WEBVTT

00:05.790 --> 00:09.300
Jetzt steige ich inhaltlich ein zum Thema KI und Prüfungen aus einer

00:09.300 --> 00:11.740
rechtsperspektivischen Betrachtung.

00:13.400 --> 00:17.400
So, wir würden für unsere heutige Zwecke zwischen zwei Grundarten von

00:17.400 --> 00:21.540
KI unterscheiden, und zwar Generierende und Entscheidende.

00:21.900 --> 00:26.440
Die Generierende kann man sich vorstellen mit Chachabitty oder solche,

00:26.640 --> 00:27.600
die Bilder generieren.

00:28.140 --> 00:32.080
Die funktionieren so, dass man einen Input an Daten, wir nennen das

00:32.080 --> 00:33.620
auch Prompt, dazu reingibt.

00:33.620 --> 00:39.040
Die KI verarbeitet das aufgrund von Algorithmen und spuckt uns

00:39.040 --> 00:44.380
irgendeine Umformulierung, Umstrukturierung dieses Prompts raus.

00:45.360 --> 00:50.920
Im Gegensatz dazu sind die Entscheidende KI solche, die auf Basis

00:50.920 --> 00:54.520
unserer Inputs eine bewertende Entscheidung treffen.

00:54.520 --> 00:56.840
Das kennt man schon, das gibt es schon eigentlich längere Zeit,

00:56.940 --> 01:01.640
Softwares auch für Einschätzung der Kreditsicherheit oder der

01:01.640 --> 01:04.340
Versicherungsrisiken.

01:04.600 --> 01:07.620
Oder wie wir es in unserem Bereich vielleicht eher kennen, Learning

01:07.620 --> 01:08.200
Analytics.

01:08.840 --> 01:11.420
Solche KIs, die betrachten wir heute nicht, die sind auch viel

01:11.420 --> 01:15.980
komplexer in ihrer Arbeitsweise und auch rechtlich können sie viel

01:15.980 --> 01:19.580
mehr Probleme bereiten aufgrund dieser Komplexität.

01:19.580 --> 01:23.720
Aber das, was uns heute viel mehr interessiert, sind die großen

01:23.720 --> 01:26.960
Sprachmodelle oder solche, die Bilder generieren können, also

01:26.960 --> 01:28.000
generierende KIs.

01:31.960 --> 01:36.100
Dann werde ich zwischen diesen drei Situationen jetzt unterscheiden

01:36.100 --> 01:40.160
und dann genauer darin betrachten, was die KI macht und welche

01:40.160 --> 01:42.340
rechtlichen Anforderungen sich dabei ergeben.

01:42.340 --> 01:46.500
Beim Training ist es so, dass man sich das als eine Vorstufe schon

01:46.500 --> 01:49.960
vorstellen, das passiert nicht bei uns an den Hochschulen, sondern bei

01:49.960 --> 01:51.720
den Softwareentwicklern in den Unternehmen.

01:52.240 --> 01:55.720
Sie schreiben ein Code, sie haben Algorithmen und dann speisen sie das

01:55.720 --> 02:01.540
mit vielen, vielen Daten, damit die KI lernt auf Basis dieser Daten,

02:01.620 --> 02:05.000
wie sie richtig dann umformuliert, wie sie richtig Bilder generiert

02:05.000 --> 02:05.820
und so weiter und so fort.

02:05.820 --> 02:07.500
Das ist die Trainingsphase.

02:08.160 --> 02:12.160
Dabei ist natürlich sehr wichtig, Urheberrecht aus dieser Perspektive,

02:12.420 --> 02:17.360
dass in diesen Datenmengen mit Sicherheit oder mit einer sehr großen

02:17.360 --> 02:22.180
Wahrscheinlichkeit auch urheberrechtlich geschützte Werke dabei sind.

02:23.000 --> 02:26.680
Und damit man solche nutzen kann, bräuchte man eine

02:26.680 --> 02:29.600
Erlaubnisgrundlage, die könnte vertraglich erteilt sein.

02:29.600 --> 02:34.060
Das ist zu bezweifeln aufgrund der großen Mengen an Daten, die dann

02:34.060 --> 02:35.480
verwendet werden.

02:35.720 --> 02:37.920
Die könnte gesetzlich sein, jetzt nach dem deutschen Recht hier

02:37.920 --> 02:42.360
betrachtet, 44a, 44b oder 60d Urhebergesetz.

02:42.900 --> 02:45.300
Ich werde jetzt nicht in die Tiefe des Urheberrechts mit euch jetzt

02:45.300 --> 02:45.780
einsteigen.

02:45.780 --> 02:48.800
Ich wollte sie kurz erwähnen, die werden diskutiert, aber im Großen

02:48.800 --> 02:52.340
und Ganzen wird gesagt, dass diese drei Normen vom Wortlaut her und

02:52.340 --> 02:56.000
vom Sinn und Zweck der Normen nicht wirklich subsumbierbar sind oder

02:56.000 --> 02:58.920
nicht wirklich dafür passen, was jetzt zum Beispiel Chats, GPT oder

02:58.920 --> 03:02.980
ähnliche KIs genau machen mit den Daten, also auch mit möglichen

03:02.980 --> 03:04.400
urheberrechtlich geschützten Werken.

03:04.400 --> 03:08.780
Das heißt, die Normen können wir jetzt auch ausschließen als

03:08.780 --> 03:11.500
Ermächtigungsgrundlage oder Erlaubnis für die Verwendung dieser

03:11.500 --> 03:15.140
urheberrechtlich geschützten Werken und sagen, dass es wahrscheinlich

03:15.140 --> 03:17.720
zu urheberrechtlichen Bestößen beim Training kommt.

03:17.720 --> 03:21.420
Die Relevanz für uns an Hochschulen ist natürlich bei dieser Phase

03:21.420 --> 03:23.960
nicht, weil wir selbst die KIs trainieren, noch nicht.

03:24.160 --> 03:27.400
Vielleicht, wenn die Hochschulen bei uns innovativer werden und mit

03:27.400 --> 03:30.420
Zeit auch selbst KIs entwickeln, wird diese Phase auch bei uns

03:30.420 --> 03:35.160
stattfinden und dann muss man natürlich darauf achten, dass die Phase

03:35.160 --> 03:36.580
auch rechtlich sauber durchläuft.

03:36.580 --> 03:40.340
Aber zum jetzigen Zeitpunkt ist bei uns die Relevanz so insoweit, dass

03:40.340 --> 03:44.160
wir diese notwendigen Informationen den Studierenden, den Lehrenden,

03:44.240 --> 03:48.200
den Prüfenden weitergeben sollten, sie schulen sollen, was eigentlich

03:48.200 --> 03:51.360
im Voraus dieser ganzen Sprachmodelle passiert ist.

03:51.360 --> 03:54.360
Dass sie Sensibilität dafür entwickeln für die von mir jetzt gerade

03:54.360 --> 03:57.940
beschriebene mögliche Verstöße gegen Urheberrechte unter anderem.

03:58.640 --> 04:02.380
Und dass man weiß einfach, wenn ich jetzt mit einer KI später arbeite,

04:02.620 --> 04:06.140
die späteren Phasen werden wir gleich durchlaufen, was steckt dahinter

04:06.140 --> 04:10.540
und möglicherweise begehe ich auch weitere Verstöße aufgrund dieser

04:10.540 --> 04:15.040
bereits initiellen, nicht berücksichtigten urheberrechtlichen

04:15.040 --> 04:15.480
Vorgaben.

04:15.480 --> 04:21.180
Und auch die Problematik, dass möglicherweise die Prompting-Daten, das

04:21.180 --> 04:25.660
sehen wir gleich, wie Prompting funktioniert, auch von KIs zu Training

04:25.660 --> 04:26.480
benutzt werden.

04:26.640 --> 04:30.200
Das heißt, bei der Arbeit mit der KI werden unsere Daten, die wir da

04:30.200 --> 04:33.700
reingeben, auch benutzt, damit die KI dann sich weiterentwickelt.

04:34.160 --> 04:37.620
Und da müssen wir dann achten mit diesen Daten, was dann passiert.

04:37.620 --> 04:39.560
So sind wir schon beim Prompting.

04:39.860 --> 04:42.980
Wie ich schon beschrieben habe, jetzt haben wir die KI, sieht, können

04:42.980 --> 04:46.000
wir uns Chatschipitiso vor Augen führen, wir haben ein Fenster unten,

04:46.120 --> 04:50.040
da tippen wir eine Aufgabe, vielleicht eine Fragestellung und dann

04:50.040 --> 04:54.540
noch eine gewisse Struktur, wie wir die Outputs, die Ergebnisse zu

04:54.540 --> 04:58.240
bekommen sollen und vielleicht schmeißen wir noch sogar einige unserer

04:58.240 --> 05:01.300
selbstgeschriebenen Aufsätze rein, damit es urheberrechtlich sauber

05:01.300 --> 05:03.940
bleibt und dann spuckt uns die KI was raus.

05:03.940 --> 05:06.380
Was könnte jetzt aber dabei problematisch sein?

05:07.360 --> 05:11.320
Natürlich hier wieder an erster Stelle urheberrechtliche Fragen, wenn

05:11.320 --> 05:18.680
Werke dazu reingegeben werden im Prompt, die nicht meine eigene sind,

05:19.140 --> 05:22.140
urheberrechtlich geschützt sind und für die ich keine Erlaubnis habe

05:22.140 --> 05:25.680
zur Nutzung, weil die von der KI benutzt werden und wahrscheinlich

05:25.680 --> 05:28.080
auch zum Training weiterverwendet werden.

05:28.080 --> 05:31.220
Und dann verletze ich urheberrechtlich, indem ich diese Daten da

05:31.220 --> 05:31.540
reingebe.

05:31.640 --> 05:35.300
Das könnten Prüferinnen sein, die die Arbeiten von Studierenden da

05:35.300 --> 05:39.900
reingeben, um eine Vorüberprüfung durchführen zu lassen oder sich zu

05:39.900 --> 05:44.820
behelfen mit irgendwas an der Arbeit zu prüfen im Voraus.

05:44.820 --> 05:48.860
Das können aber Studierende sein, die bei der Lösung von Aufgaben die

05:48.860 --> 05:54.180
KI bieten, gewisse fremde Aufsätze vorzustrukturieren,

05:54.380 --> 05:57.080
zusammenzufassen oder irgendwie zu verarbeiten.

05:57.180 --> 06:00.700
Wenn sie keine Erlaubnis haben, diese Werke dann so zu verwenden,

06:01.000 --> 06:02.200
verletzen sie urheberrechtlich.

06:03.680 --> 06:07.780
Datenschutz spielt auch dabei eine Rolle, weil personenbezogene Daten

06:07.780 --> 06:13.400
dabei auch eine Rolle spielen könnten, wie wenn Prüferinnen ganze

06:13.400 --> 06:17.340
Arbeiten, die vielleicht Namen, Wohnort oder Kennung der Studierenden

06:17.340 --> 06:24.360
beinhalten, da reingeben, um eine Vorbewertung vorzubitten, die KI das

06:24.360 --> 06:25.080
durchzuführen.

06:26.200 --> 06:30.400
Das ist eine Verarbeitung der personenbezogenen Daten der Studierenden

06:30.400 --> 06:34.820
und das könnte datenschutzrechtlich problematisch sein, weil die

06:34.820 --> 06:37.560
Server gar nicht im DSGVO-Raum sind, zum Beispiel jetzt bei den

06:37.560 --> 06:40.840
jetzigen KI, sondern außerhalb von der EU.

06:41.600 --> 06:43.100
Die Fragen würde ich für nachher stellen.

06:43.220 --> 06:43.360
Danke.

06:44.480 --> 06:47.460
Außerdem Daten von Studierenden, wenn sie selbst das im Prompt

06:47.460 --> 06:50.300
reingeben, natürlich können sie das freiwillig tun, aber wir müssen

06:50.300 --> 06:54.440
uns bedenken, wenn wir KIs in unsere Lehre und Prüfungen aktiv

06:54.440 --> 06:57.720
einbeziehen wollen, dürfen wir die Studierenden nicht dazu

06:57.720 --> 07:01.920
verpflichten oder dazu animieren, ihre eigenen Daten verarbeiten zu

07:01.920 --> 07:04.480
lassen, wenn wir nicht gewährleisten können als Universität, dass

07:04.480 --> 07:06.600
diese Verarbeitung datenschutzkonform stattfindet.

07:06.600 --> 07:12.400
Und auch noch ein Aspekt ist, dass wenn Studierende oder wenn Menschen

07:12.400 --> 07:12.880
z.B.

07:12.960 --> 07:14.820
Chatty Pitty nutzen wollen, müssen sie sich erstmal ein Account

07:14.820 --> 07:15.260
zulegen.

07:15.660 --> 07:18.740
Dabei müssen sie auch einige personenbezogene Daten eingeben, um

07:18.740 --> 07:19.880
überhaupt Accounts zu bekommen.

07:20.620 --> 07:23.480
Das dürfen Universitäten auch nicht von ihren Studierenden verlangen,

07:23.620 --> 07:26.960
sondern man könnte entweder, also ohne weiteres nicht verlangen, man

07:26.960 --> 07:30.440
könnte entweder mit den Betreibern Vereinbarungen abschließen, dass

07:30.440 --> 07:34.320
die Verarbeitung dieser Daten oder sonstige Daten von Studierenden

07:34.320 --> 07:36.220
DSGVO -konform ablaufen soll.

07:36.220 --> 07:40.100
Wie wahrscheinlich es ist, dass jetzt OpenAI mit der Uni Heidelberg

07:40.100 --> 07:41.860
seine Vereinbarung abschließt, weiß ich nicht.

07:42.200 --> 07:44.840
Aber eine andere Lösung wäre, damit wir diese datenschutzrechtliche

07:44.840 --> 07:48.940
Höhe überwinden, dass man sagt, okay, ich als Uni mache einige Zugänge

07:48.940 --> 07:51.680
im Voraus und biete sie jetzt den Studierenden an, damit sie wissen

07:51.680 --> 07:55.600
und damit sie mit diesem KI datenschutzkonform arbeiten können, ohne

07:55.600 --> 07:57.780
dass ihre Daten da verwendet werden.

07:59.780 --> 08:03.040
Prüfungsrechtlich ist die Prompting-Phase aus dieser Perspektive

08:03.040 --> 08:03.620
vielleicht interessant.

08:04.000 --> 08:08.740
Man könnte sich jetzt fragen, das ist eine neue Art, könnte eine neue

08:08.740 --> 08:14.640
Art sein, zu denken, zu prüfen, zu arbeiten auch später.

08:14.960 --> 08:17.100
Also die Frage ist, ist es eine neue Kompetenz?

08:17.500 --> 08:19.340
Das kann ich als Jurist nicht beantworten.

08:19.420 --> 08:22.140
Das sind natürlich die DidaktikerInnen unter euch an erster Stelle

08:22.140 --> 08:22.500
gefragt.

08:22.500 --> 08:26.560
Aber wenn es so wäre, wenn man sich das sinnvoller so überlegen

08:26.560 --> 08:30.420
könnte, sollten wir das auch in Studien, Prüfungs- und Modulordnungen

08:30.420 --> 08:34.160
übersetzen, damit wir diese Kompetenz auch abfragen und an erster

08:34.160 --> 08:36.160
Stelle natürlich lehren und dann abfragen.

08:38.700 --> 08:45.120
Und die Frage, ob es nicht eine sinnvolle Einbeziehung dieser KIs in

08:45.120 --> 08:48.460
die Lehre geben sollte, gerade damit wir auch den Studierenden

08:48.460 --> 08:52.020
beibringen, was ist eine sinnvolle Nutzung, was ist eine nicht

08:52.020 --> 08:53.060
sinnvolle Nutzung.

08:53.060 --> 08:56.080
Weil diese KIs funktionieren, wie wir bereits schon wahrscheinlich

08:56.080 --> 09:00.780
wissen, nur auf einer Wahrscheinlichkeitsbasis, indem sie Sachen

09:00.780 --> 09:04.260
umformulieren, für die wahrscheinlichste Lösung, wie Silbenwörter

09:04.260 --> 09:05.880
gereiht werden sollen.

09:06.300 --> 09:09.720
Die beantworten mir keine Fragen, die generieren kein Wissen, sondern

09:09.720 --> 09:10.660
die formulieren nur um.

09:11.080 --> 09:14.480
Und solche Feinheiten müssen den Studierenden beigebracht werden.

09:14.480 --> 09:17.820
Wir können nicht verlangen, dass sie solche technischen Sachen

09:17.820 --> 09:20.840
vielleicht selbst oder gut beherrschen, sondern das müssen wir erstmal

09:20.840 --> 09:21.700
auch beibringen.

09:21.920 --> 09:24.660
Aber das nur, wenn wir das auch lehren und vielleicht auch

09:24.660 --> 09:25.640
möglicherweise prüfen.

09:26.680 --> 09:30.660
Dann die dritte Situation ist die Ergebnissnutzung.

09:30.780 --> 09:35.940
Nachdem jetzt die KI gefragt wurde, spuckt sie mir einiges raus und

09:35.940 --> 09:38.320
die Frage ist jetzt, wie nutze ich, wie könnte ich diese Ergebnisse

09:38.320 --> 09:38.780
nutzen.

09:39.780 --> 09:42.740
Dabei wieder das Urheberrecht jetzt an erster Stelle.

09:44.880 --> 09:50.840
Die Frage jetzt, wer Urheber dieser Werke ist, werde ich jetzt nicht

09:50.840 --> 09:54.860
im Detail betrachten, weil, wie wir schon alle wissen,

09:55.020 --> 09:58.060
urheberrechtlich sind nur Werke von Menschen geschützt.

09:58.060 --> 10:03.960
Weil Paragraph 2 Urhebergesetz sagt, ein Werk ist eine persönliche

10:03.960 --> 10:08.280
geistige Schöpfung und das kann eine KI nicht gewährleisten.

10:08.740 --> 10:13.320
Jetzt die Feinheit, ob ein Werk, wenn es nur KI gestützt und nicht

10:13.320 --> 10:17.880
ganz generiert ist, ob daran vielleicht die Person, die dieses Stützen

10:17.880 --> 10:21.560
gemacht hat, ob sie vielleicht Urheberin wird, aber soll sie dabei ein

10:21.560 --> 10:24.060
sehr cleveres Prompt ausgedacht haben oder soll sie sogar das

10:24.060 --> 10:27.180
Algorithmus noch geschrieben haben, das ist sehr schwammig, wie wir

10:27.180 --> 10:27.900
alle merken.

10:27.900 --> 10:30.940
Und gerade deswegen überlegt sich jetzt die EU, aber auch in

10:30.940 --> 10:34.840
Deutschland wird überlegt, dass gesetzgeberisch daran, die

10:34.840 --> 10:38.700
Gesetzgeberin ist gefragt, wir sollten jetzt das Urheberrecht

10:38.700 --> 10:42.980
überdenken und uns fragen, wer ab jetzt Urheber von Werken sein kann

10:42.980 --> 10:43.440
und nicht.

10:43.440 --> 10:46.120
Das müssen wir jetzt hier unter uns nicht besprechen, aber nur diese

10:46.120 --> 10:49.800
Sensibilität, dass wir sie haben und den Studierenden, Prüfen,

10:49.960 --> 10:51.340
Lehrenden auch weitergeben.

10:53.240 --> 10:59.060
Persönlichkeitsrechte sind betroffen, weil möglicherweise Daten von

10:59.060 --> 11:01.420
Personen schon im Prompt vorhanden waren.

11:01.920 --> 11:06.180
Wenn das nicht Personen des öffentlichen Lebens sind, ist es

11:06.180 --> 11:08.920
eigentlich ein Verstoß, dass die KI jetzt behauptet, Martin Drossos

11:08.920 --> 11:11.280
hätte dies und jenes vielleicht gemacht oder gegessen und so weiter

11:11.280 --> 11:11.740
und so fort.

11:12.200 --> 11:17.220
Und gerade auch DSGVO-konform müsste ich das Recht zur Berichtigung

11:17.220 --> 11:18.740
haben, zur Berichtigstellung.

11:18.740 --> 11:22.580
Das ist gerade bei einer komplexen neuronalen Netzwerkstruktur von

11:22.580 --> 11:28.000
solchen KIs bei weitem nicht so einfach, wenn Daten einmal

11:28.000 --> 11:32.000
reingefüttert wurden, dass ich das wieder rausradiere oder berichtige.

11:32.380 --> 11:36.040
Also das muss uns auch bewusst sein und das kann problematisch sein.

11:36.040 --> 11:41.120
Prüfungsrechtlich ist es, ich will jetzt nicht sagen eigentlich klar,

11:41.280 --> 11:42.340
aber eigentlich klar.

11:42.740 --> 11:46.900
Bis zur jetzigen Rechtslage ist die Nutzung solcher KIs eine Täuschung

11:46.900 --> 11:51.100
versucht, wenn die Prüfungsordnung das nicht explizit zulässt, weil

11:51.100 --> 11:55.860
das eine fremde Leistung, also pauschale Übernahme von solchen KI

11:55.860 --> 11:59.260
-generierten Werken sind nicht meine eigene Leistung.

11:59.260 --> 12:03.040
Und gerade wenn ich das nicht kennzeichne, ist es weiter gesehen als

12:03.040 --> 12:06.600
ein Urheberrechtsverstoß, weil ein Plagiat ist jede nicht

12:06.600 --> 12:09.700
gekennzeichnete Übernahme fremder Leistungen, egal ob sie

12:09.700 --> 12:12.160
urheberrechtlich geschützt ist oder nicht.

12:13.000 --> 12:18.240
Und wenn ich nicht erlaube, dass diese Leistungen benutzt werden und

12:18.240 --> 12:20.580
dann die Studierenden sie nicht kennzeichnen, ist es ein Verstoß.

12:20.580 --> 12:23.980
Aber wir wissen, wie wenig wir das kontrollieren können.

12:24.360 --> 12:27.700
Es gibt klar Softwares, die jetzt mehr und mehr das anbiegen, aber es

12:27.700 --> 12:29.120
wird einen Wettstreit der Softwares geben.

12:29.220 --> 12:31.540
Die einen werden es kontrollieren wollen, die anderen werden es

12:31.540 --> 12:35.200
ausgekleverter auch verhindern wollen, dass es kontrolliert wird.

12:35.520 --> 12:38.260
Also ich glaube, da ist die Lösung nicht, dass wir an der Kontrolle

12:38.260 --> 12:41.320
versuchen besser zu werden, sondern vielleicht müssen wir uns

12:41.320 --> 12:44.740
überlegen, wie wir die Prüfungskonzepte, die Lehrkonzepte

12:44.740 --> 12:46.860
weiterentwickeln, dann das Prüfungsrecht so anpassen.

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Ich sage jetzt nicht, ab jetzt sollte KI ein Riesenteil der Prüfungen

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sein.

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Natürlich, eigenständige Leistungen werden auch immer Kernstück der

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Prüfung sein, so wie wir sie verfassungsrechtlich haben.

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Das werden wir nicht ändern.

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Eigenständiges Denken, eigenständige Leistungen werden bleiben.

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Aber vielleicht können wir uns überlegen, wie wir im Voraus von

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solchen rechtlichen Prüfungen in Form von Assessments, in Form von

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Lernbegleitung oder Denkhilfe wir solche KI sinnvoll nutzen können,

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weil sie auch später im Berufsleben sie uns begleiten werden.

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Und dadurch vielleicht mein Appell, dass man sich überlegt, eine

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Kombination zwischen KI-robuster und KI-integrierter Szenarien bei

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Prüfungen zu machen.

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Ich sage nicht, dass alle Prüfungen im rechtlichen Sinne sein müssen,

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dass alle bewertet werden und dann in die Endnote fließen, aber das

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sind mögliche Lösungsansätze, an die ich interessiert wäre und die ich

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gerne mit euch gleich diskutieren würde.

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Das war jetzt meine Input-Phase.

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Ich würde jetzt bitten, dass wir die Aufnahme stoppen.

