WEBVTT

00:00.000 --> 00:03.640
Der Universalbaustoff Beton ist in die Kritik geraten.

00:04.080 --> 00:08.220
Er verbraucht knappe Ressourcen wie Sand und Kies und wird damit auch

00:08.220 --> 00:09.340
zunehmend teuer.

00:09.840 --> 00:13.160
Beton ist aber auch klimaschädlich, weil er nicht nur bei der

00:13.160 --> 00:17.860
Produktion, sondern auch bei der Aushärtung große Mengen Klimagase

00:17.860 --> 00:18.700
freisetzt.

00:19.280 --> 00:23.280
Auf der anderen Seite hat Beton Eigenschaften, die ihn nahezu

00:23.280 --> 00:24.880
unverzichtbar machen.

00:24.880 --> 00:29.900
Sowohl im Hoch- als auch im Tiefbau ist er nur schwer zu ersetzen.

00:30.500 --> 00:35.080
Gerade die Infrastruktur, Straßen, Brücken und Tunnels beispielsweise,

00:35.520 --> 00:37.640
lassen sich nur mit Beton errichten.

00:38.420 --> 00:42.360
Dr. Rebecca Volk ist Nachwuchsgruppenleiterin am Institut für

00:42.360 --> 00:46.380
Industriebetriebslehre und Industrielle Produktion des Karlsruher

00:46.380 --> 00:48.160
Instituts für Technologie.

00:48.820 --> 00:53.040
Ihr und ihrem Forschungsteam geht es darum, auch den Beton in einen

00:53.040 --> 00:57.100
möglichst geschlossenen Kreislauf der Wiedernutzung zu überführen.

00:57.560 --> 01:01.040
Es stellt sich die Frage, wie können wir die Wertschöpfungskette Beton

01:01.040 --> 01:04.000
und die Kreislaufführung von Beton so gut hinbekommen, dass wir

01:04.000 --> 01:06.560
möglichst umweltverträglich das Ganze gestalten.

01:07.020 --> 01:11.040
Es ist ja immer so, dass man auch ungeplante Einträge hat in solche

01:11.040 --> 01:14.140
Stoffströme und dann schauen muss, wie kann man diese ungeplanten

01:14.140 --> 01:15.280
Einträge auch wieder rausextrahieren.

01:15.280 --> 01:19.540
Zum Beispiel Tausalz, was ja verwendet wird auf den Straßen und was

01:19.540 --> 01:23.240
dann einfach technische Schwierigkeiten in dem Material hervorruft und

01:23.240 --> 01:25.600
wo man sich dann überlegen muss, wie geht man damit um.

01:25.700 --> 01:28.480
Und wenn man nicht damit umgehen kann im Recyclingprozess, muss man

01:28.480 --> 01:31.480
das eben ausschleusen und dann ist es kein komplett geschlossener

01:31.480 --> 01:32.040
Kreislauf.

01:32.940 --> 01:37.200
Aber das Ziel geht dahin, möglichst viel von dem Stoff im Kreis zu

01:37.200 --> 01:37.440
führen.

01:37.600 --> 01:41.020
Dr. Rebecca Volk arbeitet im Rahmen des Projekts Zero Emission

01:41.020 --> 01:45.580
Circular Concrete zusammen mit KollegInnen am Institut für Technische

01:45.580 --> 01:50.260
Chemie des KIT und einschlägigen Partnern in der Bauindustrie.

01:50.920 --> 01:55.180
Auch dort ist man immer mehr an der Überführung des Universalbaustoffs

01:55.180 --> 01:59.320
Beton in einen möglichst geschlossenen und emissionsarmen

01:59.320 --> 02:01.780
Recyclingkreislauf interessiert.

02:02.080 --> 02:05.960
Der gesellschaftliche Druck steigt immer weiter und auch die Kosten

02:05.960 --> 02:08.620
für CO2-Zertifikate steigen immer weiter.

02:08.620 --> 02:12.960
Auch die Zementwerke sind davon betroffen und müssen sich dann

02:12.960 --> 02:16.380
natürlich überlegen, wie gehen sie damit um, wie können sie ihre CO2

02:16.380 --> 02:17.540
-Emissionen reduzieren.

02:17.740 --> 02:20.660
Und da sind die gerade sehr unter Druck, die Unternehmen in der

02:20.660 --> 02:23.140
Branche, und arbeiten sehr stark daran.

02:23.400 --> 02:27.180
Bei den Arbeiten zur Erneuerung von Autobahnabschnitten ist es

02:27.180 --> 02:29.080
inzwischen ein vertrautes Bild.

02:29.620 --> 02:34.800
Der Beton wird direkt vor Ort zerkleinert und dann im Unterbau wieder

02:34.800 --> 02:35.940
verwandt.

02:35.940 --> 02:40.220
Im Bereich des Hochbaus dagegen sind die Herausforderungen sehr viel

02:40.220 --> 02:40.840
größer.

02:40.900 --> 02:43.940
Der Hochbau, der ist ja sehr, sehr viel diverser als jetzt so eine

02:43.940 --> 02:47.600
Tragschicht von einer Autobahn, wo ich über Kilometer lang das gleiche

02:47.600 --> 02:51.160
Material eingesetzt habe, in großen Mengen und im industriellen Stil,

02:51.320 --> 02:52.120
das gut machen kann.

02:52.700 --> 02:55.400
Wenn man sich die Gebäude anschaut, sieht keins aus wie das andere,

02:55.700 --> 02:58.300
sowohl von außen als auch von innen von der Tragstruktur.

02:58.300 --> 03:02.740
Also es gibt Gebäude, die sind eben gemauert aus Siegelsteinen oder

03:02.740 --> 03:05.780
Kalk -Sandsteinen-Mauerwerken, Porenbeton.

03:06.020 --> 03:08.600
Und es gibt eben Stahlbeton-Konstruktionsweisen.

03:09.280 --> 03:12.880
Und je nachdem, was für eine Nutzung war im Gebäude, was dann für

03:12.880 --> 03:17.340
Schichten da drauf gekommen sind an Farbe, an Putzen, ist das Material

03:17.340 --> 03:21.380
nicht in großen Mengen in der gleichen Materialqualität vorhanden,

03:21.400 --> 03:22.660
wenn ich das Gebäude abbreche.

03:22.660 --> 03:26.420
Und dann habe ich so einen Mix, sage ich mal, mit dem ich dann erstmal

03:26.420 --> 03:27.100
umgehen muss.

03:27.400 --> 03:30.220
Also sprich, ein Stahlbetongebäude, jetzt nehmen wir mal ein

03:30.220 --> 03:34.060
Bürogebäude, hatte vielleicht verputzte Wände oder gestrichene Wände

03:34.060 --> 03:38.660
und diese Putze und Farben, die haften natürlich dann an den Beton und

03:38.660 --> 03:40.480
verunreinigen den reinen Beton.

03:41.160 --> 03:44.380
Beim Putz ist es zum Beispiel so, dass der sulfathaltig ist und dann

03:44.380 --> 03:46.320
ein Recycling stark erschwert.

03:46.320 --> 03:51.660
Dabei ist vor allem eine Reaktivierung des Zementanteils in den

03:51.660 --> 03:56.420
unterschiedlichen Arten von Eisbeton der Königsweg für die Reduktion

03:56.420 --> 03:59.240
der Klimagase beim Einsatz von Beton.

03:59.640 --> 04:02.880
Beim Betonrecycling unterscheidet man hauptsächlich zwei verschiedene

04:02.880 --> 04:03.220
Arten.

04:03.340 --> 04:07.160
Das eine ist, dass die Gesteinskörnung in einem Beton recycelt wird,

04:07.400 --> 04:08.640
also der Kiesanteil.

04:09.120 --> 04:12.160
Und das andere ist, dass der Zementanteil recycelt wird.

04:12.240 --> 04:14.320
Und das ist eigentlich so die wesentliche Unterscheidung.

04:14.320 --> 04:18.640
Was häufig jetzt schon gemacht wird, ist diese Gesteinskörnung zu

04:18.640 --> 04:19.280
recyceln.

04:19.480 --> 04:23.640
Also einfach ein altes Betonbauteil zu zerbrechen und diese Hochstücke

04:23.640 --> 04:26.120
wieder als Gesteinskörnung zu nutzen.

04:26.240 --> 04:29.200
Was neu ist, ist das Recycling des Zementanteils.

04:29.340 --> 04:32.580
Und dieser Zementanteil ist dann häufig in diesem sandigen

04:32.580 --> 04:34.000
Betonbrechsand drin.

04:34.420 --> 04:37.000
Und das ist eben was, woran auch gerade intensiv geforscht wird.

04:37.000 --> 04:42.000
Ein staubartiger sogenannter Betonbrechsand entsteht immer dann, wenn

04:42.000 --> 04:43.740
Bauten abgebrochen werden.

04:44.260 --> 04:48.460
Bisher konnte er praktisch nicht recycelt werden, sondern landete in

04:48.460 --> 04:50.280
der Regel auf einer Deponie.

04:50.480 --> 04:53.580
Und hier gibt es verschiedene Ansätze, das vor allem über thermische

04:53.580 --> 04:57.780
Reaktivierung, dieses Material wieder reaktionsfähig zu machen zu

04:57.780 --> 04:58.520
einem Zement.

04:59.200 --> 05:01.440
Da gibt es verschiedene Forschungsprojekte, die aktuell laufen.

05:01.440 --> 05:05.260
Einmal durch eine reine Erhitzung und dann eben eine zweite

05:05.260 --> 05:09.260
Möglichkeit über einen Brennprozess, ein Beletzement herzustellen.

05:09.360 --> 05:13.020
Vor sechs Jahren begann die Zusammenarbeit mit dem Institut für

05:13.020 --> 05:14.020
Technische Chemie.

05:14.480 --> 05:18.400
Damals ging es um einen ebenso beliebten wie schwer recycelbaren

05:18.400 --> 05:23.340
Betonbaustoff, den sogenannten Porenbeton, auch unter dem Markennamen

05:23.340 --> 05:24.460
Itong bekannt.

05:24.760 --> 05:29.440
Der Porenbeton ist ein aufgeblähter Leichtbeton, der einen höheren

05:29.440 --> 05:30.600
Sulfatanteil hat.

05:30.600 --> 05:33.760
Das ist technisch dann ein Problem, dass der Beton nicht so haltbar

05:33.760 --> 05:37.620
und fest wird, weshalb man da eben forschen und entwickeln musste.

05:38.300 --> 05:41.780
Und das haben wir getan in diesem Projekt und mittlerweile gibt es

05:41.780 --> 05:45.000
auch ein Anschlussprojekt, wo wir uns dann mit Beton beschäftigen,

05:45.200 --> 05:46.600
auch mit verschiedenen Industriepartnern.

05:47.160 --> 05:52.080
Denn KIT-Forschenden ist jetzt die Reaktivierung des Zementanteils im

05:52.080 --> 05:53.860
Labormaßstab gelungen.

05:54.060 --> 05:57.220
Also für das REPOST-Projekt, für den Porenbeton, haben wir mit dem

05:57.220 --> 05:59.620
größten Hersteller in Deutschland zusammengearbeitet.

05:59.620 --> 06:03.540
Die machen diese Itong-Steine und die haben das am Ende des Projektes

06:03.540 --> 06:07.220
wieder in ihren Produktionsprozess eingespeist, dieses Altmaterial.

06:07.820 --> 06:10.820
Und da haben wir es wie beim Beton auch, erst so eine Art Granulat und

06:10.820 --> 06:14.500
Staub gehabt und wir haben verschiedene Möglichkeiten ausgetestet, wie

06:14.500 --> 06:18.520
man das Granulat wieder in die Mauersteine reinbekommt und in den

06:18.520 --> 06:19.080
Brechsand.

06:19.780 --> 06:23.780
Und das gleiche machen wir jetzt im Urbanprojekt für Beton und da ist

06:23.780 --> 06:24.880
Holzim der Partner.

06:24.880 --> 06:30.100
Wir bekommen das Abbruchmaterial von einem Industriepartner und dann

06:30.100 --> 06:35.220
wird das aufbereitet, also aufgemahlen in unterschiedliche Fraktionen,

06:35.320 --> 06:39.160
dass die Sieblinien da eingehalten sind von der Körnung des Materials

06:39.160 --> 06:44.280
und dann wird das gebrannt in dem Klinkerofen, Belitt-Klinkerofen, der

06:44.280 --> 06:46.180
jetzt gerade am Campus Nord eröffnet wurde.

06:46.420 --> 06:51.580
Die Reaktivierung des Zementanteils im Altbeton erfordert auch einen

06:51.580 --> 06:51.920
Brennvorgang.

06:51.920 --> 06:56.780
Hier eine möglichst energieeffiziente Lösung zu finden, ist eine der

06:56.780 --> 07:01.120
ganz großen Herausforderungen, will man den Recycling-Kreislauf für

07:01.120 --> 07:03.060
Beton weitgehend schließen.

07:03.400 --> 07:07.280
Wir haben jetzt für das erste Projekt zum Porenbeton verschiedene

07:07.280 --> 07:13.500
Heizmöglichkeiten untersucht, und zwar mit Gas und mit Elektrizität

07:13.500 --> 07:14.740
die Beheizung zu machen.

07:14.900 --> 07:18.880
Das ist, wenn man sich jetzt die CO2-Bilanz anschaut, besser als mit

07:18.880 --> 07:20.220
konventionellem Strom.

07:20.220 --> 07:23.740
Wir haben bei dem Strom dann auch so Szenarien gerechnet mit 100

07:23.740 --> 07:26.300
Prozent erneuerbarem Strom, der dann genutzt werden kann.

07:26.980 --> 07:29.140
Die Anlagen müssen das natürlich zulassen und auch die

07:29.140 --> 07:30.360
Prozesstemperaturen.

07:30.980 --> 07:33.420
Und bislang sind wir da immer noch bei etwa 1000 Grad

07:33.420 --> 07:35.680
Prozesstemperatur, die erreicht werden muss.

07:35.800 --> 07:40.420
Das ist allerdings schon weniger als im Primärzement, da sind wir bei

07:40.420 --> 07:41.960
1400 Grad etwa.

07:42.220 --> 07:44.740
Also das ist schon eine Verbesserung und es wird weiter daran

07:44.740 --> 07:48.660
gearbeitet, diese Prozesstemperatur weiter herabzusetzen, um auch eben

07:48.660 --> 07:50.200
weniger Energieeinsatz zu haben.

07:50.540 --> 07:54.360
Wie viel CO2 könnte auf diese Weise eingespart werden?

07:54.780 --> 07:58.440
Das untersuchen wir auch genau, das kann ich aber aktuell nur aus dem

07:58.440 --> 08:00.140
Porenbetonprojekt sagen.

08:00.260 --> 08:05.540
Da ist es so, dass man bis zu 0,7 Kilogramm CO2-Äquivalent pro

08:05.540 --> 08:08.520
Kilogramm Altmaterial einsparen kann.

08:08.520 --> 08:13.440
Wenn man es vergleicht mit der aktuellen Verwertungsroute und im Fall

08:13.440 --> 08:15.760
vom Porenbeton ist das die Deponierung.

08:16.380 --> 08:19.440
Also da haben wir verglichen, was bringt das Recycling gegenüber einer

08:19.440 --> 08:21.980
Deponierung und da ist die Einsparung erheblich.

08:22.440 --> 08:26.440
Also der Porenbeton, das ist ein Mauerstein, der sehr gerne im

08:26.440 --> 08:30.080
Wohnungsbau eingesetzt wird, Ein- und Mehrfamilienhäuser, der

08:30.080 --> 08:32.140
wunderbare thermische Eigenschaften hat.

08:32.300 --> 08:36.000
Also das Gebäude verliert viel weniger Energie, aber ich kann das

08:36.000 --> 08:39.680
Material aktuell noch nicht recyceln, sondern ich muss es eben

08:39.680 --> 08:40.480
ablagern.

08:40.740 --> 08:43.000
Das liegt unter anderem auch in diesem Sulfatgehalt.

08:43.580 --> 08:50.000
Wir haben in dem Neuprodukt 15% des Inbruttmaterials mit Altmaterial

08:50.000 --> 08:53.500
ersetzt und konnten 13% CO2 einsparen.

08:54.200 --> 08:57.460
Also fast genauso viel wie wir Altmaterial eingesetzt haben, konnten

08:57.460 --> 08:58.620
wir auch CO2 ersparen.

08:58.740 --> 09:02.440
Will man die einschlägigen Qualitätskriterien für Beton einhalten,

09:02.740 --> 09:06.780
kann man immer nur einen Teil des Materials durch Altbeton ersetzen.

09:06.780 --> 09:12.080
Die Expertin ist trotzdem optimistisch, dass sich der Anteil weiter

09:12.080 --> 09:13.120
steigern lässt.

09:13.540 --> 09:16.080
Wir hoffen das sehr stark, aber es ist halt eben nicht eine

09:16.080 --> 09:18.480
Technologie und ein Rezept, sondern es sind verschiedene

09:18.480 --> 09:18.780
Kombinationen.

09:19.500 --> 09:22.700
Es ist zum einen, wie sammle ich das Material ein, wie bereite ich das

09:22.700 --> 09:26.300
auf, was mache ich mit der Gesteinskörnung, was mache ich mit dem

09:26.300 --> 09:30.640
Brechsand, mit welcher Energie, arbeite ich das Elektrizität oder ist

09:30.640 --> 09:35.080
das eben dann Erdgas, betrachte ich die Karbonatisierung noch am Ende

09:35.080 --> 09:35.840
des Prozesses.

09:35.840 --> 09:40.360
Das heißt bei Aufschlagung von CO2, wo das CO2 ins Material

09:40.360 --> 09:44.480
eindiffundiert und dort chemisch sich verbindet und das Material

09:44.480 --> 09:46.080
härtet letztendlich.

09:46.300 --> 09:50.560
Inzwischen wurde eine Pilotanlage auf dem Campus Nord des KIT

09:50.560 --> 09:51.380
errichtet.

09:51.780 --> 09:56.220
Dort wird es darum gehen, wie das Recyceln von Altbeton im

09:56.220 --> 10:00.580
industriellen Maßstab ökonomisch tragfähig gelingen kann.

10:00.580 --> 10:04.060
Wir haben jetzt die Pilotanlage, in der man einige Kilogramm von

10:04.060 --> 10:06.600
diesem recycelten Zement herstellen kann.

10:07.420 --> 10:10.840
Das ist natürlich jetzt noch weit weg von der industriellen Nutzung,

10:11.000 --> 10:13.500
wo mehrere tausend Tonnen am Tag durchlaufen.

10:14.420 --> 10:18.780
Wir sind aber deswegen guter Hoffnung, weil wir in allen Projekten mit

10:18.780 --> 10:21.400
Praxispartnern zusammenarbeiten, die natürlich an der

10:21.400 --> 10:24.020
Industrialisierung des Prozesses interessiert sind.

10:24.020 --> 10:28.820
Und in dem Projekt mit Xella ist eben auch ein Teil des Altmaterials

10:28.820 --> 10:31.880
in ein normales Produktionswerk reingelaufen.

10:32.160 --> 10:35.280
Und es wurde halt da auch schon im industriellen Maßstab getestet und

10:35.280 --> 10:35.940
es hat geklappt.

10:36.220 --> 10:40.320
Die Betonherstellung ist eine der ganz großen Ursachen für

10:40.320 --> 10:43.120
industrielle Treibhausgasemissionen.

10:43.540 --> 10:47.540
Für Frau Dr. Volk werden technologische Fortschritte allein das

10:47.540 --> 10:51.860
Problem der klimaschädlichen Wirkungen des Bausektors nicht lösen

10:51.860 --> 10:52.240
können.

10:52.240 --> 10:57.180
Es muss ihrer Überzeugung nach auch in Richtung Suffizienz nachgedacht

10:57.180 --> 10:57.580
werden.

10:57.920 --> 11:01.000
Wir sollten uns insgesamt einfach Gedanken machen, wann brauchen wir

11:01.000 --> 11:04.640
Baumaterial, wann brauchen wir keins und für welche Nutzungen brauchen

11:04.640 --> 11:05.180
wir das?

11:05.440 --> 11:08.140
Und da fangen wir nicht unbedingt nur beim Recycling und der

11:08.140 --> 11:11.400
Materialwissenschaft an, sondern schon davor bei der Nutzung und dem,

11:11.500 --> 11:12.720
was wir wirklich benötigen.

11:13.420 --> 11:16.680
Da können wir genauso gut einen Hebel haben als in der reinen

11:16.680 --> 11:19.100
Technologieentwicklung von Recyclingprozessen.

11:19.100 --> 11:23.100
Also sich über den Wohnraum oder die Bürogrößen Gedanken zu machen,

11:23.160 --> 11:24.980
die ich dann eben baue oder nutze.

11:25.660 --> 11:28.680
Und da einfach versuchen, den Raum, der da ist, möglichst effizient zu

11:28.680 --> 11:31.520
nutzen oder auch kleiner zu bauen und nicht immer nur größer.

11:31.860 --> 11:34.900
Wir haben seit Jahren, wenn man sich die Statistik anschaut, steigende

11:34.900 --> 11:38.220
Nachfrage von Quadratmetern pro Kopf Wohnfläche.

11:38.340 --> 11:41.020
Und wir sind aktuell bei 70 Quadratmeter pro Kopf.

11:41.480 --> 11:42.520
Ungebrochen steigend.

11:42.520 --> 11:46.540
Und wir sollten uns schon mal die Frage stellen, ob das so viel

11:46.540 --> 11:48.980
erforderlich ist über die Verteilung des Ganzen.

11:49.160 --> 11:52.620
Das ist eine soziale, eine gesellschaftliche Frage, weil teilweise der

11:52.620 --> 11:54.620
Wohnraum sehr ungleich verteilt ist.

11:55.460 --> 11:58.080
Aber den, den wir schon haben, nutzen wir auch nicht besonders

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effizient.

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Und das ist einfach eine Diskussion, die aktuell völlig zu kurz kommt.

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Das wird sehr viel auf Technologieentwicklung haben, Capture und

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Storage und solche Sachen geschaut.

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Das ist auch eine Möglichkeit, aber wir haben noch viel mehr

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Handlungsoptionen, über die wir sprechen könnten.

