WEBVTT

00:00.000 --> 00:03.940
Herzlich willkommen zu diesem Video über das schwache Gesetz großer

00:03.940 --> 00:04.440
Zahlen.

00:04.920 --> 00:09.220
Alles, was wir zu dessen Formulierung benötigen, ist eine Folge von

00:09.220 --> 00:12.700
Zufallsvariablen, die auf dem gleichen Wahrscheinlichkeitsraum

00:12.700 --> 00:13.560
definiert sind.

00:14.100 --> 00:18.560
Die Wortwahl schwaches Gesetz großer Zahlen schreit geradezu auch nach

00:18.560 --> 00:20.660
einem starken Gesetz großer Zahlen.

00:20.660 --> 00:26.360
Das gibt es auch und beide Gesetze machen Aussagen über die Folge der

00:26.360 --> 00:31.880
mit xn quer bezeichneten arithmetischen Mittel von x1 bis xn beim

00:31.880 --> 00:34.340
Grenzübergang n gegen unendlich.

00:35.040 --> 00:39.520
Wohltu und vage formuliert gibt es unter gewissen Voraussetzungen eine

00:39.520 --> 00:42.200
reelle Zahl µ, sodass folgendes gilt.

00:42.200 --> 00:46.740
Für jedes noch so kleine positive y konvergiert die

00:46.740 --> 00:52.040
Wahrscheinlichkeit, dass sich xn quer von µ betragsmäßig um mindestens

00:52.040 --> 00:57.020
y unterscheidet beim Grenzübergang n gegen unendlich gegen 0.

00:58.080 --> 01:02.420
Diese Aussage bedeutet definitionsgemäß, dass die Folge der

01:02.420 --> 01:05.540
arithmetischen Mittel stochastisch gegen µ konvergiert.

01:05.540 --> 01:10.460
Das ist das sogenannte schwache Gesetz großer Zahlen und das Adjektiv

01:10.460 --> 01:14.200
schwach bezieht sich gerade auf diese Konvergenzart, also

01:14.200 --> 01:15.680
stochastische Konvergenz.

01:16.360 --> 01:20.200
Man muss natürlich Voraussetzungen formulieren unter denen dieses

01:20.200 --> 01:23.060
schwache Gesetz gilt und das werden wir gleich machen.

01:23.060 --> 01:27.860
Es gibt aber auch gewisse Voraussetzungen unter denen für jedes noch

01:27.860 --> 01:32.720
so kleine positive y gilt, dass sogar die Wahrscheinlichkeit, dass das

01:32.720 --> 01:37.320
Supremum über alle k größer gleich n des Betrages der Abweichung

01:37.320 --> 01:42.880
zwischen xk quer und µ mindestens gleich y ist, für n gegen unendlich

01:42.880 --> 01:44.040
gegen 0 konvergiert.

01:44.040 --> 01:49.000
Diese Aussage ist stärker als die darüber stehende und sie gilt genau

01:49.000 --> 01:53.340
dann, wenn die Folge der arithmetischen Mittel fast sicher, also mit

01:53.340 --> 01:56.140
Wahrscheinlichkeit 1, gegen µ konvergiert.

01:56.480 --> 02:00.340
Ich habe hier bewusst rechts an dem Doppelpfeil keinen

02:00.340 --> 02:04.940
Definitionsdoppelpunkt gemacht, weil die fast sichere Konvergenz

02:04.940 --> 02:09.040
anders definiert wird, nämlich als punktweise Konvergenz der

02:09.040 --> 02:13.440
Realisierungen der arithmetischen Mittel auf einer Menge im zugrunde

02:13.440 --> 02:16.680
liegenden Wahrscheinlichkeitsraum, die die Wahrscheinlichkeit 1

02:16.680 --> 02:17.580
besitzt.

02:18.000 --> 02:21.200
Man nennt dieses Gesetz das starke Gesetz großer Zahlen.

02:21.940 --> 02:25.980
In diesem Video geht es um das schwache Gesetz und der folgende Satz

02:25.980 --> 02:29.060
gibt hinreichende Bedingungen für dessen Gültigkeit an.

02:29.060 --> 02:34.440
Liegt eine Folge stochastisch unabhängiger Zufallsvariablen vor, die

02:34.440 --> 02:39.380
den gleichen Erwartungswert µ und die gleiche Varianz besitzen, so

02:39.380 --> 02:42.140
gilt das schwache Gesetz großer Zahlen.

02:43.360 --> 02:46.420
Hierbei wird also nicht notwendig angenommen, dass die

02:46.420 --> 02:49.160
Zufallsvariablen dieselbe Verteilung besitzen.

02:49.640 --> 02:53.760
Wir fordern nur gleiche Erwartungswerte und gleiche Varianzen, wobei

02:53.760 --> 02:56.380
wir natürlich unterstellen, dass diese existieren.

02:56.380 --> 03:01.280
Der Beweis ist recht einfach und er wird zeigen, dass wir die

03:01.280 --> 03:03.720
Voraussetzungen erheblich abschwächen können.

03:04.320 --> 03:06.620
Sei hierzu y größer 0 beliebig.

03:07.200 --> 03:10.700
Der Erwartungswert von x entquer ist wegen der Linearität der

03:10.700 --> 03:14.260
Erwartungswertbildung gleich 1 durch n mal der Summe der

03:14.260 --> 03:19.140
Erwartungswerte der xj und da diese Erwartungswerte sämtlich gleich µ

03:19.140 --> 03:21.280
sind, gilt dieses Gleichheitszeichen.

03:21.280 --> 03:25.700
Damit steht aber hier die Wahrscheinlichkeit, dass sich eine

03:25.700 --> 03:30.580
Zufallsvariable von ihrem Erwartungswert betragsmäßig um mindestens y

03:30.580 --> 03:34.420
unterscheidet und nach der Chebyschow-Ungleichung ist diese

03:34.420 --> 03:38.120
Wahrscheinlichkeit höchstens gleich der Varianz von x entquer

03:38.120 --> 03:40.380
dividiert durch y².

03:41.160 --> 03:45.460
Nach Rechenregeln über die Varianz kann man den in x entquer

03:45.460 --> 03:51.080
steckenden Faktor 1 durch n quadratisch abspalten und so folgt dieses

03:51.080 --> 03:51.960
Gleichheitszeichen.

03:52.540 --> 03:56.980
Da die xj stochastisch unabhängig sind, ist die Varianz der Summe

03:56.980 --> 04:01.940
gleich Summe der Varianzen und da die alle gleich σ² sind, ist die

04:01.940 --> 04:07.760
Summe gleich n mal σ² und da links davon n² im Nenner steht,

04:08.500 --> 04:11.480
konvergiert diese obere Schanke für die links stehende

04:11.480 --> 04:13.000
Wahrscheinlichkeit gegen 0.

04:13.620 --> 04:18.080
Somit können wir den Beweis mit einem Quatert-Demonstrandum, was zu

04:18.080 --> 04:19.300
zeigen war, abschließen.

04:20.320 --> 04:23.240
Man sollte sich nach diesem Beweis Folgendes klar machen.

04:23.760 --> 04:27.500
Die Voraussetzung der stochastischen Unabhängigkeit kann erheblich

04:27.500 --> 04:28.460
abgeschwächt werden.

04:28.460 --> 04:33.060
Die Varianz einer Summe von Zufallsvariablen ist allgemein gleich der

04:33.060 --> 04:37.880
Summe der Varianzen plus die Summe der paarweisen Kovarianzen zwischen

04:37.880 --> 04:39.820
je zwei verschiedenen xj.

04:40.400 --> 04:44.500
Sind diese Kovarianzen gleich 0, sind die xj also paarweise

04:44.500 --> 04:48.020
unkorreliert, so bleibt die Aussage des Satzes gültig.

04:48.560 --> 04:52.120
Wir können aber auch die Voraussetzung der paarweisen Unkorreliertheit

04:52.120 --> 04:52.660
abschwächen.

04:52.660 --> 04:57.320
Entscheidend ist ja nur, dass die Varianz der Summe der xj nach

04:57.320 --> 05:00.280
Division durch n² gegen 0 konvertiert.

05:00.840 --> 05:06.200
So kann etwa für jedes K, jedes xj mit höchstens K anderen xi

05:06.200 --> 05:10.640
korreliert sein und man sieht auch, dass die Varianzen der xj gar

05:10.640 --> 05:12.100
nicht alle gleich sein müssen.

05:12.620 --> 05:16.480
Es reicht völlig aus, dass alle Varianzen eine gemeinsame obere

05:16.480 --> 05:17.460
Schanke besitzen.

05:17.460 --> 05:21.580
Das schwache Gesetz großer Zahlen gilt also unter schwachen

05:21.580 --> 05:26.000
Bedingungen und ich hebe auch das noch einmal hervor, wir haben nicht

05:26.000 --> 05:29.900
vorausgesetzt, dass die xj dieselbe Verteilung besitzen.

05:31.000 --> 05:35.280
Als Spezialfall ergibt sich das sogenannte schwache Gesetz großer

05:35.280 --> 05:36.980
Zahlen von Jakob Bernoulli.

05:37.440 --> 05:40.840
Das entsteht, wenn unabhängige Ereignisse mit gleicher

05:40.840 --> 05:45.600
Wahrscheinlichkeit vorliegen und die xj die Indikatorvariablen der aj

05:45.600 --> 05:46.000
sind.

05:46.000 --> 05:51.460
Diese Situation nennt man oft unabhängige Bernoulli-Versuche, wobei

05:51.460 --> 05:54.000
sich aj auf den jten Versuch bezieht.

05:54.600 --> 05:56.680
Deuten wir das Eintreten bzw.

05:56.960 --> 06:00.180
Nicht-Eintreten von aj als Treffer bzw.

06:00.540 --> 06:05.480
Niete im jten Versuch, so ist b, die von der Versuchsnummer

06:05.480 --> 06:09.440
unabhängige Trefferwahrscheinlichkeit und man kann das Gesetz großer

06:09.440 --> 06:10.920
Zahlen so formulieren.

06:10.920 --> 06:14.440
Für jedes noch so kleine y größer 0 konvergiert die

06:14.440 --> 06:18.940
Wahrscheinlichkeit, dass sich die zufällige relative Trefferhäufigkeit

06:18.940 --> 06:23.700
nach n Versuchen von der Trefferwahrscheinlichkeit p betragsmäßig um

06:23.700 --> 06:27.700
mindestens y unterscheidet für n gegen unendlich gegen 0.

06:28.540 --> 06:33.200
Dieses Resultat ist das Hauptergebnis der Post-Hum 1713

06:33.200 --> 06:38.760
veröffentlichten Ars Conjectandi, auf Deutsch der Kunst des Vermutens

06:38.760 --> 06:40.320
von Jakob Bernoulli.

06:40.820 --> 06:44.080
Dieses Werk ist das erste systematische Lehrbuch zur

06:44.080 --> 06:46.040
Wahrscheinlichkeitsrechnung.

06:46.040 --> 06:50.920
Obiges Gesetz ist auch für die Statistik wichtig, denn es besagt, dass

06:50.920 --> 06:54.920
man aus relativen Trefferhäufigkeiten in unabhängig voneinander unter

06:54.920 --> 06:58.580
gleichen Bedingungen durchgeführten Bernoulli-Versuchen eine

06:58.580 --> 07:02.280
unbekannte Trefferwahrscheinlichkeit sinnvoll schätzen kann.

07:03.420 --> 07:07.740
Das schwache Gesetz präzisiert auch unsere intuitive Vorstellung, dass

07:07.740 --> 07:12.260
der Erwartungswert eine gute Prognose für einen auf Dauer erhaltenen

07:12.260 --> 07:14.080
durchschnittlichen Wert sein sollte.

07:14.080 --> 07:18.520
Ich zeige diesbezüglich einmal einen Plot von simulierten und

07:18.520 --> 07:22.680
fortlaufend notierten arithmetischen Mitteln der Augenzahlen beim

07:22.680 --> 07:24.640
wiederholten Werfen eines Würfels.

07:25.700 --> 07:30.180
Dabei sind auf der horizontalen Achse die Anzahl n der Würfe und auf

07:30.180 --> 07:34.540
der vertikalen Achse die erhaltenen arithmetischen Mittel nach jeweils

07:34.540 --> 07:36.040
n Würfen aufgetragen.

07:37.240 --> 07:42.040
Insgesamt sind es 300 Würfe und ich habe in der Höhe 3,5 den

07:42.040 --> 07:46.100
theoretischen Erwartungswert aufgetragen, der für die zufällige

07:46.100 --> 07:50.040
Augenzahl zutrifft, wenn der Würfel als fair angenommen wird.

07:50.740 --> 07:55.520
Wir versehen jetzt noch das My mit einem kleinen Intervall der Breite

07:55.520 --> 07:56.240
2ε.

07:57.360 --> 08:01.980
Zunächst habe ich einen handelsüblichen Würfel 300 mal geworfen und

08:01.980 --> 08:03.800
dabei diesen Plot erhalten.

08:04.940 --> 08:09.680
Dann wurde das Ganze noch zweimal mithilfe von Pseudo-Zufallszahlen

08:09.680 --> 08:13.380
simuliert und dabei ergaben sich diese beiden Plots.

08:14.040 --> 08:16.360
Ich denke, die Ergebnisse sprechen für sich.

08:17.620 --> 08:21.420
Ich möchte für den Rest des Videos mathematischer werden und dem

08:21.420 --> 08:25.700
schwachen Gesetz großer Zahlen näher auf den Zahn fühlen, wenn wir

08:25.700 --> 08:29.860
annehmen, dass alle Zufallsvariablen nicht nur stochastisch unabhängig

08:29.860 --> 08:32.940
sind, sondern auch dieselbe Verteilung besitzen.

08:32.940 --> 08:37.700
In dieser Situation gilt das starke Gesetz großer Zahlen genau dann,

08:37.900 --> 08:42.400
wenn der Erwartungswert von x1 existiert und dann konvergiert die

08:42.400 --> 08:46.780
Folge der arithmetischen Mittel mit Wahrscheinlichkeit 1 gegen den

08:46.780 --> 08:47.640
Erwartungswert.

08:48.300 --> 08:52.600
Die Existenz des Erwartungswertes ist also notwendig und hinreichend

08:52.600 --> 08:55.480
für die Gültigkeit des starken Gesetzes großer Zahl.

08:55.480 --> 08:59.700
Bezüglich der Gültigkeit des schwachen Gesetzes gilt folgende

08:59.700 --> 09:05.080
Charakterisierung und das Akronym UIV-Fall bedeutet gerade, dass die

09:05.080 --> 09:09.420
xj als stochastisch unabhängig und identisch verteilt angenommen

09:09.420 --> 09:09.720
werden.

09:10.400 --> 09:14.840
Dann gilt, die Folge der arithmetischen Mittel konvergiert genau dann

09:14.840 --> 09:18.860
stochastisch gegen den Wert µ, wenn zwei Bedingungen erfüllt sind.

09:19.280 --> 09:22.820
Beide Bedingungen gelten übrigens, wenn der Erwartungswert von x1

09:22.820 --> 09:27.360
existiert und gleich µ ist, aber dann gilt ja sogar das starke Gesetz

09:27.360 --> 09:28.100
großer Zahl.

09:28.480 --> 09:32.360
Die beiden Bedingungen, die jetzt kommen, sind also schwächer als die

09:32.360 --> 09:34.460
Existenz des Erwartungswertes.

09:35.020 --> 09:39.340
Die erste Bedingung besagt, dass die Wahrscheinlichkeit, dass sich x1

09:39.340 --> 09:43.880
von µ betragsmäßig um mindestens n unterscheidet und die ja für n

09:43.880 --> 09:48.700
gegen unendlich gegen 0 konvergiert, so schnell konvergiert, dass

09:48.700 --> 09:53.200
selbst nach Multiplikation mit n noch Konvergenz gegen 0 vorliegt.

09:54.140 --> 09:57.640
Die zweite Bedingung betrifft einen Erwartungswert.

09:57.980 --> 10:01.340
Und da wir nicht voraussetzen, dass der Erwartungswert von x1

10:01.340 --> 10:05.760
existiert, ist natürlich spannend, welcher Erwartungswert hier gegen

10:05.760 --> 10:07.040
was konvergieren soll.

10:07.600 --> 10:12.440
Es ist der Erwartungswert dieser Zufallsvariablen und der soll gegen 0

10:12.440 --> 10:13.100
konvergieren.

10:13.960 --> 10:17.600
Dieser Erwartungswert existiert wegen der Indikatorfunktion.

10:17.600 --> 10:22.440
Diese ist genau dann von 0 verschieden und dann automatisch gleich 1,

10:22.800 --> 10:26.960
wenn x1 minus µ dem Betrage nach kleiner als n ist.

10:27.560 --> 10:31.480
Wir haben es hier also mit einer beschränkten Zufallsvariablen zu tun,

10:31.800 --> 10:36.360
die nur Werte im offenen Intervall von minus n bis plus n annimmt.

10:37.360 --> 10:41.560
Der Rest des Vortrags dient dem Beweis der interessanten Richtung,

10:42.120 --> 10:46.080
dass aus diesen beiden Bedingungen das schwache Gesetz großer Zahlen

10:46.080 --> 10:46.520
folgt.

10:46.520 --> 10:50.360
Jetzt wird es also etwas technisch und alle, die das nicht mehr

10:50.360 --> 10:52.580
interessiert, seien gerne verabschiedet.

10:53.400 --> 10:56.940
Die erste Überlegung ist die, dass wir ohne Beschränkung der

10:56.940 --> 11:01.100
Allgemeinheit µ gleich 0 annehmen können, denn beide Bedingungen

11:01.100 --> 11:04.680
betreffen die Zufallsvariable x1 minus µ.

11:05.780 --> 11:10.100
Ich kürze im Folgen die Summe der ersten xj mit Sn ab.

11:10.100 --> 11:15.400
Die entscheidende Beweisidee besteht jetzt darin, eine Zufallsgröße

11:15.400 --> 11:21.940
xnj einzuführen, die viel mit xj zu tun hat, denn es ist xj mal die

11:21.940 --> 11:26.580
Indikatorfunktion, dass xj dem Betrage nach kleiner als n ist.

11:27.480 --> 11:32.900
xnj ist also gleich xj, falls der Indikator gleich 1 ist, und wenn xnj

11:32.900 --> 11:38.040
dem Betrage nach größer gleich n ist, ist xnj gleich 0 gesetzt.

11:38.040 --> 11:41.400
Diese Bildung nennt man Stutzung von xj.

11:41.900 --> 11:46.080
Die ersten n Zufallsvariablen werden also dem Betrage nach in der Höhe

11:46.080 --> 11:47.420
n gestutzt.

11:48.240 --> 11:52.220
Hierdurch erhält man beschränkte Zufallsvariablen, von denen man sich

11:52.220 --> 11:56.040
erhofft, dass sie x1 bis xn gut approximieren.

11:57.240 --> 12:01.200
Diese Bildung können wir für jedes n und für jedes j mit j kleiner

12:01.200 --> 12:02.280
gleich n vornehmen.

12:02.280 --> 12:06.280
Man beachte auch, dass für jedes n größer gleich 2 die

12:06.280 --> 12:11.740
Zufallsvariablen xn1 bis xnn stochastisch unabhängig und identisch

12:11.740 --> 12:12.460
verteilt sind.

12:13.360 --> 12:17.880
Die Summe von xn1 bis xnn kürze ich mit snn ab.

12:18.540 --> 12:22.000
Die farbige Markierung dient später dem besseren Wiederauffinden.

12:22.820 --> 12:26.940
Wir müssen zeigen, dass für beliebiges positives y die

12:26.940 --> 12:32.160
Wahrscheinlichkeit, dass 1 durch n mal sn Betrag größer gleich y ist,

12:32.420 --> 12:34.860
für n gegen unendlich gegen 0 konvergiert.

12:35.800 --> 12:40.140
Man beachte hierzu, dass sn durch n gleich dem arithmetischen Mittel

12:40.140 --> 12:41.460
xn quer ist.

12:42.100 --> 12:48.380
Ein Trick besteht jetzt darin, dass wir sn durch n in dieser Form

12:48.380 --> 12:54.340
schreiben, dass wir zunächst snn subtrahieren, dann wieder addieren,

12:54.340 --> 12:59.620
jetzt den Erwartungswert von snn abziehen und zu guter Letzt wieder

12:59.620 --> 13:01.480
addieren, damit alles stimmt.

13:02.500 --> 13:05.420
Wir sehen uns zunächst den Term ganz rechts an.

13:06.380 --> 13:10.640
Nach Definition von snn und der Additivität der Erwartungswertbildung

13:10.640 --> 13:15.980
sowie aus Symmetriegründen ist dieser Quotient gleich diesem Ausdruck

13:15.980 --> 13:21.340
und damit nach Definition von xn1 gleich diesem Erwartungswert.

13:21.340 --> 13:26.540
Der konvergiert aber nach Bedingung 2 für n gegen unendlich gegen 0.

13:27.720 --> 13:31.520
Das heißt aber für hinreichend großes n, sagen wir für jedes n größer

13:31.520 --> 13:36.260
gleich einem n0, ist der dritte Summand hier auf der rechten Seite

13:36.260 --> 13:39.380
betragsmäßig kleiner als epsilon Drittel.

13:40.500 --> 13:46.220
Wenn aber für solche n die linke Seite hier, also 1 durch n mal sn,

13:46.220 --> 13:51.080
betragsmäßig größer gleich epsilon sein soll, so muss nach der

13:51.080 --> 13:55.540
Dreiecksungleichung mindestens einer der beiden ersten Summanden auf

13:55.540 --> 13:58.880
der rechten Seite größer gleich epsilon Drittel sein.

13:59.480 --> 14:03.680
Wir können also für jedes n größer gleich n0 die Wahrscheinlichkeit

14:03.680 --> 14:08.400
des uns interessierenden Ereignisses durch die Summe dieser beiden

14:08.400 --> 14:10.820
Wahrscheinlichkeiten nach oben abschätzen.

14:10.820 --> 14:15.140
Dabei habe ich beim zweiten Summanden beide Seiten der Ungleichung mit

14:15.140 --> 14:16.320
n multipliziert.

14:16.980 --> 14:20.880
Wir sehen uns jetzt diese beiden Summanden genauer an.

14:22.040 --> 14:26.900
Das erste Ereignis kann nur eintreten, wenn sn und snn verschieden

14:26.900 --> 14:27.760
voneinander sind.

14:28.680 --> 14:35.540
Das geht aber nur, wenn für mindestens ein j von 1 bis n xj und xnj

14:35.540 --> 14:37.100
verschieden voneinander sind.

14:37.100 --> 14:42.160
Und das geht wiederum nur, wenn xj dem Betrage nach größer gleich n

14:42.160 --> 14:42.540
ist.

14:43.360 --> 14:47.840
Da die Wahrscheinlichkeit dafür nicht von j abhängt, besitzt der erste

14:47.840 --> 14:53.120
Summand diese obere Schranke und die konvergiert nach Bedingung 1 für

14:53.120 --> 14:54.800
n gegen unendlich gegen 0.

14:56.120 --> 14:59.860
Die zweite Wahrscheinlichkeit können wir mithilfe der Chebyschow

14:59.860 --> 15:01.720
-Ungleichung nach oben abschätzen.

15:01.720 --> 15:06.940
Wir erhalten als obere Schranke also 1 dividiert durch das Quadrat von

15:06.940 --> 15:09.660
n mal y Drittel mal...

15:09.660 --> 15:12.420
und jetzt kommt die Varianz von snn.

15:13.700 --> 15:18.580
Da snn, das im blauen Kästchen zu sehen ist, eine Summe von n

15:18.580 --> 15:22.860
unabhängigen und identisch verteilten Zufallsvariablen ist, ist die

15:22.860 --> 15:28.160
Varianz von snn gleich n mal die Varianz von xn1.

15:28.160 --> 15:33.860
Und die Varianz von xn1 können wir durch den Erwartungswert von xn1²

15:33.860 --> 15:35.520
nach oben abschätzen.

15:36.040 --> 15:38.940
Das heißt, die obere Schranke wird hierdurch komplettiert.

15:39.960 --> 15:46.380
Da hier n² steht, müssen wir also nur noch zeigen, dass 1 durch n mal

15:46.380 --> 15:50.200
der Erwartungswert von xn1² gegen 0 konvergiert.

15:51.040 --> 15:55.660
Ich nehme dazu noch einmal kurz auf, wie xn1 definiert ist.

15:55.660 --> 16:01.140
Und da der Indikator nur die Werte 0 und 1 annehmen kann, sieht das

16:01.140 --> 16:04.120
Quadrat von xn1 so aus.

16:05.520 --> 16:08.960
Wir benötigen gleich noch ein Resultat aus der Analysis.

16:09.740 --> 16:14.500
Ist an eine Folge, die gegen 0 konvergiert, so konvergiert auch die

16:14.500 --> 16:16.620
Folge der arithmetischen Mittel gegen 0.

16:17.100 --> 16:21.680
Wir werden dieses Resultat später auf diese Folge anwenden, von der

16:21.680 --> 16:23.600
wir wissen, dass sie gegen 0 geht.

16:24.420 --> 16:30.520
Den Erwartungswert von xn1² können wir als Erwartungswert dieser Summe

16:30.520 --> 16:31.020
schreiben.

16:32.300 --> 16:37.340
Dabei haben wir einfach das Ereignis hier oben, dass x1-betrag kleiner

16:37.340 --> 16:43.000
als n ist, in die für l von 1 bis n paarweise disjunkten Ereignisse,

16:43.260 --> 16:49.340
dass x1-betrag kleiner als l und größer gleich l-1 ist, aufgespalten.

16:49.340 --> 16:53.860
Wir schätzen jetzt nach oben ab, indem wir zunächst die Summe nach

16:53.860 --> 16:59.480
vorne ziehen und jetzt ausnutzen, dass x1² auf dem zum Indikator

16:59.480 --> 17:03.060
gehörenden Ereignis kleiner als l² ist.

17:03.840 --> 17:07.680
Was übrig bleibt, ist der Erwartungswert des Indikators und damit

17:07.680 --> 17:09.120
diese Wahrscheinlichkeit.

17:10.120 --> 17:14.420
Für die nächste Abschätzung nach oben lassen wir die Summe über l und

17:14.420 --> 17:18.500
jetzt schätzen wir l² durch diesen Term nach oben ab.

17:18.940 --> 17:24.440
Denn die Summe über i von 1 bis l ist ja l mal l plus 1 halbe.

17:25.460 --> 17:27.280
Die Wahrscheinlichkeit lassen wir stehen.

17:28.060 --> 17:30.220
Die 2 ziehen wir erstmal nach vorne.

17:31.140 --> 17:35.860
Die Doppelsumme läuft über alle i und l von 1 bis n mit i kleiner

17:35.860 --> 17:36.480
gleich l.

17:37.380 --> 17:42.900
Äquivalent dazu ist, i von 1 bis n laufen zu lassen und dann l von i

17:42.900 --> 17:43.440
bis n.

17:44.800 --> 17:50.420
Das i hier ziehen wir vor die Summe über l und summiert werden diese

17:50.420 --> 17:51.500
Wahrscheinlichkeiten.

17:52.540 --> 17:56.040
Die Ereignisse, deren Wahrscheinlichkeiten hier addiert werden, sind

17:56.040 --> 18:00.760
paarweise disjunkt und ihre Vereinigung ist das Ereignis, dass x1

18:00.760 --> 18:05.560
-betrag größer gleich i-1 und kleiner als n ist.

18:05.560 --> 18:11.140
Lassen wir die Bedingung kleiner als n weg, so ergibt sich diese obere

18:11.140 --> 18:11.700
Schranke.

18:13.520 --> 18:17.980
Teilen wir jetzt durch n, so folgt diese Ungleichung.

18:19.820 --> 18:25.280
Nach Voraussetzung 1 konvergiert die Folge i mal p von x1-betrag

18:25.280 --> 18:27.560
größer gleich i-1 gegen 0.

18:28.960 --> 18:34.480
Hier oben steht zwar für i gleich n, i mal p von x1-betrag größer

18:34.480 --> 18:40.200
gleich i, aber ob eines der beiden i durch i-1 ersetzt wird, spielt

18:40.200 --> 18:40.920
keine Rolle.

18:42.020 --> 18:46.280
Aus Bedingung 1 und dem Satz aus der Analyse folgt dann die

18:46.280 --> 18:46.860
Behauptung.

18:48.700 --> 18:51.820
Damit wären wir am Ende dieses Videos angelangt.

18:51.820 --> 18:56.480
Ich bedanke mich ganz herzlich fürs Anschauen und für Hinweise und

18:56.480 --> 18:59.080
konstruktive Kritik bin ich wie immer dankbar.

