WEBVTT

00:01.080 --> 00:04.480
Herzlich willkommen zu diesem einführenden Video zu bedingten

00:04.480 --> 00:08.260
Wahrscheinlichkeiten, die wahrhaft kein einfaches Thema sind.

00:08.860 --> 00:12.440
Es geht nämlich darum, die Wahrscheinlichkeit für das Eintreten eines

00:12.440 --> 00:17.160
Ereignisses neu zu bewerten, wenn man eine gewisse Teilinformation

00:17.160 --> 00:20.740
über das Ergebnis eines stochastischen Vorgangs hat.

00:21.480 --> 00:25.960
Als Einstieg diene das mittlerweile klassische Ziegen- oder Drei-Türen

00:25.960 --> 00:26.380
-Problem.

00:27.040 --> 00:28.680
Dieses Problem wurde vor ca.

00:28.800 --> 00:33.380
30 Jahren heiß diskutiert und es sollen darüber sogar Freundschaften

00:33.380 --> 00:34.140
zerbrochen sein.

00:34.760 --> 00:35.600
Worum geht es?

00:36.100 --> 00:38.660
In einer Spielshow kann man ein Auto gewinnen.

00:39.220 --> 00:44.180
Dieses Auto wird rein zufällig hinter einer von drei Türen platziert

00:44.180 --> 00:48.740
und hinter den anderen beiden Türen befindet sich jeweils eine Ziege.

00:49.400 --> 00:54.560
Nehmen wir an, sie sind Kandidat oder Kandidatin und sie wählen Tür

00:54.560 --> 00:55.260
Nummer 1.

00:56.000 --> 00:58.140
Diese Tür bleibt zunächst verschlossen.

00:58.880 --> 01:03.360
Der Showmaster muss eine der beiden anderen Türen öffnen, darf aber

01:03.360 --> 01:05.180
auf keinen Fall das Auto zeigen.

01:05.920 --> 01:09.800
Nehmen wir an, der Moderator öffnet, wie auf diesem Bild zu sehen, Tür

01:09.800 --> 01:10.440
Nummer 3.

01:11.400 --> 01:15.800
Natürlich zeigt sich eine Ziege, denn die Autotür darf nicht geöffnet

01:15.800 --> 01:16.140
werden.

01:17.100 --> 01:21.140
Bleiben Sie bei Ihrer Wahl oder wechseln Sie zu Tür 2.

01:22.340 --> 01:26.940
Der stochastische Vorgang besteht hier darin, dass das Auto rein

01:26.940 --> 01:31.160
zufällig platziert wird und Sie natürlich rein zufällig wählen.

01:31.860 --> 01:36.980
Die Teilinformation beinhaltet unter anderem, dass das Auto nicht

01:36.980 --> 01:38.260
hinter Tür 3 ist.

01:39.000 --> 01:43.660
Bevor diese Information verfügbar war, war die Wahrscheinlichkeit ein

01:43.660 --> 01:46.280
Drittel, dass das Auto hinter Tür 1 steht.

01:46.840 --> 01:48.460
Ist sie jetzt größer geworden?

01:49.640 --> 01:53.020
Mein gut trainierte stochastische Spür sagt mir Folgendes.

01:53.480 --> 01:57.260
Die Wahrscheinlichkeit, dass das Auto hinter einer der beiden Türen 2

01:57.260 --> 01:59.540
oder 3 ist, ist zwei Drittel.

02:00.200 --> 02:04.100
Wenn mir von diesen beiden Türen auch noch eine geöffnet wird, um so

02:04.100 --> 02:04.400
besser.

02:05.060 --> 02:07.500
Ich sollte also zu Tür 2 wechseln.

02:07.500 --> 02:09.400
Ich kann es auch so sagen.

02:09.780 --> 02:13.940
Wenn ich wechsle, erhalte ich das Auto genau dann, wenn meine erste

02:13.940 --> 02:17.760
Wahl auf eine der beiden Ziegentüren zeigt, was mit der

02:17.760 --> 02:19.480
Wahrscheinlichkeit zwei Drittel passiert.

02:20.220 --> 02:24.880
Nach den obigen Regeln muss der Moderator die andere Ziegentür öffnen

02:24.880 --> 02:28.780
und durch wechseln gelange ich automatisch zum Hauptgewinn.

02:30.320 --> 02:35.540
Warum habe ich gesagt, dass die Teilinformation unter anderem darin

02:35.540 --> 02:38.920
besteht, dass das Auto nicht hinter Tür 3 ist?

02:39.580 --> 02:43.920
Wenn der Moderator rein zufällig eine der drei Türen hätte öffnen

02:43.920 --> 02:49.200
dürfen, auch auf die Gefahr hin, dass er das Auto zeigt oder Tür 1

02:49.200 --> 02:53.700
öffnet und wenn sich dann die im Bild gezeigte Situation ergeben

02:53.700 --> 02:58.720
hätte, so wäre das Auto mit gleicher bedingter Wahrscheinlichkeit ein

02:58.720 --> 03:01.480
Halb hinter den Türen 1 und 2.

03:02.760 --> 03:07.200
Ich muss also bei Situationen, in denen ich Teilinformationen über den

03:07.200 --> 03:12.380
Ausgang eines stochastischen Vorgangs habe, sehr genau beachten, auf

03:12.380 --> 03:15.540
welche Weise ich diese Information erhalte.

03:16.280 --> 03:19.980
Nicht umsonst gibt es zu bedingten Wahrscheinlichkeiten diverse

03:19.980 --> 03:25.640
Paradoxa, wie etwa das Bertrand'sche Schubladenparadoxon oder das Zwei

03:25.640 --> 03:26.420
-Jungen -Problem.

03:27.360 --> 03:31.020
Zu beiden Themen habe ich jeweils ein eigenes Video gemacht.

03:32.200 --> 03:35.260
In diesem Video möchte ich die Definition einer bedingten

03:35.260 --> 03:38.660
Wahrscheinlichkeit motivieren und wir werden sehen, dass

03:38.660 --> 03:42.840
Übergangswahrscheinlichkeiten in mehrstufigen stochastischen Vorgängen

03:42.840 --> 03:44.860
bedingte Wahrscheinlichkeiten sind.

03:45.680 --> 03:49.280
Hierzu wäre es gut, wenn man sich das Video zur Modellierung

03:49.280 --> 03:52.460
mehrstufiger stochastischer Vorgänge angesehen hat.

03:53.160 --> 03:54.560
Also um was geht es?

03:55.280 --> 03:59.340
Gegeben sei ein stochastischer Vorgang, dessen Ergebnisse durch den

03:59.340 --> 04:01.300
Grundraum Omega beschrieben seien.

04:01.880 --> 04:05.840
Uns wird mitgeteilt, dass das Ereignis B eingetreten sei.

04:06.580 --> 04:10.820
Die Frage ist, wie groß ist unter dieser Bedingung die

04:10.820 --> 04:12.840
Wahrscheinlichkeit eines Ereignisses A?

04:13.720 --> 04:17.020
Es kann etwa sein, dass die Wahrscheinlichkeit von A ohne die

04:17.020 --> 04:20.580
Information, dass B eingetreten ist, gleich einhalb ist.

04:21.280 --> 04:25.480
Wenn aber A und B disjunkt sind, sich also gegenseitig ausschließen,

04:25.840 --> 04:29.500
so kann A nicht eintreten, wenn B eingetreten ist.

04:30.080 --> 04:33.960
Die wie immer definierte bedingte Wahrscheinlichkeit von A unter der

04:33.960 --> 04:38.200
Bedingung, dass B eingetreten ist, sollte also dann gleich Null sein.

04:39.560 --> 04:43.240
Um die Definition einer bedingten Wahrscheinlichkeit zu motivieren,

04:43.680 --> 04:48.060
stellen wir uns vor, dass der stochastische Vorgang N mal unter

04:48.060 --> 04:51.740
gleichen, sich gegenseitig nicht beeinflussenden Bedingungen

04:51.740 --> 04:52.840
durchgeführt wird.

04:53.520 --> 04:58.400
Es sei Hn von B die Anzahl der Male, bei denen das Ergebnis B

04:58.400 --> 05:03.480
eintritt, also der Ausgang des Vorgangs als Element von Omega zu B

05:03.480 --> 05:03.880
gehört.

05:04.620 --> 05:10.220
In gleicher Weise sei Hn von A geschnitten B die Anzahl der Male, bei

05:10.220 --> 05:13.000
denen sowohl A als auch B eintreten.

05:13.640 --> 05:18.900
Dann ist dieser Quotient der relative Anteil derjenigen Fälle unter

05:18.900 --> 05:23.960
allen Fällen, in denen B eintritt, in denen auch noch A eintritt.

05:25.400 --> 05:29.740
Dieser Quotient ändert sich nicht, wenn wir Zähler und Nenner durch N

05:29.740 --> 05:33.040
teilen und so erhalten wir dieses Gleichheitszeichen.

05:34.020 --> 05:38.580
Im Zähler steht jetzt die relative Häufigkeit des Eintretens von A

05:38.580 --> 05:40.880
geschnitten B in den N-Durchführungen.

05:41.320 --> 05:45.540
Nach dem empirischen Gesetz über die Stabilisierung relative

05:45.540 --> 05:50.160
Häufigkeiten sollte sich der Zähler bei wachsendem N um die

05:50.160 --> 05:53.380
Wahrscheinlichkeit von A geschnitten B herum stabilisieren.

05:54.280 --> 05:58.060
In gleicher Weise sollte sich der Nenner gegen die Wahrscheinlichkeit

05:58.060 --> 05:59.320
von B stabilisieren.

06:00.040 --> 06:04.840
Aus diesem Grund macht es offenbar Sinn, auf der mathematischen Ebene

06:04.840 --> 06:09.620
den Quotienten P von A geschnitten B geteilt durch P von B zu

06:09.620 --> 06:13.900
betrachten und schon sind wir bei der Definition der bedingten

06:13.900 --> 06:14.700
Wahrscheinlichkeit.

06:15.500 --> 06:20.060
Es seien hierzu Omega P ein Wahrscheinlichkeitsraum und A sowie B

06:20.060 --> 06:24.120
Ereignisse, wobei die Wahrscheinlichkeit von B größer als 0 sei.

06:24.880 --> 06:28.680
Je nach Kenntnisstand kann man sich hier einen endlichen, einen

06:28.680 --> 06:32.800
diskreten oder sogar einen allgemeinen Wahrscheinlichkeitsraum

06:32.800 --> 06:36.720
vorstellen, bei dem ich dann natürlich noch zwischen dem Omega und dem

06:36.720 --> 06:39.120
P eine Sigma-Algebra setzen müsste.

06:40.340 --> 06:44.280
Für das Verständnis des Begriffs bedingte Wahrscheinlichkeit kommt es

06:44.280 --> 06:45.580
aber darauf nicht an.

06:46.420 --> 06:51.460
Man nennt P Index B von A, das auch so geschrieben wird und durch

06:51.460 --> 06:55.740
diesen Quotienten definiert ist, die bedingte Wahrscheinlichkeit von A

06:55.740 --> 06:57.140
unter der Bedingung B.

06:58.780 --> 07:02.600
Jetzt kommt noch eine Definition, die zugleich etwas behauptet.

07:03.320 --> 07:07.880
Man nennt nämlich das Wahrscheinlichkeitsmaß P Index B die bedingte

07:07.880 --> 07:10.480
Verteilung von P unter der Bedingung B.

07:11.520 --> 07:15.740
Behauptet wird also, dass P Index B ein Wahrscheinlichkeitsmaß auf den

07:15.740 --> 07:17.360
Teilmengen von Omega ist.

07:17.680 --> 07:17.920
Warum?

07:19.040 --> 07:20.800
Was müssen wir dazu nachprüfen?

07:22.120 --> 07:26.640
Zunächst ist P Index B von A eine nicht-negativere L-Zahl.

07:27.360 --> 07:30.340
Die zweite Bedingung für ein Wahrscheinlichkeitsmaß ist die

07:30.340 --> 07:30.940
Normierung.

07:30.940 --> 07:35.980
Wenn wir für A den Grundraum Omega einsetzen, muss 1 herauskommen.

07:36.740 --> 07:41.680
Wenn aber A gleich Omega ist, so ist Omega-geschnitten B gleich B und

07:41.680 --> 07:44.120
der rechts stehende Quotient ist gleich 1.

07:45.280 --> 07:48.840
Die noch fehlende Bedingung für ein Wahrscheinlichkeitsmaß ist die

07:48.840 --> 07:50.540
Additivität bzw.

07:50.800 --> 07:54.240
die Sigma-Additivität für den Fall, dass kein endlicher

07:54.240 --> 07:55.860
Wahrscheinlichkeitsraum vorliegt.

07:55.860 --> 08:01.460
Wenn man aber hier anstelle von A die Vereinigung von Paarweise des

08:01.460 --> 08:06.220
jungen Mengen einsetzt, so steht diese Vereinigung auch hier und dann

08:06.220 --> 08:10.020
verwendet man das Distributivgesetz der Mengenlehre und die

08:10.020 --> 08:11.360
Additivität bzw.

08:11.680 --> 08:16.860
Sigma-Additivität von P und daraus folgt, dass P Index B ein

08:16.860 --> 08:18.120
Wahrscheinlichkeitsmaß ist.

08:18.900 --> 08:22.860
Das Wahrscheinlichkeitsmaß P Index B ist anschaulich ganz auf der

08:22.860 --> 08:29.400
Menge B konzentriert, denn ist die Menge A disjunkt zu B, so steht im

08:29.400 --> 08:33.640
Zähler rechts die Wahrscheinlichkeit der leeren Menge und die ist 0

08:33.640 --> 08:37.360
und damit ergibt sich auch die bedingte Wahrscheinlichkeit zu 0.

08:38.640 --> 08:42.260
Ich nehme einmal die Definition der bedingten Wahrscheinlichkeit auf

08:42.260 --> 08:43.220
die nächste Folie.

08:45.040 --> 08:48.780
Man kann sich zum Beispiel den Übergang von P zur bedingten Verteilung

08:48.780 --> 08:50.880
P Index B so veranschaulichen.

08:51.640 --> 08:56.040
Hier ist für den Fall, dass die Menge Omega aus den Zahlen von 1 bis 5

08:56.040 --> 09:00.580
besteht, ein Stabdiagramm der an diesen Zahlen angebrachten

09:00.580 --> 09:01.700
Wahrscheinlichkeitsmassen.

09:02.340 --> 09:06.280
Die Menge B bestehe aus den Zahlen 1, 2 und 3.

09:07.080 --> 09:11.760
Beim Übergang zur bedingten Verteilung P Index B fallen diese beiden

09:11.760 --> 09:14.380
jetzt gelb markierten Wahrscheinlichkeitsmassen weg.

09:15.340 --> 09:19.440
Das Stabdiagramm der bedingten Verteilung zeigt, die mit kleinen P

09:19.440 --> 09:23.580
Index B bezeichneten Wahrscheinlichkeitsmassen der bedingten

09:23.580 --> 09:28.200
Verteilung P Index B, also die bedingten Wahrscheinlichkeiten der

09:28.200 --> 09:31.580
einzelnen Elementarereignisse unter der Bedingung B.

09:32.580 --> 09:35.040
Dieses Stabdiagramm sieht so aus.

09:35.600 --> 09:38.760
Das heißt die Werte 4 und 5 erhalten jeweils die bedingte

09:38.760 --> 09:41.720
Wahrscheinlichkeit 0, weil sie nicht zu B gehören.

09:42.180 --> 09:46.480
Und jede der als Stäbchenlängen veranschaulichten Wahrscheinlichkeiten

09:46.480 --> 09:51.680
zu den Zahlen 1, 2 und 3 im linken Bild wird jeweils um den gleichen

09:51.680 --> 09:55.880
Faktor, nämlich 1 dividiert durch P von B, gestreckt.

09:56.480 --> 09:59.940
So sieht also der Übergang zur bedingten Verteilung für dieses

09:59.940 --> 10:00.820
Beispiel aus.

10:02.260 --> 10:06.680
Liegt speziell eine Gleichverteilung auf diesen fünf Werten vor, so

10:06.680 --> 10:11.220
entsteht beim Übergang zur bedingten Verteilung eine Gleichverteilung

10:11.220 --> 10:13.600
auf den Werten 1, 2 und 3.

10:15.400 --> 10:20.020
Als weiteres Beispiel sei Omega das Einheitsquadrat und das

10:20.020 --> 10:23.760
Wahrscheinlichkeitsmaß sei die sogenannte stetige Gleichverteilung auf

10:23.760 --> 10:24.700
diesem Quadrat.

10:25.400 --> 10:29.400
Dieser Fall modelliert die rein zufällige Wahl eines Punktes im

10:29.400 --> 10:33.240
Quadrat und die Wahrscheinlichkeit für eine Teilmenge ist einfach

10:33.240 --> 10:34.540
deren Flächeninhalt.

10:35.160 --> 10:39.340
Genauer muss ich sagen, wir betrachten nur Teilmengen und die

10:39.340 --> 10:43.540
Flächeninhaltsfunktion ist das Borelle-Beck-Maß auf dem Quadrat.

10:44.640 --> 10:49.000
Das sei das Einheitsquadrat und das sei eine Teilmenge A.

10:49.800 --> 10:54.400
Diese besitzt den Flächeninhalt ein Halb und so gilt P von A gleich

10:54.400 --> 10:55.040
ein Halb.

10:56.120 --> 10:58.520
Ich nehme die Menge A einmal weg.

11:00.120 --> 11:04.420
Was man jetzt sieht sind vier parallele Streifen der Breite ein

11:04.420 --> 11:07.560
Viertel, die ich B1 bis B4 nenne.

11:08.540 --> 11:12.880
Jede dieser Mengen hat den Flächeninhalt ein Viertel und so erhalten

11:12.880 --> 11:14.340
wir diese Gleichungen.

11:15.560 --> 11:20.500
Jetzt mache ich die Menge A wieder sichtbar und wir fragen uns, was

11:20.500 --> 11:24.740
die bedingte Wahrscheinlichkeit von A unter der Bedingung B1 ist.

11:25.420 --> 11:29.400
Nach Definition der bedingten Wahrscheinlichkeit ist das P von A

11:29.400 --> 11:35.260
geschnitten B1, also die Fläche dieses kleinen schraffierten Dreiecks

11:35.260 --> 11:41.060
hier links, dividiert durch P von B1 und das liefert den Wert ein

11:41.060 --> 11:41.480
Achtel.

11:42.320 --> 11:45.620
In gleicher Weise ergibt sich die Wahrscheinlichkeit von A unter der

11:45.620 --> 11:51.280
Bedingung B2 zu drei Achtel und auch diese beiden Gleichungen folgen

11:51.280 --> 11:51.700
analog.

11:53.300 --> 11:57.600
Ich möchte zum Schluss noch einen Zusammenhang zwischen bedingten

11:57.600 --> 12:00.560
Wahrscheinlichkeiten und Übergangswahrscheinlichkeiten zeigen.

12:00.560 --> 12:05.040
Hierzu ist es gut, wenn man sich mein Video über die Modellierung

12:05.040 --> 12:08.180
mehrstufiger stochastischer Vorgänge angesehen hat.

12:08.880 --> 12:12.780
Es sei Omega der Grundraum für einen zweistufigen stochastischen

12:12.780 --> 12:17.720
Vorgang, dessen Teile durch die Grundräume Omega 1 und Omega 2

12:17.720 --> 12:18.640
modelliert seien.

12:19.260 --> 12:23.640
Die möglichen Ergebnisse des Vorgangs sind geordnete Paare und die

12:23.640 --> 12:27.600
Wahrscheinlichkeit für ein solches Paar wird über die erste Pfadregel

12:27.600 --> 12:31.380
in dieser Form mithilfe einer Anfangsverteilung und

12:31.380 --> 12:33.620
Übergangswahrscheinlichkeiten angesetzt.

12:34.380 --> 12:38.240
Die Wahrscheinlichkeit eines Ereignisses A ergibt sich dann in dieser

12:38.240 --> 12:40.080
Weise durch Summation.

12:41.600 --> 12:46.620
Seien jetzt A1 in Omega 1 und A2 in Omega 2 beliebig.

12:47.440 --> 12:52.480
Das Ereignis, das der erste Teilvorgang das Ergebnis A1 liefert, sieht

12:52.480 --> 12:54.820
als Teilmenge von Omega so aus.

12:55.380 --> 12:59.680
Hier ist die zweite Komponente eines Paares, dessen erste Komponente

12:59.680 --> 13:03.460
A1 ist, beliebig, weshalb Omega 2 auftritt.

13:04.280 --> 13:07.740
In gleicher Weise beschreibt die Menge A im Grundraum Omega das

13:07.740 --> 13:12.280
Ereignis, das der zweite Teilvorgang das Ergebnis A2 liefert.

13:13.440 --> 13:18.600
Der Durchschnitt der Mengen A und B besteht aus nur diesem einen Paar

13:18.600 --> 13:22.880
und insofern ist P von A geschnitten B nach der ersten Pfadregel

13:22.880 --> 13:24.360
gleich diesem Ausdruck.

13:25.380 --> 13:31.120
P von B ist die Summe der Einzelwahrscheinlichkeiten der Paare A1 A2

13:31.120 --> 13:34.580
Schlange mit A2 Schlange aus Omega 2.

13:35.160 --> 13:39.360
Man beachte, dass A2 schon vergeben, weil festgewählt ist.

13:40.400 --> 13:45.080
Hier kann man P1 von A1 vor die Summe ziehen, sodass sich dieses

13:45.080 --> 13:49.220
Gleichheitszeichen und damit auch dieses Gleichheitszeichen ergibt,

13:49.520 --> 13:51.420
denn diese Summe ist gleich 1.

13:52.580 --> 13:57.040
Wenn wir jetzt P von A geschnitten B durch P von B dividieren, kürze

13:57.040 --> 14:01.140
ich P1 von A1 weg und wir erhalten, dass die bedingte

14:01.140 --> 14:04.480
Wahrscheinlichkeit von A unter der Bedingung B gleich der

14:04.480 --> 14:08.840
Übergangswahrscheinlichkeit P2 von A2 gegeben A1 ist.

14:10.260 --> 14:13.240
Übergangswahrscheinlichkeiten sind also bedingte Wahrscheinlichkeiten.

14:14.280 --> 14:18.840
Zu guter Letzt, die wirklich wichtige Gleichung und Botschaft im

14:18.840 --> 14:22.120
Zusammenhang mit bedingten Wahrscheinlichkeiten ist diese hier.

14:23.020 --> 14:26.460
Bedingte Wahrscheinlichkeiten sind häufig Modellbausteine in

14:26.460 --> 14:30.980
mehrstufigen stochastischen Vorgängen, das heißt in dieser Gleichung

14:30.980 --> 14:35.680
sind die beiden Faktoren auf der rechten Seite gegeben und man erhält

14:35.680 --> 14:38.960
damit die Wahrscheinlichkeit des Durchschnitts von A und B.

14:41.160 --> 14:43.880
Damit sind wir am Ende dieses Videos angekommen.

14:44.320 --> 14:46.760
Ich bedanke mich ganz herzlich fürs Zuschauen.

14:47.300 --> 14:50.960
Für Hinweise und konstruktive Kritik bin ich wie immer dankbar.

