:37.000 --> 16:42.260
hier an Training stattfindet, Gültigkeit beansprucht.

16:42.840 --> 16:44.720
Insgesamt eine überzeugende Darstellung.

16:45.360 --> 16:48.220
Wichtig für die Gestaltung als wissenschaftlichen Beitrag wäre im

16:48.220 --> 16:50.700
Weiteren die Bezugnahme auf wissenschaftliche Diktatur.

16:50.900 --> 16:54.800
Also nochmal wieder ähnlich wie bei dem anderen Beitrag und

16:54.800 --> 16:59.940
beispielsweise ausgehend von den Beiträgen in dem von Bursan und

16:59.940 --> 17:03.560
Hitzler herausgebenden Band auf den Hund gekommen interdisziplinäre

17:03.560 --> 17:04.960
Annäherung an ein Verhältnis.

17:04.960 --> 17:09.540
Das ist ein Band von 2017 mit einer ganzen Fülle von Beiträgen auch zu

17:09.540 --> 17:10.100
dem Thema.

17:11.160 --> 17:17.380
Und da finden sich ganz verschiedene Perspektiven oder eben Artikeln

17:17.380 --> 17:22.740
wie dem von Miklosi in Spektrum der Wissenschaft Spezial, der sich mit

17:22.740 --> 17:26.240
der Ethologie als einzigartiger Beziehung, also die Beziehung zwischen

17:26.240 --> 17:30.900
Mensch und Hund beschäftigt und dort auch eine Fülle von Ansätzen

17:30.900 --> 17:31.960
anspricht.

17:31.960 --> 17:35.400
Zu bestimmen wäre noch der pädagogische Aspekt bzw.

17:35.700 --> 17:39.340
der dementsprechende leeren Lernbezug zwischen Mensch und Tier, weil

17:39.340 --> 17:43.140
das ja in dem Sinne nicht Pädagogik ist, sondern eben zwischen Mensch

17:43.140 --> 17:45.240
und Tier eine Beziehung.

17:45.560 --> 17:48.660
Es spricht im Übrigen meines Erachtens eigentlich nichts gegen eine

17:48.660 --> 17:54.920
Übernahme des Doc-Beitrags, also in der Word-Form als Textfeld in das

17:54.920 --> 17:55.140
Wiki.

17:55.140 --> 17:57.600
Also das wäre noch mal eine Anregung an alle die, die im Augenblick

17:57.600 --> 18:03.140
noch mit Doc oder PDF arbeiten, das doch in den Wiki-Beitrag selber zu

18:03.140 --> 18:03.620
übernehmen.

18:04.460 --> 18:07.380
Ja, ich hoffe, dass damit sozusagen die Art und Weise, was jetzt unter

18:07.380 --> 18:11.040
substanziell verstanden wird, klar ist.

18:11.400 --> 18:14.880
Und Sie sollten den Artikel, die Artikel, die Sie kommentieren, schon

18:14.880 --> 18:18.000
auch lesen und überlegen, wie können Sie eine Anregung dazu geben.

18:18.000 --> 18:21.600
Ob das jetzt immer eine Literatur ist, das muss nicht unbedingt sein,

18:21.700 --> 18:25.900
aber natürlich jemand, der das dann als Kommentar liest, kann eher

18:25.900 --> 18:28.360
etwas damit anfangen, wenn nicht nur eine Kritik, sondern auch

18:28.360 --> 18:30.960
irgendwie ein Vorschlag darin enthalten ist.

18:32.680 --> 18:35.940
Ja, soweit von meiner Seite zu dem Wiki.

18:36.120 --> 18:40.720
Gibt es da von Ihrer Seite noch Fragen oder Kommentare jetzt zu dem

18:40.720 --> 18:41.460
nächsten Abschnitt?

18:42.680 --> 18:48.020
Ja, die Frage war jetzt, wie der ECTS-Erwerb aussieht.

18:48.360 --> 18:52.940
Also wenn Sie sozusagen zwei ECTS erlangen wollen, dann ist der

18:52.940 --> 18:56.240
Leistungsnachweis über die Beteiligung mit der Verfassung eines

18:56.240 --> 18:59.920
Artikels und dann die entsprechende Kommentierung möglich.

19:00.140 --> 19:04.640
In der Summe, wenn Sie sich an dem Plan orientieren, würde dann der

19:04.640 --> 19:06.060
Leistungsnachweis entstehen.

19:06.060 --> 19:12.300
Und Dokumentation ist der letzte Tag der Veranstaltung, hier 24 Uhr in

19:12.300 --> 19:12.660
der Nacht.

19:13.480 --> 19:17.220
Also mit Ablauf würde ich einmal den Stand des Wikis dokumentieren und

19:17.220 --> 19:21.900
alle darin enthaltenen Artikel und Kommentierungen würden in die

19:21.900 --> 19:23.800
Auswertung Anerkennung dann eingehen.

19:24.320 --> 19:27.480
Wenn Sie vier ECTS erlangen wollen, dann wäre es sicherlich

19:27.480 --> 19:32.480
erforderlich, dass Sie einen etwas über den Grundanspruch

19:32.480 --> 19:35.380
hinausgehenden Artikel verfassen, also dass Sie dort eine etwas

19:35.380 --> 19:39.060
längere Dokumentation verfassen und sich auch in den Kommentierungen

19:39.060 --> 19:44.020
etwas intensiver beteiligen, etc.

19:44.320 --> 19:49.380
Also da wäre auch meine Bitte, dass Sie mir Ihre ECTS-Erwartungen

19:49.380 --> 19:55.340
angeben, weil eben unter den Beteiligten hier ganz unterschiedliche

19:55.340 --> 19:59.100
Studiengang -Hintergründe existieren und da wäre meine Bitte, dass Sie

19:59.100 --> 20:00.780
mir das mitteilen, dann würde ich das entsprechend auch

20:00.780 --> 20:01.360
berücksichtigen.

20:01.360 --> 20:05.080
Das wäre hier in dem Artikel, also die Dokumentation entsteht ja in

20:05.080 --> 20:06.920
dem Artikel und in den Kommentierungen.

20:07.060 --> 20:11.340
Das sind ja die beiden Dokumentationsformen und da wir die ECTS

20:11.340 --> 20:15.360
-Vergabe in den Veranstaltungen des Instituts eigentlich über die

20:15.360 --> 20:21.160
Dokumentation differenziert haben, also aktive Mitarbeit und die

20:21.160 --> 20:26.080
Verfassung eines eigenen Beitrags ist ja schon bei zwei ECTS

20:26.080 --> 20:31.700
erforderlich in allen Veranstaltungen und es gibt so einen Rahmen vom

20:31.700 --> 20:36.580
Institut, der so bei acht bis zehn Seiten liegt, bei sechs ECTS um die

20:36.580 --> 20:37.340
20 Seiten.

20:37.500 --> 20:40.360
Also das ist sozusagen jeweils eine Erweiterung, die damit verbunden

20:40.360 --> 20:43.660
ist und die nicht nur die Seitenzahl betrifft, sondern natürlich auch

20:43.660 --> 20:46.820
die hinter dieser Dokumentation stehende Arbeit.

20:47.000 --> 20:48.580
Das Ganze ist ja ein Workload-Konzept.

20:48.580 --> 20:54.280
Also es gibt eine bestimmte Stundenzuordnung pro ECTS, eben 30 Stunden

20:54.280 --> 20:57.960
im Semester und genau das ist dem auch hinterlegt.

20:58.640 --> 21:03.560
Dann, wenn jetzt keine weiteren Fragen sind, gehe ich in das Thema der

21:03.560 --> 21:05.740
heutigen Veranstaltung über.

21:06.520 --> 21:11.820
Also die erste didaktische Grundform hier bezeichnet mit dem Titel der

21:11.820 --> 21:17.580
Instruktion und die dazugehörigen oder zugeordneten Begriffe wären

21:17.580 --> 21:23.800
hier die Wissensvermittlung, in der schulischen Variante der

21:23.800 --> 21:29.360
Frontalunterricht im betrieblichen Rahmen, also Ausbildung im Betrieb,

21:29.900 --> 21:33.400
die sogenannte Vierstufenmethode, auf diese gehe ich jetzt im weiteren

21:33.400 --> 21:33.740
ein.

21:33.740 --> 21:41.000
Ich habe die Präsentation im Ilias eingestellt und habe jetzt zwar

21:41.000 --> 21:44.120
noch ein paar weitere Abbildungen dazu, aber im Wesentlichen ist es

21:44.120 --> 21:45.100
das, was Sie dort auch finden.

21:45.600 --> 21:48.860
Und Sie sehen, dass ich da auf eine ganze Reihe von anderen Werken

21:48.860 --> 21:50.160
jeweils zurückgreife.

21:50.660 --> 21:54.500
Also meine Anregung wäre auch, da gegebenenfalls vertiefend das zu

21:54.500 --> 21:59.580
erkunden, was jetzt hier in der Instruktion von meiner Seite

21:59.580 --> 22:01.800
angesprochen wird, mit der Instruktion angesprochen wird.

22:01.800 --> 22:06.920
Begründet hatte ich es ja damit, dass es nicht nur die in der Historie

22:06.920 --> 22:11.640
ursprüngliche Form der Didaktik und des Unterrichts ist, die

22:11.640 --> 22:16.420
überliefert ist, sondern dass sie auch bis heute von ihrem

22:16.420 --> 22:21.800
quantitativen Ausmaß die größte Bedeutung in den allgemeinbildenden

22:21.800 --> 22:23.560
Schulen, auch in den beruflichen Schulen hat.

22:23.560 --> 22:28.700
Also dieses von Bönsch dann als das klassische Lehrkonzept bezeichnete

22:28.700 --> 22:34.940
Form, die hat, wenn man Unterricht in der Schule untersucht oder auch

22:34.940 --> 22:39.360
Ausbildung im Betrieb, immer noch den größten Anteil an Zeit und an

22:39.360 --> 22:42.840
Bedeutung im praktischen Bereich.

22:43.220 --> 22:48.060
Von daher hier auch als eine der wesentlichen Grundformen in der

22:48.060 --> 22:49.800
Vorlesung eingeordnet.

22:49.800 --> 22:53.340
Ja, ich gehe nochmal zurück an diese Einteilung.

22:53.480 --> 22:56.960
Also zwei, drei Anknüpfungen an den letzten Termin, wo es ja um

22:56.960 --> 22:59.140
Theorien, theoretische Ansätze ging.

22:59.460 --> 23:02.940
Und ich hatte ja hingewiesen, dass ich an der Dreiteilung der

23:02.940 --> 23:07.900
Dreigliederung von Manfred Bönsch anknüpfe, der eben das klassische

23:07.900 --> 23:11.860
Lehrkonzept und aus meiner Sicht eben der Begriff dazu passend

23:11.860 --> 23:16.560
Instruktion als eine dieser drei Grundformen bezeichnet.

23:18.200 --> 23:25.380
Ordnet dem fünf Teilbegriffe zu, nämlich das Vortragen, das Vormachen,

23:25.800 --> 23:31.760
das Vorführen, auch unter Verwendung von Gegenständen, aber auch das

23:31.760 --> 23:36.640
angeleitete gemeinsame Erarbeiten und der sogenannte Impulsunterricht,

23:36.720 --> 23:40.220
der durchaus dann mit Übungsaufgaben, mit Eigentätigkeit der Lernenden

23:40.220 --> 23:41.040
verbunden sein kann.

23:41.040 --> 23:45.000
Also Instruktion ist nicht ausschließlich, dass nur eine lehrende

23:45.000 --> 23:48.020
Person agiert, sondern es kann oder es ist auch verbunden, damit das

23:48.020 --> 23:54.360
Lernende tätig sind, nur eben in einer ganz klar angeleiteten Form.

23:54.780 --> 23:56.780
Ja, und hier ein Verweis.

23:56.900 --> 24:00.340
Da habe ich jetzt ein paar Abbildungen, die von Rolf Lups aus seinem

24:00.340 --> 24:02.920
Band zu Lehrerverhalten stammen.

24:03.020 --> 24:08.300
Den habe ich jetzt nicht in der Ilias-Präsentation schon aufgenommen

24:08.300 --> 24:08.640
gehabt.

24:09.960 --> 24:13.460
Diejenigen, die sich vertieft mit dem Thema beschäftigen wollen, seien

24:13.460 --> 24:22.660
hingewiesen auf den Band, der grundlegend die Seite der Lehrenden

24:22.660 --> 24:23.500
thematisiert.

24:23.820 --> 24:27.500
Und etwas, was hier auch nochmal aufgreift, einen theoretischen

24:27.500 --> 24:32.880
Zugang, den ich das letzte Mal erläutert habe oder zumindest ins Spiel

24:32.880 --> 24:37.380
gebracht habe, diese Untergliederungen, die Makro-, Meso- und

24:37.380 --> 24:39.180
Mikroebene, die Zuordnung.

24:39.380 --> 24:43.000
Dort ist ja, dass die Makroebene das Bildungssystem als Gesamtes ist.

24:43.400 --> 24:48.660
Das heißt, in Deutschland eben auch in der Allgemeinbildungsschule

24:49.240 --> 24:55.000
stattfindet Strukturierung mit der Zuordnung zu Jahrgängen und der

24:55.000 --> 25:00.460
altersbezogenen Entwicklung und Planung der Bildung, die dann sehr

25:00.460 --> 25:04.400
durchstrukturiert ist und mit entsprechenden Bildungsplänen,

25:04.620 --> 25:07.440
Rahmenstoffplänen inhaltlich strukturiert.

25:07.780 --> 25:12.580
Es ist also in Deutschland diese Makroebene, die eine Art rechtlichen

25:12.580 --> 25:21.700
Rahmen und organisationalen Rahmen darstellt, der bestimmende Faktor

25:21.700 --> 25:23.440
dann für die Mesoebene.

25:23.440 --> 25:29.020
Die Mesoebene hatte ich das letzte Mal mit Verweis auf theoretische

25:29.020 --> 25:30.580
Ansätze beschrieben.

25:30.680 --> 25:33.320
Das könnte zum Beispiel eine Schule, eine Institution, eine

25:33.320 --> 25:36.680
Einrichtung sein und dann darin wiederum auch ein Kollegium, das aktiv

25:36.680 --> 25:37.640
ist.

25:38.200 --> 25:44.620
Etwas, was hier dups differenziert, ist einerseits diese systematische

25:44.620 --> 25:51.340
Art der Didaktik, die in der Mesoebene gewählt wird, vor allen Dingen

25:51.340 --> 25:55.220
für den einsteigenden Bereich, und zwar sowohl im allgemeinen

25:55.220 --> 25:57.620
Bildenden Unterricht als auch im Berufsbildenden Unterricht.

25:58.080 --> 26:03.420
Und das hatte ich letztes Mal erläutert, auch von meinem Verständnis

26:03.420 --> 26:07.140
der Situation, dass das systematische Konzept, das die

26:07.140 --> 26:10.440
Wissensvermittlung in einer systematisch strukturierten Weise

26:10.440 --> 26:15.600
verfolgt, und zwar in einer Struktur, die auch der wissenschaftlichen

26:15.600 --> 26:17.900
Struktur entspricht.

26:18.100 --> 26:23.840
Das heißt, die fachdisziplinäre Gliederung in die Naturwissenschaften,

26:24.360 --> 26:28.600
die Geistes- und Sozialwissenschaften etc., dann wieder die

26:28.600 --> 26:35.260
Mathematik, die Physik, die Chemie, die Sprachfächer etc.

26:35.260 --> 26:41.300
Also diese Gliederung in systematischer Weise wird als Prinzip des

26:41.300 --> 26:44.900
Lehrens und Lernens in einem Unterricht weitergeführt.

26:45.320 --> 26:51.280
Und dem gegenüberstellt hier unten der Ansatz an Fällen, an

26:51.280 --> 26:55.320
Aufgabenstellungen, wie sie sich zum Beispiel in einem Beruf oder auch

26:55.320 --> 27:01.400
im allgemeinen Leben zeigen, der nach DUPs dann eher in dem

27:01.400 --> 27:06.860
fortgeschrittenen Bereich, also Menschen, die schon einen gewissen

27:06.860 --> 27:11.020
Kettenstand und auch einen Befähigungsstand in ihrem Fachgebiet haben,

27:11.340 --> 27:15.360
die können dann in die Bearbeitung von Anwendungsbeispielen gehen.

27:15.920 --> 27:18.080
Und ich hatte das ja Ihnen dargestellt, dass es gerade die

27:18.080 --> 27:21.500
Gegenüberstellung der beruflichen Bildung gibt, dass man das Leitbild

27:21.500 --> 27:26.740
der beruflichen Bildung heute dem kasuistischen Ansatz entsprechend

27:26.740 --> 27:27.900
gestaltet.

27:28.440 --> 27:31.500
Und hier finden Sie eben auch bei DUPs diese Gegenüberstellung.

27:32.080 --> 27:36.380
Auf der Mikroebene, das wäre dann die Ebene des einzelnen Unterrichts

27:36.380 --> 27:40.020
oder des einzelnen Lehr-Lern-Arrangements, kann das wiederum durchaus

27:40.020 --> 27:40.920
kombiniert sein.

27:41.220 --> 27:45.400
Also auch oben mit dem systematischen Ansatz sieht DUPs hier

27:45.400 --> 27:48.460
vielgestaltigen Unterricht, der also ganz unterschiedliche Elemente

27:48.460 --> 27:52.120
auch an Aktivität enthalten kann.

27:52.240 --> 27:57.520
Das muss also nicht ein reines Senden von einem Lehrer oder einem

27:57.520 --> 28:01.020
Meister sein, sondern es kann durchaus auch ein gemeinsames Arbeiten

28:01.020 --> 28:01.440
sein.

28:02.320 --> 28:07.740
Und später im Bereich der kasuistischen Arbeit sollten dann immer mehr

28:07.740 --> 28:12.620
Anteile an Tätigkeit auf die Lernenden übergehen.

28:13.620 --> 28:16.280
Da komme ich aber auch noch wieder darauf zurück.

28:16.680 --> 28:22.620
Nur nochmal um die Anknüpfung von den im letzten Termin dargestellten

28:22.620 --> 28:31.180
theoretischen Ansätze mit der jetzt hier heute vertieften Form der

28:31.180 --> 28:32.560
Instruktion.

28:33.160 --> 28:39.080
Ja, DUPs hat in einer nachfolgenden Darstellung den Frontalunterricht

28:39.080 --> 28:43.420
als ein Unterrichtsverfahren eingeordnet und grenzt den

28:43.420 --> 28:49.740
Frontalunterricht ab von fünf anderen Unterrichtsverfahren, wie er sie

28:49.740 --> 28:51.300
nennt, nämlich dem Blended Learning.

28:51.480 --> 28:58.260
Das ist die seit einigen 10, 15 Jahren auch vermehrt verwendete Form,

28:58.360 --> 29:04.460
dass man eine gemischte Form von Unterricht von Didaktik hier

29:04.460 --> 29:08.980
organisiert, bei der vor allen Dingen dann auch computergestützte

29:08.980 --> 29:11.100
Medien eingesetzt werden.

29:11.100 --> 29:13.900
Also dieser Begriff Blended heißt ja erstmal nur gemischt, aber er

29:13.900 --> 29:17.500
wird verwendet eigentlich für ein Lernen, was eben nicht in einem

29:17.500 --> 29:21.060
Frontalunterricht geschieht, sondern wo neben dem Frontalunterricht

29:21.060 --> 29:24.000
auch eigenständig zum Beispiel mit Computern gearbeitet wird.

29:24.960 --> 29:27.700
Simulationen, das wäre jetzt der Übergang ganz in eine

29:27.700 --> 29:31.140
Computerumgebung oder in etwas, was man auch im Computer darstellen

29:31.140 --> 29:31.440
kann.

29:31.680 --> 29:37.780
Also das Lernen in einer Umgebung, die der Wirklichkeit entspricht,

29:37.780 --> 29:42.460
aber sie eben nur in einer Computerumgebung darstellt.

29:42.980 --> 29:47.160
Dem Projektunterricht, also hier schon eher die Arbeit dann wieder mit

29:47.160 --> 29:48.800
vollständigen Aufträgen.

29:49.160 --> 29:54.080
Also das wäre hier der kasuistische Ansatz, der eben von Fällen

29:54.080 --> 29:59.520
ausgeht, die didaktisch konstruiert werden und bearbeitet werden.

30:00.240 --> 30:02.520
Werkstattunterricht wäre jetzt eher der praktische Unterricht.

30:02.660 --> 30:05.880
Auch dieser Werkstattunterricht könnte instruktiv sein oder ist eben

30:05.880 --> 30:06.820
häufig instruktiv.

30:06.820 --> 30:11.500
Das, was der Frontalunterricht hier auf der linken Seite ist, wäre im

30:11.500 --> 30:14.080
Werkstattunterricht dann die Vier-Stufen-Methode, auf die ich gleich

30:14.080 --> 30:14.780
noch eingehe.

30:15.460 --> 30:17.620
Ja, und schließlich als Letztes das selbstständige Lernen.

30:19.780 --> 30:23.680
Auch sicherlich Begriffe wie Selbstlernen, selbstorganisiertes Lernen,

30:23.780 --> 30:26.720
selbstgesteuertes Lernen werden heute verwendet und würden vielleicht

30:26.720 --> 30:28.640
hier in diesem Feld zugeordnet.

30:28.720 --> 30:30.840
Übrigens auch der Begriff der Autodidaktik wahrscheinlich.

30:31.040 --> 30:34.360
Also da findet man dann die Begrifflichkeiten von Bönnsch in gewisser

30:34.360 --> 30:34.960
Weise wieder.

30:34.960 --> 30:40.560
Ja, und unter Simulation hat hier, du bist noch untergliedert, die

30:40.560 --> 30:45.400
Bearbeitung von Fällen, die Arbeit mit Planbeispielen und das Lernen

30:45.400 --> 30:50.040
in Simulationseinrichtungen, die also eine Realität in einer

30:50.040 --> 30:52.120
Lernumgebung abbilden.

30:52.460 --> 30:57.380
Ja, und um Sie nochmal abzuholen, ich hatte diese drei Gliederungen in

30:57.380 --> 31:00.480
den drei Grundformen, die ich hier in der Vorlesung vertiefend

31:00.480 --> 31:06.560
behandle, die Instruktionen, die also eigentlich dann zu sehen ist,

31:06.620 --> 31:09.920
wenn es um einen definierten Inhalt geht, also dass vor allen Dingen

31:09.920 --> 31:14.840
ein als relevant angesehener Inhalt ausgewählt worden ist, in einer

31:14.840 --> 31:19.360
systematischen Abfolge, dass also ein definiertes Zielgebiet reduziert

31:19.360 --> 31:22.940
wird in einzelne Lernschritte, die in das Zielgebiet hineinführen.

31:23.280 --> 31:29.660
Und die Lehrenden, Lehrerinnen, Lehrer, Ausbilder, Meister verfügen

31:29.660 --> 31:31.700
über dieses Wissen, das sie weitergeben.

31:31.800 --> 31:34.120
Sie haben also nicht nur den Inhalt ausgewählt, sondern ihn sich

31:34.120 --> 31:35.000
selber auch angeeignet.

31:35.080 --> 31:37.960
Man gibt also etwas weiter, was man selber beherrscht.

31:39.020 --> 31:43.060
Und das Ziel ist, dass die Lernden genau dieses Wissen oder diese

31:43.060 --> 31:47.140
Befähigung übernehmen, sich aneignen, also sich sozusagen annähern an

31:47.140 --> 31:55.160
das, was bei den Lehrenden schon aufgebaut vorhanden ist und damit

31:55.160 --> 31:56.020
angeboten werden kann.

31:56.020 --> 32:00.160
Demgegenüber stellt der konstruktivistische Ansatz, wäre eher der

32:00.160 --> 32:03.700
kasuistische Ansatz, wo es darum geht, einzelne Aufgabenstellungen

32:03.700 --> 32:04.020
auszuwählen.

32:04.920 --> 32:08.380
Und diese Aufgabenstellungen sind eben nicht systematisch in diesem

32:08.380 --> 32:12.440
Zusammenhang inhaltlich konstruiert, sondern haben oft eine Mischung

32:12.440 --> 32:16.160
aus unterschiedlichen fachlichen Inhalten, fachsystematischen

32:16.160 --> 32:19.860
Inhalten, die eben für die Bearbeitung, die Lösung dieses Problemes,

32:19.960 --> 32:21.680
dieses Falles erforderlich sind.

32:22.500 --> 32:26.840
In dem konstruktivistischen Ansatz würde die lehrende Person etwas in

32:26.840 --> 32:30.580
den Hintergrund treten und eben Handlungsfreiräume, Lernfreiräume

32:30.580 --> 32:35.100
einrichten, in denen die Lernden dann selber agieren, in einer

32:35.100 --> 32:37.260
strukturierten Weise vorgehen.

32:37.760 --> 32:39.660
Darauf gehe ich das nächste Mal stärker ein.

32:39.800 --> 32:41.920
Und das übernächste Mal würde ich in diesen Bereich des

32:41.920 --> 32:46.560
selbstorganisierten Lernens hineingehen oder des Selbstlernens, das

32:46.560 --> 32:51.340
hier auch Dubs anspricht, wo eben möglicherweise kein Lehrer da ist,

32:51.460 --> 32:55.160
kein Lehrwerk, kein organisierter Unterricht, sondern das Lernen nach

32:55.160 --> 33:01.080
eigenen Präferenzen und Erfahrungen stattfindet.

33:01.880 --> 33:08.040
Ja, um das nochmal in Richtung der Instruktionen in einer vielleicht

33:08.040 --> 33:10.800
auch sehr schematischen Weise darzustellen.

33:10.800 --> 33:17.300
Es geht also darum, dass aus einem Wissensgebiet, das in der Tradition

33:17.300 --> 33:21.300
in Deutschland eben wissenssystematisch und auf die

33:21.300 --> 33:25.020
Wissenschaftsdisziplinen ausgerichtet, strukturiert ist, hier werden

33:25.020 --> 33:27.640
relevante Inhalte ausgewählt.

33:28.300 --> 33:32.740
Und diese nimmt zunächst mal die Person, die dann lehrt, die

33:32.740 --> 33:34.780
unterrichtet, für sich auf.

33:34.900 --> 33:38.140
Also es ist wichtig in dem Instruktionsansatz, dass diejenigen, die

33:38.140 --> 33:43.900
als Lehrende wirken, selber das Thema umfassend beherrschen und danach

33:43.900 --> 33:51.040
dann strukturiert weitergeben an Lernende, was Ziel des Lehrends ist.

33:51.220 --> 33:55.520
Und die Lernenden eignen sich genau diesen Inhalt zunächst mal an.

33:57.040 --> 34:04.280
Ja, und eine erste Literatur, auf die ich verweise, das ist der Band

34:04.280 --> 34:11.400
von Klauer und Leutner, die einen Lehralgorithmus entwerfen und damit

34:11.400 --> 34:22.020
an die letzte Vorlesung antüpfen, eine theoretische Modellierung

34:22.020 --> 34:25.740
dieses Instruktionsansatzes hier vornehmen.

34:26.040 --> 34:30.000
Und da sehen Sie, dass es einen gewissen gerichteten Ablauf gibt.

34:30.000 --> 34:34.740
Und dieser gerichtete Ablauf ist ja schon mit dem Begriff Algorithmus

34:34.740 --> 34:39.500
verbunden, sieht auch einen gewissen mechanischen Vorgang hier, der

34:39.500 --> 34:45.160
einerseits offenbar für die Art und Weise, wie Menschen lehren und

34:45.160 --> 34:52.660
lernen, abbildet, aber auch gegebenenfalls für eine Programmierung

34:52.660 --> 34:53.760
zugänglich wäre.

34:53.760 --> 35:00.740
Der Start oben beginnt mit dem Vorgang der Motivation.

35:00.900 --> 35:05.500
Und die Frage ist, besteht bei den Lernenden Motivation zum Lernen?

35:05.760 --> 35:09.860
Falls diese nicht vorhanden ist, sollte als erstes Motivation

35:09.860 --> 35:11.020
hergestellt werden.

35:11.540 --> 35:17.140
Dafür könnte wiederum eine auch interessante Problemstellung geeignet

35:17.140 --> 35:20.300
sein, eine Tätigkeit oder eine Zielangabe.

35:20.300 --> 35:25.360
Aber es ist auch etwas Atmosphärisches, was diese Motivation möglich

35:25.360 --> 35:25.760
macht.

35:26.520 --> 35:31.380
Wenn die Motivation besteht, dann wäre der zweite Teil der

35:31.380 --> 35:34.580
Bereitstellung von ausreichenden Informationen.

35:35.640 --> 35:39.900
Die Entscheidung, ob dieser Schritt erfüllt ist, ist mit der

35:39.900 --> 35:43.800
Beantwortung der Frage, hat der Lernende die notwendigen Informationen

35:43.800 --> 35:45.940
hier zu entscheiden?

35:46.840 --> 35:50.620
Wenn die nicht vorhanden ist, dann würde zunächst mal Aufmerksamkeit

35:50.620 --> 35:51.720
herzustellen sein.

35:52.900 --> 35:59.160
Dafür können zum Beispiel die Vorgängnisse aktiviert werden oder auch

35:59.160 --> 36:03.000
die genaue Zuordnung von dem, was jetzt zu lernen ist, zu einer Art

36:03.000 --> 36:06.860
Fortschrittsverfolgung wie dem Advanced Organizer.

36:07.770 --> 36:12.440
Und als Weiteres müssten dann Informationen durch die geeigneten

36:12.440 --> 36:17.440
Mediatoren, wird es hier genannt, und die optimale Gestaltung von

36:17.440 --> 36:18.960
Informationen erfolgen.

36:19.040 --> 36:22.700
Das heißt, man würde hier auch überlegen, was die Lernenden in welcher

36:22.700 --> 36:27.360
Weise aufnehmen können und wie die Information gestaltet sein muss,

36:27.740 --> 36:31.860
damit sie dem Entwicklungsstand der Lernenden entspricht.

36:31.860 --> 36:36.200
Wenn diese Informierung soweit erfüllt ist, dann erfolgt die

36:36.200 --> 36:37.740
Informationsverarbeitung.

36:38.220 --> 36:43.300
Die Frage hat der Lernende, haben die Lernenden das verstanden, was

36:43.300 --> 36:46.060
sie an Informationen aufgenommen haben?

36:46.600 --> 36:50.680
Falls das noch nicht der Fall ist, dann sollten elaborative, also

36:50.680 --> 36:57.820
ausarbeitende Prozesse erfolgen, in dem zwischen dem neu

36:57.820 --> 37:03.120
hinzukommenden Inhalt Verbindungen zu bereits vorher erlernten

37:03.120 --> 37:07.320
Inhalten oder auch mit diesen Inhalten entstehenden neuen

37:07.320 --> 37:08.980
Möglichkeiten hergestellt werden.

37:09.660 --> 37:15.980
Und es sollten Prozesse der Komplexitätsreduktion vorgenommen werden.

37:16.220 --> 37:20.920
Also da, wo der gesamte Anteil von Neuem überfordert und vielleicht zu

37:20.920 --> 37:24.060
komplex ist, würde man vereinfachten, kleinere Strukturen,

37:24.200 --> 37:29.060
Zusammenfassungen oder eben auch Überblicksdarstellungen verwenden, um

37:29.060 --> 37:35.000
einem Lernenden, einer lernenden Person die Zuordnung von Neuem zu

37:35.000 --> 37:36.000
ermöglichen.

37:36.680 --> 37:41.480
Ja, wenn diese Informationsverarbeitung erfolgt ist, dann nach Glauer

37:41.480 --> 37:46.740
wäre das Speichern und auch die Vorbereitung der Abrufmöglichkeit

37:46.740 --> 37:47.560
vorzunehmen.

37:47.560 --> 37:52.040
Die Frage, die hier in dem Algorithmus zu entscheiden ist, kann der

37:52.040 --> 37:55.900
Lerner die Information aus dem Gedächtnis abrufen, so dass noch nicht

37:55.900 --> 38:01.640
möglich ist, wären Einprägungsstrategien hier vorzusehen, das

38:01.640 --> 38:06.100
Einordnen, das Bekannte, Vergleichen, Analogien herstellen.

38:06.520 --> 38:12.140
Hier wäre das Üben und das Üben Lernen, was wir eben in dem Artikel

38:12.140 --> 38:18.400
auch schon hatten, einzuordnen und die Möglichkeit, Gelerntes

38:18.400 --> 38:22.720
abzurufen, wäre hier gezielt einzubauen.

38:22.940 --> 38:27.920
Der Begriff der Mnemotechnik, also diese einzelnen Vorgänge können

38:27.920 --> 38:33.360
auch mit wiederum spezifischen Verfahrensweisen professionalisiert

38:33.360 --> 38:34.680
werden, weiterentwickelt werden.

38:35.100 --> 38:38.820
Mnemotechnik wären ganz bestimmte, gezielte Formen, das Gehirn

38:38.820 --> 38:43.540
einzusetzen in der Art und Weise, wie es vom Menschen verwendet werden

38:43.540 --> 38:46.140
kann und auch das kann gelernt werden.

38:46.360 --> 38:49.680
Also auch hier könnte ein methodischer Anteil dazukommen.

38:51.240 --> 38:55.340
Ja und als dann den weiteren Schritt wäre der Transfer vorgesehen.

38:55.600 --> 39:00.120
Also das, was an konkretem Inhalt erlernt worden ist, sollte dann

39:00.120 --> 39:04.280
daraufhin betrachtet werden, kann es für andere Situationen oder auch

39:04.280 --> 39:08.620
einen Anwendungsrahmen nutzbar gemacht werden mit der Frage, kann der

39:08.620 --> 39:10.280
Lerner die Information anwenden?

39:10.280 --> 39:16.320
Falls dem noch nicht so ist, dann wäre eben hier vorzusehen,

39:17.580 --> 39:20.740
vergleichen durch die Beachtung von Gemeinsamkeiten und Unterschieden

39:20.740 --> 39:24.660
bei ähnlichen Sachverhalten und die Anwendung von Prinzipien.

39:25.060 --> 39:26.760
Darauf gehe ich gleich auch noch im Einzelnen ein.

39:26.860 --> 39:31.480
Aber das ist sozusagen ein Algorithmus, wie er von Klauer und Leutner

39:31.480 --> 39:32.540
veröffentlicht ist.

39:32.920 --> 39:35.960
Und meines Erachtens würde es sich auch hier lohnen, in die

39:35.960 --> 39:38.560
entsprechende Veröffentlichung reinzugucken, wenn Sie sich mit dem

39:38.560 --> 39:41.900
Instruktionsansatz im Weiteren beschäftigen.

39:42.720 --> 39:47.400
Ein anderes Werk, auf das hier verwiesen werden könnte, ist von

39:47.400 --> 39:51.960
Flexig, der ein Handbuch didaktischer Modelle veröffentlicht hat.

39:52.500 --> 39:57.300
Und in dem Handbuch didaktischer Modelle finden Sie eine Darstellung

39:57.300 --> 39:59.800
des Frontalunterrichts in fünf Phasen.

40:01.120 --> 40:04.540
Also auch dieser Frontalunterricht ist jetzt nicht der reine

40:04.540 --> 40:10.200
Vortragsstil, sondern er ist in Phasen aufgeteilt, die Aktivität auf

40:10.200 --> 40:12.560
Lehrerseite und auf Lernerseite enthalten.

40:13.420 --> 40:17.900
Nach Flexig hier in dieser Darstellung gäbe es zunächst mal eine

40:17.900 --> 40:19.440
Orientierungsphase.

40:19.840 --> 40:25.420
Die ist mit der Anknüpfung an vorhergehende Lehr-Lern-Prozesse

40:25.420 --> 40:26.220
verbunden.

40:27.020 --> 40:31.140
Es sollte also eine Brücke zwischen Vorwissen und Vorerfahrung und dem

40:31.140 --> 40:32.300
Neuen entstehen.

40:32.300 --> 40:35.340
Wenn Sie eine Folge von Unterricht haben, wie Sie das ja in den

40:35.340 --> 40:41.120
meisten Lernprozessen vorfinden, dann gibt es immer auch ein Vorher,

40:41.200 --> 40:44.440
ein Unterricht, an den Sie anknüpfen, auf den Sie aufbauen.

40:44.760 --> 40:48.260
Und diese Anbindung sollte hergestellt werden.

40:48.720 --> 40:52.520
Es gibt dann eine Rezeptionsphase und die ist eigentlich vor allen

40:52.520 --> 40:56.660
Dingen mit dem Angebot von ausgewählten Inhalten durch die Lehrende,

40:56.680 --> 40:59.760
durch die lehrende Person verbunden.

40:59.760 --> 41:03.120
Also sollte hier das, was ausgewählt worden ist, in entsprechend

41:03.120 --> 41:07.080
geeigneter Weise vorgestellt, vorgetragen, vorgemacht werden.

41:08.200 --> 41:10.800
Dann folgt eine Interaktionsphase.

41:10.960 --> 41:14.560
Das wäre sozusagen in dem Klauer-Modell, dieser mittlere Bereich der

41:14.560 --> 41:16.720
Verarbeitung von Informationen.

41:18.000 --> 41:26.620
Die Lernenden üben selber, arbeiten verschiedene Aufgaben durch und

41:26.620 --> 41:32.940
ordnen eine persönliche Bedeutung zu, die sie in ihren eigenen

41:32.940 --> 41:34.380
Wissenszusammenhang integrieren.

41:34.480 --> 41:39.040
Sie merken hier, dass es auch durchaus Begegnungen gibt zwischen

41:39.040 --> 41:42.540
verschiedenen Grundannahmen zum menschlichen Lernen.

41:43.220 --> 41:47.280
Also dieses an dem Konstruktivismus zugeordnete Verständnis, dass der

41:47.280 --> 41:53.800
Mensch die Wirklichkeit im eigenen Denken rekonstruiert, die ist auch

41:53.800 --> 41:55.700
dem Instruktionsansatz hinterlegt.

41:55.860 --> 42:00.320
Also auch dort geht es darum, dass Lernende neue Informationen in ihre

42:00.320 --> 42:05.540
eigene Vorstellung, in ihre eigene Erinnerung an bereits Gelerntes

42:05.540 --> 42:06.600
einbauen.

42:07.240 --> 42:12.180
Und die vierte Phase wäre dann mit einer Festigung und Absicherung

42:12.180 --> 42:12.780
verbunden.

42:13.960 --> 42:17.620
Es wird etwas routinisiert, es wird etwas immer wieder geübt,

42:17.620 --> 42:22.280
vielleicht auch unter verschiedenen abgeänderten Aufgabenstellungen.

42:22.580 --> 42:26.060
Und die Zielstellung wäre, dass sie reproduzierbar sind, dass sie also

42:26.060 --> 42:30.500
einem verfügbar sind, auch in der nachfolgenden Zeit, die jetzt nicht

42:30.500 --> 42:33.080
direkt in dem Unterricht zu sehen ist.

42:33.740 --> 42:36.060
Und schließlich als fünftes eine Anwendungsphase.

42:36.460 --> 42:41.080
Das wäre hier auch der Transfer, das also auch zu dem Konzept des

42:41.080 --> 42:45.660
Frontalunterrichts gehört, dass man etwas in nicht genau vorgemachten

42:45.660 --> 42:52.240
und nicht genau vorgetragenen Bedingungen hier einübt und verstetigt

42:52.240 --> 42:55.240
und überträgt, transferiert auf andere Fälle.

42:56.320 --> 43:00.440
Ich hatte gesagt, dass es Untersuchungen gibt, auch immer wieder zu

43:00.440 --> 43:05.560
der Relevanz unterschiedlicher Methoden und didaktischer Grundformen

43:05.560 --> 43:10.260
in schulischem Unterricht und in der betrieblichen Ausbildung.

43:10.260 --> 43:15.840
Eine Untersuchung, die von Blair jetzt schon vor 20 Jahren ungefähr

43:15.840 --> 43:19.940
veröffentlicht worden ist, das ist auch eine Doktorarbeit gewesen,

43:20.400 --> 43:25.760
kommt zu dem Ergebnis, dass über 70 Prozent dessen, was stattfindet in

43:25.760 --> 43:31.200
dem Untersuchtenunterricht, diesem Formenkreis, wie Blair sagt, des

43:31.200 --> 43:33.320
Frontalunterrichts zuzuordnen ist.

43:33.320 --> 43:38.180
Und zunächst mal stellt er gegenüber einerseits diese vom Lehrer

43:38.180 --> 43:41.400
ausgehenden auf die gesamte Lerngruppe gerichtete Aktion.

43:41.940 --> 43:43.720
Also so etwas ähnlich wie hier.

43:43.960 --> 43:47.400
Es ist sozusagen eine lehrende, eine vortragende Person und die

43:47.400 --> 43:54.720
richtet an eine Gesamtheit von Lernenden bestimmte Aktivitäten und die

43:54.720 --> 44:00.500
dazu passenden erwarteten Verhaltensweisen der Lerngruppen, also der

44:00.500 --> 44:03.940
Klasse, der Gruppe der Auszubildenden.

44:04.520 --> 44:11.120
Und hier die Zuordnung, dass über 40 Prozent in den berücksichtigten

44:11.120 --> 44:16.020
Unterrichtsten, die Blair damals aufgenommen hat, Unterrichtszeit, die

44:16.020 --> 44:19.680
eigentlich rezeptives Verhalten und reproduktive Tätigkeiten der

44:19.680 --> 44:24.880
Schüler, Schülerinnen mit sich bringt, also diese rein von der

44:24.880 --> 44:29.580
Lehrenden Person gesteuerten und gewählten Vorgänge, mehr oder weniger

44:29.580 --> 44:36.420
passiv aufnehmen oder eben reaktiv aufnehmen, 30 Prozent enthalten,

44:36.860 --> 44:41.420
also gut 30 Prozent Elemente, wo dann kurze Reaktionen, also kleine,

44:41.640 --> 44:45.180
aber auch gelenkte Interaktionen zwischen Lehrenden und Lernenden

44:45.180 --> 44:46.140
stattfinden.

44:46.940 --> 44:50.680
Das, was dann hier dem Frontalunterricht zugeordnet wird, wären

44:50.680 --> 44:56.560
Anteile der Lehrendentätigkeit wie Aufgabenstellung, Anweisungen

44:56.560 --> 45:00.400
geben, anordnen, vorlesen, vortragen, erzählen, berichten etc.

45:01.040 --> 45:08.200
Vorzeigen, vormachen, Fragen, Impulse geben und Abfragen aufrufen,

45:08.340 --> 45:08.680
bewerten.

45:08.820 --> 45:11.920
Das wären Elemente, die hier der Instruktion dem Frontalunterricht

45:11.920 --> 45:12.800
zuzuordnen wären.

45:13.380 --> 45:17.460
Das, was die Lernenden machen, ist dann beschrieben hier mit zuhören,

45:17.600 --> 45:24.000
aufschreiben, mitschreiben, beobachten, abzeichnen, in den leicht

45:24.000 --> 45:28.200
interaktiven Teil sich melden und Antworten auf Fragen, aber auch in

45:28.200 --> 45:31.520
einem gesteuerten Dialog hier sozusagen mitwirken.

45:32.360 --> 45:39.500
Das wäre das, was Blair dann insgesamt als Methodenrepertoire in

45:39.500 --> 45:43.880
diesem überwiegenden Bereich und er hat dort speziell Unterricht im

45:43.880 --> 45:45.620
Bereich Technik untersucht, sieht.

45:46.500 --> 45:51.120
Es gibt immer wieder weitergehende Untersuchungen, die aber bis heute

45:51.120 --> 45:56.840
generell eigentlich zu dem Ergebnis kommen, dass diese frontale Form

45:56.840 --> 46:01.780
oder diese instruktive Form der Didaktik erhebliche Bedeutung hat und

46:01.780 --> 46:08.260
zwar unabhängig davon, wie das jetzt durch andere Leitbilder infrage

46:08.260 --> 46:08.980
gestellt wird.

46:09.600 --> 46:14.880
Ja, eine Art und Weise der Unterrichtsvorbereitung zeigt dann, dass

46:14.880 --> 46:18.920
auch das, was hier von Klawski als didaktische Analyse eingebrachte,

46:19.660 --> 46:24.400
dieser eingebrachte Ansatz, dass der durchaus hineinpasst in eine

46:24.400 --> 46:28.120
solche Unterrichtsform, die instruktiv sein kann.

46:28.520 --> 46:31.400
Auch hier kann angewandt werden, dass zunächst mal eine

46:31.400 --> 46:36.320
Bedingungsanalyse vorgenommen wird, also dass zu der Vorbereitung des

46:36.320 --> 46:41.520
Unterrichts gehört, zu betrachten, welche Voraussetzungen sind bei den

46:41.520 --> 46:47.560
Schülern vorhanden, sowohl individuell als auch in Ansicht des im

46:47.560 --> 46:50.180
Grunde formalen Entwicklungsstandes, der erwartet wird.

46:50.340 --> 46:54.480
Also Schüler einer siebten Klasse, die meinetwegen zwölf, dreizehn

46:54.480 --> 46:59.380
Jahre alt sind, müssten eben einen bestimmten Hintergrund mitbringen,

46:59.520 --> 47:01.680
einen bestimmten Entwicklungsstand aufweisen.

47:02.260 --> 47:04.500
Individuell kann sie dann wieder sehr unterschiedlich sein.

47:04.620 --> 47:08.300
Und dann wäre eben hier auch Aufgabe, zu überlegen, wie sind die

47:08.300 --> 47:12.320
Schüler in der Gruppe, in der Klasse, mit der ich als lehrende Person

47:12.320 --> 47:15.320
zu tun habe, in ihren Voraussetzungen einzuschätzen.

47:15.920 --> 47:20.820
Ja, dann die Ziele und Inhaltsanalyse hier eben einzuordnen, was man

47:20.820 --> 47:26.540
jetzt für einen konkreten Unterricht auswählt und wie man es in den

47:26.540 --> 47:28.980
Ablauf des Lernens einbettet.

47:29.860 --> 47:32.260
Ganz wesentlich ist, dass die didaktische Perspektive, auch wenn sie

47:32.260 --> 47:35.400
im Frontalunterricht so sehr auf die Situation ausgerichtet scheint,

47:35.540 --> 47:38.360
immer sich rechtfertigt in einem längeren Verlauf, also zumindest

47:38.360 --> 47:42.830
eines Schuljahres oder zumindest eines Verlaufs über mehrere Wochen

47:42.830 --> 47:46.470
und Monate und daraus sich ableitet, wie dann die einzelne

47:46.470 --> 47:49.250
Unterrichtseinheit geplant und angehoben wird.

47:50.090 --> 47:53.550
Es gibt dann methodische Überlegungen, die dann hier sich ableiten aus

47:53.550 --> 47:58.530
der Ziel- und Inhaltsanalyse, die dann mit der einzelnen Form im

47:58.530 --> 48:01.190
Unterricht und da könnte man zum Beispiel dieses Fünf-Phasen-Modell,

48:01.230 --> 48:05.350
was ich gerade von Flexig erläutert habe, als Leitorientierung nehmen.

48:05.350 --> 48:09.430
Zu einer Unterrichtsplanung gehören dann auch die Materialien, die man

48:09.430 --> 48:14.450
verwenden will, um den Unterricht entweder durchzuführen oder auch zu

48:14.450 --> 48:16.170
rechtfertigen, also zu hinterlegen.

48:17.930 --> 48:23.770
Ja, jetzt hatte ich gesagt, der schulischen Unterrichtsform entspricht

48:23.770 --> 48:28.190
in der betrieblichen Form die Vier-Stufen-Methode und da möchte ich

48:28.190 --> 48:30.470
auf ein Werk von Bernd Ott hinweisen.

48:31.340 --> 48:36.470
Bernd Ott war hier vor über 20 Jahren selber an der damaligen

48:37.070 --> 48:42.470
Universität Karlsruhe noch tätig und hat hier Didaktik gelehrt und in

48:42.470 --> 48:46.490
einem Band hat er diese Vier-Stufen-Methode in einem Schema

48:46.490 --> 48:48.210
dargestellt und auch erläutert.

48:48.750 --> 48:52.470
Ich gehe auf Ansätze von Bernd Ott gleich nochmal vertiefend ein.

48:53.230 --> 48:56.680
Die Vier-Stufen-Methode, das klingt ja wirklich auch sehr anschaulich,

48:56.680 --> 49:01.540
sie ist tatsächlich auch in ihrer Form bezogen auf betriebliche Praxis

49:01.540 --> 49:05.760
ausgerichtet und man würde jetzt sagen, gut, das sind doch

49:05.760 --> 49:07.360
selbstverständliche Formen.

49:07.420 --> 49:10.760
Allerdings hat sich gezeigt, dass die betriebliche Praxis, also das

49:10.760 --> 49:15.040
reine Nachvollziehen von dem, was ein Meister oder eine Fachkraft

49:15.040 --> 49:19.360
schon tut, hinausgeht, wenn und hinausgehen muss.

49:19.960 --> 49:23.560
Und hier wären eben diese vier Elemente zu beachten.

49:24.380 --> 49:30.640
Ein Unterricht in der instruktiven Form beginnt mit dem Vorbereiten,

49:31.260 --> 49:37.600
dass also die lehrende Person Arbeitsmittel auswählt, die

49:37.600 --> 49:46.360
Rahmenbedingungen eines Unterrichts herstellt, etwas auch angeht,

49:46.460 --> 49:49.280
indem die Verbindung zu den Lernen hergestellt wird.

49:49.280 --> 49:53.700
Also zunächst mal dieses Motivieren bei Klauer wäre hier das den

49:53.700 --> 49:57.600
persönlichen Kontakt herstellen zwischen Lehrenden und Lernenden, die

49:57.600 --> 50:02.220
Lernziele nennen, also tatsächlich auch ausformulieren, worum es jetzt

50:02.220 --> 50:05.820
konkret geht, Vorkenntnisse klären, vielleicht auch mit den Lernenden

50:05.820 --> 50:11.040
nochmal durchgehen, was habt ihr gemacht, was euch unterstützt, jetzt

50:11.040 --> 50:16.720
die aktuelle Aufgabe zu bearbeiten und Interesse wecken, Motivation,

50:16.800 --> 50:20.240
das wäre auch das, was Sie bei Klauer gerade schon gesehen haben, was

50:20.240 --> 50:22.300
hier in die Vier-Stufen-Methode hineinführt.

50:22.780 --> 50:26.180
Es kommt dann ein zweiter Teil, der mit dem Vormachen und Erklären zu

50:26.180 --> 50:26.660
tun hat.

50:27.480 --> 50:30.560
Da wird unmittelbar sichtbar, dass es nur um Dinge geht, die man

50:30.560 --> 50:35.400
tatsächlich vormachen kann und die bei der lehrenden Person, ob das

50:35.400 --> 50:40.120
jetzt der Ausbilder ist oder eine Fachkraft schon, die von dieser

50:40.120 --> 50:42.240
schon beherrscht wird und bei der schon erlernt ist.

50:43.480 --> 50:48.360
Es sollen dann dosierte Lernschritte hier geplant und umgesetzt

50:48.360 --> 50:48.800
werden.

50:49.320 --> 50:54.060
Die lehrende Person hilft bei der Umsetzung und es werden dann

50:54.060 --> 50:57.040
gemeinsam mit den Lernenden wesentliche Punkte herausgearbeitet von

50:57.040 --> 51:00.680
dem, was zum Beispiel gerade zu tun ist, das, was ist neu daran, was

51:00.680 --> 51:03.340
ist etwas, was man vorher noch nicht gemacht hat.

51:04.140 --> 51:08.100
Dann wechselt die Aktivität zu den Lernenden, die etwas nachmachen.

51:08.100 --> 51:11.740
Und da kann übrigens auch dazu gehören, dass man die Lernenden

51:11.740 --> 51:14.760
auffordert, in eigenen Worten nochmal zu formulieren, was sie gerade

51:14.760 --> 51:15.160
tun.

51:15.360 --> 51:18.360
Also diese sprachliche Übertragung ist ein ganz wesentliches Element

51:18.360 --> 51:20.780
auch der instruktiven Ansätze.

51:21.700 --> 51:27.380
Sie stellen als Lehrende sicher, dass die Lernenden den Vorgang, den

51:27.380 --> 51:35.600
sie gerade aufnehmen, im eigenen Verständnis reformulieren können.

51:35.600 --> 51:39.280
Erst dann können sie nachvollziehen, ob Kerngedanken in der

51:39.280 --> 51:41.500
vorgesehenen Weise aufgenommen worden sind.

51:42.660 --> 51:45.640
Da könnten dann auch Kontroll- und Beurteilungsfragen dazukommen.

51:45.860 --> 51:48.780
Also man versucht nochmal sicherzustellen, ob ein angestrebtes

51:48.780 --> 51:50.460
Verständnis wirklich vorhanden ist.

51:51.000 --> 51:53.840
Und es könnten verschiedene Wiederholungen und Einübungen hier

51:53.840 --> 51:54.480
vorkommen.

51:55.800 --> 51:57.060
Hier steht dann auch Lob und Tade.

51:57.240 --> 52:03.560
Also dieses Verhältnis Meister-Lehrling-Lehrer-Schüler, das ist hier

52:03.560 --> 52:06.440
in der Vier-Stufen-Methode sehr stark vorhanden.

52:06.880 --> 52:10.360
In gewisser Weise auch eine hierarchische Beziehung, die hier dann

52:10.360 --> 52:10.900
existiert.

52:11.420 --> 52:14.920
Und schließlich der vierte Bereich der Vier-Stufen-Methode, das

52:14.920 --> 52:15.940
selbstständige Anwenden.

52:16.860 --> 52:23.840
Hier sind dann die Lernenden gefordert, vielleicht unter Beobachtung

52:23.840 --> 52:29.040
oder auch nach abnehmender Beobachtung, dieses weiterzuführen, was sie

52:29.040 --> 52:34.920
gerade gelernt haben und in eigener Aktivität dann zu routinisieren

52:34.920 --> 52:38.240
und sich wirklich anzueignen, zu verinnerlichen.

52:40.920 --> 52:46.000
Wenn Sie nochmal wieder wechseln zu der Darstellung von Rolf Dups,

52:46.280 --> 52:51.960
dann hat er hier die Lehrmethoden als Formen des Frontalunterrichts

52:51.960 --> 52:52.760
abgegrenzt.

52:53.440 --> 52:57.680
Und das, was hier zunächst als Lehrer-Demonstrationen bezeichnet wird,

52:57.680 --> 53:02.560
also etwas vorführen, was beobachtet und aufgenommen werden kann, den

53:02.560 --> 53:08.300
Lehrer -Vortrag, das Modellieren, also etwas beispielhaft vorführen

53:08.300 --> 53:15.420
und das Lehrgespräch, wie auch die geleitete Klassendiskussion werden

53:15.420 --> 53:18.720
Formen des Frontalunterrichts zugeordnet.

53:19.180 --> 53:23.780
Hier auch nach der Darstellung, wie sie sich bei Dups findet.

53:26.400 --> 53:30.060
Dups weist auch darauf hin, dass diese verschiedenen Formen

53:33.760 --> 53:36.700
miteinander verbunden werden können und sozusagen Übergänge fließend

53:36.700 --> 53:36.920
sind.

53:37.320 --> 53:41.560
Das gilt hier, denke ich, für die Gesamtheit der Formen, dass in einem

53:41.560 --> 53:44.060
Unterricht Kombinationen und Mischungen sich finden.

53:44.220 --> 53:46.680
Dennoch ist es für die Betrachtung sinnvoll, das auch mal einmal

53:46.680 --> 53:48.660
sauber nebeneinander zu stellen.

53:49.440 --> 53:59.340
Jetzt möchte ich in der hoffentlich auch Konkretisierung der

53:59.340 --> 54:04.580
Instruktionen auf eine Strukturierung von Nachstand und Ort

54:04.580 --> 54:05.960
zurückgreifen.

54:06.520 --> 54:10.120
Hier bezogen auf Metalltechnik entwickelt.

54:10.260 --> 54:14.360
Ich habe einige Beispiele dafür, die unterschiedliche

54:14.360 --> 54:19.860
Grundüberlegungen der instruktiven Didaktik auch versuchen, relativ

54:19.860 --> 54:21.400
scharf nebeneinander zu stellen.

54:22.420 --> 54:28.200
Nachstand und Ort differenzieren sechs Formen, sechs Lehrverfahren der

54:28.200 --> 54:34.980
Instruktion, nämlich einmal das induktive Lehrverfahren, dem sie das

54:34.980 --> 54:39.760
deduktive Lehrverfahren gegenüberstellen, also etwas aus dem Einzelnen

54:39.760 --> 54:44.460
in eine Grundregel übertragen oder umgekehrt aus einer Grundregel

54:44.460 --> 54:49.280
etwas Einzelnes zu konkretisieren.

54:49.700 --> 54:54.900
Das analytisch-synthetische Lehrverfahren wird mit dem genetischen

54:54.900 --> 55:01.760
Lehrverfahren hier in einer Gegenüberstellung in einer Paarbildung

55:01.760 --> 55:06.060
vorgestellt und das abstrahierende Verfahren gegenüber dem

55:06.060 --> 55:07.900
konkretisierenden Verfahren.

55:07.900 --> 55:13.440
In dem Band wird es entsprechend ausgeführt und mit Beispielen

55:13.440 --> 55:13.940
erläutert.

55:14.040 --> 55:17.040
Ich habe dafür mir auch einige Beispiele ausgewählt, die ich Ihnen

55:17.040 --> 55:23.160
vorstellen möchte, um den Vorgang, den Unterschied Ihnen aufzuzeigen

55:23.160 --> 55:27.920
und damit auch die Möglichkeit zu wählen, also für ein konkretes

55:27.920 --> 55:31.800
Vorhaben, also zum Beispiel ein Lehr-Lern-Arrangement, wo man plant,

55:31.980 --> 55:35.780
zu überlegen, wie ist vorzugehen, wenn man mit dem einen oder dem

55:35.780 --> 55:37.380
anderen Lehrverfahren arbeitet.

55:38.180 --> 55:41.420
Ich habe jetzt hier etwas, was nicht dem Band von Nachstein-Ott

55:41.420 --> 55:44.700
entnommen ist, sondern was meinem Verständnis dieses Bandes, dieser

55:44.700 --> 55:49.820
Darstellung entspricht, auch eine solche Zuordnung versucht, also

55:49.820 --> 55:54.900
induktiv ganz einfach ausgedrückt vom Einzelnen zum Allgemeinen und

55:54.900 --> 55:59.100
deduktiv vom Allgemeinen zum Einzelnen vorzugehen.

55:59.100 --> 56:03.620
Beides didaktisch mögliche und sinnvolle Vorgehensweisen, die aber

56:03.620 --> 56:09.680
jeweils für sich auch konzipiert und umgesetzt werden sollten nach

56:09.680 --> 56:10.460
Nachstein -Ott.

56:11.320 --> 56:15.140
Die zweite Gegenüberstellung konkretisieren gegenüber abstrahierend,

56:15.240 --> 56:18.520
also vom Prinzip zum Phänomen oder vom Phänomen zum Prinzip.

56:19.220 --> 56:23.620
Und das analytisch-synthetische gegenüber dem genetischen vom Ganzen

56:23.620 --> 56:28.100
zum Teil und hier zurück, wenn es analytisch-synthetisch ist und

56:28.100 --> 56:31.040
genetisch von der Erscheinung zur Erklärung.

56:31.700 --> 56:36.860
So jetzt versuche ich das mal mit jeweils einem Beispiel in der Art

56:36.860 --> 56:41.760
und Weise, wie es Nachstein-Ott in ihrer Veröffentlichung darstellen,

56:42.040 --> 56:44.040
zu konkretisieren.

56:44.940 --> 56:51.500
Das induktive Lehrverfahren hier würde beginnen mit der Betrachtung

56:51.500 --> 56:52.920
von etwas Einzelnem.

56:54.800 --> 56:58.480
Lernende analysieren Einzelfälle und konkrete Einzelerscheinungen.

56:59.340 --> 57:05.220
Sie bestimmen dann Einflussfaktoren und beschäftigen sich mit

57:05.220 --> 57:11.040
Bedingungsvariablen, die für den Einzelfall und für die konkrete

57:11.040 --> 57:13.800
Einzelerscheinung stimmig sind.

57:14.180 --> 57:18.220
Ich hatte hier als Beispiel jetzt nicht aus dem Metallbereich, sondern

57:18.220 --> 57:23.620
aus der Kunststoffverarbeitung, dass man bei der Verarbeitung von

57:23.620 --> 57:28.180
Glasfaser -verstärkten Kunststoffen diesen Aushärtungsprozess erlebt,

57:28.320 --> 57:32.120
also etwas, was man zunächst mal als eine Flüssigkeit mit

57:32.120 --> 57:37.380
entsprechenden Glasfasern verbindet und zum Beispiel daraus so etwas

57:37.380 --> 57:38.520
wie eine Form baut.

57:38.520 --> 57:48.260
Das wäre ein Basin, also ein Schwimmbad, Außenhaut, zunächst mal aus

57:48.260 --> 57:55.140
Glasfasermatten und dann dem entsprechenden Harz, der dort eingebracht

57:55.140 --> 57:55.520
wird.

57:56.160 --> 57:58.000
Und es findet dann ein Aushärtungsprozess statt.

57:58.100 --> 58:01.660
Das erlebt man natürlich erst mal, man trägt es auf und es findet ein

58:01.660 --> 58:02.720
Aushärtungsprozess statt.

58:02.720 --> 58:10.300
Und man kann das als solches anwenden und im Einzelnen auch verfolgen

58:10.300 --> 58:13.980
und kann dann versuchen, nachzuvollziehen, was findet da statt.

58:14.420 --> 58:19.960
Die lernen, dass wir die zweite Phase würden zunächst mal dieses

58:19.960 --> 58:22.900
Besondere, diesen Vorgang an sich aufnehmen.

58:23.220 --> 58:27.160
Sie ermitteln die wechselseitigen Abhängigkeiten der Einflussfaktoren

58:27.160 --> 58:27.780
bzw.

58:28.000 --> 58:32.100
der Bedingungsvariablen und sie stellen Einzelbedingungen zwischen den

58:32.100 --> 58:34.540
Einzelfaktoren und den Bedingungsvariablen her.

58:34.740 --> 58:38.740
Also zum Beispiel, dass man vor dem Auftragen eine bestimmte Mischung

58:38.740 --> 58:42.000
herstellen muss, dass man den Aushärtungsprozess einladen muss.

58:42.100 --> 58:49.180
Das wäre der einzelne Vorgang, der in seiner Besonderheit betrachtet

58:49.180 --> 58:49.500
wird.

58:49.960 --> 58:52.540
Und dann wird das Allgemeine gefolgert.

58:52.660 --> 58:56.460
Die Lernenden würden diesen einzelnen Vorgang zu einer Theorie, einem

58:56.460 --> 59:00.380
Gesetz hier umgestalten und vielleicht eine Formel dafür verwenden.

59:01.000 --> 59:03.840
Die Lernenden überprüfen an Beispielen und durch Experimente das

59:03.840 --> 59:04.900
Gefunden in der Praxis.

59:05.320 --> 59:10.600
Das ist als Beispiel so, dass es in dieser Kunststoffverarbeitung zwei

59:10.600 --> 59:11.540
Grundformen gibt.

59:12.180 --> 59:15.280
Das eine wäre der Grundprozess der Polyaddition.

59:15.540 --> 59:19.300
Da müssen sie gleiche Verhältnisse von Grundsubstanzen miteinander

59:19.300 --> 59:21.000
mischen.

59:22.200 --> 59:26.720
Und die würden dann den Aushärtungsprozess einleiten.

59:26.720 --> 59:31.940
Ein anderer Vorgang ist der der Inhibitoren, die in einer Substanz

59:31.940 --> 59:35.960
sind, auslöst und eine Katalysatorwirkung auswirkt.

59:36.080 --> 59:39.160
Da haben sie eine Grundsubstanz, zu der sie dann die Katalysatorlösung

59:39.160 --> 59:39.980
zufügen müssen.

59:40.620 --> 59:45.080
Und die bestimmt dann zum Beispiel die Dauer und den

59:45.080 --> 59:46.860
Aushärtungsprozess, wie er verläuft.

59:47.240 --> 59:52.120
Das wäre hier das Allgemeine, was sie aus dem Speziellen dann folgern

59:52.120 --> 59:52.420
können.

59:52.420 --> 59:56.180
Und sie können in der Folge beurteilen, wenn sie als Beispiel mit

59:56.180 --> 01:00:01.160
Kunststoffen arbeiten, wie die Mischungen hergestellt sein müssen, was

01:00:01.160 --> 01:00:05.340
sie bei der Verarbeitung beachten müssen, um die Produkteigenschaften,

01:00:05.380 --> 01:00:07.000
die sie anstreben, herzustellen.

01:00:07.360 --> 01:00:10.280
Sie müssen es im Konkreten lernen, müssen aber das Prinzipielle

01:00:10.280 --> 01:00:16.880
verstehen, um dann in anderen Auftragssituationen fachgerecht handeln

01:00:16.880 --> 01:00:17.380
zu können.

01:00:20.240 --> 01:00:24.560
Umgekehrt hier das deduktive Lehrverfahren, das würde also nicht von

01:00:24.560 --> 01:00:28.280
dem Anwendungsfall aufgehen, sondern würde etwas prinzipiell

01:00:28.280 --> 01:00:28.860
betrachten.

01:00:29.860 --> 01:00:32.920
Ich habe hier mal als Beispiel jetzt aus dem Bereich der

01:00:32.920 --> 01:00:36.420
Metallverarbeitung das Thema Schweißen genommen.

01:00:37.640 --> 01:00:44.220
Beim Thema Schweißen, also Verbindung von Metall, ist es so, dass der

01:00:44.220 --> 01:00:46.480
Vorgang selber nur bedingt beobachtbar ist.

01:00:46.480 --> 01:00:49.760
Also Sie müssen zunächst mal möglicherweise eine Grundvorstellung

01:00:49.760 --> 01:00:55.000
dessen aufnehmen, was dort überhaupt stattfindet und was relevant für

01:00:55.000 --> 01:00:58.220
die angestrebten Ergebnisse ist.

01:00:59.120 --> 01:01:02.820
Das, was Sie hier unten sehen, ist dann die Bruchprobe einer

01:01:02.820 --> 01:01:08.220
Schweißverbindung, die Sie in der Entstehung nicht direkt beobachten

01:01:08.220 --> 01:01:08.580
können.

01:01:08.580 --> 01:01:13.080
Das heißt, man schlussfolgert aus der Prüfung des entstandenen

01:01:13.080 --> 01:01:18.800
Objektes dann den Vorgang, wie das entstanden ist.

01:01:19.320 --> 01:01:27.020
Und die gelungene Verbindung würde eben ohne entsprechende Einlagerung

01:01:27.020 --> 01:01:28.080
oder Risse sich erklären.

01:01:28.160 --> 01:01:30.860
Insofern würde man hier beginnen, damit das etwas Allgemeines

01:01:30.860 --> 01:01:33.480
bereitgestellt wird, also Informationen darüber, wie

01:01:33.480 --> 01:01:36.440
Metallverbindungen in diesem Bereich stattfinden.

01:01:37.640 --> 01:01:42.520
Die Lernenden suchen dann logische Aussagen und allgemeine Gesetze,

01:01:43.020 --> 01:01:46.300
die diesen Sachverhalt in den Teilen erklären.

01:01:46.800 --> 01:01:52.840
Sie konkretisieren Aussagen oder allgemeine Erkenntnisse für einen

01:01:52.840 --> 01:01:55.140
dann geltenden Einzelfall.

01:01:56.480 --> 01:02:03.140
Das wären eben als Beispiel die Vorgänge, die bei der Erhitzung von

01:02:03.140 --> 01:02:06.760
Metallen einstehen, wenn Sie Metall über einen bestimmten Punkt hinaus

01:02:06.760 --> 01:02:12.120
erhitzen, wird es flüssig oder wird sogar über einen Lichtbogen in

01:02:12.120 --> 01:02:13.860
Tropfenform übertragen.

01:02:14.140 --> 01:02:18.160
Das ist etwas, was Sie nicht sehen können, einfach mit dem, was Ihre

01:02:18.160 --> 01:02:23.140
Augen darzustellen, aufzunehmen vermögen, sondern was man sich

01:02:23.140 --> 01:02:25.720
sozusagen erst mal nur theoretisch vorstellen kann.

01:02:26.400 --> 01:02:30.140
Und aus diesem Allgemeinen wird dann das Besondere gewonnen.

01:02:30.440 --> 01:02:36.780
Also wie erfolgt so ein Materialübertrag und so eine Neuverfestigung

01:02:36.780 --> 01:02:37.580
des Metalles?

01:02:38.300 --> 01:02:40.900
Die Lernenden stellen das Besondere des Sachverhaltes heraus und

01:02:40.900 --> 01:02:44.680
ermitteln Beziehungen zu dem Sachverhalt.

01:02:46.780 --> 01:02:50.440
Sie bereiten sich auf den konkreten Einzelfall vor.

01:02:50.440 --> 01:02:55.380
Im Bereich des Schweißens ist ja so, dass hier ein Lichtbogen erzeugt

01:02:55.380 --> 01:02:58.600
wird und in dem Lichtbogen der Materialübertrag erscheint.

01:02:58.660 --> 01:03:04.820
Das können also im Bereich von 1000 Grad Temperaturen sein.

01:03:05.120 --> 01:03:08.820
Und Sie sehen oben in dem Bild, dass Sie diesen Vorgang nur

01:03:08.820 --> 01:03:16.500
abgeschirmt durch entsprechende Augenschutzkappen beobachten können.

01:03:17.320 --> 01:03:20.260
Sie müssen also im Grunde vorher eine Vorstellung davon haben, was

01:03:20.260 --> 01:03:22.920
findet dort überhaupt statt, um es dann fachlich korrekt machen zu

01:03:22.920 --> 01:03:23.160
können.

01:03:23.680 --> 01:03:26.020
Und es wird dann das Einzelne gefolgert.

01:03:26.620 --> 01:03:33.800
Wie geht man konkret vor, wenn man diesen an sich übergeordneten und

01:03:33.800 --> 01:03:36.860
gesetzten Regeln folgenden Vorgang anwenden will?

01:03:37.320 --> 01:03:40.080
Man überprüft dann das, was man gemacht hat, wiederum durch ein

01:03:40.080 --> 01:03:40.660
Prüfverfahren.

01:03:40.760 --> 01:03:43.120
Das könnte eben hier so eine Bruchprobe sein.

01:03:43.120 --> 01:03:44.740
Also ein ganz anderes Beispiel.

01:03:44.900 --> 01:03:48.640
Sie brauchen hier erstmal ein grundlegendes Verständnis, was Sie dann

01:03:48.640 --> 01:03:54.080
in die Lage versetzt, einen Anwendungsrahmen, also ein etwas

01:03:54.080 --> 01:03:56.320
Konkretes, Einzelnes umzusetzen.

01:03:57.380 --> 01:04:01.260
Ich nehme an, dass man dieses Beispiel für ein deduktives Vorgehen

01:04:01.260 --> 01:04:05.000
verwenden kann, weil eben der Vorgang selber nicht in dieser Weise

01:04:05.000 --> 01:04:08.500
beobachtbar ist, deswegen erst eine grundlegende Vorstellung vorhanden

01:04:08.500 --> 01:04:12.980
sein muss, um dann das, was konkret stattfindet, überhaupt in

01:04:12.980 --> 01:04:16.840
verständiger Form angehen zu können.

01:04:17.920 --> 01:04:22.340
Ja, das abstrahierende Lehrverfahren, da habe ich hier mal einen

01:04:22.340 --> 01:04:26.000
Fahrzeugschaden genommen, also aus dem Metallbereich.

01:04:26.680 --> 01:04:29.680
Hier wäre es so, dass man zunächst mal ein Phänomen hat.

01:04:30.180 --> 01:04:35.440
Man hat eine Verformung, die hier vorhanden ist und es müsste eben aus

01:04:35.440 --> 01:04:40.420
der Verformung rückgefolgert werden, was ist hier passiert und wie ist

01:04:40.420 --> 01:04:45.500
das, was stattgefunden hat, einzuordnen, um dann damit adäquat

01:04:45.500 --> 01:04:46.140
umzugehen.

01:04:47.140 --> 01:04:50.960
Nach Standort würde der erste Schritt sein, dass hier die Wirklichkeit

01:04:50.960 --> 01:04:54.440
oder eine ausgewählte Wirklichkeit betrachtet wird.

01:04:55.240 --> 01:04:59.040
Man sieht als Beispiel einen leeren Gegenstand im Original oder das

01:04:59.040 --> 01:05:01.440
könnte auch eine bildliche Darstellung sein.

01:05:02.080 --> 01:05:03.680
Diese Wirklichkeit wird abstrahiert.

01:05:03.980 --> 01:05:08.700
Es wird also aus dem, was konkret gesehen wird, ein prinzipieller

01:05:08.700 --> 01:05:10.420
Eindruck abgeleitet.

01:05:11.000 --> 01:05:13.900
Also welche Verformungen haben hier stattgefunden?

01:05:15.000 --> 01:05:16.460
Wie waren Krafteinwirkungen?

01:05:17.360 --> 01:05:22.600
Welche Konsequenzen haben sich für das Fahrzeug hier, den Kotflügel,

01:05:23.060 --> 01:05:24.600
daraus ergeben?

01:05:25.380 --> 01:05:31.160
In dem Vorgehen von Nach Standort wären zwei Abstraktionsstufen hier

01:05:31.160 --> 01:05:37.080
zu durchlaufen, dass man zunächst mal das, was konkret gesehen wird,

01:05:37.140 --> 01:05:42.140
systematisiert und dem eine Struktur gibt und dann diese Struktur auf

01:05:42.140 --> 01:05:45.180
den Versuchsgegenstand anwendet.

01:05:45.420 --> 01:05:51.240
Und es wird dann eine allgemeingültige Aussage formuliert, die dann

01:05:51.240 --> 01:05:54.020
nicht nur für diesen Fall gilt, sondern vielleicht prinzipiell die

01:05:54.020 --> 01:05:58.280
Einschätzung von malwegen Karosserieschäden ermöglicht.

01:05:58.280 --> 01:06:01.680
Also hier ist eigentlich das abstrahierende Verfahren, dass man aus

01:06:01.680 --> 01:06:05.020
einem konkreten Fall dann durch einen bestimmten, zum Beispiel

01:06:05.020 --> 01:06:09.800
Strukturierungsprozess in die Lage kommt, auf professionelle Weise,

01:06:09.880 --> 01:06:13.400
auf fachliche Weise, ganz unterschiedliche konkrete Fälle zu

01:06:13.400 --> 01:06:14.300
betrachten.

01:06:15.300 --> 01:06:18.580
Dem Gegenüber stellen nach Standort das konkretisierende Verfahren.

01:06:18.700 --> 01:06:21.960
Da bin ich jetzt mal mit meinem Beispiel nicht mehr im Metallsektor,

01:06:22.120 --> 01:06:24.500
sondern im Bereich von Holzkonstruktionen.

01:06:24.500 --> 01:06:35.500
Hier ist es so, dass man eine Konstruktion als solche betrachtet, dass

01:06:35.500 --> 01:06:41.540
sie in der Annahme gewählt wird oder in der Annahme erstellt wird,

01:06:41.900 --> 01:06:45.500
dass sie ganz bestimmte Anforderungsmerkmale erfüllt.

01:06:46.520 --> 01:06:52.160
Und diese Anforderungsmerkmale würde man zunächst mal aufnehmen und

01:06:52.160 --> 01:06:54.480
dann in dem konkreten Fall prüfen.

01:06:55.160 --> 01:07:04.060
Hier wäre also die Tragkraft, die Belastungswiderstände, die bei einer

01:07:04.060 --> 01:07:08.780
Holzverbindung im Vergleich sich ergeben.

01:07:10.060 --> 01:07:13.820
Und die drei Schritte, die nach Standort hier vorsehen, das

01:07:13.820 --> 01:07:16.880
konkretisierende Lehrverfahren, ist die Umkehrung des abstrahierenden

01:07:16.880 --> 01:07:17.800
Lehrverfahrens.

01:07:17.800 --> 01:07:21.220
Die Lernenden werden vom Allgemeinen über das Besondere zum Speziellen

01:07:21.220 --> 01:07:21.540
geführt.

01:07:21.680 --> 01:07:25.740
Also es gibt grundsätzliche Eigenschaften von Holzverbindungen und die

01:07:25.740 --> 01:07:30.000
werden dann für eine konkrete Anwendung nutzbar gemacht, indem zuerst

01:07:30.000 --> 01:07:33.820
eine allgemeine Aussage bereitgestellt wird.

01:07:34.120 --> 01:07:42.000
Als Beispiel, dass die Kräfte in Holzwerkstoffen in den jeweiligen

01:07:42.000 --> 01:07:45.360
Richtungen, also längs der Phase oder quer zur Phase, unterschiedlich

01:07:45.360 --> 01:07:45.720
sind.

01:07:45.720 --> 01:07:50.760
Es wird dann eine allgemeingültige Aussage zur Wirklichkeit in

01:07:50.760 --> 01:07:52.860
Beziehung gesetzt und die Wirklichkeit wird betrachtet.

01:07:53.000 --> 01:07:56.180
Das wäre hier zum Beispiel eine konkrete Holzverbindung.

01:07:56.600 --> 01:08:03.580
Man könnte auch diese mit einer Belastungsprobe auf die Korrektheit

01:08:03.580 --> 01:08:06.040
der Annahmen der Aussagen hin prüfen.

01:08:06.460 --> 01:08:08.740
Im Rahmen der Ausbildung würde man das sicherlich auch tun.

01:08:08.740 --> 01:08:15.280
Man würde das, was man zu konkretisieren betrachtet, auch praktisch

01:08:15.280 --> 01:08:19.560
erproben wollen und damit prüfen wollen, ob das, was an der Regel

01:08:19.560 --> 01:08:22.860
angenommen wird, also als Beispiel die Zugfestigkeit von

01:08:22.860 --> 01:08:26.700
Holzwerkstoffen längs zur Phase, prüfen wollen.

01:08:28.540 --> 01:08:33.820
Das fünfte Lehrverfahren nach Naschan und Ott wird ja hier als das

01:08:33.820 --> 01:08:36.720
analytisch -synthetische Lehrverfahren beschrieben.

01:08:37.260 --> 01:08:41.480
Naschan und Ott haben hier wiederum eine Dreigliederung vorgenommen.

01:08:43.320 --> 01:08:46.740
Sie sehen hier das Ganze, was im Zusammenhang betrachtet wird.

01:08:46.900 --> 01:08:50.660
Als erstes Lehrende beobachten und beschreiben den Sachverhalt im

01:08:50.660 --> 01:08:51.120
Überblick.

01:08:51.480 --> 01:08:54.560
Die Lernenden zerlegen gedanklich handelnd den Sachverhalt in seine

01:08:54.560 --> 01:08:56.000
aufbauenden Teilelemente.

01:08:56.440 --> 01:09:00.960
Ich habe hier ein Beispiel in einem mechatronischen System gewählt.

01:09:01.880 --> 01:09:05.560
Da ist es eben so, dass Sie in dem System Komponenten haben, die man

01:09:05.560 --> 01:09:09.420
nur zu einem Teil durch Vormachen, Nachmachen, nur zu einem Teil durch

01:09:09.420 --> 01:09:13.040
direkte Wahrnehmung nachvollziehen kann.

01:09:13.480 --> 01:09:17.440
Sie haben also hier komplexe Systeme und das ist gerade im beruflichen

01:09:17.440 --> 01:09:23.500
Bereich etwas, was zunehmend bedeutsam ist und weswegen man mit den

01:09:23.500 --> 01:09:28.020
anderen Verfahren nur noch bedingt dem gerecht wird, was hier

01:09:28.020 --> 01:09:30.860
eigentlich Zielstellung des Lehrens und Lernens ist.

01:09:30.860 --> 01:09:35.880
Und man würde hier eben versuchen, zum Beispiel ein mechatronisches

01:09:35.880 --> 01:09:40.800
System, das aus Konstruktionselementen, aber auch digitalen Elementen

01:09:40.800 --> 01:09:44.140
besteht, als Gesamtes zu betrachten, also in der Systemfunktion.

01:09:44.740 --> 01:09:49.040
Dann werden einzelne Teile betrachtet und herausgelöst, also als

01:09:49.040 --> 01:09:56.380
Beispiel eine einzelne Systemkomponente, ein Sensor oder ein einzelnes

01:09:56.380 --> 01:10:02.340
Element in der gesamten Anlage, Elemente, die sich bewegen oder die

01:10:02.340 --> 01:10:05.740
computerbasiert dann Programme, Programmstrukturen sind.

01:10:06.300 --> 01:10:11.280
Die Lernenden gewinnen Einsicht in die Teilelemente und ermitteln

01:10:11.280 --> 01:10:13.920
Bedingungsgrößen und Beziehungen in den Teilelementen.

01:10:14.200 --> 01:10:16.580
Das wäre zum Beispiel bei einem Mechatroniker, der zunächst mal das

01:10:16.580 --> 01:10:20.320
Gesamtsystem betrachtet, die Notwendigkeit, in einzelne Teile eines

01:10:20.320 --> 01:10:24.340
mechatronischen Systems hineinzugehen und die erstmal für sich zu

01:10:24.340 --> 01:10:26.740
sehen und dann wieder zusammenzufügen.

01:10:26.740 --> 01:10:28.480
Das Ganze wird wieder aufgebaut.

01:10:28.640 --> 01:10:32.340
Also nachdem man sich in einem komplexen System einzelne Bestandteile

01:10:32.340 --> 01:10:36.140
betrachtet hat, würde man sie wieder in ihrer Gesamtfunktion

01:10:36.140 --> 01:10:37.360
thematisieren.

01:10:38.020 --> 01:10:43.100
Sie wügen also Teilelemente zur Struktur eines Gesamtsachverhaltens

01:10:43.100 --> 01:10:47.180
wieder zusammen und würden das, was sie an einem konkreten System

01:10:47.180 --> 01:10:52.480
betrachtet haben, dann übertragen auf eben ähnliche andere Systeme.

01:10:52.480 --> 01:10:57.960
Und somit sind wir beim letzten der sechs Lehrverfahren, die Nasch und

01:10:57.960 --> 01:11:02.020
Ott hier thematisieren, und zwar dem genetischen Lehrverfahren.

01:11:02.580 --> 01:11:09.180
Ich habe hier ein Beispiel, auch wieder aus dem Metallbereich, die

01:11:09.180 --> 01:11:18.180
Beurteilung eines Korrosionsvorgangs und dann die Schlussfolgerung,

01:11:18.180 --> 01:11:22.940
einmal was Ursachen angeht und auch was die erforderlichen

01:11:22.940 --> 01:11:26.460
Eingriffsoptionen angeht.

01:11:26.920 --> 01:11:31.360
Hier ist der Dreischritt, den Nasch und Ott vorstellen, dass man

01:11:31.360 --> 01:11:36.060
zunächst mal eine Ausgangssituation analysiert und klärt.

01:11:36.760 --> 01:11:41.080
Man stellt zunächst mal fest, was die grundlegenden Erscheinungen

01:11:41.080 --> 01:11:41.320
sind.

01:11:41.460 --> 01:11:47.360
Also was kann man tatsächlich auch beobachten oder analysieren und was

01:11:47.360 --> 01:11:49.320
ist dieser Erscheinung hinterlegt?

01:11:50.000 --> 01:11:52.620
Also wie kommt es jetzt zum Beispiel zu diesem Korrosionsvorgang?

01:11:52.720 --> 01:11:55.600
Wie ist diese Korrosion einzuordnen?

01:11:55.740 --> 01:11:58.480
Wenn das zum Beispiel in so einem Kniebereich ist, dann kann es sein,

01:11:58.640 --> 01:12:02.400
dass die Korrosion dadurch entsteht, dass hier besondere Belastungen

01:12:02.400 --> 01:12:08.060
durch die Werkstoffe, die Flüssigkeiten, die hier durchgeleitet

01:12:08.060 --> 01:12:08.960
werden, entstehen.

01:12:09.520 --> 01:12:11.760
Dann werden neue Fakten hinzugefügt.

01:12:11.760 --> 01:12:15.020
Also man nimmt zum Beispiel aus Fachliteratur, aus anderen

01:12:15.020 --> 01:12:19.480
Informationsquellen weitere Informationen, die dann das erklärbar

01:12:19.480 --> 01:12:26.940
machen, aufschließen, was hier in der Ausgangssituation zu sehen ist

01:12:26.940 --> 01:12:29.240
oder zu erfassen ist.

01:12:30.040 --> 01:12:35.260
Sie ziehen daraus Schlussfolgerungen für eine konkrete Analyse und

01:12:35.260 --> 01:12:43.200
kommen zu einem Endergebnis, das dann aus dem, was man konkret sieht,

01:12:43.400 --> 01:12:47.940
auch Erfordernisse für die entsprechend dazu passende Reaktion, die

01:12:47.940 --> 01:12:50.600
Bearbeitung ableitet.

01:12:51.020 --> 01:12:55.980
Und sie setzen den Ausgangszustand und Endzustand in Bezug zueinander.

01:12:56.240 --> 01:12:59.540
Also das, was hier zum Beispiel die Korrosion verursacht hat, wie es

01:12:59.540 --> 01:13:04.280
zu der konkreten Ausprägung kommt und was zu tun ist, um einmal den

01:13:04.280 --> 01:13:07.600
Korrosionsschaden zu beheben und zu vermeiden, dass wieder eine

01:13:07.600 --> 01:13:10.220
entsprechende Problematik sich entwickelt.

01:13:12.300 --> 01:13:19.180
Ja, das wären sechs Verfahren des Lehrens, die nationalen Ort

01:13:19.180 --> 01:13:20.000
gegenüberstellen.

01:13:20.420 --> 01:13:24.540
Die zeigen, dass sie auch, sie müssen nicht unbedingt nationalen Ort

01:13:24.540 --> 01:13:29.760
folgen, aber dass sie auch in der Art des frontalen Unterrichtens oder

01:13:29.760 --> 01:13:33.020
der Instruktionen sehr unterschiedlich vorgehen können.

01:13:34.020 --> 01:13:38.580
Meine Überlegung wäre, dass wir in allen Varianten auch Formen dieses

01:13:38.580 --> 01:13:42.000
Algorithmus nach Klauer finden können.

01:13:42.740 --> 01:13:46.120
Also bestimmte Ablaufformen der Instruktionen finden sich in allen

01:13:46.120 --> 01:13:47.100
sechs Varianten.

01:13:48.100 --> 01:13:53.020
Und es wäre zudem die Annahme, dass in dieser Form, wie sie hier

01:13:53.020 --> 01:13:59.100
vorgestellt werden, sie sich insgesamt als Varianten der

01:13:59.100 --> 01:14:02.160
Instruktionen, der didaktischen Grundformen der Instruktionen

01:14:02.160 --> 01:14:02.640
darstellen.

01:14:03.840 --> 01:14:06.780
Das ist jetzt vielleicht nochmal wieder eine Rückkehr zu dem

01:14:06.780 --> 01:14:10.540
Ausgangsgedanken der heutigen Vorlesung.

01:14:11.420 --> 01:14:16.680
In Ihren Artikeln sehe ich in der überwiegenden Zahl auch noch

01:14:16.680 --> 01:14:20.600
Vorstellungen, die eher ein Instruktionsmodell enthalten.

01:14:20.980 --> 01:14:26.840
Also auch hier zunächst mal die Überlegung, Lehren und Lernen ist

01:14:26.840 --> 01:14:27.540
dadurch verbunden.

01:14:27.540 --> 01:14:33.580
Das ist etwas, was ausgewählt ist, was als relevant eingeschätzt

01:14:33.580 --> 01:14:38.740
worden ist durch eine Person, die dieses schon beherrscht.

01:14:38.900 --> 01:14:43.400
Und die Weitergabe dieses ausgewählten Anlernende wäre also der

01:14:43.400 --> 01:14:45.220
Vorgang des Lehrens und Lernens.

01:14:45.600 --> 01:14:47.760
Das ist alles, was sich hier auch findet.

01:14:48.520 --> 01:14:50.740
Sie müssen dem eigentlich tatsächlich gegenüberstellen.

01:14:50.840 --> 01:14:54.980
Das, was ich in den beiden nächsten Veranstaltungen thematisiere, also

01:14:54.980 --> 01:15:01.240
die Vorgehensweise nach dem konstruktivistischen oder auch dem Konzept

01:15:01.240 --> 01:15:04.740
des Selbstlernens, die sich davon deutlich abgrenzen, weil es hier

01:15:04.740 --> 01:15:09.860
eben nicht diesen Prozess des Ausgewählten und der Übertragung von

01:15:09.860 --> 01:15:12.740
etwas, was bei einem Lehrenden vorhanden ist, an einen Lernenden

01:15:12.740 --> 01:15:15.900
handelt, sondern um einen vollkommen anderen Prozess.

01:15:16.720 --> 01:15:20.800
Innerhalb der Instruktionen haben Sie dann wiederum aber auch diverse

01:15:20.800 --> 01:15:25.040
Varianten, die sich nicht nur hier bei Ott und Naschan finden, sondern

01:15:25.040 --> 01:15:31.780
eben auch in der Darstellung, wie Sie bei

01:15:38.430 --> 01:15:40.330
der Ausführung bei Dups finden.

01:15:40.510 --> 01:15:46.190
Also auch innerhalb der Instruktionen des Frontalunterrichts hier gibt

01:15:46.190 --> 01:15:51.090
es eine Reihe von Varianten, die durchaus größere Aktivität auch auf

01:15:51.090 --> 01:15:54.990
Seiten der Lernenden, zum Beispiel das Üben, enthalten.

01:15:54.990 --> 01:15:59.890
Und insofern ist Tätigkeit in diesem Sinne nicht gleich Handlung, wie

01:15:59.890 --> 01:16:03.450
Handlung im konstruktivistischen Sinne verstanden wird.

01:16:03.990 --> 01:16:06.910
Tätigkeit im Sinne der Instruktion ist tatsächlich eher ein

01:16:06.910 --> 01:16:11.190
Nachvollziehen dessen, was bei den Lehrenden ausgewählt und schon

01:16:11.190 --> 01:16:17.590
vorhanden ist, während die Handlung diese Elemente der eigenständigen

01:16:17.590 --> 01:16:22.510
Antizipation, Durchführung und Reflexion enthält, also dieses Element

01:16:22.510 --> 01:16:25.710
der vollständigen Handlung, was wird das nächste Mal stärker behandelt

01:16:25.710 --> 01:16:30.910
werden, kontrastiert eigentlich mit dem Ansatz der Instruktion, der

01:16:30.910 --> 01:16:36.590
stärker die Übertragung von Ausgewählten als relevant Angesehenen im

01:16:36.590 --> 01:16:38.790
Zusammenhang des Lehren und Lernens enthält.

01:16:41.110 --> 01:16:50.830
Ja, soweit eigentlich das, was aus meiner Sicht zu dem Ansatz der

01:16:50.830 --> 01:16:55.630
Instruktion einzuführen

01:17:00.260 --> 01:17:00.600
wäre.

01:17:00.740 --> 01:17:04.560
Und ich denke, in der Erörterung der Artikel kommen wir auch auf diese

01:17:04.560 --> 01:17:06.620
Frage nochmal zurück.

01:17:06.800 --> 01:17:11.380
Und ich würde das nächste Mal die didaktische Grundform der

01:17:11.380 --> 01:17:16.540
Konstruktion im Kontrast dazu, in Abgrenzung dem gegenüberstellen.

01:17:21.260 --> 01:17:24.500
Gleichermaßen mit der Kommentierung und dem Vorbehalt, dass es auch

01:17:24.500 --> 01:17:27.220
hier die scharfen Gegenüberstellungen nicht gibt, sondern durchaus

01:17:27.220 --> 01:17:32.180
auch Begegnungen, Verbindungen zwischen den jeweiligen Grundformen.

01:17:32.320 --> 01:17:35.960
Nur wegen der Klarheit, der Klärung im Rahmen der Vorlesung hier,

01:17:36.260 --> 01:17:38.570
versuche ich sie scharf voneinander abzugrenzen.

01:17:41.060 --> 01:17:47.690
Ja, soweit von meiner Seite der heutige Inhalt der Vorlesung und die

01:17:47.690 --> 01:17:51.610
Gelegenheit für Sie noch Fragen zu stellen oder zu kommentieren zu dem

01:17:51.610 --> 01:17:53.790
Vorgetragenen.

01:17:57.110 --> 01:18:02.610
Wenn da im Aume keine Fragen oder Kommentare sind, dann beende ich den

01:18:02.610 --> 01:18:05.210
heutigen Teil und wünsche Ihnen noch einen schönen Tag.

