WEBVTT

00:09.720 --> 00:14.760
Verehrtes Publikum, meine Damen und Herren, ich begrüße Sie sehr

00:14.760 --> 00:21.040
herzlich zu den sechsten von acht Stadtgesprächen, die vom Zentrum für

00:21.040 --> 00:25.340
angewandte Kulturwissenschaft und Studium Generale am KIT veranstaltet

00:25.340 --> 00:26.140
werden.

00:26.760 --> 00:29.320
Ich denke, viele kennen mich, aber einige nicht.

00:29.800 --> 00:34.780
Ich heiße Caroline Robertson von Trota und bin Direktorin des ZAK und

00:34.780 --> 00:38.140
Kuratorin der Reihe Stadtgespräche.

00:38.900 --> 00:43.120
Das heißt, eine der Kuratorinnen, die zweite Kuratorin ist Ursula

00:43.120 --> 00:49.980
Knapp, Redakteurin bei der Frankfurter Rundschau, die vier weitere

00:49.980 --> 00:53.820
Themen macht zum Thema Demokratie und Recht.

00:55.340 --> 00:59.620
Wie Sie inzwischen wissen, treffen wir uns hier am Mittwochabends,

01:00.140 --> 01:02.360
normalerweise in einem etwas anderen Format.

01:03.360 --> 01:09.860
Also Full House heißt normalerweise 200 bis 250, aber heute ist das

01:09.860 --> 01:16.560
mit Absicht begrenzt worden auf 80 Personen, weil sie heute Tische

01:16.560 --> 01:19.300
brauchen, weil sie auch arbeiten werden.

01:19.680 --> 01:22.060
Und dazu werde ich gleich auch was sagen.

01:23.220 --> 01:26.980
Ich freue mich sehr, dass wir die Stadtgespräche zusammen mit unserem

01:26.980 --> 01:32.740
Partner Stadtmarketing machen und dass ich heute Abend Martin Wacker

01:32.740 --> 01:40.080
von KA 300, Geschäftsprojektführer, begrüßen darf, der natürlich für

01:40.080 --> 01:43.620
unwahrscheinlich viel hier in Karlsruhe in diesem Sommer

01:43.620 --> 01:44.720
verantwortlich ist.

01:45.200 --> 01:48.920
Und Herr Wacker, ich glaube, wir dürfen es auch von hier aus sagen,

01:49.240 --> 01:53.820
wir freuen uns alle für und mit Ihnen, dass Karlsruhe 300 wirklich

01:53.820 --> 01:56.760
einen tollen Sommer uns wirklich bereitet hat.

01:56.760 --> 01:59.140
Und das ist noch gar nicht zu Ende.

01:59.260 --> 02:00.460
Ganz herzlichen Dank dafür.

02:07.430 --> 02:11.410
Wir freuen uns natürlich auch, und das ist sehr wichtig, dass die BNN

02:11.410 --> 02:15.770
auch unser Medienpartner ist und also dafür sorgt, dass wir wirklich

02:15.770 --> 02:19.290
auch Berichterstattung haben, auch für diejenigen, die dann merken,

02:19.370 --> 02:20.830
was sie gerade verpasst haben.

02:21.450 --> 02:25.610
Heute, ich hatte es gesagt, haben wir ein anderes Format und Sie sehen

02:25.610 --> 02:29.890
es auch von den Aufmachungen hier, dass wir einen anderen

02:29.890 --> 02:34.950
Kooperationspartner heute haben, nämlich die Stadtwerke Karlsruhe.

02:35.110 --> 02:38.890
Und das ist, glaube ich, sehr schön, dass wir im Rahmen von den

02:38.890 --> 02:43.010
Stadtgesprächen das einbinden könnten zu diesem Thema.

02:43.190 --> 02:46.990
Ich begrüße ganz besonders Michael Hohmann, Vorsitzender der

02:46.990 --> 02:50.870
Geschäftsführung der Stadtwerke Karlsruhe, aber selbstverständlich

02:50.870 --> 02:54.790
auch alle anderen, die hier für die Stadtwerke anwesend sind.

02:55.250 --> 03:01.670
Und viele von Ihnen wissen schon, dass die Stadtwerke dafür auch

03:01.670 --> 03:06.790
verantwortlich sind, dass Karlsruhes Festivalsommer der erste

03:06.790 --> 03:12.110
klimafaire Stadtgeburtstag Deutschlands werden soll oder schon ist.

03:12.510 --> 03:15.730
Das werden wir vielleicht nachher dazu was hören.

03:15.870 --> 03:19.190
Und Sie haben auch gesehen, es sind Flyer auf den Stühlen.

03:19.510 --> 03:20.210
Was heißt das?

03:20.270 --> 03:22.570
Ich sage es nur ganz, ganz kurz.

03:23.130 --> 03:27.990
Also, dass bemüht wird, also schon bei der Planung an Umweltschutz und

03:27.990 --> 03:31.670
Nachhaltigkeit zu denken, schon auch bei dem Bau hier von dem

03:31.670 --> 03:32.130
Pavillon.

03:32.490 --> 03:35.830
Und dazu werden wir natürlich auch was hören heute Abend.

03:36.390 --> 03:43.210
Es geht darum, unter anderem CO2-Ausstoß bilanziell zu erfassen und

03:43.210 --> 03:48.670
auch durch Sponsoring-Projekte zu kompensieren.

03:51.110 --> 03:55.450
Ich denke, das ist ein tolles Projekt und sicherlich wollen wir auch

03:55.450 --> 03:59.930
das Thema Nachhaltigkeit oder das Wort nicht strapazieren, aber wir

03:59.930 --> 04:03.230
wollen natürlich, dass es nachgeahmt wird und dass es langfristige

04:03.230 --> 04:04.870
Wirkungen auch erzielen wird.

04:05.090 --> 04:10.630
Ich komme ganz kurz zu ein paar Bemerkungen zur Thematik des heutigen

04:10.630 --> 04:11.210
Abends.

04:11.970 --> 04:15.510
Also, als ich die Reihe zusammen getan habe, auch ohne Stadtwerke als

04:15.510 --> 04:21.150
Kooperationspartner, war es ganz klar, natürlich, dass Ressourcen eine

04:21.150 --> 04:24.450
Rolle spielen müssen und auch sollen.

04:25.070 --> 04:30.970
Und natürlich, wir kennen die Mythen, die Karl Wilhelm ein bisschen so

04:30.970 --> 04:37.090
umrahmen inzwischen, dann von seinem Traum in dem Wald, wo er in der

04:37.090 --> 04:43.130
Waldschonung schon praktisch überlegt hat, wie sein radial angelegte

04:43.130 --> 04:44.790
Planstadt aussehen soll.

04:45.170 --> 04:50.010
Und wir sind ganz sicher, dass er auch das so machen wollte, dass

04:50.010 --> 04:51.650
nicht der ganze Wald auch verschwindet.

04:51.770 --> 04:53.530
Aber das nur zu den Themen.

04:54.070 --> 04:58.590
Zum Thema Nachhaltigkeit, also aus wissenschaftlicher Sicht haben wir

04:58.590 --> 05:03.430
so praktisch drei klassische Dimensionen, die immer mitbedacht werden.

05:03.870 --> 05:07.270
Einmal die ökologische Dimension, Umwelt- und Naturschutz.

05:07.890 --> 05:12.310
Einmal die ökonomische Dimension, wirtschaftliche Weiterentwicklung.

05:12.630 --> 05:17.350
Und einmal die soziale Dimension, nämlich das Bestreben nach sozialer

05:17.350 --> 05:21.350
Gerechtigkeit im inter- und intergenerativen Sinn.

05:22.010 --> 05:24.030
Und vielleicht sage ich auch als Soziologin und

05:24.030 --> 05:28.690
Kulturwissenschaftlerin, immer mehr ist auch ein Bewusstsein dafür

05:28.690 --> 05:31.990
gewachsen, dass es eine vierte Dimension gibt, nämlich die kulturelle

05:31.990 --> 05:32.470
Dimension.

05:32.990 --> 05:36.170
Und das ist ganz wichtig, weil mit wissenschaftlichen Erkenntnissen

05:36.170 --> 05:41.030
tun wir auch dazu beitragen, dass wir ein anderes Bewusstsein haben

05:41.030 --> 05:47.450
dafür, wie ein Lebensstil mit allen Facetten dazu eben also so eine

05:47.450 --> 05:52.110
nachhaltige Lebensart führt oder eben es nicht tut.

05:52.470 --> 05:56.810
Und ich sage das auch im Hinblick auf eine internationale kulturelle

05:56.810 --> 05:57.470
Dimension.

05:58.010 --> 06:01.490
Wir wissen, dass es natürlich ganz unterschiedliche Arten gibt.

06:01.650 --> 06:07.590
Auch das Thema, also Ressourcenschonung und Nachhaltigkeit, dann eben

06:07.590 --> 06:11.910
zu prioritisieren und zu sehen, in welchen Verantwortlichkeiten auch

06:11.910 --> 06:13.070
das steht.

06:13.550 --> 06:18.230
Das ist ein großes Thema, was wir heute miteinander bearbeiten wollen.

06:18.950 --> 06:22.090
Und natürlich, wir wissen schon, das brauche ich Ihnen nicht zu sagen,

06:22.570 --> 06:27.110
dass die Medien sind voll davon, dass wir im Moment zu langsam

06:27.110 --> 06:31.490
unterwegs sind und dass wir, wir haben es hier erlebt, auch im Sommer,

06:31.770 --> 06:36.990
wie die Temperaturen scheinbar wirklich dann ansteigen und wir also

06:36.990 --> 06:40.510
nicht in der Lage sind, international wirkliche Standards

06:40.510 --> 06:44.690
durchzusetzen, die also wirklich eine Änderung herbeiführen oder eine

06:44.690 --> 06:50.010
Verlangsamung wirklich zuverlässig dann auch bewerkstelligen können.

06:50.310 --> 06:54.110
Umso wichtiger, dass wir wirklich mit einem Kooperationspartner heute

06:54.110 --> 06:58.170
Abend lokal überlegen, aber was wir hier wirklich machen können.

06:58.690 --> 07:01.270
Jetzt letzte paar Bemerkungen und zwar ganz kurz.

07:01.770 --> 07:05.870
Es ist klar, dass am KIT überhaupt das Thema Nachhaltigkeit in vielen,

07:06.290 --> 07:10.790
vielen Dimensionen interdisziplinär, also unter ganz unterschiedlichen

07:10.790 --> 07:17.470
Orten auch, also ganz zentral im Thema von Forschung und an der Lehre

07:17.470 --> 07:17.830
steht.

07:18.210 --> 07:22.490
Ich benenne nur natürlich das KIT-Zentrum Mensch und Technik, wo wir

07:22.490 --> 07:26.950
gucken, wie die Wechselwirkungen sind oder das KIT-Zentrum Klima und

07:26.950 --> 07:30.010
Umwelt, auch sehr, sehr wichtig in diesem Zusammenhang.

07:30.630 --> 07:34.890
Ich nenne nur ein paar Projekte vom Ministerium für Wissenschaft,

07:35.070 --> 07:35.950
Forschung und Kunst.

07:36.570 --> 07:41.690
Das geförderte Reallabor 131 KIT findet statt, wo es um die

07:41.690 --> 07:44.750
nachhaltige Entwicklung von der Oststadt geht, wo wir ganz viele

07:44.750 --> 07:49.690
Projekte haben, wo wir teilweise auch wirklich sehr partizipativ mit

07:49.690 --> 07:55.330
Bürgerinnen und Bürger an neue Arten, also zu leben, auch arbeiten.

07:55.650 --> 07:59.610
Das Quartier Zukunft, Laborstadt, in ähnlicher Art und Weise, wie wir

07:59.610 --> 08:02.310
uns mit Lebensraum auseinander setzen.

08:02.910 --> 08:06.390
Ich nenne die Karlsruhe Schule der Nachhaltigkeit, wo es darum geht,

08:06.450 --> 08:08.450
auch in die Lehre das umzusetzen.

08:09.470 --> 08:16.450
Gemeinsam mit der Schule der Nachhaltigkeit tun wir auch ein

08:16.450 --> 08:22.750
Begleitstudium Nachhaltige Entwicklung am SAC, also durchführen und am

08:22.750 --> 08:27.410
SAC auch viele andere Lehrveranstaltungen, die dazu beitragen.

08:29.070 --> 08:33.210
Unsere Statementfrage, was wir heute vorab an unsere Referenten, die

08:33.210 --> 08:36.790
ich gleich kurz nennen werde, sie werden aber von den Moderatoren

08:36.790 --> 08:44.850
näher vorgestellt, war, in welchem Bereich müsste Karlsruhe noch nach

08:44.850 --> 08:49.890
Meinung am meisten, an der Sache Nachhaltigkeit am meisten noch

08:49.890 --> 08:50.470
nachholen.

08:50.910 --> 08:54.290
Also das sind die Fragen, wo wir die Tische auch entwickeln werden und

08:54.290 --> 08:55.970
wie gesagt, das wird gleich vorgestellt.

08:56.770 --> 09:00.650
Ich darf nur ganz kurz erstmal begrüßen Dr. Gisela Splett,

09:01.370 --> 09:03.870
Staatssekretärin und Mitglied des Landtags.

09:04.490 --> 09:07.610
Sie ist Staatssekretärin im Ministerium für Verkehr und Infrastruktur

09:07.610 --> 09:10.670
und ich freue mich, dass sie ganz neu Staatssekretärin, sie schon bei

09:10.670 --> 09:13.990
uns war im Kolloquium Fundamentale in 2011.

09:14.170 --> 09:17.370
Also Sie sehen Kontinuität auch des Themas Nachhaltigkeit.

09:17.970 --> 09:25.450
Ich begrüße Dr. Sigrun Dietz von der Stadtwerke Karlsruhe GmbH.

09:25.650 --> 09:28.210
Sie ist in der Abteilung Umweltschutz.

09:28.870 --> 09:32.050
Ich begrüße Carla Lieberg von der Karlsruhe Energie- und

09:32.050 --> 09:38.690
Klimaschutzagentur GmbH und ich begrüße Bente Pohl, Schülerin des

09:38.690 --> 09:43.170
Goethe -Gymnasiums Karlsruhe und Teil der Junioren-Firma auf dem Weg

09:43.170 --> 09:44.450
zum nachhaltigen Wirtschaften.

09:44.710 --> 09:47.630
Davon werden wir ganz sicherlich mehr erfahren.

09:48.570 --> 09:52.690
Ich darf bei den Moderatoren, an dem ich sehr gerne gleich abgebe,

09:53.330 --> 09:58.730
vorstellen, Birgitte Bastian, Energieberaterin der Agenda 21

09:58.730 --> 10:02.750
Karlsruhe, seit Anfang der 90er Jahre bei der Landesanstalt für

10:02.750 --> 10:06.710
Umweltmessungen und Naturschutz Baden-Württemberg, immer diese

10:06.710 --> 10:11.290
Abkürzungen LUBW, im Referat Öffentlichkeitsarbeit tätig.

10:11.770 --> 10:17.930
Sie war danach ab 2000 im Nachhaltigkeitsbüro und unter anderem für

10:17.930 --> 10:21.170
Veranstaltungsorganisationen, Moderationen zum Themenschwerpunkt

10:21.170 --> 10:24.230
Erneuerbare Energien zuständig.

10:25.010 --> 10:28.770
Ehrenamtlich ist sie Sprecherin des Arbeitskreises Energie bei den

10:28.770 --> 10:33.490
lokalen Agenda 21 der Stadt Karlsruhe und sie ist Mitglied beim

10:34.590 --> 10:38.750
Fachbeirat der Karlsruhe Energie- und Klimaschutzagentur.

10:38.950 --> 10:44.310
Und unsere zweite Moderatorin Astrid Sebastian, ebenfalls bei der

10:44.310 --> 10:47.690
Landesanstalt für Umweltmessungen und Naturschutz Baden-Württemberg

10:47.690 --> 10:54.710
tätig, seit 2004 Assistentin des Geschäftsführers des Zentrums für

10:54.710 --> 10:58.770
Umweltmessungen, Umwelterhebungen und Gerätesicherheit.

10:59.650 --> 11:04.210
Ich gehe nicht auf die Fusionen, diese verschiedenen Einrichtungen

11:04.210 --> 11:04.510
ein.

11:04.630 --> 11:10.010
Sie ist seit 2010 im Nachhaltigkeitsbüro der LUBW verantwortlich für

11:10.010 --> 11:13.750
die Organisation, Moderation von Veranstaltungen zu den Themen

11:13.750 --> 11:18.490
nachhaltige Beschaffung und nachhaltige kommunale Entwicklung und

11:18.490 --> 11:23.930
ebenfalls ehrenamtlich bei der lokalen Agenda 21 tätig.

11:24.170 --> 11:29.070
Und ich darf hier auch anmerken, das ist mir und auch den beiden Damen

11:29.070 --> 11:33.270
auch wichtig, sie sind beide hier heute Abend ehrenamtlich unterwegs

11:33.270 --> 11:37.530
und sind nicht als von der Organisation eingesetzt.

11:38.090 --> 11:42.290
Wie immer, die, die uns kennen, wissen, es gibt jetzt ein ganz kurzer

11:42.290 --> 11:46.010
Einstimmungs -Einspielfilm von circa fünf Minuten.

11:46.370 --> 11:49.850
Da werden wir schon ein paar Stimmungen mit auf den Weg nehmen, die

11:49.850 --> 11:51.890
wir später sicherlich in den Tischen vertiefen können.

11:52.090 --> 11:52.870
Ganz herzlichen Dank.

11:55.860 --> 11:59.660
Ich denke, den Film, das versuchen wir dann gleich noch mal, dass wir

11:59.660 --> 12:05.320
einfach kurz noch mal natürlich auch die Expertin begrüßen.

12:05.860 --> 12:07.820
Gehen wir gleich dann noch mal drauf ein.

12:08.420 --> 12:13.440
Damit Sie, Sie begrüße ich natürlich auch sehr herzlich, ohne Sie

12:13.440 --> 12:17.320
würde dieses Stadtgespräch heute Abend nicht sehr viel Sinn machen.

12:17.720 --> 12:18.840
Ich stelle mich jetzt mal wieder dahin.

12:19.660 --> 12:23.860
Und damit Sie sich darauf einstellen können, was Sie heute Abend hier

12:23.860 --> 12:28.040
erwartet, noch mal so ein paar Worte einfach zum Ablauf.

12:31.850 --> 12:31.950
Genau.

12:33.350 --> 12:39.290
Unsere Expertinnen werden gleich, allerdings relativ kurz, wir haben

12:39.290 --> 12:43.570
irgendwie enges Zeitfenster, die Gelegenheit haben, Ihnen Ihre Sicht

12:43.570 --> 12:47.510
auf die Nachhaltigkeit in der Stadt Karlsruhe zu erläutern.

12:47.890 --> 12:52.870
Danach, also nach diesen Expertinnen, haben Sie dann die Gelegenheit,

12:53.070 --> 12:59.430
im Planspiel zu einer Themengruppe Ihrer Wahl, darauf komme ich gleich

12:59.430 --> 13:04.330
noch mal, Ihre Ideen und Ihre Vorstellungen zum Thema Nachhaltigkeit

13:04.330 --> 13:06.450
in Karlsruhe einzubringen.

13:06.850 --> 13:08.730
Ich nenne mal ganz kurz die Themen.

13:08.870 --> 13:13.630
Das werden sein, nachhaltige Nutzung des Raums, Ressourcen,

13:13.990 --> 13:18.450
Flächenfraß, gibt sicherlich noch sehr viel mehr, was zu diesem

13:18.450 --> 13:19.850
Themengebiet dazu gehört.

13:20.450 --> 13:23.150
Ein Thema wird natürlich sein, Energie.

13:25.430 --> 13:29.170
Ernährung haben wir heute mit im Programm, haben wir alle immer mit im

13:29.170 --> 13:29.570
Programm.

13:30.310 --> 13:33.390
Mobilität ist natürlich auch ein ganz wichtiger Punkt im Sinne der

13:33.390 --> 13:34.070
Nachhaltigkeit.

13:35.630 --> 13:39.750
Das wird dann die Gruppenphase sein, die wird dann nachher im hinteren

13:39.750 --> 13:43.650
Teil dieses schönen Pavillons stattfinden.

13:45.390 --> 13:49.390
Das heißt also, Sie bearbeiten dann diese Themen, Einzelheiten gibt es

13:49.390 --> 13:54.590
dann später noch mal und dann danach treffen wir uns alle noch mal

13:54.590 --> 14:00.330
hier, so wie wir jetzt hier sind und präsentieren die Ergebnisse aus

14:00.330 --> 14:02.430
den einzelnen Arbeitsgruppen.

14:04.170 --> 14:10.350
So, statt der Ressourcenschonung, Planspiel Nachhaltigkeit, Karlsruhe

14:10.350 --> 14:11.750
als nachhaltige Stadt.

14:12.730 --> 14:18.910
Wie könnte, wie sollte Karlsruhe aussehen und wie können wir dies

14:18.910 --> 14:19.490
erreichen?

14:21.150 --> 14:24.970
Gut, die Technik gibt mir jetzt noch keine Hinweise, Technik sagt gut.

14:25.590 --> 14:30.070
Gut, also dann steigen wir jetzt in diese spannende Theme ein mit dem

14:30.070 --> 14:31.590
Einspielfilm.

14:31.850 --> 14:32.530
Ich hoffe, das ist klar.

14:34.830 --> 14:38.690
Statt der Ressourcenschonung, Planspiel Nachhaltigkeit.

14:38.690 --> 14:40.890
Was ist für Sie Nachhaltigkeit?

14:41.050 --> 14:49.670
Für mich ist Nachhaltigkeit ein Umwelt- und Naturschutzgedanke, der

14:49.670 --> 14:53.270
sich auf die Zukunft auswirkt und zwar langfristig.

14:54.230 --> 14:57.950
Unsere Umwelt und unsere Lebensqualität an unsere nachfolgenden

14:57.950 --> 14:59.110
Generationen weiterzugeben.

15:00.010 --> 15:04.390
Nachhaltig zu handeln heißt für mich einfach, zum einen auf die Umwelt

15:04.390 --> 15:08.470
betrachtet natürlich, versuchen nicht so viel Müll zu produzieren,

15:08.930 --> 15:12.850
Lärmbelästigung zu reduzieren und so weiter, damit einfach die Umwelt

15:12.850 --> 15:14.610
funktionieren kann, wie sie funktioniert.

15:15.030 --> 15:19.150
Kennst du eine Stadt, die annähernd hundertprozentig nachhaltig ist?

15:20.410 --> 15:23.810
Ich glaube, Berlin ist auf einem ganz guten Weg, aber ich kann es auch

15:23.810 --> 15:24.810
nur vom Gefühl her sagen.

15:25.030 --> 15:27.890
Ich denke, dass das auch nie erreicht wird, weder bei Städten noch

15:27.890 --> 15:28.710
weltweit.

15:30.190 --> 15:32.030
Karlsruhes Gründung begann im Wald.

15:32.410 --> 15:35.970
Dort hatte Karl Wilhelm den Traum von der radial angelegten

15:35.970 --> 15:36.810
Residenzstadt.

15:37.470 --> 15:41.130
In kürzester Zeit entwickelte sich Karlsruhe zur drittgrößten Stadt

15:41.130 --> 15:43.030
der Magrafschaft Baden-Durlach.

15:43.670 --> 15:47.270
Und dennoch wuchs die Stadt nicht auf Kosten der gesamten Waldfläche.

15:47.870 --> 15:52.130
Mit einem Waldanteil von 26 Prozent zählt Karlsruhe zu den

15:52.130 --> 15:54.350
waldreichsten Großstädten Deutschlands.

15:54.990 --> 15:58.330
Viele Bäume stammen aus der Gründerzeit der Stadt und stehen noch an

15:58.330 --> 15:59.630
ihrer ursprünglichen Stelle.

16:00.230 --> 16:04.130
Der größte und älteste Baum ist eine Eiche in der Bayertheimer Allee,

16:04.570 --> 16:07.450
deren Alter über 480 Jahre beträgt.

16:07.950 --> 16:10.730
Sie ist somit sogar älter als die Stadt selbst.

16:11.310 --> 16:14.630
Doch Nachhaltigkeit wird nicht nur an dem Alter der Bäume gemessen,

16:14.810 --> 16:18.330
sondern vor allem durch den Umgang mit den Naturressourcen definiert.

16:18.730 --> 16:20.190
Allen voran mit Energie.

16:21.050 --> 16:24.710
Ein herausragendes Beispiel hierfür ist der Bau der Stadt Mastah in

16:24.710 --> 16:25.890
der Wüste Abu Dhabi.

16:26.550 --> 16:30.890
Wenn sie fertig ist, wird sie die erste hundertprozentige Öko-City der

16:30.890 --> 16:31.430
Welt sein.

16:32.590 --> 16:36.450
Ist Karlsruhe den zukünftigen Herausforderungen in Bezug auf

16:36.450 --> 16:37.810
Nachhaltigkeit gewachsen?

16:38.010 --> 16:39.670
Wo denken Sie, könnte man ansetzen?

16:40.550 --> 16:42.130
Man könnte schon beim Verkehr ansetzen.

16:42.850 --> 16:44.690
Bei der Müllvermeidung könnte man ansetzen.

16:44.950 --> 16:49.470
Wo ich mittlerweile sehr gute Besserungen sehe, ist tatsächlich sogar

16:49.470 --> 16:53.190
im Verkehr in der Stadt städtlich mit den Umweltplaketten.

16:53.530 --> 16:57.110
Also ich glaube, das größte Potenzial hat die Mobilität, dass man da

16:57.110 --> 17:01.370
nachhaltiger wird, indem man einfach die Hauptverwirkungsmöglichkeiten

17:01.370 --> 17:02.850
im Elektro-Bereich fokussiert.

17:02.930 --> 17:07.890
Und ich selber versuche auch, nachhaltig zu leben, indem ich wenig

17:07.890 --> 17:13.610
Müll mache, indem ich mich stets bemühe, aber leider immer erfolglos.

17:14.110 --> 17:17.350
Einige Stimmen sind davon überzeugt, dass die Stadt auf dem richtigen

17:17.350 --> 17:17.870
Weg sei.

17:18.530 --> 17:22.690
Karlsruhe verfüge über ein gutes Fahrradnetz und ist offiziell

17:22.690 --> 17:24.650
Deutschlands Carsharing-Hauptstadt.

17:25.250 --> 17:28.970
Diese Stimmen meinen, dass es reiche, wenn man sich auf die Verfolgung

17:28.970 --> 17:32.670
bereits vorhandener Ziele konzentriert, wie zum Beispiel den weiteren

17:32.670 --> 17:36.590
Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs, um die Anzahl der Autos in der

17:36.590 --> 17:37.530
Stadt zu reduzieren.

17:38.150 --> 17:39.910
Andere Stimmen gehen einen Schritt weiter.

17:40.550 --> 17:44.350
Angesichts des Klimawandels sei es nötig, eine klimaneutrale

17:44.350 --> 17:47.810
Energieversorgung aufzubauen, die zum Beispiel regenerative

17:47.810 --> 17:51.990
Solarstromerzeugung, Nutzung von Biogas aus hundertprozentigen

17:51.990 --> 17:56.110
Reststoffen und Förderung der E-Mobilität mit einschließt.

17:59.230 --> 18:03.090
An dem partizipativen Planspiel zur Nachhaltigkeit am 2.

18:03.270 --> 18:08.710
September 2015 beteiligen sich die Staatssekretärin Dr. Gisela Splett,

18:09.390 --> 18:13.590
Dr. Siegrund Dietz und Anke Hoffmann von den Stadtwerken Karlsruhe

18:13.590 --> 18:17.810
sowie die Gymnasiastin Bente Pohl, Teilnehmerin des Projekts

18:17.810 --> 18:21.410
Juniorenfirmen auf dem Weg zum nachhaltigen Wirtschaften.

18:22.010 --> 18:26.930
Astrid Sebastian und Birgit Bastian von der Agenda 21 Karlsruhe e.V.

18:27.090 --> 18:27.570
moderieren.

18:28.350 --> 18:29.770
Diskutieren sie auch mit.

18:43.070 --> 18:46.110
So, einmal ganz kurzen Dank an die Technik, schön, dass das geklappt

18:46.110 --> 18:50.070
hat und natürlich toll, dass das Zack, habe ich mir sagen lassen,

18:50.150 --> 18:53.230
Zack, diesen Film kurzerhand hergestellt hat.

18:53.230 --> 18:57.690
Jetzt haben wir Stimmen aus Karlsruhe gehört, wir haben schon mehrfach

18:57.690 --> 19:01.670
die Expertinnen erwähnt und die möchten wir Ihnen jetzt gerne kurz

19:01.670 --> 19:02.330
vorstellen.

19:03.270 --> 19:08.410
Frau Dr. Gisela Splett hat Geoökologie in Bayreuth studiert,

19:08.750 --> 19:13.230
promoviert hat sie an der Universität hier in Karlsruhe.

19:14.190 --> 19:19.970
Sie war beim norwegischen Waldforschungsinstitut tätig und später als

19:19.970 --> 19:24.510
wissenschaftliche Mitarbeiterin bei der Landesanstalt für Umweltschutz

19:24.510 --> 19:28.830
damals noch, wir sprechen auch jetzt nicht darüber, und dann noch im

19:28.830 --> 19:32.790
Naturschutzreferat des Regierungspräsidiums auch hier in Karlsruhe.

19:33.910 --> 19:39.970
Von 1999 bis 2006 war sie Stadträtin, auch hier bei Ihnen bei uns in

19:39.970 --> 19:40.690
Karlsruhe.

19:41.410 --> 19:46.070
Von 2000 bis 2003 war sie dann schon stellvertretende

19:46.070 --> 19:51.490
Fraktionsvorsitzende und die folgenden drei Jahre Fraktionsvorsitzende

19:51.490 --> 19:54.190
für die Grünen, der Grünen.

19:55.310 --> 19:58.790
So, dann seit 2006, ich glaube das hatten wir eben schon ganz kurz

19:58.790 --> 20:01.750
gehört, ich sage es trotzdem nochmal, ist sie Mitglied des baden

20:01.750 --> 20:08.210
-württembergischen Landtages und im Mai 2011 wurde Gisela Splett zur

20:08.210 --> 20:14.250
Staatssekretärin beim Ministerium für Verkehr und Infrastruktur Baden

20:14.250 --> 20:18.710
-Württemberg und gleichzeitig zur Lärmschutzbeauftragten der

20:18.710 --> 20:20.190
Landesregierung ernannt.

20:22.050 --> 20:26.030
Frau Staatssekretärin, Frau Splett, schön, dass Sie heute hier bei uns

20:26.030 --> 20:30.710
sind und wir sind gespannt auf Ihren Blickwinkel auf Karlsruhe und die

20:30.710 --> 20:31.230
Nachhaltigkeit.

20:31.570 --> 20:31.670
Bitte.

20:37.460 --> 20:39.540
Vielen Dank, Frau Sebastian.

20:40.260 --> 20:43.980
Sehr geehrte Damen und Herren, ich möchte mich zunächst mal für die

20:43.980 --> 20:46.500
Einladung zu dieser Veranstaltung bedanken.

20:46.500 --> 20:50.140
Ich denke, es ist gut, über das Thema zu reden, wie kann Karlsruhe

20:50.140 --> 20:53.460
nachhaltiger werden, wie können wir auf dem Weg hin zu einer

20:53.460 --> 20:56.320
nachhaltigen Stadt vorankommen.

20:57.440 --> 21:00.740
Ich darf jetzt als Erste reden, die anderen Expertinnen folgen.

21:01.160 --> 21:04.680
Ich nehme mir deswegen die Freiheit, damit anzufangen, nochmal was zu

21:04.680 --> 21:09.020
sagen zum Begriff Nachhaltigkeit und was mein Blick auf diesen

21:09.020 --> 21:11.640
Begriff, ja wie der aussieht.

21:11.640 --> 21:15.740
Warum reden wir überhaupt über nachhaltige Entwicklung, warum ist das

21:15.740 --> 21:16.920
so ein wichtiges Thema?

21:17.780 --> 21:20.300
Ich greife mal eine Pressemitteilung raus.

21:20.420 --> 21:24.420
Anfang des Jahres haben 18 führende Wissenschaftlerinnen und

21:24.420 --> 21:29.400
Wissenschaftler unter anderem vom Potsdam Institute beim World

21:29.400 --> 21:33.100
Economic Forum in Davos eine erschreckende Bilanz der menschlichen

21:33.100 --> 21:34.880
Ressourcennutzung vorgestellt.

21:35.040 --> 21:39.140
Danach sind vier von neun untersuchten Belastungsgrenzen unserer Erde

21:39.140 --> 21:39.960
überschritten.

21:39.960 --> 21:44.420
Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler kamen zu dem Schluss, es

21:44.420 --> 21:48.640
besteht die konkrete Gefahr, dass das System Erde in einen komplett

21:48.640 --> 21:52.740
anderen Zustand übergeht, als wir ihn aus der menschlichen Geschichte

21:52.740 --> 21:53.200
kennen.

21:55.020 --> 21:58.940
Dramatisch ist neben dem rapiden Schwund der Artenvielfalt

21:58.940 --> 22:03.560
insbesondere die Verschärfung des Klimawandels, aber auch die

22:03.560 --> 22:07.920
Landnutzung, die Phosphor- und Stickstoffkreisläufe machen weltweit

22:07.920 --> 22:08.460
Probleme.

22:08.460 --> 22:13.620
Die Erkenntnis, dass die Erde nicht unbegrenzt belastbar ist, ist

22:13.620 --> 22:14.180
nicht neu.

22:15.340 --> 22:18.860
Viele von Ihnen erinnern sich vielleicht noch an das Buch Grenzen des

22:18.860 --> 22:22.660
Wachstums, das 1972 zum ersten Mal erschien.

22:23.200 --> 22:26.880
Ein wichtiger Meilenstein in der Debatte um eine nachhaltige

22:26.880 --> 22:31.000
Entwicklung ist aus meiner Sicht der Bründlein-Bericht Our Common

22:31.000 --> 22:37.320
Future, den die Weltkommission für Umwelt und Entwicklung der

22:37.320 --> 22:40.960
Vereinten Nationen 1987 veröffentlicht hat.

22:41.460 --> 22:45.940
Und da war eine knappe, kurze Definition von Nachhaltigkeit drin, die

22:45.940 --> 22:50.120
im Übrigen in dem Film, fand ich auch ganz gut, schon so ähnlich

22:50.120 --> 22:51.120
formuliert wurde.

22:51.840 --> 22:55.280
Da wurde nachhaltige Entwicklung als eine Entwicklung definiert, die

22:55.280 --> 22:59.240
die Bedürfnisse der Gegenwart befriedigt, ohne zu riskieren, dass

22:59.240 --> 23:03.420
künftige Generationen ihre eigenen Bedürfnisse nicht befriedigen

23:03.420 --> 23:03.820
können.

23:03.960 --> 23:05.880
Und das natürlich mit einem weltweiten Blick.

23:07.180 --> 23:11.000
In der Debatte ein weiterer, aus meiner Sicht wichtiger Schritt ist,

23:11.640 --> 23:16.440
dass die Enquete-Kommission Schutz des Menschen und der Umwelt 1997

23:16.440 --> 23:20.380
Regeln für eine nachhaltige Entwicklung formuliert hat.

23:20.920 --> 23:24.500
Wenn ich die versuche, kurz zu fassen, dann sind es vier Regeln.

23:24.640 --> 23:29.020
Die haben gesagt, die Abbaurate erneuerbarer Ressourcen soll deren

23:29.020 --> 23:32.760
Regenerationsrate nicht überschreiten.

23:32.900 --> 23:35.900
Also erneuerbare Ressourcen, das ist sozusagen die klassische

23:35.900 --> 23:37.780
Definition aus der Forstwirtschaft.

23:37.920 --> 23:40.100
Nicht mehr entnehmen als das, was nachwächst.

23:40.760 --> 23:44.280
Nicht erneuerbare Ressourcen sollen nur in dem Umfang genutzt werden,

23:44.360 --> 23:46.200
in dem ein Ersatz geschaffen wird.

23:47.180 --> 23:50.700
Stoffeinträge in die Umwelt, also Schadstoffeinträge sollen sich an

23:50.700 --> 23:53.860
der Belastbarkeit der Umwelt orientieren.

23:54.560 --> 23:59.440
Und wichtig ist auch das Zeitmaß der Eingriffe, denn das muss im

23:59.440 --> 24:03.500
Verhältnis stehen zu dem Reaktionsvermögen der Umwelt.

24:04.760 --> 24:09.280
Es gab dann in der Folge Diskussionen, was ist eine starke, was ist

24:09.280 --> 24:11.180
eine schwache Nachhaltigkeit.

24:11.180 --> 24:16.120
Ich bin entschiedene Anhängerin der sogenannten starken Nachhaltigkeit

24:16.120 --> 24:20.560
und das heißt vereinfacht, dass die Erhaltung der Tragfähigkeit der

24:20.560 --> 24:23.380
Erde als absolute äußere Grenze gesehen wird.

24:24.400 --> 24:29.660
Dass es also bei diesen drei Dimensionen Ökologie, Ökonomie, Soziales

24:29.660 --> 24:32.520
nicht geht, dass man das einfach so hin und her jongliert, sondern

24:32.520 --> 24:36.280
dass die Ökologie eigentlich die Grenzen vorgibt, so die Leitplanken.

24:36.280 --> 24:41.060
Und darin bewegen sich dann die anderen Dimensionen, die Ökonomie und

24:41.060 --> 24:41.460
das Soziale.

24:42.600 --> 24:45.740
Das hat sich nicht überall durchgesetzt, dass diese starke

24:45.740 --> 24:47.500
Nachhaltigkeit das Entscheidende ist.

24:47.580 --> 24:50.180
Ich habe heute in der Zeitung gelesen, dass die EU einen

24:50.180 --> 24:52.760
Nachhaltigkeitsbericht veröffentlicht hat.

24:53.320 --> 24:59.060
Und da sind auch so Indikatoren drin, wie der Ressourceneinsatzprodukt

24:59.060 --> 25:00.680
hat sich verbessert.

25:00.680 --> 25:04.700
Das ist für mich ein klassisches Indikator der schwachen

25:04.700 --> 25:05.600
Nachhaltigkeit.

25:05.800 --> 25:09.480
In der Natur ist es am Ende relativ wurscht, wie viele Produkte wir

25:09.480 --> 25:09.760
produzieren.

25:10.460 --> 25:13.700
Da ist es entscheidender, wie viele Ressourcen wir entnehmen und

25:13.700 --> 25:14.100
brauchen.

25:14.500 --> 25:17.680
Und wenn wir einfach mehr produzieren, dann hilft uns diese erhöhte

25:17.680 --> 25:21.880
Ressourcenproduktivität nicht wirklich weiter.

25:22.720 --> 25:26.380
Ja, eine weitere Herausforderung bei der Thematik Nachhaltigkeit ist,

25:26.680 --> 25:30.160
dass das Ganze global natürlich höchst unterschiedlich verteilt ist.

25:30.160 --> 25:33.940
Auch wenn die Menschheit insgesamt die natürlichen Ressourcen

25:33.940 --> 25:38.460
übernutzt, dann sind es eben nicht die Menschen aller Länder

25:38.460 --> 25:39.420
gleichermaßen.

25:39.700 --> 25:43.680
Sondern wir als westliche Länder, als reiche Nationen haben einen

25:43.680 --> 25:48.200
überproportionalen Anteil am Ressourcenverbrauch und am Ausstoß von

25:48.200 --> 25:49.220
Emissionen.

25:49.680 --> 25:53.380
Und Menschen in anderen Regionen der Erde, die daran keinen so hohen

25:53.380 --> 25:57.600
Anteil haben, sind aber besonders verwundbar gegenüber den Folgen des

25:57.600 --> 25:58.660
Klimawandels.

25:58.660 --> 26:03.600
Dazu nur der Satz, etwa eine Milliarde Menschen hungern weltweit.

26:04.680 --> 26:06.860
Wo stehen wir in Sachen Nachhaltigkeit?

26:07.060 --> 26:09.540
In Deutschland, in Baden-Württemberg, in Karlsruhe.

26:10.060 --> 26:13.220
Da gibt es natürlich viele Veröffentlichungen, da gibt es

26:13.220 --> 26:16.680
Nachhaltigkeitsindikatoren auf den verschiedenen Ebenen.

26:16.680 --> 26:22.400
Ich habe jetzt nur mal die Daten zur Umwelt 2014, die von der heute

26:22.400 --> 26:27.020
schon mehrfach erwähnten LUBW herausgegeben wurden, herausgegriffen

26:27.020 --> 26:28.160
und da reingeguckt.

26:28.720 --> 26:32.420
Da steht drin, dass die energiebedingten CO2-Emissionen in Baden

26:32.420 --> 26:36.340
-Württemberg seit 1990 um 20% gesunken sind.

26:37.000 --> 26:40.200
Das sagt erstmal, wir sind in die richtige Richtung unterwegs.

26:40.200 --> 26:44.720
Man muss aber dabei im Hinterkopf haben, dass wir einen nicht kleinen

26:44.720 --> 26:49.620
Anteil der energieintensiven Produktion in den letzten 20 Jahren ins

26:49.620 --> 26:50.960
Ausland verlagert haben.

26:51.100 --> 26:55.180
Das verringert diesen Erfolg ein Stück weit.

26:55.920 --> 27:00.040
Festzustellen ist auch, dass der vom Verkehr verursachte Anteil der

27:00.040 --> 27:05.080
CO2 -Emissionen in Baden-Württemberg in den letzten 20 Jahren nahezu

27:05.080 --> 27:06.620
konstant geblieben ist.

27:06.620 --> 27:10.540
Und das trotz Effizienzgewinn bei der Fahrzeugtechnik.

27:10.880 --> 27:14.360
Also wir können sparsamere Autos bauen, sie werden zum Teil auch

27:14.360 --> 27:14.780
gebaut.

27:15.440 --> 27:20.120
Aber wenn wir uns die Fahrzeugflotte in Deutschland angucken, im

27:20.120 --> 27:23.740
Vergleich auch zu den Nachbarländern in der EU, dann haben wir in

27:23.740 --> 27:25.720
Deutschland die verbrauchsstärkste Flotte.

27:27.640 --> 27:31.020
Zum Flächenverbrauch sage ich gleich noch etwas mehr, weil ich gebeten

27:31.020 --> 27:32.800
wurde, dieses Thema heute zu vertreten.

27:32.800 --> 27:38.920
Da nur soviel vorab, seit 1992 haben wir den Anteil der Siedlungs- und

27:38.920 --> 27:43.880
Verkehrsfläche in Baden-Württemberg von etwa 12,5% der Landesfläche

27:43.880 --> 27:46.860
auf 14,5% der Landesfläche gesteigert.

27:47.620 --> 27:53.120
Das heißt, dass in diesem Zeitraum 700 Quadratkilometer zur Siedlungs-

27:53.120 --> 27:55.580
und Verkehrsfläche dazugekommen sind.

27:55.580 --> 28:00.500
Ich war in den letzten drei Wochen im Urlaub in Norwegen, da läuft

28:00.500 --> 28:04.020
gerade Wahlkampf, weil die Kommunalwahl haben, Ende des Monats.

28:04.800 --> 28:08.540
Und da laufen viele Fernsehsendungen zur Wahl und bei einer dieser

28:08.540 --> 28:12.020
Sendungen ging es um das Thema Umsteuern im Sinne einer nachhaltigen

28:12.020 --> 28:12.460
Entwicklung.

28:12.680 --> 28:17.620
Und eine Wissenschaftlerin wurde gefragt, wenn die nachhaltige

28:17.620 --> 28:21.880
Entwicklung ein Marathonlauf ist, wie viele Kilometer hat Norwegen

28:21.880 --> 28:22.800
denn schon geschafft?

28:22.800 --> 28:26.740
Und sie hat gesagt, naja, ich würde sagen, wir sind noch in der

28:26.740 --> 28:27.420
Umkleide.

28:29.140 --> 28:32.200
Und das in einem Land, in dem die Nachhaltigkeitsdebatte großen

28:32.200 --> 28:36.900
Niederschlag gefunden hat, weil das ja die Gro Harlem Grundland auch

28:36.900 --> 28:39.820
früher norwegische Ministerpräsidentin war.

28:39.960 --> 28:43.660
Es ist ein Land, wo sehr viel Wasserkraftnutzung stattfindet.

28:44.140 --> 28:47.540
Also der Satz, wenn der in Norwegen stimmt, dann lässt der sich

28:47.540 --> 28:51.620
wahrscheinlich in ähnlicher Weise auch für Deutschland begründen.

28:52.440 --> 28:53.880
Jetzt zu Karlsruhe.

28:54.520 --> 28:59.240
Gleichzeitig, wenn ich das jetzt in etwas düsteren Farben gemalt habe,

28:59.340 --> 29:04.100
ist festzustellen, dass Karlsruhe zu den Top 3 in der Kategorie

29:04.100 --> 29:08.600
Deutschlands nachhaltigste Großstädte zählt und dafür ausgezeichnet

29:08.600 --> 29:09.000
wurde.

29:09.000 --> 29:12.520
Gelobt wurde bei der Auszeichnung das integrierte

29:12.520 --> 29:18.700
Stadtentwicklungskonzept 2020, der hohe Grad der Bürgerbeteiligung,

29:19.220 --> 29:23.560
das Klimaschutzkonzept der Stadt, der gut ausgebaute ÖPNV, die

29:23.560 --> 29:27.520
Radverkehrspolitik, Carsharing wurde auch schon genannt, außerdem

29:27.520 --> 29:31.600
Projekte im sozialen Bereich und die Stärken der Stadt in Forschung

29:31.600 --> 29:32.400
und Entwicklung.

29:33.180 --> 29:36.960
Ja, auch wenn wir als Gesellschaft insgesamt von einer wirklich

29:36.960 --> 29:40.260
nachhaltigen Entwicklung noch weit entfernt sind, im Vergleich zu

29:40.260 --> 29:43.840
anderen Städten scheint Karlsruhe da auf einem sehr guten Wege zu

29:43.840 --> 29:44.180
sein.

29:44.840 --> 29:49.060
Wenn wir auf das Marathonbeispiel nochmal zurückgreifen, ist Karlsruhe

29:49.060 --> 29:52.580
vielleicht schon dabei, die Umkleide zu verlassen.

29:53.680 --> 29:57.980
Karlsruhes Gründung begann im Wald, so wurde die heutige Veranstaltung

29:57.980 --> 30:02.860
angekündigt und bei der Planung seiner Residenz hat der Margraf Karl

30:02.860 --> 30:07.220
Wilhelm sicherlich noch nicht an Nachhaltigkeit und den schonenden

30:07.220 --> 30:11.720
Umgang mit Ressourcen gedacht, sondern er dachte an einen reizvollen

30:11.720 --> 30:16.740
Standort, die Planung für ein Schloss mit einem schmuckenköniglichen

30:16.740 --> 30:18.720
Garten und eine funktionierende Stadt.

30:19.680 --> 30:24.080
Eine gut funktionierende Stadt mit viel Grün, kurzen Wegen zur

30:24.080 --> 30:28.540
Versorgungseinrichtung, zur Arbeit mit gut ausgebauter Infrastruktur

30:28.540 --> 30:32.060
und Freizeitmöglichkeiten, das wünschen wir uns auch heute nach wie

30:32.060 --> 30:37.120
vor und für viele ist auch die Verwirklichung vom Häuschen im Grünen

30:37.120 --> 30:39.560
ein Lebenstraum.

30:40.480 --> 30:45.680
Jedoch, was damals schon galt, gilt heute noch, die Stadtplanung und

30:45.680 --> 30:49.040
die Stadtentwicklung geht auch immer mit Energie, Ressourcen und

30:49.040 --> 30:50.560
Flächenverbrauch einher.

30:51.340 --> 30:55.880
Wir werden über das Thema effiziente Nutzung des Raums in einer der

30:55.880 --> 30:57.200
Arbeitsgruppen nachher reden.

30:58.160 --> 31:02.420
Bei dem Thema ist ein Indikator, der sehr aussagekräftig ist, der

31:02.420 --> 31:07.540
sogenannte Flächenverbrauch, das ist also der Zuwachs an Fläche im

31:07.540 --> 31:11.920
Bereich Siedlung und Verkehr, wo früher eben Freifläche war,

31:12.040 --> 31:14.740
landwirtschaftliche, forstwirtschaftlich genutzte Flächen.

31:15.480 --> 31:20.760
Also es wird beim Flächenverbrauch unbebauter Boden in Anspruch

31:20.760 --> 31:21.500
genommen.

31:22.320 --> 31:26.700
Jedenfalls ist der in menschlichen Zeiten nicht erneuerbar, diese

31:26.700 --> 31:27.660
Ressource Boden.

31:28.680 --> 31:32.120
Und insoweit muss uns das im Sinne einer nachhaltigen Entwicklung

31:32.120 --> 31:33.500
nachdenklich machen.

31:33.500 --> 31:37.300
Denn mit diesem Flächenverbrauch wird nicht nur Boden verbraucht,

31:37.500 --> 31:41.560
sondern es verschwinden eben auch Lebensräume für Arten, der Boden als

31:41.560 --> 31:45.040
Wasserspeicher und was eben alles noch so dranhängt an einer

31:45.040 --> 31:49.000
entsprechenden Nutzungsveränderung.

31:50.920 --> 31:54.300
Ja, wenn wir über Flächenverbrauch reden, muss ich auch ein paar

31:54.300 --> 31:56.180
Zahlen in den Raum werfen.

31:56.180 --> 32:00.540
Wenn wir uns Karlsruhe angucken, vor 300 Jahren umfasste das

32:00.540 --> 32:02.940
Stadtgebiet rund 160 Hektar.

32:03.820 --> 32:09.280
Heute dehnt sich die Stadt auf rund 17.000 Hektar aus.

32:09.860 --> 32:13.640
Allerdings hat sich die Einwohnerzahl in den letzten 300 Jahren auch

32:13.640 --> 32:19.180
von 2.000 auf rund 300.000 Einwohnerinnen und Einwohner vervielfacht.

32:20.700 --> 32:25.140
In Baden-Württemberg, wenn wir es uns landesweit angucken, werden

32:25.140 --> 32:31.380
zurzeit täglich knapp 6 Hektar unverbrauchte Bodenfläche für Siedlung

32:31.380 --> 32:32.260
und Verkehr umgenutzt.

32:33.580 --> 32:36.940
Das sind 2.000 Hektar im Jahr.

32:37.720 --> 32:41.300
Und wenn man das 20 Jahre lang macht, dann ist das etwa die Fläche des

32:41.300 --> 32:45.360
Bodensees, die eben zusätzlich in Anspruch genommen wird.

32:45.360 --> 32:49.980
Das kann auf Dauer nicht wirklich nachhaltig sein, deswegen hat die

32:49.980 --> 32:53.720
Landesregierung, schon die frühere Landesregierung, das Ziel der Netto

32:53.720 --> 32:55.410
-Null beim Flächenverbrauch ausgerufen.

32:57.300 --> 33:00.780
Und auch der Bund hat ein Ziel, und zwar den Flächenverbrauch zu

33:00.780 --> 33:04.420
reduzieren auf 30 Hektar pro Tag bundesweit.

33:05.180 --> 33:07.840
Wenn ich das auf Baden-Württemberg runterbreche, dann müssten wir

33:07.840 --> 33:12.540
unseren Flächenverbrauch, unseren derzeitigen, halbieren bis 2020.

33:13.640 --> 33:17.480
Das Schwierige an dieser Zielsetzung ist, dass die aktuellen

33:17.480 --> 33:19.800
Rahmenbedingungen es nicht einfacher machen.

33:19.960 --> 33:25.640
Die Bevölkerung wird im Schnitt älter, wir werden langfristig wohl

33:25.640 --> 33:26.380
auch weniger.

33:27.300 --> 33:30.260
Aber in den letzten Jahren hat die Bevölkerung in Baden-Württemberg

33:30.260 --> 33:30.900
zugenommen.

33:31.040 --> 33:36.080
Wir haben in den letzten 3, 4 Jahren etwa 200.000 neue Bürgerinnen,

33:36.320 --> 33:39.360
Mitbürgerinnen und Mitbürger in Baden-Württemberg.

33:39.360 --> 33:42.360
Und auch in Karlsruhe haben wir ja einen Bevölkerungszuwachs.

33:43.760 --> 33:48.840
Und entsprechend wird eben auch Wohnungsfläche und Gewerbefläche

33:48.840 --> 33:49.800
benötigt.

33:52.400 --> 33:56.940
Mein Problem aus Landessicht beim Flächenverbrauch sind deswegen auch

33:56.940 --> 34:00.440
nicht die Städte mit dem Zuzug, das will ich an der Stelle sagen.

34:01.200 --> 34:04.460
Sondern das sind eher die Gemeinden in Regionen, wo ein

34:04.460 --> 34:08.920
Bevölkerungsrückgang da ist, aber man trotzdem gerne neue Baugebiete

34:08.920 --> 34:11.020
ausweisen will und dies auch tut.

34:11.440 --> 34:15.120
Obwohl schon Leerstände da sind und es unklar ist, wie die wieder

34:15.120 --> 34:16.180
gefüllt werden sollen.

34:17.620 --> 34:21.120
Auch wenn ich jetzt sage, Karlsruhe ist da nicht das große Problem

34:21.120 --> 34:24.280
beim Flächenverbrauch, sondern ist schon auf einem ganz guten Weg.

34:24.480 --> 34:27.740
Trotzdem muss Karlsruhe natürlich weiterhin sparsam mit den noch

34:27.740 --> 34:29.520
vorhandenen Freiflächen umgehen.

34:30.540 --> 34:35.080
Die vorhandenen Siedlungsflächen müssen intelligent genutzt werden.

34:36.120 --> 34:39.620
Und der Bevölkerungszuwachs und der Trend zurück in die Stadt bringt

34:39.620 --> 34:43.700
auch die Verpflichtung mit sich, Städte nachhaltig zu entwickeln.

34:44.600 --> 34:45.400
Was heißt das?

34:46.320 --> 34:50.140
Großstädte wie Karlsruhe sind einerseits einem starken Siedlungsdruck

34:50.140 --> 34:54.920
ausgesetzt, verfügen aber auf der anderen Seite nach wie vor auch über

34:54.920 --> 34:55.440
Wohnraumpotenziale.

34:56.900 --> 35:00.440
Beispielsweise in Wohngebieten aus den 50er und 60er Jahren, wo wir

35:00.440 --> 35:02.080
auch einen demografischen Wandel haben.

35:02.540 --> 35:07.180
Wir haben nach wie vor Nachverdichtungsmöglichkeiten in der Stadt und

35:07.180 --> 35:09.940
Entwicklungsmöglichkeiten im städtischen Bestand.

35:10.640 --> 35:14.540
Um die Städte nachhaltig und flächensparend zu entwickeln, müssen wir

35:14.540 --> 35:17.180
den Fokus auf die Innenentwicklung legen.

35:17.180 --> 35:21.840
Dabei kann es aber nicht darum gehen, nur einfach die Dichte weiter zu

35:21.840 --> 35:25.840
erhöhen in ohnehin schon dicht bebauten Stadtteilen, sondern es muss

35:25.840 --> 35:30.760
darum gehen, dabei auch Qualität zu schaffen im öffentlichen Raum, die

35:30.760 --> 35:34.480
Wohn - und Arbeitsumfelder in ihrer Qualität zu verbessern.

35:34.540 --> 35:37.600
Wir brauchen kurze Verkehrswege, da gibt es dann auch die Verbindung

35:37.600 --> 35:43.220
zum Thema Mobilität, damit wir effiziente Mobilitätsstrukturen

35:43.220 --> 35:43.760
hinkriegen.

35:43.760 --> 35:49.020
Eine stärkere Durchgrünung ist sicher auch anzusprechen bei diesem

35:49.020 --> 35:53.120
Thema, hat auch was mit Anpassung auf den Klimawandel zu tun und kann

35:53.120 --> 35:54.820
Städte attraktiver machen.

35:55.380 --> 35:59.360
Es geht insgesamt darum, Aufenthaltsqualitäten zu schaffen, die im

35:59.360 --> 36:04.040
Laufe des letzten Jahrhunderts, auch in Folge großer Stadterweiterung

36:04.040 --> 36:08.460
und der Idee der autogerechten Stadt, zum Teil verloren gegangen sind.

36:09.940 --> 36:13.560
Und entsprechende Qualitäten können bei Stadterweiterung auf der

36:13.560 --> 36:17.320
grünen Wiese oft gar nicht erst entstehen, sondern die sind leichter

36:17.320 --> 36:18.900
in der Stadt zu entwickeln.

36:19.980 --> 36:24.820
Klar ist auch, wenn eine Kommune diesen Weg der Innenentwicklung geht,

36:24.960 --> 36:26.700
dann braucht sie einen langen Atem.

36:27.280 --> 36:30.600
Bei Nachverdichtung, bei Umstrukturierung, bei Weiterentwicklung im

36:30.600 --> 36:33.540
Bestand stößt man auch immer wieder auf Hürden und Widerstände.

36:33.540 --> 36:39.600
Man braucht die Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger, die immer eng

36:39.600 --> 36:42.220
eingebunden werden müssen in die verschiedenen Schritte.

36:43.600 --> 36:46.980
Innenentwicklung, das ist aber unsere Überzeugung auch im Ministerium,

36:47.640 --> 36:51.060
macht sich bezahlt für alle, die sich auf diesen Weg machen.

36:51.200 --> 36:55.240
Sie eröffnet Chancen und bringt vielfältigen Nutzen.

36:55.940 --> 37:00.000
Sie ist ein wichtiger Bestandteil einer nachhaltigen Stadtentwicklung.

37:00.000 --> 37:04.700
Wenn ich nochmal kurz zusammenfassen darf, ganz kurz, letzte Seite.

37:05.460 --> 37:09.080
Also nachhaltige Entwicklung ist ein ehrgeiziges Ziel und von dem Ziel

37:09.080 --> 37:12.140
sind wir insgesamt noch relativ weit entfernt, so wie die Frau in dem

37:12.140 --> 37:14.520
Film, die gesagt hat, sie bemüht sich, aber es klappt nicht.

37:15.420 --> 37:18.640
Die Stadt Karlsruhe ist schon wichtige Schritte gegangen und es liegen

37:18.640 --> 37:20.760
wichtige, wertvolle Konzepte vor.

37:21.500 --> 37:24.760
Insbesondere beim Flächenverbrauch ist Karlsruhe auch, was

37:24.760 --> 37:28.280
Gewerbeflächenentwicklung angeht, auf einem ganz guten Weg, aus meiner

37:28.280 --> 37:28.640
Sicht.

37:28.640 --> 37:33.340
Bei der nachhaltigen Nutzung der Fläche und des Raums geht es nicht

37:33.340 --> 37:38.360
nur um quantitative Ziele, sondern eben auch um qualitative Ziele und

37:38.360 --> 37:43.040
ich bin gespannt, welche Ideen und Vorschläge wir gemeinsam nachher an

37:43.040 --> 37:43.860
dem Tisch entwickeln.

37:44.120 --> 37:44.560
Vielen Dank.

37:48.350 --> 37:50.530
Herzlich willkommen an Sie alle.

37:50.650 --> 37:51.930
Schön, dass Sie alle da sind.

37:52.330 --> 37:53.950
Toll, dass Sie mit uns den Abend verbringen.

37:55.370 --> 37:59.630
Dann möchte ich gerne die nächste Referentin vorstellen.

38:00.250 --> 38:02.550
Das ist die Frau Dr. Sigrun Dietz.

38:03.370 --> 38:07.730
Sie hat ebenfalls Geoökologie studiert, wie die Gisela Splett auch, in

38:07.730 --> 38:11.250
Karlsruhe beim Karlsruher Institut für Technologie und hat auch dort

38:11.250 --> 38:11.950
promoviert.

38:11.950 --> 38:17.170
Die Frau Dietz ist Mitarbeiterin bei den Stadtwerken Karlsruhe und

38:17.170 --> 38:20.830
zwar im Themenbereich Umweltschutz und ihre dortigen

38:20.830 --> 38:25.030
Themenschwerpunkte sind betrieblicher Umweltschutz, EMAS

38:25.030 --> 38:29.550
-Zertifizierung und Umweltmanagement-Systeme.

38:29.710 --> 38:31.370
So, Frau Dietz, Sie haben das Wort.

38:38.840 --> 38:41.480
Vielen Dank, Frau Bastian, für die freundliche Vorstellung.

38:41.880 --> 38:44.700
Ich freue mich sehr, heute Abend mit Ihnen das Thema Nachhaltigkeit

38:44.700 --> 38:49.300
gestalten zu dürfen und möchte eben einen Einblick hier von Seiten der

38:49.300 --> 38:50.460
Stadtwerke Karlsruhe geben.

38:50.920 --> 38:54.280
Die Stadtwerke Karlsruhe sind eine 80-prozentige Tochtergesellschaft

38:54.280 --> 38:57.300
der Stadt und wir sind auch der regionale Energie- und

38:57.300 --> 38:57.560
Trinkwasserversorger.

38:58.700 --> 39:02.400
Das heißt, wenn man die Energiethemen hier in Karlsruhe nachhaltig

39:02.400 --> 39:05.900
aufstellen möchte, dann führt kein Weg an den Stadtwerken Karlsruhe

39:05.900 --> 39:06.240
vorbei.

39:06.240 --> 39:09.780
Und dass die Zusammenarbeit zwischen der Stadt und den Stadtwerken

39:09.780 --> 39:12.900
sehr gut funktioniert, das sieht man ja auch ganz aktuell hier am

39:12.900 --> 39:13.240
Stadtgeburtstag.

39:14.460 --> 39:17.260
Da kam das Stadtmarketing vor ungefähr einem Jahr auf die Stadtwerke

39:17.260 --> 39:20.820
zu mit der Idee, den Stadtgeburtstag klimaneutral stellen zu wollen.

39:21.000 --> 39:21.880
Da sieht man es auch.

39:22.320 --> 39:27.240
Und die Idee ist natürlich super und hat den Stadtwerken gleich gut

39:27.240 --> 39:30.300
gefallen und wir waren auch gleich damit einverstanden, die Idee zu

39:30.300 --> 39:30.820
unterstützen.

39:30.820 --> 39:35.000
Und es war natürlich für uns kein Problem, einen zertifizierten

39:35.000 --> 39:39.160
Grünstrom zu liefern, aber damit ist natürlich so ein Stadtgeburtstag

39:39.160 --> 39:40.640
noch nicht klimaneutral gestellt.

39:40.940 --> 39:45.040
Sondern da geht es ja auch um die CO2-Emissionen, die entstehen durch

39:45.040 --> 39:48.300
die Besucher, durch die Anfahrt und Abfahrt der Besucher, durch die

39:48.300 --> 39:50.080
Verpflegung, durch Printmedien.

39:51.480 --> 39:54.700
Und diese CO2-Emissionen müssen bilanziert werden.

39:55.260 --> 40:00.820
Und da haben wir uns dann die Hilfe der KEG hinzugezogen, weil uns da

40:00.820 --> 40:02.220
einfach das Fachwissen gefehlt hat.

40:02.580 --> 40:04.380
Die Frau Lieberg ist ja auch da heute Abend.

40:04.840 --> 40:08.120
Und die KEG, die bilanziert für uns diese CO2-Emissionen und die

40:08.120 --> 40:12.080
Stadtwerke werden sie dann im Nachgang CO2-neutral stellen und das

40:12.080 --> 40:14.300
dann auch noch mit dem Karlsruher Klimaschutzfonds.

40:15.050 --> 40:18.720
Aber das Leuchtturmprojekt von den Stadtwerken im Bereich Klimaschutz

40:18.720 --> 40:26.420
ist die Anbindung der Mineralölraffinerie Miro an die

40:26.420 --> 40:29.220
Fernwärmehauptzentrale in Daxlanden draußen.

40:29.220 --> 40:35.640
Und da wurde eine fünf Kilometer lange Transportleitung gebaut, über

40:35.640 --> 40:39.860
die es jetzt eben möglich ist, industrielle Abwärme von der Miro über

40:39.860 --> 40:43.220
die Fernwärmehauptzentrale in das Stadtnetz reinzufördern.

40:44.180 --> 40:47.840
Uns dann eben Karlsruher Bürgerinnen und Bürgern zu ermöglichen, mit

40:47.840 --> 40:51.600
Industrieabwärme im Endeffekt eben ihre Wohnung zu heizen.

40:51.600 --> 40:55.080
Das ist natürlich ein ökologisch sehr schönes Projekt.

40:55.440 --> 40:58.660
Es hat auch überregional großen Anspruch gefunden und dann hat man

40:58.660 --> 41:02.060
sich entschieden, hier auch die zweite Ausbaustufe in Angriff zu

41:02.060 --> 41:02.360
nehmen.

41:03.220 --> 41:06.800
Und wenn alles so gut weiterläuft, dann wird auch bis Ende des Jahres

41:06.800 --> 41:10.420
die zweite Ausbaustufe abgeschlossen sein und in Betrieb genommen

41:10.420 --> 41:10.880
werden.

41:10.880 --> 41:16.060
Und dann spricht man von rund 100.000 Tonnen CO2, die pro Jahr eben

41:16.060 --> 41:17.460
eingespart werden können.

41:17.720 --> 41:22.000
Um vielleicht so eine Vorstellung zu bekommen von der Zahl, man sagt,

41:22.220 --> 41:26.260
dass jede Person in Deutschland im Durchschnitt pro Jahr 10 Tonnen CO2

41:26.260 --> 41:26.880
emittiert.

41:27.340 --> 41:32.640
Das heißt, wir tun sozusagen hier die CO2-Emissionen von 10.000

41:32.640 --> 41:36.460
Personen pro Jahr mit diesem Projekt sozusagen ausgleichen, wenn man

41:36.460 --> 41:37.500
das so vergleichen möchte.

41:38.280 --> 41:41.520
Ein anderes schönes Projekt in den letzten Jahren war die

41:41.520 --> 41:47.540
Verwirklichung von den Solar Parks, die als Bürgerbeteiligungsanlage

41:47.540 --> 41:48.640
verwirklicht wurden.

41:49.420 --> 41:53.540
Da war es so, dass jeder, der Interesse hatte, Anteile zeichnen konnte

41:53.540 --> 41:56.980
und da eben sich finanziell einbringen konnte.

41:56.980 --> 42:00.640
Und mit dem Geld, das eingesammelt wurde, wurden eben Solar Parks

42:00.640 --> 42:03.030
direkt hier in Karlsruhe und der Umgebung verwirklicht.

42:03.960 --> 42:08.200
Und da kommen insgesamt mittlerweile auch rund 1.400 Tonnen CO2

42:08.200 --> 42:13.640
zusammen, die pro Jahr durch diese drei Projekte eingespart werden.

42:14.560 --> 42:18.100
Vielleicht noch ein kurzer Einblick in ein ganz aktuelles,

42:18.220 --> 42:23.960
nachhaltiges Projekt, und zwar in die energetische Sanierung unseres

42:23.960 --> 42:26.380
Verwaltungsgebäudes draußen in Daxlanden.

42:27.000 --> 42:30.080
Da war es so, dass das Gebäude einfach in die Jahre gekommen ist.

42:30.200 --> 42:32.440
Es hat Mängel an verschiedenen Stellen aufgewiesen.

42:33.020 --> 42:35.420
Und dann hat man sich entschieden, dass man hier sozusagen einen

42:35.420 --> 42:40.300
großen Wurf machen möchte und dass man wirklich das ganze Gebäude

42:40.300 --> 42:41.980
sozusagen kernsaniert.

42:42.900 --> 42:46.360
Und wenn alle Baumaßnahmen mal abgeschlossen sind, dann geht man von

42:46.360 --> 42:49.000
einer Energieeinsparung von rund 30 Prozent aus.

42:49.000 --> 42:53.140
Und das Schöne bei dieser Baumaßnahme ist, dass man sich eben auch

42:53.140 --> 42:57.080
dazu entschlossen hat, diese Baumaßnahme durchzuführen nach den

42:57.080 --> 42:59.800
Kriterien der Deutschen Gesellschaft für nachhaltiges Bauen.

43:00.520 --> 43:04.140
Und das bedeutet, dass gleich von Anfang an, also von den Planungen

43:04.140 --> 43:08.840
über die Vergabe bis zur Bauausführung, ein Gutachter die Prozesse

43:08.840 --> 43:09.140
begleitet.

43:09.940 --> 43:13.060
Und dieser Gutachter hat eben seinen Fokus zum einen auf ökologischen

43:13.060 --> 43:15.280
Aspekten und auch auf sozialen Aspekten.

43:15.280 --> 43:18.780
Das heißt, da geht es einfach um solche Dinge, zum Beispiel wie

43:18.780 --> 43:22.320
langlebig sind die Baustoffe, die ich einsetze, wie recycelfähig sind

43:22.320 --> 43:22.500
die.

43:22.780 --> 43:26.020
Aber eben auch um soziale Kriterien, wie zum Beispiel, wie ist das

43:26.020 --> 43:29.980
Raumklima dann in den Innenräumen oder wie sind die Lichtverhältnisse

43:29.980 --> 43:30.740
für die Mitarbeiter.

43:30.880 --> 43:34.420
Das heißt, davon profitieren auch direkt die Mitarbeiter selber sehr

43:34.420 --> 43:35.380
schön.

43:35.380 --> 43:39.020
Das vielleicht nur als kleiner Einblick in das Thema Energie und

43:39.020 --> 43:42.040
einfach mal ein paar positive Beispiele dargestellt, die in den

43:42.040 --> 43:45.420
letzten Jahren eben hier im Raum Karlsruhe umgesetzt wurden.

43:46.240 --> 43:50.020
Und jetzt bin ich sehr gespannt auf Ihre Ideen und Anregungen später,

43:50.140 --> 43:52.700
denn natürlich gibt es im Bereich Energie noch sehr viel zu tun.

43:53.040 --> 43:55.680
Aber ich hoffe, dass ich hier ein paar schöne Ideen mitnehmen kann und

43:55.680 --> 43:57.980
vielleicht bringen wir auch das eine oder andere zur Umsetzung.

43:58.480 --> 43:58.920
Dankeschön.

44:05.500 --> 44:07.620
Vielen Dank, Frau Dr. Dietz.

44:08.700 --> 44:14.720
So, wir kommen jetzt zu der jüngsten Expertin dieses Abends.

44:16.060 --> 44:27.560
Beate Pohl ist in Karlsruhe geboren und Schülerin des Goethe

44:27.560 --> 44:28.300
-Gymnasiums.

44:28.300 --> 44:29.440
In der 11.

44:29.600 --> 44:34.380
Klasse hatte sie die Möglichkeit, an einem Seminarkurs mit dem Thema

44:34.380 --> 44:36.580
klimafairer Stadtgeburtstag teilzunehmen.

44:37.600 --> 44:41.360
Und seitdem ist Beate Pohl aktiv in Sachen Nachhaltigkeit.

44:42.540 --> 44:46.900
Zusammen mit weiteren Schülerinnen und Schülern arbeitet sie im

44:46.900 --> 44:50.560
Projekt Juniorenfirma auf dem Weg zum nachhaltigen Wirtschaften.

44:50.560 --> 44:56.260
Diese Juniorenfirmen agieren in mehreren Städten Deutschlands mit

44:56.260 --> 44:57.920
jeweils unterschiedlichen Projekten.

44:59.320 --> 45:00.380
Und jetzt wird es spannend.

45:01.020 --> 45:06.500
In Karlsruhe befasst sich die Juniorenfirma mit der Thematik dieses

45:06.500 --> 45:06.880
Pavillons.

45:08.040 --> 45:12.300
Genau gesagt, was passiert mit dem Holz nach dem Abbau.

45:13.180 --> 45:14.620
Wir sind jetzt sehr gespannt.

45:14.820 --> 45:15.960
Beate Pohl, bitte schön.

45:22.930 --> 45:25.730
Dann auch erstmal einen wunderschönen guten Abend von meiner Seite.

45:27.070 --> 45:29.690
Danke für die Einladung, für die nette Begrüßung.

45:30.570 --> 45:32.470
Ich bin vom Goethe-Gymnasium.

45:32.830 --> 45:36.530
Ich habe mit sechs anderen Schülern letztes Jahr daran gearbeitet, was

45:36.530 --> 45:42.890
mit dem Holz passiert, nachdem er abgerissen wird, nach dem schönen

45:42.890 --> 45:43.150
Stadtgeburtstag.

45:45.070 --> 45:48.310
Da haben wir uns dann ein Jahr lang mit befasst, haben viele Workshops

45:48.310 --> 45:49.990
über nachhaltiges Wirtschaften bekommen.

45:50.210 --> 45:51.750
Im Endeffekt auch ein Zertifikat.

45:51.970 --> 45:53.230
Wir können nachhaltig wirtschaften.

45:53.810 --> 45:57.590
Und ich bin sehr dankbar für die Möglichkeit, die wir bekommen haben.

45:57.930 --> 46:01.110
Dafür, dass wir die ganzen Sachen mitbekommen durften.

46:02.230 --> 46:06.310
Für die vielen Einblicke im Stadtmarketing, die mir persönlich sehr

46:06.310 --> 46:07.050
viel gebracht haben.

46:07.130 --> 46:09.010
Schätze ich mal, hoffe ich, denke ich.

46:11.770 --> 46:15.730
Wir wurden gefragt, was könnte man an Karlsruhe noch ändern.

46:16.230 --> 46:18.650
Da ist mir persönlich gar nicht so viel eingefallen.

46:18.770 --> 46:21.990
Wie gesagt, wir haben sehr viel Grünanteil in der Stadt, ein gutes

46:21.990 --> 46:22.730
Fahrradnetz.

46:22.990 --> 46:26.650
Das Einzige, was ich hatte, war die Ernährung, womit ich mich später

46:26.650 --> 46:28.210
dann auch in der Gruppenphase befassen werde.

46:29.810 --> 46:33.210
Da ich der Meinung bin, man könnte noch mehr aufs Saisonalere,

46:33.350 --> 46:35.770
Regionale eingehen, Bauern in der Umgebung unterstützen.

46:36.090 --> 46:38.930
Es gibt sogenannte Bio-Abos, die man machen kann.

46:39.010 --> 46:41.910
Da bekommt man wöchentlich frisches Gemüse von Bauern in der Umgebung.

46:45.870 --> 46:50.010
Da würde ich dann nachher in der Gruppenphase mit Ihnen drüber reden,

46:50.170 --> 46:51.690
schauen, was man da noch so machen könnte.

46:53.010 --> 46:54.730
Das war es eigentlich schon von meiner Seite aus.

46:54.790 --> 46:56.150
Ich habe gar nicht mehr so viel zu erzählen.

46:56.430 --> 46:59.090
Ich würde mich freuen, Sie nachher in meiner Gruppe begrüßen zu können

46:59.090 --> 47:00.950
und vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit.

47:05.840 --> 47:08.100
Ja, ganz lieben Dank, Frau Pohl.

47:08.960 --> 47:13.680
Dann, jetzt kommt last but not least die Carla Lieberg.

47:13.800 --> 47:15.560
Darf ich Ihnen noch kurz vorstellen?

47:16.360 --> 47:21.820
Sie hat 2013 ihr Masterstudium Urban Environmental Management an der

47:21.820 --> 47:26.520
Universität Wageningen in Holland abgeschlossen und arbeitet seit

47:26.520 --> 47:30.840
August 2014 bei der KEGG, das ist die Karlsruher Energie- und

47:30.840 --> 47:32.880
Klimaschutzagentur in Karlsruhe.

47:32.880 --> 47:38.080
Und ihre Themen dort sind im Bereich Bildung und Klimaschutz.

47:38.840 --> 47:44.540
Zuvor hat sie mehrere Jahre chinesische Emissionshandelsprojekte

47:44.540 --> 47:49.840
evaluiert und arbeitete mit dem chinesischen Bauministerium an

47:49.840 --> 47:54.240
Optionen für ein Emissionshandelssystem im Gebäudesektor.

47:56.800 --> 47:59.340
Ausgangspunkt dafür war ein Studium der angewandten

47:59.340 --> 48:01.720
Weltwirtschaftssprachen Mandarin.

48:02.540 --> 48:06.540
Also Sie können sich dann nachher in Mandarin vorstellen in Konstanz.

48:06.880 --> 48:08.420
Ja, Frau Lieberg, schön, dass Sie da sind.

48:08.640 --> 48:09.640
Dann bitte ich Sie nach vorne.

48:19.300 --> 48:23.560
Das war meine Begrüßung auf Chinesisch.

48:24.740 --> 48:26.480
Ja, ich freue mich, dass ich heute Abend hier bin.

48:26.480 --> 48:30.380
Ich betreue nachher die Gruppendiskussion zum Thema Mobilität und

48:30.380 --> 48:34.600
wollte dazu zur Einführung ein bisschen Input geben zum Thema Verkehr

48:34.600 --> 48:35.300
in Karlsruhe.

48:36.000 --> 48:41.360
Ich denke, wenn man die Wörter Verkehr und Karlsruhe hört, die meisten

48:41.360 --> 48:42.940
denken dann als erstes an die Baustelle.

48:43.720 --> 48:48.000
Aber es gibt noch viele andere Sachen zum Thema Verkehr zu berichten.

48:48.920 --> 48:52.100
Ich würde anfangen mit dem Modalsplit, also wie bewegen sich die

48:52.100 --> 48:53.280
Karlsruher eigentlich fort?

48:53.280 --> 48:55.660
Erst mal eine positive Nachricht.

48:56.080 --> 48:58.540
Ungefähr ein Viertel aller Wege werden mit dem Fahrrad zurückgelegt.

48:59.800 --> 49:03.160
Die Stadt hat sich vorgenommen, diesen Anteil noch weiter zu erhöhen.

49:03.260 --> 49:06.000
Bis 2020 soll das auf 30 Prozent steigen.

49:06.900 --> 49:10.140
Und um das zu erreichen, wurden in den letzten zehn Jahren und jetzt

49:10.140 --> 49:13.060
dann auch in der Zukunft verschiedene Maßnahmen durchgeführt.

49:13.760 --> 49:17.780
2005 gab es einen Gemeinderatsbeschluss, in dem unter anderem gesagt

49:17.780 --> 49:23.060
wurde, dass wenn Baumaßnahmen stattfinden, dann sollen Fahrräder oder

49:23.060 --> 49:26.440
soll der Fahrradverkehr gleichberechtigt beachtet werden.

49:27.780 --> 49:31.980
Und dann gibt es zum Beispiel noch ein 20-Punkte-Programm, in dem die

49:31.980 --> 49:35.840
Attraktivität des Radverkehrs und die Sicherheit im Radverkehr erhöht

49:35.840 --> 49:36.340
werden soll.

49:37.200 --> 49:39.160
Diese Maßnahmen tragen schon Früchte.

49:40.440 --> 49:41.720
Sie haben es gerade schon gehört.

49:41.720 --> 49:46.840
Karlsruhe wurde zur Fahrradstadt Nummer 1 in Süddeutschland gewählt

49:46.840 --> 49:47.620
dieses Jahr.

49:48.460 --> 49:51.680
Da würde mich jetzt mal interessieren, würden Sie das unterstützen?

49:52.430 --> 49:56.440
Wer würde Karlsruhe den Titel Fahrradstadt Nummer 1 verleihen?

49:57.820 --> 49:58.300
Keiner?

50:04.400 --> 50:06.180
Vielleicht muss man mal gucken.

50:06.280 --> 50:09.940
Ich habe in Holland studiert, also ich finde es nicht so toll.

50:11.100 --> 50:12.400
Besser als in Stuttgart.

50:16.420 --> 50:21.040
Und in den letzten Jahren ist der Anteil am Fahrradverkehr auch

50:21.040 --> 50:21.420
gestiegen.

50:21.920 --> 50:26.300
Von 2002 16% auf 2012 25%.

50:27.100 --> 50:31.160
Karlsruhe gehen auch relativ viel zu Fuß, auch ungefähr ein Viertel

50:31.160 --> 50:31.640
der Wege.

50:32.320 --> 50:37.000
Obwohl generell die Bewertung der Möglichkeiten relativ schlecht ist.

50:37.600 --> 50:43.160
Die Straßen lassen sich oft nur an einigen Stellen überqueren, die

50:43.160 --> 50:44.860
Fußwege sind zugeparkt und so weiter.

50:45.460 --> 50:48.860
Aber nichtsdestotrotz sind die Karlsruher zu Fuß unterwegs, besonders

50:48.860 --> 50:52.020
Kinder, ältere Menschen und Jugendliche.

50:52.920 --> 50:57.720
Dann gibt es noch den ÖPNV, das macht ungefähr weniger als ein Fünftel

50:57.720 --> 50:58.020
aus.

50:59.380 --> 51:04.560
Ist relativ gut erschlossen und die Fahrgastzahlen steigen.

51:06.320 --> 51:10.980
1993 wurden 80 Millionen Menschen befördert, also es ist ungefähr so,

51:11.080 --> 51:13.460
als ob jeder Deutsche einmal in Karlsruhe Straßenbahn gefahren ist.

51:14.460 --> 51:19.360
2003 waren es schon 100 Millionen und jetzt 2013 115 Millionen.

51:19.820 --> 51:22.200
Also 25 Millionen Zuwachs pro Jahr.

51:25.660 --> 51:27.140
Dann haben wir natürlich noch das Auto.

51:28.040 --> 51:30.420
Und es ist immer noch so, dass die meisten Wege mit dem Auto

51:30.420 --> 51:33.700
zurückgelegt werden, 34% im Jahre 2012.

51:34.640 --> 51:37.760
Und man muss sich auch vor Augen halten, wir reden hier von den Wegen

51:37.760 --> 51:38.940
und nicht von den Wegstrecken.

51:38.940 --> 51:42.680
Also wenn man das jetzt auf die Kilometer, die zurückgelegt werden,

51:43.240 --> 51:47.960
umlegt, dann hat das Auto wahrscheinlich noch einen höheren Anteil.

51:49.580 --> 51:52.240
Was bedeutet das für das Klima in Karlsruhe?

51:52.840 --> 51:56.460
Das bedeutet, dass der Verkehr maßgeblich an den CO2-Emissionen

51:56.460 --> 51:57.680
Karlsruhes beteiligt ist.

51:58.800 --> 52:03.740
Und während die Gesamtemissionen von Karlsruhe sinken, steigen die vom

52:03.740 --> 52:04.240
Verkehr noch.

52:04.240 --> 52:06.620
Frau Splett hatte gerade gesagt, sie sind konstant.

52:06.780 --> 52:08.360
Meine Zahlen sagen, sie steigen leicht.

52:09.000 --> 52:13.160
Auf jeden Fall steigt der Anteil der Emissionen des Verkehrs an den

52:13.160 --> 52:13.470
Gesamtemissionen.

52:14.860 --> 52:19.240
2007 waren es noch 20%, 2013 schon 25%.

52:20.760 --> 52:25.960
Was vielleicht ganz interessant ist, das Verhältnis von Strom als

52:25.960 --> 52:29.880
Energieträger und Kraftstoffen ist ungefähr gleich geblieben in den

52:29.880 --> 52:30.120
Jahren.

52:31.120 --> 52:33.040
Also Strom machen ungefähr 4% aus.

52:34.260 --> 52:39.140
Wenn Karlsruhe bis 2050 klimaneutral sein muss, dann muss auch im

52:39.140 --> 52:40.560
Bereich Verkehr was passieren.

52:42.060 --> 52:44.820
Das umfasst zum Beispiel Verhaltensänderungen, also

52:44.820 --> 52:48.240
umweltfreundlichere Fahrzeuge oder Verkehrsvermeidung.

52:48.840 --> 52:53.180
Da auch dann wieder die Verbindung zum, also wie ist meine Stadt

52:53.180 --> 52:54.720
aufgebaut, wie lang sind meine Wege.

52:56.880 --> 53:04.980
Aber es bedarf auch konkreter Maßnahmen und praktisch Strafsysteme,

53:05.320 --> 53:08.960
wie zum Beispiel eine Parkplatzreduzierung oder eine City-Maut.

53:10.440 --> 53:14.900
Es gibt eine Studie, klimaneutrales Karlsruhe 2050, an der die KEG

53:14.900 --> 53:15.900
auch mitgearbeitet hat.

53:15.900 --> 53:22.320
Die hat ergeben, dass durch Sensibilisierungsmaßnahmen der CO2-Ausstoß

53:22.320 --> 53:28.360
pro Kopf am Verkehr auf ungefähr eine Tonne CO2 pro Jahr halbiert

53:28.360 --> 53:28.940
werden kann.

53:30.180 --> 53:33.260
Aber um klimaneutral zu werden reicht es natürlich nicht aus.

53:34.400 --> 53:38.660
Also wir brauchen noch neue Ansätze und ich freue mich gleich auf die

53:38.660 --> 53:41.020
Diskussion und bin gespannt, was Sie für Ideen mitbringen.

53:41.540 --> 53:41.960
Dankeschön.

53:49.670 --> 53:50.930
Sie ist größer als ich.

53:51.350 --> 53:52.570
Vielen Dank, Frau Lieberg.

53:53.730 --> 53:58.890
Und jetzt nähern wir uns der Phase, in der Ihre Ideen, Ihre

53:58.890 --> 54:00.990
Vorstellungen für Karlsruhe gefragt sind.

54:01.410 --> 54:03.750
Wir kommen zu den Themengruppen des Planspiels.

54:05.290 --> 54:09.070
Vorab nochmal, jede Themengruppe wird von einer Expertin begleitet

54:09.070 --> 54:13.570
werden und ich möchte nochmal ausdrücklich darauf hinweisen, dass bei

54:13.570 --> 54:18.250
dieser Themenauswahl natürlich kein Anspruch auf Vollständigkeit

54:18.250 --> 54:19.390
bestehen kann.

54:20.050 --> 54:26.450
In jeder Kommune gibt es viele wichtige weitere Themen, aber in der

54:26.450 --> 54:29.150
kurzen Zeitspanne wird das nicht möglich sein.

54:29.630 --> 54:34.670
Ich würde Ihnen jetzt nochmal kurz die Themen nennen und Sie bitten

54:34.670 --> 54:37.790
sich schon mal gedanklich darauf einzustellen, dass Sie sich für eines

54:37.790 --> 54:39.350
dann gleich entscheiden.

54:39.350 --> 54:43.650
Wir hatten gesagt, nachhaltige Nutzung des Raums mit Gisela Splett.

54:45.370 --> 54:49.070
Weiteres Thema Energie, Frau Dr. Dietz.

54:50.170 --> 54:52.650
Ernährung, Bente Pol.

54:52.930 --> 54:55.270
Mobilität, Carla Lieberg.

54:57.470 --> 55:00.130
Haben wir ein ganz, ganz wichtiges Thema vergessen?

55:00.330 --> 55:04.010
Eins, was Ihnen ganz am Herzen liegt?

55:05.630 --> 55:06.910
Haben wir nicht.

55:07.630 --> 55:10.810
Sag ich jetzt mal, weil, ja, keine Wortmeldung.

55:11.830 --> 55:15.910
Dann würde ich jetzt gerne mal kurz ein Handzeichen von Ihnen haben.

55:16.230 --> 55:18.190
Birgit, würdest du mal neben mich kommen, dass wir da so ein bisschen

55:18.190 --> 55:19.110
so einen Überblick haben?

55:19.430 --> 55:21.950
Einfach um abzuschätzen, wie groß jede Gruppe wird.

55:23.030 --> 55:26.510
Wer würde denn nachhaltige Nutzung des Raums, Ressourcenschonung zu

55:26.510 --> 55:27.790
Frau Splett gehen?

55:29.470 --> 55:31.970
Okay, gut, Sie merken sich, wo Sie hingehen möchten.

55:33.070 --> 55:37.630
Okay, Energie mit Frau Dr. Dietz.

55:45.820 --> 55:48.220
Ich nehme das mal so.

55:48.910 --> 55:51.020
Ernährung, Bente Pol.

55:55.060 --> 55:56.680
Und jetzt wird es wieder...

55:57.260 --> 55:59.280
Mobilität, Carla Lieberg.

56:00.980 --> 56:05.300
Okay, es gibt ja keinen Gewinner und keinen Verlierer, möchte ich da

56:05.300 --> 56:06.040
gleich mal sagen.

56:07.960 --> 56:09.280
So, nochmal ganz kurz.

56:09.400 --> 56:14.180
Sie haben gleich, Sie alle 45 Minuten Zeit, zwei Fragen in Ihrer

56:14.180 --> 56:17.460
Gruppe zu Ihrem Thema zu bearbeiten.

56:18.400 --> 56:20.260
Natürlich ist die Zeit sehr kurz, klar.

56:20.700 --> 56:23.020
Ich sage Ihnen schon mal, die Fragen, die stehen auch an den Tafeln.

56:23.140 --> 56:25.740
Ihre Expertinnen wissen sowieso Bescheid.

56:25.740 --> 56:29.860
Die erste Frage ist, was ist unser Ziel für Karlsruhe?

56:31.100 --> 56:32.840
Für Ihr Thema, was ist das Ziel?

56:32.980 --> 56:33.720
Wo wollen Sie hin?

56:33.940 --> 56:34.620
Was ist wichtig?

56:35.700 --> 56:39.920
Und natürlich genauso wichtig ist, wie erreichen wir dieses Ziel?

56:40.440 --> 56:41.640
Was müssen wir dafür tun?

56:41.740 --> 56:42.640
Was brauchen wir?

56:43.060 --> 56:44.280
Wen brauchen wir dazu?

56:45.280 --> 56:49.480
Also das sind die beiden Fragen, die Sie bitte in der vorgegebenen

56:49.480 --> 56:52.740
Zeit nach Möglichkeit bearbeiten.

56:52.740 --> 56:59.820
Und dann haben wir uns noch überlegt, dass aus jeder Gruppe ganz am

56:59.820 --> 57:04.260
Ende, wenn Sie das erarbeitet haben, ein Präsentant, eine Präsentantin

57:04.260 --> 57:09.040
die Ergebnisse dieser Arbeit dann hier vorne zusammen mit der Expertin

57:09.040 --> 57:13.500
in kurzen fünf Minuten vorstellt und dabei auch nochmal sagt, was ist

57:13.500 --> 57:13.980
das Wichtigste?

57:13.980 --> 57:17.940
Was nehmen wir aus dieser Gruppe zu dem Thema heute Abend mit nach

57:17.940 --> 57:22.800
Hause und schicken es auch noch an andere wichtige Stellen.

