WEBVTT

00:00.000 --> 00:04.060
Sie haben in der Vorlesung inzwischen eine ganz abstrakte Einführung

00:04.060 --> 00:05.780
in das Thema Mengenlehre bekommen.

00:06.720 --> 00:10.140
Und in diesem Video möchte ich Ihnen ein kleines Beispiel geben, wie

00:10.140 --> 00:14.380
Sie das Gelernte jetzt einsetzen können, um wirklich etwas Praxisnahes

00:14.380 --> 00:15.360
damit zu bearbeiten.

00:16.380 --> 00:20.380
Bei diesem Beispiel geht es um Projektarbeit, um das Zusammenarbeiten

00:20.380 --> 00:24.720
von verschiedenen Personen in verschiedenen Teilprojekten und darum,

00:24.840 --> 00:28.900
wie wir die Mengenlehre nützen können, um diese Sachverhalte möglichst

00:28.900 --> 00:33.040
systematisch aufzuschreiben und zu formalisieren.

00:34.040 --> 00:38.380
Denn Projektarbeit und das Zusammenarbeiten in großen Projekten ist

00:38.380 --> 00:40.340
oft in der Praxis schwierig zu koordinieren.

00:40.600 --> 00:43.140
Da ist nicht klar, welche Personen jetzt an welcher Teilaufgabe

00:43.140 --> 00:46.120
arbeiten, welche Teilaufgaben es überhaupt gibt, wie die

00:46.120 --> 00:47.400
zusammenhängen und so weiter.

00:48.080 --> 00:51.720
Und hier kann Ihnen Beschreibungen aus der Mengenlehre tatsächlich

00:51.720 --> 00:54.900
weiterhelfen, das in gewisser Weise zu systematisieren.

00:55.380 --> 00:58.480
Und das werden wir anhand von diesem Beispiel mal im Kleinen uns

00:58.480 --> 01:01.820
angucken, wie das gehen könnte und wo da Mengenlehre zum Einsatz

01:01.820 --> 01:02.120
kommt.

01:03.560 --> 01:07.500
Bevor wir das tun können, noch ein paar Sprechweisen hier in Form

01:07.500 --> 01:11.940
einer Definition, die wir brauchen, um eben weiter hier in der

01:11.940 --> 01:13.440
Formalisierung voranzuschreiten.

01:13.980 --> 01:17.400
Diese Definition ist aber nur für dieses Beispiel notwendig.

01:17.440 --> 01:19.520
In der weiteren Vorlesung spielt die keine Rolle.

01:20.500 --> 01:22.160
Zunächst eine kleine Einführung.

01:23.020 --> 01:24.220
Mengensysteme, was sind das?

01:24.300 --> 01:27.960
Das sind Mengen, deren Elemente selbst wieder Mengen sind.

01:28.820 --> 01:32.440
Sie kennen bereits ein ganz wichtiges Mengensystem, nämlich die

01:32.440 --> 01:32.730
Potenzmenge.

01:33.900 --> 01:38.400
Wenn Sie eine Grundmenge, sagen wir Groß-Omega, vorgegeben haben, dann

01:38.400 --> 01:42.660
ist die Potenzmenge von Groß-Omega die Menge von allen Teilmengen

01:42.660 --> 01:43.800
dieser Grundmenge.

01:44.200 --> 01:47.940
Dazu zählt insbesondere auch die leere Menge und die Menge Groß-Omega

01:47.940 --> 01:48.300
selbst.

01:49.720 --> 01:54.440
In der folgenden Definition haben wir genau eine solche Grundmenge

01:54.440 --> 01:55.800
Omega vorgegeben.

01:56.120 --> 01:56.940
Die sei nicht leer.

01:58.000 --> 02:03.580
Und wir fixieren weiterhin eine Teilmenge, calligrafisch h, von der

02:03.580 --> 02:04.460
Potenzmenge.

02:06.780 --> 02:09.220
Das heißt, in der Definition brauchen Sie die Grundmenge und

02:09.220 --> 02:11.540
irgendeine Teilmenge von der Potenzmenge.

02:11.980 --> 02:15.120
Und dann legen wir jetzt für diese beiden Objekte gewisse Sprechweisen

02:15.120 --> 02:15.500
fest.

02:16.840 --> 02:22.700
Später werden wir auf ganz natürliche Weise diese Grundmenge und diese

02:22.700 --> 02:26.200
Teilmenge der Potenzmenge bekommen, um es dann eben im Beispiel mal

02:26.200 --> 02:27.260
illustriert zu sehen.

02:29.000 --> 02:34.600
Zunächst nennt man das Tuple, was besteht aus der Grundmenge Groß

02:34.600 --> 02:38.260
-Omega und dieser Teilmenge der Potenzmenge calligrafisch h.

02:38.760 --> 02:41.200
Das nennen wir im folgenden Hypergraph.

02:41.900 --> 02:43.620
Das ist einfach nur eine Namensgebung.

02:44.530 --> 02:48.620
Und die Elemente aus der Grundmenge, die nennen wir Knoten.

02:49.760 --> 02:53.640
Und die Elemente aus der Teilmenge der Potenzmenge, aus dem

02:53.640 --> 02:57.440
calligrafisch h, die werden Hyperkanten genannt.

02:58.800 --> 03:02.500
Jetzt könnte es ja sein, dass diese Teilmenge der Potenzmenge nur

03:02.500 --> 03:04.560
zweielementige Mengen enthält.

03:05.080 --> 03:08.440
Das heißt, dass alle Elemente aus calligrafisch h genau aus zwei

03:08.440 --> 03:09.320
Elementen bestehen.

03:09.320 --> 03:13.500
Und ist das der Fall, dann vereinfacht sich die Gesprächweise hier ein

03:13.500 --> 03:13.740
bisschen.

03:14.280 --> 03:17.240
Dann spricht man bei dem Tuple nicht von einem Hypergraphen, sondern

03:17.240 --> 03:19.440
einfach nur von einem Graphen.

03:19.980 --> 03:23.660
Und die Elemente von calligrafisch h heißen dann nicht Hyperkanten,

03:23.960 --> 03:25.020
sondern nur Kanten.

03:27.420 --> 03:29.920
Diese Sprechweisen hier, die werden Ihnen gleich im Beispiel wieder

03:29.920 --> 03:30.360
begegnen.

03:31.280 --> 03:33.660
Aber wie müssen Sie es prinzipiell vorstellen?

03:34.520 --> 03:38.120
Nun, Sie haben eine Grundmenge von Objekten, das sind die Elemente aus

03:38.120 --> 03:38.780
Groß -Omega.

03:38.780 --> 03:42.420
Und nun stehen manche dieser Objekte in Verbindung miteinander.

03:43.160 --> 03:46.420
Und das wird über diese Teilmenge der Potenzmenge, über dieses

03:46.420 --> 03:48.880
calligrafisch h, charakterisiert.

03:49.600 --> 03:54.080
Und dabei umfasst jedes Element aus calligrafisch h, was ja eine

03:54.080 --> 04:00.460
Teilmenge von Omega ist, immer eine gewisse Menge von Knoten aus der

04:00.460 --> 04:01.000
Grundmenge.

04:01.400 --> 04:04.800
Und diese Knoten sind dann durch die entsprechende Hyperkante

04:04.800 --> 04:06.300
miteinander verbunden.

04:07.540 --> 04:10.380
Das werden Sie jetzt auch gleich anhand des Beispiels nochmal schön

04:10.380 --> 04:12.660
sehen, wo das eine Rolle spielt.

04:13.340 --> 04:15.940
Also kommen wir direkt zur Modellierung, direkt zum ganz konkreten

04:15.940 --> 04:16.320
Beispiel.

04:16.840 --> 04:18.340
Wie schon gesagt, es geht um Projektarbeit.

04:19.400 --> 04:21.600
Sagen wir, wir haben insgesamt sechs Mitarbeiter.

04:21.980 --> 04:26.940
Die sind bezeichnet mit P1 bis P6, also Person 1, Person 2 und so

04:26.940 --> 04:27.160
weiter.

04:28.040 --> 04:31.540
Und die arbeiten an einem sehr großen Projekt zusammen.

04:31.860 --> 04:34.620
Zum Beispiel an dem Bau einer Brücke oder Ähnlichem.

04:34.620 --> 04:39.480
Und dieses große Projekt, das gliedert sich jetzt wiederum auf in vier

04:39.480 --> 04:44.960
kleinere Teilprojekte, die wir mit TP1 bis TP4 bezeichnen.

04:45.420 --> 04:48.560
Also Teilprojekt 1 bis Teilprojekt 4.

04:50.180 --> 04:54.740
Und die Zusammenarbeit von den einzelnen Mitarbeitern in den einzelnen

04:54.740 --> 04:58.920
Teilprojekten, die ist hier anhand von einem Diagramm, von diesem Venn

04:58.920 --> 05:01.120
-Diagramm, was Sie hier sehen, dargestellt.

05:01.880 --> 05:07.260
Das heißt zum Beispiel hier, dieser gelbe Bereich, der deutet an, dass

05:07.260 --> 05:12.120
Person 3, Person 5 und Person 6 in einem Teilprojekt zusammenarbeiten.

05:13.100 --> 05:17.180
Genauso wie hier das Grüne andeutet, dass Person 1 und Person 2 in

05:17.180 --> 05:18.600
einem Teilprojekt zusammenarbeiten.

05:19.200 --> 05:22.400
Das heißt, die bunten Flächen, die repräsentieren die Teilprojekte und

05:22.400 --> 05:26.540
die einzelnen Punkte, die Personen P1 bis P6.

05:28.300 --> 05:30.840
Das ist hier nochmal schön systematisch aufgeschrieben.

05:31.120 --> 05:34.840
Also, die Grundmenge, die gerade in der Definition aufgetaucht ist,

05:35.260 --> 05:38.340
die ist in unserem Beispiel die Menge der Mitarbeiter.

05:38.660 --> 05:39.680
Das ist das große Omega.

05:40.160 --> 05:43.940
Darin sind alle Mitarbeiter P1 bis P6 zusammengefasst.

05:45.680 --> 05:49.620
Dann haben wir diese vier Teilprojekte und wir lesen einfach anhand

05:49.620 --> 05:53.240
von diesem Diagramm hier oben ab, welches Teilprojekt welchen

05:53.240 --> 05:54.180
Mitarbeiter umfasst.

05:54.840 --> 05:57.980
Ich markiere hier oben in der Skizze mal noch, welche Farbe für

05:57.980 --> 05:59.200
welches Projekt steht.

05:59.200 --> 06:03.440
Also hier unten steht ja, Teilprojekt 1 besteht aus den Mitarbeitern

06:03.440 --> 06:04.780
P1 und P2.

06:05.280 --> 06:08.440
Das heißt, das Grüne hier, das ist Teilprojekt 1.

06:09.520 --> 06:12.200
Teilprojekt 2 besteht nur aus Mitarbeiter 3.

06:12.760 --> 06:16.520
Das heißt, das Rote hier, das ist Teilprojekt 2.

06:18.180 --> 06:24.000
Teilprojekt 3 besteht aus Person 1, Person 2, Person 4 und Person 5.

06:24.120 --> 06:27.240
Das heißt, dass dieses Blaue hier, das ist Teilprojekt Nummer 3.

06:29.180 --> 06:33.460
Und das Gelbe, zu guter Letzt, ist Teilprojekt 4, bestehend aus Person

06:33.460 --> 06:35.380
3, 5 und 6.

06:40.200 --> 06:44.620
Sie sehen, die Teilprojekte sind also modelliert als Teilmengen von

06:44.620 --> 06:46.980
der Grundmenge von Omega.

06:47.920 --> 06:50.900
Das heißt, jedes von diesen Teilprojekten fassen wir jetzt als eine

06:50.900 --> 06:51.980
Hyperkante auf.

06:52.700 --> 06:55.420
Und wenn Sie alle Teilprojekte wiederum zusammen in eine Menge

06:55.420 --> 06:59.120
stecken, dann bekommen Sie genau eine Teilmenge von der Potenzmenge

06:59.120 --> 06:59.760
von Omega.

07:00.580 --> 07:03.600
Und diese Teilmenge war vorhin in der Definition die Menge

07:03.600 --> 07:06.800
calligraphisch H, die Menge der Hyperkanten.

07:08.540 --> 07:11.660
Und anhand von solchen Hyperkanten können Sie eben genau ablesen,

07:11.980 --> 07:15.420
welche Mitarbeiter in welchem Teilprojekt miteinander arbeiten.

07:17.020 --> 07:19.160
Hier ist es nochmal aufgeführt.

07:19.260 --> 07:20.900
Wie sehen die Hyperkanten aus?

07:20.900 --> 07:24.560
Also die Hyperkanten benennen Sie ebenfalls wie in der Definition

07:24.560 --> 07:26.460
vorhin calligraphisch H.

07:27.260 --> 07:30.400
Das ist die Menge, die aus den einzelnen Teilprojekten besteht.

07:30.880 --> 07:32.500
Das heißt ein Mengensystem.

07:33.480 --> 07:35.860
Hier geht die Mengen-Klammer von dem H auf, hier hinten geht sie

07:35.860 --> 07:36.280
wieder zu.

07:36.740 --> 07:39.400
Und die Elemente da drin sind die Teilprojekte, die selbst wieder

07:39.400 --> 07:40.000
Mengen sind.

07:41.460 --> 07:45.140
Insgesamt ist jedes Teilprojekt, wie schon gesagt, eine Teilmenge von

07:45.140 --> 07:45.400
Omega.

07:45.400 --> 07:50.060
Und damit ist das calligraphisch H selbst eine Teilmenge der

07:50.060 --> 07:51.540
Potenzmenge von Omega.

07:53.220 --> 07:56.260
Und mit diesen beiden Objekten, mit der Grundmenge, wo die ganzen

07:56.260 --> 07:59.220
Mitarbeiter zusammengefasst sind, und mit dieser Menge der

07:59.220 --> 08:02.640
Hyperkanten, mit dem calligraphisch H, werden wir uns jetzt

08:02.640 --> 08:06.300
beschäftigen, wie wir diese Zusammenarbeit noch besser modellieren

08:06.300 --> 08:06.660
können.

08:07.860 --> 08:10.820
Es ist ja schon mal nicht schlecht, dass wir das so als Hypergraph

08:10.820 --> 08:13.380
aufgeschrieben haben, aber wir können jetzt noch verschiedene

08:13.380 --> 08:16.020
Teilaspekte dieses Hypergraphen untersuchen.

08:18.400 --> 08:22.320
Jetzt kann es ja sein, dass, ich gehe nochmal zurück, ihr Projekt und

08:22.320 --> 08:25.840
ihre Teilprojekte viel, viel größer sind als nur bestehend aus sechs

08:25.840 --> 08:27.060
Mitarbeitern und vier Projekten.

08:27.440 --> 08:30.000
Stellen Sie sich tausende von Mitarbeitern vor, die an einem

08:30.000 --> 08:33.460
Großprojekt arbeiten, dann lässt sie das nicht mehr so schön grafisch

08:33.460 --> 08:36.580
bunt aufmalen und keiner wird sich wahrscheinlich die Mühe machen

08:36.580 --> 08:39.680
wollen, hier ein ähnliches Diagramm zu zeichnen.

08:40.340 --> 08:44.720
Ist das der Fall, dann können Sie versuchen, das Ganze noch im PC zu

08:44.720 --> 08:47.180
implementieren, und das machen Sie am besten mithilfe einer

08:47.180 --> 08:48.260
Inzidenzmatrix.

08:49.020 --> 08:53.800
Und wie eine solche Inzidenzmatrix aussieht, das zeige ich Ihnen in

08:53.800 --> 08:54.600
der nächsten Bemerkung.

08:55.140 --> 08:57.740
Also hier steht nochmal, bei sehr großen Hypergrafen ist die

08:57.740 --> 09:01.700
Darstellung durch solche Fenn-Diagramme, wie eine Folie zuvor, sehr

09:01.700 --> 09:05.600
unübersichtlich, und deswegen versuchen wir das Ganze durch eine

09:05.600 --> 09:07.480
Inzidenzmatrix zu modellieren.

09:08.820 --> 09:09.740
Was macht die?

09:10.200 --> 09:13.340
Zunächst einmal, wir haben ja schon eine Nummerierung von den

09:13.340 --> 09:19.040
Mitarbeitern und den Projekten, das brauchen wir auch gleich, und wir

09:19.040 --> 09:22.400
versuchen jetzt jeweils zu modellieren, welcher Mitarbeiter in welchem

09:22.400 --> 09:23.860
Projekt zusammenarbeitet.

09:24.220 --> 09:27.940
Zu diesem Zweck definieren wir diese Zahlen a, i, j.

09:29.260 --> 09:35.060
Also für jeden Mitarbeiter mit der Nummer i und für jedes Teilprojekt

09:35.060 --> 09:40.260
mit der Nummer j gibt es eine Zahl mit den Indizes i und j, und diese

09:40.260 --> 09:41.540
Zahl heißt a, i, j.

09:42.060 --> 09:44.860
Und die modelliert jetzt, ob der jeweilige Mitarbeiter mit der Nummer

09:44.860 --> 09:49.620
i im jeweiligen Teilprojekt mit der Nummer j mitarbeitet oder auch

09:49.620 --> 09:49.800
nicht.

09:50.880 --> 09:58.360
Denn diese Zahl a, i, j, die ist gleich 1, falls p, i ein Element ist

09:58.360 --> 09:59.460
aus t, p, j.

10:00.080 --> 10:05.080
Soll heißen, falls Mitarbeiter mit der Nummer i, also Person i, p, i,

10:05.320 --> 10:11.420
ein Element ist aus der Hyperkante t, p, j, also im Teilprojekt t, p,

10:11.460 --> 10:12.600
j, mitarbeitet.

10:12.860 --> 10:15.780
Dann ist diese Zahl a, i, j gleich 1.

10:16.880 --> 10:19.560
Jetzt kann es ja sein, dass die Person da nicht mitarbeitet, also

10:19.560 --> 10:23.740
Person, sagen wir, 1 arbeitet, ich weiß es nicht genau, vielleicht

10:23.740 --> 10:27.960
nicht im Teilprojekt 3 mit, dann wäre diese Zahl hier 0, das ist genau

10:27.960 --> 10:33.220
dann der Fall, wenn eben Person i mit dem Index i kein Element ist aus

10:33.220 --> 10:38.100
Teilprojekt j, also kein Element der Hyperkante t, p, j.

10:39.720 --> 10:44.420
Da wir ja insgesamt 6 Mitarbeiter haben und 4 Teilprojekte, ergeben

10:44.420 --> 10:50.080
sich also mit dieser Modellierung insgesamt 6 mal 4, also 24 Zahlen.

10:50.620 --> 10:54.440
Und die können Sie jetzt alle in eine Matrix schreiben.

10:54.940 --> 10:56.860
Das ist ein Objekt, was Sie hier sehen.

10:57.800 --> 11:00.580
Wir werden Matrizen in der Vorlesung noch ganz allgemein kennenlernen,

11:01.280 --> 11:04.540
deshalb gehe ich jetzt hier nicht auf die Matrix als solche ein.

11:05.280 --> 11:06.940
Stellen Sie es einfach als eine Tabelle vor.

11:07.940 --> 11:09.320
Wie ist die Tabelle aufgebaut?

11:10.160 --> 11:14.840
Nun, in den Spalten der Matrix sehen Sie die einzelnen Teilprojekte.

11:14.840 --> 11:20.380
Das ist also vorhin hier bei den aijs modelliert worden mit dem Index

11:20.380 --> 11:20.560
j.

11:21.680 --> 11:26.300
Und in den Zeilen der Matrix sehen Sie die einzelnen Mitarbeiter.

11:26.820 --> 11:30.340
Das sind insgesamt 6 Zeilen, jeder Mitarbeiter hat seine eigene Zeile,

11:30.940 --> 11:34.620
hier vorhin modelliert durch den Index i.

11:36.040 --> 11:42.260
Das heißt also, wenn Sie jetzt eine Zahl aij haben, steht die in der

11:42.260 --> 11:44.380
iten Zeile und der jten Spalte.

11:46.460 --> 11:50.640
Also sagen wir etwa, dieses Objekt, was ich hier in der Mitte mal gelb

11:50.640 --> 11:52.340
markiere, welche Zahl ist das?

11:52.920 --> 11:58.300
Das ist a, das ist die vierte Zeile, also der erste Index ist 4, und

11:58.300 --> 12:02.500
das ist die dritte Spalte, also das ist a4,3.

12:04.420 --> 12:08.560
Diese Zahl ist also 1, wenn Mitarbeiter Nummer 4 in Teilprojekt 3

12:08.560 --> 12:10.700
mitarbeitet und sie ist 0, falls er es nicht tut.

12:11.720 --> 12:13.120
Sie ist hier offensichtlich 1.

12:13.880 --> 12:17.480
Das heißt, dieser 1 sagt Ihnen jetzt, Mitarbeiter 4 arbeitet in

12:17.480 --> 12:18.780
Teilprojekt Nummer 3.

12:19.400 --> 12:22.120
Und Sie sehen hier Mitarbeiter 4, hier unten, der arbeitet in einem

12:22.120 --> 12:22.780
blauen Projekt.

12:23.140 --> 12:25.820
Ich gehe nochmal zwei Folien zurück.

12:26.960 --> 12:30.540
Da sehen wir, das blaue Projekt war genau Teilprojekt Nummer 3.

12:30.700 --> 12:33.740
Also das ist richtig, Mitarbeiter 4 arbeitet in Teilprojekt 3.

12:35.080 --> 12:37.240
Und deswegen steht hier zu Recht dieser 1.

12:39.400 --> 12:43.240
Insgesamt enthält diese Matrix genau die gleichen Informationen wie

12:43.240 --> 12:48.240
das Fendiagramm von gerade eben und auch unsere Notizen zu Omega und

12:48.240 --> 12:49.300
dem Kalligraphisch H.

12:49.780 --> 12:52.900
Nur diese Matrix ist sehr viel einfacher, einem PC beizubringen.

12:53.400 --> 12:56.700
Sie können sie direkt eingeben in ein Computerprogramm und damit

12:56.700 --> 12:57.380
weiterarbeiten.

12:58.540 --> 13:00.600
Was können Sie noch aus dieser Matrix rauslesen?

13:00.600 --> 13:04.920
Wenn Sie sich mal nur auf eine Zeile, sagen wir, konzentrieren.

13:05.000 --> 13:07.240
Nehmen wir mal beispielsweise die zweite Zeile raus.

13:07.840 --> 13:11.840
Dann ist es die Zeile des zweiten Mitarbeiters, also von P2.

13:13.000 --> 13:16.420
Und jetzt können Sie direkt ablesen, an welchen Teilprojekten dieser

13:16.420 --> 13:17.780
zweite Mitarbeiter mitarbeitet.

13:18.220 --> 13:21.880
Nämlich an Teilprojekt 1 und an Teilprojekt 3.

13:22.380 --> 13:27.820
Weil in den entsprechenden Spalten in dieser zweiten Zeile stehen die

13:27.820 --> 13:28.200
Einsen.

13:29.160 --> 13:31.380
Also schauen wir mal hier unten auf Mitarbeiter 2.

13:31.860 --> 13:33.920
Der arbeitet im grünen und im blauen Projekt.

13:34.380 --> 13:38.160
Wenn ich jetzt das Richtige hier oben rausgelesen habe, müsste das

13:38.160 --> 13:40.660
Teilprojekt 1 und Teilprojekt 3 sein.

13:40.940 --> 13:42.380
Ich gehe nochmal zurück, wo das stand.

13:44.120 --> 13:47.040
Also das Grüne ist Teilprojekt 1, das Blaue ist Teilprojekt 3.

13:47.180 --> 13:48.220
Da arbeitet P2 mit.

13:48.420 --> 13:48.940
Das stimmt also.

13:49.600 --> 13:52.180
Diese Informationen konnten wir also direkt hier aus der Matrix

13:52.180 --> 13:52.820
rauslesen.

13:54.560 --> 13:58.140
Das Ganze können Sie auch spaltenweise sich angucken.

13:58.240 --> 14:01.820
Schauen wir uns beispielsweise mal die erste Spalte an.

14:02.400 --> 14:04.480
Die steht jetzt für das erste Teilprojekt.

14:05.760 --> 14:09.360
Die hat an den beiden ersten Einträgen, also an der ersten und zweiten

14:09.360 --> 14:10.720
Zeile, jeweils eine Eins.

14:11.140 --> 14:13.940
Und diese beiden Einsen sagen Ihnen, dass Mitarbeiter 1 und

14:13.940 --> 14:16.900
Mitarbeiter 2 am ersten Teilprojekt mitarbeiten.

14:17.560 --> 14:18.800
Ansonsten stehen hier nur Nullen.

14:18.800 --> 14:24.240
Die bedeuten, dass Mitarbeiter 3 bis Mitarbeiter 6 nicht am ersten

14:24.240 --> 14:25.660
Teilprojekt mitarbeiten.

14:26.300 --> 14:29.380
Das erste Teilprojekt, das haben wir gerade schon gesehen, ist das

14:29.380 --> 14:29.720
Grüne.

14:30.400 --> 14:31.520
Dieses hellgrüne hier unten.

14:31.680 --> 14:36.280
Und da arbeiten tatsächlich nur Mitarbeiter 1 und Mitarbeiter 2 mit.

14:41.260 --> 14:44.760
Sie können also all die Informationen, die Sie anhand von der Skizze

14:44.760 --> 14:50.360
und der Aufzählung der Elemente aus Omega und der Hyperkantenmenge

14:50.360 --> 14:53.580
gewonnen haben, an all diese Informationen können Sie auch direkt hier

14:53.580 --> 14:55.580
aus der Inzidenzmatrix ablesen.

14:56.180 --> 14:58.360
Und deswegen ist die sehr praktisch, wenn es um die bloße

14:58.360 --> 15:02.460
Modellierung, um die Darstellung von diesen Projekten und Mitarbeitern

15:02.460 --> 15:02.680
geht.

15:05.800 --> 15:08.560
So, diese Matrix beschreibt sozusagen alles.

15:08.780 --> 15:11.600
Damit können Sie genau gucken, welcher Mitarbeiter arbeitet womit, wie

15:11.600 --> 15:12.920
sind die Teilprojekte aufgebaut.

15:13.900 --> 15:17.400
Jetzt könnte es ja sein, dass Sie erst mal nur die Sicht der

15:17.400 --> 15:18.740
Mitarbeiter interessiert.

15:18.740 --> 15:22.780
Also Sie möchten erst mal nur wissen, wann arbeiten denn zwei

15:22.780 --> 15:23.720
Mitarbeiter zusammen.

15:24.160 --> 15:25.260
Aus welchen Gründen auch immer.

15:25.340 --> 15:29.400
Vielleicht möchten Sie eben sicherstellen, dass eine Information eben

15:29.400 --> 15:32.880
alle Mitarbeiter erreicht, wenn Sie dem diese Information eine

15:32.880 --> 15:33.660
Mitarbeiter geben.

15:34.900 --> 15:37.500
Um das festzustellen, schauen wir uns jetzt nur die Sicht der

15:37.500 --> 15:42.000
Mitarbeiter an und fragen uns, wann arbeiten zwei Mitarbeiter zusammen

15:42.000 --> 15:43.380
und wie können wir das modellieren.

15:43.380 --> 15:48.100
Und diese Modellierung schaffen wir jetzt über einen Graphen.

15:48.220 --> 15:51.040
Also nicht über einen Hypergraphen, sondern nur über einen Graphen.

15:51.700 --> 15:53.000
Und das geht wie folgt.

15:55.100 --> 15:56.900
Also hier zunächst eine Definition.

15:58.060 --> 15:58.960
Die ist ganz allgemein.

15:59.260 --> 16:02.880
Die können Sie auch für einen Hypergraphen machen, diese Definition.

16:03.040 --> 16:05.740
Also im Rahmen dieser Definition ist omega- und calligraphisch H ganz

16:05.740 --> 16:06.140
beliebig.

16:07.220 --> 16:12.100
Das ist nur die Sprechweise, die sagt, wann wir zwei Elemente, zwei

16:12.100 --> 16:16.580
Knoten aus Omega I und Omega II benachbart nennen.

16:17.040 --> 16:21.000
Und wir nennen diese beiden Objekte benachbart, genau dann, wenn sie

16:21.000 --> 16:26.620
eine Hyperkante H aus calligraphisch H finden, sodass beide Objekte in

16:26.620 --> 16:28.320
dieser Hyperkante drin liegen.

16:29.820 --> 16:33.020
Was bedeutet das für unser Beispiel von gerade eben?

16:33.020 --> 16:36.600
Nun, in unserem Beispiel ist das große Omega ja die Menge der

16:36.600 --> 16:37.080
Mitarbeiter.

16:37.800 --> 16:40.240
Die Menge der Hyperkanten sind die Teilprojekte.

16:40.760 --> 16:45.140
Und jetzt würden wir zwei Mitarbeiter benachbart nennen, wenn es ein

16:45.140 --> 16:49.320
Teilprojekt existiert, wenn es ein Teilprojekt gibt, in dem beide

16:49.320 --> 16:51.160
Mitarbeiter zusammenarbeiten.

16:52.560 --> 16:56.420
Dann würde man die beiden Mitarbeiter benachbart nennen.

16:57.160 --> 16:58.940
Ja, und genau das steht hier.

16:59.120 --> 17:01.700
Und hier sehen Sie die entsprechende Modellierung.

17:03.520 --> 17:06.140
Diese Nachbarschaftsbeziehung von hier oben, die fassen wir jetzt auch

17:06.140 --> 17:08.540
wieder zusammen in einer Kantenmenge.

17:08.640 --> 17:11.240
Die nennen wir hier einfach mal calligrafisch K.

17:12.520 --> 17:17.520
Und hier tauchen jetzt all die Pärchen von Mitarbeitern als Elemente

17:17.520 --> 17:20.560
auf, die in einem Teilprojekt zusammenarbeiten.

17:21.780 --> 17:24.380
Beispielsweise ist hier das erste Element, was drin steht, die Menge,

17:24.460 --> 17:26.980
die besteht aus den Mitarbeitern P1 und P2.

17:27.720 --> 17:30.540
Das bedeutet also, dass es irgendein Teilprojekt gibt, in dem

17:30.540 --> 17:33.560
Mitarbeiter 1 und Mitarbeiter 2 beide zusammenarbeiten.

17:34.340 --> 17:35.500
Gehen wir mal zurück zur Skizze.

17:36.300 --> 17:38.040
Ein solches Projekt gibt es, nämlich das grüne.

17:38.380 --> 17:41.220
Da arbeiten Mitarbeiter 1 und Mitarbeiter 2 zusammen.

17:43.920 --> 17:48.700
Und deswegen ist genau dieses gelbe Element hier ein Element aus der

17:48.700 --> 17:50.380
Kantenmenge calligrafisch K.

17:51.200 --> 17:54.320
Das können Sie jetzt für alle Pärchen von Mitarbeitern machen, die

17:54.320 --> 17:57.460
irgendwo zusammenarbeiten, und dann bekommen Sie eine Kantenmenge.

17:58.300 --> 18:00.900
Das ist jetzt keine Menge von Hyperkanten, sondern da erinnern Sie

18:00.900 --> 18:05.000
sich ganz am Anfang von dem Video an die Definition, das ist nur eine

18:05.000 --> 18:05.260
Kantenmenge.

18:06.120 --> 18:10.540
Denn jedes Element, was hier in calligrafisch K drin ist, ist eine

18:10.540 --> 18:13.340
Menge, die aus genau zwei Elementen besteht.

18:14.480 --> 18:17.080
Und deswegen spricht man hier von einer Kantenmenge.

18:18.380 --> 18:23.120
Wenn Sie jetzt das Tupel betrachten, das Tupel, welches besteht aus

18:23.120 --> 18:28.440
Großomega und calligrafisch K, dann haben Sie einen Graphen nach der

18:28.440 --> 18:29.740
Definition von ganz am Anfang.

18:30.320 --> 18:33.240
Und diesen Graphen können Sie jetzt noch grafisch darstellen, und zwar

18:33.240 --> 18:34.220
anhand von diesem Bild.

18:35.000 --> 18:39.120
Also, Sie haben dieselben Knoten wie vorhin auch, P1 bis P6.

18:39.700 --> 18:42.740
Und Sie ziehen jetzt eine Kante, eine Verbindung zwischen zwei dieser

18:42.740 --> 18:47.020
Knoten, zwischen zwei dieser Mitarbeitern, wann immer Sie eine Kante

18:47.020 --> 18:48.780
in dem calligrafisch K finden.

18:49.260 --> 18:53.060
Und eine solche Kante bedeutet, dass hier zum Beispiel Mitarbeiter 2

18:53.060 --> 18:56.640
und Mitarbeiter 5 in einem Teilprojekt zusammenarbeiten.

19:02.030 --> 19:06.930
Diese andere Darstellung hat jetzt weniger Informationen als die

19:06.930 --> 19:07.990
Darstellung von vorhin.

19:08.310 --> 19:11.170
Denn Sie können aus diesem Graphen nicht rauslesen, welche

19:11.170 --> 19:14.710
Teilprojekte es gibt und wie die aufgebaut sind.

19:15.230 --> 19:19.250
Sie können hier nur rauslesen, wann zwei oder ob zwei Mitarbeiter

19:19.250 --> 19:21.930
überhaupt in irgendeinem Teilprojekt zusammenarbeiten.

19:22.450 --> 19:26.230
Das ist also eine andere Information, die hier hervorgehoben und

19:26.230 --> 19:26.770
betont wird.

19:28.010 --> 19:31.150
Sie kann aber trotzdem sehr nützlich sein, wenn Sie eben nur diese

19:31.150 --> 19:37.230
Information brauchen und nur diese Tatsache feststellen wollen, wer

19:37.230 --> 19:40.330
mit wem zusammenarbeitet und sich nicht dafür interessieren, wie die

19:40.330 --> 19:42.250
einzelnen Teilprojekte aussehen.

19:44.090 --> 19:48.550
Und genau solche Graphen können Sie ja für alle möglichen Strukturen

19:48.550 --> 19:51.370
festlegen oder sich mit anschauen.

19:51.370 --> 19:53.570
Zum Beispiel auch bei der Telekommunikation.

19:53.710 --> 19:56.510
Da würden Sie sagen, zwei Relaisstationen, das sind die Punkte, die

19:56.510 --> 19:59.510
sind verbunden durch eine Kante, wenn da eben ein Kabel und eine

19:59.510 --> 20:00.350
Verbindung besteht.

20:00.950 --> 20:03.890
Oder bei Beziehungen von irgendwelchen Politikern.

20:04.050 --> 20:07.090
Da wären die Politiker die Punkte und eine Kante wäre eine Beziehung

20:07.090 --> 20:08.310
zwischen diesen beiden Personen.

20:09.230 --> 20:10.830
Oder denken Sie an soziale Netzwerke.

20:11.450 --> 20:16.270
Da sind die Knoten des Graphen, also die Punkte, die einzelnen

20:16.270 --> 20:19.690
Personen, die in diesem sozialen Netzwerk Mitglied sind.

20:19.690 --> 20:22.790
Und eine Kante bedeutet zum Beispiel eine Freundschaft zwischen diesen

20:22.790 --> 20:23.450
beiden Personen.

20:23.930 --> 20:27.450
Sie können also mit diesen Graphen sehr viele Dinge sehr schön

20:27.450 --> 20:30.550
visualisieren und dann auf diesen Graphen auch Mathematik betreiben

20:30.550 --> 20:31.470
und damit arbeiten.

20:33.130 --> 20:35.770
Nun, aber das sollte Ihnen nur dieses Beispiel hier einen Überblick

20:35.770 --> 20:36.950
geben, wie das funktioniert.

20:38.110 --> 20:41.330
Man kann das jetzt nicht nur aus Sicht der Mitarbeiter machen, sondern

20:41.330 --> 20:43.550
wir können das Ganze noch aus Projektsicht machen.

20:43.550 --> 20:45.270
Also drehen wir mal die Sichtweise um.

20:46.030 --> 20:50.550
Wir könnten uns ja fragen, wann sind zwei Projekte miteinander

20:50.550 --> 20:52.990
verknüpft und was bedeutet verknüpft?

20:53.050 --> 20:56.270
Nun, verknüpft bedeutet, dass es irgendeinen Mitarbeiter gibt, der in

20:56.270 --> 20:57.510
beiden Projekten mitarbeitet.

20:58.410 --> 21:00.670
Also das Ganze jetzt nicht aus Mitarbeitersicht, sondern aus

21:00.670 --> 21:03.090
Projektsicht und das machen wir jetzt hier noch zum Schluss.

21:04.530 --> 21:06.950
Auch hier legen wir eine Nachbarschaftsbeziehung fest.

21:07.790 --> 21:12.290
Dies ist aber auf Basis der Projekte, also auf Basis der Hyperkanten

21:12.290 --> 21:16.550
von dem ursprünglichen Hypergraphen, bestehend aus Omega und

21:16.550 --> 21:17.250
Calligraphisch H.

21:18.030 --> 21:23.110
Wir nennen jetzt zwei Hyperkanten, H1 und H2, benachbart, wenn der

21:23.110 --> 21:25.610
Schnitt der beiden Hyperkanten nicht leer ist.

21:26.230 --> 21:29.570
Das bedeutet in Sprechweise von unserem Projekt einfach nur, Sie

21:29.570 --> 21:33.390
finden einen Mitarbeiter, der in beiden Teilprojekten mitarbeitet.

21:34.690 --> 21:36.050
Das steht nochmal hier.

21:37.350 --> 21:41.150
Und die Nachbarschaftsbeziehungen zwischen diesen einzelnen Projekten

21:41.150 --> 21:43.810
habe ich jetzt hier mit diesem Calligraphisch L dargestellt.

21:44.850 --> 21:51.590
Das ist jetzt eine Menge, die besteht aus, wiederum aus Mengen, also

21:51.590 --> 21:52.410
ein Mengensystem.

21:52.710 --> 21:57.390
Und die Elemente dieser Menge Calligraphisch L, das sind Mengen, die

21:57.390 --> 22:00.430
genau Auswahlen von diesen Teilprojekten enthalten.

22:02.050 --> 22:05.030
Also hier zum Beispiel das erste Element, das ist die Menge, die

22:05.030 --> 22:07.490
besteht aus Teilprojekt 1 und Teilprojekt 3.

22:08.010 --> 22:10.910
Und diese erste gelbe Menge sagt Ihnen, es gibt einen Mitarbeiter, der

22:10.910 --> 22:14.870
sowohl in Teilprojekt 1 als auch in Teilprojekt 3 mitarbeitet.

22:15.370 --> 22:16.890
Gehen wir nochmal zurück, ob das auch stimmt.

22:19.550 --> 22:22.330
Hier sehen Sie die ursprüngliche Skizze.

22:22.410 --> 22:26.170
Teilprojekt 1 ist das Grüne und Teilprojekt 3 das Blaue.

22:26.170 --> 22:29.670
Und Sie sehen, sowohl Mitarbeiter 1 als auch Mitarbeiter 2 sind in

22:29.670 --> 22:30.690
beiden Projekten drin.

22:30.850 --> 22:33.430
Also Sie finden mindestens einen Mitarbeiter, der in beiden

22:33.430 --> 22:35.350
Teilprojekten mitarbeitet.

22:37.490 --> 22:42.990
Und aus diesem Grund ist diese gelbe Menge hier ein Element aus

22:42.990 --> 22:43.910
Calligraphisch L.

22:44.970 --> 22:48.430
Das sind also Nachbarschaftsbeziehungen auf Basis der Projekte.

22:49.310 --> 22:51.610
Und das machen Sie jetzt für alle vier Projekte.

22:51.610 --> 22:54.010
Wir gucken immer, welche Paare von Projekten können Sie bilden.

22:54.430 --> 22:56.070
Und dann bekommen Sie wiederum einen Graphen.

22:56.210 --> 22:58.370
Und diesen Graphen sehen Sie hier unten.

22:59.390 --> 23:02.010
Die Knoten des Graphen sind jetzt nicht die Mitarbeiter, sondern die

23:02.010 --> 23:03.910
einzelnen Teilprojekte.

23:04.010 --> 23:06.210
Und Sie haben eine Verbindung zwischen diesen Projekten, wenn Sie

23:06.210 --> 23:09.590
mindestens einen gemeinsamen Mitarbeiter in diesen Projekten finden.

23:11.050 --> 23:14.690
Das heißt, dieser Graph, der hier unten steht, der besteht nicht aus

23:14.690 --> 23:19.970
Omega und L, sondern der besteht aus der Grundmenge, die aus den vier

23:19.970 --> 23:20.990
Teilprojekten besteht.

23:20.990 --> 23:28.010
Also TP1, TP2, TP3, TP4.

23:28.270 --> 23:30.690
Das ist die Grundmenge von diesem neuen Graphen hier.

23:31.590 --> 23:35.070
Und die Kantenmenge, das ist ja ein normaler Graph, also kein

23:35.070 --> 23:37.090
Hypergraph, das ist Calligraphisch L.

23:39.610 --> 23:42.170
Und diesen Graph sehen Sie hier im Bild dargestellt.

23:43.370 --> 23:45.690
Also hier die Sicht umgekehrt, nicht aus Sicht der Mitarbeiter,

23:45.810 --> 23:47.810
sondern aus Sicht der Projekte.

23:50.490 --> 23:53.910
All diese Informationen, also ich rede von diesem Graphen, den Sie

23:53.910 --> 23:58.150
hier sehen, als auch den Graphen auf der Folie zuvor, die können Sie

23:58.150 --> 24:02.030
alle gewinnen aus der Inzidenzmatrix, die ich Ihnen weiter vorne

24:02.030 --> 24:05.690
gegeben habe, aus der Inzidenzmatrix des ursprünglichen Hypergraphen.

24:05.790 --> 24:09.150
Da können Sie all diese Informationen natürlich rauslesen, wie ich es

24:09.150 --> 24:10.490
vorhin Ihnen versucht habe zu erklären.

24:10.930 --> 24:13.970
An den Spalten sehen Sie, welche Mitarbeiter arbeiten im Projekt mit.

24:13.970 --> 24:17.330
Und an den Zeilen sehen Sie, in welchen Projekten arbeitet der

24:17.330 --> 24:18.870
jeweilige Mitarbeiter mit.

24:20.870 --> 24:23.910
Ja, und interessant wird diese ganze Thematik natürlich dann, wenn

24:23.910 --> 24:26.150
Ihre Daten, die Sie sich anschauen, enorm groß sind.

24:26.290 --> 24:29.810
Wenn Sie keine 6 Mitarbeiter haben, sondern sagen wir 10.000 und keine

24:29.810 --> 24:32.090
4 Teilprojekte, sondern vielleicht 300.

24:32.510 --> 24:36.750
Und dann ist genau diese Modellierung nützlich, weil Sie müssen dieses

24:36.750 --> 24:38.090
große Projekt irgendwie organisieren.

24:39.010 --> 24:41.310
Und das geht jetzt nicht mehr händisch, weil es einfach zu viele

24:41.310 --> 24:42.870
Informationen und zu viele Menschen sind.

24:42.970 --> 24:44.190
Das geht dann nur computergestützt.

24:44.390 --> 24:47.750
Und um dem PC das überhaupt beizubringen, wie die Struktur aussieht,

24:48.170 --> 24:51.390
da würden Sie genau solche Inzidenzmatrizen verwenden.

24:52.470 --> 24:55.190
Und um es dann später zu visualisieren, das führt Sie dann zum

24:55.190 --> 24:58.250
Beispiel auf solche Graphen hier unten, wie Sie es hier sehen aus

24:58.250 --> 25:01.950
Sicht der Mitarbeiter oder hier aus Sicht der Projekte.

25:03.550 --> 25:04.730
Das war aber auch schon alles.

25:05.290 --> 25:08.370
Dieser Stoff, den ich Ihnen jetzt hier vorgeführt habe, der ist nicht

25:08.370 --> 25:10.330
mehr wichtig für die weitere Mathevorlesung.

25:10.690 --> 25:13.850
Der sollte Ihnen aber einen schönen Eindruck davon geben, wo die Reise

25:13.850 --> 25:17.250
hingehen kann und wie Ihnen die Sachen, die wir Ihnen hier beibringen,

25:17.330 --> 25:20.050
auch in Ihrem späteren wirtschaftlichen Leben helfen können.

25:20.690 --> 25:23.470
Denn vielleicht beschäftigen Sie sich genauer mit Projektarbeit und

25:23.470 --> 25:25.850
stehen vor dem Problem, wie Sie sowas modellieren müssen.

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Und Sie sehen, auch wenn wir erst ganz früh in der Vorlesung sind und

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Sie haben jetzt erst ein bisschen was über Mengenlehre gelernt, haben

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Sie trotzdem schon genug, um diese Modellierung hier machen zu können,

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wie ich Ihnen vorgeführt habe.

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Das war es dann aber auch für dieses Video.

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Vielen Dank fürs Anschauen und bis zum nächsten Video.

