WEBVTT

00:00.000 --> 00:03.500
Wenn das Herz aus dem Tritt gerät, ist das bei gesunden Menschen

00:03.500 --> 00:05.400
meistens ein Zeichen von Stress.

00:05.940 --> 00:09.640
Aber ein stolperndes Herz kann auch ein Warnsignal für eine ernsthafte

00:09.640 --> 00:10.700
Erkrankung sein.

00:11.200 --> 00:15.080
Ursache für die Störung des normalen Herzrhythmus, sogenannte

00:15.080 --> 00:19.840
Extrasystolen, kann das gefürchtete Vorhofflimmern sein, das das

00:19.840 --> 00:23.220
Risiko eines plötzlichen Herzstillstands erhöht.

00:23.620 --> 00:28.380
In Deutschland erliegen jedes Jahr 65.000 Menschen diesem plötzlichen

00:28.380 --> 00:29.280
Herztod.

00:29.800 --> 00:33.140
Entscheidend für eine erfolgreiche Behandlung ist eine möglichst

00:33.140 --> 00:38.520
genaue Lokalisierung, wo die Extrasystolen im Herzen ausgelöst werden.

00:39.160 --> 00:43.440
Ein Forschungsprojekt am Kasseler Institut für Technologie setzt auf

00:43.440 --> 00:47.940
künstliche Intelligenz, um allein auf der Grundlage eines Standard

00:47.940 --> 00:52.500
-EKGs den Ursprung des Herzstolperns zu lokalisieren.

00:52.620 --> 00:55.840
Der normale Herzschlag, der sogenannte Sinusrhythmus, entsteht beim

00:55.840 --> 00:59.980
Sinusknoten, der im rechten Vorhof sitzt und wird dann kontrolliert

00:59.980 --> 01:03.420
übergeleitet an die Hauptkammern des Herzens und sorgt dann dort für

01:03.420 --> 01:06.980
eine sehr koordinierte elektrische Aktivierung, die dann auch zu einer

01:06.980 --> 01:09.100
effektiven mechanischen Pumpfunktion führt.

01:09.300 --> 01:13.420
Das heißt, das Blut wird, so wie es soll, effektiv durch das Herz

01:13.420 --> 01:14.020
gepumpt.

01:14.680 --> 01:18.440
Und diese Extrasystolen, die dann nicht in den Vorhöfen entstehen, wie

01:18.440 --> 01:21.940
der normale Herzschlag, sondern in den Herzkammern selbst, können an

01:21.940 --> 01:24.260
unterschiedlichsten Orten entstehen und natürlich auch zu

01:24.260 --> 01:25.300
unterschiedlichsten Zeiten.

01:25.740 --> 01:31.260
Und dieses Zusammenspiel aus Ort und Zeit entscheidet darüber, was die

01:31.260 --> 01:34.940
Konsequenz ist und ob das eventuell gar nicht wahrgenommen wird, ob es

01:34.940 --> 01:38.580
als unangenehmes Herzstolpern wahrgenommen wird oder ob es dann eben

01:38.580 --> 01:41.760
auch zu diesem lebensbedrohlichen Kammerflattern, Kammerflimmern und

01:41.760 --> 01:43.240
plötzlichen Herztod führen kann.

01:43.300 --> 01:47.700
Dr. Axel Löwe leitet das Forschungsteam zur digitalen Modellierung des

01:47.700 --> 01:51.600
Herzens am Institut für Biomedizinische Technik des Karlsruher

01:51.600 --> 01:53.360
Instituts für Technologie.

01:53.880 --> 01:58.080
Zu wissen, wo genau die arrhythmischen Schläge des Herzens ausgelöst

01:58.080 --> 02:01.980
werden, ist die wichtigste Voraussetzung für eine erfolgreiche

02:01.980 --> 02:02.740
Behandlung.

02:03.280 --> 02:07.580
Diese besteht in einer Verödung oder Applation der entsprechenden

02:07.580 --> 02:10.400
Stellen im Muskelgewebe des Herzens.

02:10.700 --> 02:14.940
Das heißt, Kardiologinnen und Kardiologen führen einen Katheter durch

02:14.940 --> 02:20.960
die Beinblutgefäße ein, dringen dann damit ins Herz vor und veröden

02:20.960 --> 02:26.840
minimalinvasiv genau den Teil des Herzgewebes, der diese störenden

02:26.840 --> 02:28.360
Extrasystolen auslöst.

02:29.120 --> 02:33.920
Und das natürlich zu lokalisieren, genau den Teil des Herzens zu

02:33.920 --> 02:38.320
finden, in dem diese automatischen Erregungen entstehen, das ist sehr

02:38.320 --> 02:43.300
zeitaufwendig, weil man natürlich Punkt für Punkt schauen muss und

02:43.300 --> 02:46.820
dann natürlich auch den richtigen Zeitpunkt erwischen, in dem dieses

02:46.820 --> 02:49.420
häufig doch relativ seltene Ereignis dann auch tatsächlich

02:49.420 --> 02:50.120
stattfindet.

02:50.780 --> 02:53.640
Das ist die Herausforderung bei der minimalinvasiven

02:53.640 --> 02:54.720
Applationstherapie.

02:54.860 --> 02:59.440
Eine grobe Lokalisierung war auch bisher schon durch ein EKG des

02:59.440 --> 03:01.280
betroffenen Herzens möglich.

03:01.600 --> 03:06.400
Erfahrene Klinikerinnen und Kliniker schauen sich die EKGs an und

03:06.400 --> 03:09.660
haben dann häufig schon eine ganz gute Vermutung, in welcher groben

03:09.660 --> 03:14.020
Region des Herzens diese Extrasystolen ausgelöst werden und müssen

03:14.020 --> 03:17.160
dann aber natürlich die entsprechende Herzkammer Punkt für Punkt

03:17.160 --> 03:20.640
absuchen und versuchen, diese Herzrhythmusstörung auch zu provozieren,

03:20.700 --> 03:24.040
um wirklich sicher zu sein, dass sie jetzt am richtigen Punkt sind und

03:24.040 --> 03:27.100
dann diese Herzrhythmusstörung langfristig auch behandeln können.

03:27.180 --> 03:31.240
Ziel des Forschungsvorhabens am Institut für Biomedizinische Technik

03:31.240 --> 03:35.500
war der Nachweis, dass sich mithilfe von künstlicher Intelligenz eine

03:35.500 --> 03:39.760
relativ genaue Lokalisierung der Extrasystolen erreichen lässt.

03:39.960 --> 03:42.680
Der Ansatz, den wir verfolgen, ist, dass wir eigentlich aus dieser

03:42.680 --> 03:48.040
Beobachtung einer Extrasystole im EKG das meiste herausholen möchten.

03:48.560 --> 03:52.480
Das ist eine routinemäßige Untersuchung, die ist nicht invasiv.

03:52.940 --> 03:56.160
Die Patientinnen und Patienten, die solche Herzrhythmusstörungen

03:56.160 --> 04:00.720
haben, bekommen eine LangzeiteKG-Aufnahme und man sieht dann im EKG

04:00.720 --> 04:04.860
diese Herzrhythmusstörungen und wir wollen jetzt die maximale

04:04.860 --> 04:09.340
Information dieses EKGs nutzen, um bereits vor der minimalinvasiven

04:09.340 --> 04:12.840
Prozedur, bevor man mit dem Katheter ins Herz geht, möglichst präzise

04:12.840 --> 04:17.940
zu lokalisieren, wo liegt diese Herzrhythmusstörung, um die Suche dann

04:17.940 --> 04:21.680
entsprechend zu beschleunigen und auch, um möglichst sicher sein zu

04:21.680 --> 04:25.240
können, dass man jetzt nicht nur irgendeine Extrasystole beobachtet

04:25.240 --> 04:29.220
hat und diesen Ort verödet, sondern dass man wirklich an dem Ort ist,

04:29.580 --> 04:33.440
der auch im Alltag die Probleme bereitet, weil man ja das Signal dann

04:33.440 --> 04:37.180
wieder vergleichen kann mit dem Signal, das man in der LangzeiteKG

04:37.180 --> 04:38.500
-Aufnahme beobachtet hat.

04:39.500 --> 04:42.640
Selbstlernende Maschinenprogramme aber müssen trainiert werden, damit

04:42.640 --> 04:46.520
sie besser als der Mensch mit den Daten des EKGs die störenden

04:46.520 --> 04:48.440
Herzschläge lokalisieren können.

04:48.900 --> 04:52.900
Die Forschenden am KIT konnten als Trainingsmaterial einen riesigen

04:52.900 --> 04:58.160
Datensatz von 1,8 Millionen EKGs mit Herzstolpersymptomen nutzen.

04:58.680 --> 05:02.920
Eine Zahl, die mit der Nutzung realer, klinischer Daten kaum zu

05:02.920 --> 05:03.860
erreichen wäre.

05:04.240 --> 05:08.220
Selbst wenn wir sämtliche klinischen Daten nutzen könnten, was in

05:08.220 --> 05:12.040
Deutschland tatsächlich sehr, sehr schwierig nur möglich ist, selbst

05:12.040 --> 05:17.300
dann wären 1,8 Millionen EKGs von Extrasystolen fast unmöglich zu

05:17.300 --> 05:22.000
bekommen, weil glücklicherweise bei den meisten Menschen, die gesund

05:22.000 --> 05:24.480
sind, diese Extrasystolen sehr, sehr selten auftreten und

05:24.480 --> 05:27.220
dementsprechend auch nicht in der Standard-EKG-Aufnahme enthalten

05:27.220 --> 05:30.120
sind, die wir beim Hausarzt vielleicht machen oder beim Kardiologen

05:30.120 --> 05:30.860
beim Check-up.

05:31.460 --> 05:35.360
Dementsprechend mussten wir uns andere Wege überlegen, wie wir an

05:35.360 --> 05:38.900
ausreichend große und qualitativ gute Daten kommen können.

05:39.320 --> 05:43.000
Dies dann erlauben auch solche modernen Methoden des maschinellen

05:43.000 --> 05:45.200
Lernens, tiefe neuronale Netze zu nutzen.

05:45.860 --> 05:52.460
Und da hatten wir das Glück, auf eine etablierte Simulationsumgebung,

05:52.500 --> 05:55.260
die hier bei unserem Institut in den letzten Jahrzehnten entstanden

05:55.260 --> 05:56.780
ist, zurückgreifen zu können.

05:57.220 --> 06:00.900
Die es uns wirklich erlaubt, ausgehend von einzelnen Zellen, Geweben,

06:01.220 --> 06:07.060
geometrischen Formen des Herzens, des Torsos auch EKG-Signale in

06:07.060 --> 06:11.280
realistischer Art und Weise zu simulieren, bei denen wir aber ganz

06:11.280 --> 06:15.820
gezielt die einzelnen Parameter so beeinflussen können, dass wir

06:15.820 --> 06:17.920
wissen, was eigentlich tatsächlich passiert ist.

06:18.040 --> 06:22.040
Das heißt, wir können im Computermodell ein bestimmtes Herz, eine

06:22.040 --> 06:25.640
bestimmte Herzanatomie nehmen und dann sagen, okay, jetzt probieren

06:25.640 --> 06:29.860
wir mal 600 verschiedene Orte von Extrasystolen in diesem Herzen aus.

06:30.440 --> 06:33.700
Und dann nehmen wir das nächste Herz und packen da auch wieder 600

06:33.700 --> 06:34.920
verschiedene Orte rein.

06:35.520 --> 06:39.080
Und dann nehmen wir jedes dieser Herzmodelle und packen das an leicht

06:39.080 --> 06:42.900
unterschiedliche Orte im Oberkörper und drehen das auch ein bisschen

06:42.900 --> 06:46.840
in dem Bereich, wie das bei Menschen eben rotiert ist im Körper.

06:47.280 --> 06:50.400
Und wenn man all diese Freiheitsgrade miteinander kombiniert, dann

06:50.400 --> 06:52.180
landet man sehr schnell bei sehr großen Zahlen.

06:52.320 --> 06:55.400
Und so sind wir dann bei diesen 1,8 Millionen simulierten EKGs

06:55.400 --> 06:59.660
gelandet, die dann die Grundlage dafür waren, dieses maschinelle

06:59.660 --> 07:03.180
Lernverfahren zu trainieren, initial zu evaluieren, zu schauen,

07:03.300 --> 07:04.300
funktioniert das gut.

07:04.760 --> 07:09.400
Natürlich mit dem Ziel, das dann auf klinische Daten anzuwenden und

07:09.400 --> 07:11.920
auch zu schauen, funktioniert das dann bei den tatsächlichen

07:11.920 --> 07:15.800
gemessenen EKGs auch, waren unsere synthetischen simulierten Daten gut

07:15.800 --> 07:16.460
genug dafür.

07:16.620 --> 07:20.760
Die so trainierten KI-Programme können den Ursprung der Extrasystolen

07:20.760 --> 07:24.360
im Herzen mit erstaunlicher Genauigkeit angeben.

07:24.500 --> 07:28.660
Ein gutes Maß für den Erfolg der Methode oder die Genauigkeit ist der

07:28.660 --> 07:29.720
Lokalisierungsfehler.

07:29.780 --> 07:30.920
Wie weit liegen wir daneben?

07:31.580 --> 07:35.060
Und bei den simulierten Daten konnten wir das bis auf wenige

07:35.060 --> 07:36.920
Millimeter genau lokalisieren.

07:37.480 --> 07:41.260
Das hat uns sehr überrascht, dass das so gut funktioniert.

07:41.900 --> 07:45.000
Wenn man das dann auf klinische Daten anwendet, wird das ein gutes

07:45.000 --> 07:47.240
Stück schlechter, eine Größenordnung ungefähr.

07:47.800 --> 07:50.540
Da sind wir dann häufig auch im Bereich von so drei bis vier

07:50.540 --> 07:55.580
Zentimetern Abweichung, was erstmal deutlich mehr ist als in den

07:55.580 --> 07:59.320
simulierten Daten und auch zeigt, wo noch Potenziale sind in der

07:59.320 --> 08:04.840
Verbesserung der Modelle, aber einen deutlichen Gewinn in der

08:04.840 --> 08:09.120
klinischen Praxis bringen kann, weil vier Zentimeter Abweichung auf

08:09.120 --> 08:12.260
der Herzoberfläche, also nicht durch das Blut, sondern wirklich nur

08:12.260 --> 08:15.660
entlang der Herzwand, grenzt den Suchbereich schon entscheidend ein.

08:16.000 --> 08:20.060
Dr. König ist überzeugt, dass sich die Genauigkeit weiter steigern

08:20.060 --> 08:20.380
lässt.

08:20.840 --> 08:24.380
Dafür müsse die Computersimulation die Besonderheiten der

08:24.380 --> 08:28.920
individuellen Anatomien des Herzens und der umliegenden Organe noch

08:28.920 --> 08:30.340
besser berücksichtigen.

08:30.600 --> 08:35.420
Wir haben die Vermutung, dass die Variabilität, die wir abbilden, in

08:35.420 --> 08:38.580
vielen Aspekten schon ausreichend ist, zum Beispiel bei der Herzform.

08:38.740 --> 08:42.780
Da gibt es sehr ausgefeilte Methoden über sogenannte statistische

08:42.780 --> 08:47.560
Formmodelle, die Variabilität abzubilden mit der Rotation im Körper

08:47.560 --> 08:49.820
und der Position des Herzens im Oberkörper.

08:50.400 --> 08:53.600
Was Herzformen angeht, was Herzgrößen angeht, was

08:53.600 --> 08:56.760
Ausbreitungsgeschwindigkeiten im Herzen angeht, das haben wir alles

08:56.760 --> 08:57.620
gut abgebildet.

08:58.360 --> 09:02.820
Und mein Eindruck und die Diskussion dieser Arbeit auch ist, dass wir

09:02.820 --> 09:04.960
im Herzen das schon relativ gut sind.

09:05.160 --> 09:09.060
Wo wir noch mehr Variabilität abdecken müssen, ist im Bereich zwischen

09:09.060 --> 09:10.240
Herz - und Körperoberfläche.

09:10.420 --> 09:15.300
Also die Variabilität der Oberkörperformen, der Organe, dazwischen ist

09:15.300 --> 09:18.500
die Lunge, die eine stark andere elektrische Leitfähigkeit hat als das

09:18.500 --> 09:21.020
Herzgewebe oder das umgebende Gewebe.

09:21.160 --> 09:25.740
Dort haben wir noch nicht ausreichend viel Variabilität und das ist

09:25.740 --> 09:29.600
mit einen Grund meiner Überzeugung nach, warum wir noch diese

09:29.600 --> 09:33.020
Diskrepanz haben und auf den klinischen Daten noch nicht so gut sind,

09:33.160 --> 09:33.980
wie wir gern sein würden.

09:34.180 --> 09:39.200
Jetzt am KIT erfolgreich erprobte Strategie hat entscheidende Vorteile

09:39.200 --> 09:43.980
gegenüber anderen Forschungsansätzen, die ebenfalls auf eine genauere

09:43.980 --> 09:46.980
Lokalisierung der Extrasystolen zielen.

09:46.980 --> 09:51.660
Es gibt andere Ansätze, die genau das gleiche Ziel verfolgen, aus

09:51.660 --> 09:55.580
gemessenen Vielkanal-EKGs auf der Körperoberfläche zurückzuschließen

09:55.580 --> 09:57.080
auf die Aktivität des Herzens.

09:57.200 --> 10:00.100
Das ist ein großer Forschungsbereich, das inverse Problem der

10:00.100 --> 10:03.860
Elektrocardiographie oder auch ECG Imaging genannt, die mit

10:03.860 --> 10:07.080
klassischen Methoden der inversen Probleme Regularisierung

10:07.080 --> 10:09.740
zurückrechnet von der Körperoberfläche aufs Herz.

10:10.300 --> 10:15.080
Das ist ein aktives Forschungsfeld und diese Methoden benötigen immer

10:15.080 --> 10:20.080
eine bildgebende Aufnahme des Herzens und des Körpers.

10:20.460 --> 10:23.600
Um so eine Methode anwenden zu können, muss der Patient, die Patientin

10:23.600 --> 10:27.420
erstmal ins CT oder ins MRT, um dann ein anatomisches Modell des

10:27.420 --> 10:29.380
individuellen Patienten zu bauen.

10:30.020 --> 10:31.720
Das erfordert unsere Methode nicht.

10:32.360 --> 10:35.760
Das heißt, das war jetzt für uns erstmal der große Schritt, zum einen

10:35.760 --> 10:40.880
zu zeigen, wir können das auch ohne klassische inverse Rekonstruktion

10:40.880 --> 10:43.960
reinen Garten getrieben mit Methoden des maschinellen Lernens.

10:44.660 --> 10:48.460
Punkt zwei ist, das maschinelle Lernen kann so gut generalisieren,

10:48.700 --> 10:51.420
dass wir keine patientspezifische Bildgebung brauchen.

10:52.000 --> 10:56.200
Das heißt, eine Strahlenbelastung durch CT oder ein kostenintensives

10:56.200 --> 10:59.120
MRT ist mit dieser Methode nicht nötig.

10:59.460 --> 11:02.860
Um wirklich in die klinische Anwendung zu kommen, muss die

11:02.860 --> 11:05.520
Lokalisierungsgenauigkeit noch besser werden als diese vier

11:05.520 --> 11:06.080
Zentimeter.

11:06.620 --> 11:11.060
Das ist ungefähr auf einem Level mit dem, was mit klassischen inversen

11:11.060 --> 11:12.200
Methoden möglich ist.

11:12.680 --> 11:15.900
Diese Methoden sind zum Teil in der klinischen Forschung im Einsatz,

11:16.040 --> 11:19.860
werden dort verwendet, haben es aber noch nicht in die klinische

11:19.860 --> 11:21.120
Routineanwendung geschafft.

11:21.840 --> 11:25.280
Und der Grund dafür ist zum einen, dass es aufwendig ist, man braucht

11:25.280 --> 11:28.820
die Bildgebung und zum anderen ist es die mangelnde Verlässlichkeit

11:28.820 --> 11:32.780
oder die mangelnde Lokalisierungspräzision mit diesen mehreren

11:32.780 --> 11:33.500
Zentimetern.

11:34.140 --> 11:37.040
Und da müssen wir jetzt einfach daran arbeiten, dass unsere

11:37.040 --> 11:40.260
Vorwärtsmodelle besser werden, sodass wir diese Lücke, die wir noch

11:40.260 --> 11:43.520
zwischen der Performance auf den simulierten Daten und der Performance

11:43.520 --> 11:46.560
auf den klinischen Daten haben, dass wir die verringern können.

11:47.360 --> 11:50.520
Und ich würde sagen, wenn wir von den vier Zentimetern auf zwei

11:50.520 --> 11:54.420
Zentimeter kommen, dann wird auch der Enthusiasmus in der klinischen

11:54.420 --> 11:57.500
Community von ganz alleine kommen, weil das dann einfach ein

11:57.500 --> 12:01.080
wertvolles Werkzeug ist, das die tägliche Arbeit beschleunigt,

12:01.340 --> 12:04.740
erleichtert und damit zum einen günstige macht, zum anderen aber

12:04.740 --> 12:07.340
natürlich auch die Risiken für die Patientinnen und Patienten

12:07.340 --> 12:10.600
verringert, weil die Prozeduren nicht mehr so lange dauern.

