WEBVTT

00:00.250 --> 00:02.750
Guten Tag, mein Name ist Gerhard Major.

00:03.290 --> 00:06.650
Ich möchte heute für Sie das Verhalten bei Vorkommnissen und

00:06.650 --> 00:08.810
bedeutsamen Vorkommnissen in der Strahlentherapie besprechen.

00:12.460 --> 00:15.840
Auch vor der Einführung des neuen Strahlenschutzgesetzes und der

00:15.840 --> 00:18.460
Novellierung der Strahlenschutzverordnung hat es durchaus Fälle

00:18.460 --> 00:22.920
gegeben, wo Patienten fehl bestrahlt wurden, fehl behandelt wurden.

00:23.320 --> 00:26.600
Ich habe Ihnen eine Auflistung gemacht von 2001 bis 2016 aus dem

00:26.600 --> 00:28.780
Jahresbericht des Bundesamtes für Strahlenschutz.

00:28.780 --> 00:34.620
Und man kann hier schön sehen, dass wir durchaus Fälle hatten, bei

00:34.620 --> 00:40.460
denen es zu erheblichen Fehlbehandlungen gekommen ist.

00:40.540 --> 00:43.240
Hier gibt es auch ganz viele Patienten, die betroffen waren.

00:43.640 --> 00:46.880
Zum Teil hat man dort die Klinik auch geschlossen.

00:47.660 --> 00:49.760
In der Brachiotherapie war es mal, die falsch eingestellt war.

00:50.320 --> 00:56.440
Ansonsten sehen wir hier, dass die Fälle immer so um etwa 10 pro Jahr

00:56.440 --> 00:57.060
waren im Mittel.

00:57.920 --> 01:02.060
Aber es war durchaus nicht klar, was man melden musste, was nicht.

01:02.940 --> 01:06.800
Erhebliche Fälle wurden dann schon angezeigt und weiter gemeldet.

01:06.840 --> 01:11.260
Das Ganze als Darstellung für die Bestrahlung, Kontamination von

01:11.260 --> 01:11.840
Personal.

01:12.440 --> 01:16.820
Also alles das, was geregelt war, welche Überschreitungen von

01:16.820 --> 01:20.040
Dosiswerten auch zu einer Meldung geführt haben.

01:21.180 --> 01:24.200
Hier sieht man, dass es Jahre gab, wo nichts passiert ist.

01:24.200 --> 01:28.060
Aber in anderen Fällen wurden Techniker bestrahlt oder Personal, was

01:28.060 --> 01:29.300
im Raum verblieben ist zum Beispiel.

01:33.540 --> 01:39.180
Das Bundesamt für Strahlenschutz hat außerdem jedes Jahr aufgelistet,

01:39.240 --> 01:41.140
welche Fälle gemeldet wurden.

01:41.240 --> 01:44.460
Ich habe Ihnen hier für die Medizin einige rausgesucht.

01:44.600 --> 01:48.860
Beziehungsweise auch ein paar lustigere, in Anführungsstrichen, da sie

01:48.860 --> 01:51.720
natürlich keine guten Auswirkungen hatten.

01:51.720 --> 01:54.900
Aber ich möchte Ihnen hier zeigen, was alles möglich ist.

01:55.320 --> 01:59.900
Die exponierende Person war am Flughafen und hat ein Gepäckstück

01:59.900 --> 02:01.800
gehalten, während geröntgt wurde.

02:02.160 --> 02:03.720
Da wurde ein entsprechender Mitarbeiter entlassen.

02:04.440 --> 02:08.000
Auch ein Lastwagen wurde hier geröntgt bei einer Zeugdienststelle.

02:08.280 --> 02:13.100
Da hat eine Person im Laderaum, war da versteckt und die wurde dadurch

02:13.100 --> 02:13.160
entdeckt.

02:14.040 --> 02:15.860
Mit nur geringen Folgen natürlich für die Person.

02:15.860 --> 02:21.220
Dann wurden Schlüsselanhänger gefunden mit Tritium drin, das als

02:21.220 --> 02:26.280
Leuchtmittel verwendet wurde, um diese Schlüsselanhänger leicht

02:26.280 --> 02:26.980
wiederzufinden.

02:28.100 --> 02:30.720
Das hat jemand über Ebay verkaufen wollen.

02:31.160 --> 02:33.440
Und inzwischen gibt es da Schlüsselworte bei Ebay, die verhindern,

02:33.540 --> 02:35.780
dass radioaktives Material in den Handel kommt.

02:36.740 --> 02:39.000
Hier wurde ein Brief mit der Aufschrift Waffenfähiges Plutonium

02:39.000 --> 02:39.880
gefunden bei der Post.

02:40.400 --> 02:42.740
War dann auch unproblematisch, weil Plutonium drin war.

02:42.740 --> 02:45.620
Aber es wurde natürlich eine Ordnungswidrigkeit angezeigt gegen

02:45.620 --> 02:46.060
Unbekannt.

02:47.820 --> 02:50.960
Aber auch hier haben wir die Fälle, die ich schon aufgelistet habe.

02:51.040 --> 02:53.500
Fehler, Fehlbestrahlung von Patienten in einer Klinik über einen

02:53.500 --> 02:54.000
längeren Zeitraum.

02:54.700 --> 02:55.820
Die Klinik wurde wie gesagt beschlossen.

02:57.200 --> 02:59.580
Prüfstrahler wurden gefunden bzw.

02:59.900 --> 03:02.960
vorher geholt und dann wiedergefunden und entsprechend entsorgt.

03:03.840 --> 03:06.320
Auch hier haben wir eine Fehlbestrahlung von Patienten bei mehreren

03:06.320 --> 03:08.480
Behandlungen, weil es einen Berechnungsfehler in der

03:08.480 --> 03:09.440
Bestrahlungsplanung gab.

03:10.720 --> 03:14.280
Mit durchaus erheblichen Auswirkungen, etwa die doppelte Dosis.

03:15.160 --> 03:17.620
Dann wurden Jod-Seeds verloren bzw.

03:17.640 --> 03:22.040
an die falsche Stelle geliefert und das wurde dann weltweit gesucht.

03:23.520 --> 03:26.520
Aber auch Beschleuniger, die eingeschaltet wurden, während des

03:26.520 --> 03:27.840
Aufenthalts eines Mitarbeiters.

03:28.780 --> 03:30.760
Da wurde eine schutzige Belehrung durchgeführt.

03:31.220 --> 03:33.800
Der Einbau eines technischen Personenüberwachungssystems wurde dann

03:33.800 --> 03:35.400
dort damals gefordert.

03:35.760 --> 03:38.480
Inzwischen ist sowas ja Standard im Bestrahlungsbereich.

03:38.480 --> 03:41.800
Noch eine Seite für Sie, was noch alles so passiert ist, exemplarisch,

03:41.860 --> 03:42.900
dass Sie einen Eindruck kriegen.

03:44.040 --> 03:48.020
Ein Mitarbeiter war noch im Bestrahlungsraum während der Afterloading

03:48.020 --> 03:48.480
-Behandlung.

03:49.060 --> 03:52.360
Auch hier Unachtsamkeit des Bedienpersonals, Tür schon geschlossen,

03:52.920 --> 03:53.940
Strahlung schon ausgelöst.

03:54.640 --> 03:57.440
Dann wurde ein Symmetriefehler festgestellt bei einer

03:57.440 --> 04:01.580
Strahlentherapieanlage während der Qualitätssicherung bzw.

04:01.640 --> 04:02.240
der Reparatur.

04:02.720 --> 04:06.480
Da wurde dann das System stillgelegt und entsprechend neu eingestellt.

04:07.560 --> 04:13.720
Dann gab es Abgabe von reaktiven Stoffen ins öffentliche Abwassernetz

04:13.720 --> 04:14.720
bei der Nuklearmedizin.

04:15.260 --> 04:17.700
Auch hier menschliches Versagen war die Ursache.

04:18.540 --> 04:20.320
Es muss entsprechend technisch nachgerüstet werden.

04:21.120 --> 04:25.100
Auch dann wieder Bestrahlung an einem Gerät, während die MTA noch im

04:25.100 --> 04:26.820
Bestrahlungsraum war für wenige Sekunden.

04:29.100 --> 04:31.160
Patientenverwechslungen haben es auch schon gegeben.

04:33.440 --> 04:36.460
Da war nicht klar, was passiert ist, wurde nicht entsprechend

04:36.460 --> 04:37.260
weitergemeldet.

04:37.840 --> 04:40.820
Dann Personen wieder im Bestrahlungsraum, während das Gerät

04:40.820 --> 04:41.800
eingeschaltet wurde.

04:43.020 --> 04:47.320
Oder auch Patientenfehlbestrahlungen, weil eine Namensverwechslung

04:47.320 --> 04:51.600
vorlag und Patient A mit dem Feld von Patient B bestrahlt wurde.

04:52.120 --> 04:54.660
Versehentliche Bestrahlung einer Auszubildenden, auch wieder in einem

04:54.660 --> 04:55.540
Linearbeschleuniger.

04:56.520 --> 04:57.780
Auch jemand zu früh gestartet.

04:59.560 --> 05:02.640
Oder hier, das war die große Zahl, die wir vorhin gesehen haben,

05:02.720 --> 05:04.940
fehlerhafte Bestrahlung von Patienten bei der Brachytherapie.

05:06.080 --> 05:09.920
Und hier wurde ein Bußgeldverfahren schlussendlich eingeleitet, weil

05:09.920 --> 05:12.740
man eben bei einer großen Anzahl von Patienten auch erhebliche

05:12.740 --> 05:13.500
Überdosierung hat.

05:17.380 --> 05:22.220
Grundsätzlich gilt, Sie haben ein Ereignis, ein unerwünschtes

05:22.220 --> 05:22.660
Ereignis.

05:22.760 --> 05:27.160
Sie stellen fest, das ist alles nicht so gut gelaufen, irgendwie blöd

05:27.160 --> 05:27.480
jetzt.

05:27.480 --> 05:31.080
Und dann müssen wir überlegen, ist was zu tun und was ist zu tun.

05:31.220 --> 05:35.180
Das kann verschiedene Sachen sein, Unfallen, Störfälle, Notfälle,

05:35.300 --> 05:35.860
Vorkommnisse.

05:36.360 --> 05:39.080
Nach Straßenschutzverordnung oder Medizinprodukte-Anwender- und Melde

05:39.080 --> 05:39.480
-Informationsverordnung.

05:40.760 --> 05:46.300
Das ist jetzt im Rahmen der Neu- oder der Novellierung des

05:46.300 --> 05:49.820
Medizinproduktrechts ist diese MP-AMIF entstanden.

05:51.480 --> 05:54.000
Ja, und wir werden hier die Melderegelung besprechen.

05:54.500 --> 05:55.140
Was ist was?

05:57.640 --> 06:00.120
Gucken wir in die Straßenschutzverordnung, da finden wir die

06:00.120 --> 06:01.240
Begriffsbestimmungen.

06:01.480 --> 06:05.300
In § 1 Absatz 18 wird der Störfall erklärt.

06:06.180 --> 06:10.980
Ein Ereignisablauf, für die Ihre Anlage ausgelegt sein muss und die

06:10.980 --> 06:13.560
sicherstellt, dass der Betrieb nicht mehr fortgeführt werden kann,

06:14.240 --> 06:19.340
wenn dieses Gerät Schäden hat oder irgendwelche Probleme aufweist.

06:19.340 --> 06:24.160
Diese Definition ist relativ allgemein und würde natürlich auch für

06:24.160 --> 06:27.740
jedes Bestrahlungsgerät zutreffen, wenn bei Ihnen eine Platine am

06:27.740 --> 06:32.800
Linearbeschleuniger kaputt geht, müssten Sie formal einen Störfall

06:32.800 --> 06:33.280
melden.

06:33.780 --> 06:37.400
Jetzt ist es so, dass diese Störfallregelung eigentlich gar nicht in

06:37.400 --> 06:39.400
der Straßenschutzverordnung stehen sollte.

06:39.400 --> 06:44.940
Das Bundesumweltministerium hatte das in der Entwurfsversion gar nicht

06:44.940 --> 06:49.380
drin, hat aber natürlich von Störfällen gesprochen in diversen

06:49.380 --> 06:49.600
Paragraphen.

06:50.000 --> 06:53.040
Dann hat der Bundesrat entschieden, der Störfall muss ja wieder rein,

06:53.080 --> 06:55.800
wenn er schon erwähnt wird und ihn aber in den Begriffsdefinitionen

06:55.800 --> 06:57.100
nicht habt, dann werden wir ihn reinschreiben.

06:57.540 --> 06:59.060
Dann haben die also diese Änderung vorgeschlagen.

07:00.000 --> 07:02.480
Die Bundesregierung hat das natürlich angenommen, weil man nicht

07:02.480 --> 07:06.060
nochmal das ganze Gesetzgebungsverfahren dort durchlaufen lassen

07:06.060 --> 07:08.220
wollte, oder zumindest das Verordnungsverfahren.

07:09.040 --> 07:10.900
Und dann ist der Störfall wieder reingekommen.

07:11.000 --> 07:13.520
Die Idee war aber ursprünglich, dass sowas eigentlich nur für

07:13.520 --> 07:16.280
kehrtechnische Anlagen gelten sollte und dann in den untergesetzlichen

07:16.280 --> 07:18.040
Regelwerken geregelt wird.

07:19.040 --> 07:20.620
Jetzt haben wir es in der Straßenschutzverordnung.

07:21.180 --> 07:24.420
Es wird lange nicht so gelebt, wie die Definition ist, wie gesagt,

07:24.500 --> 07:27.360
weil es eigentlich nur für kehrtechnische Anlagen sein soll.

07:29.800 --> 07:32.700
Ich wollte es Ihnen der Vorständigkeit aber präsentieren.

07:32.900 --> 07:36.500
Viel wichtiger für uns ist ja jetzt der Absatz 22, die Definition

07:36.500 --> 07:37.480
eines Vorkommnisses.

07:38.160 --> 07:41.660
Als Ereignis in einer geplanten Expositionssituation, das ist das, was

07:41.660 --> 07:42.580
wir in der Medizin machen.

07:42.820 --> 07:48.040
Geplante Expositionssituationen finden wir nur in der Medizin.

07:49.020 --> 07:52.240
Notfallexpositionssituationen haben wir nicht und auch keine

07:52.240 --> 07:53.480
bestehenden Expositionssituationen.

07:53.480 --> 07:56.820
Denn alles, was wir machen, müssen wir vorher mal geplant haben.

07:57.060 --> 08:04.120
Und selbst wenn uns die Nuklearmedizin abbrennt oder ein Elektronen

08:04.120 --> 08:10.220
-Linearbeschleuniger explodiert, müssen wir das irgendwo geplant haben

08:10.220 --> 08:13.060
und die Maßnahmen dort parat haben.

08:13.060 --> 08:17.920
Also ein Ereignis mit einer unbeabsichtigten Exposition, gemeint ist

08:17.920 --> 08:18.840
hier die Strahlenexposition.

08:20.080 --> 08:23.340
Und wenn dieses Ereignis dazu geführt hat, geführt haben könnte oder

08:23.340 --> 08:25.580
führen könnte, dann haben wir dieses Vorkommnis.

08:26.880 --> 08:29.300
Außer es ist für den Strahlenschutz nicht relevant.

08:30.180 --> 08:33.660
Und das sind Punkte, die ein bisschen schwierig sind.

08:33.660 --> 08:38.820
Denn dieser viele Konjunktiv, den wir haben, der stammt eigentlich aus

08:38.820 --> 08:39.940
dem Medizinproduktrecht.

08:40.440 --> 08:43.680
Wenn dort ein Gerät ist, was den Patienten beschädigen könnte oder

08:43.680 --> 08:47.400
beschädigt hätte oder zu einer Beschädigung geführt haben könnte, dann

08:47.400 --> 08:50.660
wollte man dort eine Maßnahme einleiten.

08:51.400 --> 08:54.100
Und das macht auch Sinn, wenn man zwei Knöpfe hat auf dem Gerät.

08:54.300 --> 08:56.280
Einer sagt Patient tot, der andere Patient lebendig.

08:56.500 --> 08:59.060
Dann macht es Sinn, den Patienten-Tod-Knopf vielleicht extra

08:59.060 --> 09:02.400
abzusichern, eine andere Farbe zu geben und auch woanders anzubringen

09:02.400 --> 09:02.900
an der Maschine.

09:04.640 --> 09:05.460
Und das kann man melden.

09:05.460 --> 09:09.000
In der Strahlentherapie haben wir es aber auch mit Menschen zu tun.

09:10.100 --> 09:17.140
Und in dem Moment kann ich natürlich sämtliche Möglichkeiten mir

09:17.140 --> 09:18.040
herbei überlegen.

09:19.200 --> 09:25.040
Nehmen wir mal an, Sie haben einen Patienten, Namen A, und den wollen

09:25.040 --> 09:29.060
Sie bestrahlen und jetzt stellen Sie fest, ah, der Patient B ist ja

09:29.060 --> 09:32.260
vorher reingelaufen, hat sich umgezogen und kommt jetzt raus, weil er

09:32.260 --> 09:33.840
der Meinung war, er wäre zuerst da gewesen.

09:35.420 --> 09:40.860
Und dann müssen Sie entscheiden, hätte das irgendwie zu einer

09:40.860 --> 09:43.160
unbeabsichtigten Exposition führen können oder nicht?

09:43.760 --> 09:44.940
Und ab wann ist das so?

09:46.040 --> 09:49.540
Wenn er sich schon reinsetzt und auszieht, wenn er die Schwelle zum

09:49.540 --> 09:52.920
Kontrollbereich überschreitet oder wenn der Patient auf dem Tisch

09:52.920 --> 09:56.540
liegt und die falsche Maske auf dem Schädel hat oder in dem Moment, wo

09:56.540 --> 10:00.380
das Personal schon den Startknopf hätte drücken wollen und es dann

10:00.380 --> 10:03.160
festgestellt wird, weil der Arzt reinkommt und sagt, ich habe Patient

10:03.160 --> 10:03.820
A soeben aufgeklebt.

10:03.820 --> 10:04.820
Sie können ihn bestrahlen.

10:05.480 --> 10:08.100
Da lässt uns diese Definition ein wenig alleine und auch der

10:08.100 --> 10:08.700
Gesetzgeber.

10:09.720 --> 10:14.940
Da gibt es wirklich keine gute Lösung.

10:15.140 --> 10:17.200
Sie müssten das eigentlich in Ihren Arbeitsanweisungen selbst

10:17.200 --> 10:17.740
definieren.

10:19.200 --> 10:21.720
Und auch wann das Ereignis für den Strahlenschutz nicht relevant ist,

10:22.260 --> 10:24.860
ist ja ein bisschen offengelassen.

10:25.900 --> 10:29.080
Aber wir merken uns, ein Vorkommnis ist eine unbeabsichtigte

10:29.080 --> 10:29.680
Exposition.

10:31.800 --> 10:35.960
Daraus lässt sich ableiten, wann ein Ereignis kein Vorkommnis ist.

10:36.460 --> 10:38.740
Nämlich, wenn Sie eine Exposition beabsichtigen.

10:38.980 --> 10:39.520
Offensichtlich.

10:39.760 --> 10:43.660
Wird später noch ganz spannend, was wir darüber überlegen müssen.

10:45.240 --> 10:50.360
Und wenn Sie einen Patienten bestrahlen wollen, der aber jetzt

10:50.360 --> 10:53.420
irgendwie doch nicht bestrahlt wird, versehentlich, dann ist das

10:53.420 --> 10:56.180
irgendwie auch kein Vorkommnis, weil es dann ja eine unbeabsichtigte

10:56.180 --> 10:57.180
Nicht -Exposition ist.

10:57.300 --> 11:01.080
Das ist zwar unschön und auch ein Ereignis, was Sie vielleicht nicht

11:01.080 --> 11:05.720
gerne wiederhaben wollen, aber es fällt eigentlich nicht unter diese

11:05.720 --> 11:06.300
Definition.

11:11.530 --> 11:14.630
Warum haben wir jetzt diesen zusätzlichen Aufwand in der

11:14.630 --> 11:15.630
Strahlenschutz -Verordnung?

11:17.090 --> 11:20.670
Wir streben schon an, Qualität abzuliefern und gute Arbeit zu machen.

11:21.110 --> 11:23.390
Und offensichtlich wurden ja schlimme Sachen früher auch gemeldet,

11:23.430 --> 11:24.610
weil man sich da entlasten wollte.

11:25.090 --> 11:27.950
Aber die Grundidee ist, wir wollen Qualität abliefern.

11:29.050 --> 11:32.790
Unsere Behandlungen, unsere Strahlentherapien sollen hohe Qualität

11:32.790 --> 11:33.110
haben.

11:34.190 --> 11:38.590
Wir wollen aus den Fehlern lernen, die wir gemacht haben, um sie zu

11:38.590 --> 11:38.950
vermeiden.

11:39.070 --> 11:42.310
Es ist sehr unschön, wenn der gleiche Fehler drei- oder viermal

11:42.310 --> 11:47.270
passiert, weil wirklich jede einzelne Person bei ihrem Personal diesen

11:47.270 --> 11:48.610
erst machen muss, um daraus zu lernen.

11:50.270 --> 11:54.510
Schöner ist es, wenn solche Fehler stattfinden, dass sie auch

11:54.510 --> 11:57.870
kommuniziert werden, damit möglichst viele andere auch sofort daraus

11:57.870 --> 12:01.810
lernen können und die Ursache beseitigt wird und das in Zukunft

12:01.810 --> 12:02.530
vermieden wird.

12:03.370 --> 12:09.450
Ganz wichtig bei solchen Vorkommnissen, sowohl intern bei Ihnen als

12:09.450 --> 12:12.990
auch bei möglichen Weitermeldungen an die Aufsichtsbehörden, die

12:12.990 --> 12:15.250
Identität des Verursachers ist hier nicht relevant.

12:15.530 --> 12:18.950
Es geht nur um das Ereignis selbst und wie man es wieder verhindern

12:18.950 --> 12:19.190
kann.

12:26.750 --> 12:29.970
§108 der Strahlenschutzverordnung definiert eindeutig, dass Sie ein

12:29.970 --> 12:33.470
Notfall, ein Störfall oder ein sonstiges bedeutsames Vorkommnis der

12:33.470 --> 12:36.310
zuständigen Behörde unverzüglich zu melden haben.

12:37.050 --> 12:40.170
Störfälle treffen uns jetzt nicht, haben wir gesagt, Notfälle auch

12:40.170 --> 12:42.630
nicht, weil wir die in der Medizin nicht haben, also bleiben uns die

12:42.630 --> 12:43.750
bedeutsamen Vorkommnisse.

12:45.490 --> 12:48.490
Ich habe Ihnen gerade die Vorkommnisse vorgestellt.

12:48.650 --> 12:51.210
Und was macht jetzt ein Vorkommnis zu einem bedeutsamen Vorkommnis?

12:51.790 --> 12:54.870
Dafür gibt es die Anlage 14 der Strahlenschutzverordnung, die

12:54.870 --> 12:58.830
definiert oder stellt zumindest ein paar Kriterien zur Verfügung, wann

12:58.830 --> 13:03.410
ein Vorkommnis bei medizinischen Expositionen zur Bedeutsamkeit

13:03.410 --> 13:06.590
erlangt und zum bedeutsamen Vorkommnis wird.

13:08.070 --> 13:10.850
Es ist unterteilt in die Untersuchung mit ionisierender Strahlung und

13:10.850 --> 13:15.150
radioaktiven Stoffen, also keine Intervention, keine konventionellen

13:15.150 --> 13:17.030
Projektionsradiographien, die sind da ausgenommen.

13:17.750 --> 13:20.610
Aber die nuklear-medizinische Diagnostik ist hier mit drin.

13:21.670 --> 13:25.210
Dann gibt es einen eigenen Bereich für Interventionen, das auch

13:25.210 --> 13:26.590
definiert der Einsatz von Röntgenbildgebungstechniken.

13:27.930 --> 13:31.810
Wenn wir nicht selber gucken wollen, sind die Organe da, sondern wir

13:31.810 --> 13:37.310
haben irgendein Instrument, was der Arzt eigentlich im Körper

13:37.310 --> 13:40.230
voranbringen will oder eine Substanz im Körper voranbringen möchte und

13:40.230 --> 13:45.470
das wollen Sie beobachten mit Röntgenbildgebungstechnik, dann nennt

13:45.470 --> 13:46.230
sich das Intervention.

13:47.210 --> 13:49.310
Finden Sie in der Begriffsbestimmung der Strahlenschutzverordnung.

13:51.450 --> 13:56.750
Das Ganze ist jeweils 1 und 2 unterteilt in die Möglichkeit, ganze

13:56.750 --> 14:03.230
Gruppen von Personen fehlerhaft zu bestrahlen oder unbeabsichtigt zu

14:03.230 --> 14:06.430
bestrahlen, ist ja die bessere Formulierung, oder eben eine

14:06.430 --> 14:09.210
unbeabsichtigte Exposition bei einer einzelnen Person zu haben.

14:09.490 --> 14:10.910
Beides wird getrennt betrachtet.

14:11.010 --> 14:14.990
Wir gehen das gleich nochmal durch, damit klar ist, welche Fälle uns

14:14.990 --> 14:15.550
betreffen.

14:15.550 --> 14:18.750
Dann gibt es Behandlung mit ionisierender Strahlung und umschlossenen

14:18.750 --> 14:21.050
radioaktiven Stoffen, das ist die klassische Strahlentherapie und

14:21.050 --> 14:21.790
Brachytherapie.

14:22.990 --> 14:25.210
Und Behandlung mit offenen radioaktiven Stoffen wäre die

14:25.210 --> 14:26.570
therapeutische Nuklearmedizin.

14:27.410 --> 14:31.090
Betreuungs- und Begleitpersonen werden behandelt an dieser Stelle und

14:31.090 --> 14:34.190
die Anwendung von Strahlung zum Zweck der medizinischen Forschung.

14:35.850 --> 14:40.230
Zum Schluss haben wir noch den Punkt 7, Ereignisse mit beinahe

14:40.230 --> 14:41.350
erfolgter Exposition.

14:41.790 --> 14:45.590
Die sieben Dinge müssen wir einmal näher betrachten.

14:49.000 --> 14:52.480
Gucken wir uns den Bereich Untersuchung mit ionisierender Strahlung

14:52.480 --> 14:56.000
an, wobei eben konventionelle Projektionsradiographien ausgenommen

14:56.000 --> 14:56.260
sind.

14:56.380 --> 14:59.520
Das heißt, man kann an der Stelle eigentlich keine bedeutsamen

14:59.520 --> 15:02.940
Vorkommnisse durch normales Röntgen erzeugen.

15:05.280 --> 15:09.460
Wenn Sie eine Gruppe von Personen haben, müssen Sie die letzten 20

15:09.460 --> 15:12.640
aufeinanderfolgenden Untersuchungen betrachten, immer der gleiche

15:12.640 --> 15:15.820
Untersuchungsart, und die mit den diagnostischen Referenzwerten, DRW,

15:16.300 --> 15:16.880
vergleichen.

15:17.480 --> 15:24.900
Und wenn die um das Doppelte größer sind als zugelassen, dann haben

15:24.900 --> 15:29.500
Sie ein bedeutsames Vorkommen kreiert, sobald einer der Werte auch um

15:29.500 --> 15:32.920
das Dreifache größer ist als der diagnostische Referenz.

15:39.350 --> 15:42.510
Das war, wenn Sie das kollektiv betrachten, der Patienten.

15:42.970 --> 15:47.710
Auf eine einzelne Person sind hier Werte für den CT-Dosisindex

15:47.710 --> 15:52.390
angesetzt von einem Gehirn 120 mGy, oder bei einer CT-Anwendung am

15:52.390 --> 15:53.490
Körper von 80 mGy.

15:54.770 --> 15:56.950
Wie gesagt, für einzelne Patienten, wenn Sie das überschreiten,

15:57.470 --> 16:01.230
unbeabsichtigt, dann werden Sie das als bedeutsames Vorkommen

16:01.230 --> 16:01.810
betrachten.

16:01.810 --> 16:07.710
Bei röntgenden Durchleuchtungen wird auf das Dosisflächenprodukt

16:07.710 --> 16:11.850
geschaut, und hier ist ein Wert von 20.000 mGy mal Quadratzentimeter

16:11.850 --> 16:12.430
angegeben.

16:13.350 --> 16:17.450
Und wenn Sie den überschreiten aufgrund einer unbeabsichtigten

16:17.450 --> 16:21.570
Strahlenexposition, dann haben Sie auch hier ein Kriterium für ein

16:21.570 --> 16:22.470
bedeutsames Vorkommen.

16:23.730 --> 16:26.350
Die Nuklearmedizin können wir uns hier, glaube ich, sparen, das ist

16:26.350 --> 16:27.730
nicht Teil unserer Themen.

16:31.670 --> 16:34.490
Außerdem kann es natürlich sein, dass Sie eine Anwendung wiederholen

16:34.490 --> 16:36.890
müssen, aufgrund einer Körperteilverwechslung, eines

16:36.890 --> 16:41.030
Einstellungsfehlers, oder Sie haben Gerätedefekt, das begründet, dass

16:41.030 --> 16:42.250
Sie die Aufnahmen doppelt machen müssen.

16:42.730 --> 16:45.550
Und wenn Sie dann feststellen, dass eines der Kriterien aus Buchstabe

16:45.550 --> 16:49.450
a erfüllt ist, nämlich die 120 mGy für das Gehirn, die 80 mGy für den

16:49.450 --> 16:53.810
Körper, oder die Überschreitung des Wertes von 20.000 mGy mal

16:53.810 --> 16:56.790
Quadratzentimeter für das Dosisflächenprodukt, haben Sie auch hier ein

16:56.790 --> 16:57.670
bedeutsames Vorkommen.

16:59.250 --> 17:02.570
Jede Patientenverwechslung, wenn eben wieder diese Kriterien gerissen

17:02.570 --> 17:07.670
wurden, oder das Auftreten einer deterministischen Wirkung, wenn diese

17:07.670 --> 17:09.910
für die festgelegte Untersuchung nicht zu erwarten war.

17:10.430 --> 17:14.530
Also eine extreme Hautrötung zum Beispiel, oder schon Ausfall von

17:14.530 --> 17:17.670
Haaren an der Stelle, wenn Sie sagen, das ist eigentlich nicht das,

17:17.730 --> 17:21.410
was normalerweise auftritt, dann müssen Sie das genau untersuchen und

17:21.410 --> 17:23.430
auch als bedeutsames Vorkommenes einstufen.

17:27.110 --> 17:29.630
Schauen wir uns in Abschnitt 2 an die Interventionen.

17:29.950 --> 17:34.430
Die sind analog der Nummer 1, wenn Sie die Gruppen betrachten, also

17:34.430 --> 17:38.270
auch hier wieder Verdopplung des diagnostischen Referenzwertes der

17:38.270 --> 17:41.790
letzten 20 Patienten und einer davon muss das dreifach erreicht haben.

17:42.490 --> 17:45.810
Wenn Sie eine Intervention zum Zweck einer Untersuchung machen, gibt

17:45.810 --> 17:51.310
es auch hier wieder das Dosisflächenprodukt von 20.000 Centigrade mal

17:51.310 --> 17:55.070
Quadratzentimeter, das Sie überschreiten müssen, um das Ganze zu einem

17:55.070 --> 17:56.370
bedeutsamen Vorkommens zu machen.

17:57.070 --> 17:59.910
Auch hier wiederum die Wiederholung von Anwendungen von

17:59.910 --> 18:02.970
Körperteilverwechslung, Einstellungsfehler oder eines vorausgegangenen

18:02.970 --> 18:06.450
Gerätedefektes, wenn Sie wieder diese Kriterien nach Buchstabe A

18:06.450 --> 18:11.410
reißen, 120 Milligray für den Kopf, beziehungsweise 80 Milligray für

18:11.410 --> 18:15.550
den Körper und die 20.000 stehen ja schon oben, Centigrade mal

18:15.550 --> 18:16.270
Quadratzentimeter.

18:16.870 --> 18:21.370
Jetzt müssen Sie jede Personenverwechslung für zu einem bedeutsamen

18:21.370 --> 18:24.710
Vorkommnis, da gilt also diese Beschränkung nicht mehr der Dosismengen

18:24.710 --> 18:29.010
und auch wieder das Auftreten einer deterministischen Wirkung, das für

18:29.010 --> 18:30.910
die festgelegte Anwendung nicht zu erwarten war.

18:36.180 --> 18:40.340
Dann unterscheidet der Bereich Intervention noch, wenn Sie eine

18:40.340 --> 18:44.700
Intervention zum Zweck der Behandlung gemacht haben, jetzt nicht der

18:44.700 --> 18:48.240
Strahlenbehandlung, sondern einer Behandlung mit einem Stand zum

18:48.240 --> 18:50.900
Beispiel eingelegt haben und irgendwas am Körper gemacht haben.

18:50.900 --> 18:57.060
Dann gibt es einen erhöhten Dosiswert für das Dosisflächenprodukt von

18:57.060 --> 19:02.680
50.000 Centigrade mal Quadratzentimeter und Sie müssen prüfen lassen,

19:03.040 --> 19:06.300
ob innerhalb von 21 Tagen nach der interventionellen Untersuchung ein

19:06.300 --> 19:09.140
deterministischer Hautschaden zweiten oder höheren Grades aufgetreten

19:09.140 --> 19:09.320
ist.

19:09.400 --> 19:12.040
Das heißt, da muss man den Patienten nochmal einbestellen nach drei

19:12.040 --> 19:15.740
Wochen und zu prüfen, ob da ein Erfolgeschaden aufgetreten ist.

19:18.020 --> 19:21.200
Hier müssen Sie auch jede Person oder Körperteilverwechslung melden,

19:21.300 --> 19:25.000
auch da gibt es keine Beschränkung mehr auf irgendwelche Dosiswerte

19:25.000 --> 19:27.280
oder Dosisflächenproduktwerte, die Sie prüfen müssen.

19:27.980 --> 19:31.040
Und auch wieder das Auftreten der deterministischen Wirkung ist hier

19:31.040 --> 19:32.200
ein Kriterium.

19:34.560 --> 19:37.060
Gucken wir uns an, was in der Strahlentherapie passieren kann, da

19:37.060 --> 19:38.940
müssen wir ein bisschen detaillierter darauf eingehen.

19:39.900 --> 19:43.120
Jede Abweichung der Gesamtdosis im Zielvolumen oder im Referenzpunkt

19:43.120 --> 19:46.100
um mehr als 10% von der im Bestrahlungsplan festgelegten Dosis.

19:47.180 --> 19:49.800
Allerdings muss die Dosis mindestens 4 Gray betragen, die

19:49.800 --> 19:50.540
Dosisabweichung.

19:51.020 --> 19:55.820
Das heißt, Sie haben ein Ganzhirn, 20 Gray mit jeweils 2 Gray pro

19:55.820 --> 19:58.200
Fraktion und versehentlich eine Fraktion zu viel bestrahlt.

19:58.680 --> 20:02.800
Dann haben Sie zwar 10% erreicht der im Bestrahlungsplan festgelegten

20:02.800 --> 20:07.240
Dosis, eventuell ein bisschen mehr.

20:07.240 --> 20:10.980
Sie sind aber noch nicht bei den 4 Gray, sodass das kein bedeutsames

20:10.980 --> 20:11.780
Vorkommnis wird.

20:13.240 --> 20:18.580
Aber spätestens bei 2 Fraktionen mehr ist es dann auf jeden Fall

20:18.580 --> 20:19.140
bedeutsam.

20:20.420 --> 20:23.000
Jede ungeplante Überschreitung der in der Arbeitsanweisung

20:23.000 --> 20:26.840
festgelegten Dosisbeschränkungen für Risikoorgane, wenn sie mehr als

20:26.840 --> 20:27.760
10 % beträgt.

20:27.840 --> 20:30.580
Das heißt, Sie müssen in Ihren Arbeitsanweisungen die

20:30.580 --> 20:33.540
Dosisbeschränkungen für Risikoorgane hinterlegen, damit Sie dieses

20:33.540 --> 20:34.600
Kriterium abprüfen können.

20:35.160 --> 20:37.400
Wer das noch nicht gemacht hat, jetzt wird es langsam Zeit.

20:39.000 --> 20:43.180
Also hier ist ja auch sehr eindeutig, die Abweichung kann allerdings

20:43.180 --> 20:47.060
in beide...also hier ist eine Überschreitung, während Nummer 1

20:47.060 --> 20:49.680
natürlich auch eine Unterschreitung von 10% beinhaltet.

20:49.860 --> 20:51.340
Also die Abweichung der Gesamtdosis.

20:51.940 --> 20:54.260
Bei Risikoorganen macht das natürlich nur Sinn nach oben.

20:55.540 --> 20:58.500
Dann in Punkt 3 haben wir die Abweichung der mittleren Gesamtdosis um

20:58.500 --> 21:01.880
mehr als 10% von der festgelegten mittleren Dosis im Ziehvolumen oder

21:01.880 --> 21:02.600
für Risikoorgane.

21:03.600 --> 21:07.000
Jetzt ist wieder beides zusammengemischt, die 10%.

21:07.000 --> 21:11.180
Und wer sich in der Strahlentherapie auskennt, wird erkennen, dass der

21:11.180 --> 21:17.420
Punkt 1 eher für klassische 3D-Bestrahlungsplanung wirkt, wo wir einen

21:17.420 --> 21:23.420
Zielpunkt haben oder einen Referenzpunkt im Ziehvolumen, auf dem die

21:23.420 --> 21:25.380
Dosisverschreibung erfolgt ist.

21:25.380 --> 21:31.500
Während Nummer 3 eher etwas ist, was für EMRT gilt, Fluenzmodulierte

21:31.500 --> 21:36.720
Strahlentherapie, wo man eher eine Mediandosis oder wie hier gefordert

21:36.720 --> 21:41.100
eine mittlere Dosis bestimmt, wobei natürlich in der Regel der Median

21:41.100 --> 21:41.920
etwas besser ist.

21:42.140 --> 21:44.800
Und das heißt dann, dass Sie trotz des Median, auch wenn Sie auf den

21:44.800 --> 21:47.700
Median dosieren, trotzdem nochmal die mittlere Gesamtdosis bestimmen

21:47.700 --> 21:52.860
müssen, insbesondere wenn Sie prüfen wollen, ob Sie dieses Kriterium

21:52.860 --> 21:53.400
reißen.

21:55.540 --> 21:56.500
Jetzt wird es ganz spannend.

21:56.700 --> 21:59.000
Jede Abweichung von der im Bestrahlungsplan festgelegten

21:59.000 --> 22:01.520
Gesamtbehandlungszeit um mehr als eine Woche, sofern die Abweichung

22:01.520 --> 22:03.260
nicht durch die behandelnde Person bedingt ist.

22:03.360 --> 22:06.520
Das bedeutet wiederum, wenn der Patient Urlaub machen möchte

22:06.520 --> 22:09.660
zwischendrin, dann können Sie das nicht ändern, dann bleibt er weg und

22:09.660 --> 22:12.440
dann wird er halt nicht behandelt, dann ist das ein eigenes Problem.

22:12.560 --> 22:14.800
Wenn der Patient schwer krank wird und auch nicht bestrahlt werden

22:14.800 --> 22:16.380
kann, können Sie es auch nicht verändern.

22:16.380 --> 22:20.660
Wenn Sie aber falsch planen oder ein Gerätedefekt haben und das

22:20.660 --> 22:24.820
Ausfallsystem oder das Konzept funktioniert nicht oder Sie haben

22:24.820 --> 22:30.700
sowieso schon irgendwie die Menge der Patienten falsch eingeschätzt

22:30.700 --> 22:33.360
und können jeden nur viermal die Woche bestrahlen, einmal muss er mehr

22:33.360 --> 22:35.940
pausieren, damit Sie die restlichen Patienten vollkriegen, was auch

22:35.940 --> 22:39.040
immer da passiert und jetzt haben Sie einen zusätzlichen Gerätedefekt,

22:39.140 --> 22:42.020
kann es schon mal sein, dass die Behandlungszeit dann nicht

22:42.020 --> 22:42.640
eingehalten wird.

22:42.640 --> 22:45.380
Oder Sie haben vergessen, dass Weihnachten da ist und Silvester und

22:45.380 --> 22:49.100
deswegen diverse Bestrahlung nicht durchgeführt werden konnten und Sie

22:49.100 --> 22:51.480
sind schuld, dann ist das ein bedeutsames Vorkommnis.

22:53.180 --> 22:57.060
Interessanterweise war das zuvor gar kein Vorkommnis, denn wenn Sie

22:57.060 --> 23:00.300
nur ein, zwei oder drei oder vier Tage keine Bestrahlung durchführen,

23:01.480 --> 23:04.000
ist ja das Kriterium eines Vorkommnisses nicht erfüllt.

23:04.000 --> 23:07.660
Es ist ja keine unbeabsichtigte Strahlenexposition, es ist eine Nicht

23:07.660 --> 23:10.380
-Exposition, wie ich vorhin schon erwähnt habe.

23:10.420 --> 23:15.120
Aber sobald es diese Woche überschreitet, haben Sie aus keinem

23:15.120 --> 23:17.180
Vorkommnis ein bedeutsames Vorkommnis gemacht.

23:19.920 --> 23:22.920
Und jede Person hat eine Bestrahlungsplanverwechselung.

23:23.320 --> 23:28.540
Also wie wir es vorhin schon gesehen haben, eine Planverwechselung am

23:28.540 --> 23:33.200
selben Patienten, wie das Prostatafeld aufs Gehirn bestrahlt oder eben

23:33.200 --> 23:38.240
Müller aufgerufen und Schulz ist reingelaufen, wie gesagt, mit dem

23:38.240 --> 23:39.860
Argument, ich wäre zuerst da gewesen.

23:42.680 --> 23:45.420
Jedes Auftreten einer deterministischen Wirkung, die für die

23:45.420 --> 23:47.880
festgelegte Behandlung nicht zu erwarten war, wieder das gleiche

23:47.880 --> 23:49.720
Kriterium, wie wir es vorhin schon kennengelernt haben.

23:53.100 --> 23:57.640
Kommen wir zur Nuklearmedizin, wobei wir das gar nicht behandeln in

23:57.640 --> 24:00.400
diesem Fachkundekurs, aber wir können das schnell durchgehen.

24:00.400 --> 24:04.600
Jede Abweichung der verabreichten Gesamtaktivität um mehr als 10%

24:04.600 --> 24:08.460
Auftreten einer deterministischen Wirkung, auch hier wieder vertreten.

24:09.200 --> 24:12.160
Jede Personen- oder Körperteilverwechselung oder auch eine

24:12.160 --> 24:14.800
Verwechselung des radioaktiven Stoffes, ist auch schon passiert.

24:16.300 --> 24:23.260
Ein Paravasat ist eine Schwellung oder eine Ansammlung des indizierten

24:23.260 --> 24:27.280
Materials und damit der Aktivität an der Einstichstelle.

24:27.940 --> 24:32.180
Und wenn sich hier mehr als 15% der vorgesehenen Aktivität angesammelt

24:32.180 --> 24:35.020
hat, was man nur feststellen kann, wenn man den Patienten nochmal

24:35.020 --> 24:41.780
durch einen Ganzkörperzähler auswertet, damit man diese 15%

24:41.780 --> 24:47.040
feststellen kann, dann hat man hier das bedeutsame Vorkommnis

24:47.040 --> 24:47.740
erreicht.

24:48.560 --> 24:53.580
Jede Kontamination durch eine Exposition und einer daraus

24:53.580 --> 24:58.760
resultierenden gesamt effektiven Dosis von 20 mSv oder eben 100 mSv,

24:59.100 --> 25:00.360
eine Organdosis.

25:03.240 --> 25:07.500
Für die Betreuungs- und Begleitpersonen gilt, das sind Mütter, die

25:07.500 --> 25:10.440
ihre Kinder betreuen oder Väter, die ihre Kinder betreuen oder auch

25:10.440 --> 25:13.320
Kinder, die ihre Eltern betreuen, weil dementen Eltern und erwachsenen

25:13.320 --> 25:15.180
Kindern vor allem funktioniert das.

25:15.280 --> 25:17.640
Das nennt man Betreuungs- und Begleitpersonen, also solche Personen,

25:18.180 --> 25:23.120
die uns bei der Anwendung von Strahlung an Patienten unterstützen.

25:24.520 --> 25:27.980
Müssen nicht immer Verwandte sein, aber jede unbeabsichtigte

25:27.980 --> 25:30.980
Überschreitung der effektiven Dosis von einem mSv für eine Betreuungs-

25:30.980 --> 25:33.280
oder Begleitperson führt zu einem bedeutsamen Vorkommnis.

25:33.280 --> 25:38.980
Wobei sie selbst für diese Betreuungs- und Begleitpersonen einen Dosis

25:38.980 --> 25:44.040
-Richtwert angeben müssen, von dem sie erwarten, dass der bei der

25:44.040 --> 25:46.960
Untersuchung oder der Behandlung nicht überschritten wird.

25:47.300 --> 25:51.480
Und wenn sie den um einen mSv überschreiten, dann ist es ein

25:51.480 --> 25:52.720
bedeutsames Vorkommnis.

25:52.720 --> 25:58.940
Es ist also nicht das mSv, was wir kennen, als Grenzwert für eine

25:58.940 --> 26:02.280
Person der Bevölkerung, sondern ein mSv mehr als das, was sie

26:02.280 --> 26:03.920
beabsichtigt haben.

26:05.960 --> 26:09.300
Für die Anwendung von Strahlung zur medizinischen Forschung gelten im

26:09.300 --> 26:12.380
Grunde dieselben Einschränkungen bzw.

26:12.600 --> 26:17.320
Regelungen wie für die anderen Bereiche, je nachdem, wo sie diese

26:17.320 --> 26:17.900
Forschung machen.

26:21.670 --> 26:25.650
Dann haben wir die Ereignisse mit beinahe erfolgter Exposition.

26:25.810 --> 26:28.770
Wenn sie also feststellen, und zwar außerhalb ihrer

26:28.770 --> 26:33.770
qualitätssichernden Maßnahmen, dass ein Ereignis eingetreten wäre,

26:35.250 --> 26:39.130
wenn die Exposition tatsächlich aufgetreten wäre, dann müssen sie das

26:39.130 --> 26:43.510
genauso behandeln, als wenn es ein bedeutsames Vorkommnis gewesen

26:43.510 --> 26:44.450
wäre.

26:47.010 --> 26:51.090
Also die MTA haben den Patienten Müller aufgelegt, in die Maske

26:51.090 --> 26:54.670
reingequetscht und schweben gerade mit der Hand über dem

26:54.670 --> 26:55.910
Einschaltknopf.

26:56.030 --> 26:57.830
Und wie gesagt, der Arzt kommt jetzt rein und sagt, er hat jetzt den

26:57.830 --> 27:00.870
Herrn Müller aufgeklärt und er kann jetzt bestrahlt werden.

27:00.950 --> 27:02.490
Und alle wundern sich, wer denn da jetzt im Raum liegt.

27:02.930 --> 27:07.570
Dann ist das so ein Fall einer Patientenverwechslung, die fast gewesen

27:07.570 --> 27:11.070
wäre und die dann auch so zu behandeln wäre, als wenn sie eingetreten

27:11.070 --> 27:11.350
ist.

27:11.350 --> 27:16.010
Wenn die MTA aber noch fragt beim Maskeaufsetzen, wie heißen sie denn?

27:16.530 --> 27:19.490
Und er sagt Schulz und sie sagen nein, wir würden jetzt Herrn Müller

27:19.490 --> 27:22.130
bestrahlen, dann ist das eine qualitätssichernde Maßnahme und dann ist

27:22.130 --> 27:24.810
es kein bedeutsames Vorkommnis.

27:24.990 --> 27:29.790
Denn die MTA hat aufgrund ihrer Arbeitsanweisung nochmal den Patienten

27:29.790 --> 27:32.010
befragt und seine Identität geklärt.

27:33.050 --> 27:36.470
Auch wenn die MTA sagt, na gut, 4000 Monitoranheiten für das kleine

27:36.470 --> 27:37.570
Feld sind ein bisschen viel.

27:38.410 --> 27:41.790
Und das prüfen wir jetzt nochmal und stellt sich raus, dass da Faktor

27:41.790 --> 27:45.870
10 oder 15 zu viel Losis irgendwo appliziert wurde durch einen

27:45.870 --> 27:46.370
Rechenfehler.

27:46.650 --> 27:49.270
Dann ist das auch ein qualitätssicherndes Ereignis, weil die MTA

27:49.270 --> 27:50.030
drüber geguckt hat.

27:50.130 --> 27:54.430
Genauso, wenn der Medizinfysiker das feststellt bei der

27:54.430 --> 27:58.390
Verifikationsmessung, dass da 20 Grey rauskommen statt 2 Grey aufgrund

27:58.390 --> 27:59.230
eines Rechenfehlers.

27:59.310 --> 28:02.110
Dann hat er das bei den Messungen festgestellt und dann ist das kein

28:02.110 --> 28:04.170
bedeutsames Vorkommnis.

28:07.570 --> 28:09.530
Dann gibt es natürlich noch die Anlage 15 der

28:09.530 --> 28:12.310
Strahlenschutzverordnung, die auch Kriterien für die Bedeutsamkeit

28:12.310 --> 28:12.970
auflisten.

28:13.450 --> 28:17.050
Das ist jetzt allerdings nicht für die Medizin, sondern eben für ganz

28:17.050 --> 28:21.170
normales Personal, wie es auch im Kraftwerk passieren kann oder eben

28:21.170 --> 28:24.110
auch in der Medizin bei dem Personalauftritt.

28:24.610 --> 28:28.110
Also die Exposition einer beruflich exponierten Person über den

28:28.110 --> 28:32.750
Grenzwert der Körperdosis, wenn sie nicht besonders zugelassen ist

28:32.750 --> 28:33.310
zuvor.

28:33.310 --> 28:37.170
Aber eine Exposition einer Einzelperson der Bevölkerung mit mehr als

28:37.170 --> 28:39.770
einem Millisievert pro Jahr, beziehungsweise die Überschreitung der

28:39.770 --> 28:41.410
Organdosen dort.

28:42.290 --> 28:46.710
Wenn sie zu viel radioaktive Stoffe in die Luft oder ins Wasser

28:46.710 --> 28:51.470
ableiten, in der Nuklearmedizin oder in der Strahlentherapie sind die

28:51.470 --> 28:54.130
meistens nicht bewertet, was sie da ableiten können.

28:54.650 --> 28:57.690
Aber es sind ja auch für Kraftwerke geeignete Regelungen hier.

28:57.690 --> 29:00.250
Wenn sie radioaktive Stoffe freisetzen innerhalb eines

29:00.250 --> 29:03.630
Kontrollbereichs, wenn sie dann einen Sperrbereich erhalten, wenn sie

29:03.630 --> 29:06.690
einen Überwachungsbereich haben und ihn damit zum Kontrollbereich

29:06.690 --> 29:06.990
machen.

29:07.570 --> 29:12.090
Oder wenn sie die Umgebung mit Aktivitäten oberhalb von der Freigrenze

29:12.090 --> 29:15.190
kontaminieren oder aussetzen.

29:16.670 --> 29:19.190
Kontaminationen in Strahlenschutzbereichen, die eigentlich nicht

29:19.190 --> 29:22.770
kontaminiert sein können, wären auch ein Kriterium, sodass sie ein

29:22.770 --> 29:24.790
bedeutsames Vorkommnis kreiert haben.

29:25.650 --> 29:28.950
Und ein außergewöhnlicher Ereignisablauf oder Betriebszustand von

29:28.950 --> 29:31.970
erheblich sicherheitstechnischer Bedeutung beim Betrieb einer

29:31.970 --> 29:35.210
Röntgeneinrichtung, eines Störstrahlers, der genehmigungspflichtig

29:35.210 --> 29:37.710
ist, einer Anlage zur Erzeugung, Niedersicht der Strahlung oder beim

29:37.710 --> 29:41.030
Umgang mit oder der Beförderung von radioaktiven Stoffen.

29:41.210 --> 29:43.650
Wobei das hier sehr vage gehalten ist.

29:43.970 --> 29:46.170
Da müsste man gucken, ob es genaue Richtlinien gibt.

29:46.790 --> 29:50.790
Aber wir in der Medizin wissen ja eigentlich sehr genau, was wir

29:50.790 --> 29:53.050
machen dürfen und wo die Beschränkungen sind.

29:53.590 --> 29:55.070
Finden Sie auch in Ihren Genehmigungen.

29:57.790 --> 29:59.910
Dann möchte ich Ihnen diesen Hinweis nicht vorenthalten.

30:00.070 --> 30:03.690
Das ist ein Formular zur Erstmeldung von bedeutsamen Vorkommnissen an

30:03.690 --> 30:05.530
das Regierungspräsidium in Baden-Württemberg.

30:05.890 --> 30:09.030
Da wird nochmal darauf hingewiesen, dass diese Anlagen 14 und 15 der

30:09.030 --> 30:10.870
Strahlenschutzverordnung nicht abschließend sind.

30:12.050 --> 30:15.230
Es können auch andere Vorkommnisse als bedeutsam eingestuft werden,

30:15.310 --> 30:17.190
auch wenn sie nicht diesen Kriterien entsprechen.

30:17.190 --> 30:20.810
Sondern der Meinung ist, das ist jetzt so relevant und so heftig oder

30:20.810 --> 30:24.970
Sie sind auch der Meinung, dass das so extrem ist, dieses Ereignis,

30:25.170 --> 30:26.330
dass Sie das lieber melden wollen.

30:26.750 --> 30:30.050
Dann dürfen Sie das und auch die Behörde wird das so annehmen.

30:35.480 --> 30:39.780
Schauen wir uns an, was Sie da aufzeichnen müssen, was Sie untersuchen

30:39.780 --> 30:44.500
müssen bei den Ereignissen, bei den Vorkommnissen und wie das Ganze

30:44.500 --> 30:45.400
archiviert werden muss.

30:46.880 --> 30:50.460
Alles, was den Strahlenschutz betrifft, müssen Sie im Betriebsbuch

30:50.460 --> 30:51.300
dokumentieren.

30:51.440 --> 30:52.980
Das ist mal eine der ersten Forderungen, die wir haben.

30:53.120 --> 30:54.660
Also solche Dinge gehören ins Betriebsbuch.

30:56.540 --> 30:59.820
Die Ursachen oder Auswirkungen eines Vorkommnisses müssen Sie in

30:59.820 --> 31:01.980
systematischer Weise untersuchen und zwar unverzüglich.

31:02.100 --> 31:05.560
Was unverzüglich bedeutet, werde ich nachher nochmal kurz diskutieren.

31:06.600 --> 31:09.980
Sie müssen für alle Vorkommnisse Aufzeichnungen erstellen, egal ob die

31:09.980 --> 31:11.140
bedeutsam sind oder nicht.

31:11.140 --> 31:14.920
Und zwar ist es so, dass Sie die bedeutsamen Vorkommnisse dann auch

31:14.920 --> 31:16.020
der Behörde mitteilen.

31:16.520 --> 31:20.680
Die normalen Vorkommnisse müssen Sie innerhalb Ihres Hauses, innerhalb

31:20.680 --> 31:27.320
Ihrer Klinik bearbeiten und verarbeiten und so aufbereiten, dass Sie

31:27.320 --> 31:31.480
entsprechende Maßnahmen treffen können, damit es nicht mehr auftritt.

31:31.480 --> 31:36.480
Das Ganze müssen Sie vor dem Umgriff unbefugter schützen und 30 Jahre

31:36.480 --> 31:39.000
aufbewahren, ab Eintritt dieses Vorkommnisses.

31:39.220 --> 31:40.120
Das ist das relevante Datum.

31:43.300 --> 31:44.900
Was müssen Sie dokumentieren?

31:45.520 --> 31:49.620
Name, Vorname des Patienten, Geburtsdatum, Geburtsort, was häufig

31:49.620 --> 31:53.020
schwierig ist, weil Sie die Geburtsorte Ihrer Patienten normalerweise

31:53.020 --> 31:53.560
nicht erfassen.

31:54.600 --> 31:57.900
Geschlecht und Anschrift sowie Daten zur Exposition.

31:59.300 --> 32:01.620
Und auch das müssen Sie unverzüglich aufzeichnen.

32:05.580 --> 32:10.140
Sie müssen außerdem das Eintreten des Vorkommnisses selbst

32:10.140 --> 32:11.140
dokumentieren.

32:11.480 --> 32:14.160
Die Ergebnisse der Untersuchung, also die Ursachen, was Sie

32:14.160 --> 32:18.700
herausgefunden haben, das geht natürlich nicht sofort, sondern sobald

32:18.700 --> 32:21.080
Sie das ermittelt haben, müssen Sie es unverzüglich aufzeichnen.

32:21.840 --> 32:26.480
Und auch die Maßnahmen, die Sie getroffen haben, um die Auswirkungen

32:26.480 --> 32:27.300
selbst zu beheben.

32:28.300 --> 32:33.020
Aber auch die Maßnahmen, die Sie getroffen haben, um dieses Vorkommnis

32:33.020 --> 32:34.300
in Zukunft zu vermeiden.

32:36.720 --> 32:40.680
Und wie gesagt, wenn das Ganze meldepflichtig ist als bedeutsames

32:40.680 --> 32:43.420
Vorkommnis, dann werden Sie das in der Regel auch an die

32:43.420 --> 32:44.780
Aufsichtsbehörden mit übermitteln.

32:48.810 --> 32:52.050
Sofern der Strahlenschutzverantwortliche das Vorkommnis zu melden hat

32:52.050 --> 32:56.870
und Maßnahmen zum Schutz der exponierten Person erforderlich sind,

32:56.990 --> 33:00.030
muss er die Daten unverzüglich der zuständigen Behörde übermitteln.

33:01.670 --> 33:04.950
Wenn keine Maßnahmen zum Schutz der exponierten Person erforderlich

33:04.950 --> 33:09.350
sind, muss er nur die Meldungen zum Vorkommnis selbst übermitteln,

33:09.490 --> 33:10.510
aber keine Personendaten.

33:10.510 --> 33:15.630
Das ist wichtig, denn letztendlich entscheidet die Behörde, welche

33:15.630 --> 33:16.650
Daten sie auch haben möchte.

33:16.750 --> 33:20.070
Sie melden das Vorkommnis mal primär und dann kann die Behörde immer

33:20.070 --> 33:21.230
noch sagen, was sie haben möchte.

33:22.530 --> 33:25.970
Wichtig ist, dass Sie nicht selbstständig schon mal alle

33:25.970 --> 33:28.830
Patientendaten übermitteln, denn es gilt natürlich auch die

33:28.830 --> 33:30.010
Datenschutzgrundverordnung.

33:30.250 --> 33:34.850
Und nur wenn die anderen Behörden Daten wirklich benötigen, dürfen Sie

33:34.850 --> 33:35.290
die haben.

33:35.710 --> 33:38.450
Und Sie dürfen diese Patientendaten ja nicht ohne weiteres

33:38.450 --> 33:38.910
weitergeben.

33:39.570 --> 33:43.990
Wenn es Maßnahmen zum Schutz der Person erfordern, dann müssen Sie das

33:43.990 --> 33:45.750
machen und dann dürfen Sie das auch.

33:45.990 --> 33:49.710
Dann steht auch die Datenschutzgrundverordnung nicht dagegen, aber das

33:49.710 --> 33:50.830
müssen Sie vorher abwägen.

33:55.400 --> 33:59.160
Sie müssen aber alle verfügbaren Angaben mitteilen, die für die

33:59.160 --> 34:01.660
Bewertung des bedeutsamen Vorkommnisses erforderlich sind.

34:03.260 --> 34:06.480
Ursachen, Auswirkungen, solche Dinge können Sie auch mitmelden oder

34:06.480 --> 34:09.380
müssen Sie melden, sobald Sie sie haben.

34:09.380 --> 34:12.820
Und auf jeden Fall die Maßnahmen, die Sie dann getroffen haben zur

34:12.820 --> 34:18.100
Behebung, müssen Sie entsprechend unverzüglich auch melden, wenn Sie

34:18.100 --> 34:18.880
sie dann getroffen haben.

34:23.330 --> 34:26.850
Auch sämtliche ergänzenden Angaben müssen Sie später nachmelden.

34:28.090 --> 34:30.890
Ich habe hier noch ein paar Informationen aus dem Formblatt der

34:30.890 --> 34:33.030
Aufsichtsbehörde zu einem bedeutsamen Vorkommnis.

34:33.090 --> 34:37.470
Die sind dann interessiert an dem Vorkommnis selbst und in den

34:37.470 --> 34:38.930
Maßnahmen zur Vermeidung natürlich.

34:38.930 --> 34:42.770
Ob Sie das Ganze mit den Mitarbeitern besprochen haben, die wollen

34:42.770 --> 34:46.610
auch noch die Gerätebezeichnung haben, die Versionsnummern, explizite

34:46.610 --> 34:50.050
Fragen zur Strahlenart, Energie, Anwendungsgebiet, Aktivität, unter

34:50.050 --> 34:54.870
Umständen geplanten Dosiswerten und auch die Dosisverteilungen bzw.

34:55.230 --> 34:57.970
Dosen von Zielvolumen und Risikoorganen.

34:58.590 --> 35:01.110
Und Sie fragen auch, ob der Patient unterrichtet wurde.

35:01.630 --> 35:03.010
Auch das ist ein interessanter Part.

35:03.010 --> 35:10.710
Sie sind sowieso als Medizinfysiker daraus, aber der Arzt muss den

35:10.710 --> 35:13.190
Patienten Fehlbehandlungen melden.

35:13.290 --> 35:15.650
Da gibt es Regelungen im bürgerlichen Gesetzbuch zu.

35:16.870 --> 35:20.970
Und zwar, wenn der Patient nachfragt oder wenn es zu seiner

35:20.970 --> 35:22.330
Weiterbehandlung relevant ist.

35:22.850 --> 35:25.410
Alles andere muss der Arzt dem Patienten nicht sagen.

35:25.970 --> 35:29.830
Ethisch geboten ist es natürlich, dass das Verhältnis Patient-Arzt

35:29.830 --> 35:32.550
nicht getrübt wird und der Arzt sollte schon seinem Patienten alles

35:32.550 --> 35:33.970
sagen, was mit ihm gemacht wurde.

35:34.570 --> 35:37.730
Aber wenn der Patient tot umfallen würde, vor lauter Panik, wenn er

35:37.730 --> 35:40.330
das mitbekommt, dann darf der Arzt auch darauf verzichten, es ihm zu

35:40.330 --> 35:40.570
sagen.

35:41.950 --> 35:44.650
Aber lesen Sie mal das bürgerliche Gesetzbuch diesbezüglich.

35:48.030 --> 35:49.590
Was passiert jetzt mit den Meldungen?

35:50.010 --> 35:53.550
Es ist nicht so, dass sie bestraft werden sollen, wenn sie zu viele

35:53.550 --> 35:55.330
bedeutsame Vorkommnisse produziert haben.

35:55.330 --> 35:58.470
Es wird vielleicht mal nachgefragt, wann sie denn aufhören wollen, so

35:58.470 --> 35:59.990
viele bedeutsame Vorkommnisse zu machen.

36:00.510 --> 36:04.590
Aber grundsätzlich ist die Idee der Qualitätssicherung auch so, dass

36:04.590 --> 36:12.070
sie das Weitertragen von ihrer Klinik oder ihrer Praxis in die Welt,

36:12.130 --> 36:12.670
hätte ich fast gesagt.

36:12.790 --> 36:17.190
Also zumindest nach Deutschland, um zu verhindern, dass dort auch

36:17.190 --> 36:18.470
schlimme Dinge passieren.

36:18.470 --> 36:23.530
Also, der Betreiber, sie melden das Ganze an die Aufsichtsbehörde, die

36:23.530 --> 36:26.250
wird das weiterleiten an das Bundesamt für Strahlenschutz, wird das

36:26.250 --> 36:27.390
nochmal anonymisieren.

36:27.830 --> 36:31.070
Also sie haben noch nicht mal die Patientendaten gemeldet, aber die

36:31.070 --> 36:34.350
Aufsichtsbehörde wird auch nochmal ihren Namen rauslöschen und das

36:34.350 --> 36:36.870
Ganze so anonymisieren, dass es nicht mehr rückführbar ist.

36:37.270 --> 36:40.190
Und das Bundesamt für Strahlenschutz fasst das Ganze zusammen und

36:40.190 --> 36:40.950
veröffentlicht das.

36:41.910 --> 36:45.670
Man möchte, oder man geht davon aus, dass sie im Prinzip ein gut

36:45.670 --> 36:48.690
funktionierendes Qualitätsmanagementsystem haben und auch ihre

36:48.690 --> 36:49.890
Patienten korrekt bestrahlen.

36:49.970 --> 36:53.750
Jetzt ist irgendwas durchgerutscht durch ihre Risikobewertung, die sie

36:53.750 --> 36:58.790
gemacht haben, und das ist so eklatant, dass es passieren konnte, dass

36:58.790 --> 37:03.110
man das weitermelden möchte, damit auch andere daraus lernen können.

37:03.110 --> 37:04.550
Das ist die Idee dahinter.

37:05.010 --> 37:08.890
Niemand wird ihre Klinik schließen, weil sie bedeutsame Vorkommnisse

37:08.890 --> 37:09.470
gemeldet haben.

37:09.570 --> 37:13.070
Das ist absolut nicht die Absicht dieser Gesetzeslage.

37:14.590 --> 37:17.470
Es geht daraus, aus ihren Fehlern auch woanders zu lernen, und das ist

37:17.470 --> 37:18.110
durchaus sinnvoll.

37:18.630 --> 37:20.570
Wir hatten da auch schon einen Fall, wo wir gesagt haben, ja, da

37:20.570 --> 37:22.990
müssen wir uns ein bisschen verbessern, wenn sowas passieren kann.

37:22.990 --> 37:24.410
Das hatten wir nicht gedacht.

37:28.780 --> 37:33.660
Der Strahlenschutzverantwortliche ist zuständig für die Meldung, wenn

37:33.660 --> 37:36.720
ein Vorkommnis eingetreten ist und das Bedeutsamkeit erlangt hat.

37:37.600 --> 37:40.180
Auch hier wieder unverzüglich, er kann das selbst melden, er kann

37:40.180 --> 37:45.780
seine Strahlenschutzbevollmächtigten entsprechend melden lassen, er

37:45.780 --> 37:48.440
kann auch die Strahlenschutzbeauftragten melden lassen.

37:48.580 --> 37:51.140
Die müssen natürlich, wenn sie es selbstständig machen wollen,

37:51.640 --> 37:54.280
entsprechend beauftragt sein, und die Aufgabe muss ihnen übertragen

37:54.280 --> 37:56.640
worden sein im Rahmen ihrer Strahlenschutzbeauftragung.

37:57.960 --> 38:01.020
Aber der Strahlenschutzverantwortliche kann auch jeden anderen dafür

38:01.020 --> 38:05.100
auswählen und sagen, du oder sie melden das jetzt bitte, und dann muss

38:05.100 --> 38:05.560
er das machen.

38:09.120 --> 38:10.120
Ja, wie wird gemeldet?

38:10.200 --> 38:12.560
Sie können die Behörde anrufen, Sie können einen Brief schreiben, Sie

38:12.560 --> 38:14.860
können Fax schicken, Sie können das per E-Mail machen, Sie können

38:14.860 --> 38:16.700
Fahrradkurier schicken, berittene Booten, was auch immer.

38:16.700 --> 38:20.060
Darauf achten, dass der Datenschutz gewährleistet ist, dass die Daten

38:20.060 --> 38:23.900
verschlüsselt sind entsprechend und nicht frei zugänglich.

38:23.980 --> 38:25.480
Gerade bei E-Mails wird das ganz spannend.

38:26.580 --> 38:29.380
Die sind relativ einfach zu hacken.

38:30.600 --> 38:32.960
Fragen Sie im Zweifelsfall Ihre Behörde, wie Sie es gerne haben

38:32.960 --> 38:33.240
möchten.

38:34.680 --> 38:36.480
Das Ganze passiert unverzüglich.

38:36.600 --> 38:38.260
Kommen wir jetzt wirklich zu dem Begriff unverzüglich.

38:38.360 --> 38:39.260
Was bedeutete das?

38:40.620 --> 38:42.280
Unverzüglich bedeutet nicht sofort.

38:42.620 --> 38:44.860
Unverzüglich ist im bürgerlichen Gesetzbuch geregelt.

38:44.860 --> 38:49.840
Paragraf 121 sagt, Sie müssen das ohne schuldhaftes Eigenes zögern,

38:50.000 --> 38:50.900
sozusagen erledigen.

38:51.440 --> 38:53.780
Also das heißt, sobald Sie Gelegenheit haben.

38:53.900 --> 38:56.000
Sie dürfen erst noch alle anderen Patienten zu Ende bestrahlen.

38:56.500 --> 38:59.060
Sie können auch am nächsten Tag ganz normal Ihren Tagesdienst beginnen

38:59.060 --> 39:03.700
und wenn Sie dann mal Zeit haben, können Sie diese Meldung bearbeiten

39:03.700 --> 39:04.780
und sie dann entsprechend schicken.

39:05.800 --> 39:08.940
Man kann davon ausgehen, dass es in wenigen Wochen erledigbar ist,

39:09.020 --> 39:13.120
dass Sie nicht so viel Arbeit haben, dass das nicht in Ihren

39:13.120 --> 39:13.960
Möglichkeiten liegt.

39:14.980 --> 39:16.420
War das ein schöner Satz?

39:17.680 --> 39:19.560
Der letzte ist relevant.

39:20.100 --> 39:22.900
Nicht erforderlich ist, dass die Handlung sofort vorgenommen wird.

39:23.540 --> 39:28.600
Es kommt darauf an, dass es subjektiv Ihnen zuzumuten ist und dass ein

39:28.600 --> 39:29.960
als baldiges Handeln erfordert.

39:34.240 --> 39:36.760
Ich habe Ihnen ein paar Meldungen mitgebracht von den

39:36.760 --> 39:41.380
Veröffentlichungen des Bundesamtes für Strahlenschutz von 2019 zur

39:41.380 --> 39:42.140
Teletherapie.

39:42.140 --> 39:45.040
Da war eine Bestrahlungsplanverwechslung beim metastasierten

39:45.040 --> 39:46.000
Bronchialkarzinom.

39:46.440 --> 39:50.340
Der wurde am Kopf bestrahlt mit dem Bestrahlungsplan der Lunge.

39:51.120 --> 39:54.580
Dann gab es einen fehlerhaften Tischvorschub bei der Bestrahlung eines

39:54.580 --> 39:55.620
Speiseodernkarzinoms.

39:56.220 --> 40:00.840
Da hat man in der virtuellen Simulation die Bestrahlplatte 5 cm minus

40:00.840 --> 40:04.160
5 cm genommen oder andersrum und dann in die falsche Richtung

40:04.160 --> 40:05.720
bestrahlt.

40:06.960 --> 40:10.640
Kontinuierungsfehler bei der postoperativen Bestrahlung eines

40:10.640 --> 40:11.600
Tonsilienkarzinoms.

40:11.920 --> 40:14.480
Auch hier eine Seitenverwechslung bei der Bestrahlungsplanerstellung.

40:14.620 --> 40:17.780
In der Planung schon die beiden ersten Fraktionen wurden auf die

40:17.780 --> 40:19.300
falsche Seite bestrahlt.

40:20.400 --> 40:23.800
Auch das nächste Kontinuierungsfehler bei postoperativer Radiation

40:23.800 --> 40:24.880
eines Mammakarzinoms.

40:26.180 --> 40:30.600
Leider für die rechte Brust geplant, die linke war aber betroffen und

40:30.600 --> 40:32.720
vier Fraktionen wurden falsch bestrahlt.

40:34.060 --> 40:37.380
Es fällt alles unter die Regeln, die ich vorhin vorgestellt habe.

40:38.160 --> 40:39.740
Bestrahlungsplanverwechslung bei Hirnmetastasen.

40:39.920 --> 40:46.020
Auch hier die geladenen Felder für das Zielvolumen 1 wurden auf das

40:46.020 --> 40:47.160
Zielvolumen 2 appliziert.

40:49.320 --> 40:51.840
Hier wurde eine Verschiebung nicht durchgeführt bei der Bestrahlung

40:51.840 --> 40:54.520
von Knochenmetastasenfeldern.

40:54.520 --> 40:59.400
Für das zweite Zielvolumen wurde versehentlich auf das erste

40:59.400 --> 41:02.000
Zielvolumen noch mal drauf appliziert, weil man die Verschiebung

41:02.000 --> 41:02.700
vergessen hat.

41:03.820 --> 41:07.080
Oder eine Dosisabweichung Zielvolumen bei der Ganzkörperbestrahlung,

41:08.360 --> 41:12.880
weil ein zu großer Wert für den Fokus-Patientenabstand eingegeben

41:12.880 --> 41:16.320
wurde im Planungssystem und es dazu geführt hat, dass dann die

41:16.320 --> 41:20.780
Bestrahlungsdauer länger wurde und mehr Dosis appliziert wurde, bis es

41:20.780 --> 41:21.400
gemerkt wurde.

41:24.520 --> 41:28.580
Ich habe die Werte von 2019 genommen, weil das BFS dazu übergegangen

41:28.580 --> 41:31.840
ist, nicht mehr alle Fälle vorzustellen, die gemeldet werden, sondern

41:31.840 --> 41:32.940
nur noch ausgewählte Fälle.

41:33.420 --> 41:36.460
Aber das wiederholt sich auch einigermaßen in den Jahren.

41:39.560 --> 41:42.740
Fehlerhafte Datenübermittlung zwischen zwei an einer Strahlentherapie

41:42.740 --> 41:43.800
beteiligten Einrichtungen.

41:43.900 --> 41:48.140
Das war das Beispiel, was ich gebracht habe, woraus auch wir was

41:48.140 --> 41:48.820
gelernt haben.

41:48.820 --> 41:54.100
Da wurde die Klinik, bei der der Patient weiterbehandelt wurde, hat

41:54.100 --> 41:56.980
gefragt, was habt ihr denn für eine Dosis geplant und gegeben.

41:57.440 --> 42:00.820
Und die haben halt die Planungsdaten weitergeschickt und da stand drin

42:00.820 --> 42:01.700
3x2 Gray.

42:02.340 --> 42:04.360
Und das fanden die aber irgendwie seltsam und haben auch mehrfach

42:04.360 --> 42:05.240
nachgefragt.

42:05.380 --> 42:09.060
Und am Schluss wurde dann mitgeteilt, nein, es waren doch 3x4 Gray.

42:09.500 --> 42:13.100
Das hätte natürlich bei der Weiterbehandlung zu einer unbeabsichtigten

42:13.100 --> 42:18.500
Exposition geführt, weil man dort von anderen Grunddaten ausgegangen

42:18.500 --> 42:18.740
wäre.

42:18.740 --> 42:21.580
Und man viel höhere Dosen genommen hätte, sodass das dann zu einem

42:21.580 --> 42:22.760
bedeutsamen Vorkommnis wurde.

42:27.950 --> 42:32.030
Und wir haben daraus gelernt, dass wir nicht nur die Bestrahlungspläne

42:32.030 --> 42:34.570
weitergeben, sondern auch auf jeden Fall immer das

42:34.570 --> 42:37.270
Bestrahlungsprotokoll übergeben müssen, wenn eine Weiterbehandlung

42:37.270 --> 42:40.450
erfolgt und das auch einfordern, damit wir wissen, was wirklich

42:40.450 --> 42:42.190
passiert ist und nicht nur was geplant war.

42:46.450 --> 42:50.630
Nuclea-R-Medizin, gebe ich Ihnen mal 10 Sekunden zum Lesen, das können

42:50.630 --> 42:51.290
wir uns sparen.

42:51.830 --> 42:53.210
Ebenso die Röntgendiagnostik.

42:53.910 --> 42:55.930
Spannend ist nochmal die Brachytherapie hier.

42:57.170 --> 42:59.430
Bestrahlungsplanverwechslung bei postoperativer Brachytherapie des

42:59.430 --> 43:00.270
Mammakarzinoms.

43:00.730 --> 43:05.310
Da wurde einfach das Feld oder der Plan nicht entladen aus dem

43:05.310 --> 43:10.510
Bestrahlungssystem und der nächste Patient wurde mit dem Plan vom

43:10.510 --> 43:12.170
ersten Patienten bestrahlt.

43:12.170 --> 43:15.350
Und das ist natürlich dann auch ungünstig.

43:20.880 --> 43:24.640
Neben den Vorkommnissen nach Strahlenschutzverordnung gibt es auch

43:24.640 --> 43:29.140
Vorkommnisse nach Medizinproduktrecht.

43:29.800 --> 43:33.360
Und zwar gehen dann diese Meldungen an das Bundesamt für Arzneimittel

43:33.360 --> 43:35.140
und Medizinprodukte, an das BfArM.

43:35.720 --> 43:39.100
Also mutmaßlich schwerwiegende Vorkommnisse nach Medizinprodukte,

43:39.180 --> 43:40.820
Anwendermeldung und Informationsverordnung.

43:41.560 --> 43:44.360
Das ist die MPA-Meth, die da greift.

43:44.560 --> 43:47.220
Das sind unerwünschte Nebenwirkungen eines Produktes oder

43:47.220 --> 43:52.220
Fehlfunktionen oder die Verschlechtung der Eigenschaften oder Leistung

43:52.220 --> 43:53.060
eines Produktes.

43:53.240 --> 43:58.440
Auch Anwenderfehler, wenn das, wie gesagt, ergonomische Merkmale hat,

43:58.660 --> 44:00.380
die da nicht günstig sind.

44:00.860 --> 44:03.740
Oder der Hersteller hat schlechte Informationen bereitgestellt zur

44:03.740 --> 44:05.160
Anleitung der Maschine.

44:05.320 --> 44:07.300
Irgendwelche solche Sachen fallen da drunter.

44:08.420 --> 44:11.460
Und zwar müssen die den Tod eines Patienten verursachen, eines

44:11.460 --> 44:12.940
Anwenders oder einer anderen Person.

44:13.240 --> 44:15.860
Oder eben eine schwerwiegende, dauerhafte Verschlechterung des

44:15.860 --> 44:16.960
Gesundheitszustandes.

44:17.260 --> 44:18.480
Kann auch nur vorübergehend sein.

44:18.940 --> 44:21.540
Auch wieder eines Patienten, aber auch die Anwender oder andere

44:21.540 --> 44:23.840
Personen können da betroffen sein.

44:24.480 --> 44:26.720
Oder wenn es eine schwerwiegende Gefahr für die öffentliche Gesundheit

44:26.720 --> 44:29.140
darstellt, dann müssen sie das melden.

44:29.140 --> 44:32.860
Und da muss der Hersteller melden, sowohl wenn sie dem das mitteilen,

44:32.980 --> 44:36.900
als auch der Betreiber muss das an das BfArM versenden.

44:37.560 --> 44:40.680
Und damit die eine Warnmeldung erstellen können für die anderen

44:40.680 --> 44:41.140
Anwender.

44:46.160 --> 44:49.360
Gucken wir uns mal ein paar Probleme an, die insgesamt auftreten

44:49.360 --> 44:49.680
können.

44:50.040 --> 44:52.500
Also sie haben eine unbeabsichtigte Strahlexposition, die haben wir

44:52.500 --> 44:53.640
als vorkommendes definiert.

44:54.680 --> 44:57.840
Das ist versehentlich zu viel Dosis, die Dosis am falschen Ort oder

44:57.840 --> 44:59.120
falsches Nuklid, was auch immer.

44:59.120 --> 45:02.560
Für die entsprechenden Tätigkeiten, die man hat.

45:03.660 --> 45:05.720
So, das kann sein, Fehlpositionierung, Körperteilverwechslung,

45:05.920 --> 45:07.940
Einstellungsfehler, alles was ich vorhin schon aufgelistet habe.

45:09.880 --> 45:11.560
Patientenverwechslung, Kontamination und so weiter.

45:12.580 --> 45:15.160
Das ist klar soweit, das ist der allgemeine Ansatz.

45:17.160 --> 45:19.940
Schöner wäre es eigentlich, wenn wir nicht von unbeabsichtigten

45:19.940 --> 45:23.240
Strahlexpositionen reden würden, sondern gedanklich dazu übergehen,

45:23.320 --> 45:28.040
eine Abweichung von der geplanten Strahlexposition oder eine falsche

45:28.040 --> 45:31.440
Dosis oder falsche Aktivität zugrunde legen.

45:32.060 --> 45:36.880
Das heißt, nicht nur etwas zu viel oder unbeabsichtigt.

45:36.880 --> 45:39.600
Könnte ja natürlich auch eine halbe Strahlexposition sein, aber gar

45:39.600 --> 45:41.120
keine fällt ja hier raus.

45:41.800 --> 45:45.160
Und das ist genau das Problem, was wir ja auch haben können.

45:46.900 --> 45:51.220
Also wir melden das aktuell als CIRS, Critical Incident Reporting

45:51.220 --> 45:51.820
System.

45:51.980 --> 45:54.000
Auch sowas würden wir natürlich gerne vermeiden.

45:54.820 --> 45:58.920
Aber es ist formal kein Vorkommnis, auch wenn man es als solches

45:58.920 --> 45:59.600
einstufen darf.

45:59.880 --> 46:04.140
Aber zumindest werden wir solche Sachen auch als weiter behandeln mit

46:04.140 --> 46:05.040
denselben Kriterien.

46:06.120 --> 46:09.020
Es kann gar keine Dosis sein, obwohl sie beabsichtigt haben oder eine

46:09.020 --> 46:10.200
nicht rechtzeitige Dosis.

46:10.440 --> 46:14.900
Da gibt es ja das Kriterium des bedeutsamen Vorkommnisses für die

46:14.900 --> 46:15.140
Strahlentherapie.

46:16.360 --> 46:17.880
Aber eben erst ab einer Woche.

46:19.720 --> 46:22.740
Ist natürlich nicht für die nuklearmedizinische Diagnostik und die

46:22.740 --> 46:25.580
Röntgen oder Interventionen nötig.

46:25.640 --> 46:26.700
Da hat man sowas in der Regel nicht.

46:28.440 --> 46:32.100
Meistens kann man diese fehlende Dosis auch einfach nachapplizieren.

46:32.360 --> 46:35.280
Außer sie haben bestimmte Bestrahlungen wie intraoperative

46:35.280 --> 46:38.080
Radiotherapie, wo der Patient zwischenzeitlich wieder zugenäht wurde.

46:39.020 --> 46:42.000
Extrakörperale Knochen, die sie nicht richtig bestrahlen konnten und

46:42.000 --> 46:43.020
das ist auch schon wieder eingesetzt.

46:43.720 --> 46:49.680
Stereotaktische Bestrahlung, wenn sie es als Einzeit oder als wenig

46:49.680 --> 46:52.240
fraktionierte Bestrahlung handhaben.

46:53.860 --> 46:56.060
Ossifikationsprophylaxen funktionieren auch nicht, weil die von der

46:56.060 --> 46:57.760
nachfolgenden Operation abhängig sind.

46:58.080 --> 47:00.900
Oder wenn sie eine lange Pause brauchen, können sie auch nicht einfach

47:00.900 --> 47:05.360
wieder etwas nachapplizieren, weil dann die Strahlenbiologie dagegen

47:05.360 --> 47:05.720
steht.

47:07.800 --> 47:12.560
Was etwas unklar ist, ist eben eine versehentlich zu wenige Dosis,

47:12.680 --> 47:14.360
also eine Unterdosierung, die sie appliziert haben.

47:16.260 --> 47:20.160
Es ist natürlich eine unbeabsichtige Strahlenexposition, weil sie zu

47:20.160 --> 47:20.800
wenig haben.

47:21.400 --> 47:22.620
Teile davon sind klar.

47:24.060 --> 47:27.840
Sie versuchen es natürlich auch nachzuapplizieren nach Möglichkeit.

47:28.680 --> 47:32.620
Dann haben sie ihr bedeutsames Vorkommnis dadurch entschärft.

47:32.700 --> 47:34.560
Auch das ist natürlich eine Möglichkeit der Lösung.

47:35.760 --> 47:40.280
Wenn sie das Ganze beim Röntgen machen, wird es spannend, weil wenn

47:40.280 --> 47:42.900
die Bildqualität nicht ausreicht, machen sie eine Wiederholung der

47:42.900 --> 47:43.540
Untersuchung.

47:44.200 --> 47:48.180
Auch dann ist das möglicherweise ein Vorkommnis.

47:49.060 --> 47:55.940
Aber die Frage ist natürlich, eine unnötige Dosis entspricht nicht

47:55.940 --> 47:57.920
unbedingt einer unbeabsichtigten Exposition.

47:57.920 --> 48:00.700
Sie stellen natürlich fest, dass aus irgendeinem Grund ihre

48:00.700 --> 48:04.700
Bildqualität nicht ausreichend ist, weil sie einen Fehler gemacht

48:04.700 --> 48:04.960
haben.

48:05.020 --> 48:07.380
Dann ist es unbeabsichtigt, weil jemand anders einen Fehler gemacht

48:07.380 --> 48:12.200
hat, bei der Behandlung falsche Parameter eingestellt oder bei der

48:12.200 --> 48:12.760
Untersuchung.

48:13.460 --> 48:16.920
Dann ist es natürlich oder höchstwahrscheinlich auch unbeabsichtigt.

48:17.760 --> 48:21.460
Aber wenn sie es so beabsichtigt haben und feststellen, das Bild ist

48:21.460 --> 48:23.240
trotzdem nicht gut, dann müssen sie etwas verändern.

48:23.240 --> 48:27.820
Dann wird der Arzt auch eine neue Rechtfertigung stellen und dann ist

48:27.820 --> 48:29.840
auch die zweite Bestrahlung bzw.

48:30.360 --> 48:33.260
Untersuchung eine beabsichtigte Exposition.

48:33.500 --> 48:36.180
Und dann haben sie auch unter Umständen das Kriterium für ein

48:36.180 --> 48:37.200
Vorkommnis nicht mehr erfüllt.

48:37.780 --> 48:46.780
Also das Ganze ist nicht so ganz eindeutig und nicht so ganz fraglos,

48:47.400 --> 48:51.500
wie das sein könnte für ein gesetzliches Regelwerk.

48:53.820 --> 48:57.200
Aber auch hier hilft uns der Gesetzgeber noch nicht weiter.

48:57.340 --> 48:59.000
Es gibt da keine genaueren Regeln für.

48:59.520 --> 49:02.680
Auch wie gesagt, wenn es für den Strahlenschutz nicht relevant ist,

49:02.740 --> 49:03.400
was das bedeutet.

49:05.820 --> 49:08.720
Also wenn Sie jetzt dem Patienten Hallo Herr Müller sagen und er sagt

49:08.720 --> 49:09.760
Nein, ich bin Herr Schulz.

49:10.140 --> 49:11.560
Jetzt hätten Sie mich falsch bestrahlt.

49:12.020 --> 49:14.460
Dann antworten Sie Na gut, wir stehen hier im Supermarkt an der Kasse.

49:14.580 --> 49:15.640
Das wird jetzt nicht so schlimm sein.

49:16.120 --> 49:18.180
Dann ist das wahrscheinlich für den Strahlenschutz nicht relevant.

49:18.180 --> 49:22.600
So könnte man argumentieren, aber wo dann die Grenze wirklich exakt

49:22.600 --> 49:24.860
ist, ist schwer vorherzusagen.

49:30.840 --> 49:32.860
Schauen wir uns an, wie Sie das verhindern können.

49:33.060 --> 49:33.480
Vorkommnisse.

49:33.700 --> 49:38.000
Sie müssen natürlich Risikoanalysen machen für Ihre Verfahren bzw.

49:38.120 --> 49:39.420
für neu eingeführte Verfahren.

49:39.860 --> 49:42.700
Sinnvoll ist es auch, wenn Sie die für alte Verfahren langsam angehen.

49:43.420 --> 49:47.520
Irgendwann wird es kommen, dass Sie alle Verfahren mit Risikoanalysen

49:47.520 --> 49:48.340
bedecken müssen.

49:48.340 --> 49:53.680
Sie schreiben Arbeitsanweisungen, damit das Personal und alle

49:53.680 --> 49:55.260
Beteiligten wissen, was sie zu tun haben.

49:56.580 --> 50:02.180
Und da schließt sich der Kreis, wie Sie solche Vorkommnisse verhindern

50:02.180 --> 50:02.480
können.

50:03.440 --> 50:05.980
Der Strahlenschutzverantwortliche selbst hat dafür zu sorgen, dass in

50:05.980 --> 50:08.680
systematischer Weise geeignete Maßnahmen getroffen werden, um einmal

50:08.680 --> 50:14.620
Vorkommnisse zu vermeiden, aber auch, um Vorkommnisse zu erkennen und

50:14.620 --> 50:17.780
als solche einzustufen und natürlich nachteilige Auswirkungen so

50:17.780 --> 50:18.720
gering wie möglich zu halten.

50:19.140 --> 50:22.020
Aber im Grunde bedeutet das, dass Sie Ihr Personal so schulen müssen,

50:22.200 --> 50:25.500
dass Sie auch in der Lage sind, ein Vorkommnis als solches zu erkennen

50:25.500 --> 50:30.480
und einzustufen und dann auch zu wissen, dass eine Meldung

50:30.480 --> 50:31.220
erforderlich ist.

50:31.660 --> 50:33.540
Wer die am Schluss schreiben muss, müssen Sie auch in Ihren

50:33.540 --> 50:35.780
Arbeitsanweisungen oder in Ihren Dienstanweisungen festlegen.

50:39.300 --> 50:41.560
Normalerweise trifft es immer am Schluss den

50:41.560 --> 50:44.340
Strahlenschutzbeauftragten, aber auch der will das ja nicht immer

50:44.340 --> 50:45.040
alles selbst machen.

50:46.460 --> 50:48.760
Insbesondere, wenn er gar nicht dabei war oder die Abläufe nicht

50:48.760 --> 50:50.840
wahrgenommen hat, die dazu geführt haben.

50:54.300 --> 51:01.160
Was ich hier mitgeben möchte, um Vorkommnisse zu kennen und auch zu

51:01.160 --> 51:05.400
erkennen und Vorkommnisse zu vermeiden, brauchen Sie Risikoanalysen,

51:05.500 --> 51:07.320
Sie brauchen Arbeitsanweisungen, Sie brauchen die entsprechende

51:07.320 --> 51:07.820
Prävention.

51:08.540 --> 51:11.280
Sie dürfen vor allem Ihr Personal nicht verängstigen.

51:11.800 --> 51:17.160
Sie müssen darauf bauen, dass dieses Personal begeistert eine Meldung

51:17.160 --> 51:20.860
schreibt, wenn es einen Fehler entdeckt hat, um zu verhindern, dass

51:20.860 --> 51:22.800
den lieben Kollegen das auch wieder passiert.

51:23.160 --> 51:24.620
Das muss die Herangehensweise sein.

51:24.620 --> 51:27.980
Wenn Sie jeden schelten, dafür, dass er einen Fehler gemacht hat, ist

51:27.980 --> 51:31.440
eher die Neigung, dass die Leute sich nicht mehr melden werden, um

51:31.440 --> 51:33.480
nicht gescholten zu werden und nicht bestraft zu werden.

51:33.600 --> 51:39.020
Also eine Bestrafung für Fehler scheidet eigentlich vollständig aus,

51:39.240 --> 51:42.560
denn damit erreichen Sie nur, dass keine Fehlermeldungen mehr erfolgen

51:42.560 --> 51:45.900
und Sie nur scheinbar korrekt arbeiten.

51:46.220 --> 51:48.420
Und damit verstoßen Sie dann natürlich gegen die

51:48.420 --> 51:49.200
Strahlenschutzverordnung.

51:49.200 --> 51:53.380
Haftbar für sowas ist immer der Strahlschutzverantwortliche, der wird

51:53.380 --> 51:56.280
das auf seine Strahlschutzbeauftragten abwälzen.

51:56.480 --> 51:58.560
Und wenn das Personal Fehler macht, wird auch der

51:58.560 --> 52:01.760
Strahlschutzbeauftragte an dieser Stelle haften, weil er das

52:01.760 --> 52:07.260
entsprechend nicht geschafft hat, diese Prävention entsprechend

52:07.260 --> 52:07.860
umzusetzen.

52:08.380 --> 52:12.840
Wie gesagt, das Ziel ist, die Qualität zu verbessern, nicht die Leute

52:12.840 --> 52:15.440
zu drangsalieren, das Personal zu drangsalieren, sondern es zu

52:15.440 --> 52:21.560
schaffen, dass die dann mit einer positiven Einstellung herangehen,

52:21.680 --> 52:23.000
auch wenn mal was schiefgelaufen ist.

52:26.630 --> 52:27.430
Damit bin ich am Ende.

52:27.750 --> 52:29.050
Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit.

