WEBVTT

00:15.660 --> 00:18.880
Schauen wir uns zur Berechnung der Arbeit ein kleines Beispiel an.

00:21.100 --> 00:26.200
Eine Radfahrer soll auf einer Strecke Delta S gleich 100 Meter

00:26.200 --> 00:30.680
konstant von einer Anfangsgeschwindigkeit V0 gleich 0 Kilometer pro

00:30.680 --> 00:35.440
Stunde auf eine Geschwindigkeit V1 gleich 20 Kilometer pro Stunde

00:35.440 --> 00:36.100
beschleunigen.

00:38.300 --> 00:44.060
Dabei soll die Masse von Fahrrad- und Radfahrer zusammen 80 Kilogramm

00:44.060 --> 00:44.480
betragen.

00:47.440 --> 00:52.040
Wir wollen zunächst den Betrag der Kraft berechnen, der für diese

00:52.040 --> 00:57.280
Beschleunigung nötig ist und danach den Betrag der Arbeit, die durch

00:57.280 --> 01:00.100
die Kraft bei der Beschleunigungsphase verrichtet wird.

01:02.360 --> 01:05.060
Wir beginnen mit dem ersten Aufgabenteil.

01:08.220 --> 01:12.460
Aus dem zweiten Newtonischen Axiom wissen wir, dass die Kraft, die für

01:12.460 --> 01:16.380
die Beschleunigung benötigt wird, sich zusammensetzt aus der Masse,

01:16.440 --> 01:19.320
die bewegt wird und der Beschleunigung, F gleich ma.

01:20.640 --> 01:26.260
Hierbei ist die Masse die Masse von Fahrrad plus Radfahrer, also m

01:26.260 --> 01:27.480
gleich 80 Kilogramm.

01:30.680 --> 01:32.280
Uns fehlt jedoch die Beschleunigung.

01:33.320 --> 01:36.560
Diese Beschleunigung müssen wir aus den Angaben, die wir über die

01:36.560 --> 01:37.700
Bewegung haben, berechnen.

01:40.740 --> 01:43.640
Da es sich bei diesem Beschleunigungsvorgang um eine konstante

01:43.640 --> 01:46.660
Beschleunigung halten soll, können wir, um die Beschleunigung zu

01:46.660 --> 01:52.560
berechnen, die Geschwindigkeitsdifferenz teilen durch die Zeit des

01:52.560 --> 01:53.680
Beschleunigungsvorgangs.

01:55.500 --> 01:59.000
Die Geschwindigkeitsdifferenz können wir berechnen aus der Differenz

01:59.000 --> 02:05.000
der Endgeschwindigkeit v1 und der Anfangsgeschwindigkeit v0, also 20

02:05.000 --> 02:07.780
Kilometer pro Stunde minus 0 Kilometer pro Stunde.

02:09.800 --> 02:13.560
Das ergibt uns eine Geschwindigkeitsdifferenz von 20 Kilometer pro

02:13.560 --> 02:21.420
Stunde oder umgerechnet in Meter pro Sekunde als SI-Einheit ungefähr 5

02:21.420 --> 02:23.380
,56 Meter pro Sekunde.

02:24.760 --> 02:28.080
Zur Berechnung der Beschleunigung fehlt uns allerdings noch die Zeit,

02:28.760 --> 02:30.500
die für die Beschleunigung zur Verfügung steht.

02:34.700 --> 02:38.320
Als Angabe für die Länge der Beschleunigungsphase steht uns in der

02:38.320 --> 02:41.020
Aufgabenstellung nur die Wegdifferenz zur Verfügung.

02:41.440 --> 02:43.880
Wir müssen also mit dem Wegzeitgesetz rechnen.

02:50.690 --> 02:54.550
Für eine Bewegung mit konstanter Beschleunigung wissen wir, dass das

02:54.550 --> 03:02.390
Wegzeitgesetz s von t gleich 1,5at² plus v0t plus s0 gilt und dabei

03:02.390 --> 03:06.970
wissen wir, dass die Anfangsgeschwindigkeit v0 0 Kilometer pro Stunde

03:06.970 --> 03:09.530
und damit auch 0 Meter pro Sekunde beträgt.

03:10.510 --> 03:16.310
Den Startpunkt der Bewegung s0 setzen wir hier willkürlich auf 0 und

03:16.310 --> 03:22.490
können dadurch sagen, dass die Zeit t, bis wir die Wegdifferenz Δs

03:22.490 --> 03:27.910
zurückgelegt haben, genau der Zeitdifferenz Δt entspricht und der Weg,

03:27.990 --> 03:31.630
den wir bis dahin zurücklegen, genau Δs entspricht.

03:35.450 --> 03:39.610
Setzen wir dies nun alles in das Wegzeitgesetz ein, erhalten wir Δs

03:39.610 --> 03:41.570
gleich 1,5at².

03:45.520 --> 03:49.540
Mit diesem Wegzeitgesetz und der Formel für die Beschleunigung

03:49.540 --> 03:54.200
erhalten wir einen Zusammenhang zwischen dem zurückgelegten Weg und

03:54.200 --> 03:55.600
der Größe der Beschleunigung.

03:56.900 --> 04:01.760
Dazu formen wir die Formel der Beschleunigung nach dem unbekannten Δt

04:01.760 --> 04:07.860
um und setzen dies anstelle von Δt in das Wegzeitgesetz ein.

04:09.720 --> 04:16.480
Damit erhalten wir für Δs 1,5at·Δv·a².

04:17.740 --> 04:22.920
Oder wenn wir die Klammern auflösen, Δv²·2a.

04:24.980 --> 04:29.980
Diesen Zusammenhang zwischen Δs, Δv und a formen wir um nach der

04:29.980 --> 04:33.000
gesuchten Beschleunigung a und können jetzt einsetzen.

04:35.980 --> 04:43.560
Δv entspricht 5,56m·s und Δs entspricht einem Weg von 100m.

04:46.500 --> 04:50.640
Geben wir das in unseren Taschenrechner ein, dann erhalten wir eine

04:50.640 --> 04:54.520
Beschleunigung von ungefähr 0,15m·s².

04:57.180 --> 05:00.120
Diese Beschleunigung können wir jetzt verwenden, um die Kraft

05:00.120 --> 05:02.940
auszurechnen, die während des Beschleunigungsvorgangs wirken muss.

05:04.160 --> 05:07.800
f gleich m·a, also Kraft gleich Masse mal Beschleunigung.

05:08.700 --> 05:13.620
Die Masse, die bewegt wird, sind die 80 kg von Radfahrer und Fahrrad

05:13.620 --> 05:18.360
und die Beschleunigung haben wir berechnet zu 0,15m·s².

05:20.940 --> 05:25.300
Multiplizieren wir beides, dann erhalten wir eine Kraft von 12 N.

05:28.040 --> 05:31.620
Kennen wir die Kraft, die während des Beschleunigungsvorgangs wirkt,

05:32.040 --> 05:34.980
dann können wir auch ganz einfach die Arbeit berechnen, die diese

05:34.980 --> 05:37.080
Kraft beim Beschleunigungsvorgang verrichtet.

05:38.600 --> 05:42.380
In diesem Fall, wo während des gesamten Beschleunigungsvorgangs eine

05:42.380 --> 05:47.540
konstante Kraft wirkt und die Kraft entlang des Weges zeigt, können

05:47.540 --> 05:52.140
wir die Formel für die Arbeit W ist gleich f·Δs verwenden.

05:52.800 --> 05:53.900
Und wir setzen nur noch ein.

05:55.420 --> 06:00.600
Die Kraft f haben wir zu 12 N bestimmt und diese Kraft müssen wir mit

06:00.600 --> 06:04.320
den 100 m, die der Radfahrer während des Beschleunigungsvorgangs

06:04.320 --> 06:05.540
zurücklegt, multiplizieren.

06:07.780 --> 06:14.480
12·100 ergibt 1200, 12 N·100 m ergibt 1200 Nm.

06:15.240 --> 06:18.480
Oder in der Einheit der Arbeit 1200 Joule.

06:20.440 --> 06:26.640
Und natürlich kann man das auch weiter abkürzen, denn 1200 Joule sind

06:26.640 --> 06:28.120
1,2 Kilojoule.

