WEBVTT

00:00.000 --> 00:04.300
Ja, wir wollten in dem Workshop jetzt die Ergebnisse von Praxis der

00:04.300 --> 00:10.080
Forschung und Praxis der Softwareentwicklung und Profilen, was also

00:10.080 --> 00:15.280
die drei Themen sind, die wir in Dero Forschung dann als Teilprojekte

00:15.280 --> 00:17.960
behandelt haben, also die Ergebnisse der letzten Jahre kurz

00:17.960 --> 00:18.460
vorstellen.

00:19.140 --> 00:22.780
Also wir hatten drei Teile, die forschungsorientierte Lehre im

00:22.780 --> 00:27.460
Masterstudium stärken, in einem eigenen Forschungsprojekt, also

00:27.460 --> 00:31.500
projektorientierte, forschungsorientierte Lehre im Master.

00:32.240 --> 00:36.180
Das zweite war Problemprojektorientierte Lehre im Bachelorstudium und

00:36.180 --> 00:39.680
da vor allem auch den Forschungsanteil stärken.

00:40.500 --> 00:44.940
Und das dritte war interdisziplinäre Lehre im Masterstudium, also dass

00:44.940 --> 00:52.100
wir in Studienprofilen auch interdisziplinäre Profile einrichten, die

00:52.100 --> 00:55.500
eben mit anderen Fakultäten auch kooperieren.

00:55.960 --> 00:57.640
Das waren so die drei Teile, die wir haben.

00:59.160 --> 01:02.320
Nochmal kurz zur Einordnung, was die Zahlen sind, wenn wir über solche

01:02.320 --> 01:05.860
Projekte reden, spielt ja auch dabei immer die Kapazität eine Rolle.

01:06.540 --> 01:13.080
Wir haben in der Informatikfakultät zurzeit 43 Professuren, sieben

01:13.080 --> 01:16.320
Instituten, etwa 300 wissenschaftliche Mitarbeiter.

01:17.280 --> 01:19.640
Das sind die, die die Lehre dann erbringen.

01:19.820 --> 01:23.460
Das ist ja immer, wenn man in kleinen Projekten arbeitet, in kleinen

01:23.460 --> 01:27.360
Projekten, kleinen Gruppen auch ein Problem, eben die entsprechende

01:27.360 --> 01:28.420
Kapazität zu haben.

01:29.140 --> 01:34.260
Wir hatten im letzten Jahr, das sind die Zahlen vom letzten Jahr, 844

01:34.260 --> 01:35.200
Erstsemester.

01:35.960 --> 01:40.360
Jetzt muss man natürlich sagen, wir müssen nicht alle 844 mit diesen

01:40.360 --> 01:41.340
Projekten versorgen.

01:41.340 --> 01:45.640
Zum einen sind da auch noch die Wirtschaftsinformatiker mitgezählt.

01:45.740 --> 01:48.140
Wir haben etwa 700 Anfänger in Informatik ab.

01:49.020 --> 01:52.020
Und außerdem haben wir natürlich auch eine ziemlich hohe

01:52.020 --> 01:57.300
Abbrecherquote, sodass dann nicht alle bei diesen Projekten dann

01:57.300 --> 01:58.180
letztlich ankommen.

01:58.860 --> 02:03.960
Aber im Bachelor nehmen an diesen Projekten schon noch etwa 350 bis

02:03.960 --> 02:07.140
400 teil und im Master natürlich dann ein bisschen weniger noch.

02:07.920 --> 02:09.660
Aber das sind so die Größenordnungen.

02:14.770 --> 02:17.470
Wie gesagt, wir haben drei Teile.

02:17.590 --> 02:20.170
Praxis der Forschung, also das sind jetzt so die Namen dieser

02:20.170 --> 02:21.670
Projekte, wenn das jetzt gleich auftaucht.

02:21.790 --> 02:25.130
Praxis der Forschung, ein zweisemestriges Projekt im Master.

02:26.070 --> 02:30.930
Praxis der Softwareentwicklung, ein einsemestriges Projekt im

02:30.930 --> 02:31.630
Bachelor.

02:33.170 --> 02:35.250
Wobei es in dem Projekt vor allem auch darum geht,

02:35.330 --> 02:36.950
Softwareentwicklungsmethoden zu erlernen.

02:36.950 --> 02:40.630
Aber wir wollten dann im Rahmen von Lehrerforschung auch da mehr

02:40.630 --> 02:42.090
Forschungsorientierung reinbringen.

02:42.810 --> 02:46.110
Und dann eben die Einführung von Studienprofilen, die es bisher so im

02:46.110 --> 02:49.570
Masterstudium auch nicht gab und wo einige dann auch interdisziplinär

02:49.570 --> 02:49.750
sind.

02:50.990 --> 02:53.510
So, jetzt noch vielleicht zu dem, was wir eigentlich geplant haben.

02:55.110 --> 02:56.710
Wir haben genau diese drei Blöcke.

02:57.710 --> 03:00.190
Praxis der Forschung, Praxis der Softwareentwicklung und die

03:00.190 --> 03:00.970
Studienprofile.

03:04.650 --> 03:06.710
Jeweils etwa mit einem kurzen Vortrag.

03:06.830 --> 03:09.810
Über die Praxis der Forschung wird zuerst Herr Beigel vortragen.

03:11.710 --> 03:16.910
Und über die Praxis der Softwareentwicklung gibt es ein Video.

03:17.070 --> 03:19.490
Der Herr Snellting kann leider heute nicht da sein.

03:20.250 --> 03:25.730
Und schließlich wird der Herr Bauer über die Studienprofile was sagen.

03:26.230 --> 03:29.390
Und zur Praxis der Forschung und Praxis der Softwareentwicklung haben

03:29.390 --> 03:34.170
wir auch noch kurze Videos, wo wir Interviews haben mit Studierenden,

03:34.250 --> 03:35.270
die daran teilgenommen haben.

03:35.730 --> 03:38.310
Die dann ein bisschen was auch noch sagen können, aus Blick der

03:38.310 --> 03:38.910
Studierenden.

03:39.910 --> 03:49.510
Genau, und ich trage ein bisschen was vor zu einem Format, in dem wir

03:49.510 --> 03:51.190
Praxis der Forschung getauscht haben.

03:51.190 --> 03:53.150
Die liegt schon eine Weile zurück.

03:54.350 --> 04:07.130
Die sozusagen mehrere Punkte integriert, die in unserem Studium

04:07.130 --> 04:10.510
interessanter gemacht werden können.

04:10.510 --> 04:17.390
Die Potenziale eröffnen für Masterstudierende, die auch so ein

04:17.390 --> 04:25.030
bisschen inspiriert ist, aus dem das Studium international läuft.

04:26.310 --> 04:29.750
Und das ist eben dieses Praxis der Forschung, ein studentisches

04:29.750 --> 04:30.850
Forschungsprojekt.

04:33.010 --> 04:36.190
Ein Forschungsprojekt hat schon mal was mit Forschung zu tun und wir

04:36.190 --> 04:37.670
sind eine Forschungsuniversität.

04:38.370 --> 04:42.290
Und dann steht uns das auch gut an, sowas sozusagen im Curriculum zu

04:42.290 --> 04:42.650
haben.

04:44.210 --> 04:47.130
Diese Forschungsarbeit ist natürlich nicht komplett frei, sondern

04:47.130 --> 04:51.650
findet wie der USUS ist, international auch eine Zusammenarbeit mit

04:51.650 --> 04:54.750
dem Lehrstuhl, mit dem Doktorandenstaat.

04:55.990 --> 05:00.150
Das Projekt ist natürlich noch abgeschlossen und was ist der

05:00.150 --> 05:03.770
angemessene Abschluss für eine Forschungsarbeit?

05:04.010 --> 05:09.070
Das ist natürlich die Publikation, die dann da hinten rauskommen soll.

05:10.550 --> 05:13.550
Und damit man das schafft, muss man ein bisschen was lernen.

05:13.870 --> 05:20.930
Nicht nur, in unserem Fall, die Dinge, die für die Informatik oder für

05:20.930 --> 05:25.090
das Projekt als Fähigkeiten theoretischen Grundlagen auch notwendig

05:25.090 --> 05:30.530
sind, sondern eben auch Methoden, wie man es erreicht, dass man das

05:30.530 --> 05:35.250
Forschungsprojekt so durchführt, dass es wissenschaftlich sauber ist

05:35.250 --> 05:36.450
und publiziert werden kann.

05:38.490 --> 05:43.030
Jedes Projekt kann aus einer Person bestehen, aber natürlich ist es

05:43.030 --> 05:44.590
besser, wenn man mehrere Personen hat.

05:44.990 --> 05:48.290
International umfällig ist natürlich auch kompetitiv.

05:48.890 --> 05:55.650
Mehr Köpfe heißt besseren Output, heißt offentlich E-Plus Publikation,

05:55.950 --> 05:57.630
also so ein oder drei Studierende.

05:58.110 --> 06:00.650
Das geht, das braucht auch ein bisschen Zeit, das kann man nicht

06:00.650 --> 06:01.370
sofort machen.

06:01.370 --> 06:03.950
Man hat ja auch einen gewissen Publikationszyklus.

06:04.110 --> 06:10.930
Das heißt, es gibt insgesamt 24 Leistungspunkte, die wir da vergeben,

06:11.110 --> 06:14.890
damit da ein bisschen auf Power Level steht.

06:17.110 --> 06:21.430
Natürlich schafft man das nur, sowas zu publizieren, wenn man über den

06:21.430 --> 06:23.970
Stand der Forschung hinausgeht.

06:23.970 --> 06:30.950
Im Gegensatz zur Masterarbeit haben wir eben da eine höhere Struktur.

06:31.790 --> 06:34.850
Wir legen Wert auf die Methoden, die es eben ermöglichen, dann auch

06:34.850 --> 06:38.670
zum Schluss die Arbeit so präsentieren zu können, so evaluiert zu

06:38.670 --> 06:41.010
haben, dass sie publikationsfähig ist.

06:41.010 --> 06:46.570
Und wir sparen uns sozusagen das viele Geschreibe in einer Thesis und

06:46.570 --> 06:54.970
haben aber plus sozusagen das weniger ausführliche Schreiben dann in

06:54.970 --> 06:55.990
einem Präparat.

06:57.010 --> 07:00.570
Das ist auch keine Liebetätigkeit, das ist eben Forschung und

07:00.570 --> 07:03.590
Liebetätigkeit ist ein anderer Weg zur Forschung.

07:05.170 --> 07:14.270
Wir haben damit in diesem Projekt eine vertiefte Bearbeitung einer

07:14.270 --> 07:17.050
aktuellen Fragestellung, die oft eben zusammen mit dem Doktoranden,

07:17.150 --> 07:20.790
wie vorhin schon erwähnt worden ist, erarbeitet wird, mit all seinen

07:20.790 --> 07:21.510
Phasen.

07:22.670 --> 07:26.970
Da ist auch dieses Coaching, wissenschaftliches und methodisches

07:26.970 --> 07:30.990
Coaching dabei, da lernt man einiges, allein durchs Abgucken sozusagen

07:30.990 --> 07:33.590
lernt man auch recht viel, wenn man das schon mal kann.

07:34.230 --> 07:38.310
Und das ist eben auch ein wichtiges Element in so einem

07:38.310 --> 07:39.130
Forschungsprojekt.

07:40.190 --> 07:46.450
Das wird begleitet von überfachlichen Modulen, die einem helfen,

07:46.790 --> 07:50.250
sozusagen das Gelernte, was man jetzt sagen kann, am Wachstum gelernt

07:50.250 --> 07:52.610
hat, auch ein bisschen zu strukturieren und vielleicht auch

07:52.610 --> 07:58.070
zusätzliche Informationen gibt, wie eben Projektplanung und

07:58.070 --> 08:01.330
Durchführung, wissenschaftliche Methodik und natürlich

08:01.330 --> 08:06.230
wissenschaftstheoretische Grundsätze, die einem auch inspirieren

08:06.230 --> 08:06.670
sollen.

08:07.530 --> 08:17.130
So wie fachlichen Modulen, die dezentral dann sozusagen gelernt werden

08:17.130 --> 08:20.310
und in dem Projekt sozusagen integriert sind, wie die selbstständigen

08:20.310 --> 08:25.390
Planungen der Arbeit, die man da durchführen muss.

08:25.390 --> 08:30.510
Das ist natürlich bei der Masterarbeit in der Regel auch, aber hier

08:30.510 --> 08:33.810
über einen längeren Zeitraum und mit einem, sagen wir mal,

08:33.870 --> 08:36.650
anspruchsvolleren Ziel.

08:38.550 --> 08:42.710
Regelmäßige Vorstellung der Ergebnisse, Diskussion der Ergebnisse,

08:42.810 --> 08:46.750
dann auch mit dem Einbetreuer, vielleicht auch im größeren Kreis,

08:47.750 --> 08:52.110
innerhalb des Lehrstuhls, genau, um des Titels eben eine Publikation

08:52.110 --> 08:53.190
zu haben.

08:53.190 --> 08:58.230
Das Ganze ist aufgeteilt in mehrere Phasen, damit es in zwei Semester

08:58.230 --> 09:01.550
passt, wie man es hier in dieser Grafik findet.

09:03.050 --> 09:08.490
Im ersten Teil beschäftigen wir uns vor allem sozusagen mit der

09:08.490 --> 09:14.550
Planung und dem Aufarbeiten des Standes der Wissenschaft.

09:16.210 --> 09:24.310
Man erstellt ja auch den Projektplan und hat natürlich dann auch schon

09:24.310 --> 09:30.410
mal Input sozusagen für das Paper, nämlich sozusagen für den Teil des

09:30.410 --> 09:35.630
Papiers, der sich mit dem Stand der Technik dann beschäftigt.

09:36.210 --> 09:41.250
Parallel dazu, das sieht man dann unten, gibt es die entsprechenden

09:41.250 --> 09:42.410
Veranstaltungen.

09:42.770 --> 09:45.990
Das waren Veranstaltungen, die dann die Methodik einführen, zum

09:45.990 --> 09:50.490
Beispiel zur Literaturrecherche oder wie man das richtig zitiert, wie

09:50.490 --> 09:55.530
man wissenschaftliche Arbeit präsentiert, wie man sein Projekt managt

09:55.530 --> 09:57.110
und vielleicht auch ein bisschen sich selbst.

09:57.110 --> 09:59.170
Auch das ist, glaube ich, immer ganz wichtig.

10:00.890 --> 10:09.170
Wie man Anträge schreibt, das ist sozusagen eine Kernkompetenz, die

10:09.170 --> 10:15.190
einem hilft, vielleicht auch mal zu überzeugen an Studenten, dass man

10:15.190 --> 10:19.010
selbst auf dem richtigen Weg ist und der Betreuer es vielleicht noch

10:19.010 --> 10:20.230
nicht ganz so durchgekriegt hat.

10:21.070 --> 10:25.190
Also überzeugend zu sein, ist auch eine wichtige Eigenschaft, die man

10:25.190 --> 10:25.890
später braucht.

10:27.490 --> 10:31.710
Und ganz wichtig, weil doch sehr viele Forschungen auch in unserem

10:31.710 --> 10:38.350
Bereich, in der Informatik, jetzt oder da großen Weg auf eine

10:38.350 --> 10:40.330
Evaluierung gelegt wird.

10:40.330 --> 10:44.610
Oft sogar hinterlegt mit quantitativen Zahlen, manchmal auch nur

10:44.610 --> 10:45.390
qualitativ.

10:46.130 --> 10:49.990
Es ist wichtig, dass man weiß, wie man das sauber macht, wie man

10:49.990 --> 10:52.410
Experimente designt und durchführt.

10:52.690 --> 10:57.530
Eine ganz wichtige Fähigkeit, die wir hier, kann man sagen, orthogonal

10:57.530 --> 11:00.750
zu dem, was wir bisher im Curriculum haben, anbieten.

11:00.750 --> 11:05.370
Im zweiten Semester geht es dann darum, natürlich die Sache

11:05.370 --> 11:09.250
durchzuführen, wobei schon im ersten Semester die ersten Vorarbeiten,

11:09.390 --> 11:13.270
je nachdem, was für eine Art von Projektdesign handelt, durchgeführt

11:13.270 --> 11:13.790
worden sind.

11:13.910 --> 11:16.470
Tatsächlich schon mal eine erste Studie hier und da auch durchgeführt

11:16.470 --> 11:21.610
worden ist, damit man, wenn man da zweistufig arbeiten möchte oder

11:21.610 --> 11:28.230
auch muss, weil es sozusagen das Feld so erfordert, dann kann da schon

11:28.230 --> 11:33.270
im ersten Semester was passiert sein, im zweiten aber konzentriert man

11:33.270 --> 11:35.390
sich da voll auf das Projekt.

11:36.550 --> 11:39.690
Es gibt auch einen Zwischenbericht, der verfasst wird.

11:40.590 --> 11:47.030
Auch das lernt und auch, sagen wir mal, einen entscheidenden Punkt

11:47.030 --> 11:52.090
hat, wo man sozusagen was abgeben muss, damit sich das Projekt eben

11:52.090 --> 11:52.830
nicht verschleppt.

11:53.540 --> 11:53.970
Genau.

11:55.710 --> 11:59.330
Wir begleiten dazu die entsprechenden theoretischen Veranstaltungen

11:59.330 --> 12:05.890
wieder unten, wie Experimente, Auswertungen, Zwischenbericht und dann

12:05.890 --> 12:09.330
gibt es natürlich, ganz wichtig, die wissenschaftlichen Publikationen,

12:09.350 --> 12:13.190
die Theorie sozusagen und auch durchgeführt in echt.

12:13.190 --> 12:16.870
Ja, oben sieht man das nach der Auswertung und dann in der

12:16.870 --> 12:19.770
Präsentation und dann verbunden eben auch die Publikation dieser

12:19.770 --> 12:26.830
Ergebnisse, die man erreicht hat in diesem Projekt.

12:27.770 --> 12:28.510
Genau.

12:30.250 --> 12:34.890
Das sind so die Phasen, die Praxis der Forschung.

12:35.010 --> 12:42.630
Jetzt schauen wir uns mal an, wie das verankert ist im Curriculum.

12:42.850 --> 12:49.070
Wie gesagt, wir haben das ECDS und die sind aufgeteilt in verschiedene

12:49.070 --> 12:49.530
Module.

12:49.530 --> 12:54.570
Das sind die Methoden-Module, die man links sieht und dann die Projekt

12:54.570 --> 12:56.970
-Module, die größer sind, natürlich, die man rechts sieht.

12:57.490 --> 13:02.150
Methoden-Module, Qualifikationen werden angeboten vom Hoch und der

13:02.150 --> 13:09.550
Fakultät und die Projekt-Module sind dann natürlich in den Gruppen und

13:09.550 --> 13:15.410
beinhalten Vorlesungspunkte aus den Bereichen Vorlesung, ECDS-Punkte

13:15.410 --> 13:18.190
aus dem Bereich Vorlesung, Seminar und Praxis.

13:19.590 --> 13:22.230
Und das eben über zwei Semester.

13:23.310 --> 13:26.230
Ein paar Projekt-Ergebnisse, was haben wir erreicht?

13:26.330 --> 13:31.970
Wir haben über 50 Publikationen, teils studentische Publikationen.

13:32.030 --> 13:33.630
Ja, da ist ja immer auch der Betreuer dabei.

13:34.350 --> 13:38.030
Einige Projekte und einige haben wir auch weitergemacht in einer

13:38.030 --> 13:38.790
Promotion.

13:40.610 --> 13:43.970
Die Publikationen sind zum Teil sehr hochreinig.

13:44.090 --> 13:49.690
Wir haben doch eine ganze Reihe, eigentlich sehr viele ePlus

13:49.690 --> 13:53.110
-Publikationen als höchste Kategorie erreicht.

13:53.350 --> 13:57.030
Also insofern kann man von der Qualität her wirklich sehr zufrieden

13:57.030 --> 13:57.370
sein.

13:58.310 --> 14:03.190
Wir haben Entwicklungen etabliert, eine kompetenzorientierte Lehr

14:03.190 --> 14:08.310
-Evaluation, eine umfassende Befragung mit 180 Informatik-Studenten

14:08.310 --> 14:09.070
durchgeführt.

14:10.070 --> 14:15.230
Wir besuchen dieses Modul, was natürlich jetzt auch für uns als eben

14:15.230 --> 14:21.810
forschungsorientierte Universität mit einer forschungsorientierten

14:21.810 --> 14:22.950
Lehre sehr wichtig ist.

14:22.950 --> 14:29.490
Dieses Modul sozusagen den Studierenden schmackhaft zu machen und die

14:29.490 --> 14:30.430
dafür zu gewinnen.

14:33.070 --> 14:34.750
Und sicher nicht was für jeden.

14:35.350 --> 14:40.610
Man braucht eine gewisse Selbstsicherheit in dem Thema, um es mal

14:40.610 --> 14:44.110
vorsichtig zu sagen, um auch so ein Projekt durchziehen zu können,

14:44.210 --> 14:45.450
erfolgreich durchziehen zu können.

14:48.670 --> 14:54.190
Man muss da, sieht man ja schon, in der Struktur dann doch viel selber

14:54.190 --> 14:54.470
machen.

14:54.650 --> 14:56.790
Man kriegt eben nicht gesagt, gehen Sie in die Vorlesung und lesen Sie

14:56.790 --> 15:02.670
das Lehrbuch durch und dann werden Sie daraus geprüft, sondern die

15:02.670 --> 15:03.970
Freiheitsgrade sind größer.

15:03.970 --> 15:09.150
Das ist dann auch eher was, sagen wir mal, anspruchsvolleres für die

15:09.150 --> 15:12.270
Studierenden, aber eben für uns ganz wichtig und ich glaube auch ganz

15:12.270 --> 15:21.190
wichtig für Studierende, um hier sozusagen solche Formate auch füllen

15:21.190 --> 15:21.670
zu können.

15:21.910 --> 15:24.770
Denn es ist auch, glaube ich, egal, ob man jetzt in der Universität

15:24.770 --> 15:30.350
bleibt oder in die Industrie wechselt oder geht, dann wichtige

15:30.350 --> 15:32.730
Fähigkeiten, die man dabei erlernt.

15:34.110 --> 15:37.750
Die aktuelle Entwicklung, wir haben das jetzt in zwei Semestern, das

15:37.750 --> 15:42.850
ist bei einem insgesamten Anteil von vier Semestern natürlich nicht

15:42.850 --> 15:44.230
ganz so einfach zu integrieren.

15:44.370 --> 15:46.590
Das ist ein Problem, was wir erkannt haben.

15:46.730 --> 15:50.050
Wir haben jetzt eine kleine Praxis der Forschung über ein Semester

15:50.050 --> 15:50.790
eingeführt.

15:53.210 --> 15:56.830
Die Veranstaltung wird auch verzahnt, jetzt mehr mit bestehenden

15:56.830 --> 16:00.670
Vorlesungen, damit man eben, sagen wir mal, das Feeding insgesamt

16:00.670 --> 16:02.230
besser hinbekommt.

16:03.610 --> 16:06.650
Die Idee ist hier einfach, das Erproben und Orientierte

16:06.650 --> 16:12.250
Forschungskonzepte und dann mit einem eventuellen subsequenten Zugang

16:12.250 --> 16:15.350
zum großen Praxis der Forschung einfach um die Hürde zu senken.

16:15.350 --> 16:21.370
Das ist ein Problem, was wir noch angehen müssen, damit wir da

16:21.370 --> 16:22.750
attraktiver werden.

16:23.030 --> 16:28.830
Denn wenn man teilnimmt, wird das Bild der Praxis der Forschung auch

16:28.830 --> 16:31.790
viel positiver, als wenn man nicht teilnimmt.

16:31.790 --> 16:37.510
Was man in dieser Umfrage ungefähr erkennen kann, sind die

16:37.510 --> 16:41.430
Teilnehmenden und die nicht Teilnehmenden.

16:43.030 --> 16:52.570
Die positiven Aspekte sind dann immer ein bisschen rechts und man

16:52.570 --> 16:54.860
sieht es in den oberen Praxisnahen und Praxisfernen.

16:55.860 --> 17:00.920
Langweilig, spannend, dass die Teilnehmenden das durchaus aus der

17:00.920 --> 17:06.340
Praxis nah und spannend sehen, wenn die nicht teilnehmen.

17:06.680 --> 17:10.280
Dass die da ein anderes Bild haben, da können wir noch ein bisschen

17:10.280 --> 17:15.860
dran arbeiten, aber natürlich kann man auch bedingt sozusagen etwas

17:15.860 --> 17:20.500
transportieren, einen Eindruck transportieren.

17:21.720 --> 17:25.300
Das ist auch aufwendig, das sieht man links unten, das ist auch so

17:25.300 --> 17:30.820
anspruchsvoll, das ist auch so wahrgenommen, sowohl von denen, die

17:30.820 --> 17:32.800
nicht teilnehmen, als auch von denen, die teilnehmen.

17:33.000 --> 17:33.840
Das ist einfach so.

17:35.220 --> 17:37.240
Ich sage einfach mal, von nichts kommt nichts.

17:38.820 --> 17:45.140
Und das ist natürlich ein bisschen Mühe, aber es ist auf jeden Fall

17:45.140 --> 17:49.440
der Mühe wert, weil das sind Erfahrungen, die man hier gewinnt, die

17:49.440 --> 17:52.620
man vielleicht sonst nie mehr gewinnen kann.

17:55.300 --> 17:59.320
Kleine Zusammenfassung, zweisemestrisches Projekt derzeit noch,

17:59.680 --> 18:04.580
demnächst vielleicht eins plus eins für das Erlernen

18:04.580 --> 18:06.880
wissenschaftlicher Methoden am eigenen Forschungsprojekt.

18:07.580 --> 18:11.940
Methoden, die man übrigens nicht nur in der Wissenschaft, sondern eben

18:11.940 --> 18:14.820
auch in der Industrie, wo man eben auch die Evaluierung zum Beispiel

18:14.820 --> 18:17.940
sehr gut brauchen kann.

18:19.340 --> 18:22.820
Und die Frage ist natürlich, wie wir das jetzt weiterentwickeln, wie

18:22.820 --> 18:27.120
wir das mehr integrieren, wie wir attraktiver werden für Studierende,

18:27.320 --> 18:29.080
das da mitmachen.

18:30.480 --> 18:34.100
Die 24 ECTS sind ja eine Chance oder ein Hindernis.

18:34.300 --> 18:36.880
Ja, wir hatten das als Chance gesehen, weil wir damit auch eine

18:36.880 --> 18:41.120
gewisse Kleinteiligkeit des Masterstudiums im Vergleich zu einem

18:41.120 --> 18:48.800
Hochstudiengang sozusagen ein bisschen heilen wollten und wird aber

18:48.800 --> 18:50.940
vielleicht eventuell als zu großer Brocken gesehen.

18:51.880 --> 18:54.820
Ist es für alle Studierende geeignet oder kann man das Format für alle

18:54.820 --> 18:56.760
Studierenden geeignet machen?

18:57.380 --> 19:00.340
Dann haben wir natürlich das Problem, jetzt sagen wir mal, dass die

19:00.340 --> 19:02.940
Publikationsfähigkeit sinkt.

19:03.180 --> 19:07.260
Ja, und vielleicht unsere tolle Quote der Spitzenpublikation damit

19:07.260 --> 19:10.640
auch im Verhältnis zu allen Publikationen auch die Menge zunimmt.

19:11.720 --> 19:16.060
Genau, und wie wäre das skalierbar auf Studierendenzahlen?

19:16.580 --> 19:17.580
Das sind so die Diskussionen.

19:18.260 --> 19:20.810
Und damit bin ich am Ende meiner Gruppe.

19:22.460 --> 19:25.680
Wir zeigen jetzt zwei Videos von zwei Gruppen, die teilgenommen haben.

19:25.880 --> 19:29.340
Das eine ist eine Einzelgruppe quasi und das andere ist eine

19:29.340 --> 19:31.620
Dreiergruppe, wo zwei Studierende berichten.

19:32.180 --> 19:34.400
Das war, glaube ich, vor so ein, zwei Jahren.

19:41.460 --> 19:43.360
Hallo, mein Name ist Michael König.

19:44.140 --> 19:48.740
Und mein Name ist Felix Neumeister und wir haben zusammen mit einem

19:48.740 --> 19:51.060
dritten Kommilitonen Praxis der Forschung gemacht.

19:51.600 --> 19:54.060
In unserem Projekt haben wir uns mit der Reproduzierbarkeit von

19:54.060 --> 19:58.460
Forschungsergebnissen speziell in programmierbaren Netzen beschäftigt.

20:00.780 --> 20:06.000
Wir hatten in einem Forschungsprojekt mit vielen Teilnehmern auf EU

20:06.000 --> 20:13.080
-Ebene, hatten wir das Problem, dass viele, viele Forschungsgruppen an

20:13.080 --> 20:17.020
ähnlichen Projekten, an ähnlichen Fragestellungen gearbeitet haben,

20:17.400 --> 20:21.520
aber es sich herausgestellt hat, dass diese Forschungsergebnisse sehr

20:21.520 --> 20:22.940
schwer vergleichbar sind.

20:22.940 --> 20:27.520
Speziell war das bezogen auf eben den Bereich der programmierbaren

20:27.520 --> 20:38.040
Netze und unsere Forschungsfrage war, zu versuchen, diese Lösungen, an

20:38.040 --> 20:40.780
denen die unterschiedlichen Forschungsgruppen gearbeitet haben, besser

20:40.780 --> 20:43.400
vergleichbar zu machen, noch einfacher vergleichbar zu machen, indem

20:43.400 --> 20:48.720
wir die Komplexität aus dem Evaluierungsprozess ein Stück weit

20:48.720 --> 20:54.000
rausnehmen wollten und es ermöglichen wollten, weitgehend unabhängig

20:54.000 --> 20:57.680
von der verwendeten Software, den verwendeten Tools, die

20:57.680 --> 21:03.880
Testumgebungen praktisch mit einem Klick zu konfigurieren und damit

21:03.880 --> 21:06.040
eben auch eine einfachere Vergleichbarkeit zu erreichen.

21:08.120 --> 21:13.760
Zum einen haben wir eben die Software gebaut, die es erlaubt, mit

21:13.760 --> 21:17.180
Konfigurationsdateien, die man einfach zwischen unterschiedlichen

21:17.180 --> 21:22.380
Forschungsgruppen austauschen kann, auf Knopfdruck eben diese Umgebung

21:22.380 --> 21:26.820
zu konfigurieren und die Ergebnisse in dieser Ergebung zu testen.

21:27.740 --> 21:31.140
Zum anderen haben wir ein Paper geschrieben und das auch eingereicht

21:31.140 --> 21:34.340
bei der Studierendenkonferenz Informatik ausgerichtet von der

21:34.340 --> 21:37.340
Gesellschaft für Informatik 2017 in Chemnitz.

21:38.400 --> 21:43.340
Weiterhin haben wir unsere Ergebnisse vorgestellt bei der

21:43.340 --> 21:48.300
Forschungsgruppe, bei dem Forschungsprojekt, in dessen Kontext die

21:48.300 --> 21:51.840
Arbeit sozusagen stattgefunden hat und wir haben unsere Ergebnisse

21:51.840 --> 21:53.760
auch vorgestellt bei IBM.

21:55.320 --> 22:00.560
Wir haben unter anderem daraus gelernt, sein Forschungsthema dem

22:00.560 --> 22:03.820
öffentlichen Diskurs zu stellen, gerade mit anderen Forschern, die auf

22:03.820 --> 22:07.640
dem gleichen Thema arbeiten, eben sein Thema so zu präsentieren, dass

22:07.640 --> 22:11.040
es schnell und bündig erklärt ist und auch sein eigenes Thema

22:11.040 --> 22:11.840
verteidigt.

22:11.840 --> 22:15.240
Und zum anderen waren wir auch eine relativ große Gruppe, also wir

22:15.240 --> 22:19.320
waren sechs Leute, drei Betreuer und auch drei Studis, also für jeden

22:19.320 --> 22:24.100
Studi ein Betreuer und angesichts der Größe der Gruppe war es manchmal

22:24.100 --> 22:26.820
eine Herausforderung, eben sich zu synchronisieren, wie macht man die

22:26.820 --> 22:28.840
Aufgabenverteilung und wo legt man Schwerpunkte.

22:33.350 --> 22:35.810
Also mir hat es sehr viel Spaß gemacht.

22:36.670 --> 22:42.110
Es war zuweilen durchaus auch eine Herausforderung, auch so lange an

22:42.110 --> 22:45.930
diesem Projekt ranzubleiben, aber es gibt einem auch einiges, sich da

22:45.930 --> 22:48.970
durchzubeißen und am Ende auch zu sehen, was dabei rauskommt.

22:49.090 --> 22:53.290
Und natürlich lernt man auch viel, was Softskills, was Präsentieren

22:53.290 --> 22:56.830
angeht und von daher kann man das nur jedem empfehlen.

22:57.850 --> 23:01.570
Also es war, wie Felix gesagt hat, teilweise anstrengend und lange

23:01.570 --> 23:05.030
Nächte und so, aber ich fand, es hat wirklich viel Spaß gemacht.

23:14.270 --> 23:19.310
Hallo, ich bin Kira Mierda und ich habe im Wintersemester 17-18 sowie

23:19.310 --> 23:23.470
im Sommersemester 18 Praxis der Forschung gearbeitet und in meinem

23:23.470 --> 23:27.510
Projekt habe ich mich damit beschäftigt, eine Methode zu entwickeln,

23:27.630 --> 23:31.370
mit der man Anwendungen, die Informationen über die aktuelle

23:31.370 --> 23:35.970
Auslastung im Netzwerk zur Verfügung stellen kann und wie man das

23:35.970 --> 23:37.650
Ganze kryptographisch absichern kann.

23:42.210 --> 23:46.170
Also in meinem Projekt haben wir uns das Szenario von Industrie 4.0

23:46.170 --> 23:53.450
angeschaut, in dem wir die Vision hatten, dass Smart Factories in

23:53.450 --> 23:57.850
zeitkritische Prozesse und auch Videodatenströme über ein geteiltes

23:57.850 --> 23:59.510
Kommunikationsnetzwerk verarbeiten.

24:00.210 --> 24:03.590
Und dabei gibt es Steuerungsaufgaben im Netzwerk, die auf

24:03.590 --> 24:07.670
Informationen über die aktuelle Auslastung angewiesen sind.

24:08.170 --> 24:12.430
Diese Informationen sind sicherheitskritisch, weil falsche

24:12.430 --> 24:16.110
Auslastungsinformationen zu Fehlverhalten und auch zu Ausfall von

24:16.110 --> 24:17.450
Industrieanlagen führen können.

24:18.070 --> 24:22.910
Deshalb war unser Ziel gewesen, dass wir eine effiziente und sichere

24:22.910 --> 24:26.750
Methode entwickeln, um diesen Steuerungsanwendungen die

24:26.750 --> 24:29.010
Auslastungsinformation zur Verfügung zu stellen.

24:33.720 --> 24:38.160
Also während der Literaturrecherche habe ich festgestellt, dass es

24:38.160 --> 24:43.460
bisher keine Anwendungen oder keine Protokolle gibt, die unseren

24:43.460 --> 24:46.340
Anforderungen in industriellen Netzwerken entsprechen.

24:46.920 --> 24:50.100
Und deswegen habe ich in meinem Projekt ein neues Protokoll

24:50.100 --> 24:54.460
entwickelt, das sowohl die Effizienzanforderungen als auch die

24:54.460 --> 24:55.900
Sicherheitsanforderungen erfüllen kann.

24:59.550 --> 25:03.850
Im Rahmen meines Projekts habe ich einmal dieses Protokoll entwickelt,

25:04.330 --> 25:07.510
es auch prototypisch implementiert und evaluiert.

25:09.130 --> 25:12.950
Und diese Ergebnisse habe ich dann in einem Paper zusammengefasst.

25:13.070 --> 25:20.770
Dieses Paper konnte ich dann 2019 im IEEE-Symposium für Computer und

25:20.770 --> 25:24.830
Netzwerke veröffentlichen und konnte es dann in Barcelona auch

25:24.830 --> 25:26.170
persönlich vorstellen.

25:30.540 --> 25:34.200
Ich habe zum einen gelernt, wie wissenschaftliches Arbeiten

25:34.200 --> 25:39.080
funktioniert, wie man Literaturrecherche durchführt, aber auch

25:39.080 --> 25:42.820
abgesehen von den Inhalten gelernt, wie man sich über ein Jahr lang

25:42.820 --> 25:46.140
motiviert, am selben Thema zu arbeiten.

25:46.140 --> 25:49.440
Und auch, wenn man ein paar Rückschläge hat, dass man trotzdem

25:49.440 --> 25:56.120
weitermacht und dass am Ende einfach die Belohnung zu sehen, dass die

25:56.120 --> 25:58.740
Arbeit auch in der Community angenommen wird und dass man da auch

25:58.740 --> 26:00.140
einen guten Beitrag leisten kann.

26:03.830 --> 26:05.650
Mir hat es sehr viel Spaß gemacht.

26:05.770 --> 26:08.090
Ich habe sehr viel dazugelernt.

26:09.250 --> 26:14.130
Es war zeitweise etwas schwierig, da ich alleine an dem Projekt

26:14.130 --> 26:18.310
gearbeitet habe, aber ich sehe das als gute Vorbereitung jetzt auch

26:18.310 --> 26:19.250
für die Masterarbeit.

26:19.250 --> 26:24.570
Und ich fand es schön, einen Einblick in den Alltag eines Forschers zu

26:24.570 --> 26:29.470
kriegen, mit den ganzen Artefakten, die wir durchgespielt haben, mit

26:29.470 --> 26:33.570
Projektantrag schreiben, Zwischenpräsentationen halten, dass man seine

26:33.570 --> 26:35.390
Arbeit auch regelmäßig verteidigen muss.

26:35.670 --> 26:38.570
Das hat mir schon eine Vorstellung dafür gegeben, wie es dann später

26:38.570 --> 26:40.530
vielleicht während der Promotion aussehen könnte.

26:44.500 --> 26:47.380
Wenn ich nochmal entscheiden könnte, mache ich jetzt lieber

26:47.380 --> 26:50.060
Vorlesungen und Praktika oder mache ich einmal ein großes Projekt,

26:50.160 --> 26:53.020
dann würde ich mich wieder dafür entscheiden, weil ich einfach denke,

26:53.140 --> 26:55.920
es ist diese Erfahrung wert, mal für ein Jahr an einem Projekt

26:55.920 --> 27:00.020
zurückgearbeitet zu haben, weil man dann auch mehr lernt, als was man

27:00.020 --> 27:01.340
in einer Vorlesung lernen würde.

27:07.770 --> 27:10.930
Herzlich Willkommen zum Lehre Hochforschung Campus Tag.

27:11.270 --> 27:13.910
Mein Name ist Gregor Snellting und ich bin der Studiendekan der

27:13.910 --> 27:14.610
Informatik.

27:14.830 --> 27:18.030
Ich möchte Ihnen heute ein herausragendes Beispiel für

27:18.030 --> 27:21.230
forschungsorientierte Lehre im Bachelor vorstellen, nämlich unsere

27:21.230 --> 27:24.350
Veranstaltung Praxis der Softwareentwicklung.

27:25.050 --> 27:28.030
Das ist ein großes Teampraktikum, das man im dritten oder vierten

27:28.030 --> 27:30.870
Semester Informatik Bachelor belegen kann.

27:30.870 --> 27:35.590
Groß vom Umfang, groß von der Teilnehmerzahl, 400 Teilnehmer pro Jahr.

27:36.190 --> 27:39.550
Es wurde eingeführt vor über zehn Jahren durch meinen Lehrstuhl und

27:39.550 --> 27:43.990
wir haben dafür auch 2012 den Fakultätslehrpreis bekommen.

27:43.990 --> 27:47.650
Der Grund, warum das heute hier vorgestellt ist, dass es auch längere

27:47.650 --> 27:52.270
Zeit durch Lehre Hochforschung gefördert wurde und deswegen möchte ich

27:52.270 --> 27:55.410
Ihnen heute ein bisschen dieses Praktikum erklären und auch einige

27:55.410 --> 27:59.810
Einsichten, wie wir glauben, dass solche Softwarepraktika gut

27:59.810 --> 28:00.750
funktionieren.

28:00.750 --> 28:06.470
Also erstmal, was passiert überhaupt in diesem PSE-Praktikum?

28:06.570 --> 28:11.570
Das Ziel ist, dass Teams von fünf Leuten, fünf Informatikstudentinnen

28:11.570 --> 28:16.670
und Studenten, im Team ein mittelgroßes Softwaresystem entwickeln.

28:16.850 --> 28:19.890
Und da geht es nicht nur um die Programmierung, sondern vor allem auch

28:19.890 --> 28:26.150
um Architekturentwurf und Qualitätssicherung und durchgehender Einsatz

28:26.150 --> 28:28.930
moderner objektorientierter Softwaretechnik.

28:28.930 --> 28:31.550
Und wenn Sie sich fragen, was heißt mittelgroß, ich kann es Ihnen

28:31.550 --> 28:36.450
sagen, wir reden hier über Systeme, die am Ende des Tages ungefähr 10

28:36.450 --> 28:41.270
.000 Zeilen Code umfassen, typischerweise implementiert in Java.

28:41.430 --> 28:44.310
Und für die Informatiker sage ich noch dazu, das ist in der

28:44.310 --> 28:49.350
Entwurfsphase ungefähr 50 bis 100 Klassen.

28:49.350 --> 28:54.030
Es ist nicht nur die Programmierung das Wesentliche, dafür haben wir

28:54.030 --> 28:56.690
eine eigene Veranstaltung schon im ersten Semester, sondern wirklich

28:56.690 --> 28:59.770
der gesamte Softwareentwicklungszyklus, insbesondere der

28:59.770 --> 29:03.290
objektorientierte Entwurf und auch eine integrierte

29:03.290 --> 29:04.330
Qualitätssicherung.

29:04.330 --> 29:10.710
Gut, und durch dieses Praktikum ist damals in den Informatik-Bachelor

29:10.710 --> 29:15.510
eine starke berufsqualifizierende Komponente ins Bachelorstudium

29:15.510 --> 29:19.850
reingekommen, denn professionelle Softwareentwicklungskompetenz ist

29:19.850 --> 29:22.770
ganz, ganz wichtig für alle Informatiker, weil sehr viele

29:22.770 --> 29:26.570
Informatiker, zum Beispiel die in der Industrie, viele Jahre als

29:26.570 --> 29:29.170
professionelle Softwareentwickler tätig sind.

29:29.170 --> 29:30.490
Deswegen brauchen wir das.

29:30.750 --> 29:33.310
So, und ich habe aber gesagt, es ist auch forschungsorientiert.

29:33.430 --> 29:37.610
Jawohl, es ist gleichzeitig auch forschungsorientiert, denn zwar ist

29:37.610 --> 29:42.490
einerseits der softwaretechnische Prozess vorgegeben, zum Beispiel die

29:42.490 --> 29:46.470
Sache mit dem objektorientierten Entwurf in UML, aber andererseits

29:46.470 --> 29:49.330
inhaltlich sind die Lehrstühle frei.

29:49.330 --> 29:52.810
Und man sollte vielleicht dazu sagen, jedes Semester machen da so 20

29:52.810 --> 29:57.610
bis 30 Lehrstühle mit und bieten Projekte an, die im Ablauf quasi alle

29:57.610 --> 30:02.650
gleich sind, aber im Inhalt typischerweise in die Forschung des

30:02.650 --> 30:04.310
Lehrstuhls einführen.

30:04.310 --> 30:08.230
Und deshalb forschungsorientierte Lehre.

30:09.770 --> 30:12.690
Gleichzeitig ist es aber auch ein Teamprojekt, also wir schlagen hier

30:12.690 --> 30:14.990
wirklich mehrere Fliegen mit einer Klappe.

30:15.490 --> 30:20.970
Deswegen sind auch Softskills eingebaut, die sind auch definiert als

30:20.970 --> 30:22.730
zu erwerbende Kompetenzen.

30:22.870 --> 30:26.250
Dazu gehört Projektmanagement, Präsentationstechnik sowieso,

30:26.730 --> 30:29.910
kommunikative Kompetenz und auch die Fähigkeit, in kritischen

30:29.910 --> 30:33.250
Projektplanen im Team mit Stress umzugehen.

30:33.330 --> 30:36.530
Das gehört für einen professionellen Informatiker auch dazu.

30:37.990 --> 30:42.570
Und die Ergebnisse, das kann man so sagen, die können sich wirklich

30:42.570 --> 30:43.290
sehen lassen.

30:43.470 --> 30:47.450
Die Projekte, die da am Ende entstehen, die haben von der Qualität her

30:47.450 --> 30:50.210
alle Industriestellern oder jedenfalls die meisten.

30:50.210 --> 30:54.590
Das gilt auch für die grafischen Oberflächen, die sehen immer ganz

30:54.590 --> 30:55.050
toll aus.

30:55.150 --> 30:57.210
Da geben die Studenten meistens besonders viel Mühe.

30:57.650 --> 31:00.930
Und nur um Ihnen mal klar zu machen, wie leistungsfähig die Studenten

31:00.930 --> 31:02.530
im dritten Semester schon sind.

31:02.970 --> 31:07.010
Also, wir haben ja hier insgesamt bei fünf Teilnehmern pro Team nur

31:07.010 --> 31:11.270
1500 Arbeitsstunden, nämlich gemäß der neuen Leistungspunkte sind es

31:11.270 --> 31:13.310
ungefähr 1500 Arbeitsstunden insgesamt.

31:13.310 --> 31:19.710
Und da kommen dann 10.000 Zeilen Code bei raus und das ist eine

31:19.710 --> 31:23.890
Produktivität, die ein mehrfaches des typischen Industriestandards

31:23.890 --> 31:24.990
ist.

31:25.890 --> 31:28.210
Und ein Grund ist natürlich die intensive Betreuung.

31:28.350 --> 31:32.290
Ein weiterer Grund sind die Vorkenntnisse aus dem ersten Studienjahr,

31:32.390 --> 31:35.010
wo ja schon sehr anspruchsvolle Grundlagen vorlesen stattfinden.

31:35.010 --> 31:38.450
Und ein dritter Grund ist natürlich, dass in der Industrie nicht nur

31:38.450 --> 31:44.010
KIT -Informatiker arbeiten, sondern auch umgelernte, was weiß ich.

31:44.730 --> 31:48.010
Also, diese Projekte, die werden dann am Tag der Informatik

31:48.010 --> 31:51.190
vorgestellt, die werden im Internet präsentiert, die werden von den

31:51.190 --> 31:54.990
Teilnehmern als Teil ihres Lebenslaufes betrachtet und deswegen kann

31:54.990 --> 31:58.870
man sagen, dass die ganze Veranstaltung ein großer Erfolg ist und

31:58.870 --> 32:02.710
deswegen hat sie ja auch den Fakultätslehrpreis damals schon gewonnen.

32:02.710 --> 32:07.010
Hier jetzt einige Faktoren, die sich als wichtig erwiesen haben.

32:07.710 --> 32:10.910
Zum Beispiel ist es so, dass die Teilnehmer sich sowohl ihr Projekt

32:10.910 --> 32:13.710
wünschen können, als auch ihre Teamzusammensetzung.

32:13.790 --> 32:17.450
Es gibt keine Garantie, dass das alles erfüllt werden kann, aber nach

32:17.450 --> 32:18.690
Möglichkeit wird es beachtet.

32:18.830 --> 32:22.370
Wir haben da extra so eine Optimierungssoftware mit Integer Linear

32:22.370 --> 32:27.890
Programming, die sozusagen die Summe der Teamzufriedenheiten bei der

32:27.890 --> 32:29.730
Projektwahl maximiert.

32:30.550 --> 32:34.870
Und das hat sich als wichtig erwiesen, denn wenn man sein

32:34.870 --> 32:39.290
Wunschprojekt im Wunschteam macht, dann ist man viel motivierter.

32:40.730 --> 32:43.610
Und wichtig ist auch ein gutes Betreuungsverhältnis.

32:44.090 --> 32:47.110
Also ist natürlich klar, das bindet immer eine sehr hohe Zahl von

32:47.110 --> 32:50.290
wissenschaftlichen Mitarbeitern, aber das muss sein.

32:50.410 --> 32:52.410
Wichtig ist auch ein klares Prozessmodell.

32:52.770 --> 32:54.610
Das ist bei uns Wasserfall mit Rückkopplung.

32:54.690 --> 32:56.470
Manche Leute sagen, das ist aber veraltet.

32:56.470 --> 33:01.090
Ich sage aber, für so ein Praktikum brauchen wir es trotzdem allein

33:01.090 --> 33:02.750
wegen dem klaren Zeitplan.

33:02.890 --> 33:06.270
Und der ist als Rückgrat, als Struktur für Betreuer und Teilnehmer

33:06.270 --> 33:07.190
wichtig.

33:07.610 --> 33:12.170
Und dann gibt es bei der intensiven Betreuung wöchentliche Treffen.

33:12.310 --> 33:16.570
Es müssen laufend Phasendokumente erstellt werden und Präsentationen

33:16.570 --> 33:16.830
gemacht.

33:16.830 --> 33:22.730
Und vor allem müssen auch die Betreuer ein bisschen Unterstützung

33:22.730 --> 33:25.510
bekommen, denn nicht alle sind gelernte Softwaretechniker.

33:25.670 --> 33:33.150
Und ein Grund, warum Lehre und Forschung hier das gefördert hat, ist,

33:33.330 --> 33:39.430
dass die Weiterbildung der Betreuer hier finanziert wurde, denn nicht

33:39.430 --> 33:42.550
alle Betreuer sind professionelle Softwareentwickler und können z.B.

33:42.630 --> 33:46.030
einen objektorientierten Entwurf vielleicht auch nicht viel besser als

33:46.030 --> 33:46.670
die Studenten.

33:46.810 --> 33:49.090
Und deswegen haben wir an der Front z.B.

33:49.250 --> 33:51.830
mit Weiterbildungsveranstaltungen nachgelegt.

33:52.650 --> 33:54.650
Dann ist es ja auch ein Teamverhalten, d.h.

33:54.790 --> 33:58.370
natürlich sind die technischen Resultate die Hauptgrundlage für die

33:58.370 --> 34:02.250
Bewertung, aber das Teamverhalten spielt durchaus auch eine Rolle.

34:02.810 --> 34:06.170
Es ist übrigens, will ich hier mal kurz sagen, entgegen anders

34:06.170 --> 34:09.230
lautenden Gerüchten durchaus so, dass die meisten Informatiker sehr

34:09.230 --> 34:13.850
gut im Team arbeiten können, aber manchmal gibt es doch welche, die,

34:14.150 --> 34:16.850
oh Wunder, gar nicht programmieren können, obwohl sie den

34:16.850 --> 34:18.810
Programmierschein aus dem ersten Semester haben.

34:19.250 --> 34:22.150
Oder manchmal gibt es auch welche, die sich auf die faule Hängematte

34:22.150 --> 34:23.870
legen und die anderen arbeiten lassen wollen.

34:24.710 --> 34:28.670
Und mit sowas müssen also Team und Betreuer umgehen können und das ist

34:28.670 --> 34:29.950
auch eine wertvolle Erfahrung.

34:29.950 --> 34:35.070
Es kommt nicht oft vor solche Negativfälle, aber es kommt vor.

34:35.370 --> 34:39.730
Und wir haben auch festgestellt, die Teamgröße 5 ist optimal, 6 ist

34:39.730 --> 34:43.510
schon zu viel Kommunikationsoverhead, 4 reicht nicht allein wegen dem

34:43.510 --> 34:45.150
Projektumfang.

34:45.750 --> 34:49.310
Das Ganze wäre nicht möglich, wenn wir nicht im ersten Jahr schon

34:49.310 --> 34:51.830
intensive Grundlagenveranstaltungen hätten, zum Beispiel

34:51.830 --> 34:55.150
Programmieren, Grundbegriffe der Informatik, Softwaretechnik,

34:55.190 --> 34:59.050
Vorlesung, aber auch Algorithmik und auch Mathematik.

34:59.230 --> 35:03.330
Nebst Tutorien, und das sind anstrengende Veranstaltungen, ja, also

35:03.330 --> 35:08.130
kuscheln geht anders in diesen Veranstaltungen, aber das muss so sein,

35:08.210 --> 35:11.230
denn die Fülle der wissenschaftlichen Grundlagen ist anders nicht zu

35:11.230 --> 35:12.350
bewältigen.

35:12.830 --> 35:16.370
Es ist auch so, dass man ins PSE nur reinkommt, wenn man die

35:16.370 --> 35:19.670
Orientierungsprüfung abgeschlossen hat und noch weitere Kriterien

35:19.670 --> 35:23.730
erfüllt hat und auch das muss sein, denn wer im Team arbeiten will,

35:23.830 --> 35:27.290
der muss erstmal seine eigene Kompetenz mitbringen, sonst funktioniert

35:27.290 --> 35:27.830
es nicht.

35:28.910 --> 35:31.970
Und da es immer wieder Leute gibt, die sagen, ihr verlangt aber

35:31.970 --> 35:37.430
ziemlich viel, dann sagen wir, ja, die Informatik am KIT betrachtet

35:37.430 --> 35:42.010
die Dinge vom Ende her, vom Studienabschluss, das heißt für uns ist

35:42.010 --> 35:46.030
das Maß auch bei den fachlichen Anforderungen der internationale Stand

35:46.030 --> 35:50.350
der Wissenschaft und auch die Anforderungen der Softwareindustrie, von

35:50.350 --> 35:53.910
denen es ja hier in der Region sehr viele gibt, das heißt, dass

35:53.910 --> 35:58.590
sozusagen die notwendigen Kompetenzen am Ende definieren, was im

35:58.590 --> 36:03.390
Studium kommen muss und nicht so, wie es vielleicht anderswo ist, dass

36:03.390 --> 36:07.150
man guckt, was bringen denn die Erstsemester für Fähigkeiten mit und

36:07.150 --> 36:10.410
da holt man sie dann ab, das ist eher nicht so unsere Philosophie.

36:10.410 --> 36:13.190
So, zum Schluss noch einige Evaluierungsergebnisse.

36:13.370 --> 36:18.010
Es gab eine große Sonderevaluierung von PSE mit einem extra

36:18.010 --> 36:23.350
Fragebogen, Dank an die Evaluierungsstelle dafür und es kam raus, dass

36:23.350 --> 36:26.410
tatsächlich die Teilnehmer hochmotiviert sind durch echte Forschung,

36:26.790 --> 36:30.030
dass tatsächlich die Mehrzahl der Projekte einen direkten Bezug hat

36:30.030 --> 36:31.410
zur Lehrstuhlforschung.

36:32.170 --> 36:36.870
Tatsächlich werden oft PSE-Projekte den Nachgang wirklich auch an den

36:36.870 --> 36:41.530
Lehrstühlen eingesetzt und auch die Studierenden begrüßen in den

36:41.530 --> 36:47.070
Freitexten ausdrücklich, dass es diesen Forschungsbezug gibt.

36:47.530 --> 36:52.670
Deswegen herzlichen Dank an Lehre und Forschung für die Förderung

36:52.670 --> 36:56.270
dieser wichtigen und erfolgreichen Veranstaltung.

36:56.530 --> 36:57.110
Vielen Dank.

36:59.130 --> 37:02.910
Wir wollen nun auch die PSE-Teams selbst noch einmal zu Wort kommen

37:02.910 --> 37:06.810
lassen und dazu spreche ich zuerst mit zwei Mitgliedern eines Teams,

37:07.110 --> 37:13.650
die ihr PSE im letzten Wintersemester 2019-2020 gemacht haben, nämlich

37:13.650 --> 37:18.790
mit Henriette Ferber und mit Julian Wachter.

37:19.310 --> 37:23.650
Der Name eurer Anwendung ist willkommen und da muss ich jetzt erstmal

37:23.650 --> 37:25.870
ganz allgemein fragen, worum geht es überhaupt?

37:26.550 --> 37:30.670
Es geht darum, Benchmarking zu machen.

37:30.830 --> 37:37.170
Also wir wissen ja alle, dass wir Software in Bezug auf bestimmte

37:37.170 --> 37:38.210
Parameter optimieren wollen.

37:38.350 --> 37:42.290
Das ist meistens Geschwindigkeit oder irgendwelche anderen schönen

37:42.290 --> 37:44.490
Eigenschaften, die die Software haben soll.

37:45.190 --> 37:49.170
Und Benchmarking gibt uns ein Tool, um das zu überprüfen.

37:49.650 --> 37:52.010
Und was tut euer Tool nun ganz konkret?

37:53.470 --> 37:56.970
Welcome nimmt irgendeine andere Software und kann sie ausführen und

37:56.970 --> 37:59.890
dabei Parameter, die von der Software gemessen werden, irgendwie

37:59.890 --> 38:02.990
aufbereiten und dann über verschiedene Versionen der Software hinweg

38:02.990 --> 38:07.690
tracken und dann in Grafen oder anderen Visualisierungen anzeigen, um

38:07.690 --> 38:10.630
die Entwicklung der Geschwindigkeit oder anderer Metriken im Laufe der

38:10.630 --> 38:11.510
Zeit darzustellen.

38:12.270 --> 38:15.150
Damit kann man dann genau sehen, an welchen Stellen vielleicht noch

38:15.150 --> 38:17.790
irgendwie Sachen verbessert werden sollten und ob irgendeine Änderung

38:17.790 --> 38:20.510
jetzt Vorteile gebracht hat oder ob es noch Sachen langsamer gemacht

38:20.510 --> 38:20.730
hat.

38:20.730 --> 38:24.090
Und es ist wichtig eben auch, dass wenn irgendwie eine Metrik besser

38:24.090 --> 38:26.450
geworden ist, kann es sein, dass andere Sachen eben schlechter

38:26.450 --> 38:27.050
geworden sind.

38:27.590 --> 38:30.490
Und die Sachen kann man eben dann gleichzeitig sehen im Laufe der Zeit

38:30.490 --> 38:33.190
und Anänderungen jeweils sich anschauen.

38:34.070 --> 38:37.370
Nun hat der Lehrstuhl das PSE-Projekt ja nicht einfach so

38:37.370 --> 38:40.890
ausgeschrieben, sondern das Forschungsprojekt Lean, das dort

38:40.890 --> 38:42.930
entwickelt wird, brauchte halt ein Benchmarksystem.

38:43.430 --> 38:48.250
Die sind also euch gegenüber als Kunden für euer Produkt aufgetreten.

38:48.250 --> 38:51.090
Wie hat euch diese Konstruktion gefallen?

38:51.790 --> 38:57.830
Es ist ganz schön zu trennen zwischen einer Betreuerinstanz, bei der

38:57.830 --> 39:03.390
man sich auch mit Fragen wenden kann bezüglich Organisationen oder

39:03.390 --> 39:07.870
Sorgen, die im Verlaufe des Projekts auftauchen und dann mit ganz

39:07.870 --> 39:15.090
technischen und wirklich projektspezifischen Details an den Kunden,

39:15.090 --> 39:18.650
der vielleicht auch hoffentlich eine genaue Vorstellung hat, was er

39:18.650 --> 39:22.210
von uns als Dienstleister in ganz großen Anführungsstrichen erwartet.

39:23.050 --> 39:26.550
Ihr fandet das also positiv, dass da jemand war, der an eurem Produkt

39:26.550 --> 39:29.910
interessiert war und der vielleicht ab und zu auch mal Druck gemacht

39:29.910 --> 39:31.450
hat, dass gewisse Features reinkommen?

39:32.130 --> 39:34.290
Auf jeden Fall hat er auch Motivation gebracht, weil man wusste,

39:34.770 --> 39:35.930
irgendwie irgendjemand wird es benutzen.

39:36.170 --> 39:39.870
Das heißt, es bringt auch wirklich was, wenn wir jetzt zum Beispiel

39:39.870 --> 39:43.650
diese eine Änderung machen, die der Kunde halt möchte, weil er das

39:43.650 --> 39:44.710
auch später benutzen möchte.

39:45.370 --> 39:49.750
Und nicht nur, weil wir haben jetzt noch eine Woche, die wollen wir

39:49.750 --> 39:50.010
füllen.

39:51.070 --> 39:54.770
Nun ist ja das PSE jetzt zu Ende, geht das Wellcome-Projekt trotzdem

39:54.770 --> 39:55.270
noch weiter?

39:55.910 --> 39:56.950
Ja, das tut es.

39:57.450 --> 40:00.810
Wir haben das Glück gehabt, das kam für uns auch ein bisschen

40:00.810 --> 40:07.710
überraschend, dass wir eine Stelle als Hilfskräfte, als studentische

40:07.710 --> 40:09.930
Hilfskräfte angeboten bekommen haben.

40:10.930 --> 40:15.330
Und wir entwickeln jetzt seit inzwischen einem Semester an Wellcome

40:15.330 --> 40:17.810
weiter und verbessern es immer weiter.

40:19.310 --> 40:22.690
Da möchte ich gerne auch mal über eure persönlichen Erfahrungen beim

40:22.690 --> 40:23.550
PSE sprechen.

40:23.790 --> 40:26.490
Ihr habt das ja in einer größeren Gruppe gemacht.

40:27.190 --> 40:28.930
Wie gut hat die Gruppenarbeit bei euch funktioniert?

40:28.930 --> 40:30.770
Ehrlich gesagt erstaunlich gut.

40:31.030 --> 40:34.410
Ich hätte am Anfang nicht gedacht, dass wir das so glatt über die Rüde

40:34.410 --> 40:34.790
bekommen.

40:35.290 --> 40:38.570
Wir hatten als Fünfergruppe, glaube ich, ganz gutes Glück, weil es

40:38.570 --> 40:39.510
menschlich gepasst hat.

40:40.550 --> 40:43.410
Wir hatten keine großen, eigentlich gar keine

40:43.410 --> 40:44.350
Meinungsverschiedenheiten.

40:44.830 --> 40:46.570
Und die Gruppendynamik war sehr angenehm.

40:46.690 --> 40:49.930
Wir wussten, wie wir uns organisieren, haben uns gleich sozusagen

40:49.930 --> 40:54.550
einen Plan gemacht, wo wir wann welche Fragen klären, wie wir uns

40:54.550 --> 40:54.830
treffen.

40:54.830 --> 40:59.350
Gut, in der Uni ist es natürlich gegeben, wir sehen uns jeden Tag in

40:59.350 --> 41:03.510
mindestens einer Vorlesung und können uns da mindestens mal zehn

41:03.510 --> 41:04.630
Minuten kurz austauschen.

41:06.150 --> 41:10.310
Und zuletzt möchte ich mal so fragen, würdet ihr PSE weiterempfehlen?

41:10.790 --> 41:12.890
Also ich würde es eindeutig weiterempfehlen.

41:13.050 --> 41:15.790
Einfach mal, weil man quasi im Gegensatz zu den anderen Vorlesungen,

41:15.890 --> 41:18.910
die man bis dahin hat, irgendwas in einem größeren Rahmen macht mit

41:18.910 --> 41:21.750
anderen Leuten zusammen, was auch praktisch eine gewisse Relevanz hat.

41:21.750 --> 41:25.590
Auch, dass das Arbeiten so einen Ausgleich zu dem anderen Teil des

41:25.590 --> 41:27.210
Studiums, zu dem theoretischen Teil gibt.

41:27.850 --> 41:33.350
Man hat dann so eine Art, sich auszuleben und man kommt auf ein

41:33.350 --> 41:35.010
anderes Gefühl fürs Probleme lösen.

41:35.610 --> 41:38.550
Probleme, die vielleicht keine perfekte Lösung haben und wo man

41:38.550 --> 41:43.150
Kompromisse finden muss, die nicht ganz so befriedigend sind, wie man

41:43.150 --> 41:43.750
es gerne hätte.

41:44.770 --> 41:48.270
Und mit denen man dann auch irgendwie leben muss und die man möglichst

41:48.270 --> 41:50.630
überzeugend auch darstellen muss.

41:50.630 --> 41:54.990
Das PSE war relativ viel Aufwand, aber es hat dafür auch wirklich

41:54.990 --> 41:58.910
irgendwie Spaß gemacht und war eine nette und motivierende Erfahrung.

42:00.650 --> 42:04.350
Dann bedanke ich mich herzlich für das Gespräch bei Henriette Färber

42:04.350 --> 42:06.790
und Julian Bachter vom PSE-Team.

42:06.990 --> 42:07.450
Willkommen!

42:08.230 --> 42:08.790
Dankeschön!

42:08.830 --> 42:11.650
Und wir werden als nächstes noch mit einem PSE-Team sprechen, das

42:11.650 --> 42:15.410
schon vor längerer Zeit sein Projekt abgeschlossen hat, nämlich im

42:15.410 --> 42:17.130
Sommersemester 2017.

42:18.330 --> 42:23.930
Und aus diesem Team spreche ich jetzt mit Chiara Staudenmayr, Johanna

42:23.930 --> 42:29.950
Plebnier, Pascal Zwick und Benedikt Wagner.

42:31.890 --> 42:36.870
Der Titel eures PSE-Projektes ist Relationaler Debugger und da möchte

42:36.870 --> 42:40.930
ich, um ganz vorne anzufangen, mal zuerst fragen, was ist eigentlich

42:40.930 --> 42:41.570
ein Debugger?

42:41.570 --> 42:46.890
Wenn man sich ein Programm betrachtet, dann besteht es aus ganz vielen

42:46.890 --> 42:49.470
Zeilencode, die nacheinander ausgeführt werden.

42:50.590 --> 42:53.470
Und mit Hilfe von einem Debugger kann man das Programm an einer

42:53.470 --> 42:57.510
bestimmten Stelle pausieren und dann einzeln per Knopfdruck bestimmte

42:57.510 --> 42:59.790
Befehle nacheinander abarbeiten lassen.

42:59.950 --> 43:01.190
Also immer ein Befehl nach dem anderen.

43:01.810 --> 43:04.790
Und was macht ein Debugger jetzt zu einem relationalen Debugger?

43:05.530 --> 43:08.950
Bei einem relationalen Debugger, den wir jetzt gebaut haben, da kann

43:08.950 --> 43:11.710
man mehrere Programme gleichzeitig miteinander vergleichen.

43:11.830 --> 43:12.470
Also wenn man jetzt z.B.

43:12.610 --> 43:19.070
zwei Programme A und B hat, dann kann man im Endeffekt jetzt beide

43:19.070 --> 43:22.330
Programme an einer bestimmten Stelle anhalten lassen und in beiden

43:22.330 --> 43:24.190
gleichzeitig einen Befehl ausführen.

43:24.950 --> 43:27.150
Und dazu kann man sich halt Relationen betrachten.

43:27.330 --> 43:27.750
Also z.B.

43:27.970 --> 43:31.390
wir haben eine Variable x im Programm A und eine Variable y im

43:31.390 --> 43:31.990
Programm B.

43:31.990 --> 43:33.790
Wie stehen die jetzt zueinander?

43:34.670 --> 43:37.610
Und das ist im Endeffekt der Hauptgrund, was uns an Debugger jetzt

43:37.610 --> 43:38.470
relational macht.

43:39.850 --> 43:43.310
Wir wollen ja jetzt auch über die Forschungsorientierung des PSE

43:43.310 --> 43:43.810
sprechen.

43:44.490 --> 43:47.770
Wie passt denn euer Projekt da in die Forschung des Lehrstuhls, der

43:47.770 --> 43:49.050
euch betreut hat, hinein?

43:49.930 --> 43:55.110
Ja, also in der Forschung am Lehrstuhl, da werden unter anderem die

43:55.110 --> 43:59.810
Beziehungen zwischen Programmen automatisiert, formal untersucht.

44:00.550 --> 44:04.770
Also man will beispielsweise gegeben zwei Programme beweisen, dass

44:04.770 --> 44:06.810
diese äquivalent sind und das automatisiert.

44:07.530 --> 44:09.570
Das heißt, dafür werden dann Werkzeuge entwickelt.

44:10.750 --> 44:13.350
Wenn jetzt diese Werkzeuge in die Sackgasse kommen, kann man unser

44:13.350 --> 44:20.870
Tool verwenden und die Programme mit festen Eingaben debuggen, das

44:20.870 --> 44:25.110
heißt Schritt für Schritt ausführen und bekommt so einen Eindruck über

44:25.110 --> 44:28.830
die Beziehung der Programme und erhält auch Zusatzinformationen, die

44:28.830 --> 44:32.410
dann zwar noch nicht bewiesen ist, aber die man dann nutzen kann, um

44:32.410 --> 44:35.570
in den Werkzeugen, die am Lehrstuhl entwickelt werden, eben

44:35.570 --> 44:36.910
Fortschritte zu machen.

44:37.050 --> 44:41.510
Und das unterstützt so den ganzen Prozess der Verifikation von

44:41.510 --> 44:43.190
Beziehungen von Programmen.

44:44.090 --> 44:47.130
Ist denn hinterher aus dem PSE-Projekt noch was geworden?

44:47.270 --> 44:48.110
Ging es irgendwie weiter?

44:49.070 --> 44:54.030
Ja, also am Lehrstuhl wurde nach dem Projekt eine Publikation

44:54.030 --> 44:59.190
verfasst, die im Prinzip unser Tool beschreibt und die wurde dann

44:59.190 --> 45:02.770
veröffentlicht auf einem europäischen Workshop.

45:04.110 --> 45:08.130
Und da standen wir dann als Autoren drauf, weil wir ja das Tool gebaut

45:08.130 --> 45:11.930
haben und das war schon eine große Anerkennung für uns im Nachhinein.

45:12.910 --> 45:17.270
Das hat dann auch im Nachhinein noch gezeigt, dass unser Projekt jetzt

45:17.270 --> 45:21.950
nicht nur die pure Beschäftigung von Studierenden ist, sondern dass es

45:21.950 --> 45:26.870
eben Bezug zur Forschung hat und auch wirklich unsere Betreuer in

45:26.870 --> 45:28.690
ihrer Forschung auch weitergebracht hat.

45:29.330 --> 45:30.270
Wie sieht es mit euch selbst aus?

45:30.310 --> 45:32.010
Hat euch das PSE auch weitergebracht?

45:32.210 --> 45:35.450
Habt ihr was Wichtiges gelernt, das ihr jetzt mitnehmen könnt?

45:35.450 --> 45:37.330
Ja, definitiv.

45:37.630 --> 45:40.890
Vor allem war es so, dass wir feststellen mussten, dass man am Anfang

45:40.890 --> 45:44.430
vielleicht ein bisschen kleiner träumen sollte, was die Anforderungen

45:44.430 --> 45:44.890
angeht.

45:45.210 --> 45:48.170
Das wurde einem zwar vorher 50 Mal wahrscheinlich gesagt in der

45:48.170 --> 45:52.110
Vorlesung, aber so wirklich gelernt hat man das erst durch das PSE.

45:53.250 --> 45:56.190
Bei mir war es zum Beispiel so, ich habe mich in der Implementierung

45:56.190 --> 46:00.250
hauptsächlich um die Benutzeroberfläche gekümmert und ich habe dann im

46:00.250 --> 46:04.470
Nachhinein mich eben tatsächlich für Vorlesungen in die Richtung

46:04.470 --> 46:05.030
interessiert.

46:05.030 --> 46:08.230
Und dann möchte ich euch zum Schluss noch fragen, wie hat euch das PSE

46:08.230 --> 46:09.570
denn gefallen so insgesamt?

46:10.390 --> 46:14.010
Wenn ich für uns alle sprechen kann, dann, dass es definitiv sehr viel

46:14.010 --> 46:14.870
Spaß gemacht hat.

46:15.430 --> 46:17.850
Es war eine sau coole Zeit eigentlich so zusammen so ein

46:17.850 --> 46:18.890
Softwareprojekt zu machen.

46:19.470 --> 46:22.690
Die Publikation war natürlich klasse so im Nachhinein, aber wir fanden

46:22.690 --> 46:25.510
das PSE auch schon, während wir es gemacht haben, echt super.

46:26.270 --> 46:29.450
Ein Grund dafür war mit Sicherheit, dass wir einfach gesehen haben,

46:29.610 --> 46:32.770
dass hinter unserem Projekt noch ein Forschungsbezug steht, dass es

46:32.770 --> 46:34.150
irgendwie einen Sinn hat, was wir machen.

46:34.690 --> 46:37.870
Aber ein anderer großer Grund war mit Sicherheit auch, dass wir uns

46:37.870 --> 46:41.910
halt alle in unseren eigenen Interessenbereichen irgendwo einbringen

46:41.910 --> 46:46.730
konnten und so dann zusammen dieses Projekt zu einem doch relativ

46:46.730 --> 46:48.410
erfolgreichen Abschluss bringen konnten.

46:49.670 --> 46:52.290
Dann möchte ich mich auch für dieses Gespräch ganz herzlich bedanken

46:52.290 --> 46:56.910
bei Chiara Staudenmayer, Joanna Plevinia, Pascal Zwick und Benedikt

46:56.910 --> 47:00.270
Wagner vom PSE-Team, ein relationaler Debugger.

47:02.190 --> 47:06.130
Und Ihnen, liebe Zuschauerinnen und Zuschauer, danke ich für Ihr

47:06.130 --> 47:09.610
Interesse am PSE und ich hoffe, dass wir Ihnen die Praxis der

47:09.610 --> 47:11.770
Softwareentwicklung hiermit näher bringen konnten.

47:13.110 --> 47:16.790
Dann würde ich glaube ich direkt zum letzten Programmpunkt kommen.

47:16.790 --> 47:18.730
Ich habe noch sechs Minuten, das denke ich schaffe ich.

47:20.450 --> 47:25.030
Und zwar würde ich gerne die sogenannten Masterprofile vorstellen.

47:25.190 --> 47:30.010
Das ist ein neuartiges Konzept für die interdisziplinäre Lehre, das

47:30.010 --> 47:34.930
unter anderem mit Forschung, mit Unterstützung von Lehrehochforschung

47:34.930 --> 47:39.910
an der KIT-Fakultät für Informatik entwickelt und erprobt wurde.

47:39.910 --> 47:43.290
Was ist jetzt so ein Masterprofil?

47:43.390 --> 47:47.790
Das ist im Wesentlichen ein Instrument für die disziplinübergreifende

47:47.790 --> 47:51.030
Strukturierung des Informatik-Masterstudiums.

47:51.770 --> 47:55.890
Das bedeutet konkret, dass wir den Studenten, wenn sie am Anfang ihres

47:55.890 --> 48:00.330
Masterstudiums stehen, ein Instrument an die Hand geben, mit dem sie

48:00.330 --> 48:04.230
sich für bestimmte Bereiche der Informatik, für die sie sich

48:04.230 --> 48:09.350
interessieren, also sagen wir mal Bildverarbeitung oder Sicherheit

48:09.350 --> 48:13.390
oder gesellschaftliche Aspekte, dass sie sich für diese Bereiche

48:13.390 --> 48:16.370
relevante Veranstaltungen heraussuchen können.

48:16.770 --> 48:21.770
Und zusätzlich bekommen sie dann am Ende ihres Studiums, wenn sie

48:21.770 --> 48:25.010
bestimmte Voraussetzungen erfüllen, das bedeutet im Wesentlichen, dass

48:25.010 --> 48:28.630
sie bestimmte Veranstaltungen belegt haben, die einem Profil

48:28.630 --> 48:32.950
zugeordnet wurden, ein Zusatzzertifikat und mit diesem

48:32.950 --> 48:36.810
Zusatzzertifikat können sie sich dann an einen Arbeitgeber zum

48:36.810 --> 48:40.490
Beispiel wenden und können dokumentieren, dass sie für diesen

48:40.490 --> 48:44.930
Profilbereich bestimmte vertiefende Kenntnisse erworben haben.

48:45.390 --> 48:48.410
Und damit wollen wir im Wesentlichen sowas wie ein flexibles

48:48.410 --> 48:51.670
Alternativkonzept zum Bindestrich-Informatiker schaffen.

48:52.660 --> 48:55.770
Ich habe das hier nochmal ganz kurz zusammengefasst.

48:56.850 --> 49:00.530
Also im Wesentlichen sollen die Profile des Informatikstudiums über

49:00.530 --> 49:03.990
die verschiedenen vorhandenen Vertiefungsfächer, die wir ja trotzdem

49:03.990 --> 49:08.710
haben und auch behalten wollen, hinaus eine Struktur schaffen und zwar

49:08.710 --> 49:12.330
ohne, dass wir dafür die renommierte thematische Breite des

49:12.330 --> 49:18.470
Masterstudiengangs Informatik am KIT verzichten müssen.

49:19.590 --> 49:25.230
Ein paar Fakten zu den Masterprofilen eingeführt wurden, die eben, wie

49:25.230 --> 49:28.110
eben schon angedeutet, mit Unterstützung von Lehre Hochforschung,

49:28.170 --> 49:33.110
unter anderem im Wintersemester 17-18 mit insgesamt neun Profilen.

49:33.170 --> 49:36.910
Wir haben dabei darauf geachtet, dass wir einen ausgewogenen Anteil an

49:36.910 --> 49:38.230
Praxis und Theorie haben.

49:38.710 --> 49:41.450
Zusätzlich wurden noch fünf neue Ergänzungsfächer geschaffen,

49:41.610 --> 49:45.450
insbesondere für diesen interdisziplinären Ansatz und natürlich

49:45.450 --> 49:48.190
entsprechende Beispielstudienpläne, Informationsveranstaltungen, was

49:48.190 --> 49:49.030
man halt so braucht.

49:49.530 --> 49:53.210
Wichtiges Standbein des Projekts war unter anderem auch die

49:53.210 --> 49:55.590
kontinuierliche Evaluation und Nachbesserung.

49:55.690 --> 49:59.050
Wir sind uns natürlich bewusst, dass das gewissermaßen ein Experiment

49:59.050 --> 50:02.070
ist und jedes Experiment muss beobachtet und evaluiert werden und das

50:02.070 --> 50:04.790
haben wir natürlich für die Masterprofile auch getan.

50:05.390 --> 50:09.490
Und wir sind eigentlich mit dem Outcome von dem Projekt relativ

50:09.490 --> 50:10.430
zufrieden bisher.

50:10.430 --> 50:14.150
Obwohl das erst 17-18 gestartet hat, haben wir bereits über 50

50:14.150 --> 50:16.470
zufriedene Teilnehmer für die Profile.

50:16.870 --> 50:21.130
Auf der Folie habe ich mal die momentan existierenden neun Profile

50:21.130 --> 50:22.470
aufgelistet.

50:22.510 --> 50:27.450
Man kann sehen, es prägt eine breite thematische Gebiete der

50:27.450 --> 50:30.170
Informatik ab, also von datenintensivem Rechnen über die

50:30.170 --> 50:32.850
Energieinformatik bis hin zu Visual Computing.

50:32.990 --> 50:36.350
Also für die meisten Studierenden, denke ich, ist da was dabei, wofür

50:36.350 --> 50:38.470
sie sich eventuell interessieren könnten.

50:39.890 --> 50:43.770
Hier ist noch eine Folie, wie das im Detail für ein einzelnes Profil

50:43.770 --> 50:44.090
aussieht.

50:44.210 --> 50:46.150
Das hängt jetzt natürlich sehr davon ab, welches Profil wir

50:46.150 --> 50:46.570
betrachten.

50:46.670 --> 50:49.930
Das ist jetzt mal das Profil Internet und Gesellschaft, weil das eben

50:49.930 --> 50:52.450
diesen interdisziplinären Aspekt sehr schön betont.

50:52.710 --> 50:55.230
Da geht es eben auf der einen Seite um die rein technischen

50:55.230 --> 50:58.530
informatischen Konstrukte, also Konzipierung, Realisierung und Nutzung

50:58.530 --> 51:02.610
von sogenannten Internet-basierten Diensten, aber eben auf der anderen

51:02.610 --> 51:07.610
Seite auch um die gesellschaftlichen Auswirkungen dieser Technologie,

51:07.610 --> 51:11.090
mit der wir ja alle irgendwie Kontakt haben.

51:11.390 --> 51:14.010
Also beispielsweise, wie sieht es aus mit Selbstbestimmung im

51:14.010 --> 51:14.310
Internet?

51:14.450 --> 51:15.870
Wie sieht es aus mit der Datennutzung?

51:16.610 --> 51:21.690
Und das fließt hier ein in das sogenannte neue Ergänzungsfach, das

51:21.690 --> 51:26.690
eben speziell kreiert wurde im Rahmen des Projekts gesellschaftliche

51:26.690 --> 51:29.590
Aspekte, das eben aus Bereichen der Rechtswissenschaft besteht und aus

51:29.590 --> 51:31.430
Bereichen der Philosophie und Soziologie.

51:32.150 --> 51:35.290
Und was man eben auch schön sehen kann hier in der Folie ist, und das

51:35.290 --> 51:37.650
gilt nicht nur für dieses Masterprofil, das gilt tatsächlich für alle

51:37.650 --> 51:41.090
Masterprofile, dass die Masterarbeit, die man am Ende schreibt, eben

51:41.090 --> 51:43.750
nachher zwingend diesem Profil zugeordnet sein muss.

51:43.970 --> 51:46.130
Würde in dem Fall eben bedeuten, man müsste eben auch eine

51:46.130 --> 51:48.590
interdisziplinäre Masterarbeit schreiben.

51:50.550 --> 51:52.830
Hier auf der Folie, also die kontinuierliche Evaluation habe ich

51:52.830 --> 51:53.470
bereits erwähnt.

51:53.510 --> 51:55.930
Ich will das jetzt gar nicht alles im Detail durchgehen.

51:56.750 --> 51:59.690
Da sind natürlich verschiedene Dinge passiert, also von der Beratung

51:59.690 --> 52:02.510
und Planung über verschiedene Informationsangebote, die kreiert werden

52:02.510 --> 52:05.230
mussten, Werbung, die in verschiedenen Veranstaltungen geschaltet

52:05.230 --> 52:05.530
wurde.

52:05.650 --> 52:08.690
Wir haben unter anderem uns auch in diesen Orientierungsprozess, den

52:08.690 --> 52:13.030
es am KIT gibt, mit dem neue Studenten reingeführt werden ins Studium,

52:13.130 --> 52:15.830
versucht zu synchronisieren, damit sie eben auf das neue Angebot auch

52:15.830 --> 52:19.190
tatsächlich aufmerksam werden können.

52:19.710 --> 52:23.170
Wir haben Diskussionsrunden durchgeführt, wir haben auch Umfragen

52:23.170 --> 52:26.630
durchgeführt, einige davon relativ groß angelegt, mit vielen

52:26.630 --> 52:28.130
Teilnehmern, Online-Befragungen.

52:29.190 --> 52:33.630
Ich habe hier mal ein Ergebnis der aktuellsten Online-Befragung

52:33.630 --> 52:37.510
rausgegriffen, die ist jetzt gerade im August 2020 durchgeführt

52:37.510 --> 52:41.050
worden, unter insgesamt ungefähr 350 Informatikstudenten.

52:41.330 --> 52:43.610
Wir haben vorhin die Zahlen von Professor Beckert gesehen.

52:43.770 --> 52:47.650
Das sind fast 10 Prozent der Studierenden der Fakultät, die da befragt

52:47.650 --> 52:47.890
wurden.

52:47.950 --> 52:50.490
Das ist eine relativ große Stichprobe.

52:51.090 --> 52:55.730
Von diesen 350 Studenten haben 54 aktiv ein Profil belegt.

52:55.730 --> 52:59.310
Und unter diesen 54 haben wir dann unter anderem die Frage gestellt,

52:59.630 --> 53:02.470
würden Sie denn Ihr Master-Profil, das Sie belegt haben,

53:02.570 --> 53:02.840
weiterempfehlen?

53:03.770 --> 53:09.530
Und da haben 98 Prozent, also 53 von 54 Teilnehmern gesagt, ja, ich

53:09.530 --> 53:11.150
würde mein Profil weiterempfehlen.

53:11.250 --> 53:14.990
Das ist natürlich für uns jetzt eine schöne Bestärkung, dass das

53:14.990 --> 53:18.310
Konzept und auch die Umsetzung dieses neuen Konzepts gut bei der

53:18.310 --> 53:19.870
Studierendenschaft ankommt.

53:19.870 --> 53:21.710
Ganz kurzes Fazit.

53:22.550 --> 53:27.810
Die Ausprägung dieses Experiments der Master-Profile am KIT, das

53:27.810 --> 53:29.190
verlief sehr zufriedenstellend.

53:29.810 --> 53:33.070
Das Konzept ist mittlerweile erfolgreich in den Regelbetrieb

53:33.070 --> 53:36.050
übergegangen und das war genau das Ziel, das wir uns für diese

53:36.050 --> 53:38.510
Förderperiode, für die letzte Förderperiode von Lehre und Forschung

53:38.510 --> 53:39.150
gesetzt hatten.

53:39.870 --> 53:42.690
Wir haben sehr viel positives Feedback von den unterschiedlichen

53:42.690 --> 53:46.170
Stellen bekommen und planen deshalb auch, das mit den Master-Profilen

53:46.170 --> 53:47.160
in Zukunft fortzusetzen.

53:48.100 --> 53:50.660
Soviel dazu von meiner Seite.

