WEBVTT

00:09.430 --> 00:16.550
Sehr geehrte Frau Prof. Lenz, liebe Frau Post, lieber Herr Ott, liebes

00:16.550 --> 00:22.710
Organisationsteam der Frühlingsakademie vom ZAK, liebe Kolleginnen,

00:22.790 --> 00:25.410
liebe Kollegen, sehr geehrte Damen und Herren.

00:26.130 --> 00:30.090
Es ist mir eine große Freude, wieder einmal eine Frühlingsakademie

00:30.090 --> 00:34.670
eröffnen zu können, und zwar die Frühlingsakademie der Nachhaltigkeit

00:34.670 --> 00:38.010
zum Thema Was ist nachhaltige Mobilität?

00:38.530 --> 00:43.630
Die Frühlingsakademie gibt es schon seit sieben Mal, sie ist ständig

00:43.630 --> 00:48.930
gewachsen, hat sich weiterentwickelt und Frau Post und ihr wirklich

00:48.930 --> 00:53.350
hervorragendes Team haben immer wieder dafür gesorgt, dass nicht nur

00:53.350 --> 00:57.090
der Beginn dieser Tagung, sondern das ganze Programm ausgesprochen und

00:57.090 --> 01:02.710
interessant, anregend und sozusagen auch eine Weiterentwicklung von

01:02.710 --> 01:06.670
dem, was man unter den unterschiedlichen Themen versteht.

01:07.110 --> 01:13.270
Diese Akademie ist sozusagen ein Angebot des KIT, aber Nachhaltigkeit,

01:13.330 --> 01:17.230
das wissen Sie alle, geht alle an und insofern öffnen wir uns sehr

01:17.230 --> 01:21.250
gern dem gesellschaftlichen Dialog und freuen wir uns, dass neben den

01:21.250 --> 01:24.370
Studierenden, für die das ein Beginn ist, von einer interessanten

01:24.370 --> 01:30.490
Woche, einige andere Teilnehmende haben, die sozusagen aus dem Umfeld

01:30.490 --> 01:35.110
des KIT kommen und auch da freuen wir uns sehr, dass sie mit dabei

01:35.110 --> 01:35.450
sind.

01:36.630 --> 01:42.390
Zwei kurze Worte dazu, wer hat diese Akademie denn organisiert?

01:42.730 --> 01:47.330
Es ist auf der einen Seite das SAC mit Frau Post und ihren Kollegen,

01:47.470 --> 01:52.470
Kolleginnen, die sich den Fragen des Dialoges, der gesellschaftlichen

01:52.470 --> 01:54.130
Entwicklung widmen.

01:54.450 --> 01:57.150
Frau Post wird nachher auch noch ein bisschen was dazu sagen und auf

01:57.150 --> 02:03.170
der anderen Seite mit Herrn Ott und seinem Team das Zentrum für

02:03.170 --> 02:09.470
nachhaltige Mobilität, was im Prinzip die thematischen Counterparts

02:09.470 --> 02:15.170
zum SAC gebildet hat, um im Prinzip wirklich ein interessantes Thema

02:15.170 --> 02:17.450
zu gestalten, um einen Unterschied zu machen.

02:17.570 --> 02:18.890
Und da bin ich sehr dankbar.

02:19.290 --> 02:22.970
Sie machen beide den Unterschied und das Programm, wenn man einen

02:22.970 --> 02:25.090
Blick darauf wirkt, zeigt das genau.

02:26.210 --> 02:28.990
Kurzer Blick noch auf uns als KIT.

02:29.230 --> 02:33.930
Wir sind die Forschungsuniversität der Helmholtz-Gemeinschaft und was

02:33.930 --> 02:37.490
uns wichtig ist, die wichtigen gesellschaftlichen Themen, sei es

02:37.490 --> 02:40.750
Mobilität, aber auch Energie, seien es Ressourcenfragen,

02:40.870 --> 02:45.250
Ernährungsfragen, wirklich Antworten zu geben auf die großen

02:45.250 --> 02:49.650
Herausforderungen über unsere Forschung, aber auch über unseren

02:49.650 --> 02:52.250
Transfer, unsere Umsetzung in der Praxis.

02:52.390 --> 02:57.210
Und Sie werden im Laufe der Woche eine ganze Reihe von Beispielen

02:57.210 --> 03:03.910
erleben, wo wir hochglasexzellent forschen und auch wirklich umsetzen,

03:04.110 --> 03:08.590
dass es auf dem Weg zur nachhaltigen Mobilität schneller geht.

03:09.430 --> 03:15.450
Wir haben als KIT uns seit 2022 in unserer Dachstrategie in einem

03:15.450 --> 03:19.850
weiteren Feld dem Querschnitt Nachhaltigkeit verstärkt gewidmet.

03:20.070 --> 03:21.630
Da wurde auch mein Ressort geschaffen.

03:21.770 --> 03:25.790
Ich bin jetzt ein Jahr dabei hier, um im Prinzip Nachhaltigkeit in

03:25.790 --> 03:30.650
Forschung, in Lehre, in Transfer, aber auch bei uns als Institution.

03:31.050 --> 03:33.870
Und im Bereich Mobilität haben wir da auch eine ganze Reihe von

03:33.870 --> 03:37.970
interessanten Fragen, die wir in allen diesen Kernaufgaben, aber auch

03:37.970 --> 03:40.550
als Institution beantworten können.

03:41.290 --> 03:45.070
Ich möchte Ihnen einige Beispiele geben und was mir auch wichtig wäre

03:45.070 --> 03:49.270
für die Woche, was wichtige Themen sind und ich denke auch Frau Lenz

03:49.270 --> 03:52.130
zum Teil auch ansprechen wird.

03:52.330 --> 03:56.090
Also im Forschungsbereich geht es darum, das Thema nachhaltige

03:56.090 --> 04:00.750
Mobilität völlig neu zu denken, die ökologischen, ökonomischen und

04:00.750 --> 04:05.350
sozialen Aspekte gemeinsam zu betrachten, um zu Lösungen zu kommen,

04:05.690 --> 04:08.570
die wirklich den Weg ebnen zu einer nachhaltigen Mobilität.

04:08.670 --> 04:11.770
Warum ist Mobilität vor dem Hintergrund Nachhaltigkeit so wichtig?

04:12.510 --> 04:16.430
CO2, wissen Sie alle, Energieverbrauch, aber auch der

04:16.430 --> 04:21.230
Materialverbrauch, der Flächenverbrauch, Schadstoffe, also vielfältige

04:21.230 --> 04:24.810
Aspekte im Bereich der ökologischen Nachhaltigkeit, aber auch die

04:24.810 --> 04:25.910
soziale Nachhaltigkeit.

04:26.010 --> 04:27.850
Wie sieht es aus, Mobilität für alle?

04:28.890 --> 04:31.230
Wer hat Zugang zur Mobilität, wer nicht?

04:31.330 --> 04:34.850
Wo sind im Prinzip die Fragestellungen?

04:35.730 --> 04:39.770
Es geht um gesellschaftliche Entwicklung, es geht um einen Konsens für

04:39.770 --> 04:43.670
ein nachhaltiges Mobilitätssystem, was im Prinzip ökologisch und

04:43.670 --> 04:47.190
sozial, aber auch wirtschaftlich funktionsfähig geht.

04:47.310 --> 04:51.510
Also es geht in der Mobilitätswende wirklich um neues Denken, es geht

04:51.510 --> 04:54.870
nicht nur um E-Mobilität und neue Kraftstoffe, sondern es geht um das

04:54.870 --> 04:57.310
gesamte System neu zu denken.

04:57.450 --> 05:01.550
The system of the systems ist da ein Schlagwort, der sehr intensiv im

05:01.550 --> 05:03.990
Zentrum Mobilität auch angegangen wird.

05:04.090 --> 05:08.890
Und das ist, glaube ich, die Antwort und ich glaube, diese Antworten

05:08.890 --> 05:11.750
werden über die Woche auch gegeben werden können.

05:13.550 --> 05:19.470
Was sind Aufgaben, die das Zentrum Mobilität, aber wie auch im KIT

05:19.470 --> 05:20.570
angreifen?

05:20.990 --> 05:25.010
Wie schauen die Mobilitätsbedarfe aus, die Muster jetzt, wie könnten

05:25.010 --> 05:27.750
sie zukünftig ausschauen, wie könnte sich das weiterentwickeln

05:27.750 --> 05:29.250
Richtung Mobilitätswende?

05:29.610 --> 05:34.410
Aber auch innovative technische Lösungen jenseits von E-Mobilität und

05:34.410 --> 05:35.250
Treibstoffen.

05:35.870 --> 05:40.730
In Reallaboren zu erforschen, wie das technische System denn

05:40.730 --> 05:41.570
ausschauen könnte.

05:42.050 --> 05:47.070
Ganzheitliche Betrachtungen anzustellen, wie ist es sozial, ökonomisch

05:47.070 --> 05:48.970
und ökologisch sinnvoll zu machen.

05:49.510 --> 05:53.570
Und, was natürlich auch ein wichtiges Thema ist, was mir auch wichtig

05:53.570 --> 05:57.370
ist als Vizepräsidentin Digitalisierung Nachhaltigkeit hier am KIT,

05:57.530 --> 06:00.430
die digitalen Möglichkeiten zu nutzen im Verkehrssystem.

06:00.910 --> 06:04.550
Und da kennen Sie mit den Sharing-Apps oder sonstigen Apps, die Sie

06:04.550 --> 06:07.610
bestimmt an der einen oder anderen Stelle schon nutzen, kennen Sie

06:07.610 --> 06:09.530
mögliche Einflüge.

06:09.750 --> 06:13.430
Aber das ist nur der Beginn eines gemeinsamen Weges.

06:14.290 --> 06:18.190
Wir gehen den Weg nicht nur im KIT, sondern gemeinsam auch mit anderen

06:18.190 --> 06:22.170
Universitäten, mit der Industrie, der Innovations Campus Mobilität,

06:22.930 --> 06:26.770
den wir zusammen mit der Universität Stuttgart betreiben, der vom Land

06:26.770 --> 06:30.850
gefördert ist, ist so ein typisches Beispiel, wo wir gemeinsam mit

06:30.850 --> 06:34.850
anderen Akteuren wirklich gute Lösungen entwickeln.

06:35.050 --> 06:40.270
Das waren so Forschung, Transfer, aber auch Lehre ist für uns sehr

06:40.270 --> 06:42.270
wichtig in dem Bereich.

06:42.770 --> 06:46.330
Und das, was der Beginn ist für die Woche, die Sie als Studierende

06:46.330 --> 06:51.470
dann gemeinsam auch erleben werden, ist ein Beitrag zu Lehre im

06:51.470 --> 06:52.370
nachhaltigen Bereich.

06:52.570 --> 06:57.110
Und das ZAK bietet nicht nur das an, was Sie jetzt genießen dürfen,

06:57.350 --> 07:02.910
sondern hat pro Semester ungefähr 20 Veranstaltungen im Studium

07:02.910 --> 07:06.930
Generale, aber auch im Begleitstudium, in der Zusatzqualifikation,

07:07.030 --> 07:11.130
also ein wirklich breites Angebot, was ergänzt wird auch durch weitere

07:11.130 --> 07:13.250
Angebote aus dem KIT.

07:16.390 --> 07:20.610
Was wir sehen und was wir gut finden, das wird auch international

07:21.510 --> 07:22.290
anerkannt.

07:22.490 --> 07:30.090
Wir sind 2022 Preisträger geworden in der Kategorie der Bildung für

07:30.090 --> 07:33.090
nachhaltige Entwicklung im Bereich Lernorte.

07:33.190 --> 07:35.770
UNESCO und BMBF haben uns ausgezeichnet.

07:36.230 --> 07:42.370
Das ist für uns ein Anreiz, weiterzugehen für das, was auch außen als

07:42.370 --> 07:44.790
positiv gesehen wird.

07:46.230 --> 07:47.310
Das war der Punkt Lehre.

07:47.510 --> 07:49.850
Wie schaut es mit uns als Institution aus?

07:50.150 --> 07:55.170
Natürlich haben wir in den Maßnahmen und im Projekt, was wir gestartet

07:55.170 --> 08:00.050
haben zum Thema Nachhaltigkeit des KIT als Institution, sind natürlich

08:00.050 --> 08:02.990
auch Mobilitätsfragen von Interesse.

08:03.270 --> 08:06.510
Wie bewegen wir uns zwischen unseren unterschiedlichen Standorten?

08:06.710 --> 08:07.770
Wie kommen wir die Arbeit?

08:07.830 --> 08:09.230
Wie kommen wir ins Studium?

08:10.490 --> 08:12.210
Wie machen wir unsere Dienstreisen?

08:12.290 --> 08:14.150
Solche Themen sind auch wichtig.

08:14.910 --> 08:19.050
Und wir haben eine ganze Reihe von Institutionen und Verbindungen nach

08:19.050 --> 08:23.370
außen, die uns helfen, das auch in das KIT in die Gesellschaft zu

08:23.370 --> 08:23.750
tragen.

08:23.970 --> 08:27.430
Auf der einen Seite das Sustainability Office, bei mir im Ressort,

08:28.010 --> 08:32.250
aber auch das Reallabor Kala, was in die Stadt Karlsruhe sehr schön

08:32.250 --> 08:36.590
wirkt, aber auch der Klimapakt Karlsruhe, den wir zusammen mit allen

08:36.590 --> 08:40.250
anderen Hochschulen, die hier am Standort sind, zusammen mit der Stadt

08:40.250 --> 08:43.950
versuchen, im Klimaschutz wirklich gemeinsam voranzukommen.

08:44.590 --> 08:49.610
Das sind nur ein Teil der Initiativen, die wir in die Region spielen.

08:49.870 --> 08:54.130
Auch unsere studentischen Initiativen sind sehr, sehr aktiv mit

08:54.130 --> 08:55.150
unterschiedlichen Themen.

08:55.730 --> 09:00.850
Zum Themenbereich Mobilität ist die AK, der Fahrradcampus besonders

09:00.850 --> 09:04.890
interessant, eine Reparaturwerkstatt, aber auch die Möglichkeiten, so

09:04.890 --> 09:09.370
an Stationen seine Räder zu reparieren oder auch nur aufpumpen, ist so

09:09.370 --> 09:13.470
ein typisches Beispiel, wie wichtig und wie interessant diese

09:13.470 --> 09:14.530
Initiativen sind.

09:15.730 --> 09:19.350
Vieles von dem, was ich jetzt vorgestellt habe, können Sie sich auch

09:19.350 --> 09:23.230
draußen nach der Keynote und der Diskussion dazu anschauen.

09:23.650 --> 09:27.470
Wir haben nämlich wie immer ein Forum Nachhaltigkeit, wo einige der

09:27.470 --> 09:30.850
studentischen Initiativen, aber auch Initiativen aus dem Haus, aber

09:30.850 --> 09:33.150
auch von externen vorgestellt werden.

09:33.630 --> 09:37.230
Wie immer die Möglichkeit, sich zu informieren, zu diskutieren,

09:37.350 --> 09:40.990
interessante Gedanken auszutauschen, neue Sachen zu entwickeln.

09:41.450 --> 09:45.530
Also auch das eine herzliche Einladung an Sie alle, nach der

09:45.530 --> 09:49.270
Veranstaltung noch draußen engagiert zu diskutieren, sich zu

09:49.270 --> 09:52.950
informieren, neue Ideen gestalten, um im Prinzip Richtung

09:52.950 --> 09:56.530
Nachhaltigkeit im Bereich Mobilität, aber auch darüber hinaus

09:56.530 --> 09:57.670
voranzukommen.

09:59.530 --> 10:01.310
Dialog ist uns wichtig.

10:02.030 --> 10:05.630
Diese Formen, die ich gerade vorgestellt habe, sind wichtiger Dialog

10:05.630 --> 10:11.990
für die Gesellschaft und wir versuchen damit auch, den Weg Richtung

10:11.990 --> 10:14.830
Nachhaltigkeit etwas zu ebnen.

10:15.590 --> 10:19.050
Schließen möchte ich mit einem ganz herzlichen Dank, natürlich zuerst

10:19.050 --> 10:21.090
mal an unsere Keynote-Speecherin.

10:21.950 --> 10:25.450
Dann möchte ich aber mich auch ganz herzlich bedanken für diejenigen,

10:25.710 --> 10:33.030
die die kommenden Tage Kurse halten, Exkursionen gestalten, alle, die

10:33.030 --> 10:37.010
ihr Wissen, ihr Zeit und ihr Engagement einbringen, um bei dem Thema

10:37.010 --> 10:38.590
gemeinsam voranzukommen.

10:39.130 --> 10:43.510
Und last but not least möchte ich natürlich Herrn Ott und Frau Post

10:43.510 --> 10:47.270
noch mal ganz herzlich danken für die Organisation dieser

10:47.270 --> 10:51.050
Veranstaltung, die, glaube ich, spannend sein wird, die Ergebnisse

10:51.050 --> 10:54.150
bringen wird und Erkenntnisse bringen wird.

10:54.730 --> 10:58.390
Und damit wünsche ich Ihnen eine erfolgreiche Tagung, einen

10:58.390 --> 11:01.650
wunderbaren Abend heute und übergebe an Frau Post.

11:03.250 --> 11:06.790
Ja, herzlichen Dank, Frau Christoph.

11:06.990 --> 11:10.910
Sehr geehrte Damen und Herren, sehr geehrte Teilnehmerinnen und

11:10.910 --> 11:14.750
Teilnehmer und Mitwirkende der Projektwoche.

11:15.350 --> 11:20.930
Nachdem am Samstag neue Bahnstreiks rechtzeitig vorerst abgewendet

11:20.930 --> 11:24.730
wurden, freue ich mich, Sie im Namen des ZAK, Zentrum für Angewandte

11:24.730 --> 11:28.710
Kulturwissenschaft und Studium Generale, zu unserer Frühlingsakademie,

11:29.170 --> 11:32.010
Was ist nachhaltige Mobilität, begrüßen zu können.

11:32.670 --> 11:36.130
Besonders herzlich begrüße ich unsere Rednerin des heutigen Abends,

11:36.230 --> 11:40.990
Professorin Barbara Lenz, die später noch näher vorgestellt wurde.

11:41.590 --> 11:44.690
Also wir freuen uns sehr, dass Sie unsere Einladung angenommen haben.

11:46.310 --> 11:50.710
Zunächst zu den Hintergründen und Zielen der Frühlingsakademie.

11:51.830 --> 11:58.270
Die Anfänge der viertägigen Projektwoche liegen im Jahr 2017, als das

11:58.270 --> 12:02.250
ZAK erstmalig eine Projektwoche zum Thema nachhaltige Entwicklung

12:02.250 --> 12:03.790
angeboten hat.

12:04.990 --> 12:11.770
Das KIT wurde, Frau Christoph hat es eben erwähnt, 2022 vom BMBF sowie

12:11.770 --> 12:14.850
der Deutschen UNESCO-Kommission für seine Vielzahl an

12:14.850 --> 12:19.190
Bildungsangeboten ausgezeichnet, die eine nachhaltige Entwicklung

12:19.190 --> 12:20.030
thematisieren.

12:21.130 --> 12:25.530
Es erhielt in der Kategorie Lernorte den erstmalig ausgelobten

12:25.530 --> 12:29.210
Nationalen Preis für Bildung für nachhaltige Entwicklung.

12:29.810 --> 12:35.430
Und diese Wertschätzung sowie das damit verbundene Preisgeld haben wir

12:35.430 --> 12:37.970
genutzt, um die Projektwoche weiterzuentwickeln.

12:38.990 --> 12:41.390
Was ist also neu an der Projektwoche?

12:41.810 --> 12:45.210
Seit dem vergangenen Jahr richten wir die Frühlingsakademie zu einem

12:45.210 --> 12:50.830
jährlich wechselnden Sachthema aus, um damit einen Kontrapunkt zur

12:50.830 --> 12:55.250
öffentlichen Auseinandersetzung mit Nachhaltigkeitsansprüchen oder

12:55.250 --> 12:56.870
Annahmen zu setzen.

12:57.830 --> 13:01.530
Häufig ist es nämlich so, in öffentlichen Auseinandersetzungen, dass

13:01.530 --> 13:06.830
es unklar ist, was mit Nachhaltigkeit eigentlich genau gemeint ist.

13:07.510 --> 13:13.130
Und oft haben Menschen zudem Vorstellungen von Nachhaltigkeit, die auf

13:13.130 --> 13:19.170
Falschen, auf Verzerrten oder auf Annahmen oder auf Informationen

13:19.170 --> 13:23.770
basieren, die unter Fachexperten zum Beispiel umstritten sind.

13:24.470 --> 13:28.590
Oder Dinge in der Öffentlichkeit sind umstritten, die in der Fachwelt

13:28.590 --> 13:29.870
unstrittig sind.

13:30.930 --> 13:35.630
Das Anliegen, nachhaltige Lösungen zu finden, kann zudem in

13:35.630 --> 13:40.910
Zielkonflikte münden, also in gesellschaftliche Konflikte, die

13:40.910 --> 13:45.330
öffentlich bisweilen entweder unzureichend wahrgenommen werden oder

13:45.330 --> 13:48.150
aber stark polarisiert diskutiert werden.

13:48.710 --> 13:51.910
Und all dies kann negative Folgen für gesellschaftliche

13:51.910 --> 13:56.790
Auseinandersetzungen, für das Vertrauen in Politik und die politische

13:56.790 --> 13:58.070
Lösungsfindung haben.

13:58.830 --> 14:02.830
Aus diesen Gründen wenden wir uns in dieser Projektwoche konkreten

14:02.830 --> 14:06.270
Sachdebatten zu, um etwas in die Tiefe gehen zu können.

14:07.750 --> 14:11.850
Wir wollen Sachgrundlagen legen, Zielkonflikte thematisieren,

14:12.290 --> 14:17.570
politische Handlungsoptionen abwägen und mögliche Konfliktpositionen

14:17.570 --> 14:18.390
differenzieren.

14:19.490 --> 14:23.450
Ideell wollen wir durch diese Herangehensweise zu einer Versachlichung

14:23.450 --> 14:28.290
gesellschaftlicher Debatten um Nachhaltigkeit und allgemein gesagt zu

14:28.290 --> 14:31.310
einer stärkeren Resilienz unserer Gesellschaft gegenüber

14:31.310 --> 14:33.350
Desinformationen beitragen.

14:34.870 --> 14:37.930
Nachdem wir uns im vergangenen Jahr mit der Frage nach einer

14:37.930 --> 14:41.750
nachhaltigen Landwirtschaft beschäftigt haben, fragen wir in diesem

14:41.750 --> 14:44.570
Jahr, was ist nachhaltige Mobilität?

14:45.950 --> 14:49.990
Und wir schauen hier sehr dankbar auf unsere Kooperation mit dem KIT

14:49.990 --> 14:54.230
-Zentrum Mobilitätssysteme zurück, mit dessen Sachverstand und

14:54.230 --> 14:58.010
kontinuierlicher fachlicher Beratung wir unsere Woche inhaltlich

14:58.010 --> 14:59.270
bestücken konnten.

15:00.470 --> 15:03.710
Stellvertretend für das gesamte Zentrum möchte ich Sascha Ott, den

15:03.710 --> 15:07.090
Geschäftsführer des Zentrums, ganz herzlich begrüßen.

15:07.630 --> 15:10.730
Herr Ott wird Ihnen gleich die Thematik und das Spannungsfeld von

15:10.730 --> 15:14.050
Mobilität und Nachhaltigkeit weiter skizzieren.

15:15.210 --> 15:18.530
Ziel der Frühlingsakademie ist es, Studierende aus allen Fächern des

15:18.530 --> 15:21.090
KIT und Lehrende zusammenzubringen.

15:21.710 --> 15:25.550
In der fachübergreifenden Lehre am KIT ist die Frühlingsakademie eine

15:25.550 --> 15:30.410
einführende Lehrveranstaltung, die Studierende sich als freiwillige

15:30.410 --> 15:35.010
Zusatzqualifikation und Bestandteil des Begleitstudiums nachhaltiger

15:35.010 --> 15:37.090
Entwicklung anrechnen lassen können.

15:37.510 --> 15:41.170
Die Frühlingsakademie ist offen für alle interessierten Studierenden.

15:41.890 --> 15:47.250
In den folgenden drei Tagen finden Sie insgesamt 21 Workshops und 17

15:47.250 --> 15:51.610
Exkursionen zu verschiedenen Themen, zu verschiedenen Orten,

15:51.730 --> 15:53.570
Unternehmen und Einrichtungen.

15:54.170 --> 15:58.230
Die Themen der Workshops gliedern sich in die Kategorien Mobilität und

15:58.230 --> 16:04.090
Gesellschaft, Infrastruktur und Verkehr, Digitalisierung und Mobilität

16:04.090 --> 16:06.490
sowie Technologie und Innovation.

16:08.410 --> 16:11.310
Beim Reinkommen haben Sie sicher schon die Stände im Foyer gesehen.

16:11.410 --> 16:15.170
Frau Christoph hat es auch schon gesagt, wie schon in den letzten

16:15.170 --> 16:19.990
Jahren, findet heute im Anschluss an den Veröffnungsvortrag das Forum

16:19.990 --> 16:23.270
Nachhaltigkeit statt, bei dem zahlreiche Forschungseinrichtungen,

16:23.470 --> 16:27.550
Unternehmen und Initiative aus Karlsruhe und der Umgebung ihre Arbeit

16:27.550 --> 16:28.170
vorstellen.

16:29.570 --> 16:33.950
Von wissenschaftlichen Postern bis Technik zum Anfassen ist alles

16:33.950 --> 16:37.770
dabei und ich darf Sie jetzt schon ganz herzlich dazu einladen, später

16:37.770 --> 16:40.750
in den direkten Austausch mit den Ausstellern zu kommen.

16:42.510 --> 16:43.890
Wir schließen die Woche.

16:44.130 --> 16:48.330
Das ist jetzt noch eine Information an alle, die nicht studieren und

16:48.330 --> 16:50.810
keinen Schein erwerben wollen.

16:52.370 --> 16:55.470
Schein ist ein Begriff aus der alten Welt, also ich habe im Studium

16:55.470 --> 16:59.670
noch Scheine gemacht und keine Leistungspunkte, also alle, die keine

16:59.670 --> 17:01.110
Leistungspunkte machen wollen.

17:01.570 --> 17:04.830
Wir schließen die Woche am Donnerstag mit einer weiteren öffentlichen

17:04.830 --> 17:08.470
Veranstaltung, die sich an unsere Studierenden, aber auch an die

17:08.470 --> 17:12.590
allgemeine Öffentlichkeit richtet und zwar mit einer Podiumsdiskussion

17:12.590 --> 17:20.270
zum Thema mehr Mobilität, weniger Verkehr als Frage gestellt und zu

17:20.270 --> 17:24.550
dieser Diskussion, zu dieser Erörterung der Frage möchte ich Sie

17:24.550 --> 17:26.050
hiermit gerne einladen.

17:28.090 --> 17:31.950
Zuletzt möchte auch ich einen ganz großen Dank aussprechen, um eine

17:31.950 --> 17:36.510
solche Projektwoche erfolgreich zu realisieren, muss man ganz vielen

17:36.510 --> 17:37.550
Leuten danken.

17:37.670 --> 17:41.130
Ich bedanke mich sehr herzlich bei allen Workshop-Leiterinnen und

17:41.130 --> 17:44.930
Leitern, bei den zahlreichen Exkursionspartnern und bei

17:44.930 --> 17:48.750
Forschungseinrichtungen, Unternehmen und Initiativen, die sich später

17:48.750 --> 17:51.370
im Forum Nachhaltigkeit präsentieren.

17:53.370 --> 17:56.710
Ein ganz besonderer Dank gilt in diesem Jahr natürlich unserem

17:56.710 --> 18:00.310
Kooperationspartner, ich hatte es erwähnt, dem KIT-Zentrum

18:00.310 --> 18:04.030
Mobilitätssystem und namentlich möchte ich mich hier bei Sascha Ott,

18:04.670 --> 18:09.270
Maximilian Fischer und Navina Heise für die vertrauensvolle und sehr

18:09.270 --> 18:11.030
engagierte Zusammenarbeit bedanken.

18:11.150 --> 18:14.690
Wir freuen uns sehr, dass wir mit Ihnen eine so abwechslungsreiche

18:14.690 --> 18:16.470
Woche auf die Beine stellen konnten.

18:17.470 --> 18:22.190
Und mein ganz besonderer Dank geht an das Organisationsteam unserer

18:22.190 --> 18:29.110
Projektwoche, also ganz, ganz große Arbeit, vollste Bewunderung von

18:29.110 --> 18:33.950
meiner Seite, die Projektleiterin Irene Wachtel, die Projektassistenz

18:33.950 --> 18:38.130
Thea Kleinrath und Alice Gelsenlichter sowie Christine Melcher für die

18:38.130 --> 18:42.310
Organisation der öffentlichen Veranstaltung und das ganze ZAK-Team,

18:42.510 --> 18:45.970
denn so in der letzten Woche vor der Veranstaltung ist wirklich das

18:45.970 --> 18:48.530
ganze Team involviert und fiebert mit.

18:49.290 --> 18:52.670
Damit übergebe ich das Wort an Sascha Ott, der wie angekündigt das

18:52.670 --> 18:55.870
Spannungsfeld des Themas näher umreißen wird.

18:55.990 --> 18:56.470
Vielen Dank.

18:59.270 --> 19:02.950
Also ganz herzlichen Dank für die Einführung und ich muss sagen, ich

19:02.950 --> 19:05.830
bin tief beeindruckt, wenn man sich überlegt, dass das noch nicht mal

19:05.830 --> 19:09.070
ein Dreivierteljahr her ist, dass mich der Herr Görig auf einer

19:09.070 --> 19:12.570
Regionalkonferenz der Mobilitätswende angesprochen hat, ob wir sowas

19:12.570 --> 19:16.850
nicht gemeinsam machen könnten und muss sagen, da bin ich also

19:16.850 --> 19:20.130
wirklich beeindruckt über das Engagement auch im ZAK, dass sowas so

19:20.130 --> 19:21.570
schnell umsetzbar ist.

19:22.350 --> 19:26.330
Ja, ich darf Ihnen in wenigen Minuten, ich schaue immer wieder ab und

19:26.330 --> 19:31.350
zu auf die Uhr, versuchen ein Stück weit das Thema Mobilität,

19:31.450 --> 19:35.090
Mobilitätssysteme, auch speziell natürlich aus der Sicht des KIT

19:35.090 --> 19:40.110
-Zentrums Mobilitätssysteme, als natürlich auch das Wechselspiel mit

19:40.110 --> 19:42.430
der Nachhaltigkeit ein Stück weit darzulegen.

19:44.010 --> 19:47.910
Ja, Nachhaltigkeit und Mobilität, da gibt es eine ganze Reihe von

19:47.910 --> 19:52.310
Herausforderungen, Schlagwörtern, Gesichtern auf diesem Themenkomplex,

19:52.650 --> 19:57.890
die natürlich jedem von Ihnen bekannt sind aus unterschiedlichen

19:57.890 --> 19:58.550
Diskussionen.

19:58.950 --> 20:02.070
Und da gibt es eine ganze Reihe von Wechselbeziehungen, die sind

20:02.070 --> 20:04.790
vielleicht nicht so ganz im Fokus der öffentlichen Debatte, die auch

20:04.790 --> 20:06.150
mindestens genauso wichtig sind.

20:06.910 --> 20:10.550
Ja, vielleicht mal einfach so ein paar Key-Figures, wie man sagt,

20:10.630 --> 20:15.070
Leute eigentlich, so knapp 20% aller Treibhausgasemissionen, jetzt

20:15.070 --> 20:17.810
bezogen immer auf die Europäische Union, kommen aus dem

20:17.810 --> 20:18.510
Verkehrssektor.

20:19.350 --> 20:21.790
Findet man Studien, da variiert das immer so ein bisschen, aber ich

20:21.790 --> 20:24.250
denke so im großen Ganzen, dicken Daumen, stimmt das.

20:25.290 --> 20:30.270
Was interessant ist, wir haben massiv in Effizienztechnologien im

20:30.270 --> 20:34.670
letzten Vierteljahrhundert investiert, haben tolle Innovationen

20:34.670 --> 20:38.750
ermöglicht im Sinne von neu und erfolgreich am Markt, wo die

20:38.750 --> 20:40.310
Energieeffizienz besser wurde.

20:40.810 --> 20:45.550
Leider ist der CO2-Ausstoß dadurch nicht besser geworden, ganz im

20:45.550 --> 20:46.870
Gegenteil, der ist nahezu konstant.

20:47.430 --> 20:47.850
Woran liegt das?

20:47.890 --> 20:51.410
Das liegt einfach daran, dass halt einfach die Verkehrsleistung sich

20:51.410 --> 20:55.010
quasi genauso, wie sich die Effizienz erhöht hat, sich die

20:55.010 --> 20:56.430
Verkehrsleistung insgesamt erhöht hat.

20:58.190 --> 21:02.130
Und wir haben Emissionen in Bereichen, die eben abseits des CO2

21:02.130 --> 21:06.230
liegen, da kennt man natürlich die verbrennungsmotorischen Abgase,

21:07.150 --> 21:10.290
aber das ist letztendlich auch mit Blick auf die Elektrifizierung

21:10.290 --> 21:11.190
nicht das einzige Thema.

21:11.650 --> 21:15.190
Wir haben langfristig, gerade auch mit der Elektrifizierung, auch dort

21:15.190 --> 21:16.390
Partikelemissionen.

21:16.530 --> 21:21.190
Der größte Mikroplastikemittent in unserer Umwelt ist und der Reifen

21:21.190 --> 21:21.950
-Fahrbahn -Kontakt.

21:22.630 --> 21:26.870
Auch damit brauchen wir neue Lösungen, wie geht man damit um, dass wir

21:26.870 --> 21:30.350
eben auch an der Stelle das Thema Nachhaltigkeit in den Griff kriegen.

21:31.650 --> 21:37.070
Hochchemisch-reaktive Partikel aus dem Bremsenbereich, auch das ist

21:37.070 --> 21:39.890
etwas, was dann dominant wird, wenn mal die Verbrennung nicht mehr

21:39.890 --> 21:41.030
dominant ist als der Emittent.

21:42.050 --> 21:45.510
Und was durchaus sich ganz anders technologisch verhält in einem E

21:45.510 --> 21:49.010
-Fahrzeug, wie beim Verbrennern, es ist nicht automatisch besser, nur

21:49.010 --> 21:49.890
weil es weniger wird.

21:50.290 --> 21:53.050
Das ist unter Umständen reaktiver, gibt sehr interessante

21:53.050 --> 21:54.050
Forschungsarbeiten zu.

21:54.490 --> 21:59.510
Auf der anderen Seite, bei allen negativen Umweltaspekten, die damit

21:59.510 --> 22:02.210
schwingen, hat der Verkehrssektor natürlich auch sehr positive

22:02.210 --> 22:02.670
Aspekte.

22:03.190 --> 22:07.650
Einfach mal, wenn man sich überlegt, wie viele Menschen arbeiten

22:07.650 --> 22:10.130
überhaupt zum Beispiel im Verkehrssektor, allein im Verkehrs

22:10.130 --> 22:13.870
-Dienstleistungsbereich der Europäischen Union so circa 6 Millionen

22:13.870 --> 22:14.730
Arbeitnehmende.

22:15.470 --> 22:17.770
Und je nachdem, wie man es rechnet, mindestens 3 Millionen

22:17.770 --> 22:20.830
Arbeitnehmende der Automobilindustrie, wenn man jetzt die Zulieferer

22:20.830 --> 22:25.230
mitnimmt, je nachdem, in welchen Tierbereich man geht, kann man bis zu

22:25.230 --> 22:28.070
12 Millionen Arbeitnehmende in der Europäischen Union der

22:28.070 --> 22:29.210
Automobilindustrie zuordnen.

22:29.370 --> 22:32.870
Es ist natürlich klar, dass hiermit sofort auch eine soziale

22:32.870 --> 22:35.790
Implikation und eine wirtschaftliche Implikation, beides ebenfalls

22:35.790 --> 22:38.830
Nachhaltigkeitsdimensionen, dadurch mitbeeinflusst werden.

22:39.670 --> 22:43.170
Und das steht im Widerspruch zu den Beanspruchungen der Menschen, die

22:43.170 --> 22:46.830
von Mobilität betroffen sind, zum Beispiel durch die Abgase oder halt

22:46.830 --> 22:48.790
zum Beispiel auch durch Lärmemissionen.

22:49.290 --> 22:52.490
Und das ist jetzt etwas, wo wir sagen müssen, na ja, wenn wir uns

22:52.490 --> 22:55.490
einer nachhaltigen Mobilität stellen, dann haben wir immer die

22:55.490 --> 22:59.910
Herausforderung, dass wir auf der einen Seite das Thema, da hat sich

22:59.910 --> 23:03.070
die Folie ein bisschen zerlegt, dass wir uns auf der einen Seite, sage

23:03.070 --> 23:06.310
ich mal, dem Bedürfnis nach Mobilität der Menschen stellen müssen.

23:06.670 --> 23:09.290
Wir müssen uns aber auch den Wertschöpfungsfragen, die durch den

23:09.290 --> 23:12.910
Verkehrssektor, durch die Mobilitätstechnologien einhergehen, stellen.

23:13.290 --> 23:16.170
Aber auf der anderen Seite, dann müssen wir das natürlich auch so

23:16.170 --> 23:19.550
gestalten, dass es dann am Ende des Tages ja vor allen Dingen

23:19.550 --> 23:23.170
Akzeptanz findet, damit es auch in die Fläche kommt, damit es in die

23:23.170 --> 23:27.170
Umsetzung kommt und dann natürlich auch erst dann seine Lösung

23:27.170 --> 23:27.510
erzielt.

23:27.590 --> 23:31.390
Es bringt nichts, wenn wir von Mobilitätstechnologien träumen, die

23:31.390 --> 23:34.890
vielleicht wunderbar im KIT oder einer anderen Forschungseinrichtung

23:34.890 --> 23:38.390
im Kleinstmaßstab dargestellt werden können, die aber von Menschen und

23:38.390 --> 23:41.230
Bürgern, Bürgerinnen schlicht und ergreifend akzeptiert werden.

23:41.490 --> 23:45.970
Erst wenn wir die in der Fläche quasi im Einsatz haben, haben wir dann

23:45.970 --> 23:48.670
letztendlich auch eine ökologische Wirkung.

23:48.770 --> 23:51.510
Und das bringt uns genau zu dem Punkt, der uns alle trifft.

23:51.850 --> 23:56.310
Wenn wir uns jetzt mal speziell autofahrende Menschen anschauen, da

23:56.310 --> 23:59.690
gibt es immer so eine gewisse Ambivalenz zwischen Bürger auf der einen

23:59.690 --> 24:04.370
Seite, wo es klare Vorstellungen gibt, wie sieht denn ökologische,

24:04.610 --> 24:09.490
sozial gerechte, nachhaltige Mobilität aus, mehr oder weniger explizit

24:09.490 --> 24:11.470
und gut durchdacht.

24:11.910 --> 24:15.030
Und auf der anderen Seite findet dann so eine Art Mikrotransformation

24:15.030 --> 24:18.550
statt, der Gang ins Autohaus und dann kommt auf einmal die

24:18.550 --> 24:19.270
Kaufentscheidung.

24:19.910 --> 24:22.570
So, oh, was mache ich denn da?

24:22.630 --> 24:23.910
Da gibt es eine andere Darstellung.

24:24.230 --> 24:26.450
Da ist immer das Auto der Zukunft und mein Auto.

24:26.710 --> 24:28.310
Da gibt es dann ähnliche Diskrepanzen.

24:28.430 --> 24:31.370
Das heißt, da gibt es immer so eine Diskrepanz, eine Ambivalenz

24:31.370 --> 24:33.210
zwischen den Werten und den Wünschen.

24:34.710 --> 24:37.110
Und letztendlich müssen wir schauen, wie gehen wir damit um.

24:37.630 --> 24:41.610
Das ist genau diese große, spannende Fragestellung, wo wir sowohl im

24:41.610 --> 24:44.350
Sinne der Verkehrsorganisation als auch aus der Technologie heraus

24:44.350 --> 24:48.630
versuchen können, diese Dilemmasituation damit umzugehen.

24:50.050 --> 24:54.290
Wir haben bereits im Jahr 2009, also im Gründungsjahr, das KIT, das

24:54.290 --> 24:56.350
KIT -Zentrum Mobilitätssystem, aufgesetzt.

24:56.430 --> 24:59.370
Wir kommen natürlich ganz klar aus der Antriebstechnik, aus der

24:59.370 --> 25:03.290
Automobiltechnik, was wir hier aus der Universität Karlsruhe damals im

25:03.290 --> 25:05.810
Wesentlichen mitgebracht haben, ins KIT hinein.

25:06.850 --> 25:08.550
Aber das hat sich sehr schnell dargestellt.

25:08.750 --> 25:12.470
Wir müssen, Frau Vizepräsidentin Christoph hat es angesprochen, denken

25:12.470 --> 25:13.550
im System of Systems.

25:13.650 --> 25:14.590
Warum System of Systems?

25:14.970 --> 25:16.930
Es hilft nichts, wenn wir nur an Verkehrsträgern denken.

25:17.250 --> 25:20.230
Wir müssen auch an Verkehrsorganisationen, in Infrastruktur, die

25:20.230 --> 25:22.110
Wechselbeziehungen, insbesondere auch mit Umwelt- und

25:22.110 --> 25:23.790
Gesellschaftsthemen betrachten.

25:24.210 --> 25:26.990
Und das sind alles für sich genommen einzelne Systeme, die

25:26.990 --> 25:27.490
interagieren.

25:28.090 --> 25:31.910
Und das Optimum, das wirklich nachhaltige Optimum im Sinne dieser

25:31.910 --> 25:35.410
verschiedenen Nachhaltigkeitsdimensionen der Ökologie, der Ökonomie

25:35.410 --> 25:38.910
und auch der sozialen Verträglichkeit kann es nach unserer Überzeugung

25:38.910 --> 25:42.710
nur geben, wenn man alles drei adäquat dann auch entsprechend

25:42.710 --> 25:43.310
orchestriert.

25:43.630 --> 25:47.110
So sind wir dann auch faktisch aufgebaut in der Organisationsstruktur.

25:47.110 --> 25:51.230
Das heißt, auch wenn da ganz oben drüber KIT-Zentrum steht, KIT,

25:51.350 --> 25:55.410
Kreisinstitut für Technologie, sehen Sie da hinten in der Folie hinter

25:55.410 --> 26:00.670
mir, dass das Thema Fahrzeugkonzepte und Technologien relativ weit

26:00.670 --> 26:01.290
unten kommt.

26:01.410 --> 26:04.570
Und ganz viele nicht technische Themen da oben drüber stehen erstmal.

26:05.030 --> 26:08.210
Und das hat zwar einen guten Grund, weil Mobilität ist eben nicht eine

26:08.210 --> 26:10.810
Sache, wir haben es vorhin schon gehört, die man rein aus der Technik

26:10.810 --> 26:11.070
löst.

26:11.950 --> 26:13.550
Digitalisierung, auch Methoden sind relevant.

26:13.550 --> 26:18.950
Was ganz spannend ist, unsere Frühlingsakademie, wir haben, und das

26:18.950 --> 26:21.150
fand ich sehr schön, dass das gelungen ist, insbesondere durch das

26:21.150 --> 26:25.290
Engagement aus dem ZAK heraus, dass wir quasi zu jedem Themenkomplex

26:25.290 --> 26:31.670
hier, zu jeder Dimension einzelne, entweder Workshops oder eben

26:31.670 --> 26:35.250
Exkursionen dann auch wirklich in allen Bereichen darbieten können.

26:35.490 --> 26:38.950
Mit dem Ziel, natürlich auch ein Stück weit zu schauen, wie könnte

26:38.950 --> 26:43.430
eine Vision aussehen für ein mögliches Mobilitätssystem.

26:43.890 --> 26:46.610
Als KIT-Zentrum Mobilitätssystem haben wir eins, das möchte ich nicht

26:46.610 --> 26:49.910
beliebig viel einführen hier, das bezieht sich auf die sogenannte

26:49.910 --> 26:55.010
Nahtlose, so eine Seamless Mobility, Nahtlose Mobilität, wo es

26:55.010 --> 26:57.630
faktisch darum geht zu schauen, wie können wir denn überhaupt

26:57.630 --> 27:02.190
Verkehre, die verschiedenen Verkehrsträger so optimal, energieoptimal

27:02.190 --> 27:06.910
und anderen Nachhaltigkeitsaspekten optimal orchestrieren und dafür

27:06.910 --> 27:09.130
dann auch die Technologie bereitstellen, dass es möglich wird.

27:09.670 --> 27:13.510
Und zwar so, dass es eben von der Gesellschaft und dem Einzelnen auch

27:13.510 --> 27:15.350
akzeptabel ist und akzeptiert wird.

27:16.430 --> 27:19.510
Ja, bevor wir uns aber den Fragestellungen jetzt dann im Rahmen der

27:19.510 --> 27:23.090
Workshopreihen dann entsprechend tiefer widmen oder vielleicht heute

27:23.090 --> 27:25.630
Abend schon im ein oder anderen Gespräch, freue ich mich ganz

27:25.630 --> 27:29.490
besonders, dass genau zu dem Thema, gibt es denn überhaupt nachhaltige

27:29.490 --> 27:33.290
Mobilität, ist es eine Illusion, ein erreichbares Ziel, ja, eine der

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führenden Expertinnen in der Bundesrepublik Deutschland gewinnen kann,

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Frau Prof. Dr. Barbara Lenz, also ganz herzlich willkommen, auch von

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meiner Seite, sehr beeindruckender Lebenslauf, in Stuttgart Studium

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und Promotion vollbracht und das natürlich aus Karlsruher Sicht ist

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und nicht so perfekt, aber das wird dann noch besser.

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Die Direktorin des DLR-Instituts für Verkehrsforschung von 2007 an, in

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der Funktion hatten wir dann auch schon dienstlich Kontakt hier und

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seit 2003 ist Frau Lenz Professorin für Verkehrsgeografie an der

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Humboldt -Universität zu Berlin und wir sehen, es gibt eine ganze

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Reihe, ich möchte das nicht alles vorlesen, Tätigkeitsfelder von Frau

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Prof. Lenz, von Ihnen, die natürlich genau zu unserer

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Nachhaltigkeitsakademie Mobilität hier passen, die

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Transformationsthemen, die Akzeptanzthemen, aber auch international

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gedacht Mobilität im Kontext von Entwicklungsländern, weil vieles von

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dem, was ich gesagt habe, war jetzt sehr europäisch, sehr auch

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bundesrepublikanisch konzentriert, aber Mobilität und die großen

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Herausforderungen liegen natürlich im Globus verteilt, da gibt es noch

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ganz andere Themen als die, die wir hier haben.

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Und Frau Lenz ist eben auch in verschiedenen Gremien, möchte eines

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hervorheben, die Nationale Plattform Zukunft der Mobilität, weil sie

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auch als Leiterin, wie das Thema alternative Antriebe und Kraftstoffe

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hier entsprechend tätig war, wo wir als KIT auch Beiträge geliefert

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haben und insofern freue ich mich also ganz, ganz besonders, dass es

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wirklich geklappt hat, Frau Prof. Lenz und darf Sie hier auf die Bühne

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bitten. Dankeschön.

