WEBVTT

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Wir müssen was machen, was klein ist und was die Leute verstehen.

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Und dann habe ich gesagt Ja, eigentlich das Kleinste, was es gibt, ist eine Ameise.

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Mein Name ist Gerhard Schüler.

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Ich werde also jetzt in einem Vierteljahr werde ich 90 Jahre.

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Ich bin 1957 in das Kernforschungszentrum eingetreten

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und habe bis 1998 in ein und demselben Institut gearbeitet

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 und bin vom Feinmechaniker langsam emporgestiegen zum Versuchstechniker.

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Ich freue mich immer wieder, dass ich ins Institut komme.

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Ich fühle mich dann immer gleich wieder wohl.

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Es war mein Zuhause.

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Meine Frau hat nicht umsonst gesagt ab und zu, wenn ich abends um neun noch nicht da war

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Mit wem bist du eigentlich verheiratet?

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Anflug auf das Kernforschungszentrum Karlsruhe von Süden.

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Das Kernforschungszentrum stand vor der Umbenennung ins Forschungszentrum, weil die kerntechnischen Aktivitäten weggefallen sind.

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Und wir hatten eine Technologie um dreidimensionale, hochpräzise Mikrostrukturen zu fertigen

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und haben jetzt nach Anwendungsbeispielen gesucht, die wir in der Industrie promoten konnten.

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Kleine Zahnräder, mikrofluidische Strukturen, mikrooptische Strukturen.

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Und die wollten wir natürlich präsentieren.

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Aber dazu mussten wir natürlich auch dieses Größenverhältnis was bedeutet ein Mikrometer im Vergleich zu einem Millimetern, ein Tausendstel nur,

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Und das darzustellen schien uns einfach eine Ameise als kleines Insekt und das immer noch größer ist, wie unsere kleinen Mikrostrukturen

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die beiden im Vergleich zu setzen.

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Das im Verhältnis das müsste eigentlich klappen.

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Und so sind wir dazu gekommen.

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Und dann haben sie zu mir gesagt: Gut, dann mach du das.

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Und dann hat das angefangen, dass ich die Ameise gesucht habe und dass ich sie dann gesammelt habe.

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Drei, vier Stück.

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Das hat ja nicht beim ersten Mal geklappt.

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Und da war dann die Arbeit,

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das ich von der Frau Wallrabe, die diese Rädchen hergestellt hat in ihrem Labor,

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dass ich da einige Rädchen gehabt habe, die immer wieder weg gewesen sind,

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die auf den Boden gefallen sind und ich auf dem Boden rum gekrochen bin und die gesucht habe,

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 bis alles so gewesen ist, wie wir es wollten

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waren wi schon vier, fünf Tage war man da dran.

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Da hat die Maschine gestanden.

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Hier habe ich meine Ameisen präpariert.

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Hier war das Spartagerät, mit dem wir die Ameise vergoldet haben.

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Ja, und dann ging ich die Arbeit los und das Bild, was da oben hängt, das freut mich ganz besonders.

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Das sind ja fast 40 Jahre her, dass das da hängt.

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Und das hatte den einen Grund, weil ich gesagt habe, wir wollten ja immer unsere Arbeit auf die Spitze treiben, und darum steht der da oben.

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Wir haben mit Mikrostrukturen gearbeitet.

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Heutzutage wird mit Nanostrukturen gearbeitet und werden Versuche gemacht.

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Da wird dann der Reinraum benötigt, denn dann ist ja wirklich jedes Stäubchen gefährlich oder unangenehm.

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Was man auf dem Bild hat.

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Und diese neuen Mikroskope, die sind wesentlich hochauflösender.

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Das hatten wir bei uns nicht.

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Alle Bilder, die ich gemacht habe, die sind ja mit der Fotokamera gemacht worden.

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Diese Bilder, die vom Mikroskop erzeugt worden sind und auf einen Lichtschirm gegangen sind,

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sind dann gleichzeitig an einer Kamera angeschlossen gewesen, an einer Leica und mit der habe ich dann jedes Mal das Bild gemacht.

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Dass es mal so ein Renner würde, dass es eine Ikone für die Mikrosystemtechnik würde, war uns damals allen überhaupt nicht klar.

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Wenn ich gewusst hätte, welchen Erfolg das es hat, dann hätte ich es für mich behalten

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und hätte es verkauft.

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Erstens hat der Schüler damals tatsächlich das Alleräußerste herausgekitzelt aus dem damaligen REM.

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Rein von der technischen Seite.

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Zudem hat Herr Schüler aber auch einfach besonderen Blick gehabt für die Strukturen und hatte einfach auch die Fähigkeit, das Bild so zu komponieren

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sage ich mal, dass das, was man sehen wollte, auch wirklich ins rechte Licht gerückt war.

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Im wahrsten Sinne des Wortes.

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Heute ist es am Rasterelektronenmikroskop komfortabler, als man eine Software hat, mit der man das Gerät komfortabler bedienen kann.

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Man hat eine einfachere Möglichkeit, die Vergrößerung einzustellen.

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Man kann auch mit höheren Vergrößerungen arbeiten.

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Aber im Grunde genommen ist die Idee doch gar nicht so anders wie vor 30 Jahren.

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Man hat nämlich einen Elektronenstrahl, den man fokussiert.

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Und dieser Elektronenstrahl, der trifft dann auf das, was man sich anschauen möchte.

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Das sollte im besten Fall leitend sein.

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Und dann bekommt man von den Elektronen, mit denen man draufschießt, ein Bild von den zurückgestreuten Elektronen oder von sogenannten Sekundärelektronen.

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Das Schöne daran, dass man, wenn man einmal in so ein Mikroskop geschaut hat, da tut sich eine ganz neue Welt auf.

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Da sieht man Sachen, die man sich gar nicht vorstellen kann oder an dass man vorher gar nicht gedacht hat.

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Als normaler Mensch kann man sich das nicht vorstellen.

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Was ist eigentlich klein?

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Wenn ich dann weiß, dass so ein Rädchen 1/4 Millimeter ist?

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Das ist.

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Das ist unglaublich.

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Das hat mich gefreut, dass das auf die Art und Weise bekannt geworden ist und einfach dieser Vergleich gezogen werden konnte zwischen Mikro und der normalen Natur.

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Dann aber vielleicht zum Schluss doch noch Musik.
