WEBVTT

00:01.100 --> 00:03.340
Karlsruher Beiträge zur Klimaforschung

00:10.650 --> 00:13.910
Herzlich willkommen zu einer neuen Ausgabe der Podcast-Reihe

00:13.910 --> 00:16.130
Karlsruher Beiträge zur Klimaforschung.

00:16.570 --> 00:18.990
Zu Gast in der heutigen Folge ist Frau Julia Thomas.

00:19.410 --> 00:22.470
Sie forscht am Institut für Meteorologie und Klimaforschung in der

00:22.470 --> 00:25.490
Gruppe Cloud Physics am Karlsruher Institut für Technologie.

00:26.710 --> 00:29.030
Vor kurzer Zeit hat sie ihre Masterarbeit abgegeben.

00:29.670 --> 00:32.830
Thematisch ging es darum, wie sich Fluten in Gebirgsregionen durch den

00:32.830 --> 00:33.810
Klimawandel verändern.

00:34.690 --> 00:37.490
Hierbei hat Frau Thomas die Auswirkungen des Klimawandels auf

00:37.490 --> 00:41.330
orografischen Niederschlag untersucht und hat eine Modellstudie unter

00:41.330 --> 00:43.790
Verwendung der Piggybacking-Methode durchgeführt.

00:44.990 --> 00:47.670
Doch was genau versteht man unter orografischen Niederschlag?

00:48.210 --> 00:51.410
Und was ist denn die Piggybacking-Methode, also zu Deutsch die

00:51.410 --> 00:52.330
Huckepack -Methode?

00:53.170 --> 00:56.490
Diese Fragen und noch vieles mehr zum Thema wird uns Frau Julia Thomas

00:56.490 --> 00:58.610
in der heutigen Podcast-Folge beantworten.

00:59.070 --> 01:00.650
Mein Name ist Joshua Bayliss.

01:05.150 --> 01:09.750
Es freut mich sehr, Frau Julia Thomas jetzt hier bei der Podcast-Reihe

01:09.750 --> 01:12.270
Karlsruher Beiträge zur Klimaforschung zu begrüßen.

01:12.670 --> 01:14.090
Ja, erstmal hallo, Frau Thomas.

01:14.950 --> 01:16.370
Hallo, schön, dass ich da sein darf.

01:17.190 --> 01:20.310
Sie sind Masterrandin am Institut für Meteorologie und Klimaforschung

01:20.850 --> 01:24.030
in der Gruppe Cloud Physics und das am KIT, also am Karlsruher

01:24.030 --> 01:25.390
Institut für Technologie.

01:25.990 --> 01:29.450
Sie haben, glaube ich, gerade erst neulich die Masterarbeit abgegeben.

01:29.550 --> 01:30.630
So lange ist es nicht her, richtig?

01:31.370 --> 01:33.850
Richtig, ja, vor drei Wochen, knapp drei Wochen.

01:33.890 --> 01:35.010
Wow, sehr frisch.

01:35.870 --> 01:40.270
Und wir sprechen natürlich auch heute ein bisschen über dieses Thema.

01:40.890 --> 01:43.790
Wenn ich gerade Ihre Masterarbeit zitieren darf, oder nicht die ganze,

01:43.910 --> 01:44.830
natürlich über den Titel.

01:45.330 --> 01:49.630
Das war Auswirkungen des Klimabandes auf orografischen Niederschlag.

01:50.210 --> 01:54.610
Eine Modellstudie unter Verwendung der Piggybacking-Methode.

01:54.610 --> 01:55.490
Richtig.

01:56.170 --> 01:58.150
Das klingt sehr spannend.

01:58.370 --> 02:01.110
Und natürlich Piggybacking ist mir sofort rausgesprungen.

02:01.210 --> 02:03.410
Zu deutsch ist ja Piggyback etwas wie Huckepack.

02:04.070 --> 02:08.110
Und da war ich doch gleich sehr gespannt, was dieser Begriff jetzt

02:08.110 --> 02:11.870
auch in der Klimatologie, in der Klimaforschung sucht.

02:13.030 --> 02:14.010
Vielleicht erst mal die Frage.

02:15.070 --> 02:19.350
Ja, vielleicht können Sie uns dieses Thema erst mal in ein paar Sätzen

02:19.350 --> 02:22.170
näher bringen und dann natürlich die Frage, wie Sie auch darauf

02:22.170 --> 02:22.790
gekommen sind.

02:23.930 --> 02:27.050
Ja, ich beginne vielleicht mit der zweiten Frage, wie ich darauf

02:27.050 --> 02:27.750
gekommen bin.

02:27.870 --> 02:31.270
Das war ein sehr glücklicher Umstand, würde ich fast behaupten.

02:31.750 --> 02:36.070
Ich bin gerade auch noch eingeschrieben als Physikstudentin an der

02:36.070 --> 02:40.530
Universität Heidelberg und hatte mich dort eigentlich spezialisiert im

02:40.530 --> 02:44.030
Bereich Kosmologie und Astroteichenphysik, also ein ganz anderes Feld.

02:45.050 --> 02:49.550
Und bin aber schon länger in der Klimagerechtigkeitsszene aktiv und

02:49.550 --> 02:53.690
hatte immer so das Gefühl, dass ich mit meiner Forschung auch einen

02:53.690 --> 02:55.550
Beitrag für die Gesellschaft leisten möchte.

02:56.230 --> 02:58.990
Und da bin ich eben vor knapp einem Jahr, also kurz vor Beginn der

02:58.990 --> 03:03.370
Masterarbeit, durch Zufall auf einen Vortrag von Professor Corinna

03:03.370 --> 03:08.370
Hose aufmerksam geworden, die über die Auswirkungen von Wolken auf das

03:08.370 --> 03:09.710
Klimasystem referiert hat.

03:09.770 --> 03:13.390
Und mich hat das total abgeholt und begeistert, vor allem da die

03:13.390 --> 03:18.390
Konzepte, die ich vorher kannte aus der Weltraumforschung, im Prinzip

03:18.390 --> 03:22.070
sehr gut übertragbar sind in die Atmosphäre und daraus hat sich eben

03:22.070 --> 03:25.370
diese Kooperation ergeben und ich habe dann knapp zwei Wochen später

03:25.370 --> 03:26.750
mit der Masterarbeit begonnen.

03:27.170 --> 03:28.810
Wow, zwei Wochen später auch.

03:29.130 --> 03:30.130
Das ging sehr schnell.

03:30.590 --> 03:33.530
Aber das ist natürlich schön, wenn man so eine Passion hat und die

03:33.530 --> 03:36.830
dann auch gleich, sage ich mal, auch in ein neues Gebiet, was aber

03:36.830 --> 03:39.570
auch sehr irgendwo die Ähnlichkeiten hat, übertragen kann.

03:40.370 --> 03:40.910
Ja, richtig.

03:41.350 --> 03:41.890
Sehr schön.

03:43.170 --> 03:48.770
Und jetzt war ja in diesem Arbeitstitel dieser orchografische

03:48.770 --> 03:49.610
Niederschlag.

03:50.270 --> 03:53.030
Niederschlag ist mir natürlich ein Begriff und ich denke, für die

03:53.030 --> 03:57.570
meisten Zuhörenden auch, aber orchografischen Niederschlag habe ich

03:57.570 --> 04:00.990
bis jetzt, meine ich zumindest, noch nie gehört.

04:01.190 --> 04:06.150
Also, was versteht man denn darunter und wie unterscheidet er sich

04:06.150 --> 04:10.190
jetzt, wenn er es tut, denn wesentlich von einem herkömmlichen

04:10.190 --> 04:11.130
Niederschlag, nenne ich es mal.

04:12.410 --> 04:15.010
Ja, ich glaube, das ist sehr wichtig klarzustellen.

04:15.150 --> 04:19.330
Also, Orographie bedeutet erstmal so etwas wie die Lehre von

04:19.330 --> 04:23.150
Geländeverläufen, also vor allem in Gebirgsregionen wird das wichtig.

04:23.870 --> 04:28.610
Und orografischer Niederschlag ist sozusagen eine Art von Niederschlag

04:28.610 --> 04:32.570
zu unterscheiden von frontalem Niederschlag, der entsteht, wenn warm

04:32.570 --> 04:36.110
und kalte Luftmassen aufeinandertreffen und dann die Warme über die

04:36.110 --> 04:40.090
Kalte aufsteigt und dadurch Niederschlag produziert wird und von

04:40.090 --> 04:43.690
konvektivem Niederschlag, wie wir den aus zum Beispiel Gewitterzellen

04:43.690 --> 04:44.730
im Sommer kennen.

04:45.450 --> 04:48.170
Und der Unterschied bei orografischem Niederschlag ist jetzt eben,

04:48.690 --> 04:52.430
dass nicht durch reine Thermodynamik, also die Thermodynamik von

04:52.430 --> 04:56.210
Wasserdampf und Luftmassen, diese Luftmassen dann aufsteigen, sondern

04:56.210 --> 04:59.650
dass sie dadurch, dass eine feuchte Luftmasse auf einen Berg

04:59.650 --> 05:02.950
zuströmend eben dazu gezwungen wird, aufzusteigen.

05:03.450 --> 05:07.130
Das heißt, es gibt diese Barriere in Form eines Bergreliefs oder eines

05:07.130 --> 05:10.670
Gebirgskamms und da muss diese feuchte Luftmasse aufsteigen.

05:11.310 --> 05:14.810
Und ja, das ist bestimmt vielen ein Begriff, wenn feuchte Luftmassen

05:14.810 --> 05:18.030
dann aufsteigen, dann kühlen sie sich ab, sodass irgendwann der

05:18.030 --> 05:20.870
Wasserdampf darin kondensiert und dann bildet sich eine Wolke.

05:21.250 --> 05:24.190
Und die Wolke, die dann eben über diesem Gebirgskamm entsteht, die

05:24.190 --> 05:25.830
nennen wir orografische Wolke.

05:26.490 --> 05:29.250
Und wenn die Wolke wiederum lang genug über diesem Gebirgskamm

05:29.250 --> 05:34.810
verweilt oder genug Feuchtigkeit enthält, dann kann sich Niederschlag

05:34.810 --> 05:37.210
formen, den wir dann orografischen Niederschlag nennen.

05:38.090 --> 05:42.050
Das heißt, oben in diesen Gebirgsregionen sammelt sich so gesehen

05:42.050 --> 05:46.650
diese Luftfeuchtigkeit und die kommt dann irgendwann runter als

05:46.650 --> 05:47.710
Wasser, richtig?

05:48.350 --> 05:48.790
Richtig.

05:49.390 --> 05:55.010
Und das ist wahrscheinlich jetzt nicht immer ideal, weil das auch

05:55.010 --> 05:56.750
größere Mengen von Wasser sein kann.

05:56.850 --> 06:02.050
Also was bringt denn gerade dieser Fall mit sich, dass man sagt, da

06:02.050 --> 06:04.990
müssen wir doch ein Auge drauf haben oder natürlich jetzt auch

06:04.990 --> 06:08.010
wirklich das Ganze, sage ich mal, studieren?

06:09.610 --> 06:13.370
Genau, da gehe ich vielleicht direkt mal auf meine Fallstudie ein,

06:13.470 --> 06:16.110
weil die da einen sehr guten Präzedenzfall liefert.

06:16.630 --> 06:22.290
Diese Fallstudie hat sich in England im Jahr 2015 abgespielt, in einer

06:22.290 --> 06:24.010
Provinz namens Kumprien.

06:24.590 --> 06:26.070
Und da gibt es ein Mittelgebirge.

06:26.770 --> 06:30.350
Wir sprechen hier von Höhen unter einem Kilometer, also wirklich keine

06:30.350 --> 06:34.030
alpinen Voraussetzungen, aber eben hoch genug, damit diese

06:34.030 --> 06:35.630
orografischen Wolken entstehen.

06:36.110 --> 06:39.230
Und die Besonderheit ist, dieses Mittelgebirge, der Lake District,

06:39.230 --> 06:41.670
liegt an der Westküste Englands.

06:41.790 --> 06:46.070
Das heißt, sozusagen westlich davon gibt es den Großen Atlantik und

06:46.070 --> 06:49.350
vor allem im Winter sehr, sehr viele feuchte Luftmassen, die in Form

06:49.350 --> 06:52.810
dieser Tiefdruckgebiete dann auf die englische Küste zuströmen.

06:53.230 --> 06:57.610
Das heißt, wir haben einen sehr permanenten Fluss von feuchter Luft,

06:57.750 --> 07:00.950
der dann eben dafür sorgt, dass diese Feuchte oder diese Wolken über

07:00.950 --> 07:04.250
den Bergen immer wieder aufgefüllt werden.

07:05.530 --> 07:09.870
Und vor allem dann die Städte und Gemeinden um diese Bergregionen

07:09.870 --> 07:14.550
herum haben eben ein sehr hohes Risiko für Fluten, vor allem wenn der

07:14.550 --> 07:17.830
Boden schon gesättigt ist und haben eben sehr oft damit zu rechnen,

07:18.210 --> 07:21.030
dass sich eben aus diesen Wolken auch Niederschlag bildet.

07:21.590 --> 07:26.810
Also ist es insbesondere, wie es für mich klingt, eine Bedrohung in

07:27.350 --> 07:31.430
Gebieten, wo eben auch Menschen siedeln, wo es Städte gibt, weil es

07:31.430 --> 07:35.330
eben sich jetzt nicht in sehr hohen Gebirgen abspielt, sondern wie Sie

07:35.330 --> 07:37.450
sagten, ein Kilometer unter einem Kilometer.

07:37.690 --> 07:41.350
Also kommt das alles, sage ich mal, auch wieder schnell runter und

07:41.350 --> 07:43.270
kann dann dort für Probleme sorgen.

07:44.010 --> 07:44.830
Richtig, ja.

07:44.930 --> 07:46.810
Also wir haben auch in Deutschland einige Beispiele.

07:46.930 --> 07:49.370
Da früher zum Beispiel der Schwarzwald, der hat ja eine sehr schöne

07:49.370 --> 07:50.730
Nord -Süd-Ausrichtung.

07:51.290 --> 07:54.690
Und weil das Wetter, kann man ja so sagen, meistens von Westen kommt,

07:55.410 --> 07:57.150
entstehen da dann auch oft diese Wolken.

07:57.270 --> 08:00.270
Und zum Beispiel in Baden-Baden gab es auch schon Niederschläge oder

08:00.270 --> 08:01.830
Flutkatastrophen dieser Art.

08:02.130 --> 08:05.650
Oder zum Beispiel auch im Ahrtal, das war jetzt synoptisch eine andere

08:05.650 --> 08:09.090
Situation, aber hatte eben auch diese Eigenschaft, dass da viele

08:09.090 --> 08:14.630
Gemeinden in solchen Flussbetten eben liegen, die sich einfach

08:14.630 --> 08:17.770
aufgrund ihrer Lage nicht wirklich gut gegen solche Fluten schützen

08:17.770 --> 08:18.170
können.

08:18.570 --> 08:22.870
Auch wenn das Gebirge in der Region dort nicht wirklich hoch ist.

08:23.210 --> 08:29.030
Ja, gerade auf diesen Punkt, also was man dagegen machen kann, da

08:29.030 --> 08:32.470
möchte ich sehr gerne noch zu sprechen kommen, weil wie das klingt,

08:32.550 --> 08:37.210
ist es natürlich ein größeres Problem und kann natürlich nicht nur

08:37.210 --> 08:41.870
Schaden anrichten, aber eben auch gefährlich natürlich für die

08:41.870 --> 08:42.690
Menschen sein.

08:43.730 --> 08:47.550
Jetzt wird mich natürlich aber immer noch erstmal dieses Piggybacking

08:47.550 --> 08:48.270
interessieren.

08:48.370 --> 08:50.530
Ich glaube, man konnte ein bisschen raushören.

08:51.110 --> 08:54.330
Piggybacking ist ja zu deutsch übersetzt, oder piggyback ist ja so ein

08:54.330 --> 08:54.830
Huckepack.

08:55.610 --> 08:58.490
Da stelle ich mir jetzt in diesem Szenario vor, wie Sie sagten, dass

08:58.490 --> 09:03.170
die Luftfeuchtigkeit oder der Niederschlag steigt.

09:03.990 --> 09:06.790
Hat das dann damit zu tun, dass man sich das so vorstellen kann,

09:06.890 --> 09:08.830
dieses Huckepack nach oben steigen?

09:08.950 --> 09:12.230
Oder wie kommt denn dieser Begriff da rein?

09:12.350 --> 09:15.570
Und was hat denn diese Methode mit diesem, ich nenne es auch mal

09:15.570 --> 09:17.210
kuriosen Namen, so richtig auf sich?

09:18.930 --> 09:22.030
Ja, tatsächlich mit dem Wasserdampf direkt hat es nichts zu tun.

09:22.170 --> 09:25.350
Es geht vor allem darum, dass wir versuchen, die verschiedenen

09:25.350 --> 09:28.190
Komponenten des Systems besser zu verstehen.

09:28.730 --> 09:33.510
Also wenn man sich vorstellt, man hat da jetzt eine Luftmasse, eine

09:33.510 --> 09:36.650
feuchte Luftmasse, die auf diesen Berg zuströmt und dann wird es zu

09:36.650 --> 09:40.070
einer Wolke und in der Wolke passieren irgendwelche Prozesse und dann

09:40.070 --> 09:42.830
entsteht Niederschlag und der sedimentiert irgendwann auf der Erde.

09:43.570 --> 09:46.310
Und dann gibt es natürlich viele Faktoren, die damit einspielen.

09:46.390 --> 09:49.430
Und ein großer Faktor ist die atmosphärische Dynamik.

09:49.610 --> 09:52.590
Also wie sind die Winde, wie ist der Luftdruck, wie ist die

09:52.590 --> 09:53.330
Temperatur?

09:54.290 --> 09:58.210
Und die ändern sich natürlich mit dem Klimawandel.

09:58.650 --> 10:01.530
Was sich aber genauso ändern kann, sind die Prozesse in der Wolke.

10:01.630 --> 10:06.070
Zum Beispiel dadurch, dass mehr flüssige Wolken, also warme Wolken

10:06.070 --> 10:10.390
nennen wir die dann, mit Wolkentröpfchen entstehen und weniger

10:10.390 --> 10:12.910
Eiswolken, die aus Eiskristallen entstehen.

10:12.990 --> 10:15.630
Und das ist dann die sogenannte Wolkenmikrophysik.

10:16.390 --> 10:19.570
Und Ziel meiner Arbeit war es vor allem, die Veränderung der

10:19.570 --> 10:24.370
Wolkenmikrophysik in einem wärmeren Klima zu untersuchen.

10:24.930 --> 10:29.750
Und dafür ist es eben hilfreich, wenn man es schafft, die Dynamik, die

10:29.750 --> 10:33.870
atmosphärische Dynamik, also konkret die Windrichtung zum Beispiel und

10:33.870 --> 10:38.270
Windstärke in gewisser Weise festzuhalten, damit man eben jede

10:38.270 --> 10:41.970
Änderung, die man sieht, nur auf die Mikrophysik beziehen kann.

10:42.030 --> 10:44.330
Man kann sich das vielleicht so vorstellen, und ich habe mir überlegt,

10:44.450 --> 10:48.830
ob ich ein schönes Beispiel dafür finde, wenn man jetzt wissen will,

10:48.830 --> 10:53.050
ob es eine positive Veränderung hat, wenn man an einer Schnellstraße

10:53.050 --> 10:54.970
eine Ampel installiert, eine Fußgängerampel.

10:55.670 --> 11:00.450
Und dann würde man vorher den Verkehrsfluss messen oder die Anzahl der

11:00.450 --> 11:03.610
Unfälle und nachdem man die Ampel installiert hat, würde man wieder

11:03.610 --> 11:04.930
die Anzahl der Unfälle messen.

11:05.250 --> 11:08.190
Jetzt kann es sein, die Unfälle gehen zurück, eben weil da eine Ampel

11:08.190 --> 11:08.590
steht.

11:08.990 --> 11:12.010
Es kann aber auch sein, die Anzahl der Unfälle geht zurück, weil da

11:12.010 --> 11:15.110
jetzt weniger Autos langfahren, weil die Autos wollen natürlich die

11:15.110 --> 11:17.050
Ampel vermeiden und fahren jetzt woanders lang.

11:17.550 --> 11:22.110
Und dann hätte man praktisch dasselbe Resultat, aber aus einem anderen

11:22.110 --> 11:24.930
Grund, nämlich dadurch, dass sich die Dynamik des Verkehrs verändert

11:24.930 --> 11:28.670
hat und nicht diese Ampel einen exakten Effekt hatte.

11:29.270 --> 11:32.030
Und genau, das haben wir eben auch in unserer Studie versucht, dass

11:32.030 --> 11:35.550
wir die Windfelder, also die Windrichtung, die Windgeschwindigkeit und

11:35.550 --> 11:39.610
den Druck festgehalten haben, um dann zu sehen, wie sich die

11:39.610 --> 11:41.410
Mikrophysik im Speziellen ändert.

11:42.150 --> 11:44.150
Ein richtig tolles, anschauliches Beispiel.

11:44.670 --> 11:47.130
Da konnte ich mir das gerade sehr gut vorstellen.

11:47.270 --> 11:49.990
Aber wie schafft man das dann, diesen Druck festzuhalten?

11:50.730 --> 11:54.470
Also, was ich jetzt auch sehr oft gemerkt habe in diesen Podcast

11:54.470 --> 11:58.730
-Reihen, ist das oft, das hat mich sehr überrascht, KI heutzutage zum

11:58.730 --> 11:59.610
Einsatz kommt.

11:59.690 --> 12:00.730
Ist das hier auch der Fall?

12:00.830 --> 12:04.050
Oder wie arbeitet man denn jetzt so damit?

12:04.690 --> 12:06.550
Ja, also KI ist es nicht.

12:06.630 --> 12:08.890
Das sind bei mir ganz klassische Algorithmen.

12:09.210 --> 12:12.470
Aber man muss ein bisschen tiefer einsteigen in die Funktionsweise von

12:12.470 --> 12:13.750
so einem Wettermodell.

12:15.130 --> 12:20.350
In dem Wettermodell wird die Atmosphäre in ein Gitter aufgeteilt, das

12:20.350 --> 12:23.590
eben verschiedene Gitterpunkte hat, in horizontal und vertikale

12:23.590 --> 12:23.950
Richtung.

12:24.690 --> 12:27.510
Und auf diesen Gitterpunkten passiert dann die Physik.

12:27.650 --> 12:30.190
Und sozusagen dazwischen wird sie parametrisiert.

12:30.870 --> 12:33.670
Und zusätzlich, oder an jedem Gitterpunkt werden dann eben

12:33.670 --> 12:37.030
physikalische Größen, die den Zustand der Atmosphäre beschreiben,

12:37.190 --> 12:37.590
definiert.

12:37.690 --> 12:41.850
Darunter fallen Windrichtung, Windgeschwindigkeit, Temperatur, Druck,

12:42.010 --> 12:45.010
aber zum Beispiel auch die Anzahl der Wolkentropfen und die Anzahl

12:45.010 --> 12:47.750
Dichte, die Anzahl der Regentropfen und so weiter.

12:47.890 --> 12:49.290
Also auch die ganze Mikrophysik.

12:49.990 --> 12:55.450
Und diesen, sozusagen den Modellcode, in der Default-Version, haben

12:55.450 --> 13:00.430
wir so geändert, dass wir, wenn wir die Temperatur jetzt konstant an

13:00.430 --> 13:05.610
jedem dieser Punkte um zum Beispiel drei Grad erhöhen, dass sich aber

13:05.610 --> 13:07.130
die Windfelder nicht ändern.

13:07.130 --> 13:08.870
Also das kann man einfach implementieren.

13:09.130 --> 13:13.070
Einfach nicht, aber man kann es implementieren, dass diese Windfelder

13:13.070 --> 13:16.850
genau von der ursprünglichen Simulation kopiert werden.

13:17.590 --> 13:21.890
Die Temperatur konstant überall um zwei oder drei oder wie auch immer,

13:21.990 --> 13:23.210
wie viel Grad erhöht wird.

13:23.370 --> 13:27.670
Und dann kann man gucken, wie ändern sich diese anderen Felder, sprich

13:27.670 --> 13:32.670
Anzahl der Wolkentropfen, Anzahl der Regentropfen, Menge der

13:32.670 --> 13:34.610
Verdunstungen und so weiter.

13:34.610 --> 13:38.950
Also hat man, verstehe ich es richtig, Kontrolle über eigentlich alle

13:38.950 --> 13:43.190
einzelnen Parameter und kann dadurch die verschiedensten oder alle

13:43.190 --> 13:45.630
Szenarien ausprobieren.

13:46.790 --> 13:46.910
Richtig.

13:47.370 --> 13:51.090
Das ist auch, würde ich sagen, der große Vorteil von diesen

13:51.090 --> 13:56.470
Wettermodellen, dass wir eben nicht im Vergleich zu Radar oder zum

13:56.470 --> 14:00.850
Beispiel auch Regensondenmessungen nur an bestimmten Punkten Messdaten

14:00.850 --> 14:03.370
haben, sondern im Prinzip an jedem dieser Gitterpunkte.

14:03.770 --> 14:07.130
Aber man weiß natürlich nie zu 100 Prozent, ob dieses Modell die

14:07.130 --> 14:08.390
Realität auch darstellt.

14:08.490 --> 14:12.190
Vor allem ist es natürlich auch eine in gewisser Weise idealisierte

14:12.190 --> 14:17.010
Annahme, dass die Temperatur konstant an jedem Level oder auf jeder

14:17.010 --> 14:17.850
Höhe ansteigt.

14:18.270 --> 14:22.090
Aber irgendwo muss man eben Einschränkungen vornehmen und man versucht

14:22.090 --> 14:28.730
eben so eine Balance zu finden zwischen idealer oder idealer Version

14:28.730 --> 14:32.230
und möglichst realer oder realistischer Darstellung.

14:32.750 --> 14:34.930
Aber es ist ja eigentlich gut, wenn man dann auch alles, sage ich mal,

14:34.990 --> 14:40.630
zwischendrin mit ausprobieren kann und dann gibt es ich sage mal,

14:40.690 --> 14:42.390
keine bösen Überraschungen insgesamt vielleicht.

14:42.450 --> 14:45.210
Oder man weiß eben, was zu erwarten ist, was sein könnte.

14:48.170 --> 14:50.750
Die Untersuchungsgebiete waren ja diese Gebirgsregionen.

14:51.570 --> 14:55.750
Jetzt sagten Sie gerade selbst, ein Fallbeispiel hatten wir England

14:55.750 --> 14:57.010
näher Lake District.

14:57.330 --> 15:02.070
Aber es geht auch nicht um Gebirge wie zum Beispiel die Alpen.

15:02.130 --> 15:03.350
Das wäre schon wieder zu hoch.

15:03.710 --> 15:07.190
Was war denn Ihr Forschung- oder Ihr Untersuchungsgebiet?

15:07.230 --> 15:08.970
Weil ich denke, das muss man natürlich auch eingrenzen.

15:09.050 --> 15:12.490
Aber man muss natürlich auch erstmal eine Gebirgsregion finden, die

15:12.490 --> 15:13.590
sich eignet.

15:15.110 --> 15:18.230
Und möglicherweise hängt das dann auch zusammen eine, die gerade auch

15:18.230 --> 15:22.390
in der Nähe von einer Stadt oder Siedlungen sind.

15:22.630 --> 15:25.950
Also ist das auch wichtig, dass man wirklich diesen Aspekt mit dabei

15:25.950 --> 15:26.170
hat?

15:26.210 --> 15:30.090
Weil ich denke, es gibt auch genügend andere Orte, wo jetzt die

15:30.090 --> 15:32.690
Dringlichkeit nicht so hoch ist, die zu untersuchen, weil keine

15:32.690 --> 15:34.590
imminente Gefahr besteht.

15:35.450 --> 15:36.450
Kann man das so sagen?

15:37.670 --> 15:38.150
Absolut.

15:38.490 --> 15:41.690
Ich muss sagen, bei uns war der Fokus, wie gesagt, vor allem auf diese

15:41.690 --> 15:45.530
Mikrophysik und auf die Idee, finden wir einen sehr allgemeinen Fall,

15:46.410 --> 15:49.370
dessen Resultate man dann auch auf andere Fälle übertragen kann.

15:49.810 --> 15:52.910
Und wie gesagt, die Fallstudie war dann in diesem Lake District, weil

15:52.910 --> 15:54.730
dort diese Flut stattgefunden hat.

15:54.730 --> 15:58.170
Und man hat eben den großen Vorteil, dass die Luftmassen, die da von

15:58.170 --> 16:03.430
Westen heranströmen, eben vorher nicht verändert wurden oder worden

16:03.430 --> 16:07.930
sind, weil sie eben direkt vom Atlantik auf dieses Mittelgebirge dann

16:07.930 --> 16:08.250
treffen.

16:08.770 --> 16:11.750
Also es hat natürlich schon mit reingespielt, dass diese Flut sehr

16:11.750 --> 16:14.750
stark war und sehr dramatische Folgen hatte.

16:14.890 --> 16:18.590
Also wir sprechen hier auch von Millionen- oder Milliardenschäden von

16:18.590 --> 16:21.790
Zehntausenden überfluteten Häusern und auch Toten.

16:22.750 --> 16:25.630
Aber wichtig war vor allem sozusagen das Setting, dass das

16:25.630 --> 16:29.410
reproduzierbar ist und dass wir dann gut uns diese Mikrophysik

16:29.410 --> 16:30.010
angucken können.

16:31.450 --> 16:37.010
Und gibt es denn weitere auch Gebiete in Deutschland oder die man

16:37.010 --> 16:41.230
jetzt auch als Beispiel nehmen könnte, die Sie uns schon verraten

16:41.230 --> 16:41.470
können?

16:41.750 --> 16:43.310
Oder was heißt schon, die Sie uns verraten können?

16:44.490 --> 16:47.970
Ja, also ich hatte den Schwarzwald ja schon angesprochen und das ist

16:47.970 --> 16:52.170
tatsächlich ein sehr guter oder ein gutes Beispiel eben wegen dieser

16:52.170 --> 16:53.390
Nord -Süd-Ausrichtung.

16:54.010 --> 16:58.830
Und da muss man eben immer beachten, dass die Luftmassen nicht immer

16:58.830 --> 17:03.350
genau von Westen kommen, sondern teilweise über die Alpen rum oder ein

17:03.350 --> 17:04.290
bisschen von Norden.

17:05.370 --> 17:08.490
Und im Prinzip kann man jedes Mittelgebirge nehmen, was man so finden

17:08.490 --> 17:08.830
kann.

17:09.570 --> 17:13.650
Der Vorteil eben an England war, dass wir eben diese Westküste haben

17:13.650 --> 17:19.150
und keine Orographie schon in der Historie dieser Luftmasse sozusagen

17:19.150 --> 17:19.610
vorher.

17:20.170 --> 17:22.050
Das heißt, es eignet sich vor allem Westküsten.

17:22.110 --> 17:24.310
Man kann zum Beispiel auch nach in die USA schauen.

17:24.410 --> 17:28.990
Da gibt es ja in Kalifornien oder auch oben in Washington diese Art

17:28.990 --> 17:31.030
von Küsten...

17:33.650 --> 17:35.690
Küstengebirgen oder auch in Australien.

17:36.310 --> 17:39.130
Aber klar, man kann genauso auch Mittelgebirge in Deutschland

17:39.130 --> 17:39.770
untersuchen.

17:41.370 --> 17:45.130
Und was hat denn, also jetzt haben wir natürlich gehört, wie man oder

17:45.130 --> 17:49.550
wie sie auch das Ganze erforscht haben.

17:49.810 --> 17:53.830
Aber was hat denn jetzt auch die Studie ergeben?

17:54.050 --> 17:56.650
Also kann man überhaupt gegen so ein

17:59.950 --> 18:03.850
Naturschauspiel nicht, aber eben so ein Naturereignis gegenwirken?

18:04.230 --> 18:06.710
Kann man einfach sagen, okay, wir schauen, dass Siedlungen natürlich

18:06.710 --> 18:10.110
jetzt oder neue Bauten jetzt nicht unbedingt in so einem Gebiet

18:10.110 --> 18:10.610
entstehen.

18:10.690 --> 18:14.890
Aber ich denke, da ist auch noch einiges anderes möglich.

18:15.030 --> 18:16.770
Was kann man denn da mitnehmen?

18:18.230 --> 18:20.990
Da müsste ich in erster Linie vielleicht mal auf die Resultate

18:20.990 --> 18:23.430
eingehen und dann kann man sich überlegen, was man tun kann.

18:25.430 --> 18:27.670
Ja, und dafür müsste ich vielleicht noch einen Schritt zurückgehen in

18:27.670 --> 18:28.710
die Thermodynamik.

18:28.890 --> 18:34.270
Und zwar ist, glaube ich, oder man kann sich das gut vorstellen, wenn

18:34.270 --> 18:38.750
Luft wärmer ist, kann die Luft mehr Wasserdampf aufnehmen oder dann

18:38.750 --> 18:41.510
kann mehr Wasserdampf in derselben Menge Luft gelöst werden.

18:42.210 --> 18:46.070
Und deshalb ist so ein bisschen die naive Idee erstmal, wenn jetzt das

18:46.070 --> 18:52.570
Klima, wenn die Atmosphäre um ein Grad sich erwärmt, dann gibt es die

18:52.570 --> 18:55.770
sogenannte Clausius-Clapeyro Gleichung, die uns sagt, dass sie dann

18:55.770 --> 18:58.390
sieben Prozent mehr Wasserdampf aufnehmen kann.

18:58.990 --> 19:01.870
Und würde sich jetzt diese Mikrophysik, also was in der Wolke

19:01.870 --> 19:05.170
passiert, nicht ändern, dann kann man sich vorstellen, wir haben

19:05.170 --> 19:09.530
sieben Prozent mehr Wasser, was aus dem Atlantik eben verdunstet und

19:09.530 --> 19:15.330
dann mit dem Wind Richtung diesem Lake District strömt.

19:15.730 --> 19:18.810
Und diese sieben Prozent ergeben dann auch sieben Prozent mehr

19:18.810 --> 19:22.890
Wolkenwasser oder Wolkentröpfchen und wenn sich sonst nichts ändert,

19:23.230 --> 19:24.490
auch sieben Prozent mehr Regen.

19:25.050 --> 19:31.090
Und dann war eben auch eine der zentralen Aufgaben meiner Masterarbeit

19:31.090 --> 19:34.850
zu schauen, wie das denn tatsächlich skaliert, ob das eben diese

19:34.850 --> 19:36.650
sieben Prozent sind oder mehr oder weniger.

19:37.290 --> 19:41.570
Und was ich herausgefunden habe, war, dass es die Menge an Regen

19:41.570 --> 19:44.550
ansteigt, aber eben nicht so stark, wie man das erwarten würde,

19:45.150 --> 19:47.890
nämlich nur zwei Prozent anstatt sieben Prozent.

19:49.550 --> 19:53.330
Aber was ich sagen würde, die weitaus wichtigere Botschaft oder das

19:53.330 --> 19:57.670
wichtigere Resultat war, dass diese zwei Prozent mehr hauptsächlich

19:57.670 --> 20:02.350
auf den obersten, also auf den Gebirgskämmen sozusagen niederschlagen.

20:02.490 --> 20:06.210
Und da war die Erhöhung oder die Steigerung des Niederschlags fast

20:06.210 --> 20:10.710
acht Prozent, wohingegen die umliegenden Regionen hatten sogar eine

20:10.710 --> 20:11.950
Verringerung des Niederschlags.

20:12.050 --> 20:15.690
Das heißt, man muss davon ausgehen, zumindest in diesem Fall, dass

20:15.690 --> 20:18.890
nicht unbedingt mehr Regen fällt, aber er fällt eben hauptsächlich auf

20:18.890 --> 20:21.950
den höchsten Ebenen oder auf den Gebirgskämmen und kann dann

20:21.950 --> 20:25.350
natürlich, wenn der Boden, vor allem wenn der Boden gesättigt ist,

20:25.930 --> 20:29.650
muss er ja irgendwo hin und zum Beispiel in Flüssen und führt dann zu

20:29.650 --> 20:30.630
eben diesen Fluten.

20:31.190 --> 20:35.030
Und dann muss man sich eben überlegen, wie man damit umgehen kann.

20:36.270 --> 20:38.210
Und wie geht man dann damit um?

20:38.830 --> 20:39.050
Genau.

20:39.890 --> 20:45.650
Ja, ich würde sagen, es gibt zwei Ansatzpunkte, die verschiedene

20:46.530 --> 20:48.470
Gruppen von Menschen vielleicht ansprechen.

20:48.710 --> 20:54.070
Also der erste Ansatzpunkt wäre die Aufgabe an die Wissenschaft, dass

20:54.070 --> 20:57.610
wir eben unsere Wetter- und Klimamodelle noch weiter verbessern

20:57.610 --> 21:02.050
müssen, um eben genauer zu wissen, wo denn dann dieser zentrierte oder

21:02.050 --> 21:05.990
fokussierte Niederschlag tatsächlich niederschlägt.

21:06.730 --> 21:10.410
Damit wir besser warnen können zum Beispiel auch und es auch zeitlich

21:10.410 --> 21:11.570
besser eingrenzen können.

21:12.070 --> 21:15.370
Aber man hat ja zum Beispiel an der Katastrophe im Ahrtal gesehen,

21:15.850 --> 21:19.230
dass tatsächlich gewarnt wurde oder dass gewarnt wurde, aber diese

21:19.230 --> 21:22.350
Warnungen nicht bis zur Gesellschaft oder zu den BürgerInnen, die dort

21:22.350 --> 21:23.730
leben, durchgedrungen ist.

21:24.010 --> 21:30.990
Beziehungsweise dass auch einfach die die Schutzvorkehrungen dafür

21:30.990 --> 21:32.170
nicht groß genug waren.

21:32.670 --> 21:35.730
Und deswegen wäre meiner Meinung nach der zweite und vielleicht sogar

21:35.730 --> 21:40.070
wichtigere Punkt, dass man eben Klimaanpassungsstrategien angehen

21:40.070 --> 21:40.350
muss.

21:41.110 --> 21:43.770
Weil wir können, also natürlich müssen wir auch versuchen, die

21:43.770 --> 21:47.270
Klimakrise zu verhindern und so weit es geht einzudämmen.

21:47.430 --> 21:48.550
Ich glaube, da sind wir uns einig.

21:48.870 --> 21:52.330
Aber er schreitet eben trotzdem voran und wir werden mehr Fluten haben

21:52.330 --> 21:53.770
und auch intensivere Fluten.

21:54.210 --> 21:57.450
Und dann ist es eben jetzt die Aufgabe, frühzeitig über solche

21:57.450 --> 22:02.390
Klimaanpassungsstrategien nachzudenken und zum Beispiel gegen Fluten

22:02.390 --> 22:09.110
Auffangbecken zu errichten, die Versiegelung rückzubauen, damit Wasser

22:09.110 --> 22:13.210
besser in den Boden wieder versinken kann und so weiter.

22:13.570 --> 22:17.410
Aber das spricht, oder ist derselbe Appell auch an Städte, die vor

22:17.410 --> 22:20.610
allem von Dürre bedroht sind, dass man da eben schaut, wie man sie

22:20.610 --> 22:25.250
feuchter halten kann oder mehr Bäume pflanzt, damit die insgesamt

22:25.250 --> 22:25.890
feuchter werden.

22:26.070 --> 22:28.110
Also Klimaanpassung ist da das wichtige Stichwort.

22:28.830 --> 22:32.050
Die Anpassung und, wie es klingt, auch sehr stark natürlich im Bereich

22:32.050 --> 22:34.610
der Stadtplanung auch.

22:35.010 --> 22:38.370
Also vielleicht auch gerade zukunftsbezogen, wenn man gerade neu

22:38.370 --> 22:43.410
anfängt zu bauen, dass man da eben diese diese Vorkehrungen direkt mit

22:43.410 --> 22:45.210
einbaut, bezieht.

22:46.190 --> 22:47.410
Also ein Umdenken auch irgendwo.

22:47.870 --> 22:51.110
Eine Akzeptanz, dass man eben sich anpassen muss und dann eben auch

22:51.110 --> 22:51.710
die Umsetzung.

22:52.570 --> 22:56.750
Aber das fällt vielleicht noch manchen oder vielen schwer, das so zu

22:56.750 --> 22:57.230
akzeptieren.

22:58.570 --> 22:58.670
Ja.

23:00.060 --> 23:05.030
Dann ist es natürlich auch immer eine spannende Frage zum Ende vom

23:05.030 --> 23:09.110
Gespräch hin, wie es denn für Sie jetzt erstmal weitergeht.

23:09.210 --> 23:12.150
Sie haben die Masterarbeit gerade abgegeben.

23:12.990 --> 23:16.950
Jetzt ist wahrscheinlich erstmal ein großes Durchschnaufen, ein

23:16.950 --> 23:23.750
wohlverdientes, aber jetzt auch in Bezug auf Ihre Studie und weitere

23:23.750 --> 23:24.190
Arbeit.

23:24.230 --> 23:26.990
Können Sie uns da denn schon etwas verraten?

23:28.350 --> 23:28.650
Genau.

23:28.810 --> 23:32.470
Genaueres kann ich noch nicht sagen, aber was vor allem mich als

23:32.470 --> 23:35.790
Wissenschaftlerin interessieren würde, also vielleicht dazu erstmal,

23:35.910 --> 23:38.850
ich würde sehr gerne in der Wissenschaft bleiben und auch dieses Feld

23:38.850 --> 23:41.250
der Wolkenphysik weiter untersuchen.

23:41.930 --> 23:45.530
Und jetzt vor allem in Bezug auf meine Studie kann man sich eben

23:45.530 --> 23:49.650
vorstellen, diese Untersuchung auch an anderen Orten der Welt

23:49.650 --> 23:51.310
durchzuführen, wie Sie es schon angeregt haben.

23:51.450 --> 23:55.170
Also zum Beispiel für den Schwarzwald, dann haben wir in Norwegen sehr

23:55.170 --> 24:00.490
viele Küstengebirge oder auch in Spanien oder was ich schon gesagt

24:00.490 --> 24:02.610
hatte, an der Westküste Amerikas.

24:02.730 --> 24:07.530
Also es gibt en masse an Fallstudien, die man da noch anlehnen könnte

24:07.530 --> 24:14.870
und dann zurück auf die Modellierung, also die Arbeit mit den Modellen

24:14.870 --> 24:17.910
kann man natürlich auch immer überlegen, ob man bei derselben

24:17.910 --> 24:20.510
Fallstudie bleibt und noch andere Parameter ändert.

24:21.110 --> 24:24.810
Also was ich noch untersucht hatte, war, wie ändert sich der

24:24.810 --> 24:27.890
Regenfall, wenn man die Aerosol- Konzentration ändert.

24:28.410 --> 24:32.370
Das hat auch sehr spannende Auswirkungen, aber man kann zum Beispiel

24:32.370 --> 24:39.310
an der Dynamik noch drehen oder man könnte sich überlegen, wie das ein

24:39.310 --> 24:42.790
paar Jahre vorher ausgesehen hat oder wenn sich die Vegetation ändert.

24:42.910 --> 24:45.950
Also sehr viele Parameter, an denen man drehen kann und dann eben

24:45.950 --> 24:50.230
untersuchen kann, welche sind die kritischen Parameter, auf die so ein

24:50.230 --> 24:51.770
Modell sehr sensitiv reagiert.

24:53.470 --> 24:57.730
Das klingt sehr spannend und als ob es da auch wie noch jede Menge zu

24:57.730 --> 25:00.710
erforschen gibt, auch mit tollen Gebieten, Norwegen natürlich auch,

25:00.790 --> 25:02.690
ist sehr schön, war ich auch schon ein paar Mal.

25:03.450 --> 25:07.930
Frau Thomas, dann danke ich Ihnen sehr für das Gespräch heute und dass

25:07.930 --> 25:10.810
Sie uns auch diesen Einblick in Ihre Forschung, auch in Ihre

25:10.810 --> 25:15.470
Masterarbeit in dieses Gebiet gewährt haben und wünsche Ihnen für die

25:15.470 --> 25:16.970
Zukunft alles, alles Gute.

25:17.950 --> 25:18.830
Danke ebenfalls.

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Danke.

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Damit kommen wir am Ende der heutigen Podcast-Folge Karlsruher

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Beiträge zur Klimaforschung an.

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Zu Gast war Frau Julia Thomas.

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Thematisch ging es darum, wie sich Fluten in Gebirgsregionen durch den

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Klimawandel verändern.

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Wer mehr zu diesem Thema und der Forschung am Institut für

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Meteorologie und Klimaforschung erfahren möchte, kann gerne auf der

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Website des Instituts vorbeischauen.

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imk.kit.edu imk.kit.edu imk.kit.edu Mein Name ist Joshua Bayliss,

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vielen Dank fürs Zuhören und bis zur nächsten Podcast-Folge Karlsruher

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Beiträge zur Klimaforschung.

